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Luther 1912, Hiob, via LAD Rosary

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HIOB

Das 1. Kapitel

      1.      Es war ein Mann im Lande Uz, der hieß Hiob. Derselbe war schlecht und recht, gottesfürchtig und mied das Böse.
      2.      Und zeugte sieben Söhne und drei Töchter;
      3.      und seines Viehs waren siebentausend Schafe, dreitausend Kamele, fünfhundert Joch Rinder und fünfhundert Eselinnen, und er hatte viel Gesinde; und er war herrlicher denn alle, die gegen Morgen wohnten.
      4.      Und seine Söhne gingen und machten ein Mahl, ein jeglicher in seinem Hause auf seinen Tag, und sandten hin und luden ihre drei Schwestern, mit ihnen zu essen und zu trinken.
      5.      Und wenn die Tage des Mahls um waren, sandte Hiob hin und heiligte sie und machte sich des Morgens früh auf und opferte Brandopfer nach ihrer aller Zahl; denn Hiob gedachte: Meine Söhne möchten gesündigt und Gott abgesagt haben in ihrem Herzen. Also tat Hiob allezeit.
      6.      Es begab sich aber auf einen Tag, da die Kinder Gottes kamen und vor den HERRN traten, kam der Satan auch unter ihnen.
      7.      Der HERR aber sprach zu dem Satan: Wo kommst du her? Satan antwortete dem HERRN und sprach: Ich habe das Land umher durchzogen.
      8.      Der HERR sprach zu Satan: Hast du nicht achtgehabt auf meinen Knecht Hiob? Denn es ist seinesgleichen nicht im Lande, schlecht und recht, gottesfürchtig und meidet das Böse.
      9.      Der Satan antwortete dem HERRN und sprach: Meinst du, daß Hiob umsonst Gott fürchtet ?
      10.      Hast du doch ihn, sein Haus und alles, was er hat, ringsumher verwahrt. Du hast das Werk seiner Hände gesegnet, und sein Gut hat sich ausgebreitet im Lande.
      11.      Aber recke deine Hand aus und taste an alles, was er hat: was gilt’s, er wird dir ins Angesicht absagen ?
      12.      Der HERR sprach zum Satan: Siehe, alles, was er hat, sei in deiner Hand; nur an ihn selbst lege deine Hand nicht. Da ging der Satan aus von dem HERRN.
      13.      Des Tages aber, da seine Söhne und Töchter aßen und Wein tranken in ihres Bruders Hause, des Erstgeborenen,
      14.      kam ein Bote zu Hiob und sprach: Die Rinder pflügten, und die Eselinnen gingen neben ihnen auf der Weide,
      15.      da fielen die aus Saba herein und nahmen sie und schlugen die Knechte mit der Schärfe des Schwerts; und ich bin allein entronnen, daß ich dir’s ansagte.
      16.      Da er noch redete, kam ein anderer und sprach: Das Feuer Gottes fiel vom Himmel und verbrannte Schafe und Knechte und verzehrte sie; und ich bin allein entronnen, daß ich dir’s ansagte.
      17.      Da der noch redete, kam einer und sprach: Die Chaldäer machte drei Rotten und überfielen die Kamele und nahmen sie und schlugen die Knechte mit der Schärfe des Schwerts; und ich bin allein entronnen, daß ich dir’s ansagte.
      18.      Da der noch redete, kam einer und sprach: Deine Söhne und Töchter aßen und tranken im Hause ihres Bruders, des Erstgeborenen,
      19.      Und siehe, da kam ein großer Wind von der Wüste her und stieß auf die vier Ecken des Hauses und warf’s auf die jungen Leute, daß sie starben; und ich bin allein entronnen, daß ich dir’s ansagte.
      20.      Da stand Hiob auf und zerriß seine Kleider und raufte sein Haupt und fiel auf die Erde und betete an
      21.      und sprach: Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen; der Name des HERRN sei gelobt.
      22.      In diesem allem sündigte Hiob nicht und tat nichts Törichtes wider Gott.

Das 2. Kapitel

      1.      Es begab sich aber des Tages, da die Kinder Gottes kamen und traten vor den HERRN, daß der Satan auch unter ihnen kam und vor den HERRN trat.
      2.      Da sprach der HERR zu dem Satan: Wo kommst du her? Der Satan antwortete dem HERRN und sprach: Ich habe das Land umher durchzogen.
      3.      Der HERR sprach zu dem Satan: Hast du nicht acht auf meinen Knecht Hiob gehabt ? Denn es ist seinesgleichen im Lande nicht, schlecht und recht, gottesfürchtig und meidet das Böse und hält noch fest an seiner Frömmigkeit; du aber hast mich bewogen, daß ich ihn ohne Ursache verderbt habe.
      4.      Der Satan antwortete dem HERRN und sprach: Haut für Haut; und alles was ein Mann hat, läßt er für sein Leben.
      5.      Aber recke deine Hand aus und taste sein Gebein und Fleisch an: was gilt’s, er wird dir ins Angesicht absagen ?
      6.      Der HERR sprach zu dem Satan: Siehe da, er ist in deiner Hand; doch schone seines Lebens!
      7.      Da fuhr der Satan aus vom Angesicht des HERRN und schlug Hiob mit bösen Schwären von der Fußsohle an bis auf seinen Scheitel.
      8.      Und er nahm eine Scherbe und schabte sich und saß in der Asche.
      9.      Und sein Weib sprach zu ihm: Hältst du noch fest an deiner Frömmigkeit? Ja, sage Gott ab und stirb !
      10.      Er aber sprach zu ihr: Du redest, wie die närrischen Weiber reden. Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen ? In diesem allem versündigte sich Hiob nicht mit seinen Lippen.
      11.      Da aber die drei Freunde Hiobs hörten all das Unglück, das über ihn gekommen war, kamen sie, ein jeglicher aus seinem Ort: Eliphas von Theman, Bildad von Suah und Zophar von Naema. Denn sie wurden eins, daß sie kämen, ihn zu beklagen und zu trösten.
      12.      Und da sie ihre Augen aufhoben von ferne, kannten sie ihn nicht und hoben auf ihre Stimme und weinten, und ein jeglicher zerriß sein Kleid, und sie sprengten Erde auf ihr Haupt gen Himmel
      13.      und saßen mit ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte und redeten nichts mit ihm; denn sie sahen, daß der Schmerz sehr groß war.

Das 3. Kapitel

      1.      Darnach tat Hiob seinen Mund auf und verfluchte seinen Tag.
      2.      Und Hiob sprach:
      3.      Der Tag müsse verloren sein, darin ich geboren bin, und die Nacht, welche sprach: Es ist ein Männlein empfangen !
      4.      Derselbe Tag müsse finster sein, und Gott von obenherab müsse nicht nach ihm fragen; kein Glanz müsse über ihn scheinen !
      5.      Finsternis und Dunkel müssen ihn überwältigen, und dicke Wolken müssen über ihm bleiben, und der Dampf am Tage mache ihn gräßlich !
      6.      Die Nacht müsse Dunkel einnehmen; sie müsse sich nicht unter den Tagen des Jahres freuen noch in die Zahl der Monden kommen !
      7.      Siehe, die Nacht müsse einsam sein und kein Jauchzen darin sein !
      8.      Es müssen sie verfluchen die Verflucher des Tages und die da bereit sind, zu erregen den Leviathan!
      9.      Ihre Sterne müssen finster sein in ihrer Dämmerung; sie hoffe aufs Licht, und es komme nicht, und müsse nicht sehen die Wimpern der Morgenröte,
      10.      darum daß sie nicht verschlossen hat die Tür des Leibes meiner Mutter und nicht verborgen das Unglück vor meinen Augen!
      11.      Warum bin ich nicht gestorben von Mutterleib an? Warum bin ich nicht verschieden, da ich aus dem Leibe kam ?
      12.      Warum hat man mich auf den Schoß gesetzt ? Warum bin ich mit Brüsten gesäugt ?
      13.      So läge ich doch nun und wäre still, schliefe und hätte Ruhe
      14.      mit den Königen und Ratsherren auf Erden, die das Wüste bauen,
      15.      oder mit den Fürsten, die Gold haben und deren Häuser voll Silber sind.
      16.      Oder wie eine unzeitige Geburt, die man verborgen hat, wäre ich gar nicht, wie Kinder, die das Licht nie gesehen haben.
      17.      Daselbst müssen doch aufhören die Gottlosen mit Toben; daselbst ruhen doch, die viel Mühe gehabt haben.
      18.      Da haben doch miteinander Frieden die Gefangenen und hören nicht die Stimme des Drängers.
      19.      Da sind beide, klein und groß, und der Knecht ist frei von seinem Herrn.
      20.      Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen und das Leben den betrübten Herzen
      21.      [die des Todes warten, und er kommt nicht, und grüben ihn wohl aus dem Verborgenen,
      22.      die sich sehr freuten und fröhlich wären, wenn sie ein Grab bekämen ),
      23.      dem Manne, dessen Weg verborgen ist und vor ihm von Gott verzäunt ward ?
      24.      Denn wenn ich essen soll, muß ich seufzen, und mein Heulen fährt heraus wie Wasser.
      25.      Denn was ich gefürchtet habe ist über mich gekommen, und was ich sorgte, hat mich getroffen.
      26.      War ich nicht glückselig ? War ich nicht fein stille ? Hatte ich nicht gute Ruhe ? Und es kommt solche Unruhe!

Das 4. Kapitel

      1.      Da antwortete Eliphas von Theman und sprach:
      2.      Du hast’s vielleicht nicht gern, so man versucht, mit dir zu reden; aber wer kann sich’s enthalten ?
      3.      Siehe, du hast viele unterwiesen und lässige Hände gestärkt;
      4.      deine Rede hat die Gefallenen aufgerichtet, und die bebenden Kniee hast du gekräftigt.
      5.      Nun aber es an dich kommt, wirst du weich; und nun es dich trifft, erschrickst du.
      6.      Ist nicht deine Gottesfurcht dein Trost, deine Hoffnung die Unsträflichkeit deiner Wege?
      7.      Gedenke doch, wo ist ein Unschuldiger umgekommen ? oder wo sind die Gerechten je vertilgt ?
      8.      Wie ich wohl gesehen habe: die da Mühe pflügen und Unglück säten, ernteten es auch ein;
      9.      durch den Odem Gottes sind sie umgekommen und vom Geist seines Zorns vertilgt.
      10.      Das Brüllen der Löwen und die Stimme der großen Löwen und die Zähne der jungen Löwen sind zerbrochen.
      11.      Der Löwe ist umgekommen, daß er nicht mehr raubt, und die Jungen der Löwin sind zerstreut.
      12.      Und zu mir ist gekommen ein heimlich Wort, und mein Ohr hat ein Wörtlein davon empfangen.
      13.      Da ich Gesichte betrachtete in der Nacht, wenn der Schlaf auf die Leute fällt,
      14.      da kam mich Furcht und Zittern an, und alle meine Gebeine erschraken.
      15.      Und da der Geist an mir vorüberging standen mir die Haare zu Berge an meinem Leibe.
      16.      Da stand ein Bild vor meinen Augen, und ich kannte seine Gestalt nicht; es war still, und ich hörte eine Stimme:
      17.      Wie kann ein Mensch gerecht sein vor Gott? oder ein Mann rein sein vor dem, der ihn gemacht hat ?
      18.      Siehe, unter seinen Knechten ist keiner ohne Tadel, und seine Boten zeiht er der Torheit:
      19.      wie viel mehr die in Lehmhäusern wohnen und auf Erde gegründet sind und werden von Würmern gefressen !
      20.      Es währt vom Morgen bis an den Abend, so werden sie zerschlagen; und ehe sie es gewahr werden, sind sie gar dahin,
      21.      und ihre Nachgelassenen vergehen und sterben auch unversehens.

Das 5. Kapitel

      1.      Rufe doch! was gilts, ob einer dir antworte ? Und an welchen von den Heiligen willst du dich wenden ?
      2.      Einen Toren aber erwürgt wohl der Unmut, und den Unverständigen tötet der Eifer.
      3.      Ich sah einen Toren eingewurzelt, und ich fluchte plötzlich seinem Hause.
      4.      Seine Kinder werden fern sein vom Heil und werden zerschlagen werden im Tor, da kein Erretter sein wird.
      5.      Seine Ernte wird essen der Hungrige und auch aus den Hecken sie holen, und sein Gut werden die Durstigen aussaufen.
      6.      Denn Mühsal aus der Erde nicht geht und Unglück aus dem Acker nicht wächst;
      7.      sondern der Mensch wird zu Unglück geboren, wie die Vögel schweben, emporzufliegen.
      8.      Ich aber würde zu Gott mich wenden und meine Sache vor ihn bringen,
      9.      der große Dinge tut, die nicht zu erforschen sind, und Wunder, die nicht zu zählen sind:
      10.      der den Regen aufs Land gibt und läßt Wasser kommen auf die Gefilde;
      11.      der die Niedrigen erhöht und den Betrübten emporhilft.
      12.      Er macht zunichte die Anschläge der Listigen, daß es ihre Hand nicht ausführen kann;
      13.      er fängt die Weisen in ihrer Listigkeit und stürzt der Verkehrten Rat,
      14.      daß sie des Tages in der Finsternis laufen und tappen am Mittag wie in der Nacht.
      15.      Er hilft den Armen von dem Schwert, von ihrem Munde und von der Hand des Mächtigen,
      16.      und ist des Armen Hoffnung, daß die Bosheit wird ihren Mund müssen zuhalten.
      17.      Siehe, selig ist der Mensch, den Gott straft; darum weigere dich der Züchtigung des Allmächtigen nicht.
      18.      Denn er verletzt und verbindet; er zerschlägt und seine Hand heilt.
      19.      Aus sechs Trübsalen wird er dich erretten, und in der siebenten wird dich kein Übel rühren:
      20.      in der Teuerung wird er dich vom Tod erlösen und im Kriege von des Schwertes Hand;
      21.      Er wird dich verbergen vor der Geißel Zunge, daß du dich nicht fürchtest vor dem Verderben, wenn es kommt;
      22.      im Verderben und im Hunger wirst du lachen und dich vor den wilden Tieren im Lande nicht fürchten;
      23.      sondern sein Bund wird sein mit den Steinen auf dem Felde, und die wilden Tiere im Lande werden Frieden mit dir halten.
      24.      Und du wirst erfahren, daß deine Hütte Frieden hat, und wirst deine Behausung versorgen und nichts vermissen,
      25.      und wirst erfahren, daß deines Samens wird viel werden und deine Nachkommen wie das Gras auf Erden,
      26.      und wirst im Alter zum Grab kommen, wie Garben eingeführt werden zu seiner Zeit.
      27.      Siehe, das haben wir erforscht und ist also; dem gehorche und merke du dir’s.

Das 6. Kapitel

      1.      Hiob antwortete und sprach:
      2.      Wenn man doch meinen Unmut wöge und mein Leiden zugleich in die Waage legte !
      3.      Denn nun ist es schwerer als Sand am Meer; darum gehen meine Worte irre.
      4.      Denn die Pfeile des Allmächtigen stecken in mir: derselben Gift muß mein Geist trinken, und die Schrecknisse Gottes sind auf mich gerichtet.
      5.      Das Wild schreit nicht, wenn es Gras hat; der Ochse blökt nicht, wenn er sein Futter hat.
      6.      Kann man auch essen, was ungesalzen ist? Oder wer mag kosten das Weiße um den Dotter?
      7.      Was meine Seele widerte anzurühren, das ist meine Speise, mir zum Ekel.
      8.      O, daß meine Bitte geschähe und Gott gäbe mir, was ich hoffe!
      9.      Daß Gott anfinge und zerschlüge mich und ließe seine Hand gehen und zerscheiterte mich !
      10.      So hätte ich nun Trost, und wollte bitten in meiner Krankheit, daß er nur nicht schonte, habe ich doch nicht verleugnet die Reden des Heiligen.
      11.      Was ist meine Kraft, daß ich möge beharren ? und welches ist mein Ende, daß meine Seele geduldig sein sollte ?
      12.      Ist doch meine Kraft nicht steinern und mein Fleisch nicht ehern.
      13.      Habe ich doch nirgend Hilfe, und mein Vermögen ist dahin.
      14.      Wer Barmherzigkeit seinem Nächsten verweigert, der verläßt des Allmächtigen Furcht.
      15.      Meine Brüder trügen wie ein Bach, wie Wasserströme, die vergehen,
      16.      die trübe sind vom Eis, in die der Schnee sich birgt:
      17.      zur Zeit, wenn sie die Hitze drückt, versiegen sie; wenn es heiß wird, vergehen sie von ihrer Stätte.
      18.      Die Reisezüge gehen ab vom Wege, sie treten aufs Ungebahnte und kommen um;
      19.      die Reisezüge von Thema blicken ihnen nach, die Karawanen von Saba hofften auf sie:
      20.      aber sie wurden zu Schanden über ihrer Hoffnung und mußten sich schämen, als sie dahin kamen.
      21.      So seid ihr jetzt ein Nichts geworden, und weil ihr Jammer sehet, fürchtet ihr euch.
      22.      Habe ich auch gesagt: Bringet her von eurem Vermögen und schenkt mir
      23.      und errettet mich aus der Hand des Feindes und erlöst mich von der Hand der Gewalttätigen?
      24.      Lehret mich, so will ich schweigen; und was ich nicht weiß, darin unterweist mich.
      25.      Warum tadelt ihr rechte Rede? Wer ist unter euch, der sie strafen könnte?
      26.      Gedenket ihr, Worte zu strafen ? Aber eines Verzweifelten Rede ist für den Wind.
      27.      Ihr fielet wohl über einen armen Waisen her und grübet eurem Nachbarn Gruben.
      28.      Doch weil ihr habt angehoben, sehet auf mich, ob ich vor euch mit Lügen bestehen werde.
      29.      Antwortet, was recht ist; meine Antwort wird noch recht bleiben.
      30.      Ist denn auf meiner Zunge Unrecht, oder sollte mein Gaumen Böses nicht merken ?

Das 7. Kapitel

      1.      Muß nicht der Mensch immer im Streit sein auf Erden, und sind seine Tage nicht wie eines Tagelöhners?
      2.      Wie ein Knecht sich sehnt nach dem Schatten und ein Tagelöhner, daß seine Arbeit aus sei,
      3.      also habe ich wohl ganze Monden vergeblich gearbeitet, und elender Nächte sind mir viel geworden.
      4.      Wenn ich mich legte, sprach ich: Wann werde ich aufstehen ? Und der Abend ward mir lang; ich wälzte mich und wurde des satt bis zur Dämmerung.
      5.      Mein Fleisch ist um und um wurmig und knotig; meine Haut ist verschrumpft und zunichte geworden.
      6.      Meine Tage sind leichter dahingeflogen denn die Weberspule und sind vergangen, daß kein Aufhalten dagewesen ist.
      7.      Gedenke, daß mein Leben ein Wind ist und meine Augen nicht wieder Gutes sehen werden.
      8.      Und kein lebendiges Auge wird mich mehr schauen; sehen deine Augen nach mir, so bin ich nicht mehr.
      9.      Eine Wolke vergeht und fährt dahin: also, wer in die Hölle hinunterfährt, kommt nicht wieder herauf
      10.      und kommt nicht wieder in sein Haus, und sein Ort kennt ihn nicht mehr.
      11.      Darum will ich auch meinem Munde nicht wehren; ich will reden in der Angst meines Herzens und will klagen in der Betrübnis meiner Seele.
      12.      Bin ich denn ein Meer oder ein Meerungeheuer, daß du mich so verwahrst ?
      13.      Wenn ich gedachte: Mein Bett soll mich trösten, mein Lager soll mir meinen Jammer erleichtern,
      14.      so erschrecktest du mich mit Träumen und machtest mir Grauen durch Gesichte,
      15.      daß meine Seele wünschte erstickt zu sein und meine Gebeine den Tod.
      16.      Ich begehre nicht mehr zu leben. Laß ab von mir, denn meine Tage sind eitel.
      17.      Was ist ein Mensch, daß du ihn groß achtest und bekümmerst dich um ihn?
      18.      Du suchst ihn täglich heim und versuchst ihn alle Stunden.
      19.      Warum tust du dich nicht von mir und lässest mich nicht, bis ich nur meinen Speichel schlinge ?
      20.      Habe ich gesündigt, was tue ich dir damit, o du Menschenhüter? Warum machst du mich zum Ziel deiner Anläufe, daß ich mir selbst eine Last bin ?
      21.      Und warum vergibst du mir meine Missetat nicht und nimmst weg meine Sünde? Denn nun werde ich mich in die Erde legen, und wenn du mich morgen suchst, werde ich nicht da sein.

Das 8. Kapitel

      1.      Da antwortete Bildad von Suah und sprach:
      2.      Wie lange willst du solches reden und sollen die Reden deines Mundes so einen stolzen Mut haben?
      3.      Meinst du, daß Gott unrecht richte oder der Allmächtige das Recht verkehre ?
      4.      Haben deine Söhne vor ihm gesündigt, so hat er sie verstoßen um ihrer Missetat willen.
      5.      So du aber dich beizeiten zu Gott tust und zu dem Allmächtigen flehst,
      6.      und so du rein und fromm bist, so wird er aufwachen zu dir und wird wieder aufrichten deine Wohnung um deiner Gerechtigkeit willen;
      7.      und was du zuerst wenig gehabt hast, wird hernach gar sehr zunehmen.
      8.      Denn frage die vorigen Geschlechter und merke auf das, was ihr Väter erforscht haben;
      9.      denn wir sind von gestern her und wissen nichts; unser Leben ist ein Schatten auf Erden.
      10.      Sie werden dich’s lehren und dir sagen und ihre Rede aus ihrem Herzen hervorbringen:
      11.      "Kann auch ein Rohr aufwachsen, wo es nicht feucht steht? oder Schilf wachsen ohne Wasser?
      12.      Sonst wenn’s noch in der Blüte ist, ehe es abgehauen wird, verdorrt es vor allem Gras.
      13.      So geht es allen denen, die Gottes vergessen; und die Hoffnung der Heuchler wird verloren sein.
      14.      Denn seine Zuversicht vergeht, und seine Hoffnung ist eine Spinnwebe.
      15.      Er verläßt sich auf sein Haus, und wird doch nicht bestehen; er wird sich daran halten, aber doch nicht stehenbleiben.
      16.      Er steht voll Saft im Sonnenschein, und seine Reiser wachsen hervor in seinem Garten.
      17.      Seine Saat steht dick bei den Quellen und sein Haus auf Steinen.
      18.      Wenn er ihn aber verschlingt von seiner Stätte, wird sie sich gegen ihn stellen, als kennte sie ihn nicht.
      19.      Siehe, das ist die Freude seines Wesens; und aus dem Staube werden andere wachsen."
      20.      Darum siehe, daß Gott nicht verwirft die Frommen und erhält nicht die Hand der Boshaften,
      21.      bis daß dein Mund voll Lachens werde und deine Lippen voll Jauchzens.
      22.      Die dich aber hassen, werden zu Schanden werden, und der Gottlosen Hütte wird nicht bestehen.

Das 9. Kapitel

      1.      Hiob antwortete und sprach:
      2.      Ja, ich weiß gar wohl, daß es also ist und daß ein Mensch nicht recht behalten mag gegen Gott.
      3.      Hat er Lust, mit ihm zu hadern, so kann er ihm auf tausend nicht eins antworten.
      4.      Er ist weise und mächtig; wem ist’s je gelungen, der sich wider ihn gelegt hat ?
      5.      Er versetzt Berge, ehe sie es innewerden, die er in seinem Zorn umkehrt.
      6.      Er bewegt die Erde aus ihrem Ort, daß ihre Pfeiler zittern.
      7.      Er spricht zur Sonne, so geht sie nicht auf, und versiegelt die Sterne.
      8.      Er breitet den Himmel aus allein und geht auf den Wogen des Meeres.
      9.      Er macht den Wagen am Himmel und Orion und die Plejaden und die Sterne gegen Mittag.
      10.      Er tut große Dinge, die nicht zu erforschen sind, und Wunder, deren keine Zahl ist.
      11.      Siehe, er geht an mir vorüber, ehe ich’s gewahr werde, und wandelt vorbei, ehe ich’s merke.
      12.      Siehe, wenn er hinreißt, wer will ihm wehren ? Wer will zu ihm sagen: Was machst du ?
      13.      Er ist Gott; seinen Zorn kann niemand stillen; unter ihn mußten sich beugen die Helfer Rahabs.
      14.      Wie sollte ich denn ihm antworten und Worte finden gegen ihn?
      15.      Wenn ich auch recht habe, kann ich ihm dennoch nicht antworten, sondern ich müßte um mein Recht flehen.
      16.      Wenn ich ihn schon anrufe, und er mir antwortet, so glaube ich doch nicht, daß er meine Stimme höre.
      17.      Denn er fährt über mich mit Ungestüm und macht mir Wunden viel ohne Ursache.
      18.      Er läßt meinen Geist sich nicht erquicken, sondern macht mich voll Betrübnis.
      19.      Will man Macht, so ist er zu mächtig; will man Recht, wer will mein Zeuge sein ?
      20.      Sage ich, daß ich gerecht bin, so verdammt er mich doch; bin ich Unschuldig, so macht er mich doch zu Unrecht.
      21.      Ich bin unschuldig! ich frage nicht nach meiner Seele, begehre keines Lebens mehr.
      22.      Es ist eins, darum sage ich: Er bringt um beide, den Frommen und den Gottlosen.
      23.      Wenn er anhebt zu geißeln, so dringt er alsbald zum Tod und spottet der Anfechtung der Unschuldigen.
      24.      Das Land aber wird gegeben unter die Hand der Gottlosen, und der Richter Antlitz verhüllt er. Ist’s nicht also, wer anders sollte es tun?
      25.      Meine Tage sind schneller gewesen denn ein Läufer; sie sind geflohen und haben nichts Gutes erlebt.
      26.      Sie sind dahingefahren wie die Rohrschiffe, wie ein Adler fliegt zur Speise.
      27.      Wenn ich gedenke: Ich will meiner Klage vergessen und meine Gebärde lassen fahren und mich erquicken,
      28.      so fürchte ich alle meine Schmerzen, weil ich weiß, daß du mich nicht unschuldig sein lässest.
      29.      Ich muß ja doch ein Gottloser sein; warum mühe ich mich denn so vergeblich?
      30.      Wenn ich mich gleich mit Schneewasser wüsche und reinigte mein Hände mit Lauge,
      31.      so wirst du mich doch tauchen in Kot, und so werden mir meine Kleider greulich anstehen.
      32.      Denn er ist nicht meinesgleichen, dem ich antworten könnte, daß wir vor Gericht miteinander kämen.
      33.      Es ist zwischen uns kein Schiedsmann, der seine Hand auf uns beide lege.
      34.      Er nehme von mir seine Rute und lasse seinen Schrecken von mir,
      35.      daß ich möge reden und mich nicht vor ihm fürchten dürfe; denn ich weiß, daß ich kein solcher bin.

Das 10. Kapitel

      1.      Meine Seele verdrießt mein Leben; ich will meiner Klage bei mir ihren Lauf lassen und reden in der Betrübnis meiner Seele
      2.      und zu Gott sagen: Verdamme mich nicht! laß mich wissen, warum du mit mir haderst.
      3.      Gefällt dir’s, daß du Gewalt tust und mich verwirfst, den deine Hände gemacht haben, und bringst der Gottlosen Vornehmen zu Ehren ?
      4.      Hast du denn auch fleischliche Augen, oder siehst du, wie ein Mensch sieht ?
      5.      Oder ist deine Zeit wie eines Menschen Zeit, oder deine Jahre wie eines Mannes Jahre?
      6.      daß du nach einer Missetat fragest und suchest meine Sünde,
      7.      so du doch weißt wie ich nicht gottlos sei, so doch niemand ist, der aus deiner Hand erretten könne.
      8.      Deine Hände haben mich bereitet und gemacht alles, was ich um und um bin; und du wolltest mich verderben ?
      9.      Gedenke doch, daß du mich aus Lehm gemacht hast; und wirst mich wieder zu Erde machen ?
      10.      Hast du mich nicht wie Milch hingegossen und wie Käse lassen gerinnen ?
      11.      Du hast mir Haut und Fleisch angezogen; mit Gebeinen und Adern hast du mich zusammengefügt.
      12.      Leben und Wohltat hast du an mir getan, und dein Aufsehen bewahrt meinen Odem.
      13.      Aber dies verbargst du in deinem Herzen, ich weiß, daß du solches im Sinn hattest:
      14.      wenn ich sündigte, so wolltest du es bald merken und meine Missetat nicht ungestraft lassen.
      15.      Bin ich gottlos, dann wehe mir! bin ich gerecht, so darf ich doch mein Haupt nicht aufheben, als der ich voll Schmach bin und sehe mein Elend.
      16.      Und wenn ich es aufrichte, so jagst du mich wie ein Löwe und handelst wiederum wunderbar an mir.
      17.      Du erneuest deine Zeugen wider mich und machst deines Zornes viel auf mich; es zerplagt mich eins über das andere in Haufen.
      18.      Warum hast du mich aus Mutterleib kommen lassen ? Ach, daß ich wäre umgekommen und mich nie ein Auge gesehen hätte !
      19.      So wäre ich, als die nie gewesen sind, von Mutterleibe zum Grabe gebracht.
      20.      Ist denn mein Leben nicht kurz? So höre er auf und lasse ab von mir, daß ich ein wenig erquickt werde,
      21.      ehe ich denn hingehe und komme nicht wieder, ins Land der Finsternis und des Dunkels,
      22.      ins Land da es stockfinster ist und da keine Ordnung ist, und wenn’s hell wird, so ist es wie Finsternis.

Das 11. Kapitel

      1.      Da antwortete Zophar von Naema und sprach:
      2.      Wenn einer lang geredet, muß er nicht auch hören ? Muß denn ein Schwätzer immer recht haben ?
      3.      Müssen die Leute zu deinem eitlen Geschwätz schweigen, daß du spottest und niemand dich beschäme ?
      4.      Du sprichst: Meine Rede ist rein, und lauter bin ich vor deinen Augen.
      5.      Ach, daß Gott mit dir redete und täte seine Lippen auf
      6.      und zeigte dir die heimliche Weisheit! Denn er hätte noch wohl mehr an dir zu tun, auf daß du wissest, daß er deiner Sünden nicht aller gedenkt.
      7.      Meinst du, daß du wissest, was Gott weiß, und wollest es so vollkommen treffen wie der Allmächtige?
      8.      Es ist höher denn der Himmel; was willst du tun ? tiefer denn die Hölle; was kannst du wissen ?
      9.      länger denn die Erde und breiter denn das Meer.
      10.      So er daherfährt und gefangen legt und Gericht hält, wer will’s ihm wehren ?
      11.      Denn er kennt die losen Leute, er sieht die Untugend, und sollte es nicht merken ?
      12.      Ein unnützer Mann bläht sich, und ein geborener Mensch will sein wie ein junges Wild.
      13.      Wenn du dein Herz richtetest und deine Hände zu ihm ausbreitetest;
      14.      wenn du die Untugend, die in deiner Hand ist, fern von dir tätest, daß in deiner Hütte kein Unrecht bliebe:
      15.      so möchtest du dein Antlitz aufheben ohne Tadel und würdest fest sein und dich nicht fürchten.
      16.      Dann würdest du der Mühsal vergessen und so wenig gedenken als des Wassers, das vorübergeht;
      17.      und die Zeit deines Lebens würde aufgehen wie der Mittag, und das Finstere würde ein lichter Morgen werden;
      18.      und dürftest dich dessen trösten, daß Hoffnung da sei; würdest dich umsehen und in Sicherheit schlafen legen;
      19.      würdest ruhen, und niemand würde dich aufschrecken; und viele würden vor dir flehen.
      20.      Aber die Augen der Gottlosen werden verschmachten, und sie werden nicht entrinnen können; denn Hoffnung wird ihrer Seele fehlen.

Das 12. Kapitel

      1.      Da antwortete Hiob und sprach:
      2.      Ja, ihr seid die Leute, mit euch wird die Weisheit sterben !
      3.      Ich habe so wohl ein Herz als ihr und bin nicht geringer denn ihr; und wer ist, der solches nicht wisse?
      4.      Ich muß von meinem Nächsten verlacht sein, der ich Gott anrief, und er erhörte mich. Der Gerechte und Fromme muß verlacht sein
      5.      und ist ein verachtet Lichtlein vor den Gedanken der Stolzen, steht aber, daß sie sich daran ärgern.
      6.      Der Verstörer Hütten haben die Fülle, und Ruhe haben, die wider Gott toben, die ihren Gott in der Faust führen.
      7.      Frage doch das Vieh, das wird dich’s lehren und die Vögel unter dem Himmel, die werden dir’s sagen;
      8.      oder rede mit der Erde, die wird dich’s lehren, und die Fische im Meer werden dir’s erzählen.
      9.      Wer erkennte nicht an dem allem, daß des HERRN Hand solches gemacht hat ?
      10.      daß in seiner Hand ist die Seele alles dessen, was da lebt, und der Geist des Fleisches aller Menschen?
      11.      Prüft nicht das Ohr die Rede? und der Mund schmeckt die Speise?
      12.      Ja, "bei den Großvätern ist die Weisheit, und der Verstand bei den Alten".
      13.      Bei ihm ist Weisheit und Gewalt, Rat und Verstand.
      14.      Siehe, wenn er zerbricht, so hilft kein Bauen; wenn er jemand einschließt, kann niemand aufmachen.
      15.      Siehe, wenn er das Wasser verschließt, so wird alles dürr; und wenn er’s ausläßt, so kehrt es das Land um.
      16.      Er ist stark und führt es aus. Sein ist, der da irrt und der da verführt.
      17.      Er führt die Klugen wie einen Raub und macht die Richter toll.
      18.      Er löst auf der Könige Zwang und bindet mit einem Gurt ihre Lenden.
      19.      Er führt die Priester wie einen Raub und bringt zu Fall die Festen.
      20.      Er entzieht die Sprache den Bewährten und nimmt weg den Verstand der Alten.
      21.      Er schüttet Verachtung auf die Fürsten und macht den Gürtel der Gewaltigen los.
      22.      Er öffnet die finsteren Gründe und bringt heraus das Dunkel an das Licht.
      23.      Er macht etliche zu großem Volk und bringt sie wieder um. Er breitet ein Volk aus und treibt es wieder weg.
      24.      Er nimmt weg den Mut der Obersten des Volkes im Lande und macht sie irre auf einem Umwege, da kein Weg ist,
      25.      daß sie in Finsternis tappen ohne Licht; und macht sie irre wie die Trunkenen.

Das 13. Kapitel

      1.      Siehe, das alles hat mein Auge gesehen und mein Ohr gehört, und ich habe es verstanden.
      2.      Was ihr wißt, das weiß ich auch; und bin nicht geringer denn ihr.
      3.      Doch wollte ich gern zu dem Allmächtigen reden und wollte gern mit Gott rechten.
      4.      Aber ihr deutet’s fälschlich und seid alle unnütze Ärzte.
      5.      Wollte Gott, ihr schwieget, so wäret ihr weise.
      6.      Höret doch meine Verantwortung und merket auf die Sache, davon ich rede!
      7.      Wollt ihr Gott verteidigen mit Unrecht und für ihn List brauchen ?
      8.      Wollt ihr seine Person ansehen ? Wollt ihr Gott vertreten ?
      9.      Wird’s euch auch wohl gehen, wenn er euch richten wird ? Meint ihr, daß ihr ihn täuschen werdet, wie man einen Menschen täuscht ?
      10.      Er wird euch strafen, wo ihr heimlich Person ansehet.
      11.      Wird er euch nicht erschrecken, wenn er sich wird hervortun, und wird seine Furcht nicht über euch fallen ?
      12.      Eure Denksprüche sind Aschensprüche; eure Bollwerke werden wie Lehmhaufen sein.
      13.      Schweiget mir, daß ich rede, es komme über mich, was da will.
      14.      Was soll ich mein Fleisch mit meinen Zähnen davontragen und meine Seele in meine Hände legen ?
      15.      Siehe, er wird mich doch erwürgen, und ich habe nichts zu hoffen; doch will ich meine Wege vor ihm verantworten.
      16.      Er wird ja mein Heil sein; denn es kommt kein Heuchler vor ihn.
      17.      Höret meine Rede, und meine Auslegung gehe ein zu euren Ohren.
      18.      Siehe, ich bin zum Rechtsstreit gerüstet; ich weiß, daß ich recht behalten werde.
      19.      Wer ist, der mit mir rechten könnte ? Denn dann wollte ich schweigen und verscheiden.
      20.      Zweierlei tue mir nur nicht, so will ich mich vor dir nicht verbergen:
      21.      laß deine Hand fern von mir sein, und dein Schrecken erschrecke mich nicht!
      22.      Dann rufe, ich will antworten, oder ich will reden, antworte du mir!
      23.      Wie viel ist meiner Missetaten und Sünden? Laß mich wissen meine Übertretung und Sünde.
      24.      Warum verbirgst du dein Antlitz und hältst mich für deinen Feind ?
      25.      Willst du wider ein fliegend Blatt so ernst sein und einen dürren Halm verfolgen ?
      26.      Denn du schreibst mir Betrübnis an und willst über mich bringen die Sünden meiner Jugend.
      27.      Du hast meinen Fuß in den Stock gelegt und hast acht auf alle meine Pfade und siehst auf die Fußtapfen meiner Füße,
      28.      der ich doch wie Moder vergehe und wie ein Kleid, das die Motten fressen.

Das 14. Kapitel

      1.      Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe,
      2.      geht auf wie eine Blume und fällt ab, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht.
      3.      Und du tust deine Augen über einen solchen auf, daß du mich vor dir ins Gericht ziehest.
      4.      Kann wohl ein Reiner kommen von den Unreinen? Auch nicht einer.
      5.      Er hat seine bestimmte Zeit, die Zahl seiner Monden steht bei dir; du hast ein Ziel gesetzt, das wird er nicht überschreiten.
      6.      So tu dich von ihm, daß er Ruhe habe, bis daß seine Zeit komme, deren er wie ein Tagelöhner wartet.
      7.      Ein Baum hat Hoffnung, wenn er schon abgehauen ist, daß er sich wieder erneue, und seine Schößlinge hören nicht auf.
      8.      Ob seine Wurzel in der Erde veraltet und sein Stamm im Staub erstirbt,
      9.      so grünt er doch wieder vom Geruch des Wassers und wächst daher, als wäre er erst gepflanzt.
      10.      Aber der Mensch stirbt und ist dahin; er verscheidet, und wo ist er?
      11.      Wie ein Wasser ausläuft aus dem See, und wie ein Strom versiegt und vertrocknet,
      12.      so ist ein Mensch, wenn er sich legt, und wird nicht aufstehen und wird nicht aufwachen, solange der Himmel bleibt, noch von seinem Schlaf erweckt werden.
      13.      Ach daß du mich in der Hölle verdecktest und verbärgest, bis dein Zorn sich lege, und setztest mir ein Ziel, daß du an mich dächtest.
      14.      Wird ein toter Mensch wieder leben ? Alle Tage meines Streites wollte ich harren, bis daß meine Veränderung komme !
      15.      Du würdest rufen und ich dir antworten; es würde dich verlangen nach dem Werk deiner Hände.
      16.      Jetzt aber zählst du meine Gänge. Hast du nicht acht auf meine Sünden?
      17.      Du hast meine Übertretungen in ein Bündlein versiegelt und meine Missetat zusammengefaßt.
      18.      Zerfällt doch ein Berg und vergeht, und ein Fels wird von seinem Ort versetzt;
      19.      Wasser wäscht Steine weg, und seine Fluten flößen die Erde weg: aber des Menschen Hoffnung ist verloren;
      20.      denn du stößest ihn gar um, daß er dahinfährt, veränderst sein Wesen und lässest ihn fahren.
      21.      Sind seine Kinder in Ehren, das weiß er nicht; oder ob sie gering sind, des wird er nicht gewahr.
      22.      Nur sein eigen Fleisch macht ihm Schmerzen, und seine Seele ist ihm voll Leides.

Das 15. Kapitel

      1.      Da antwortete Eliphas von Theman und sprach:
      2.      Soll ein weiser Mann so aufgeblasene Worte reden und seinen Bauch so blähen mit leeren Reden?
      3.      Du verantwortest dich mit Worten, die nicht taugen, und dein Reden ist nichts nütze.
      4.      Du hast die Furcht fahren lassen und redest verächtlich vor Gott.
      5.      Denn deine Missetat lehrt deinen Mund also, und hast erwählt eine listige Zunge.
      6.      Dein Mund verdammt dich, und nicht ich; deine Lippen zeugen gegen dich.
      7.      Bist du der erste Mensch geboren ? bist du vor allen Hügeln empfangen ?
      8.      Hast du Gottes heimlichen Rat gehört und die Weisheit an dich gerissen ?
      9.      Was weißt du, das wir nicht wissen ? was verstehst du, das nicht bei uns sei?
      10.      Es sind Graue und Alte unter uns, die länger gelebt haben denn dein Vater.
      11.      Sollten Gottes Tröstungen so gering vor dir gelten und ein Wort, in Lindigkeit zu dir gesprochen?
      12.      Was nimmt dein Herz vor ? was siehst du so stolz?
      13.      Was setzt sich dein Mut gegen Gott, daß du solche Reden aus deinem Munde lässest ?
      14.      Was ist ein Mensch, daß er sollte rein sein, und daß er sollte gerecht sein, der von einem Weibe geboren ist ?
      15.      Siehe, unter seinen Heiligen ist keiner ohne Tadel, und die im Himmel sind nicht rein vor ihm.
      16.      Wie viel weniger ein Mensch, der ein Greuel und schnöde ist, der Unrecht säuft wie Wasser.
      17.      Ich will dir’s zeigen, höre mir zu, und ich will dir erzählen, was ich gesehen habe,
      18.      was die Weisen gesagt haben und ihren Vätern nicht verhohlen gewesen ist,
      19.      welchen allein das Land gegeben war, daß kein Fremder durch sie gehen durfte:
      20.      "Der Gottlose bebt sein Leben lang, und dem Tyrannen ist die Zahl seiner Jahre verborgen.
      21.      Was er hört, das schreckt ihn; und wenn’s gleich Friede ist, fürchtet er sich, der Verderber komme,
      22.      glaubt nicht, daß er möge dem Unglück entrinnen, und versieht sich immer des Schwerts.
      23.      Er zieht hin und her nach Brot, und es dünkt ihn immer, die Zeit seines Unglücks sei vorhanden.
      24.      Angst und Not schrecken ihn und schlagen ihn nieder wie ein König mit seinem Heer.
      25.      Denn er hat seine Hand wider Gott gestreckt und sich wider den Allmächtigen gesträubt.
      26.      Er läuft mit dem Kopf an ihn und ficht halsstarrig wider ihn.
      27.      Er brüstet sich wie ein fetter Wanst und macht sich feist und dick.
      28.      Er wohnt in verstörten Städten, in Häusern, da man nicht bleiben darf, die auf einem Haufen liegen sollen.
      29.      Er wird nicht reich bleiben, und sein Gut wird nicht bestehen, und sein Glück wird sich nicht ausbreiten im Lande.
      30.      Unfall wird nicht von ihm lassen. Die Flamme wird seine Zweige verdorren, und er wird ihn durch den Odem seines Mundes wegnehmen.
      31.      Er wird nicht bestehen, denn er ist in seinem eiteln Dünkel betrogen; und eitel wird sein Lohn werden.
      32.      Er wird ein Ende nehmen vor der Zeit; und sein Zweig wird nicht grünen.
      33.      Er wird abgerissen werden wie eine unzeitige Traube vom Weinstock, und wie ein Ölbaum seine Blüte abwirft.
      34.      Denn der Heuchler Versammlung wird einsam bleiben; und das Feuer wird fressen die Hütten derer, die Geschenke nehmen.
      35.      Sie gehen schwanger mit Unglück und gebären Mühsal, und ihr Schoß bringt Trug."

Das 16. Kapitel

      1.      Hiob antwortete und sprach:
      2.      Ich habe solches oft gehört. Ihr seid allzumal leidige Tröster !
      3.      Wollen die leeren Worte kein Ende haben? Oder was macht dich so frech, also zu reden ?
      4.      Ich könnte auch wohl reden wie ihr. Wäre eure Seele an meiner Statt, so wollte ich auch Worte gegen euch zusammenbringen und mein Haupt also über euch schütteln.
      5.      Ich wollte euch stärken mit dem Munde und mit meinen Lippen trösten.
      6.      Aber wenn ich schon rede, so schont mein der Schmerz nicht; lasse ich’s anstehen so geht er nicht von mir.
      7.      Nun aber macht er mich müde und verstört alles, was ich bin.
      8.      Er hat mich runzlig gemacht, das zeugt wider mich; und mein Elend steht gegen mich auf und verklagt mich ins Angesicht.
      9.      Sein Grimm zerreißt, und der mir gram ist, beißt die Zähne über mich zusammen; mein Widersacher funkelt mit seinen Augen auf mich.
      10.      Sie haben ihren Mund aufgesperrt gegen mich und haben mich schmählich auf meine Backen geschlagen; sie haben ihren Mut miteinander an mir gekühlt.
      11.      Gott hat mich übergeben dem Ungerechten und hat mich in der Gottlosen Hände kommen lassen.
      12.      Ich war in Frieden, aber er hat mich zunichte gemacht; er hat mich beim Hals genommen und zerstoßen und hat mich zum Ziel aufgerichtet.
      13.      Er hat mich umgeben mit seinen Schützen; er hat meine Nieren gespalten und nicht verschont; er hat meine Galle auf die Erde geschüttet.
      14.      Er hat mir eine Wunde über die andere gemacht; er ist an mich gelaufen wie ein Gewaltiger.
      15.      Ich habe einen Sack um meine Haut genäht und habe mein Horn in den Staub gelegt.
      16.      Mein Antlitz ist geschwollen von Weinen, und meine Augenlider sind verdunkelt,
      17.      wiewohl kein Frevel in meiner Hand ist und mein Gebet ist rein.
      18.      Ach Erde, bedecke mein Blut nicht! und mein Geschrei finde keine Ruhestätte!
      19.      Auch siehe da, meine Zeuge ist mein Himmel; und der mich kennt, ist in der Höhe.
      20.      Meine Freunde sind meine Spötter; aber mein Auge tränt zu Gott,
      21.      daß er entscheiden möge zwischen dem Mann und Gott, zwischen dem Menschenkind und seinem Freunde.
      22.      Denn die bestimmten Jahre sind gekommen, und ich gehe hin des Weges, den ich nicht wiederkommen werde.

Das 17. Kapitel

      1.      Mein Odem ist schwach, und meine Tage sind abgekürzt; das Grab ist da.
      2.      Fürwahr, Gespött umgibt mich, und auf ihrem Hadern muß mein Auge weilen.
      3.      Sei du selber mein Bürge bei dir; wer will mich sonst vertreten ?
      4.      Denn du hast ihrem Herzen den Verstand verborgen; darum wirst du ihnen den Sieg geben.
      5.      Es rühmt wohl einer seinen Freunden die Ausbeute; aber seiner Kinder Augen werden verschmachten.
      6.      Er hat mich zum Sprichwort unter den Leuten gemacht, und ich muß mir ins Angesicht speien lassen.
      7.      Mein Auge ist dunkel geworden vor Trauern, und alle meine Glieder sind wie ein Schatten.
      8.      Darüber werden die Gerechten sich entsetzen, und die Unschuldigen werden sich entrüsten gegen die Heuchler.
      9.      Aber der Gerechte wird seinen Weg behalten; und wer reine Hände hat, wird an Stärke zunehmen.
      10.      Wohlan, so kehrt euch alle her und kommt; ich werde doch keinen Weisen unter euch finden.
      11.      Meine Tage sind vergangen; meine Anschläge sind zerrissen, die mein Herz besessen haben.
      12.      Sie wollen aus der Nacht Tag machen und aus dem Tage Nacht.
      13.      Wenn ich gleich lange harre, so ist doch bei den Toten mein Haus, und in der Finsternis ist mein Bett gemacht;
      14.      Die Verwesung heiße ich meinen Vater und die Würmer meine Mutter und meine Schwester:
      15.      was soll ich denn harren? und wer achtet mein Hoffen?
      16.      Hinunter zu den Toten wird es fahren und wird mit mir in dem Staub liegen.

Das 18. Kapitel

      1.      Da antwortete Bildad von Suah und sprach:
      2.      Wann wollt ihr der Reden ein Ende machen ? Merkt doch; darnach wollen wir reden.
      3.      Warum werden wir geachtet wie Vieh und sind so unrein vor euren Augen?
      4.      Willst du vor Zorn bersten ? Meinst du, daß um deinetwillen die Erde verlassen werde und der Fels von seinem Ort versetzt werde ?
      5.      Und doch wird das Licht der Gottlosen verlöschen, und der Funke seines Feuers wird nicht leuchten.
      6.      Das Licht wird finster werden in seiner Hütte, und seine Leuchte über ihm verlöschen.
      7.      Seine kräftigen Schritte werden in die Enge kommen, und sein Anschlag wird ihn fällen.
      8.      Denn er ist mit seinen Füßen in den Strick gebracht und wandelt im Netz.
      9.      Der Strick wird seine Ferse halten, und die Schlinge wird ihn erhaschen.
      10.      Sein Strick ist gelegt in die Erde, und seine Falle auf seinem Gang.
      11.      Um und um wird ihn schrecken plötzliche Furcht, daß er nicht weiß, wo er hinaus soll.
      12.      Hunger wird seine Habe sein, und Unglück wird ihm bereit sein und anhangen.
      13.      Die Glieder seines Leibes werden verzehrt werden; seine Glieder wird verzehren der Erstgeborene des Todes.
      14.      Seine Hoffnung wird aus seiner Hütte ausgerottet werden, und es wird ihn treiben zum König des Schreckens.
      15.      In seiner Hütte wird nichts bleiben; über seine Stätte wird Schwefel gestreut werden.
      16.      Von unten werden verdorren seine Wurzeln, und von oben abgeschnitten seine Zweige.
      17.      Sein Gedächtnis wird vergehen in dem Lande, und er wird keinen Namen haben auf der Gasse.
      18.      Er wird vom Licht in die Finsternis vertrieben und vom Erdboden verstoßen werden.
      19.      Er wird keine Kinder haben und keine Enkel unter seinem Volk; es wird ihm keiner übrigbleiben in seinen Gütern.
      20.      Die nach ihm kommen, werden sich über seinen Tag entsetzen; und die vor ihm sind, wird eine Furcht ankommen.
      21.      Das ist die Wohnung des Ungerechten; und dies ist die Stätte des, der Gott nicht achtet.

Das 19. Kapitel

      1.      Hiob antwortete und sprach:
      2.      Wie lange plagt ihr doch meine Seele und peinigt mich mit Worten?
      3.      Ihr habt mich nun zehnmal gehöhnt und schämt euch nicht, daß ihr mich also umtreibt.
      4.      Irre ich, so irre ich mir.
      5.      Wollt ihr wahrlich euch über mich erheben und wollt meine Schmach mir beweisen,
      6.      so merkt doch nun einmal, daß mir Gott Unrecht tut und hat mich mit seinem Jagdstrick umgeben.
      7.      Siehe, ob ich schon schreie über Frevel, so werde ich doch nicht erhört; ich rufe, und ist kein Recht da.
      8.      Er hat meinen Weg verzäunt, daß ich nicht kann hinübergehen, und hat Finsternis auf meinen Steig gestellt.
      9.      Er hat meine Ehre mir ausgezogen und die Krone von meinem Haupt genommen.
      10.      Er hat mich zerbrochen um und um und läßt mich gehen und hat ausgerissen meine Hoffnung wie einen Baum.
      11.      Sein Zorn ist über mich ergrimmt, und er achtet mich für seinen Feind.
      12.      Seine Kriegsscharen sind miteinander gekommen und haben ihren Weg gegen mich gebahnt und haben sich um meine Hütte her gelagert.
      13.      Er hat meine Brüder fern von mir getan, und meine Verwandten sind mir fremd geworden.
      14.      Meine Nächsten haben sich entzogen, und meine Freunde haben mein vergessen.
      15.      Meine Hausgenossen und meine Mägde achten mich für fremd; ich bin unbekannt geworden vor ihren Augen.
      16.      Ich rief meinen Knecht, und er antwortete mir nicht; ich mußte ihn anflehen mit eigenem Munde.
      17.      Mein Odem ist zuwider meinem Weibe, und ich bin ein Ekel den Kindern meines Leibes.
      18.      Auch die jungen Kinder geben nichts auf mich; wenn ich ihnen widerstehe, so geben sie mir böse Worte.
      19.      Alle meine Getreuen haben einen Greuel an mir; und die ich liebhatte, haben sich auch gegen mich gekehrt.
      20.      Mein Gebein hanget an mir an Haut und Fleisch, und ich kann meine Zähne mit der Haut nicht bedecken.
      21.      Erbarmt euch mein, erbarmt euch mein, ihr meine Freunde! denn die Hand Gottes hat mich getroffen.
      22.      Warum verfolgt ihr mich gleich wie Gott und könnt meines Fleisches nicht satt werden ?
      23.      Ach daß meine Reden geschrieben würden ! ach daß sie in ein Buch gestellt würden !
      24.      mit einem eisernen Griffel auf Blei und zum ewigem Gedächtnis in Stein gehauen würden !
      25.      Aber ich weiß, daß mein Erlöser lebt; und als der letzte wird er über dem Staube sich erheben.
      26.      Und nachdem diese meine Haut zerschlagen ist, werde ich ohne mein Fleisch Gott sehen.
      27.      Denselben werde ich mir sehen, und meine Augen werden ihn schauen, und kein Fremder. Darnach sehnen sich meine Nieren in meinem Schoß.
      28.      Wenn ihr sprecht: Wie wollen wir ihn verfolgen und eine Sache gegen ihn finden !
      29.      so fürchtet euch vor dem Schwert; denn das Schwert ist der Zorn über die Missetaten, auf daß ihr wißt, daß ein Gericht sei.

Das 20. Kapitel

      1.      Da antwortete Zophar von Naema und sprach:
      2.      Darauf muß ich antworten und kann nicht harren.
      3.      Denn ich muß hören, wie man mich straft und tadelt; aber der Geist meines Verstandes soll für mich antworten.
      4.      Weißt du nicht, daß es allezeit so gegangen ist, seitdem Menschen auf Erden gewesen sind:
      5.      daß der Ruhm der Gottlosen steht nicht lange und die Freude des Heuchlers währt einen Augenblick?
      6.      Wenngleich seine Höhe in den Himmel reicht und sein Haupt an die Wolken rührt,
      7.      so wird er doch zuletzt umkommen wie Kot, daß die, welche ihn gesehen haben, werden sagen: Wo ist er?
      8.      Wie ein Traum vergeht, so wird er auch nicht zu finden sein, und wie ein Gesicht in der Nacht verschwindet.
      9.      Welch Auge ihn gesehen hat, wird ihn nicht mehr sehen; und seine Stätte wird ihn nicht mehr schauen.
      10.      Seine Kinder werden betteln gehen, und seine Hände müssen seine Habe wieder hergeben.
      11.      Seine Gebeine werden seine heimlichen Sünden wohl bezahlen, und sie werden sich mit ihm in die Erde legen.
      12.      Wenn ihm die Bosheit in seinem Munde wohl schmeckt, daß er sie birgt unter seiner Zunge,
      13.      daß er sie hegt und nicht losläßt und sie zurückhält in seinem Gaumen,
      14.      so wird seine Speise inwendig im Leibe sich verwandeln in Otterngalle.
      15.      Die Güter, die er verschlungen hat, muß er wieder ausspeien, und Gott wird sie aus seinem Bauch stoßen.
      16.      Er wird der Ottern Gift saugen, und die Zunge der Schlange wird ihn töten.
      17.      Er wird nicht sehen die Ströme noch die Wasserbäche, die mit Honig und Butter fließen.
      18.      Er wird arbeiten, und des nicht genießen; und seine Güter werden andern, daß er deren nicht froh wird.
      19.      Denn er hat unterdrückt und verlassen den Armen; er hat Häuser an sich gerissen, die er nicht erbaut hat.
      20.      Denn sein Wanst konnte nicht voll werden; so wird er mit seinem köstlichen Gut nicht entrinnen.
      21.      Nichts blieb übrig vor seinem Fressen; darum wird sein gutes Leben keinen Bestand haben.
      22.      Wenn er gleich die Fülle und genug hat, wird ihm doch angst werden; aller Hand Mühsal wird über ihn kommen.
      23.      Es wird ihm der Wanst einmal voll werden, wenn er wird den Grimm seines Zorns über ihn senden und über ihn wird regnen lassen seine Speise.
      24.      Er wird fliehen vor dem eisernen Harnisch, und der eherne Bogen wird ihn verjagen.
      25.      Ein bloßes Schwert wird durch ihn ausgehen; und des Schwertes Blitz, der ihm bitter sein wird, wird mit Schrecken über ihn fahren.
      26.      Es ist keine Finsternis da, die ihn verdecken möchte. Es wird ihn ein Feuer verzehren, das nicht angeblasen ist; und wer übrig ist in seiner Hütte, dem wird’s übel gehen.
      27.      Der Himmel wird seine Missetat eröffnen, und die Erde wird sich gegen ihn setzen.
      28.      Das Getreide in seinem Hause wird weggeführt werden, zerstreut am Tage seines Zorns.
      29.      Das ist der Lohn eines gottlosen Menschen bei Gott und das Erbe, das ihm zugesprochen wird von Gott.

Das 21. Kapitel

      1.      Hiob antwortete und sprach:
      2.      Hört doch meiner Rede zu und laßt mir das anstatt eurer Tröstungen sein !
      3.      Vertragt mich, daß ich auch rede, und spottet darnach mein!
      4.      Handle ich denn mit einem Menschen? oder warum sollte ich ungeduldig sein ?
      5.      Kehrt euch her zu mir; ihr werdet erstarren und die Hand auf den Mund legen müssen.
      6.      Wenn ich daran denke, so erschrecke ich, und Zittern kommt mein Fleisch an.
      7.      Warum leben denn die Gottlosen, werden alt und nehmen zu an Gütern?
      8.      Ihr Same ist sicher um sie her, und ihre Nachkömmlinge sind bei ihnen.
      9.      Ihr Haus hat Frieden vor der Furcht, und Gottes Rute ist nicht über ihnen.
      10.      Seinen Stier läßt man zu, und es mißrät ihm nicht; seine Kuh kalbt und ist nicht unfruchtbar.
      11.      Ihre jungen Kinder lassen sie ausgehen wie eine Herde, und ihre Knaben hüpfen.
      12.      Sie jauchzen mit Pauken und Harfen und sind fröhlich mit Flöten.
      13.      Sie werden alt bei guten Tagen und erschrecken kaum einen Augenblick vor dem Tode,
      14.      die doch sagen zu Gott: "Hebe dich von uns, wir wollen von deinen Wegen nicht wissen !
      15.      Wer ist der Allmächtige, daß wir ihm dienen sollten ? oder was sind wir gebessert, so wir ihn anrufen ?"
      16.      "Aber siehe, ihr Glück steht nicht in ihren Händen; darum soll der Gottlosen Sinn ferne von mir sein."
      17.      Wie oft geschieht’s denn, daß die Leuchte der Gottlosen verlischt und ihr Unglück über sie kommt ? daß er Herzeleid über sie austeilt in seinem Zorn?
      18.      daß sie werden wie Stoppeln vor dem Winde und wie Spreu, die der Sturmwind wegführt ?
      19.      "Gott spart desselben Unglück auf seine Kinder". Er vergelte es ihm selbst, daß er’s innewerde.
      20.      Seine Augen mögen sein Verderben sehen, und vom Grimm des Allmächtigen möge er trinken.
      21.      Denn was ist ihm gelegen an seinem Hause nach ihm, wenn die Zahl seiner Monden ihm zugeteilt ist ?
      22.      Wer will Gott lehren, der auch die Hohen richtet ?
      23.      Dieser stirbt frisch und gesund in allem Reichtum und voller Genüge,
      24.      sein Melkfaß ist voll Milch, und seine Gebeine werden gemästet mit Mark;
      25.      jener aber stirbt mit betrübter Seele und hat nie mit Freuden gegessen;
      26.      und liegen gleich miteinander in der Erde, und Würmer decken sie zu.
      27.      Siehe, ich kenne eure Gedanken wohl und euer frevles Vornehmen gegen mich.
      28.      Denn ihr sprecht: "Wo ist das Haus des Fürsten? und wo ist die Hütte, da die Gottlosen wohnten?"
      29.      Habt ihr denn die Wanderer nicht befragt und nicht gemerkt ihre Zeugnisse?
      30.      Denn der Böse wird erhalten am Tage des Verderbens, und am Tage des Grimms bleibt er.
      31.      Wer will ihm ins Angesicht sagen, was er verdient? wer will ihm vergelten, was er tut ?
      32.      Und er wird zu Grabe geleitet und hält Wache auf seinem Hügel.
      33.      Süß sind ihm die Schollen des Tales, und alle Menschen ziehen ihm nach; und derer, die ihm vorangegangen sind, ist keine Zahl.
      34.      Wie tröstet ihr mich so vergeblich, und eure Antworten finden sich unrecht!

Das 22. Kapitel

      1.      Da antwortete Eliphas von Theman und sprach:
      2.      Kann denn ein Mann Gottes etwas nützen ? Nur sich selber nützt ein Kluger.
      3.      Meinst du, dem Allmächtigen liege daran, daß du gerecht seist ? Was hilft’s ihm, wenn deine Wege ohne Tadel sind ?
      4.      Meinst du wegen deiner Gottesfurcht strafe er dich und gehe mit dir ins Gericht?
      5.      Nein, deine Bosheit ist zu groß, und deiner Missetaten ist kein Ende.
      6.      Du hast etwa deinem Bruder ein Pfand genommen ohne Ursache; du hast den Nackten die Kleider ausgezogen;
      7.      du hast die Müden nicht getränkt mit Wasser und hast dem Hungrigen dein Brot versagt;
      8.      du hast Gewalt im Lande geübt und prächtig darin gegessen;
      9.      die Witwen hast du leer lassen gehen und die Arme der Waisen zerbrochen.
      10.      Darum bist du mit Stricken umgeben, und Furcht hat dich plötzlich erschreckt.
      11.      Solltest du denn nicht die Finsternis sehen und die Wasserflut, die dich bedeckt ?
      12.      Ist nicht Gott hoch droben im Himmel? Siehe, die Sterne an droben in der Höhe !
      13.      Und du sprichst: "Was weiß Gott? Sollte er, was im Dunkeln ist, richten können ?
      14.      Die Wolken sind die Vordecke, und er sieht nicht; er wandelt im Umkreis des Himmels."
      15.      Achtest du wohl auf den Weg, darin vorzeiten die Ungerechten gegangen sind ?
      16.      die vergangen sind, ehe denn es Zeit war, und das Wasser hat ihren Grund weggewaschen;
      17.      die zu Gott sprachen: "Hebe dich von uns! was sollte der Allmächtige uns tun können ?"
      18.      so er doch ihr Haus mit Gütern füllte. Aber der Gottlosen Rat sei ferne von mir.
      19.      Die Gerechten werden es sehen und sich freuen, und der Unschuldige wird ihrer spotten:
      20.      "Fürwahr, unser Widersacher ist verschwunden; und sein Übriggelassenes hat das Feuer verzehrt."
      21.      So vertrage dich nun mit ihm und habe Frieden; daraus wird dir viel Gutes kommen.
      22.      Höre das Gesetz von seinem Munde und fasse seine Reden in dein Herz.
      23.      Wirst du dich bekehren zu dem Allmächtigen, so wirst du aufgebaut werden. Tue nur Unrecht ferne hinweg von deiner Hütte
      24.      und wirf in den Staub dein Gold und zu den Steinen der Bäche das Ophirgold,
      25.      so wird der Allmächtige dein Gold sein und wie Silber, das dir zugehäuft wird.
      26.      Dann wirst du Lust haben an dem Allmächtigen und dein Antlitz zu Gott aufheben.
      27.      So wirst du ihn bitten, und er wird dich hören, und wirst dein Gelübde bezahlen.
      28.      Was du wirst vornehmen, wird er dir lassen gelingen; und das Licht wird auf deinem Wege scheinen.
      29.      Denn die sich demütigen, die erhöht er; und wer seine Augen niederschlägt, der wird genesen.
      30.      Auch der nicht unschuldig war wird errettet werden; er wird aber errettet um deiner Hände Reinigkeit willen.

Das 23. Kapitel

      1.      Hiob antwortete und sprach:
      2.      Meine Rede bleibt noch betrübt; meine Macht ist schwach über meinem Seufzen.
      3.      Ach daß ich wüßte, wie ich ihn finden und zu seinem Stuhl kommen möchte
      4.      und das Recht vor ihm sollte vorlegen und den Mund voll Verantwortung fassen
      5.      und erfahren die Reden, die er mir antworten, und vernehmen, was er mir sagen würde !
      6.      Will er mit großer Macht mit mir rechten ? Er stelle sich nicht so gegen mich,
      7.      sondern lege mir’s gleich vor, so will ich mein Recht wohl gewinnen.
      8.      Aber ich gehe nun stracks vor mich, so ist er nicht da; gehe ich zurück, so spüre ich ihn nicht;
      9.      ist er zur Linken, so schaue ich ihn nicht; verbirgt er sich zur Rechten, so sehe ich ihn nicht.
      10.      Er aber kennt meinen Weg wohl. Er versuche mich, so will ich erfunden werden wie das Gold.
      11.      Denn ich setze meinen Fuß auf seine Bahn und halte seinen Weg und weiche nicht ab
      12.      und trete nicht von dem Gebot seiner Lippen und bewahre die Rede seines Mundes mehr denn mein eigen Gesetz.
      13.      Doch er ist einig; wer will ihm wehren ? Und er macht’s wie er will.
      14.      Denn er wird vollführen, was mir bestimmt ist, und hat noch viel dergleichen im Sinne.
      15.      Darum erschrecke ich vor ihm; und wenn ich’s bedenke, so fürchte ich mich vor ihm.
      16.      Gott hat mein Herz blöde gemacht, und der Allmächtige hat mich erschreckt.
      17.      Denn die Finsternis macht kein Ende mit mir, und das Dunkel will vor mir nicht verdeckt werden.

Das 24. Kapitel

      1.      Warum sind von dem Allmächtigen nicht Zeiten vorbehalten, und warum sehen, die ihn kennen, seine Tage nicht?
      2.      Man verrückt die Grenzen, raubt die Herde und weidet sie.
      3.      Sie treiben der Waisen Esel weg und nehmen der Witwe Ochsen zum Pfande.
      4.      Die Armen müssen ihnen weichen, und die Dürftigen im Lande müssen sich verkriechen.
      5.      Siehe, wie Wildesel in der Wüste gehen sie hinaus an ihr Werk und suchen Nahrung; die Einöde gibt ihnen Speise für ihre Kinder.
      6.      Sie ernten auf dem Acker, was er trägt, und lesen den Weinberg des Gottlosen.
      7.      Sie liegen in der Nacht nackt ohne Gewand und haben keine Decke im Frost.
      8.      Sie müssen sich zu den Felsen halten, wenn ein Platzregen von den Bergen auf sie gießt, weil sie sonst keine Zuflucht haben.
      9.      Man reißt das Kind von den Brüsten und macht’s zum Waisen und macht die Leute arm mit Pfänden.
      10.      Den Nackten lassen sie ohne Kleider gehen, und den Hungrigen nehmen sie die Garben.
      11.      Sie zwingen sie, Öl zu machen auf ihrer Mühle und ihre Kelter zu treten, und lassen sie doch Durst leiden.
      12.      Sie machen die Leute in der Stadt seufzend und die Seele der Erschlagenen schreiend, und Gott stürzt sie nicht.
      13.      Jene sind abtrünnig geworden vom Licht und kennen seinen Weg nicht und kehren nicht wieder zu seiner Straße.
      14.      Wenn der Tag anbricht, steht auf der Mörder und erwürgt den Armen und Dürftigen; und des Nachts ist er wie ein Dieb.
      15.      Das Auge des Ehebrechers hat acht auf das Dunkel, und er spricht: "Mich sieht kein Auge", und verdeckt sein Antlitz.
      16.      Im Finstern bricht man in die Häuser ein; des Tages verbergen sie sich miteinander und scheuen das Licht.
      17.      Denn wie wenn der Morgen käme, ist ihnen allen die Finsternis; denn sie sind bekannt mit den Schrecken der Finsternis.
      18.      "Er fährt leicht wie auf einem Wasser dahin; seine Habe wird gering im Lande, und er baut seinen Weinberg nicht.
      19.      Der Tod nimmt weg, die da sündigen, wie die Hitze und Dürre das Schneewasser verzehrt.
      20.      Der Mutterschoß vergißt sein; die Würmer haben ihre Lust an ihm. Sein wird nicht mehr gedacht; er wird zerbrochen wie ein fauler Baum,
      21.      er, der beleidigt hat die Einsame, die nicht gebiert, und hat der Witwe kein Gutes getan."
      22.      Aber Gott erhält die Mächtigen durch seine Kraft, daß sie wieder aufstehen, wenn sie am Leben verzweifelten.
      23.      Er gibt ihnen, daß sie sicher seien und eine Stütze haben; und seine Augen sind über ihren Wegen.
      24.      Sie sind hoch erhöht, und über ein kleines sind sie nicht mehr; sinken sie hin, so werden sie weggerafft wie alle andern, und wie das Haupt auf den Ähren werden sie abgeschnitten.
      25.      Ist’s nicht also? Wohlan, wer will mich Lügen strafen und bewähren, daß meine Rede nichts sei ?

Das 25. Kapitel

      1.      Da antwortete Bildad von Suah und sprach:
      2.      Ist nicht Herrschaft und Schrecken bei ihm, der Frieden macht unter seinen Höchsten?
      3.      Wer will seine Kriegsscharen zählen? und über wen geht nicht auf sein Licht?
      4.      Und wie kann ein Mensch gerecht vor Gott sein ? und wie kann rein sein eines Weibes Kind ?
      5.      Siehe, auch der Mond scheint nicht helle, und die Sterne sind nicht rein vor seinen Augen:
      6.      wie viel weniger ein Mensch, die Made, und ein Menschenkind, der Wurm!

Das 26. Kapitel

      1.      Hiob antwortete und sprach:
      2.      Wie stehest du dem bei, der keine Kraft hat, hilfst dem, der keine Stärke in den Armen hat!
      3.      Wie gibst du Rat dem, der keine Weisheit hat, und tust kund Verstandes die Fülle!
      4.      Zu wem redest du ? und wes Odem geht von dir aus ?
      5.      Die Toten ängsten sich tief unter den Wassern und denen, die darin wohnen.
      6.      Das Grab ist aufgedeckt vor ihm, und der Abgrund hat keine Decke.
      7.      Er breitet aus die Mitternacht über das Leere und hängt die Erde an nichts.
      8.      Er faßt das Wasser zusammen in seine Wolken, und die Wolken zerreißen darunter nicht.
      9.      Er verhüllt seinen Stuhl und breitet seine Wolken davor.
      10.      Er hat um das Wasser ein Ziel gesetzt, bis wo Licht und Finsternis sich scheiden.
      11.      Die Säulen des Himmels zittern und entsetzen sich vor seinem Schelten.
      12.      Von seiner Kraft wird das Meer plötzlich ungestüm, und durch seinen Verstand zerschmettert er Rahab.
      13.      Am Himmel wird’s schön durch seinen Wind, und seine Hand durchbohrt die flüchtige Schlange.
      14.      Siehe, also geht sein Tun, und nur ein geringes Wörtlein davon haben wir vernommen. Wer will aber den Donner seiner Macht verstehen ?

Das 27. Kapitel

      1.      Und Hiob fuhr fort und hob an seine Sprüche und sprach:
      2.      So wahr Gott lebt, der mir mein Recht weigert, und der Allmächtige, der meine Seele betrübt;
      3.      solange mein Odem in mir ist und der Hauch von Gott in meiner Nase ist:
      4.      meine Lippen sollen nichts Unrechtes reden, und meine Zunge soll keinen Betrug sagen.
      5.      Das sei ferne von mir, daß ich euch recht gebe; bis daß mein Ende kommt, will ich nicht weichen von meiner Unschuld.
      6.      Von meiner Gerechtigkeit, die ich habe, will ich nicht lassen; mein Gewissen beißt mich nicht meines ganzen Lebens halben.
      7.      Aber mein Feind müsse erfunden werden als ein Gottloser, und der sich wider mich auflehnt, als ein Ungerechter.
      8.      Denn was ist die Hoffnung des Heuchlers, wenn Gott ein Ende mit ihm macht und seine Seele hinreißt ?
      9.      Meinst du das Gott sein Schreien hören wird, wenn die Angst über ihn kommt ?
      10.      Oder kann er an dem Allmächtigen seine Lust haben und Gott allezeit anrufen ?
      11.      Ich will euch lehren von der Hand Gottes; und was bei dem Allmächtigen gilt, will ich nicht verhehlen.
      12.      Siehe, ihr haltet euch alle für klug; warum bringt ihr denn solch unnütze Dinge vor ?
      13.      Das ist der Lohn eines gottlosen Menschen bei Gott und das Erbe der Tyrannen, das sie von dem Allmächtigen nehmen werden:
      14.      wird er viele Kinder haben, so werden sie des Schwertes sein; und seine Nachkömmlinge werden des Brots nicht satt haben.
      15.      Die ihm übrigblieben, wird die Seuche ins Grab bringen; und seine Witwen werden nicht weinen.
      16.      Wenn er Geld zusammenbringt wie Staub und sammelt Kleider wie Lehm,
      17.      so wird er es wohl bereiten; aber der Gerechte wird es anziehen, und der Unschuldige wird das Geld austeilen.
      18.      Er baut sein Haus wie eine Spinne, und wie ein Wächter seine Hütte macht.
      19.      Der Reiche, wenn er sich legt, wird er’s nicht mitraffen; er wird seine Augen auftun, und da wird nichts sein.
      20.      Es wird ihn Schrecken überfallen wie Wasser; des Nachts wird ihn das Ungewitter wegnehmen.
      21.      Der Ostwind wird ihn wegführen, daß er dahinfährt; und Ungestüm wird ihn von seinem Ort treiben.
      22.      Er wird solches über ihn führen und wird sein nicht schonen; vor seiner Hand muß er fliehen und wieder fliehen.
      23.      Man wird über ihn mit den Händen klatschen und über ihn zischen, wo er gewesen ist.

Das 28. Kapitel

      1.      Es hat das Silber seine Gänge, und das Gold, das man läutert seinen Ort.
      2.      Eisen bringt man aus der Erde, und aus den Steinen schmelzt man Erz.
      3.      Man macht der Finsternis ein Ende und findet zuletzt das Gestein tief verborgen.
      4.      Man bricht einen Schacht von da aus, wo man wohnt; darin hangen und schweben sie als die Vergessenen, da kein Fuß hin tritt, fern von den Menschen.
      5.      Man zerwühlt unten die Erde wie mit Feuer, darauf doch oben die Speise wächst.
      6.      Man findet Saphir an etlichen Orten, und Erdenklöße, da Gold ist.
      7.      Den Steig kein Adler erkannt hat und kein Geiersauge gesehen;
      8.      es hat das stolze Wild nicht darauf getreten und ist kein Löwe darauf gegangen.
      9.      Auch legt man die Hand an die Felsen und gräbt die Berge um.
      10.      Man reißt Bäche aus den Felsen; und alles, was köstlich ist, sieht das Auge.
      11.      Man wehrt dem Strome des Wassers und bringt, das darinnen verborgen ist, ans Licht.
      12.      Wo will man aber die Weisheit finden ? und wo ist die Stätte des Verstandes?
      13.      Niemand weiß, wo sie liegt, und sie wird nicht gefunden im Lande der Lebendigen.
      14.      Die Tiefe spricht: "Sie ist in mir nicht"; und das Meer spricht: "Sie ist nicht bei mir".
      15.      Man kann nicht Gold um sie geben noch Silber darwägen, sie zu bezahlen.
      16.      Es gilt ihr nicht gleich ophirisch Gold oder köstlicher Onyx und Saphir.
      17.      Gold und Glas kann man ihr nicht vergleichen noch um sie golden Kleinod wechseln.
      18.      Korallen und Kristall achtet man gegen sie nicht. Die Weisheit ist höher zu wägen denn Perlen.
      19.      Topaz aus dem Mohrenland wird ihr nicht gleich geschätzt, und das reinste Gold gilt ihr nicht gleich.
      20.      Woher kommt denn die Weisheit? und wo ist die Stätte des Verstandes?
      21.      Sie ist verhohlen vor den Augen aller Lebendigen, auch den Vögeln unter dem Himmel.
      22.      Der Abgrund und der Tod sprechen: "Wir haben mit unsern Ohren ihr Gerücht gehört."
      23.      Gott weiß den Weg dazu und kennt ihre Stätte.
      24.      Denn er sieht die Enden der Erde und schaut alles, was unter dem Himmel ist.
      25.      Da er dem Winde sein Gewicht machte und setzte dem Wasser sein gewisses Maß;
      26.      da er dem Regen ein Ziel machte und dem Blitz und Donner den Weg:
      27.      da sah er sie und verkündigte sie, bereitete sie und ergründete sie
      28.      und sprach zu den Menschen: Siehe, die Furcht des HERRN, das ist Weisheit; und meiden das Böse, das ist Verstand.

Das 29. Kapitel

      1.      Und Hiob hob abermals an seine Sprüche und sprach:
      2.      O daß ich wäre wie in den vorigen Monden, in den Tagen, da mich Gott behütete;
      3.      da seine Leuchte über meinem Haupt schien und ich bei seinem Licht in der Finsternis ging;
      4.      wie war ich in der Reife meines Lebens, da Gottes Geheimnis über meiner Hütte war;
      5.      da der Allmächtige noch mit mir war und meine Kinder um mich her;
      6.      da ich meine Tritte wusch in Butter und die Felsen mir Ölbäche gossen;
      7.      da ich ausging zum Tor in der Stadt und mir ließ meinen Stuhl auf der Gasse bereiten;
      8.      da mich die Jungen sahen und sich versteckten, und die Alten vor mir aufstanden;
      9.      da die Obersten aufhörten zu reden und legten ihre Hand auf ihren Mund;
      10.      da die Stimme der Fürsten sich verkroch und ihre Zunge am Gaumen klebte !
      11.      Denn wessen Ohr mich hörte, der pries mich selig; und wessen Auge mich sah, der rühmte mich.
      12.      Denn ich errettete den Armen, der da schrie, und den Waisen, der keinen Helfer hatte.
      13.      Der Segen des, der verderben sollte, kam über mich; und ich erfreute das Herz der Witwe.
      14.      Gerechtigkeit war mein Kleid, das ich anzog wie einen Rock; und mein Recht war mein fürstlicher Hut.
      15.      Ich war des Blinden Auge und des Lahmen Fuß.
      16.      Ich war ein Vater der Armen; und die Sache des, den ich nicht kannte, die erforschte ich.
      17.      Ich zerbrach die Backenzähne des Ungerechten und riß den Raub aus seinen Zähnen.
      18.      Ich gedachte: "Ich will in meinem Nest ersterben und meiner Tage viel machen wie Sand."
      19.      Meine Wurzel war aufgetan dem Wasser, und der Tau blieb über meinen Zweigen.
      20.      Meine Herrlichkeit erneute sich immer an mir, und mein Bogen ward immer stärker in meiner Hand.
      21.      Sie hörten mir zu und schwiegen und warteten auf meinen Rat.
      22.      Nach meinen Worten redete niemand mehr, und meine Rede troff auf sie.
      23.      Sie warteten auf mich wie auf den Regen und sperrten ihren Mund auf als nach dem Spätregen.
      24.      Wenn ich mit ihnen lachte, wurden sie nicht zu kühn darauf; und das Licht meines Angesichts machte mich nicht geringer.
      25.      Wenn ich zu ihrem Geschäft wollte kommen, so mußte ich obenan sitzen und wohnte wie ein König unter Kriegsknechten, da ich tröstete, die Leid trugen.

Das 30. Kapitel

      1.      Nun aber lachen sie mein, die jünger sind denn ich, deren Väter ich verachtet hätte, sie zu stellen unter meine Schafhunde;
      2.      deren Vermögen ich für nichts hielt; die nicht zum Alter kommen konnten;
      3.      die vor Hunger und Kummer einsam flohen in die Einöde, neulich verdarben und elend wurden;
      4.      die da Nesseln ausraufen um die Büsche, und Ginsterwurzel ist ihre Speise;
      5.      aus der Menschen Mitte werden sie weggetrieben, man schreit über sie wie über einen Dieb;
      6.      in grausigen Tälern wohnen sie, in den Löchern der Erde und Steinritzen;
      7.      zwischen den Büschen rufen sie, und unter den Disteln sammeln sie sich:
      8.      die Kinder gottloser und verachteter Leute, die man aus dem Lande weggetrieben.
      9.      Nun bin ich ihr Spottlied geworden und muß ihr Märlein sein.
      10.      Sie haben einen Greuel an mir und machen sich ferne von mir und scheuen sich nicht, vor meinem Angesicht zu speien.
      11.      Sie haben ihr Seil gelöst und mich zunichte gemacht und ihren Zaum vor mir abgetan.
      12.      Zur Rechten haben sich Buben wider mich gesetzt und haben meinen Fuß ausgestoßen und haben wider mich einen Weg gemacht, mich zu verderben.
      13.      Sie haben meine Steige zerbrochen; es war ihnen so leicht, mich zu beschädigen, daß sie keiner Hilfe dazu bedurften.
      14.      Sie sind gekommen wie zu einer weiten Lücke der Mauer herein und sind ohne Ordnung dahergefallen.
      15.      Schrecken hat sich gegen mich gekehrt und hat verfolgt wie der Wind meine Herrlichkeit; und wie eine Wolke zog vorüber mein glückseliger Stand.
      16.      Nun aber gießt sich aus meine Seele über mich, und mich hat ergriffen die elende Zeit.
      17.      Des Nachts wird mein Gebein durchbohrt allenthalben; und die mich nagen, legen sich nicht schlafen.
      18.      Mit großer Gewalt werde ich anders und anders gekleidet, und ich werde damit umgürtet wie mit einem Rock.
      19.      Man hat mich in den Kot getreten und gleich geachtet dem Staub und der Asche.
      20.      Schreie ich zu dir, so antwortest du mir nicht; trete ich hervor, so achtest du nicht auf mich.
      21.      Du hast mich verwandelt in einen Grausamen und zeigst an mit der Stärke deiner Hand, daß du mir gram bist.
      22.      Du hebst mich auf und lässest mich auf dem Winde fahren und zerschmelzest mich kräftig.
      23.      Denn ich weiß du wirst mich dem Tod überantworten; da ist das bestimmte Haus aller Lebendigen.
      24.      Aber wird einer nicht die Hand ausstrecken unter Trümmern und nicht schreien vor seinem Verderben?
      25.      Ich weinte ja über den, der harte Zeit hatte; und meine Seele jammerte der Armen.
      26.      Ich wartete des Guten, und es kommt das Böse; ich hoffte aufs Licht, und es kommt Finsternis.
      27.      Meine Eingeweide sieden und hören nicht auf; mich hat überfallen die elende Zeit.
      28.      Ich gehe schwarz einher, und brennt mich doch die Sonne nicht; ich stehe auf in der Gemeinde und schreie.
      29.      Ich bin ein Bruder der Schakale und ein Geselle der Strauße.
      30.      Meine Haut über mir ist schwarz geworden, und meine Gebeine sind verdorrt vor Hitze.
      31.      Meine Harfe ist eine Klage geworden und meine Flöte ein Weinen.

Das 31. Kapitel

      1.      Ich habe einen Bund gemacht mit meinen Augen, daß ich nicht achtete auf eine Jungfrau.
      2.      Was gäbe mir Gott sonst als Teil von oben und was für ein Erbe der Allmächtige in der Höhe?
      3.      Wird nicht der Ungerechte Unglück haben und ein Übeltäter verstoßen werden ?
      4.      Sieht er nicht meine Wege und zählt alle meine Gänge?
      5.      Habe ich gewandelt in Eitelkeit, oder hat mein Fuß geeilt zum Betrug?
      6.      So wäge man mich auf der rechten Waage, so wird Gott erfahren meine Unschuld.
      7.      Ist mein Gang gewichen aus dem Wege und mein Herz meinen Augen nachgefolgt und klebt ein Flecken an meinen Händen,
      8.      so müsse ich säen, und ein andrer esse es; und mein Geschlecht müsse ausgewurzelt werden.
      9.      Hat sich mein Herz lassen reizen zum Weibe und habe ich an meines Nächsten Tür gelauert,
      10.      so müsse mein Weib von einem andern geschändet werden, und andere müssen bei ihr liegen;
      11.      denn das ist ein Frevel und eine Missetat für die Richter.
      12.      Denn das wäre ein Feuer, das bis in den Abgrund verzehrte und all mein Einkommen auswurzelte.
      13.      Hab ich verachtet das Recht meines Knechtes oder meiner Magd, wenn sie eine Sache wider mich hatten?
      14.      Was wollte ich tun, wenn Gott sich aufmachte, und was würde ich antworten, wenn er heimsuchte ?
      15.      Hat ihn nicht auch der gemacht, der mich in Mutterleibe machte, und hat ihn im Schoße ebensowohl bereitet ?
      16.      Habe ich den Dürftigen ihr Begehren versagt und die Augen der Witwe lassen verschmachten ?
      17.      Hab ich meinen Bissen allein gegessen, und hat nicht der Waise auch davon gegessen ?
      18.      Denn ich habe mich von Jugend auf gehalten wie ein Vater, und von meiner Mutter Leib an habe ich gerne getröstet.
      19.      Hab ich jemand sehen umkommen, daß er kein Kleid hatte, und den Armen ohne Decke gehen lassen?
      20.      Haben mich nicht gesegnet seine Lenden, da er von den Fellen meiner Lämmer erwärmt ward ?
      21.      Hab ich meine Hand an den Waisen gelegt, weil ich sah, daß ich im Tor Helfer hatte?
      22.      So falle meine Schulter von der Achsel, und mein Arm breche von der Röhre.
      23.      Denn ich fürchte Gottes Strafe über mich und könnte seine Last nicht ertragen.
      24.      Hab ich das Gold zu meiner Zuversicht gemacht und zu dem Goldklumpen gesagt: "Mein Trost"?
      25.      Hab ich mich gefreut, daß ich großes Gut hatte und meine Hand allerlei erworben hatte ?
      26.      Hab ich das Licht angesehen, wenn es hell leuchtete, und den Mond, wenn er voll ging,
      27.      daß ich mein Herz heimlich beredet hätte, ihnen Küsse zuzuwerfen mit meiner Hand?
      28.      was auch eine Missetat ist vor den Richtern; denn damit hätte ich verleugnet Gott in der Höhe.
      29.      Hab ich mich gefreut, wenn’s meinem Feind übel ging, und habe mich überhoben, darum daß ihn Unglück betreten hatte ?
      30.      Denn ich ließ meinen Mund nicht sündigen, daß ich verwünschte mit einem Fluch seine Seele.
      31.      Haben nicht die Männer in meiner Hütte müssen sagen: "Wo ist einer, der von seinem Fleisch nicht wäre gesättigt worden ?"
      32.      Draußen mußte der Gast nicht bleiben, sondern meine Tür tat ich dem Wanderer auf.
      33.      Hab ich meine Übertretungen nach Menschenweise zugedeckt, daß ich heimlich meine Missetat verbarg ?
      34.      Habe ich mir grauen lassen vor der großen Menge, und hat die Verachtung der Freundschaften mich abgeschreckt, daß ich stille blieb und nicht zur Tür ausging ?
      35.      O hätte ich einen, der mich anhört ! Siehe, meine Unterschrift, der Allmächtige antworte mir!, und siehe die Schrift, die mein Verkläger geschrieben !
      36.      Wahrlich, dann wollte ich sie auf meine Achsel nehmen und mir wie eine Krone umbinden;
      37.      ich wollte alle meine Schritte ihm ansagen und wie ein Fürst zu ihm nahen.
      38.      Wird mein Land gegen mich schreien und werden miteinander seine Furchen weinen;
      39.      hab ich seine Früchte unbezahlt gegessen und das Leben der Ackerleute sauer gemacht:
      40.      so mögen mir Disteln wachsen für Weizen und Dornen für Gerste. Die Worte Hiobs haben ein Ende.

Das 32. Kapitel

      1.      Da hörten die drei Männer auf, Hiob zu antworten, weil er sich für gerecht hielt.
      2.      Aber Elihu, der Sohn Baracheels von Bus, des Geschlechts Rams, ward zornig über Hiob, daß er seine Seele gerechter hielt denn Gott.
      3.      Auch ward er zornig über seine drei Freunde, daß sie keine Antwort fanden und doch Hiob verdammten.
      4.      Denn Elihu hatte geharrt, bis daß sie mit Hiob geredet hatten, weil sie älter waren als er.
      5.      Darum, da er sah, daß keine Antwort war im Munde der drei Männer, ward er zornig.
      6.      Und so antwortete Elihu, der Sohn Baracheels von Bus, und sprach: Ich bin jung, ihr aber seid alt; darum habe ich mich gescheut und gefürchtet, mein Wissen euch kundzutun.
      7.      Ich dachte: Laß das Alter reden, und die Menge der Jahre laß Weisheit beweisen.
      8.      Aber der Geist ist in den Leuten und der Odem des Allmächtigen, der sie verständig macht.
      9.      Die Großen sind nicht immer die Weisesten, und die Alten verstehen nicht das Recht.
      10.      Darum will ich auch reden; höre mir zu. Ich will mein Wissen auch kundtun.
      11.      Siehe, ich habe geharrt auf das, was ihr geredet habt; ich habe aufgemerkt auf eure Einsicht, bis ihr träfet die rechte Rede,
      12.      und ich habe achtgehabt auf euch. Aber siehe, da ist keiner unter euch, der Hiob zurechtweise oder seiner Rede antworte.
      13.      Sagt nur nicht: "Wir haben Weisheit getroffen; Gott muß ihn schlagen, kein Mensch."
      14.      Gegen mich hat er seine Worte nicht gerichtet, und mit euren Reden will ich ihm nicht antworten.
      15.      Ach! sie sind verzagt, können nicht mehr antworten; sie können nicht mehr reden.
      16.      Weil ich denn geharrt habe, und sie konnten nicht reden (denn sie stehen still und antworten nicht mehr),
      17.      will ich auch mein Teil antworten und will mein Wissen kundtun.
      18.      Denn ich bin der Reden so voll, daß mich der Odem in meinem Innern ängstet.
      19.      Siehe, mein Inneres ist wie der Most, der zugestopft ist, der die neuen Schläuche zerreißt.
      20.      Ich muß reden, daß ich mir Luft mache; ich muß meine Lippen auftun und antworten.
      21.      Ich will niemands Person ansehen und will keinem Menschen schmeicheln.
      22.      Denn ich weiß nicht zu schmeicheln; leicht würde mich sonst mein Schöpfer dahinraffen.

Das 33. Kapitel

      1.      Höre doch, Hiob, meine Rede und merke auf alle meine Worte!
      2.      Siehe, ich tue meinen Mund auf, und meine Zunge redet in meinem Munde.
      3.      Mein Herz soll recht reden, und meine Lippen sollen den reinen Verstand sagen.
      4.      Der Geist Gottes hat mich gemacht, und der Odem des Allmächtigen hat mir das Leben gegeben.
      5.      Kannst du, so antworte mir; rüste dich gegen mich und stelle dich.
      6.      Siehe, ich bin Gottes ebensowohl als du, und aus Lehm bin ich auch gemacht.
      7.      Siehe, du darfst vor mir nicht erschrecken, und meine Hand soll dir nicht zu schwer sein.
      8.      Du hast geredet vor meinen Ohren; die Stimme deiner Reden mußte ich hören:
      9.      "Ich bin rein, ohne Missetat, unschuldig und habe keine Sünde;
      10.      siehe, er hat eine Sache gegen mich gefunden, er achtet mich für einen Feind;
      11.      er hat meinen Fuß in den Stock gelegt und hat acht auf alle meine Wege."
      12.      Siehe, darin hast du nicht recht, muß ich dir antworten; denn Gott ist mehr als ein Mensch.
      13.      Warum willst du mit ihm zanken, daß er dir nicht Rechenschaft gibt alles seines Tuns?
      14.      Denn in einer Weise redet Gott und wieder in einer anderen, nur achtet man’s nicht.
      15.      Im Traum, im Nachtgesicht, wenn der Schlaf auf die Leute fällt, wenn sie schlafen auf dem Bette,
      16.      da öffnet er das Ohr der Leute und schreckt sie und züchtigt sie,
      17.      daß er den Menschen von seinem Vornehmen wende und behüte ihn vor Hoffart
      18.      und verschone seine Seele vor dem Verderben und sein Leben, daß es nicht ins Schwert falle.
      19.      Auch straft er ihn mit Schmerzen auf seinem Bette und alle seinen Gebeine heftig
      20.      und richtet ihm sein Leben so zu, daß ihm vor seiner Speise ekelt, und seine Seele, daß sie nicht Lust zu essen hat.
      21.      Sein Fleisch verschwindet, daß man’s nimmer sehen kann; und seine Gebeine werden zerschlagen, daß man sie nicht gerne ansieht,
      22.      daß seine Seele naht zum Verderben und sein Leben zu den Toten.
      23.      So dann für ihn ein Engel als Mittler eintritt, einer aus tausend, zu verkündigen dem Menschen, wie er solle recht tun,
      24.      so wird er ihm gnädig sein und sagen: "Erlöse ihn, daß er nicht hinunterfahre ins Verderben; denn ich habe eine Versöhnung gefunden."
      25.      Sein Fleisch wird wieder grünen wie in der Jugend, und er wird wieder jung werden.
      26.      Er wird Gott bitten; der wird ihm Gnade erzeigen und wird ihn sein Antlitz sehen lassen mit Freuden und wird dem Menschen nach seiner Gerechtigkeit vergelten.
      27.      Er wird vor den Leuten bekennen und sagen: "Ich hatte gesündigt und das Recht verkehrt; aber es ist mir nicht vergolten worden.
      28.      Er hat meine Seele erlöst, daß sie nicht führe ins Verderben, sondern mein Leben das Licht sähe."
      29.      Siehe, das alles tut Gott zwei-oder dreimal mit einem jeglichen,
      30.      daß er seine Seele zurückhole aus dem Verderben und erleuchte ihn mit dem Licht der Lebendigen.
      31.      Merke auf, Hiob, und höre mir zu und schweige, daß ich rede !
      32.      Hast du aber was zu sagen, so antworte mir; Sage an ! ich wollte dich gerne rechtfertigen.
      33.      Hast du aber nichts, so höre mir zu und schweige; ich will dich die Weisheit lehren.

Das 34. Kapitel

      1.      Und es hob an Elihu und sprach:
      2.      Hört, ihr Weisen, meine Rede, und ihr Verständigen, merkt auf mich!
      3.      Denn das Ohr prüft die Rede, und der Mund schmeckt die Speise.
      4.      Laßt uns ein Urteil finden, daß wir erkennen unter uns, was gut sei.
      5.      Denn Hiob hat gesagt: "Ich bin gerecht, und Gott weigert mir mein Recht;
      6.      ich muß lügen, ob ich wohl recht habe, und bin gequält von meinen Pfeilen, ob ich wohl nichts verschuldet habe."
      7.      Wer ist ein solcher Hiob, der da Spötterei trinkt wie Wasser
      8.      und auf dem Wege geht mit den Übeltätern und wandelt mit gottlosen Leuten?
      9.      Denn er hat gesagt: "Wenn jemand schon fromm ist, so gilt er doch nichts bei Gott."
      10.      Darum hört mir zu, ihr weisen Leute: Es sei ferne, daß Gott sollte gottlos handeln und der Allmächtige ungerecht;
      11.      sondern er vergilt dem Menschen, darnach er verdient hat, und trifft einen jeglichen nach seinem Tun.
      12.      Ohne zweifel, Gott verdammt niemand mit Unrecht, und der Allmächtige beugt das Recht nicht.
      13.      Wer hat, was auf Erden ist, verordnet, und wer hat den ganzen Erdboden gesetzt ?
      14.      So er nun an sich dächte, seinen Geist und Odem an sich zöge,
      15.      so würde alles Fleisch miteinander vergehen, und der Mensch würde wieder zu Staub werden.
      16.      Hast du nun Verstand, so höre das und merke auf die Stimme meiner Reden.
      17.      Kann auch, der das Recht haßt regieren ? Oder willst du den, der gerecht und mächtig ist, verdammen ?
      18.      Sollte einer zum König sagen: "Du heilloser Mann!" und zu den Fürsten: "Ihr Gottlosen!"?
      19.      Und er sieht nicht an die Person der Fürsten und kennt den Herrlichen nicht mehr als den Armen; denn sie sind alle seiner Hände Werk.
      20.      Plötzlich müssen die Leute sterben und zu Mitternacht erschrecken und vergehen; die Mächtigen werden weggenommen nicht durch Menschenhand.
      21.      Denn seine Augen sehen auf eines jeglichen Wege, und er schaut alle ihre Gänge.
      22.      Es ist keine Finsternis noch Dunkel, daß sich da möchten verbergen die Übeltäter.
      23.      Denn er darf auf den Menschen nicht erst lange achten, daß er vor Gott ins Gericht komme.
      24.      Er bringt die Stolzen um, ohne erst zu forschen, und stellt andere an ihre Statt:
      25.      darum daß er kennt ihre Werke und kehrt sie um des Nachts, daß sie zerschlagen werden.
      26.      Er straft sie ab wie die Gottlosen an einem Ort, da man es sieht:
      27.      darum daß sie von ihm weggewichen sind und verstanden seiner Wege keinen,
      28.      daß das Schreien der Armen mußte vor ihn kommen und er das Schreien der Elenden hörte.
      29.      Wenn er Frieden gibt, wer will verdammen ? und wenn er das Antlitz verbirgt, wer will ihn schauen unter den Völkern und Leuten allzumal?
      30.      Denn er läßt nicht über sie regieren einen Heuchler, das Volk zu drängen.
      31.      Denn zu Gott muß man sagen: "Ich habe gebüßt, ich will nicht übel tun.
      32.      Habe ich’s nicht getroffen, so lehre du mich’s besser; habe ich Unrecht gehandelt, ich will’s nicht mehr tun."
      33.      Soll er nach deinem Sinn vergelten ? Denn du verwirfst alles; du hast zu wählen, und nicht ich. Weißt du nun was, so sage an.
      34.      Verständige Leute werden zu mir sagen und ein weiser Mann, der mir zuhört:
      35.      "Hiob redet mit Unverstand, und seine Worte sind nicht klug."
      36.      O, daß Hiob versucht würde bis ans Ende! darum daß er sich zu ungerechten Leuten kehrt.
      37.      Denn er hat über seine Sünde noch gelästert; er treibt Spott unter uns und macht seiner Reden viel wider Gott.

Das 35. Kapitel

      1.      Und es hob an Elihu und sprach:
      2.      Achtest du das für Recht, daß du sprichst: "Ich bin gerechter denn Gott"?
      3.      Denn du sprichst: "Wer gilt bei dir etwas ? Was hilft es, ob ich nicht sündige?"
      4.      Ich will dir antworten ein Wort und deinen Freunden mit dir.
      5.      Schaue gen Himmel und siehe; und schau an die Wolken, daß sie dir zu hoch sind.
      6.      Sündigst du, was kannst du ihm Schaden ? Und ob deiner Missetaten viel ist, was kannst du ihm tun ?
      7.      Und ob du gerecht seist, was kannst du ihm geben, oder was wird er von deinen Händen nehmen ?
      8.      Einem Menschen, wie du bist, mag wohl etwas tun deine Bosheit, und einem Menschenkind deine Gerechtigkeit.
      9.      Man schreit, daß viel Gewalt geschieht, und ruft über den Arm der Großen;
      10.      aber man fragt nicht: "Wo ist Gott, mein Schöpfer, der Lobgesänge gibt in der Nacht,
      11.      der uns klüger macht denn das Vieh auf Erden und weiser denn die Vögel unter dem Himmel?"
      12.      Da schreien sie über den Hochmut der Bösen, und er wird sie nicht erhören.
      13.      Denn Gott wird das Eitle nicht erhören, und der Allmächtige wird es nicht ansehen.
      14.      Nun sprichst du gar, du wirst ihn nicht sehen. Aber es ist ein Gericht vor ihm, harre sein nur!
      15.      ob auch sein Zorn so bald nicht heimsucht und er sich’s nicht annimmt, daß so viel Laster da sind.
      16.      Darum hat Hiob seinen Mund umsonst aufgesperrt und gibt stolzes Gerede vor mit Unverstand.

Das 36. Kapitel

      1.      Elihu redet weiter und sprach:
      2.      Harre mir noch ein wenig, ich will dir’s zeigen; denn ich habe noch von Gottes wegen etwas zu sagen.
      3.      Ich will mein Wissen weither holen und beweisen, daß mein Schöpfer recht habe.
      4.      Meine Reden sollen ohne Zweifel nicht falsch sein; mein Verstand soll ohne Tadel vor dir sein.
      5.      Siehe, Gott ist mächtig, und verachtet doch niemand; er ist mächtig von Kraft des Herzens.
      6.      Den Gottlosen erhält er nicht, sondern hilft dem Elenden zum Recht.
      7.      Er wendet seine Augen nicht von dem Gerechten; sondern mit Königen auf dem Thron läßt er sie sitzen immerdar, daß sie hoch bleiben.
      8.      Und wenn sie gefangen blieben in Stöcken und elend gebunden mit Stricken,
      9.      so verkündigt er ihnen, was sie getan haben, und ihre Untugenden, daß sie sich überhoben,
      10.      und öffnet ihnen das Ohr zur Zucht und sagt ihnen, daß sie sich von dem Unrechten bekehren sollen.
      11.      Gehorchen sie und dienen ihm, so werden sie bei guten Tagen alt werden und mit Lust leben.
      12.      Gehorchen sie nicht, so werden sie ins Schwert fallen und vergehen in Unverstand.
      13.      Die Heuchler werden voll Zorns; sie schreien nicht, wenn er sie gebunden hat.
      14.      So wird ihre Seele in der Jugend sterben und ihr Leben unter den Hurern.
      15.      Aber den Elenden wird er in seinem Elend erretten und dem Armen das Ohr öffnen in der Trübsal.
      16.      Und auch dich lockt er aus dem Rachen der Angst in weiten Raum, da keine Bedrängnis mehr ist; und an deinem Tische, voll des Guten, wirst du Ruhe haben.
      17.      Du aber machst die Sache der Gottlosen gut, daß ihre Sache und ihr Recht erhalten wird.
      18.      Siehe zu, daß nicht vielleicht Zorn dich verlocke zum Hohn, oder die Größe des Lösegelds dich verleite.
      19.      Meinst du, daß er deine Gewalt achte oder Gold oder irgend eine Stärke oder Vermögen?
      20.      Du darfst der Nacht nicht begehren, welche Völker wegnimmt von ihrer Stätte.
      21.      Hüte dich und kehre dich nicht zum Unrecht, wie du denn vor Elend angefangen hast.
      22.      Siehe Gott ist zu hoch in seiner Kraft; wo ist ein Lehrer, wie er ist?
      23.      Wer will ihm weisen seinen Weg, und wer will zu ihm sagen: "Du tust Unrecht?"
      24.      Gedenke daß du sein Werk erhebest, davon die Leute singen.
      25.      Denn alle Menschen sehen es; die Leute schauen’s von ferne.
      26.      Siehe Gott ist groß und unbekannt; seiner Jahre Zahl kann niemand erforschen.
      27.      Er macht das Wasser zu kleinen Tropfen und treibt seine Wolken zusammen zum Regen,
      28.      daß die Wolken fließen und triefen sehr auf die Menschen.
      29.      Wenn er sich vornimmt die Wolken auszubreiten wie sein hoch Gezelt,
      30.      siehe, so breitet er aus sein Licht über dieselben und bedeckt alle Enden des Meeres.
      31.      Denn damit schreckt er die Leute und gibt doch Speise die Fülle.
      32.      Er deckt den Blitz wie mit Händen und heißt ihn doch wieder kommen.
      33.      Davon zeugt sein Geselle, des Donners Zorn in den Wolken.

Das 37. Kapitel

      1.      Des entsetzt sich mein Herz und bebt.
      2.      O höret doch, wie der Donner zürnt, und was für Gespräch von seinem Munde ausgeht !
      3.      Er läßt ihn hinfahren unter allen Himmeln, und sein Blitz scheint auf die Enden der Erde.
      4.      Ihm nach brüllt der Donner, und er donnert mit seinem großen Schall; und wenn sein Donner gehört wird, kann man’s nicht aufhalten.
      5.      Gott donnert mit seinem Donner wunderbar und tut große Dinge und wird doch nicht erkannt.
      6.      Er spricht zum Schnee, so ist er bald auf Erden, und zum Platzregen, so ist der Platzregen da mit Macht.
      7.      Aller Menschen Hand hält er verschlossen, daß die Leute lernen, was er tun kann.
      8.      Das wilde Tier geht in seine Höhle und bleibt an seinem Ort.
      9.      Von Mittag her kommt Wetter und von Mitternacht Kälte.
      10.      Vom Odem Gottes kommt Frost, und große Wasser ziehen sich eng zusammen.
      11.      Die Wolken beschwert er mit Wasser, und durch das Gewölk bricht sein Licht.
      12.      Er kehrt die Wolken, wo er hin will, daß sie schaffen alles, was er ihnen gebeut, auf dem Erdboden:
      13.      es sei zur Züchtigung über ein Land oder zur Gnade, läßt er sie kommen.
      14.      Da merke auf, Hiob, stehe und vernimm die Wunder Gottes!
      15.      Weißt du wie Gott solches über sie bringt und wie er das Licht aus seinen Wolken läßt hervorbrechen ?
      16.      Weißt du wie sich die Wolken ausstreuen, die Wunder des, der vollkommen ist an Wissen?
      17.      Du, des Kleider warm sind, wenn das Land still ist vom Mittagswinde,
      18.      ja, du wirst mit ihm den Himmel ausbreiten, der fest ist wie ein gegossener Spiegel.
      19.      Zeige uns, was wir ihm sagen sollen; denn wir können nichts vorbringen vor Finsternis.
      20.      Wer wird ihm erzählen, daß ich wolle reden ? So jemand redet, der wird verschlungen.
      21.      Jetzt sieht man das Licht nicht, das am Himmel hell leuchtet; wenn aber der Wind weht, so wird’s klar.
      22.      Von Mitternacht kommt Gold; um Gott her ist schrecklicher Glanz.
      23.      Den Allmächtigen aber können wir nicht finden, der so groß ist von Kraft; das Recht und eine gute Sache beugt er nicht.
      24.      Darum müssen ihn fürchten die Leute; und er sieht keinen an, wie weise sie sind.

Das 38. Kapitel

      1.      Und der HERR antwortete Hiob aus dem Wetter und sprach:
      2.      Wer ist der, der den Ratschluß verdunkelt mit Worten ohne Verstand?
      3.      Gürte deine Lenden wie ein Mann; ich will dich fragen, lehre mich !
      4.      Wo warst du, da ich die Erde gründete ? Sage an, bist du so klug !
      5.      Weißt du, wer ihr das Maß gesetzt hat oder wer über sie eine Richtschnur gezogen hat ?
      6.      Worauf stehen ihre Füße versenkt, oder wer hat ihren Eckstein gelegt,
      7.      da mich die Morgensterne miteinander lobten und jauchzten alle Kinder Gottes?
      8.      Wer hat das Meer mit Türen verschlossen, da es herausbrach wie aus Mutterleib,
      9.      da ich’s mit Wolken kleidete und in Dunkel einwickelte wie in Windeln,
      10.      da ich ihm den Lauf brach mit meinem Damm und setzte ihm Riegel und Türen
      11.      und sprach: "Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter; hier sollen sich legen deine stolzen Wellen!"?
      12.      Hast du bei deiner Zeit dem Morgen geboten und der Morgenröte ihren Ort gezeigt,
      13.      daß sie die Ecken der Erde fasse und die Gottlosen herausgeschüttelt werden ?
      14.      Sie wandelt sich wie Ton unter dem Siegel, und alles steht da wie im Kleide.
      15.      Und den Gottlosen wird ihr Licht genommen, und der Arm der Hoffärtigen wird zerbrochen.
      16.      Bist du in den Grund des Meeres gekommen und in den Fußtapfen der Tiefe gewandelt ?
      17.      Haben sich dir des Todes Tore je aufgetan, oder hast du gesehen die Tore der Finsternis?
      18.      Hast du vernommen wie breit die Erde sei? Sage an, weißt du solches alles!
      19.      Welches ist der Weg, da das Licht wohnt, und welches ist der Finsternis Stätte,
      20.      daß du mögest ergründen seine Grenze und merken den Pfad zu seinem Hause?
      21.      Du weißt es ja; denn zu der Zeit wurdest du geboren, und deiner Tage sind viel.
      22.      Bist du gewesen, da der Schnee her kommt, oder hast du gesehen, wo der Hagel her kommt,
      23.      die ich habe aufbehalten bis auf die Zeit der Trübsal und auf den Tag des Streites und Krieges?
      24.      Durch welchen Weg teilt sich das Licht und fährt der Ostwind hin über die Erde?
      25.      Wer hat dem Platzregen seinen Lauf ausgeteilt und den Weg dem Blitz und dem Donner
      26.      und läßt regnen aufs Land da niemand ist, in der Wüste, da kein Mensch ist,
      27.      daß er füllt die Einöde und Wildnis und macht das Gras wächst ?
      28.      Wer ist des Regens Vater? Wer hat die Tropfen des Taues gezeugt ?
      29.      Aus wes Leib ist das Eis gegangen, und wer hat den Reif unter dem Himmel gezeugt,
      30.      daß das Wasser verborgen wird wie unter Steinen und die Tiefe oben gefriert ?
      31.      Kannst du die Bande der sieben Sterne zusammenbinden oder das Band des Orion auflösen ?
      32.      Kannst du den Morgenstern hervorbringen zu seiner Zeit oder den Bären am Himmel samt seinen Jungen heraufführen ?
      33.      Weißt du des Himmels Ordnungen, oder bestimmst du seine Herrschaft über die Erde?
      34.      Kannst du deine Stimme zu der Wolke erheben, daß dich die Menge des Wassers bedecke ?
      35.      Kannst du die Blitze auslassen, daß sie hinfahren und sprechen zu dir: Hier sind wir?
      36.      Wer gibt die Weisheit in das Verborgene? Wer gibt verständige Gedanken?
      37.      Wer ist so weise, der die Wolken zählen könnte? Wer kann die Wasserschläuche am Himmel ausschütten,
      38.      wenn der Staub begossen wird, daß er zuhauf läuft und die Schollen aneinander kleben ?
      39.      Kannst du der Löwin ihren Raub zu jagen geben und die jungen Löwen sättigen,
      40.      wenn sie sich legen in ihre Stätten und ruhen in der Höhle, da sie lauern?
      41.      Wer bereitet den Raben die Speise, wenn seine Jungen zu Gott rufen und fliegen irre, weil sie nicht zu essen haben?

Das 39. Kapitel

      1.      Weißt du die Zeit, wann die Gemsen auf den Felsen gebären ? oder hast du gemerkt, wann die Hinden schwanger gehen ?
      2.      Hast du gezählt ihre Monden, wann sie voll werden ? oder weißt du die Zeit, wann sie gebären ?
      3.      Sie beugen sich, lassen los ihre Jungen und werden los ihre Wehen.
      4.      Ihre Jungen werden feist und groß im Freien und gehen aus und kommen nicht wieder zu ihnen.
      5.      Wer hat den Wildesel so frei lassen gehen, wer hat die Bande des Flüchtigen gelöst,
      6.      dem ich die Einöde zum Hause gegeben habe und die Wüste zur Wohnung?
      7.      Er verlacht das Getümmel der Stadt; das Pochen des Treibers hört er nicht.
      8.      Er schaut nach den Bergen, da seine Weide ist, und sucht, wo es grün ist.
      9.      Meinst du das Einhorn werde dir dienen und werde bleiben an deiner Krippe?
      10.      Kannst du ihm dein Seil anknüpfen, die Furchen zu machen, daß es hinter dir brache in Tälern?
      11.      Magst du dich auf das Tier verlassen, daß es so stark ist, und wirst es dir lassen arbeiten ?
      12.      Magst du ihm trauen, daß es deinen Samen dir wiederbringe und in deine Scheune sammle ?
      13.      Der Fittich des Straußes hebt sich fröhlich. Dem frommen Storch gleicht er an Flügeln und Federn.
      14.      Doch läßt er seine Eier auf der Erde und läßt sie die heiße Erde ausbrüten.
      15.      Er vergißt, daß sie möchten zertreten werden und ein wildes Tier sie zerbreche.
      16.      Er wird so hart gegen seine Jungen, als wären sie nicht sein, achtet’s nicht, daß er umsonst arbeitet.
      17.      Denn Gott hat ihm die Weisheit genommen und hat ihm keinen Verstand zugeteilt.
      18.      Zu der Zeit, da er hoch auffährt, verlacht er beide, Roß und Mann.
      19.      Kannst du dem Roß Kräfte geben oder seinen Hals zieren mit seiner Mähne?
      20.      Läßt du es aufspringen wie die Heuschrecken? Schrecklich ist sein prächtiges Schnauben.
      21.      Es stampft auf den Boden und ist freudig mit Kraft und zieht aus, den Geharnischten entgegen.
      22.      Es spottet der Furcht und erschrickt nicht und flieht vor dem Schwert nicht,
      23.      wenngleich über ihm klingt der Köcher und glänzen beide, Spieß und Lanze.
      24.      Es zittert und tobt und scharrt in die Erde und läßt sich nicht halten bei der Drommete Hall.
      25.      So oft die Drommete klingt, spricht es: Hui! und wittert den Streit von ferne, das Schreien der Fürsten und Jauchzen.
      26.      Fliegt der Habicht durch deinen Verstand und breitet seine Flügel gegen Mittag?
      27.      Fliegt der Adler auf deinen Befehl so hoch, daß er sein Nest in der Höhe macht ?
      28.      In den Felsen wohnt er und bleibt auf den Zacken der Felsen und auf Berghöhen.
      29.      Von dort schaut er nach der Speise, und seine Augen sehen ferne.
      30.      Seine Jungen saufen Blut, und wo Erschlagene liegen, da ist er.

Das 40. Kapitel

      1.      Und der HERR antwortete Hiob und sprach:
      2.      Will mit dem Allmächtigen rechten der Haderer ? Wer Gott tadelt, soll’s der nicht verantworten ?
      3.      Hiob aber antwortete dem HERRN und sprach:
      4.      Siehe, ich bin zu leichtfertig gewesen; was soll ich verantworten ? Ich will meine Hand auf meinen Mund legen.
      5.      Ich habe einmal geredet, und will nicht antworten; zum andernmal will ich’s nicht mehr tun.
      6.      Und der HERR antwortete Hiob aus dem Wetter und sprach:
      7.      Gürte wie ein Mann deine Lenden; ich will dich fragen, lehre mich !
      8.      Solltest du mein Urteil zunichte machen und mich verdammen, daß du gerecht seist ?
      9.      Hast du einen Arm wie Gott, und kannst mit gleicher Stimme donnern, wie er tut?
      10.      Schmücke dich mit Pracht und erhebe dich; ziehe Majestät und Herrlichkeit an !
      11.      Streue aus den Zorn deines Grimmes; schaue an die Hochmütigen, wo sie sind, und demütige sie!
      12.      Ja, schaue die Hochmütigen, wo sie sind und beuge sie; und zermalme die Gottlosen, wo sie sind!
      13.      Verscharre sie miteinander in die Erde und versenke ihre Pracht ins Verborgene,
      14.      so will ich dir auch bekennen, daß dir deine rechte Hand helfen kann.
      15.      Siehe da, den Behemoth, den ich neben dir gemacht habe; er frißt Gras wie ein Ochse.
      16.      Siehe seine Kraft ist in seinen Lenden und sein Vermögen in den Sehnen seines Bauches.
      17.      Sein Schwanz streckt sich wie eine Zeder; die Sehnen seiner Schenkel sind dicht geflochten.
      18.      Seine Knochen sind wie eherne Röhren; seine Gebeine sind wie eiserne Stäbe.
      19.      Er ist der Anfang der Wege Gottes; der ihn gemacht hat, der gab ihm sein Schwert.
      20.      Die Berge tragen ihm Kräuter, und alle wilden Tiere spielen daselbst.
      21.      Er liegt gern im Schatten, im Rohr und im Schlamm verborgen.
      22.      Das Gebüsch bedeckt ihn mit seinem Schatten, und die Bachweiden umgeben ihn.
      23.      Siehe, er schluckt in sich den Strom und achtet’s nicht groß; läßt sich dünken, er wolle den Jordan mit seinem Munde ausschöpfen.
      24.      Fängt man ihn wohl vor seinen Augen und durchbohrt ihm mit Stricken seine Nase?
      25.      Kannst du den Leviathan ziehen mit dem Haken und seine Zunge mit einer Schnur fassen ?
      26.      Kannst du ihm eine Angel in die Nase legen und mit einem Stachel ihm die Backen durchbohren ?
      27.      Meinst du, er werde dir viel Flehens machen oder dir heucheln ?
      28.      Meinst du, daß er einen Bund mit dir machen werde, daß du ihn immer zum Knecht habest ?
      29.      Kannst du mit ihm spielen wie mit einem Vogel oder ihn für deine Dirnen anbinden ?
      30.      Meinst du die Genossen werden ihn zerschneiden, daß er unter die Kaufleute zerteilt wird?
      31.      Kannst du mit Spießen füllen seine Haut und mit Fischerhaken seinen Kopf?
      32.      Wenn du deine Hand an ihn legst, so gedenke, daß es ein Streit ist, den du nicht ausführen wirst.

Das 41. Kapitel

      1.      Siehe, die Hoffnung wird jedem fehlen; schon wenn er seiner ansichtig wird, stürzt er zu Boden.
      2.      Niemand ist so kühn, daß er ihn reizen darf; wer ist denn, der vor mir stehen könnte ?
      3.      Wer hat mir etwas zuvor getan, daß ich’s ihm vergelte ? Es ist mein, was unter allen Himmeln ist.
      4.      Dazu muß ich nun sagen, wie groß, wie mächtig und wohlgeschaffen er ist.
      5.      Wer kann ihm sein Kleid aufdecken ? und wer darf es wagen, ihm zwischen die Zähne zu greifen ?
      6.      Wer kann die Kinnbacken seines Antlitzes auftun ? Schrecklich stehen seine Zähne umher.
      7.      Seine stolzen Schuppen sind wie feste Schilde, fest und eng ineinander.
      8.      Eine rührt an die andere, daß nicht ein Lüftlein dazwischengeht.
      9.      Es hängt eine an der andern, und halten zusammen, daß sie sich nicht voneinander trennen.
      10.      Sein Niesen glänzt wie ein Licht; seine Augen sind wie die Wimpern der Morgenröte.
      11.      Aus seinem Munde fahren Fackeln, und feurige Funken schießen heraus.
      12.      Aus seiner Nase geht Rauch wie von heißen Töpfen und Kesseln.
      13.      Sein Odem ist wie eine lichte Lohe, und aus seinem Munde gehen Flammen.
      14.      Auf seinem Hals wohnt die Stärke, und vor ihm her hüpft die Angst.
      15.      Die Gliedmaßen seines Fleisches hangen aneinander und halten hart an ihm, daß er nicht zerfallen kann.
      16.      Sein Herz ist so hart wie ein Stein und so fest wie ein unterer Mühlstein.
      17.      Wenn er sich erhebt, so entsetzen sich die Starken; und wenn er daherbricht, so ist keine Gnade da.
      18.      Wenn man zu ihm will mit dem Schwert, so regt er sich nicht, oder mit Spieß, Geschoß und Panzer.
      19.      Er achtet Eisen wie Stroh, und Erz wie faules Holz.
      20.      Kein Pfeil wird ihn verjagen; die Schleudersteine sind ihm wie Stoppeln.
      21.      Die Keule achtet er wie Stoppeln; er spottet der bebenden Lanze.
      22.      Unten an ihm sind scharfe Scherben; er fährt wie mit einem Dreschwagen über den Schlamm.
      23.      Er macht, daß der tiefe See siedet wie ein Topf, und rührt ihn ineinander, wie man eine Salbe mengt.
      24.      Nach ihm leuchtet der Weg; er macht die Tiefe ganz grau.
      25.      Auf Erden ist seinesgleichen niemand; er ist gemacht, ohne Furcht zu sein.
      26.      Er verachtet alles, was hoch ist; er ist ein König über alles stolze Wild.

Das 42. Kapitel

      1.      Und Hiob antwortete dem HERRN und sprach:
      2.      Ich erkenne, daß du alles vermagst, und nichts, das du dir vorgenommen, ist dir zu schwer.
      3.      "Wer ist der, der den Ratschluß verhüllt mit Unverstand?" Darum bekenne ich, daß ich habe unweise geredet, was mir zu hoch ist und ich nicht verstehe.
      4.      "So höre nun, laß mich reden; ich will dich fragen, lehre mich!"
      5.      Ich hatte von dir mit den Ohren gehört; aber nun hat dich mein Auge gesehen.
      6.      Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße in Staub und Asche.
      7.      Da nun der HERR mit Hiob diese Worte geredet hatte, sprach er zu Eliphas von Theman: Mein Zorn ist ergrimmt über dich und deine zwei Freunde; denn ihr habt nicht recht von mir geredet wie mein Knecht Hiob.
      8.      So nehmt nun sieben Farren und sieben Widder und geht hin zu meinem Knecht Hiob und opfert Brandopfer für euch und laßt meinen Knecht Hiob für euch bitten. Denn ich will ihn ansehen, daß ich an euch nicht tue nach eurer Torheit; denn ihr habt nicht recht von mir geredet wie mein Knecht Hiob.
      9.      Da gingen hin Eliphas von Theman, Bildad von Suah und Zophar von Naema und taten, wie der HERR ihnen gesagt hatte; und der HERR sah an Hiob.
      10.      Und der HERR wandte das Gefängnis Hiobs, da er bat für seine Freunde. Und der Herr gab Hiob zwiefältig so viel, als er gehabt hatte.
      11.      Und es kamen zu ihm alle seine Brüder und alle seine Schwestern und alle, die ihn vormals kannten, und aßen mit ihm in seinem Hause und kehrten sich zu ihm und trösteten ihn über alles Übel, das der HERR hatte über ihn kommen lassen. Und ein jeglicher gab ihm einen schönen Groschen und ein goldenes Stirnband.
      12.      Und der HERR segnete hernach Hiob mehr denn zuvor, daß er kriegte vierzehntausend Schafe und sechstausend Kamele und tausend Joch Rinder und tausend Eselinnen.
      13.      Und er kriegte sieben Söhne und drei Töchter;
      14.      und hieß die erste Jemima, die andere Kezia und die dritte Keren-Happuch.
      15.      Und wurden nicht so schöne Weiber gefunden in allen Landen wie die Töchter Hiobs. Und ihr Vater gab ihnen Erbteil unter ihren Brüdern.
      16.      Und Hiob lebte nach diesem hundert und vierzig Jahre, daß er sah Kinder und Kindeskinder bis ins vierte Glied.
      17.      Und Hiob starb alt und lebenssatt.

Luther, M. (2001). Die Heilige Schrift nach der deutschen Übersetzung Martin Luthers (Est 10,3–Ij 42,17). Oak Harbor, WA: Logos Research Systems, Inc.

Luther 1912, Kleine Propheten- via LAD Rosary

Luther 1912, kleine Propheten
Coin of ROSARY

ESRA

anschliessend: Hiob

Das 1. Kapitel

      1.      Im ersten Jahr des Kores, des Königs in Persien (daß erfüllt würde das Wort des HERRN durch den Mund Jeremia’s geredet), erweckte der HERR den Geist des Kores, des Königs in Persien, daß er ausrufen ließ durch sein ganzes Königreich, auch durch Schrift, und sagen:
      2.      So spricht Kores, der König in Persien: Der HERR, der Gott des Himmels, hat mir alle Königreiche der Erde gegeben, und hat mir befohlen, ihm ein Haus zu bauen zu Jerusalem in Juda.
      3.      Wer nun unter euch seine Volkes ist, mit dem Sei Gott, und er ziehe hinauf gen Jerusalem in Juda und baue das Haus des HERRN, des Gottes Israels. Er ist der Gott, der zu Jerusalem ist.
      4.      Und wer noch übrig ist an allen Orten, da der Fremdling ist, dem sollen helfen die Leute seines Orts mit Silber und Gold, Gut und Vieh, außer dem, was sie aus freiem Willen geben zum Hause Gottes zu Jerusalem.
      5.      Da machten sich auf die Obersten der Vaterhäuser aus Juda und Benjamin und die Priester und Leviten, alle, deren Geist Gott erweckte, hinaufzuziehen und zu bauen das Haus des HERRN zu Jerusalem.
      6.      Und alle, die um sie her waren, stärkten ihre Hände mit silbernem und goldenem Geräte, mit Gut und Vieh und Kleinoden, außer dem, Was sie freiwillig gaben.
      7.      Und der König Kores tat heraus die Gefäße des Hauses des HERRN, die Nebukadnezar aus Jerusalem genommen hatte und in seines Gottes Haus getan hatte.
      8.      Aber Kores, der König in Persien, tat sie heraus durch Mithredath, den Schatzmeister; der zählte sie dar Sesbazar, dem Fürsten Juda’s.
      9.      Und dies ist ihre Zahl: dreißig goldene Becken und tausend silberne Becken, neunundzwanzig Messer,
      10.      dreißig goldene Becher und der andern, silbernen Becher vierhundertundzehn und anderer Gefäße tausend,
      11.      daß aller Gefäße, golden und silbern, waren fünftausend und vierhundert. Alle brachte sie Sesbazar herauf mit denen, die aus der Gefangenschaft von Babel heraufzogen gen Jerusalem.

Das 2. Kapitel

      1.      Dies sind die Kinder der Landschaft, die heraufzogen aus der Gefangenschaft, die Nebukadnezar, der König zu Babel, hatte gen Babel geführt und die wieder gen Jerusalem und nach Juda kamen, ein jeglicher in seine Stadt,
      2.      und kamen mit Serubabel, Jesua, Nehemia, Seraja, Reelaja, Mardochai, Bilsa, Mispar, Bigevai, Rehum und Baana. Dies ist nun die Zahl der Männer des Volkes Israel:
      3.      der Kinder Parevs zweitausend hundertundzweiundsiebzig;
      4.      der Kinder Sephatja dreihundert und zweiundsiebzig;
      5.      der Kinder Arah siebenhundert und fünfundsiebzig;
      6.      der Kinder Pahath-Moab, von den Kindern Jesua, Joab, zweitausend achthundertundzwölf;
      7.      der Kinder Elam tausend zweihundertvierundfünfzig;
      8.      der Kinder Satthu neunhundert und fünfundvierzig;
      9.      der Kinder Sakkai siebenhundert und sechzig;
      10.      der Kinder Bani sechshundert und zweiundvierzig;
      11.      der Kinder Bebai sechshundert und dreiundzwanzig;
      12.      der Kinder Asgad tausend zweihundert und zweiundzwanzig;
      13.      der Kinder Adonikam sechshundert und sechsundsechzig;
      14.      der Kinder Bigevai zweitausend und sechsundfünfzig;
      15.      der Kinder Adin vierhundert und vierundfünfzig;
      16.      der Kinder Ater von Hiskia achtundneunzig;
      17.      der Kinder Bezai dreihundert und dreiundzwanzig;
      18.      der Kinder Jorah hundertundzwölf;
      19.      der Kinder Hasum zweihundert und dreiundzwanzig;
      20.      der Kinder von Gibbar fünfundneunzig;
      21.      der Kinder von Bethlehem hundertdreiundzwanzig;
      22.      der Männer von Netopha sechsundfünfzig;
      23.      der Männer von Anathoth hundertachtundzwanzig;
      24.      der Kinder von Asmaveth zweihundertvierzig;
      25.      der Kinder von Kirjath-Arim, Kaphira und Beeroth siebenhundert und dreiundvierzig;
      26.      der Kinder von Rama und Geba sechshundert und einundzwanzig;
      27.      der Männer von Michmas hundertzweiundzwanzig;
      28.      der Männer von Beth-El und Ai zweihundert und dreiundzwanzig;
      29.      der Kinder von Nebo zweiundfünfzig;
      30.      der Kinder Magbis hundertsechsundfünfzig;
      31.      der Kinder des andern Elam tausendzweihundert und vierundfünfzig;
      32.      der Kinder Harim dreihundertundzwanzig;
      33.      der Kinder von Lod, Hadid und Ono siebenhundert und fünfundzwanzig;
      34.      der Kinder von Jericho dreihundert und fünfundvierzig;
      35.      der Kinder von Senaa dreitausend und sechshundertunddreißig.
      36.      Der Priester: der Kinder Jedaja vom Hause Jesua neunhundert und dreiundsiebzig;
      37.      der Kinder Immer tausend und zweiundfünfzig;
      38.      der Kinder Pashur tausendzweihundert und siebenundvierzig;
      39.      der Kinder Harim tausend und siebzehn.
      40.      Der Leviten: der Kinder Jesua und Kadmiel von den Kindern Hodavja vierundsiebzig.
      41.      Der Sänger: der Kinder Asaph hundertachtundzwanzig.
      42.      der Kinder der Torhüter: die Kinder Sallum, die Kinder Ater, die Kinder Talmon, die Kinder Akkub, die Kinder Hatita und die Kinder Sobai, allesamt hundertneununddreißig.
      43.      Der Tempelknechte: die Kinder Ziha, die Kinder Hasupha, die Kinder Tabbaoth,
      44.      die Kinder Keros, die Kinder Siaha, die Kinder Padon,
      45.      die Kinder Lebana, die Kinder Hagaba, die Kinder Akkub,
      46.      die Kinder Hagab, die Kinder Samlai, die Kinder Hanan,
      47.      die Kinder Giddel, die Kinder Gahar, die Kinder Reaja,
      48.      die Kinder Rezin, die Kinder Nekoda, die Kinder Gassam,
      49.      die Kinder Usa, die Kinder Paseah, die Kinder Beasi,
      50.      die Kinder Asna, die Kinder der Meuniter, die Kinder der Nephusiter,
      51.      die Kinder Bakbuk, die Kinder Hakupha, die Kinder Harhur,
      52.      die Kinder Bazluth, die Kinder Mehida, die Kinder Harsa,
      53.      die Kinder Barkos, die Kinder Sisera, die Kinder Themah,
      54.      die Kinder Neziah, die Kinder Hatipha.
      55.      Die Kinder der Knechte Salomos: Die Kinder Sotai, die Kinder Sophereth, die Kinder Peruda,
      56.      die Kinder Jaala, die Kinder Darkon, die Kinder Giddel,
      57.      die Kinder Sephatja, die Kinder Hattil, die Kinder Pochereth von Zebaim, die Kinder der Ami.
      58.      Aller Tempelknechte und Kinder der Knechte Salomos waren zusammen dreihundert und zweiundneunzig.
      59.      Und diese zogen auch mit herauf von Thel-Melah, Thel-Harsa, Cherub, Addon und Immer, aber sie konnten nicht anzeigen ihr Vaterhaus noch ihr Geschlecht, ob sie aus Israel wären:
      60.      die Kinder Delaja, die Kinder Tobia, die Kinder Nekoda, sechshundert und zweiundfünfzig.
      61.      Und von den Kindern der Priester: die Kinder Habaja, die Kinder Hakkoz, die Kinder Barsillais, der aus den Töchtern Barsillais, des Gileaditers, ein Weib nahm und ward unter ihrem Namen genannt.
      62.      Die suchten ihre Geburtsregister, und fanden keine; darum wurden sie untüchtig geachtet zum Priestertum.
      63.      Und der Landpfleger sprach zu ihnen, sie sollten nicht essen vom Hochheiligen, bis ein Priester aufstände mit dem Licht und Recht.
      64.      Der ganzen Gemeinde wie ein Mann waren zweiundvierzigtausend und dreihundertundsechzig.
      65.      ausgenommen ihre Knechte und Mägde, derer waren siebentausend dreihundert und siebenunddreißig, dazu zweihundert Sänger und Sängerinnen.
      66.      Und hatten siebenhundert und sechsunddreißig Rosse, zweihundert und fünfundvierzig Maultiere,
      67.      vierhundert und fünfunddreißig Kamele und sechstausend und siebenhundertzwanzig Esel.
      68.      Und etliche Oberste der Vaterhäuser, da sie kamen zum Hause des Herrn zu Jerusalem, gaben sie freiwillig zum Hause Gottes, daß man’s setzte auf seine Stätte,
      69.      und gaben nach ihrem Vermögen zum Schatz fürs Werk einundsechzigtausend Goldgulden und fünftausend Pfund Silber und hundert Priesterröcke.
      70.      Also setzten sich die Priester und die Leviten und die vom Volk und die Sänger und die Torhüter und die Tempelknechte in ihre Städte und alles Israel in seine Städte.

Das 3. Kapitel

      1.      Und da herbeikam der siebente Monat und die Kinder Israel nun in ihren Städten waren, kam das Volk zusammen wie ein Mann gen Jerusalem.
      2.      Und es machte sich auf Jesua, der Sohn Jozadaks, und seine Brüder, die Priester, und Serubabel, der Sohn Sealthiels, und seine Brüder und bauten den Altar des Gottes Israels, Brandopfer darauf zu opfern, wie es geschrieben steht im Gesetz Mose’s, des Mannes Gottes,
      3.      und richteten zu den Altar auf seine Stätte (denn es war ein Schrecken unter ihnen vor den Völkern in den Ländern) und opferten dem HERRN Brandopfer darauf des Morgens und des Abends.
      4.      Und hielten der Laubhütten Fest, wie geschrieben steht, und taten Brandopfer alle Tage nach der Zahl, wie sich’s gebührt, einen jeglichen Tag sein Opfer,
      5.      darnach auch die täglichen Brandopfer und der Neumonde und aller Festtage des HERRN, die geheiligt sind, und allerlei freiwillige Opfer, die sie dem HERRN freiwillig taten.
      6.      Am ersten Tage des siebenten Monats fingen sie an, dem HERRN Brandopfer zu tun. Aber der Grund des Tempels war noch nicht gelegt.
      7.      Sie gaben aber Geld den Steinmetzen und Zimmerleuten und Speise und Trank und Öl denen zu Sidon und zu Tyrus, daß sie Zedernholz vom Libanon aufs Meer gen Japho brächten nach dem Befehl des Kores, des Königs in Persien, an sie.
      8.      Im zweiten Jahr ihrer Ankunft am Hause Gottes zu Jerusalem, im zweiten Monat, fingen an Serubabel, der Sohn Sealthiels, und Jesua, der Sohn Jozadaks, und die übrigen ihrer Brüder, Priester und Leviten, und alle, die aus der Gefangenschaft gekommen waren gen und bestellten die Leviten von zwanzig Jahren und darüber, zu treiben das Werk am Hause des HERRN.
      9.      Und Jesua stand mit seinen Söhnen und Brüdern und Kadmiel mit seinen Söhnen, die Kinder Juda, wie ein Mann, vorzustehen den Arbeitern am Hause Gottes, desgleichen die Kinder Henadad mit ihren Kindern und Brüdern, den Leviten.
      10.      Und da die Bauleute den Grund legten am Tempel des HERRN, standen die Priester in ihren Kleidern mit Drommeten und die Leviten, die Kinder Asaph, mit Zimbeln, zu loben den HERRN mit dem Gedicht Davids, des Königs über Israel,
      11.      und sangen umeinander und lobten und dankten dem HERRN, daß er gütig ist und seine Barmherzigkeit ewiglich währet über Israel. Und alles Volk jauchzte laut beim Lobe des HERRN, daß der Grund am Hause des HERRN gelegt war.
      12.      Aber viele der alten Priester und Leviten und Obersten der Vaterhäuser, die das vorige Haus gesehen hatten, da nun dies Haus vor ihren Augen gegründet ward, weinten sie laut. Viele aber jauchzten mit Freuden, daß das Geschrei hoch erscholl,
      13.      also daß das Volk nicht unterscheiden konnte das Jauchzen mit Freuden und das laute Weinen im Volk; denn das Volk jauchzte laut, daß man das Geschrei ferne hörte.

Das 4. Kapitel

      1.      Da aber die Widersacher Juda’s und Benjamins hörten, daß die Kinder der Gefangenschaft dem HERRN, dem Gott Israels, den Tempel bauten,
      2.      kamen sie zu Serubabel und zu den Obersten der Vaterhäuser und sprachen zu ihnen: Wir wollen mit euch bauen; denn wir suchen euren Gott gleichwie ihr, und wir haben ihm geopfert, seit der Zeit da Asar-Haddon, der König von Assyrien, uns hat heraufgebracht.
      3.      Aber Serubabel und Jesua und die andern Obersten der Vaterhäuser in Israel antworteten ihnen: Es ziemt sich nicht, uns und euch, das Haus unsers Gottes zu bauen; sondern wir wollen allein bauen dem HERRN, dem Gott Israels, wie uns Kores, der König in Persien, geboten hat.
      4.      Da hinderte das Volk im Lande die Hand des Volkes Juda und schreckten sie ab im Bauen
      5.      und dingten Ratgeber wider sie und verhinderten ihren Rat, solange Kores, der König in Persien, lebte, bis an das Königreich Darius, des Königs in Persien.
      6.      Und da Ahasveros König ward, im Anfang seines Königreichs, schrieben sie eine Anklage wider die von Juda und Jerusalem.
      7.      Und zu den Zeiten Arthahsasthas schrieb Bislam, Mithredath, Tabeel und die andern ihres Rats an Arthahsastha, den König in Persien. Die Schrift aber des Briefes war syrisch, und er war auf syrisch verdolmetscht.
      8.      Rehum, der Kanzler, und Simsai, der Schreiber schrieben diesen Brief wider Jerusalem an Arthahsastha, den König:
      9.      Wir, Rehum, der Kanzler, und Simsai, der Schreiber, und die andern des Rats: die von Dina, von Arpharsach, von Tarpal, von Persien, von Erech, von Babel, von Susan, von Deha und von Elam,
      10.      und die andern Völker, welche der große und berühmte Asnaphar herübergebracht und gesetzt hat in die Stadt Samaria und in die andern Orte diesseits des Wassers, und so fort.
      11.      Und dies ist der Inhalt des Briefes, den sie dem König Arthahsastha sandten: Deine Knechte, die Männer diesseits des Wassers, und so fort.
      12.      Es sei kund dem König, daß die Juden, die von dir zu uns heraufgekommen sind gen Jerusalem, in die aufrührerische und böse Stadt, bauen sie und machen ihre Mauern und führen sie aus dem Grunde.
      13.      So sei nun dem König kund: Wo diese Stadt gebaut wird und die Mauern wieder gemacht, so werden sie Schoß, Zoll und jährliche Zinse nicht geben, und ihr Vornehmen wird den Königen Schaden bringen.
      14.      Nun wir aber das Salz des Königshauses essen und die Schmach des Königs nicht länger wollen sehen, darum schicken wir hin und lassen es den König zu wissen tun,
      15.      daß man lasse suchen in den Chroniken deiner Väter; so wirst du finden in denselben Chroniken und erfahren, daß diese Stadt aufrührerisch und schädlich ist den Königen und Landen und macht, daß andere auch abfallen, von alters her, darum die Stadt auch zerstört ist.
      16.      Darum tun wir dem König zu wissen, daß, wo diese Stadt gebaut wird und ihre Mauern gemacht, so wirst du vor ihr nichts behalten diesseits des Wassers.
      17.      Da sandte der König ein Antwort an Rehum, den Kanzler, und Simsai, den Schreiber, und die andern ihres Rates, die in Samaria wohnten und in den andern Orten jenseits des Wassers: Friede und Gruß!
      18.      der Brief, den ihr uns zugeschickt habt, ist deutlich vor mir gelesen.
      19.      Und ist von mir befohlen, daß man suchen sollte. Und man hat gefunden, daß diese Stadt von alters her wider die Könige sich empört hat und Aufruhr und Abfall darin geschieht.
      20.      Auch sind mächtige Könige zu Jerusalem gewesen, die geherrscht haben über alles, was jenseits des Wassers ist, daß ihnen Zoll, Schoß und jährliche Zinse gegeben wurden.
      21.      So tut nun nach diesem Befehl: Wehrt denselben Männern, daß diese Stadt nicht gebaut werde, bis daß von mir der Befehl gegeben werde.
      22.      So seht nun zu, daß ihr nicht lässig hierin seid, damit nicht größerer Schade entstehe dem König!
      23.      Da nun der Brief des Königs Arthahsastha gelesen ward vor Rehum und Simsai, dem Schreiber, und ihrem Rat, zogen sie eilend hinauf gen Jerusalem zu den Juden und wehrten ihnen mit Arm und Gewalt.
      24.      Da hörte auf das Werk am Hause Gottes zu Jerusalem und blieb nach bis ins zweite Jahr des darius, des Königs in Persien.

Das 5. Kapitel

      1.      Es weissagten aber die Propheten Haggai und Sacharja, der Sohn Iddos, den Juden, die in Juda und Jerusalem waren, im Namen des Gottes Israels.
      2.      Da machten sich auf Serubabel, der Sohn Sealthiels, und Jesua, der Sohn Jozadaks, und fingen an zu bauen das Haus Gottes zu Jerusalem, und mit ihnen die Propheten Gottes, die sie stärkten.
      3.      Zu der Zeit kam Thathnai, der Landpfleger diesseits des Wassers, und Sethar-Bosnai und ihr Rat und sprachen also zu ihnen: Wer hat euch befohlen, dies Haus zu bauen und seine Mauern zu machen ?
      4.      Da sagten wir ihnen, wie die Männer hießen, die diesen Bau taten.
      5.      Aber das Auge ihres Gottes war über den Ältesten der Juden, daß ihnen nicht gewehrt ward, bis daß man die Sache an Darius gelangen ließ und darüber eine Schrift wiederkäme.
      6.      Dies ist aber der Inhalt des Briefes Thathnais, des Landpflegers diesseits des Wassers, und Sethar-Bosnais und ihres Rats, derer von Apharsach, die diesseits des Wassers waren, an den König Darius.
      7.      Und die Worte die sie zu ihm sandten, lauteten also: Dem König Darius allen Frieden!
      8.      Es sei kund dem König, daß wir ins jüdische Land gekommen sind zu dem Hause des großen Gottes, welches man baut mit behauenen Steinen, und Balken legt man in die Wände, und das Werk geht frisch vonstatten unter ihrer Hand.
      9.      Wir aber haben die Ältesten gefragt und zu ihnen gesagt also: Wer hat euch befohlen, dies Haus zu bauen und seine Mauern zu machen ?
      10.      Auch fragten wir, wie sie hießen, auf daß wir sie dir kundtäten und die Namen der Männer aufschrieben, die ihre Obersten waren.
      11.      Sie aber gaben uns solche Worte zur Antwort und sprachen: Wir sind Knechte des Gottes im Himmel und der Erde und bauen das Haus, das vormals vor vielen Jahren gebaut war, das ein großer König Israels gebaut hat und aufgerichtet.
      12.      Da aber unsre Väter den Gott des Himmels erzürnten, gab er sie in die Hand Nebukadnezars, des Königs zu Babel, des Chaldäers; der zerbrach dies Haus und führte das Volk weg gen Babel.
      13.      Aber im ersten Jahr des Kores, des Königs zu Babel, befahl derselbe König Kores, dies Haus Gottes zu bauen.
      14.      Denn auch die goldenen und silbernen Gefäße im Hause Gottes, die Nebukadnezar aus dem Tempel zu Jerusalem nahm und brachte sie in den Tempel zu Babel, nahm der König Kores aus dem Tempel zu Babel und gab sie Sesbazar mit Namen, den er zum Landpfleger setzte,
      15.      und sprach zu ihm: Diese Gefäße nimm, zieh hin und bringe sie in den Tempel zu Jerusalem und laß das Haus Gottes bauen an seiner Stätte.
      16.      Da kam derselbe Sesbazar und legte den Grund am Hause Gottes zu Jerusalem. Seit der Zeit baut man, und es ist noch nicht vollendet.
      17.      Gefällt es nun dem König, so lasse er suchen in dem Schatzhause des Königs, das zu Babel ist, ob’s von dem König Kores befohlen sei, das Haus Gottes zu Jerusalem zu bauen, und sende zu uns des Königs Meinung darüber.

Das 6. Kapitel

      1.      Da befahl der König Darius, daß man suchen sollte in der Kanzlei im Schatzhause des Königs, die zu Babel lag.
      2.      da fand man zu Ahmetha im Schloß das in Medien Liegt, ein Buch und stand also darin eine Geschichte geschrieben:
      3.      Im ersten Jahr des Königs Kores befahl der König Kores, das Haus Gottes zu Jerusalem zu bauen als eine Stätte, da man opfert und den Grund zu legen; zur Höhe sechzig Ellen und zur Weite auch sechzig Ellen;
      4.      und drei Reihen von behauenen Steinen und eine Reihe von Holz; und die Kosten sollen vom Hause des Königs gegeben werden;
      5.      dazu die goldenen und silbernen Gefäße des Hauses Gottes, die Nebukadnezar aus dem Tempel zu Jerusalem genommen und gen Babel gebracht hat, soll man wiedergeben, daß sie wiedergebracht werden in den Tempel zu Jerusalem an ihre Statt im Hause Gottes.
      6.      So haltet euch nun fern von ihnen, du, Thathnai, Landpfleger jenseits des Wassers, und Sethar-Bosnai und ihr andern des Rats, ihr von Apharsach, die ihr jenseits des Wassers seid.
      7.      Laßt sie arbeiten am Hause Gottes, daß der Juden Landpfleger und ihre Ältesten das Haus Gottes bauen an seine Stätte.
      8.      Auch ist von mir befohlen, was man den Ältesten der Juden tun soll, zu bauen das Haus Gottes; nämlich, daß man aus des Königs Gütern von den Renten jenseits des Wassers mit Fleiß nehme und gebe es den Leuten und daß man ihnen nicht wehre;
      9.      und wenn sie bedürfen junge Farren, Widder oder Lämmer zum Brandopfer dem Gott des Himmels, Weizen, Salz, Wein und Öl, nach dem Wort der Priester zu Jerusalem soll man ihnen geben jeglichen Tag seine Gebühr, und daß solches nicht lässig geschehe!-,
      10.      daß sie opfern zum süßen Geruch dem Gott des Himmels und bitten für das Leben des Königs und seiner Kinder.
      11.      Von mir ist solcher Befehl geschehen. Und welcher Mensch diese Worte verändert, von des Hause soll man einen Balken nehmen und aufrichten und ihn daran hängen, und sein Haus soll dem Gericht verfallen sein um der Tat willen.
      12.      Der Gott aber, der seinen Namen daselbst wohnen läßt, bringe um alle Könige und jegliches Volk, das seine Hand ausreckt, daran zu ändern und zu brechen das Haus Gottes in Jerusalem. Ich, Darius, habe dies befohlen, daß es mit Fleiß getan werde.
      13.      Das taten mit Fleiß Thathnai, der Landpfleger jenseits des Wassers, und Sethar-Bosnai mit ihrem Rat, zu welchem der König Darius gesandt hatte.
      14.      Und die Ältesten der Juden bauten; und es ging vonstatten durch die Weissagung der Propheten Haggai und Sacharja, des Sohnes Iddos, und sie bauten und richteten auf nach dem Befehl des Gottes Israels und nach dem Befehl des Kores, Darius und Arthahsastha, der Könige in Persien,
      15.      und vollendeten das Haus bis an den dritten Tag des Monats Adar, das war das sechste Jahr des Königreichs des Königs Darius.
      16.      Und die Kinder Israel, die Priester, die Leviten und die andern Kinder der Gefangenschaft hielten Einweihung des Hauses Gotte mit Freuden
      17.      und opferten auf die Einweihung des Hauses Gottes hundert Farren, zweihundert Widder, vierhundert Lämmer und zum Sündopfer für ganz Israel zwölf Ziegenböcke nach der Zahl der Stämme Israels
      18.      und bestellten die Priester und die Leviten in ihren Ordnungen, zu dienen Gott, der zu Jerusalem ist, wie es geschrieben steht im Buch Mose’s.
      19.      Und die Kinder der Gefangenschaft hielten Passah am vierzehnten Tage des ersten Monats;
      20.      Denn die Priester und Leviten hatten sich gereinigt wie ein Mann, daß sie alle rein waren, und schlachteten das Passah für alle Kinder der Gefangenschaft und für ihre Brüder, die Priester und für sich.
      21.      Und die Kinder Israel, die aus der Gefangenschaft waren wiedergekommen, und alle, die sich zu ihnen abgesondert hatten von der Unreinigkeit der Heiden im Lande, zu suchen den HERRN, den Gott Israels, aßen
      22.      und hielten das Fest der ungesäuerten Brote sieben Tage mit Freuden; denn der HERR hatte sie fröhlich gemacht und das Herz des Königs von Assyrien zu ihnen gewandt, daß sie gestärkt würden im Werk am Hause Gottes, der der Gott Israels ist.

Das 7. Kapitel

      1.      Nach diesen Geschichten, da Arthahsastha, der König in Persien, regierte, zog herauf von Babel Esra, der Sohn Serajas, des Sohnes Asarjas, des Sohnes Hilkias,
      2.      des Sohnes Sallum, des Sohnes Zadoks, des Sohnes Ahitobs,
      3.      des Sohnes Amarjas, des Sohnes Asarjas, des Sohnes Merajoths,
      4.      des Sohnes Serahjas, des Sohnes Usis, des Sohnes Bukkis,
      5.      des Sohnes Abisuas, des Sohnes Pinehas, des Sohnes Eleasars, des Sohnes Aarons, des obersten Priesters.
      6.      Esra aber war ein geschickter Schriftgelehrter im Gesetz Mose’s, das der HERR, der Gott Israels gegeben hatte. Und der König gab ihm alles, was er forderte, nach der Hand des HERRN, seines Gottes, über ihm.
      7.      Und es zogen herauf etliche der Kinder Israel und der Priester und der Leviten, der Sänger, der Torhüter und der Tempelknechte gen Jerusalem, im siebenten Jahr Arthahsasthas, des Königs.
      8.      Und er kam gen Jerusalem im fünften Monat, nämlich des siebenten Jahres des Königs.
      9.      Denn am ersten Tage des ersten Monats ward er Rats, heraufzuziehen von Babel, und am ersten Tage des fünften Monats kam er gen Jerusalem nach der guten Hand Gottes über ihm.
      10.      Denn Esra schickte sein Herz, zu suchen das Gesetz des HERRN und zu tun, und zu lehren in Israel Gebote und Rechte.
      11.      Und dies ist der Inhalt des Briefes, den der König Arthahsastha gab Esra, dem Priester, dem Schriftgelehrten, der ein Lehrer war in den Worten des HERRN und seiner Gebote über Israel:
      12.      Arthahsastha, König aller Könige, Esra, dem Priester und Schriftgelehrten im Gesetz des Gottes des Himmels, Friede und Gruß !
      13.      Von mir ist befohlen, daß alle, die da willig sind in meinem Reich, des Volkes Israel und der Priester und Leviten, gen Jerusalem zu ziehen, daß die mit dir ziehen,
      14.      dieweil du vom König und seinen sieben Ratsherren gesandt bist, zu besichtigen Juda und Jerusalem nach dem Gesetz Gottes, das unter deiner Hand ist,
      15.      und hinzubringen Silber und Gold, das der König und seine Ratsherren freiwillig geben dem Gott Israels, des Wohnung zu Jerusalem ist,
      16.      und allerlei Silber und Gold, das du finden kannst in der ganzen Landschaft Babel, mit dem, was das Volk und die Priester freiwillig geben zum Hause ihres Gottes zu Jerusalem.
      17.      Alles das nimm und kaufe mit Fleiß von dem Gelde Farren, Widder, Lämmer und die Speisopfer und Trankopfer dazu, daß man opfere auf dem Altar beim Hause eures Gottes zu Jerusalem.
      18.      Dazu was dir und deinen Brüdern mit dem übrigen Gelde zu tun gefällt, das tut nach dem Willen eures Gottes.
      19.      Und die Gefäße, die dir gegeben sind zum Amt im Hause Gottes, überantworte vor Gott zu Jerusalem.
      20.      Auch was mehr not sein wird zum Hause deines Gottes, das dir vorfällt auszugeben, das laß geben aus der Kammer des Königs.
      21.      Ich, König Arthahsastha, habe dies befohlen den Schatzmeistern jenseit des Wassers, daß, was Esra von euch fordern wird, der Priester und Schriftgelehrte im Gesetz des Gottes des Himmels, daß ihr das fleißig tut,
      22.      bis auf hundert Zentner Silber und auf hundert Kor Weizen und auf hundert Bath Wein und auf hundert Bath Öl und salz ohne Maß.
      23.      Alles was gehört zum Gesetz des Gottes des Himmels, daß man dasselbe fleißig tue zum Hause des Gottes des Himmels, daß nicht ein Zorn komme über das Königreich des Königs und seiner Kinder.
      24.      Und euch sei kund, daß ihr nicht Macht habt, Zins, Zoll und jährliche Rente zu legen auf irgend einen Priester, Leviten, Sänger, Torhüter, Tempelknecht und Diener im Hause dieses Gottes.
      25.      Du aber, Esra, nach der Weisheit deines Gottes, die unter deiner Hand ist, setze Richter und Pfleger, die alles Volk richten, das jenseit des Wassers ist, alle, die das Gesetz deines Gottes wissen; und welche es nicht wissen, die lehret es.
      26.      Und ein jeglicher, der nicht mit Fleiß tun wird das Gesetz deines Gottes und das Gesetz des Königs, der soll sein Urteil um der Tat willen haben, es sei zum Tod oder in die Acht oder zur Buße am Gut oder ins Gefängnis.
      27.      Gelobt sei der HERR, unsrer Väter Gott, der solches hat dem König eingegeben, daß er das Haus des HERRN zu Jerusalem ziere,
      28.      und hat zu mir Barmherzigkeit geneigt vor dem König und seinen Ratsherren und allen Gewaltigen des Königs! Und ich ward getrost nach der Hand des HERRN, meines Gottes, über mir und versammelte Häupter aus Israel, daß sie mit mir hinaufzögen.

Das 8. Kapitel

      1.      Dies sind die Häupter ihrer Vaterhäuser und ihr Geschlecht, die mit mir heraufzogen von Babel zu den Zeiten, da der König Arthahsastha regierte:
      2.      Von den Kindern Pinhas: Gersom; von den Kinder Ithamar: Daniel; von den Kindern David: Hattus,
      3.      von den Kindern Sechanja; von den Kindern Pareos: Sacharja und mit ihm Mannsbilder, gerechnet hundertfünfzig;
      4.      von den Kindern Pahath-Moab: Eljoenai, der Sohn Serahjas, und mit ihm zweihundert Mannsbilder;
      5.      von den Kindern Satthu: Sechanja, der Sohn Jahasiels, und mit ihm dreihundert Mannsbilder;
      6.      von den Kindern Adin: Ebed, der Sohn Jonathan, und mit ihm fünfzig Mannsbilder;
      7.      von den Kindern Elam: Jesaja, der Sohn Athaljas, und mit ihm siebzig Mannsbilder;
      8.      von den Kindern Sephatja: Sebadja, der Sohn Michaels und mit ihm achtzig Mannsbilder;
      9.      von den Kindern Joab: Obadja, der Sohn Jehiels, und mit ihm zweihundertachtzehn Mannsbilder;
      10.      von den Kindern Bani: Selomith, der Sohn Josiphjas, und mit ihm hundertsechzig Mannsbilder;
      11.      von den Kindern Bebai: Sacharja, der Sohn Bebais, und mit ihm achtundzwanzig Mannsbilder;
      12.      von den Kindern Asgad: Johanan, der Sohn Hakkatans, und mit ihm hundertundzehn Mannsbilder;
      13.      von den Kindern Adonikams die letzten, und hießen also: Eliphelet, Jeiel und Semaja, und mit ihnen sechzig Mannsbilder;
      14.      von den Kindern Bigevai: Uthai und Sabbud und mit ihnen siebzig Mannsbilder.
      15.      Und ich versammelte sie ans Wasser, das gen Ahava kommt; und wir bleiben drei Tage daselbst. Und da ich achthatte aufs Volk und die Priester, fand ich keine Leviten daselbst.
      16.      Da sandte ich hin Elieser, Ariel, Semaja, Elnathan, Jarib, Elnathan, Nathan, Sacharja und Mesullam, die Obersten, und Jojarib und Elnathan, die Lehrer,
      17.      und sandte sie aus zu Iddo, dem Obersten, gen Kasphia, daß sie uns holten Diener für das Haus unsers Gottes. Und ich gab ihnen ein, was sie reden sollten mit Iddo und seinen Brüdern, den Tempelknechten, zu Kasphia.
      18.      Und sie brachten uns, nach der guten Hand unsres Gottes über uns, einen klugen Mann aus den Kindern Maheli, des Sohnes Levis, des Sohnes Israels, und Serebja mit seinen Söhnen und Brüdern, achtzehn,
      19.      und Hasabja und mit ihm Jesaja von den Kindern Merari mit seinen Brüdern und ihren Söhnen, zwanzig,
      20.      und von den Tempelknechten, die David und die Fürsten gaben, zu dienen den Leviten, zweihundertundzwanzig, alle mit Namen genannt.
      21.      Und ich ließ daselbst am Wasser bei Ahava ein Fasten ausrufen, daß wir uns demütigten vor unserm Gott, zu suchen von ihm einen richtigen Weg für uns und unsre Kinder und alle unsre Habe.
      22.      Denn ich schämte mich vom König Geleit und Reiter zu fordern, uns wider die Feinde zu helfen auf dem Wege. Denn wir hatten dem König gesagt: Die Hand unsres Gottes ist zum Besten über alle, die ihn suchen, und seine Stärke und Zorn über alle, die ihn verlassen.
      23.      Also fasteten wir und suchten solches von unserm Gott, und er hörte uns.
      24.      Und ich sonderte zwölf aus von den obersten Priestern, dazu Serebja und Hasabja und mit ihnen ihrer Brüder zehn,
      25.      und wog ihnen dar das Silber und Gold und die Gefäße zur Hebe für das Haus unsres Gottes, welche der König und seine Ratsherren und Fürsten und ganz Israel, das vorhanden war, zur Hebe gegeben hatten.
      26.      Und wog ihnen dar unter ihre Hand sechshundertundfünfzig Zentner Silber und an silbernen Gefäßen hundert zentner und an Gold hundert Zentner,
      27.      zwanzig goldene Becher, tausend Goldgulden wert, und zwei eherne, köstliche Gefäße, lauter wie Gold.
      28.      Und sprach zu ihnen: Ihr seid heilig dem HERRN, so sind die Gefäße auch heilig; dazu das frei gegebene Silber und Gold dem HERRN, eurer Väter Gott.
      29.      So wacht und bewahrt es, bis daß ihr’s darwägt vor den Obersten Priestern und Leviten und den Obersten der Vaterhäuser in Israel zu Jerusalem in die Kammer des Hauses des HERRN.
      30.      Da nahmen die Priester und Leviten das gewogene Silber und Gold und die Gefäße, daß sie es brächten gen Jerusalem zum Hause unsres Gottes.
      31.      Also brachen wir auf von dem Wasser Ahava am zwölften Tage des ersten Monats, daß wir gen Jerusalem zögen. Und die Hand unsres Gottes war über uns und errettete uns von der Hand der Feinde und derer, die uns nachstellten auf dem Wege.
      32.      Und wir kamen gen Jerusalem und blieben daselbst drei Tage.
      33.      Aber am vierten Tage wurden dargewogen das Silber und Gold und die Gefäße ins Haus unsres Gottes unter die Hand des Priesters Meremoth, des Sohnes Urias, und mit ihm Eleasar, dem Sohn Pinehas, und mit ihnen Josabad, dem Sohn Jesuas, und Noadja, dem Sohn Binnuis, den Leviten,
      34.      nach Zahl und Gewicht eines jeglichen; und das Gewicht ward zu der Zeit alles aufgeschrieben.
      35.      Und die Kinder der Gefangenschaft, die aus der Gefangenschaft gekommen waren, opferten Brandopfer dem Gott Israels: zwölf Farren für das ganze Israel, sechsundneunzig Widder, siebenundsiebzig Lämmer, zwölf Böcke zum Sündopfer, alles zum Brandopfer dem HERRN.
      36.      Und sie überantworteten des Königs Befehle den Amtleuten des Königs und den Landpflegern diesseit des Wassers. Und diese halfen dem Volk und dem Hause Gottes.

Das 9. Kapitel

      1.      Da das alles war ausgerichtet, traten zu mir die Obersten und sprachen: Das Volk Israel und die Priester und Leviten sind nicht abgesondert von den Völkern in den Ländern nach ihren Greueln, nämlich die Kanaaniter, Hethiter, Pheresiter, Jebusiter, Ammoniter, Moabiter, Ägypter und Amoriter;
      2.      denn sie haben derselben Töchter genommen sich und ihren Söhnen und den heiligen Samen gemein gemacht mit den Völkern in den Ländern. Und die Hand der Obersten und Ratsherren war die vornehmste in dieser Missetat.
      3.      Da ich solches hörte, zerriß ich mein Kleid und meinen Rock und raufte mein Haupthaar und Bart aus und saß bestürzt.
      4.      Und es versammelten sich zu mir alle, die des HERRN Wort, des Gottes Israels, fürchteten, um der Vergreifung willen derer, die gefangen gewesen waren; und ich saß bestürzt bis an das Abendopfer.
      5.      Und um das Abendopfer stand ich auf von meinem Elend und zerriß mein Kleid und meinen Rock und fiel auf meine Kniee und breitete meine Hände aus zu dem HERRN, meinem Gott,
      6.      und sprach: Mein Gott, ich schäme mich und scheue mich, meine Augen aufzuheben zu dir, mein Gott; denn unsre Missetat ist über unser Haupt gewachsen und unsre Schuld ist groß bis in den Himmel.
      7.      Von der Zeit unsrer Väter an sind wir in großer Schuld gewesen bis auf diesen Tag, und um unsrer Missetat willen sind wir und unsre Könige und Priester gegeben in die Hand der Könige in den Ländern, ins Schwert, ins Gefängnis in Raub und in Scham des Angesichts, wie es heutigestages geht.
      8.      Nun aber ist einen kleinen Augenblick Gnade von dem HERRN, unserm Gott, geschehen, daß uns noch Entronnene übriggelassen sind, daß er uns gebe einen Nagel an seiner heiligen Stätte, daß unser Gott unsre Augen erleuchte und gebe uns ein wenig Leben, da wir Knechte sind.
      9.      Denn wir sind Knechte, und unser Gott hat uns nicht verlassen, ob wir Knechte sind, und hat Barmherzigkeit zu uns geneigt vor den Königen in Persien, daß sie uns das Leben gelassen haben und erhöht das Haus unsers Gottes und aufgerichtet seine Verstörung und uns gegeben einen Zaun in Juda und Jerusalem.
      10.      Nun, was sollen wir sagen, unser Gott, nach diesem, daß wir deine Gebote verlassen haben,
      11.      die du durch deine Knechte, die Propheten, geboten hast und gesagt: Das Land, darein ihr kommt, es zu erben, ist ein unreines Land durch die Unreinigkeit der Völker in den Ländern in ihren Greueln, womit sie es an allen Enden voll Unreinigkeit gemacht haben.
      12.      So sollt ihr nun eure Töchter nicht geben ihren Söhnen, und ihre Töchter sollt ihr euren Söhnen nicht nehmen; und sucht nicht ihren Frieden noch ihr Gutes ewiglich, auf daß ihr mächtig werdet und esset das Gute im Lande und vererbt es auf eure Kinder ewiglich.
      13.      Und nach dem allem, was über uns gekommen ist um unsrer bösen Werke großer Schuld willen, hast du, unser Gott, unsre Missetat verschont und hast uns eine Errettung gegeben, wie es da steht.
      14.      Sollten wir wiederum deine Gebote lassen fahren, daß wir uns mit den Völkern dieser Greuel befreundeten ? Wirst du nicht über uns zürnen, bis daß es ganz aus sei, daß nichts Übriges noch keine Errettung sei?
      15.      HERR, Gott Israels, du bist gerecht; denn wir sind übriggeblieben als Errettete, wie es heute steht. Siehe, wir sind vor dir in unsrer Schuld; denn um deswillen ist nicht zu bestehen vor dir.

Das 10. Kapitel

      1.      Und da Esra also betete und bekannte, weinte und vor dem Hause Gottes lag, sammelten sich zu ihm aus Israel eine sehr große Gemeinde von Männern und Weibern und Kindern; denn das Volk weinte sehr.
      2.      Und Sechanja, der Sohn Jehiels, aus den Kindern Elam, antwortete und sprach zu Esra: Wohlan, wir haben uns an unserm Gott vergriffen, daß wir fremde Weiber aus den Völkern des Landes genommen haben. Nun, es ist noch Hoffnung für Israel über dem.
      3.      So laßt uns einen Bund machen mit unserm Gott, daß wir alle Weiber und die von ihnen geboren sind, hinaustun nach dem Rat des HERRN und derer, die die Gebote unsers Gottes fürchten, daß man tue nach dem Gesetz.
      4.      So mache dich auf ! denn dir gebührt’s; wir wollen mit dir sein. Sei getrost und tue es!
      5.      Da stand Esra auf und nahm einen Eid von den Obersten der Priester und Leviten und des ganzen Israels, daß sie nach diesem Wort tun sollten. Und sie schwuren.
      6.      Und Esra stand auf vor dem Hause Gottes und ging in die Kammer Johanans, des Sohnes Eljasibs. Und da er dahin kam, aß er kein Brot und trank kein Wasser; denn er trug Leid um die Vergreifung derer, die gefangen gewesen waren.
      7.      Und sie ließen ausrufen durch Juda und Jerusalem zu allen, die gefangen gewesen waren, daß sie sich gen Jerusalem versammelten.
      8.      Und welcher nicht käme in drei Tagen nach dem Rat der Obersten und Ältesten, des Habe sollte alle verbannt sein und er abgesondert von der Gemeinde der Gefangenen.
      9.      Da versammelten sich alle Männer Juda’s und Benjamins gen Jerusalem in drei Tagen, das ist am zwanzigsten Tage des neunten Monats. Und alles Volk saß auf der Straße vor dem Hause Gottes und zitterte um der Sache willen und vom Regen.
      10.      Und Esra, der Priester, stand auf und sprach zu ihnen: Ihr habt euch vergriffen, daß ihr fremde Weiber genommen habt, daß ihr der Schuld Israels noch mehr machtet.
      11.      So bekennt nun dem HERRN, eurer Väter Gott, und tut sein Wohlgefallen und scheidet euch von den Völkern des Landes und von den fremden Weibern.
      12.      Da antwortete die ganze Gemeinde und sprach mit lauter Stimme: Es geschehe, wie du uns gesagt hast.
      13.      Aber des Volks ist viel, und Regenzeit, und man kann nicht draußen stehen; so ist’s auch nicht eines oder zweier Tage Werk, denn wir haben viel gemacht solcher Übertretungen.
      14.      Laßt uns unsre Obersten bestellen für die ganze Gemeinde, daß alle, die in unsern Städten fremde Weiber genommen haben, zu bestimmten Zeiten kommen und die Ältesten einer jeglichen Stadt und ihre Richter mit ihnen, bis daß von uns gewendet werde der Zorn unseres Gottes um dieser Sache willen.
      15.      [Nur Jonathan, der Sohn Asahels, und Jahseja, der Sohn Tikwas, setzten sich dawider, und Mesullam und Sabthai, der Levit, halfen ihnen.)
      16.      Und die Kinder der Gefangenschaft taten also. Und der Priester Esra und Männer, welche die Häupter ihrer Vaterhäuser waren, alle mit Namen genannt, wurden ausgesondert und setzten sich am ersten Tage des zehnten Monats, zu erforschen diese Sache;
      17.      und sie richteten es aus an allen Männern, die fremde Weiber hatten, bis zum ersten Tage des ersten Monats.
      18.      Und es wurden gefunden unter den Kindern der Priestern, die fremde Weiber genommen hatten, nämlich unter den Kindern Jesuas, des Sohnes Jozadaks, und seinen Brüdern Maaseja, Elieser, Jarib und Gedalja,
      19.      und sie gaben ihre Hand darauf, daß sie die Weiber wollten ausstoßen und zu ihrem Schuldopfer einen Widder für ihre Schuld geben;
      20.      unter den Kindern Immer: Hanani und Sebadja;
      21.      unter den Kindern Harim: Maaseja, Elia, Semaja Jehiel und Usia;
      22.      unter den Kindern Pashur: Eljoenai, Maaseja, Ismael, Nathanael, Josabad und Eleasa;
      23.      unter den Leviten: Josabad, Simei und Kelaja (er ist der Kelita), Pethahja, Juda und Elieser;
      24.      unter den sängern: Eljasib; unter den Torhütern: Sallum, Telem und Uri.
      25.      Von Israel unter den Kindern Pareos: Ramja, Jesia, Malchia, Mijamin, Eleasar, Malchia und Benaja;
      26.      unter den Kindern Elam: Matthanja, Sacharja, Jehiel, Abdi, Jeremoth und Elia;
      27.      unter den Kindern Satthu: Eljoenai, Eljasib, Matthanja, Jeremoth, Sabad und Asisa;
      28.      unter den Kindern Bebai: Johanan, Hananja, Sabbai und Athlai;
      29.      unter den Kindern Bani: Mesullam, Malluch, Adaja, Jasub, Seal und Jeremoth;
      30.      unter den Kindern Pahath-Moab: Adna, Chelal, Benaja, Maaseja, Matthanja, Bezaleel, Binnui und Manasse;
      31.      unter den Kindern Harim: Elieser, Jissia, Malchia, Semaja Simeon,
      32.      Benjamin, Malluch und Semarja;
      33.      unter den Kindern Hasum: Matthnai, Matthattha, Sabad, Eliphelet, Jeremai, Manasse und Simei;
      34.      unter den Kindern Bani: Maedai, Amram, Uel,
      35.      Benaja, Bedja, Cheluhi,
      36.      Vanja, Meremoth, Eljasib,
      37.      Matthanja, Matthnai, Jaesai,
      38.      Bani, Binnui, Simei,
      39.      Selemja, Nathan, Adaja,
      40.      Machnadbai, Sasai, Sarai,
      41.      Asareel, Selemja, Semarja,
      42.      Sallum, Amarja und Joseph;
      43.      unter den Kindern Nebo: Jeiel, Matthithja, Sabad, Sebina, Jaddai, Joel und Benaja.
      44.      Diese alle hatten fremde Weiber genommen; und waren etliche unter denselben Weibern, die Kinder getragen hatten.

NEHEMIA

Das 1. Kapitel

      1.      Dies sind die Geschichten Nehemias, des Sohnes Hachaljas. Es geschah im Monat Chislev des zwanzigsten Jahres, da ich war zu Susan auf dem Schloß,
      2.      da kam Hanani, einer meiner Brüder, mit etlichen Männern aus Juda. Und ich fragte sie, wie es den Juden ginge, die errettet und übrig waren von der Gefangenschaft, und wie es zu Jerusalem ginge.
      3.      Und sie sprachen zu mir: Die übrigen von der Gefangenschaft sind daselbst im Lande in großem Unglück und Schmach; die Mauern Jerusalems sind zerbrochen und seine Tore mit Feuer verbrannt.
      4.      Da ich aber solche Worte hörte, saß ich und weinte und trug Leid etliche Tage und fastete und betete vor dem Gott des Himmels
      5.      und sprach: Ach HERR, Gott des Himmels, großer und schrecklicher Gott, der da hält den Bund und die Barmherzigkeit denen, die ihn lieben und seine Gebote halten,
      6.      laß doch deine Ohren aufmerken und deine Augen offen sein, daß du hörst das Gebet deines Knechtes, das ich nun vor dir bete Tag und Nacht für die Kinder Israel, deine Knechte, und bekenne die Sünden der Kinder Israel, die wir an dir getan haben; und ich und meines Vaters Haus haben auch gesündigt.
      7.      Wir haben an dir mißgehandelt, daß wir nicht gehalten haben die Gebote, Befehle und Rechte, die du geboten hast deinem Knecht Mose.
      8.      Gedenke aber doch des Wortes, das du deinem Knecht Mose gebotest und sprachst: Wenn ihr euch versündigt, so will ich euch unter die Völker streuen.
      9.      Wo ihr euch aber bekehrt zu mir und haltet meine Gebote und tut sie, und ob ihr verstoßen wäret bis an der Himmel Ende, so will ich euch doch von da versammeln und will euch bringen an den Ort, den ich erwählt habe, daß mein Name daselbst wohne.
      10.      Sie sind ja doch deine Knechte und dein Volk, die du erlöst hast durch deine große Kraft und mächtige Hand.
      11.      Ach HERR, laß deine Ohren aufmerken auf das Gebet deines Knechtes und auf das Gebet deiner Knechte, die da begehren deinen Namen zu fürchten; und laß es deinem Knecht heute gelingen und gib ihm Barmherzigkeit vor diesem Manne! Denn ich war des Königs Schenke.

Das 2. Kapitel

      1.      Im Monat Nisan des zwanzigsten Jahre des Königs Arthahsastha, da Wein vor ihm stand, hob ich den Wein auf und gab dem König; und ich sah traurig vor ihm.
      2.      Da sprach der König zu mir: Warum siehst du so übel? Du bist ja nicht krank ? Das ist’s nicht, sondern du bist schwermütig. Ich aber fürchtete mich gar sehr
      3.      und sprach zu dem König: Der König lebe ewiglich! Sollte ich nicht übel sehen ? Die Stadt da das Begräbnis meiner Väter ist, liegt wüst, und ihre Tore sind mit Feuer verzehrt.
      4.      Da sprach der König: Was forderst du denn? da betete ich zu dem Gott des Himmels
      5.      und sprach zum König: Gefällt es dem König und ist dein Knecht angenehm vor dir, so wollest du mich senden nach Juda zu der Stadt des Begräbnisses meiner Väter, daß ich sie baue.
      6.      Und der König sprach zu mir und die Königin, die neben ihm saß: Wie lange wird deine Reise währen, und wann wirst du wiederkommen ? Und es gefiel dem König, daß er mich hinsendete. Und ich setzte ihm eine bestimmte Zeit
      7.      und sprach zum König: Gefällt es dem König, so gebe man mir Briefe an die Landpfleger jenseit des Wassers, daß sie mich hinübergeleiten, bis ich komme nach Juda,
      8.      und Briefe an Asaph den Holzfürsten des Königs, daß er mir Holz gebe zu Balken der Pforten an der Burg beim Tempel und zu der Stadtmauer und zum Hause, da ich einziehen soll. Und der König gab mir nach der guten Hand meines Gottes über mir.
      9.      Und da ich kam zu den Landpflegern jenseit des Wassers, gab ich ihnen des Königs Briefe. Und der König sandte mit mir Hauptleute und Reiter.
      10.      Da aber das hörten Saneballat, der Horoniter, und Tobia, der ammonitische Knecht, verdroß es sie sehr, daß ein Mensch gekommen wäre, der Gutes suchte für die Kinder Israel.
      11.      Und da ich gen Jerusalem kam und drei Tage da gewesen war,
      12.      machte ich mich des Nachts auf und wenig Männer mit mir (denn ich sagte keinem Menschen, was mir mein Gott eingegeben hatte zu tun an Jerusalem), und war kein Tier mit mir, ohne das, darauf ich ritt.
      13.      Und ich ritt zum Taltor aus bei der Nacht und gegen den Drachenbrunnen und an das Misttor; und es tat mir wehe, daß die Mauern Jerusalems eingerissen waren und die Tore mit Feuer verzehrt.
      14.      Und ging hinüber zu dem Brunnentor und zu des Königs Teich; und war da nicht Raum meinem Tier, daß es unter mir hätte gehen können.
      15.      Da zog ich bei Nacht den Bach hinan; und es tat mir wehe, die Mauern also zu sehen. Und kehrte um und kam zum Taltor wieder heim.
      16.      Und die Obersten wußten nicht, wo ich hinging oder was ich machte; denn ich hatte bis daher den Juden und den Priestern, den Ratsherren und den Obersten und den andern, die am Werk arbeiteten, nichts gesagt.
      17.      Und ich sprach zu ihnen: Ihr seht das Unglück, darin wir sind, daß Jerusalem wüst liegt und seine Tore sind mit Feuer verbrannt. Kommt, laßt uns die Mauern Jerusalems bauen, daß wir nicht mehr eine Schmach seien !
      18.      Und sagte ihnen an die Hand meines Gottes, die gut über mir war, dazu die Worte des Königs, die er zu mir geredet hatte. Und sie sprachen: So laßt uns auf sein und bauen ! Und ihre Hände wurden gestärkt zum Guten.
      19.      Da aber das Saneballat, der Horoniter und Tobia, der ammonitische Knecht, und Gesem, der Araber, hörten, spotteten sie unser und verachteten uns und sprachen: Was ist das, das ihr tut ? Wollt ihr von dem König abfallen ?
      20.      Da antwortete ich ihnen und sprach: Der Gott des Himmels wird es uns gelingen lassen; denn wir, seine Knechte, haben uns aufgemacht und bauen. Ihr aber habt kein Teil noch Recht noch Gedächtnis in Jerusalem.

Das 3. Kapitel

      1.      Und Eljasib, der Hohepriester, machte sich auf mit seinen Brüdern, den Priestern und bauten das Schaftor. Sie heiligten es und setzten seine Türen ein. Sie heiligten es aber bis an den Turm Mea, bis an den Turm Hananeel.
      2.      Neben ihm bauten die Männer von Jericho. Und daneben baute Sakkur, der Sohn Imris.
      3.      Aber das Fischtor bauten die Kinder von Senaa, sie deckten es und setzten seine Türen ein, Schlösser und Riegel.
      4.      Neben ihnen baute Meremoth, der Sohn Urias, des Sohnes Hakkoz. Neben ihnen baute Mesullam, der Sohn Berechjas, des Sohnes Mesesabeels. Neben ihnen baute Zadok, der Sohn Baanas.
      5.      Neben ihnen bauten die von Thekoa; aber ihre Vornehmeren brachten ihren Hals nicht zum Dienst ihrer Herren.
      6.      Das alte Tor baute Jojada, der Sohn Paseahs, und Mesullam, der Sohn Besodjas; sie deckten es und setzten ein seine Türen und Schlösser und Riegel.
      7.      Neben ihnen bauten Melatja von Gibeon und Jadon von Meronoth, die Männer von Gibeon und von Mizpa, am Stuhl des Landpflegers diesseit des Wassers.
      8.      Daneben baute Usiel, der Sohn des Harhajas, der Goldschmied. Neben ihm baute Hananja, der Sohn der Salbenbereiter; und sie bauten aus zu Jerusalem bis an die breite Mauer.
      9.      Neben ihm baute Rephaja, der Sohn Hurs, der Oberste des halben Kreises von Jerusalem.
      10.      Neben ihm baute Jedaja, der Sohn Harumaphs, gegenüber seinem Hause. Neben ihm baute Hattus, der Sohn Hasabnejas.
      11.      Aber Malchia, der Sohn Harims, und Hassub, der Sohn Pahath-Moabs, bauten ein andres Stück und den Ofenturm.
      12.      Daneben baute Sallum, der Sohn des Halohes, der Oberste des andern halben Kreises von Jerusalem, er und seine Töchter.
      13.      Das Taltor bauten Hanun und die Bürger von Sanoah, sie bauten’s und setzten ein seine Türen, Schlösser und Riegel, und tausend Ellen an der Mauer bis an das Misttor.
      14.      Das Misttor aber baute Malchia, der Sohn Rechabs, der Oberste des Kreises von Beth-Cherem; er baute es und setzte ein seine Türen, Schlösser und Riegel.
      15.      Aber das Brunnentor baute Sallun, der Sohn Chol-Hoses, der Oberste des Kreises von Mizpa, er baute es und deckte es und setzte ein seine Türen, Schlösser und Riegel, dazu die Mauer am Teich Siloah bei dem Garten des Königs bis an die Stufen, die von der Stadt Davids herabgehen.
      16.      Nach ihm baute Nehemia, der Sohn Asbuks, der Oberste des halben Kreises von Beth-Zur, bis gegenüber den Gräbern Davids und bis an den Teich, den man gemacht hatte, und bis an das Haus der Helden.
      17.      Nach ihm bauten die Leviten, Rehum, der Sohn Banis. Neben ihm baute Hasabja, der Oberste des halben Kreises von Kegila, für seinen Kreis.
      18.      Nach ihm bauten ihre Brüder, Bavvai, der Sohn Henadads, der Oberste des andern halben Kreises von Kegila.
      19.      Neben ihm baute Eser, der Sohn Jesuas, der Oberste zu Mizpa, ein anderes Stück den Winkel hinan gegenüber dem Zeughaus.
      20.      Nach ihm auf dem Berge baute Baruch, der Sohn Sabbais, ein anderes Stück vom Winkel bis an die Haustür Eljasibs, des Hohenpriesters.
      21.      Nach ihm baute Meremoth, der Sohn Urias, des Sohnes Hakkoz, ein anderes Stück von der Haustür Eljasibs, bis an das Ende des Hauses Eljasibs,
      22.      Nach ihm bauten die Priester, die Männer aus der Gegend.
      23.      Nach dem baute Benjamin und Hassub gegenüber ihrem Hause. Nach dem baute Asarja, der Sohn Maasejas, des Sohnes Ananjas, neben seinem Hause.
      24.      Nach ihm baute Binnui, der Sohn Henadads, ein anderes Stück vom Hause Asarjas bis an den Winkel und bis an die Ecke.
      25.      Palal, der Sohn Usais, gegenüber dem Winkel und den Oberen Turm, der vom Königshause heraussieht bei dem Kerkerhofe. Nach ihm Pedaja, der Sohn Pareos.
      26.      Die Tempelknechte aber wohnten am Ophel bis an das Wassertor gegen Morgen, da der Turm heraussieht.
      27.      Nach dem bauten die von Thekoa ein anderes Stück gegenüber dem großen Turm, der heraussieht, und bis an die Mauer des Ophel.
      28.      Aber vom Roßtor an bauten die Priester, ein jeglicher gegenüber seinem Hause.
      29.      Nach dem baute Zadok, der Sohn Immers, gegenüber seinem Hause. Nach ihm baute Semaja, der Sohn Sechanjas, der Hüter des Tores gegen Morgen.
      30.      Nach ihm baute Hananja, der Sohn Selemjas, und Hanun, der Sohn Zalaphs, der sechste, ein anderes Stück. Nach ihm baute Mesullam, der Sohn Berechjas, gegenüber seiner Kammer.
      31.      Nach ihm baute Malchia, der Sohn des Goldschmieds, bis an das Haus der Tempelknechte und der Krämer, gegenüber dem Ratstor und bis an den Söller an der Ecke.
      32.      Und zwischen dem Söller und dem Schaftor bauten die Goldschmiede und die Krämer.
      33.      Da aber Saneballat hörte, daß wir die Mauer bauten, ward er zornig und sehr entrüstet und spottete der Juden
      34.      und sprach vor seinen Brüdern und den Mächtigen zu Samaria: Was machen die ohnmächtigen Juden? Wird man sie so lassen ? Werden sie opfern ? Werden sie es diesen Tag vollenden ? Werden sie die Steine lebendig machen, die Schutthaufen und verbrannt sind ?
      35.      Aber Tobia, der Ammoniter, neben ihm sprach: Laß sie nur bauen; wenn Füchse hinaufzögen, die zerrissen wohl ihre steinerne Mauer.
      36.      Höre, unser Gott, wie verachtet sind wir ! Kehre ihren Hohn auf ihren Kopf, daß du sie gibst in Verachtung im Lande ihrer Gefangenschaft.
      37.      Decke ihre Missetat nicht zu, und ihre Sünde vertilge nicht vor dir; denn sie haben vor den Bauleuten dich erzürnt.
      38.      Aber wir bauten die Mauer und fügten sie ganz aneinander bis an die halbe Höhe. Und das Volk gewann ein Herz zu arbeiten.

Das 4. Kapitel

      1.      Da aber Saneballat und Tobia und die Araber und Ammoniter und Asdoditer hörten, daß die Mauern zu Jerusalem zugemacht wurden und daß sie die Lücken hatten angefangen zu verschließen, wurden sie sehr zornig
      2.      und machten allesamt einen Bund zuhaufen, daß sie kämen und stritten wider Jerusalem und richteten darin Verwirrung an.
      3.      Wir aber beteten zu unserm Gott und stellten Hut gegen sie Tag und Nacht vor ihnen.
      4.      Und Juda sprach: Die Kraft der Träger ist zu schwach, und des Schuttes ist zu viel; wir können nicht an der Mauer bauen.
      5.      Unsre Widersacher aber gedachten: Sie sollen’s nicht wissen noch sehen, bis wir mitten unter sie kommen und sie erwürgen und das Werk hindern.
      6.      Da aber die Juden, die neben ihnen wohnten, kamen, und sagten’s uns wohl zehnmal, aus allen Orten, da sie um uns wohnten,
      7.      da stellte ich unten an die Orte hinter der Mauer in die Gräben das Volk nach ihren Geschlechtern mit ihren Schwertern, Spießen und Bogen.
      8.      Und ich besah es und machte mich auf und sprach zu den Ratsherren und Obersten und dem andern Volk: Fürchtet euch nicht vor ihnen; gedenkt an den großen, schrecklichen HERRN und streitet für eure Brüder, Söhne, Töchter, Weiber und Häuser!
      9.      Da aber unsre Feinde hörten, daß es uns kund war geworden und Gott ihren Rat zunichte gemacht hatte, kehrten wir alle wieder zur Mauer, ein jeglicher zu seiner Arbeit.
      10.      Und es geschah von hier an, daß der Jünglinge die Hälfte taten die Arbeit, die andere Hälfte hielten die Spieße, Schilde, Bogen und Panzer. Und die Obersten standen hinter dem ganzen Hause Juda,
      11.      die da bauten an der Mauer. Und die da Last trugen von denen, die ihnen aufluden, mit einer Hand taten sie die Arbeit, und mit der andern hielten sie die Waffe.
      12.      Und ein jeglicher, der da baute, hatte sein Schwert an seine Lenden gegürtet und baute also; und der mit der Posaune blies, war neben mir.
      13.      Und ich sprach zu den Ratsherren und Obersten und zum andern Volk: Das Werk ist groß und weit, und wir sind zerstreut auf der Mauer, ferne voneinander.
      14.      An welchem Ort ihr nun die Posaune tönen hört, dahin versammelt euch zu uns. Unser Gott wird für uns streiten.
      15.      So arbeiteten wir am Werk, und ihre Hälfte hielt die Spieße von dem Aufgang der Morgenröte, bis die Sterne hervorkamen.
      16.      Auch sprach ich zu der Zeit zum Volk: Ein jeglicher bleibe mit seinen Leuten über Nacht zu Jerusalem, daß sie uns des Nachts der Hut und des Tages der Arbeit warten.
      17.      Aber ich und meine Brüder und meine Leute und die Männer an der Hut hinter mir, wir zogen unsere Kleider nicht aus; ein jeglicher ließ das Baden anstehen.

Das 5. Kapitel

      1.      Und es erhob sich ein großes Geschrei des Volkes und ihrer Weiber wider ihre Brüder, die Juden.
      2.      Und waren etliche, die da sprachen: Unserer Söhne und Töchter sind viel; laßt uns Getreide nehmen und essen, daß wir leben.
      3.      Aber etliche sprachen: Laßt uns unsre Äcker, Weinberge und Häuser versetzen und Getreide nehmen in der Teuerung.
      4.      Etliche aber sprachen: Wir habe Geld entlehnt zum Schoß für den König auf unsre Äcker und Weinberge;
      5.      nun ist doch wie unsrer Brüder Leib auch unser Leib und wie ihre Kinder unsre Kinder, und siehe, wir müssen unsre Söhne und Töchter unterwerfen dem Dienst, und sind schon unsrer Töchter etliche unterworfen, und ist kein Vermögen in unsern Händen, und unsre Äcker und Weinberge sind der andern geworden.
      6.      Da ich aber ihr Schreien und solche Worte hörte, ward ich sehr zornig.
      7.      Und mein Herz ward Rats mit mir, daß ich schalt die Ratsherren und die Obersten und sprach zu ihnen: Wollt ihr einer auf den andern Wucher treiben ? Und ich brachte die Gemeinde wider sie zusammen
      8.      und sprach zu ihnen: Wir haben unsre Brüder, die Juden, erkauft die den Heiden verkauft waren, nach unserm Vermögen; und ihr wollt auch eure Brüder verkaufen und sie sollen uns verkauft werden ? Da schwiegen sie und fanden nichts zu antworten.
      9.      Und ich sprach: Es ist nicht gut, was ihr tut. Solltet ihr nicht in der Furcht Gottes wandeln um des Hohnes willen der Heiden, unsrer Feinde ?
      10.      Ich und meine Brüder und meine Leute haben ihnen auch Geld geliehen und Getreide; laßt uns doch diese Schuld erlassen.
      11.      So gebt ihnen nun heute wieder ihre Äcker, Weinberge, Ölgärten und Häuser und den Hundertsten am Geld, am Getreide, am Most und am Öl, den ihr von ihnen zu fordern habt.
      12.      Da sprachen sie: Wir wollen’s wiedergeben und wollen nichts von ihnen fordern und wollen tun wie du gesagt hast. Und ich rief die Priester und nahm einen Eid von ihnen, daß sie also tun sollten.
      13.      Auch schüttelte ich meinen Busen aus und sprach: Also schüttle Gott aus jedermann von seinem Hause und von seiner Arbeit, der dies Wort nicht handhabt, daß er sei ausgeschüttelt und leer. Und die ganze Gemeinde sprach: Amen! und lobte den HERRN. Und das Volk tat also.
      14.      Auch von der Zeit an, da mir befohlen ward, ihr Landpfleger zu sein im Lande Juda, nämlich vom zwanzigsten Jahr an bis in das zweiunddreißigste Jahr des Königs Arthahsastha, das sind zwölf Jahre, nährte ich mich und meine Brüder nicht von der Landpfleger Kost.
      15.      Denn die vorigen Landpfleger, die vor mir gewesen waren, hatten das Volk beschwert und hatten von ihnen genommen Brot und Wein, dazu auch vierzig Silberlinge; auch waren die Leute mit Gewalt gefahren über das Volk. Ich tat aber nicht also um der Furcht Gottes willen.
      16.      Auch arbeitete ich an der Mauer Arbeit und kaufte keinen Acker; und alle meine Leute mußten daselbst an die Arbeit zuhauf kommen.
      17.      Dazu waren die Juden und Obersten hundertundfünfzig an meinem Tisch und die zu uns kamen aus den Heiden, die um uns her sind.
      18.      Und man gebrauchte für mich des Tages einen Ochsen und sechs erwählte Schafe und Vögel und je innerhalb zehn Tagen allerlei Wein die Menge. Dennoch forderte ich nicht der Landpfleger Kost; denn der Dienst war schwer auf dem Volk.
      19.      Gedenke mir, mein Gott, zum Besten alles, was ich diesem Volk getan habe !

Das 6. Kapitel

      1.      Und da Saneballat, Tobia und Gesem, der Araber, und unsre Feinde erfuhren, daß ich die Mauer gebaut hatte und keine Lücke mehr daran wäre, wiewohl ich die Türen zu der Zeit noch nicht eingehängt hatte in den Toren,
      2.      sandte Sanaballat und Gesem zu mir und ließen mir sagen: Komm und laß uns zusammenkommen in den Dörfern in der Fläche Ono! Sie gedachten mir aber Böses zu tun.
      3.      Ich aber sandte Boten zu ihnen und ließ ihnen sagen: Ich habe ein großes Geschäft auszurichten, ich kann nicht hinabkommen; es möchte das Werk nachbleiben, wo ich die Hände abtäte und zu euch hinabzöge.
      4.      Sie sandten aber viermal zu mir auf diese Weise, und ich antwortete ihnen auf diese Weise.
      5.      Da sandte Saneballat zum fünftenmal zu mir seinen Diener mit einem offenen Brief in seiner Hand.
      6.      Darin war geschrieben: Es ist vor die Heiden gekommen, und Gesem hat’s gesagt, daß du und die Juden gedenkt abzufallen, darum du die Mauer baust, und wollest also König werden;
      7.      und du habest die Propheten bestellt, die von dir ausrufen sollen zu Jerusalem und sagen: Er ist der König Juda’s. Nun, solches wird vor den König kommen. So komm nun und laß uns miteinander ratschlagen !
      8.      Ich aber sandte zu ihm und ließ ihm sagen: Solches ist nicht geschehen, was du sagst; du hast es aus deinem Herzen erdacht.
      9.      Denn sie alle wollen uns furchtsam machen und gedachten: Sie sollen die Hand abtun vom Geschäft, daß es nicht fertig werde, aber nun stärke meine Hände!
      10.      Und ich kam in das Haus Semajas, des Sohnes Delajas, des Sohnes Mehetabeels; und er hatte sich verschlossen und sprach: Laß uns zusammenkommen im Hause Gottes mitten im Tempel und die Türen zuschließen; denn sie werden kommen, dich zu erwürgen, und werden bei der Nacht kommen, daß sie dich erwürgen.
      11.      Ich aber sprach: Sollte ein solcher Mann fliehen ? Sollte ein solcher Mann, wie ich bin, in den Tempel gehen, daß er lebendig bleibe ? Ich will nicht hineingehen.
      12.      Denn ich merkte, daß ihn Gott nicht gesandt hatte. Denn er sagte wohl Weissagung auf mich; aber Tobia und Saneballat hatten ihm Geld gegeben.
      13.      Darum nahm er Geld, auf daß ich mich fürchten sollte und also tun und sündigen, daß sie ein böses Gerücht hätten, damit sie mich lästern möchten.
      14.      Gedenke, mein Gott, des Tobia und Saneballat nach diesen Werken, auch der Prophetin Noadja und der anderen Propheten, die mich wollten abschrecken !
      15.      Und die Mauer ward fertig am fünfundzwanzigsten Tage des Monats Elul in zweiundfünfzig Tagen.
      16.      Und da alle unsre Feinde das hörten, fürchteten sich alle Heiden, die um uns her waren, und der Mut entfiel ihnen; denn sie merkten, daß dies Werk von Gott war.
      17.      Auch waren zu derselben Zeit viele der Obersten Juda’s, deren Briefe gingen zu Tobia und von Tobia zu ihnen.
      18.      Denn ihrer waren viel in Juda, die ihm geschworen waren; denn er war der Eidam Sechanjas, des Sohnes Arahs, und sein Sohn Johanan hatte die Tochter Mesullams, des Sohnes Berechjas.
      19.      Und sie sagten Gutes von ihm vor mir und brachten meine Reden aus zu ihm. So sandte denn Tobia Briefe, mich abzuschrecken.

Das 7. Kapitel

      1.      Da wir nun die Mauer gebaut hatten, hängte ich die Türen ein und wurden bestellt die Torhüter, Sänger und Leviten.
      2.      Und ich gebot meinem Bruder Hanani und Hananja, dem Burgvogt zu Jerusalem (denn er war ein treuer Mann und gottesfürchtig vor vielen andern),
      3.      und sprach zu Ihnen: Man soll die Tore Jerusalem nicht auftun, bis daß die Sonne heiß wird; und wenn man noch auf der Hut steht, soll man die Türen zuschlagen und verriegeln. Und es wurden Hüter bestellt aus den Bürgern Jerusalems, ein jeglicher auf seine Hut seinem Hause gegenüber.
      4.      Die Stadt aber war weit von Raum und groß, aber wenig Volk darin, und die Häuser wurden nicht gebaut.
      5.      Und mein Gott gab mir ins Herz, daß ich versammelte die Ratsherren und die Obersten und das Volk, sie zu verzeichnen. Und ich fand das Geschlechtsregister derer, die vorhin heraufgekommen waren, und fand darin geschrieben:
      6.      Dies sind die Kinder der Landschaft, die heraufgekommen sind aus der Gefangenschaft, die Nebukadnezar, der König zu Babel, hatte weggeführt, und die wieder gen Jerusalem und nach Juda kamen, ein jeglicher in seine Stadt,
      7.      und sind gekommen mit Serubabel, Jesua, Nehemia, Asarja, Raamja, Nahamani, Mardochai, Bilsan, Mispereth, Bigevai, Nehum und Baana. Dies ist die Zahl der Männer vom Volk Israel:
      8.      der Kinder Pareos waren zweitausend einhundert und zweiundsiebzig;
      9.      der Kinder Sephatja dreihundert und zweiundsiebzig;
      10.      der Kinder Arah sechshundert und zweiundfünfzig;
      11.      der Kinder Pahath-Moab von den Kindern Jesua und Joab zweitausend achthundert und achtzehn;
      12.      der Kinder Elam tausend zweihundert und vierundfünfzig;
      13.      der Kinder Satthu achthundert und fünfundvierzig;
      14.      der Kinder Sakkai siebenhundert und sechzig;
      15.      der Kinder Binnui sechshundert und achtundvierzig;
      16.      der Kinder Bebai sechshundert und achtundzwanzig;
      17.      der Kinder Asgad zweitausend dreihundert und zweiundzwanzig;
      18.      der Kinder Adonikam sechshundert und siebenundsechzig;
      19.      der Kinder Bigevai zweitausend und siebenundsechzig;
      20.      der Kinder Adin sechshundert und fünfundfünzig;
      21.      der Kinder Ater von Hiskia achtundneunzig;
      22.      der Kinder Hasum dreihundert und achtundzwanzig;
      23.      der Kinder Bezai dreihundert und vierundzwanzig;
      24.      der Kinder Hariph hundert und zwölf;
      25.      der Kinder von Gibeon fünfundneunzig;
      26.      der Männer von Bethlehem und Netopha hundert und achtundachtzig;
      27.      der Männer von Anathoth hundert und achtundzwanzig;
      28.      der Männer von Beth-Asmaveth zweiundvierzig;
      29.      der Männer von Kirjath-Jearim, Kaphira und Beeroth siebenhundert und dreiundvierzig;
      30.      der Männer von Rama und Geba sechshundert und einundzwanzig;
      31.      der Männer von Michmas hundert und zweiundzwanzig;
      32.      der Männer von Beth-El und Ai hundert und dreiundzwanzig;
      33.      der Männer vom andern Nebo zweiundfünfzig;
      34.      der Kinder des andern Elam tausend zweihundert und vierundfünfzig;
      35.      der Kinder Harim dreihundert und zwanzig;
      36.      der Kinder von Jericho dreihundert und fünfundvierzig;
      37.      der Kinder von Lod, Hadid und Ono siebenhundert und einundzwanzig;
      38.      der Kinder von Seena dreitausend und neunhundert und dreißig;
      39.      Die Priester: der Kinder Jedaja, vom Hause Jesua, neunhundert und dreiundsiebzig;
      40.      der Kinder Immer tausend und zweiundfünfzig;
      41.      der Kinder Pashur tausend zweihundert und siebenundvierzig;
      42.      der Kinder Harim tausend und siebzehn;
      43.      Die Leviten: der Kinder Jesua von Kadmiel, von den Kindern Hodavja, vierundsiebzig;
      44.      Die Sänger: der Kinder Asaph hundert und achtundvierzig;
      45.      Die Torhüter waren: die Kinder Sallum, die Kinder Ater, die Kinder Talmon, die Kinder Akkub, die Kinder Hatita, die Kinder Sobai, allesamt hundert und achtunddreißig;
      46.      Die Tempelknechte: die Kinder Ziha, die Kinder Hasupha, die Kinder Tabbaoth,
      47.      die Kinder Keros, die Kinder Sia, die Kinder Padon,
      48.      die Kinder Lebana, die Kinder Hagaba, die Kinder Salmai,
      49.      die Kinder Hanan, die Kinder Giddel, die Kinder Gahar,
      50.      die Kinder Reaja, die Kinder Rezin, die Kinder Nekoda,
      51.      die Kinder Gassam, die Kinder Usa, die Kinder Paseah,
      52.      die Kinder Besai, die Kinder der Meuniter, die Kinder der Nephusiter,
      53.      die Kinder Bakbuk, die Kinder Hakupha, die Kinder Harhur,
      54.      die Kinder Bazlith, die Kinder Mehida, die Kinder Harsa,
      55.      die Kinder Barkos, die Kinder Sisera, die Kinder Themah,
      56.      die Kinder Neziah, die Kinder Hatipha.
      57.      Die Kinder der Knechte Salomos waren: die Kinder Sotai, die Kinder Sophereth, die Kinder Perida,
      58.      die Kinder Jaala, die Kinder Darkon, die Kinder Giddel,
      59.      die Kinder Sephatja, die Kinder Hattil, die Kinder Pochereth von Zebaim, die Kinder Amon.
      60.      Aller Tempelknechte und Kinder der Knechte Salomos waren dreihundert und zweiundneunzig;
      61.      Und diese zogen auch mit herauf von Thel-Melah, Thel-Harsa, Cherub, Addon und Immer, aber sie konnten nicht anzeigen ihr Vaterhaus noch ihr Geschlecht, ob sie aus Israel wären:
      62.      die Kinder Delaja, die Kinder Tobia und die Kinder Nekoda, sechshundert und zweiundvierzig;
      63.      Und von den Priestern waren die Kinder Habaja, die Kinder Hakkoz, die Kinder Barsillai, der aus den Töchtern Barsillais, des Gileaditers, ein Weib nahm und ward nach ihrem Namen genannt.
      64.      Diese suchten ihr Geburtsregister; und da sie es nicht fanden, wurden sie untüchtig geachtet zum Priestertum.
      65.      Und der Landpfleger sprach zu ihnen, sie sollten nicht essen vom Hocheiligen, bis daß ein Priester aufkäme mit dem Licht und Recht.
      66.      Der ganzen Gemeinde wie ein Mann waren zweiundvierzigtausend und dreihundertundsechzig,
      67.      ausgenommen ihre Knechte und Mägde; derer waren siebentausend dreihundert und siebenunddreißig, dazu zweihundert und fünfundvierzig Sänger und Sängerinnen.
      68.      Und sie hatten siebenhundert und sechsunddreißig Rosse, zweihundert und fünfundvierzig Maultiere,
      69.      vierhundert und fünfunddreißig Kamele, sechstausend siebenhundert und zwanzig Esel.
      70.      Und etliche Obersten der Vaterhäuser gaben zum Werk. Der Landpfleger gab zum Schatz tausend Goldgulden, fünfzig Becken, fünfhundert und dreißig Priesterröcke.
      71.      Und etliche Obersten der Vaterhäuser gaben zum Schatz fürs Werk zwanzigtausend Goldgulden, zweitausend und zweihundert Pfund Silber.
      72.      Und das andere Volk gab zwanzigtausend Goldgulden und zweitausend Pfund Silber und siebenundsechzig Priesterröcke.
      73.      Und die Priester und die Leviten, die Torhüter, die Sänger und die vom Volk und die Tempelknechte und ganz Israel setzten sich in ihre Städte.

Das 8. Kapitel

      1.      Da nun herzukam der siebente Monat und die Kinder Israel in ihren Städten waren, versammelte sich das ganze Volk wie ein Mann auf die breite Gasse vor dem Wassertor und sprachen zu Esra, dem Schriftgelehrten, daß er das Buch des Gesetzes Mose’s holte, das der HERR Israel geboten hat.
      2.      Und Esra, der Priester, brachte das Gesetz vor die Gemeinde, Männer und Weiber und alle, die es vernehmen konnten, am ersten Tage des siebenten Monats
      3.      und las daraus auf der breiten Gasse, die vor dem Wassertor ist, vom lichten Morgen an bis auf den Mittag, vor Mann und Weib und wer’s vernehmen konnte. Und des ganzen Volkes Ohren waren zu dem Gesetz gekehrt.
      4.      Und Esra, der Schriftgelehrte, stand auf einem hölzernen, hohen Stuhl, den sie gemacht hatten, zu predigen, und standen neben ihm Matthithja, Sema, Anaja, Uria, Hilkia und Maaseja, zu seiner Rechten, aber zu seiner Linken Pedaja, Misael, Malchia, Hasum, Hasbaddana, Sacharja und Mesullam.
      5.      Und Esra tat das Buch auf vor dem ganzen Volk, denn er ragte über alles Volk; und da er’s auftat, stand alles Volk.
      6.      Und Esra lobte den HERRN, den großen Gott. Und alles Volk antwortete: Amen, Amen! mit ihren Händen empor und neigten sich und beteten den HERRN an mit dem Antlitz zur Erde.
      7.      Und Jesua, Bani, Serebja, Jamin, Akkub, Sabthai, Hodia, Maaseja, Kelita, Asarja, Josabad, Hanan, Pelaja und die Leviten machten, daß das Volk aufs Gesetz merkte; und das Volk stand auf seiner Stätte.
      8.      Und sie lasen im Gesetzbuch Gottes klar und verständlich, daß man verstand, was gelesen ward.
      9.      Und Nehemia, der da ist der Landpfleger, und Esra, der Priester, der Schriftgelehrte, und die Leviten, die alles Volk aufmerken machten sprachen zum Volk: Dieser Tag ist heilig dem HERRN, eurem Gott; darum seid nicht traurig und weint nicht! Denn alles Volk weinte, da sie die Worte des Gesetzes hörten.
      10.      Darum sprach er zu ihnen: Geht hin und eßt das Fette und trinkt das Süße und sendet denen auch Teile, die nichts für sich bereitet haben; denn dieser Tag ist heilig unserm HERRN. Und bekümmert euch nicht; denn die Freude am HERRN ist eure Stärke.
      11.      Und die Leviten stillten alles Volk und sprachen: Seid still, denn der Tag ist heilig; bekümmert euch nicht!
      12.      Und alles Volk ging hin, daß es äße, tränke und Teile sendete und eine große Freude machte; denn sie hatten die Worte verstanden, die man hatte kundgetan.
      13.      Und des andern Tages versammelten sich die Obersten der Vaterhäuser unter dem ganzen Volk und die Priester und Leviten zu Esra, dem Schriftgelehrten, daß er sie in den Worten des Gesetzes unterrichtete.
      14.      Und sie fanden geschrieben im Gesetz, das der HERR durch Mose geboten hatte, daß die Kinder Israel in Laubhütten wohnen sollten am Fest im siebenten Monat
      15.      und sollten’s lassen laut werden und ausrufen in allen ihren Städten und zu Jerusalem und sagen: Geht hinaus auf die Berge und holt Ölzweige, Myrtenzweige, Palmenzweige und Zweige von dichten Bäumen, daß man Laubhütten mache, wie es geschrieben steht.
      16.      Und das Volk ging hinaus und holten und machten sich Laubhütten, ein jeglicher auf seinem Dach und in ihren Höfen und in den Höfen am Hause Gottes und auf der breiten Gasse am Wassertor und auf der breiten Gasse am Tor Ephraim.
      17.      Und die ganze Gemeinde derer, die aus der Gefangenschaft waren wiedergekommen, machten Laubhütten und wohnten darin. Denn die Kinder Israel hatten seit der Zeit Josuas, des Sohnes Nuns, bis auf diesen Tag nicht also getan; und es war eine große Freude.
      18.      Und ward im Gesetzbuch Gottes gelesen alle Tage, vom ersten Tag an bis auf den letzten; und sie hielten das Fest sieben Tage und am achten Tage die Versammlung, wie sich’s gebührt.

Das 9. Kapitel

      1.      Am vierundzwanzigsten Tage dieses Monats kamen die Kinder Israel zusammen mit Fasten und Säcken und Erde auf ihnen
      2.      und sonderten den Samen Israels ab von allen fremden Kindern und traten hin und bekannten ihre Sünden und ihrer Väter Missetaten.
      3.      Und standen auf an ihrer Stätte, und man las im Gesetzbuch des HERRN, ihres Gottes, ein Viertel des Tages; und ein Viertel bekannten sie und beteten an den HERRN, ihren Gott.
      4.      Und auf dem hohen Platz für die Leviten standen auf Jesua, Bani, Kadmiel, Sebanja, Bunni, Serebja, Bani und Chenani und schrieen laut zu dem HERRN, ihrem Gott.
      5.      Und die Leviten Jesua, Kadmiel, Bani, Hasabneja, Serebja, Hodia, Sebanja, Pethahja sprachen: Auf ! Lobet den HERRN, euren Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und man lobe den Namen deiner Herrlichkeit, der erhaben ist über allen Preis und Ruhm.
      6.      HERR, du bist’s allein, du hast gemacht den Himmel und aller Himmel Himmel mit allem ihrem Heer, die Erde und alles, was darauf ist, die Meere und alles, was darin ist; du machst alles lebendig, und das himmlische Heer betet dich an.
      7.      Du bist der HERR, Gott, der du Abram erwählt hast und ihn von Ur in Chaldäa ausgeführt und Abraham genannt
      8.      und sein Herz treu vor dir gefunden und einen Bund mit ihm gemacht, seinem Samen zu geben das Land der Kanaaniter, Hethiter, Amoriter, Pheresiter, Jebusiter und Girgasiter; und hast dein Wort gehalten, denn du bist gerecht.
      9.      Und du hast angesehen das Elend unsrer Väter in Ägypten und ihr Schreien erhört am Schilfmeer
      10.      und Zeichen und Wunder getan an Pharao und allen seinen Knechten und an allem Volk seines Landes, denn du erkanntest, daß sie stolz wider sie waren, und hast dir einen Namen gemacht, wie er jetzt ist.
      11.      Und hast das Meer vor ihnen zerrissen, daß sie mitten im Meer trocken hindurchgingen, und ihre Verfolger in die Tiefe geworfen wie Steine in mächtige Wasser
      12.      und sie geführt des Tages in einer Wolkensäule und des Nachts in einer Feuersäule, ihnen zu leuchten auf dem Weg, den sie zogen.
      13.      Und bist herabgestiegen auf den Berg Sinai und hast mit ihnen vom Himmel geredet und gegeben ein wahrhaftiges Recht und ein rechtes Gesetz und gute Gebote und Sitten
      14.      und deinen heiligen Sabbat ihnen kundgetan und Gebote, Sitten und Gesetz ihnen geboten durch deinen Knecht Mose,
      15.      und hast ihnen Brot vom Himmel gegeben, da sie hungerte, und Wasser aus dem Felsen lassen gehen, da sie dürstete, und mit ihnen geredet, sie sollten hineingehen und das Land einnehmen, darüber du deine Hand hobst, es ihnen zu geben.
      16.      Aber unsre Väter wurden stolz und halsstarrig, daß sie deinen Geboten nicht gehorchten,
      17.      und weigerten sich zu hören und gedachten auch nicht an deine Wunder, die du an ihnen tatest; sondern sie wurden halsstarrig und warfen ihr Haupt auf, daß sie sich zurückwendeten zu Dienstbarkeit in ihrer Ungeduld. Aber du, mein Gott, vergabst und warst gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Barmherzigkeit und verließest sie nicht.
      18.      Und ob sie wohl ein gegossenes Kalb machten und sprachen: Das ist dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat ! und taten große Lästerungen:
      19.      doch verließest du sie nicht in der Wüste nach deiner großen Barmherzigkeit, und die Wolkensäule wich nicht von ihnen des Tages, sie zu führen auf dem Wege, noch die Feuersäule des Nachts, ihnen zu leuchten auf dem Wege, den sie zogen.
      20.      Und du gabst ihnen einen guten Geist, sie zu unterweisen; und dein Man wandtest du nicht von ihrem Munde, und gabst ihnen Wasser, da sie dürstete.
      21.      Vierzig Jahre versorgtest du sie in der Wüste, daß ihnen nichts mangelte. Ihre Kleider veralteten nicht und ihre Füße zerschwollen nicht.
      22.      Und gabst ihnen Königreiche und Völker und teiltest sie hierher und daher, daß sie einnahmen das Land Sihons, des Königs zu Hesbon, und das Land Ogs, des Königs von Basan.
      23.      Und vermehrtest ihre Kinder wie die Sterne am Himmel und brachtest sie in das Land, das du ihren Vätern verheißen hattest, daß sie einziehen und es einnehmen sollten.
      24.      Und die Kinder zogen hinein und nahmen das Land ein; und du demütigtest vor ihnen die Einwohner des Landes, die Kanaaniter, und gabst sie in ihre Hände, ihre Könige und die Völker im Lande, daß sie mit ihnen täten nach ihrem Willen.
      25.      Und sie gewannen feste Städte und ein fettes Land und nahmen Häuser ein voll allerlei Güter, ausgehauene Brunnen, Weinberge, Ölgärten und Bäume, davon man ißt, die Menge, und sie aßen und wurden satt und fett und lebten in Wonne durch deine große Güte.
      26.      Aber sie wurden ungehorsam und widerstrebten dir und warfen dein Gesetz hinter sich zurück und erwürgten deine Propheten, die ihnen zeugten, daß sie sollten sich zu dir bekehren, und taten große Lästerungen.
      27.      Darum gabst du sie in die Hand ihrer Feinde, die sie ängsteten. Und zur Zeit ihrer Angst schrieen sie zu dir; und du erhörtest sie vom Himmel, und durch deine große Barmherzigkeit gabst du ihnen Heilande, die ihnen halfen aus ihrer Feinde Hand.
      28.      Wenn sie aber zur Ruhe kamen, taten sie wieder übel vor dir. So verließest du sie in ihrer Feinde Hand, daß sie über sie herrschten. So schrieen sie dann wieder zu dir; und du erhörtest sie vom Himmel und errettetest sie nach deiner großen Barmherzigkeit vielmal.
      29.      Und du ließest ihnen bezeugen, daß sie sich bekehren sollten zu deinem Gesetz. Aber sie waren stolz und gehorchten deinen Geboten nicht und sündigten an deinen Rechten (durch welche ein Mensch lebt, so er sie tut ) und kehrten dir den Rücken zu und wurden halsstarrig und gehorchten nicht.
      30.      Und du verzogst viele Jahre über ihnen und ließest ihnen bezeugen durch deinen Geist in deinen Propheten; aber sie nahmen es nicht zu Ohren. Darum hast du sie gegeben in die Hand der Völker in den Ländern.
      31.      Aber nach deiner großen Barmherzigkeit hast du es nicht gar aus mit ihnen gemacht noch sie verlassen; denn du bist ein gnädiger und barmherziger Gott.
      32.      Nun, unser Gott, du großer Gott, mächtig und schrecklich, der du hältst Bund und Barmherzigkeit, achte nicht gering alle die Mühsal, die uns getroffen hat, unsre Könige, Fürsten, Priester, Propheten, Väter und dein ganzes Volk von der Zeit an der Könige von Assyrien bis auf diesen Tag.
      33.      Du bist gerecht in allem, was du über uns gebracht hast; denn du hast recht getan, wir aber sind gottlos gewesen.
      34.      Und unsre Könige, Fürsten, Priester und Väter haben nicht nach deinem Gesetz getan und auch nicht achtgehabt auf deine Gebote und Zeugnisse, die du hast ihnen lassen bezeugen.
      35.      Und sie haben dir nicht gedient in ihrem Königreich und in deinen großen Gütern, die du ihnen gabst, und in dem weiten und fetten Lande, das du ihnen dargegeben hast, und haben sich nicht bekehrt von ihrem bösen Wesen.
      36.      Siehe, wir sind heutigestages Knechte, und in dem Lande, das du unsern Vätern gegeben hast, zu essen seine Früchte und Güter, siehe, da sind wir Knechte.
      37.      Und sein Ertrag mehrt sich den Königen, die du über uns gesetzt hast um unsrer Sünden willen; und sie herrschen über unsre Leiber und unser Vieh nach ihrem Willen, und wir sind in großer Not.

Das 10. Kapitel

      1.      Und in diesem allem machen wir einen festen Bund und schreiben und lassen’s unsere Fürsten, Leviten und Priester versiegeln.
      2.      Die Versiegler aber waren: Nehemia, der Landpfleger, der Sohn Hachaljas, und Zedekia,
      3.      Seraja, Asarja, Jeremia,
      4.      Pashur, Amarja, Malchia,
      5.      Hattus, Sebanja, Malluch,
      6.      Harim, Meremoth, Obadja,
      7.      Daniel, Ginthon, Baruch,
      8.      Mesullam, Abia, Mijamin,
      9.      Maasja, Bilgai und Semaja, das waren die Priester;
      10.      die Leviten aber waren: Jesua, der Sohn Asanjas, Binnui von den Kindern Henadads, Kadmiel
      11.      und ihre Brüder: Sechanja, Hodia, Kelita, Pelaja, Hanan,
      12.      Micha, Rehob, Hasabja,
      13.      Sakkur, Serebja, Sebanja,
      14.      Hodia, Bani und Beninu;
      15.      die Häupter im Volk waren: Pareos, Pahath-Moab, Elam, Satthu, Bani,
      16.      Bunni, Asgad, Bebai,
      17.      Adonia, Bigevai, Adin,
      18.      Ater, Hiskia, Assur,
      19.      Hodia, Hasum, Bezai,
      20.      Hariph, Anathoth, Nobai,
      21.      Magpias, Mesullam, Hesir,
      22.      Mesesabeel, Zadok, Jaddua,
      23.      Pelatja, Hanan, Anaja,
      24.      Hosea, Hananja, Hassub,
      25.      Halohes, Pilha, Sobek,
      26.      Rehum, Hasabna, Maaseja,
      27.      Ahia, Hanan, Anan,
      28.      Malluch, Harim und Baana.
      29.      Und das andere Volk, Priester, Leviten, Torhüter, Sänger, Tempelknechte und alle, die sich von den Völker in den Landen abgesondert hatten zum Gesetz Gottes, samt ihren Weibern, Söhnen und Töchtern, alle, die es verstehen konnten,
      30.      hielten sich zu ihren Brüdern, den Mächtigen, und kamen, daß sie schwuren und sich mit einem Eide verpflichteten, zu wandeln im Gesetz Gottes, das durch Mose, den Knecht Gottes, gegeben ist, daß sie es hielten und tun wollten nach allen Geboten, Rechten und Sitten des HERRN, unsers Herrschers;
      31.      und daß wir den Völkern im Lande unsere Töchter nicht geben noch ihre Töchter unsern Söhnen nehmen wollten;
      32.      auch wenn die Völker im Lande am Sabbattage bringen Ware und allerlei Getreide zu verkaufen, daß wir nichts von ihnen nehmen wollten am Sabbat und den Heiligen Tagen; und daß wir das siebente Jahr von aller Hand Beschwerung freilassen wollten.
      33.      Und wir legten ein Gebot auf uns, daß wir jährlich einen dritten Teil eines Silberlings gäben zum Dienst im Hause unsers Gottes,
      34.      nämlich zu Schaubrot, zu täglichem Speisopfer, zum täglichen Brandopfer, zum Opfer des Sabbats, der Neumonde und Festtage und zu dem Geheiligten und zum Sündopfer, damit Israel versöhnt werde, und zu allem Geschäft im Hause unsers Gottes.
      35.      Und wir warfen das Los unter den Priestern, Leviten und dem Volk um das Opfer des Holzes, das man zum Hause unsers Gottes bringen sollte jährlich nach unsern Vaterhäusern auf bestimmte Zeit, zu brennen auf dem Altar des HERRN, unsers Gottes, wie es im Gesetz geschrieben steht.
      36.      Und wir wollen jährlich bringen die Erstlinge unsers Landes und die Erstlinge aller Früchte auf allen Bäumen zum Hause des HERRN;
      37.      und die Erstlinge unsrer Söhne und unsres Viehs, wie es im Gesetz geschrieben steht, und die Erstlinge unsrer Rinder und unsrer Schafe wollen wir zum Hause unsres Gottes bringen den Priestern, die im Hause unsres Gottes dienen.
      38.      Auch wollen wir bringen das Erste unsres Teiges und unsre Hebopfer und Früchte von allerlei Bäumen, Most und Öl den Priestern in die Kammern am Hause unsres Gottes und den Zehnten unsres Landes den Leviten, daß die Leviten den Zehnten haben in allen Städten unsres Ackerwerks.
      39.      Und der Priester, der Sohn Aarons, soll mit den Leviten sein, wenn sie den Zehnten nehmen, daß die Leviten den Zehnten ihrer Zehnten heraufbringen zum Hause unsres Gottes in die Kammern im Vorratshause.
      40.      Denn die Kinder Israel und die Kinder Levi sollen die Hebe des Getreides, Mosts und Öls herauf in die Kammern bringen. Daselbst sind die Gefäße des Heiligtums und die Priester, die da dienen, und die Torhüter und Sänger. So wollen wir das Haus unsres Gottes nicht verlassen.

Das 11. Kapitel

      1.      Und die Obersten des Volks wohnten zu Jerusalem. Das andere Volk aber warf das Los darum, daß unter zehn ein Teil gen Jerusalem, in die heilige Stadt, zöge zu wohnen, und neun Teile in den Städten wohnten.
      2.      Und das Volk segnete alle die Männer, die willig waren, zu Jerusalem zu wohnen.
      3.      Dies sind die Häupter in der Landschaft, die zu Jerusalem und in den Städten Juda’s wohnten. (Sie wohnten aber ein jeglicher in seinem Gut, das in ihren Städten war: nämlich Israel, Priester, Leviten, Tempelknechte und die Kinder der Knechte Salomos.)
      4.      Und zu Jerusalem wohnten etliche der Kinder Juda und Benjamin. Von den Kindern Juda: Athaja, der Sohn Usias, des Sohnes Sacharjas, des Sohnes Amarjas, des Sohnes Sephatjas, des Sohnes Mahalaleels, aus den Kindern Perez,
      5.      und Maaseja, der Sohn Baruchs, des Sohnes Chol-Hoses, des Sohnes Hasajas, des Sohnes Adajas, des Sohnes Jojaribs, des Sohnes Sacharjas, des Sohnes des Selaniters.
      6.      Aller Kinder Perez, die zu Jerusalem wohnten, waren vierhundert und achtundsechzig, tüchtige Leute.
      7.      Dies sind die Kinder Benjamin: Sallu, der Sohn Mesullams, des Sohnes Joeds, des Sohnes Pedajas, des Sohnes Kolajas, des Sohnes Maasejas, des Sohnes Ithiels, des Sohnes Jesaja’s,
      8.      und nach ihm Gabbai, Sallai, neunhundert und achtundzwanzig;
      9.      und Joel, der Sohn Sichris, war ihr Vorsteher, und Juda, der Sohn Hasnuas, über den andern Teil der Stadt.
      10.      Von den Priestern wohnten daselbst Jedaja, der Sohn Jojaribs, Jachin,
      11.      Seraja, der Sohn Hilkias, des Sohnes Mesullams, des Sohnes Zadoks, des Sohnes Merajoths, des Sohnes Ahitobs, ein Fürst im Hause Gottes,
      12.      und ihre Brüder, die im Hause schafften, derer waren achthundert und zweiundzwanzig; und Adaja, der Sohn Jerohams, des Sohnes Pelaljas, des Sohnes Amzis, des Sohnes Sacharjas, des Sohnes Pashurs, des Sohnes Malchias,
      13.      und seine Brüder, Oberste der Vaterhäuser, zweihundert und zweiundvierzig; und Amassai, der Sohn Asareels, des Sohnes Ahsais, des Sohnes Mesillemoths, des Sohnes Immers,
      14.      und ihre Brüder, gewaltige Männer, hundert und achtundzwanzig; und ihr Vorsteher war Sabdiel, der Sohn Gedolims.
      15.      Von den Leviten: Semaja, der Sohn Hassubs, des Sohnes Asrikams, des Sohnes Hasabjas, des Sohnes Bunnis,
      16.      und Sabthai und Josabad, aus der Leviten Obersten, an den äußerlichen Geschäften im Hause Gottes,
      17.      und Matthanja, der Sohn Michas, des Sohnes Sabdis, des Sohnes Asaphs, der das Haupt war, Dank anzuheben zum Gebet, und Bakbukja, der andere unter seinen Brüdern, und Abda, der Sohn Sammuas, des Sohnes Galals, des Sohnes Jedithuns.
      18.      Alle Leviten in der heiligen Stadt waren zweihundert und vierundachtzig.
      19.      Und die Torhüter: Akkub und Talmon und ihre Brüder, die in den Toren hüteten, waren hundert und zweiundsiebzig.
      20.      Das andere Israel aber, Priester und Leviten, waren in allen Städten Juda’s, ein jeglicher in seinem Erbteil.
      21.      Und die Tempelknechte wohnten am Ophel; und Ziha und Gispa waren über die Tempelknechte.
      22.      Der Vorsteher aber über die Leviten zu Jerusalem war Usi, der Sohn Banis, des Sohnes Hasabjas, des Sohnes Matthanjas, des Sohnes Michas, aus den Kindern Asaphs, den Sängern, für das Geschäft im Hause Gottes.
      23.      Denn es war des Königs Gebot über sie, daß man den Sängern treulich gäbe, einen jeglichen Tag seine Gebühr.
      24.      Und Pethahja, der Sohn Mesesabeels, aus den Kindern Serahs, des Sohnes Juda’s, war zu Handen des Königs in allen Geschäften an das Volk.
      25.      Und der Kinder Juda, die außen auf den Dörfern auf ihrem Lande waren, wohnten etliche zu Kirjath-Arba und seinen Ortschaften und zu Dibon und seinen Ortschaften und zu Kabzeel und seinen Ortschaften
      26.      und zu Jesua, Molada, Beth-Pelet,
      27.      Hazar-Sual, Beer-Seba und ihren Ortschaften
      28.      und zu Ziklag und Mechona und ihren Ortschaften
      29.      und zu En-Rimmon, Zora, Jarmuth,
      30.      Sanoah, Adullam und ihren Dörfern, zu Lachis und auf seinem Felde, zu Aseka und seinen Ortschaften. Und sie lagerten sich von Beer-Seba an bis an das Tal Hinnom.
      31.      Die Kinder Benjamin aber wohnten von Geba an zu Michmas, Aja, Beth-El und seinen Ortschaften
      32.      und zu Anathoth, Nob, Ananja,
      33.      Hazor, Rama, Gitthaim,
      34.      Hadid, Zeboim, Neballat,
      35.      Lod und Ono im Tal der Zimmerleute.
      36.      Und etliche Leviten, die Teile in Juda hatten, wohnten unter Benjamin.

Das 12. Kapitel

      1.      Dies sind die Priester und die Leviten, die mit Serubabel, dem Sohn Sealthiels, und mit Jesua heraufzogen: Seraja, Jeremia, Esra,
      2.      Amarja, Malluch, Hattus,
      3.      Sechanja, Rehum, Meremoth,
      4.      Iddo, Ginthoi, Abia,
      5.      Mijamin, Maadja, Bilga,
      6.      Semaja, Jojarib, Jedaja,
      7.      Sallu, Amok, Hilkia und Jedaja. Dies waren die Häupter unter den Priestern und ihren Brüdern zu den Zeiten Jesuas.
      8.      Die Leviten aber waren diese: Jesua, Binnui, Kadmiel, Serebja, Juda und Matthanja, der hatte das Dankamt mit seinen Brüdern;
      9.      Bakbukja und Unni, ihre Brüder, waren ihnen gegenüber zum Dienst.
      10.      Jesua zeugte Jojakim, Jojakim zeugte Eljasib, Eljasib zeugte Jojada,
      11.      Jojada zeugte Jonathan, Jonathan zeugte Jaddua.
      12.      Und zu den Zeiten Jojakims waren diese Oberste der Vaterhäuser unter den Priestern: nämlich von Seraja war Meraja, von Jeremia war Hananja,
      13.      von Esra war Mesullam, von Amarja war Johanan,
      14.      von Malluch war Jonathan, von Sebanja war Joseph,
      15.      von Harim war Adna, von Merajoth war Helkai,
      16.      von Iddo war Sacharja, von Ginthon war Mesullam,
      17.      von Abia war Sichri, von Minjamin-Moadja war Piltai,
      18.      von Bilga war Sammua, von Semaja war Jonathan,
      19.      von Jojarib war Matthnai, von Jedaja war Usi,
      20.      von Sallai war Kallai, von Amok war Eber,
      21.      von Hilkia war Hasabja, von Jedaja war Nathanael.
      22.      Und zu den Zeiten Eljasibs, Jojadas, Johanans und Jadduas wurden die Obersten der Vaterhäuser unter den Leviten aufgeschrieben und die Priester, unter dem Königreich des Darius, des Persers.
      23.      Es wurden aber die Kinder Levi, die Obersten der Vaterhäuser, aufgeschrieben in der Chronik bis zur Zeit Johanans, des Sohnes Eljasibs.
      24.      Und dies waren die Obersten unter den Leviten: Hasabja, Serebja und Jesua, der Sohn Kadmiels; und ihre Brüder neben ihnen, verordnet, zu loben und zu danken, wie es David, der Mann Gottes, geboten hatte, eine Ordnung um die andere,
      25.      waren Matthanja, Bakbukja, Obadja. Aber Mesullam, Talmon und Akkub, die Torhüter, hatten die Hut an den Vorratskammern der Tore.
      26.      Diese waren zu den Zeiten Jojakims, des Sohnes Jesuas, des Sohnes Jozadaks, und zu den Zeiten Nehemias, des Landpflegers, und des Priesters Esra, des Schriftgelehrten.
      27.      Und bei der Einweihung der Mauer zu Jerusalem suchte man die Leviten aus allen ihren Orten, daß man sie gen Jerusalem brächte, zu halten Einweihung in Freuden, mit Danken, mit Singen, mit Zimbeln, Psalter und Harfen.
      28.      Und es versammelten sich die Kinder der Sänger von der Gegend um Jerusalem her und von den Höfen der Netophathiter
      29.      und von Beth-Gilgal und von den Äckern zu Geba und Asmaveth; denn die Sänger hatten sich Höfe gebaut um Jerusalem her.
      30.      Und die Priester und Leviten reinigten sich und reinigten das Volk, die Tore und die Mauer.
      31.      Und ich ließ die Fürsten Juda’s oben auf die Mauer steigen und bestellte zwei große Dankchöre. Die einen gingen hin zur Rechten oben auf der Mauer zum Misttor hin,
      32.      und ihnen ging nach Hosaja und die Hälfte der Fürsten Juda’s
      33.      und Asarja, Esra, Mesullam,
      34.      Juda, Benjamin, Semaja und Jeremia
      35.      und etliche der Priester-Kinder mit Drommeten, dazu Sacharja, der Sohn Jonathans, des Sohnes Semajas, des Sohnes Matthanjas, des Sohnes Michajas, des Sohnes Sakkurs, des Sohnes Asaphs,
      36.      und seine Brüder: Semaja, Asareel, Milalai, Gilalai, Maai, Nathanael und Juda, Hanani, mit den Saitenspielen Davids, des Mannes Gottes, Esra aber, der Schriftgelehrte, vor ihnen her.
      37.      Und zogen zum Brunnentor hin und gingen stracks vor sich auf den Stufen zur Stadt Davids, die Mauer hinauf zu dem Hause Davids hinan und bis an das Wassertor gegen Morgen.
      38.      Der andere Dankchor ging ihnen gegenüber, und ich ihm nach und die Hälfte des Volks, oben auf der Mauer zum Ofenturm hinan und bis an die breite Mauer
      39.      und zum Tor Ephraim hinan und zum alten Tor und zum Fischtor und zum Turm Hananeel und zum Turm Mea bis an das Schaftor, und blieben stehen im Kerkertor.
      40.      Und standen also die zwei Dankchöre am Hause Gottes, und ich und die Hälfte der Obersten mit mir,
      41.      und die Priester, nämlich Eljakim, Maaseja, Minjamin, Michaja, Eljoenai, Sacharja, Hananja mit Drommeten,
      42.      und Maaseja, Semaja, Eleasar, Usi, Johanan, Malchia, Elam und Eser. Und die Sänger sangen laut, und Jisrahja war der Vorsteher.
      43.      Und es wurden desselben Tages große Opfer geopfert, und sie waren fröhlich; denn Gott hatte ihnen eine große Freude gemacht, daß sich auch die Weiber und Kinder freuten, und man hörte die Freude Jerusalems ferne.
      44.      Zu der Zeit wurden verordnet Männer über die Vorratskammern, darin die Heben, Erstlinge und Zehnten waren, daß sie sammeln sollten von den Äckern um die Städte her, auszuteilen nach dem Gesetz für die Priester und Leviten; denn Juda hatte eine Freude an den Priestern und Leviten, daß sie standen
      45.      und warteten des Dienstes ihres Gottes und des Dienstes der Reinigung. Und die Sänger und Torhüter standen nach dem Gebot Davids und seines Sohnes Salomo;
      46.      denn vormals, zu den Zeiten Davids und Asaphs, wurden gestiftet die obersten Sänger und Loblieder und Dank zu Gott.
      47.      Aber ganz Israel gab den Sängern und Torhütern Teile zu den Zeiten Serubabels und Nehemias, einen jeglichen Tag sein Teil; und sie gaben Geheiligtes für die Leviten, die Leviten aber gaben Geheiligtes für die Kinder Aaron.

Das 13. Kapitel

      1.      Und es ward zu der Zeit gelesen das Buch Mose vor den Ohren des Volks und ward gefunden darin geschrieben, daß die Ammoniter und Moabiter sollen nimmermehr in die Gemeinde Gottes kommen,
      2.      darum daß sie den Kindern Israel nicht entgegenkamen mit Brot und Wasser und dingten sie wider Bileam, daß er sie verfluchen sollte; aber unser Gott wandte den Fluch in einen Segen.
      3.      Da sie nun dies Gesetz hörten, schieden sie alle Fremdlinge von Israel.
      4.      Und vor dem hatte der Priester Eljasib, der gesetzt war über die Kammern am Hause unsres Gottes, ein Verwandter des Tobia, demselben eine große Kammer gemacht;
      5.      und dahin hatten sie zuvor gelegt Speisopfer, Weihrauch, Geräte und die Zehnten vom Getreide, Most und Öl, die Gebühr der Leviten, Sänger und Torhüter, dazu die Hebe der Priester.
      6.      Aber bei diesem allem war ich nicht zu Jerusalem; denn im zweiunddreißigsten Jahr Arthahsasthas, des Königs zu Babel, kam ich zum König, und nach etlicher Zeit erwarb ich vom König,
      7.      daß ich gen Jerusalem zog. Und ich merkte, daß nicht gut war, was Eljasib an Tobia getan hatte, da er sich eine Kammer machte im Hofe am Hause Gottes;
      8.      und es verdroß mich sehr, und ich warf alle Geräte vom Hause hinaus vor die Kammer
      9.      und hieß, daß sie die Kammern reinigten; und ich brachte wieder dahin das Gerät des Hauses Gottes, das Speisopfer und den Weihrauch.
      10.      Und ich erfuhr, daß der Leviten Teile ihnen nicht gegeben waren, derhalben die Leviten und die Sänger, die das Geschäft des Amts ausrichten sollten, geflohen waren, ein jeglicher zu seinen Acker.
      11.      Da schalt ich die Obersten und sprach: Warum ist das Haus Gottes verlassen ? Aber ich versammelte sie und stellte sie an ihre Stätte.
      12.      Da brachte ganz Juda den Zehnten vom Getreide, Most und Öl zum Vorrat.
      13.      Und ich setzte über die Vorräte Selemja, den Priester, und Zadok, den Schriftgelehrten, und aus den Leviten Pedaja und ihnen zur Hand Hanan, den Sohn Sakkurs, des Sohnes Matthanjas; denn sie wurden für treu gehalten, und ihnen ward befohlen, ihren Brüdern auszuteilen.
      14.      Gedenke, mein Gott, mir daran und tilge nicht aus meine Barmherzigkeit, die ich an meines Gottes Hause und an seinem Dienst getan habe !
      15.      Zur selben Zeit sah ich in Juda Kelter treten am Sabbat und Garben hereinbringen und Esel, beladen mit Wein, Trauben, Feigen und allerlei Last, gen Jerusalem bringen am Sabbattag. Und ich zeugte wider sie des Tages, da sie die Nahrung verkauften.
      16.      Es wohnten auch Tyrer darin; die brachten Fische und allerlei Ware und verkauften’s am Sabbat den Kinder Juda’s in Jerusalem.
      17.      Da schalt ich die Obersten in Juda und sprach zu ihnen: Was ist das für ein böses Ding, das ihr tut, und brecht den Sabbattag?
      18.      Taten nicht eure Väter also, und unser Gott führte all dies Unglück über uns und über diese Stadt? Und ihr macht des Zorns über Israel noch mehr, daß ihr den Sabbat brecht !
      19.      Und da es in den Toren zu Jerusalem dunkel ward vor dem Sabbat, hieß ich die Türen zuschließen und befahl, man sollte sie nicht auftun bis nach dem Sabbat. Und ich bestellte meiner Leute etliche an die Tore, daß man keine Last hereinbrächte am Sabbattage.
      20.      Da blieben die Krämer und Verkäufer mit allerlei Ware über Nacht draußen vor Jerusalem, ein Mal oder zwei.
      21.      Da zeugte ich wider sie und sprach zu ihnen: Warum bleibt ihr über Nacht um die Mauer? Werdet ihr’s noch einmal tun, so will ich Hand an euch legen. Von der Zeit an kamen sie des Sabbats nicht.
      22.      Und ich sprach zu den Leviten, daß sie sich reinigten und kämen und hüteten die Tore, zu heiligen den Sabbattag. Mein Gott, gedenke mir des auch und schone mein nach deiner großen Barmherzigkeit.
      23.      Ich sah auch zu der Zeit Juden, die Weiber genommen hatten von Asdod, Ammon und Moab.
      24.      Und ihre Kinder redeten die Hälfte asdodisch und konnten nicht jüdisch reden, sondern nach der Sprache eines jeglichen Volks.
      25.      Und ich schalt sie und fluchte ihnen und schlug etliche Männer und raufte sie und nahm einen Eid von ihnen bei Gott: Ihr sollt eure Töchter nicht geben ihren Söhnen noch ihre Töchter nehmen euren Söhnen oder euch selbst.
      26.      Hat nicht Salomo, der König Israels, daran gesündigt ? Und war doch in vielen Heiden kein König ihm gleich, und er war seinem Gott lieb, und Gott setzte ihn zum König über ganz Israel; dennoch machten ihn die ausländischen Weiber sündigen.
      27.      Und von euch muß man das hören, daß ihr solches Übel tut, euch an unserm Gott zu vergreifen und ausländische Weiber zu nehmen ?
      28.      Und einer aus den Kindern Jojadas, des Sohnes Eljasibs, des Hohenpriesters, war Saneballats, des Horoniters, Eidam; aber ich jagte ihn von mir.
      29.      Gedenke an sie, mein Gott, daß sie das Priestertum befleckt haben und den Bund des Priestertums und der Leviten!
      30.      Also reinigte ich sie von allem Ausländischen und bestellte den Dienst der Priester und Leviten, einen jeglichen zu seinem Geschäft,
      31.      und für die Opfergaben an Holz zu bestimmten Zeiten und für die Erstlinge. Gedenke meiner, mein Gott, im Besten!

ESTHER

Das 1. Kapitel

      1.      Zu den Zeiten Ahasveros (der da König war von Indien bis an Mohrenland über hundert und siebenundzwanzig Länder)
      2.      und da er auf seinem königlichen Stuhl saß zu Schloß Susan,
      3.      im dritten Jahr seines Königreichs, machte er bei sich ein Mahl allen seinen Fürsten und Knechten, den Gewaltigen in Persien und Medien, den Landpflegern und Obersten in seinen Ländern,
      4.      daß er sehen ließe den herrlichen Reichtum seines Königreichs und die köstliche Pracht seiner Majestät viele Tage lang, hundert und achtzig Tage.
      5.      Und da die Tage aus waren, machte der König ein Mahl allem Volk, das zu Schloß Susan war, Großen und Kleinen, sieben Tage lang im Hofe des Gartens am Hause des Königs.
      6.      Da hingen weiße, rote und blaue Tücher, mit leinenen und scharlachnen Seilen gefaßt, in silbernen Ringen auf Marmorsäulen. Die Bänke waren golden und silbern auf Pflaster von grünem, weißem, gelbem und schwarzen Marmor.
      7.      Und das Getränk trug man in goldenen Gefäßen und immer andern und andern Gefäßen, und königlichen Wein die Menge, wie denn der König vermochte.
      8.      Und man setzte niemand, was er trinken sollte; denn der König hatte allen Vorstehern befohlen, daß ein jeglicher sollte tun, wie es ihm wohl gefiel.
      9.      Und die Königin Vasthi machte auch ein Mahl für die Weiber im königlichen Hause des Königs Ahasveros.
      10.      Und am siebenten Tage, da der König gutes Muts war vom Wein, hieß er Mehuman, Bistha, Harbona, Bigtha, Abagtha, Sethar und Charkas, die sieben Kämmerer, die vor dem König Ahasveros dienten,
      11.      daß sie die Königin Vasthi holten vor den König mit der königlichen Krone, daß er den Völkern und Fürsten zeigte ihre Schöne; denn sie war schön.
      12.      Aber die Königin Vasthi wollte nicht kommen nach dem Wort des Königs durch seine Kämmerer. Da ward der König sehr zornig, und sein Grimm entbrannte in ihm.
      13.      Und der König sprach zu den Weisen, die sich auf die Zeiten verstanden (denn des Königs Sachen mußten geschehen vor allen, die sich auf Recht und Händel verstanden;
      14.      die nächsten aber die bei ihm waren Charsena, Sethar, Admatha, Tharsis, Meres, Marsena und Memuchan, die sieben Fürsten der Perser und Meder, die das Angesicht des Königs sahen und saßen obenan im Königreich),
      15.      was für ein Recht man an der Königin Vasthi tun sollte, darum daß sie nicht getan hatte nach dem Wort des Königs durch seine Kämmerer.
      16.      Da sprach Memuchan vor dem König und den Fürsten: Die Königin Vasthi hat nicht allein an dem König übel getan, sondern auch an allen Fürsten und an allen Völkern in allen Landen des Königs Ahasveros.
      17.      Denn es wird solche Tat der Königin auskommen zu allen Weibern, daß sie ihre Männer verachten vor ihren Augen und werden sagen: Der König Ahasveros hieß die Königin Vasthi vor sich kommen; aber sie wollte nicht.
      18.      So werden nun die Fürstinnen in Persien und Medien auch so sagen zu allen Fürsten des Königs, wenn sie solche Tat der Königin hören; so wird sich Verachtens und Zorn genug erheben.
      19.      Gefällt es dem König, so lasse man ein königlich Gebot von ihm ausgehen und schreiben nach der Perser und Meder Gesetz, welches man nicht darf übertreten: daß Vasthi nicht mehr vor den König Ahasveros komme, und der König gebe ihre königliche Würde einer andern, die besser ist denn sie.
      20.      Und es erschalle dieser Befehl des Königs, den er geben wird, in sein ganzes Reich, welches groß ist, daß alle Weiber ihre Männer in Ehren halten, unter Großen und Kleinen.
      21.      Das gefiel dem König und den Fürsten; und der König tat nach dem Wort Memuchans.
      22.      Da wurden Briefe ausgesandt in alle Länder des Königs, in ein jegliches Land nach seiner Schrift und zu jeglichem Volk nach seiner Sprache: daß ein jeglicher Mann der Oberherr in seinem Hause sei und ließe reden nach der Sprache seines Volkes.

Das 2. Kapitel

      1.      Nach diesen Geschichten, da der Grimm des Königs Ahasveros sich gelegt hatte, gedachte er an Vasthi, was sie getan hatte und was über sie beschlossen war.
      2.      Da sprachen die Diener des Königs, die ihm dienten: Man suche dem König junge, schöne Jungfrauen,
      3.      und der König bestellte Männer in allen Landen seines Königreichs, daß sie allerlei junge, schöne Jungfrauen zusammenbringen gen Schloß Susan ins Frauenhaus unter der Hand Hegais, des Königs Kämmerers, der der Weiber wartet, und man gebe ihnen ihren Schmuck;
      4.      und welche Dirne dem König gefällt, die werde Königin an Vasthis Statt. Das gefiel dem König, und er tat also.
      5.      Es war aber ein jüdischer Mann zu Schloß Susan, der hieß Mardochai, ein Sohn Jairs, des Sohnes Simeis, des Sohnes des Kis, ein Benjaminiter,
      6.      der mit weggeführt war von Jerusalem, da Jechonja, der König Juda’s, weggeführt ward, welchen Nebukadnezar, der König zu Babel, wegführte.
      7.      Und er war ein Vormund der Hadassa, das ist Esther, eine Tochter seines Oheims; denn sie hatte weder Vater noch Mutter. Und sie war eine schöne und feine Dirne. Und da ihr Vater und ihre Mutter starb, nahm sie Mardochai auf zur Tochter.
      8.      Da nun das Gebot und Gesetz des Königs laut ward und viel Dirnen zuhaufe gebracht wurden gen Schloß Susan unter die Hand Hegais, ward Esther auch genommen zu des Königs Hause unter die Hand Hegais, des Hüters der Weiber.
      9.      Und die Dirne gefiel ihm, und sie fand Barmherzigkeit vor ihm. Und er eilte mit ihrem Schmuck, daß er ihr ihren Teil gäbe und sieben feine Dirnen von des Königs Hause dazu. Und er tat sie mit ihren Dirnen an den besten Ort im Frauenhaus.
      10.      Und Esther sagte ihm nicht an ihr Volk und ihre Freundschaft; denn Mardochai hatte ihr geboten, sie sollte es nicht ansagen.
      11.      Und Mardochai wandelte alle Tage vor dem Hofe am Frauenhaus, daß er erführe, ob’s Esther wohl ginge und was ihr geschehen würde.
      12.      Wenn aber die bestimmte Zeit einer jeglichen Dirne kam, daß sie zum König Ahasveros kommen sollte, nachdem sie zwölf Monate im Frauen-Schmücken gewesen war (denn ihr Schmücken mußte soviel Zeit haben, nämlich sechs Monate mit Balsam und Myrrhe und sechs Monate mit guter Spezerei, so waren denn die Weiber geschmückt):
      13.      alsdann ging die Dirne zum König und alles, was sie wollte, mußte man ihr geben, daß sie damit vom Frauenhaus zu des Königs Hause ginge.
      14.      Und wenn eine des Abends hineinkam, die ging des Morgens von ihm in das andere Frauenhaus unter die Hand des Saasgas, des Königs Kämmerers, des Hüters der Kebsweiber Und sie durfte nicht wieder zum König kommen, es lüstete denn den König und er ließ sie mit Namen rufen.
      15.      Da nun die Zeit Esthers herankam, der Tochter Abihails, des Oheims Mardochais (die er zur Tochter hatte aufgenommen ), daß sie zum König kommen sollte, begehrte sie nichts, denn was Hegai, des Königs Kämmerer, der Weiber Hüter, sprach. Und Esther fand Gnade vor allen, die sie ansahen.
      16.      Es ward aber Esther genommen zum König Ahasveros ins königliche Haus im zehnten Monat, der da heißt Tebeth, im siebenten Jahr seines Königreichs.
      17.      Und der König gewann Esther lieb über alle Weiber, und sie fand Gnade und Barmherzigkeit vor ihm vor allen Jungfrauen. Und er setzte die königliche Krone auf ihr Haupt und machte sie zur Königin an Vasthis Statt.
      18.      Und der König machte ein großes Mahl allen seinen Fürsten und Knechten, das war ein Mahl um Esthers willen, und ließ die Länder ruhen und gab königliche Geschenke aus.
      19.      Und da man das anderemal Jungfrauen versammelte, saß Mardochai im Tor des Königs.
      20.      Und Esther hatte noch nicht angesagt ihre Freundschaft noch ihr Volk, wie ihr Mardochai geboten hatte; denn Esther tat nach den Worten Mardochais, gleich als da er ihr Vormund war.
      21.      Zur selben Zeit, da Mardochai im Tor des Königs saß, wurden zwei Kämmerer des Königs, Bigthan und Theres, die die Tür hüteten, zornig und trachteten ihre Hände an den König Ahasveros zu legen.
      22.      Das ward Mardochai kund, und er sagte es der Königin Esther, und Esther sagte es dem König in Mardochais Namen.
      23.      Und da man nachforschte, ward’s gefunden, und sie wurden beide an Bäume gehängt. Und es ward geschrieben in die Chronik vor dem König.

Das 3. Kapitel

      1.      Nach diesen Geschichten machte der König Ahasveros Haman groß, den Sohn Hammedathas, den Agagiter, und erhöhte ihn und setzte seinen Stuhl über alle Fürsten, die bei ihm waren.
      2.      Und alle Knechte des Königs, die im Tor waren, beugten die Kniee und fielen vor Haman nieder; denn der König hatte es also geboten. Aber Mardochai beugte die Kniee nicht und fiel nicht nieder.
      3.      Da sprachen des Königs Knechte, die im Tor des Königs waren, zu Mardochai: Warum übertrittst du des Königs Gebot?
      4.      Und da sie solches täglich zu ihm sagten und er ihnen nicht gehorchte, sagten sie es Haman an, daß sie sähen, ob solch Tun Mardochais bestehen würde; denn er hatte ihnen gesagt, daß er ein Jude wäre.
      5.      Und da nun Haman sah, daß Mardochai ihm nicht die Kniee beugte noch vor ihm niederfiel, ward er voll Grimms.
      6.      Und verachtete es, daß er an Mardochai allein sollte die Hand legen, denn sie hatten ihm das Volk Mardochais angesagt; sondern er trachtete, das Volk Mardochais, alle Juden, so im ganzen Königreich des Ahasveros waren, zu vertilgen.
      7.      Im ersten Monat, das ist der Monat Nisan, im zwölften Jahr des Königs Ahasveros, ward das Pur, das ist das Los, geworfen vor Haman, von einem Tage auf den andern und von Monat zu Monat bis auf den zwölften, das ist der Monat Adar.
      8.      Und Haman sprach zum König Ahasveros: Es ist ein Volk, zerstreut in allen Ländern deines Königreichs, und ihr Gesetz ist anders denn aller Völker, und tun nicht nach des Königs Gesetzen; es ziemt dem König nicht, sie also zu lassen.
      9.      Gefällt es dem König, so lasse er schreiben, daß man sie umbringe; so will ich zehntausend Zentner Silber darwägen unter die Hand der Amtleute, daß man’s bringt in die Kammer des Königs.
      10.      Da tat der König seinen Ring von der Hand und gab ihn Haman, dem Sohn Hammadathas, dem Agagiter, der Juden Feind.
      11.      Und der König sprach zu Haman: Das Silber sei dir gegeben, dazu das Volk, daß du damit tust, was dir gefällt.
      12.      Da rief man die Schreiber des Königs am dreizehnten Tage des ersten Monats; und ward geschrieben, wie Haman befahl, an die Fürsten des Königs und zu den Landpflegern hin und her in den Ländern und zu den Hauptleuten eines jeglichen Volks in den Ländern hin und her, nach der Schrift eines jeglichen Volks und nach ihrer Sprache, im Namen des Königs Ahasveros und mit des Königs Ring versiegelt.
      13.      Und die Briefe wurden gesandt durch die Läufer in alle Länder des Königs, zu vertilgen, zu erwürgen und umzubringen alle Juden, jung und alt, Kinder und Weiber, auf einen Tag, nämlich auf den dreizehnten Tag des zwölften Monats, das ist der Monat Adar, und ihr Gut zu rauben.
      14.      Also war der Inhalt der Schrift: daß ein Gebot gegeben wäre in allen Ländern, allen Völkern zu eröffnen, daß sie auf denselben Tag bereit wären.
      15.      Und die Läufer gingen aus eilend nach des Königs Wort, und zu Schloß Susan ward das Gebot angeschlagen. Und der König und Haman saßen und tranken; aber die Stadt Susan ward bestürzt.

Das 4. Kapitel

      1.      Da Mardochai erfuhr alles, was geschehen war, zerriß er seine Kleider und legte einen Sack an und Asche und ging hinaus mitten in die Stadt und schrie laut und kläglich.
      2.      Und kam bis vor das Tor des Königs; denn es durfte niemand zu des Königs Tor eingehen, der einen Sack anhatte.
      3.      Und in allen Ländern, an welchen Ort des Königs Wort und Gebot gelangte, war ein großes Klagen unter den Juden, und viele fasteten, weinten trugen Leid und lagen in Säcken und in der Asche.
      4.      Da kamen die Dirnen Esthers und ihre Kämmerer und sagten’s ihr an. Da erschrak die Königin sehr. Und sie sandte Kleider, daß Mardochai sie anzöge und den Sack von sich legte; aber er nahm sie nicht.
      5.      Da rief Esther Hathach unter des Königs Kämmerern, der vor ihr stand, und gab ihm Befehl an Mardochai, daß sie erführe, was das wäre und warum er so täte.
      6.      Da ging Hathach hinaus zu Mardochai in die Gasse der Stadt, die vor dem Tor des Königs war.
      7.      Und Mardochai sagte ihm alles, was ihm begegnet wäre, und die Summe des Silbers, das Haman versprochen hatte in des Königs Kammer darzuwägen um der Juden willen, sie zu vertilgen,
      8.      und gab ihm die Abschrift des Gebots, das zu Susan angeschlagen war, sie zu vertilgen, daß er’s Esther zeigte und ihr ansagte und geböte ihr, daß sie zum König hineinginge und flehte zu ihm und täte eine Bitte an ihn um ihr Volk.
      9.      Und da Hathach hineinkam und sagte Esther die Worte Mardochais,
      10.      sprach Esther zu Hathach und gebot ihm an Mardochai:
      11.      Es wissen alle Knechte des Königs und das Volk in den Landen des Königs, daß, wer zum König hineingeht inwendig in den Hof, er sei Mann oder Weib, der nicht gerufen ist, der soll stracks nach dem Gebot sterben; es sei denn, daß der König das goldene Zepter gegen ihn recke, damit er lebendig bleibe. Ich aber bin nun in dreißig Tagen nicht gerufen, zum König hineinzukommen.
      12.      Und da die Worte Esthers wurden Mardochai angesagt,
      13.      hieß Mardochai Esther wieder sagen: Gedenke nicht, daß du dein Leben errettest, weil du im Hause des Königs bist, vor allen Juden;
      14.      denn wo du wirst zu dieser Zeit schweigen, so wird eine Hilfe und Errettung von einem andern Ort her den Juden entstehen, und du und deines Vaters Haus werdet umkommen. Und wer weiß, ob du nicht um dieser Zeit willen zur königlichen Würde gekommen bist ?
      15.      Esther hieß Mardochai antworten:
      16.      So gehe hin und versammle alle Juden, die zu Susan vorhanden sind, und fastet für mich, daß ihr nicht esset und trinket in drei Tagen, weder Tag noch Nacht; ich und meine Dirnen wollen auch also fasten. Und ich will zum König hineingehen wider das Gebot; komme ich um, so komme ich um.
      17.      Mardochai ging hin und tat alles, was ihm Esther geboten hatte.

Das 5. Kapitel

      1.      Und am dritten Tage zog sich Esther königlich an und trat in den inneren Hof am Hause des Königs gegenüber dem Hause des Königs. Und der König saß auf seinem königlichen Stuhl im königlichen Hause, gegenüber der Tür des Hauses.
      2.      Und da der König sah Esther, die Königin, stehen im Hofe, fand sie Gnade vor seinen Augen. Und der König reckte das goldene Zepter in seiner Hand gegen Esther. Da trat Esther herzu und rührte die Spitze des Zepters an.
      3.      Da sprach der König zu ihr: Was ist dir, Esther, Königin? und was forderst du? Auch die Hälfte des Königreichs soll dir gegeben werden.
      4.      Esther sprach: Gefällt es dem König, so komme der König und Haman heute zu dem Mahl, das ich zugerichtet habe.
      5.      Der König sprach: Eilet, daß Haman tue, was Esther gesagt hat! Da nun der König und Haman zu dem Mahl kamen, das Esther zugerichtet hatte,
      6.      sprach der König zu Esther, da er Wein getrunken hatte: Was bittest du, Esther? Es soll dir gegeben werden. Und was forderst du? Auch die Hälfte des Königreichs, es soll geschehen.
      7.      Da antwortete Esther und sprach: Meine Bitte und Begehr ist:
      8.      Habe ich Gnade gefunden vor dem König, und so es dem König gefällt mir zu geben eine Bitte und zu tun mein Begehren, so komme der König und Haman zu dem Mahl, das ich für sie zurichten will; so will ich morgen Tun, was der König gesagt hat.
      9.      Da ging Haman des Tages hinaus fröhlich und gutes Muts. Und da er sah Mardochai im Tor des Königs, daß er nicht aufstand noch sich vor ihm bewegte, ward er voll Zorns über Mardochai.
      10.      Aber er hielt an sich. Und da er heimkam, sandte er hin und ließ holen seine Freunde und sein Weib Seres
      11.      und zählte ihnen auf die Herrlichkeit seines Reichtums und die Menge seiner Kinder und alles, wie ihn der König so groß gemacht hätte und daß er über die Fürsten und Knechte des Königs erhoben wäre.
      12.      Auch sprach Haman: Und die Königin Esther hat niemand kommen lassen mit dem König zum Mahl, das sie zugerichtet hat, als mich; und ich bin morgen auch zu ihr geladen mit dem König.
      13.      Aber an dem allem habe ich keine Genüge, solange ich sehe den Juden Mardochai am Königstor sitzen.
      14.      Da sprachen zu ihm sein Weib Seres und alle Freunde: Man mache einen Baum, fünfzig Ellen hoch, und morgen sage dem König, daß man Mardochai daran hänge; so kommst du mit dem König fröhlich zum Mahl. Das gefiel Haman wohl, und er ließ einen Baum zurichten.

Das 6. Kapitel

      1.      In derselben Nacht konnte der König nicht schlafen und hieß die Chronik mit den Historien bringen. Da die wurden vor dem König gelesen,
      2.      fand sich’s geschrieben, wie Mardochai hatte angesagt, daß die zwei Kämmerer des Königs, Bigthan und Theres, die an der Schwelle hüteten, getrachtet hätten, die Hand an den König Ahasveros zu legen.
      3.      Und der König sprach: Was haben wir Mardochai Ehre und Gutes dafür getan ? Da sprachen die Diener des Königs, die ihm dienten: Es ist ihm nichts geschehen.
      4.      Und der König sprach: Wer ist im Hofe? Haman aber war in den Hof gegangen, draußen vor des Königs Hause, daß er dem König sagte, Mardochai zu hängen an den Baum, den er zubereitet hatte.
      5.      Und des Königs Diener sprachen zu ihm: Siehe, Haman steht im Hofe. Der König sprach: Laßt ihn hereingehen !
      6.      Und da Haman hineinkam, sprach der König zu ihm: Was soll man dem Mann tun, den der König gerne wollte ehren? Haman aber gedachte in seinem Herzen: Wem sollte der König anders gern wollen Ehre tun denn mir?
      7.      Und Haman sprach zum König: Dem Mann, den der König gerne wollte ehren,
      8.      soll man königliche Kleider bringen, die der König pflegt zu tragen, und ein Roß, darauf der König reitet, und soll eine königliche Krone auf sein Haupt setzen;
      9.      und man soll solch Kleid und Roß geben in die Hand eines Fürsten des Königs, daß derselbe den Mann anziehe, den der König gern ehren wollte, und führe ihn auf dem Roß in der Stadt Gassen und lasse rufen vor ihm her: So wird man tun dem Mann, den der König gerne ehren will.
      10.      Der König sprach zu Haman: Eile und nimm das Kleid und Roß, wie du gesagt hast, und tu also mit Mardochai, dem Juden, der vor dem Tor des Königs sitzt; und laß nichts fehlen an allem, was du geredet hast !
      11.      Da nahm Haman das Kleid und Roß und zog Mardochai an und führte ihn auf der Stadt Gassen und rief vor ihm her: So wird man tun dem Mann, den der König gerne ehren will.
      12.      Und Mardochai kam wieder an das Tor des Königs. Haman aber eilte nach Hause, trug Leid mit verhülltem Kopf
      13.      und erzählte seinem Weibe Seres und seinen Freunden allen alles, was ihm begegnet war. Da sprachen zu ihm seine Weisen und sein Weib Seres: Ist Mardochai vom Geschlecht der Juden, vor dem du zu fallen angehoben hast, so vermagst du nichts an ihm, sondern du wirst vor ihm fallen.
      14.      Da sie aber noch mit ihm redeten, kamen herbei des Königs Kämmerer und trieben Haman, zum Mahl zu kommen, das Esther zugerichtet hatte.

Das 7. Kapitel

      1.      Und da der König mit Haman kam zum Mahl, das die Königin Esther zugerichtet hatte,
      2.      sprach der König zu Esther auch des andern Tages, da er Wein getrunken hatte: Was bittest du, Königin Esther, daß man’s dir gebe ? Und was forderst du? Auch das halbe Königreich, es soll geschehen.
      3.      Esther, die Königin, antwortete und sprach: habe ich Gnade vor dir gefunden, o König, und gefällt es dem König, so gib mir mein Leben um meiner Bitte willen und mein Volk um meines Begehrens willen.
      4.      Denn wir sind verkauft, ich und mein Volk, daß wir vertilgt, erwürgt und umgebracht werden. Und wären wir doch nur zu Knechten und Mägden verkauft, so wollte ich schweigen; so würde der Feind doch dem König nicht schaden.
      5.      Der König Ahasveros redete und sprach zu der Königin Esther: Wer ist der, oder wo ist der, der solches in seinen Sinn nehmen dürfe, also zu tun ?
      6.      Esther sprach: Der Feind und Widersacher ist dieser böse Haman. Haman entsetzte sich vor dem König und der Königin.
      7.      Und der König stand auf vom Mahl und vom Wein in seinem Grimm und ging in den Garten am Hause. Und Haman stand auf und bat die Königin Esther um sein Leben; denn er sah, daß ihm ein Unglück vom König schon bereitet war.
      8.      Und da der König wieder aus dem Garten am Hause in den Saal, da man gegessen hatte, kam, lag Haman an der Bank, darauf Esther saß. Da sprach der König: Will er auch der Königin Gewalt tun bei mir im Hause? Da das Wort aus des Königs Munde ging, verhüllten sie Haman das Antlitz.
      9.      Und Harbona, der Kämmerer einer vor dem König, sprach: Siehe, es steht ein Baum im Hause Haman, fünfzig Ellen hoch, den er Mardochai gemacht hatte, der Gutes für den König geredet hat. Der König sprach: Laßt ihn daran hängen !
      10.      Also hängte man Haman an den Baum, den er Mardochai gemacht hatte. Da legte sich des Königs Zorn.

Das 8. Kapitel

      1.      An dem Tage gab der König Ahasveros der Königin Esther das Haus Hamans, des Judenfeindes. Und Mardochai kam vor den König; denn Esther sagte an, wie er ihr zugehörte.
      2.      Und der König tat ab von seinem Fingerreif, den er von Haman hatte genommen, und gab ihn Mardochai. Und Esther setzte Mardochai über das Haus Hamans.
      3.      Und Esther redete weiter vor dem König und fiel ihm zu den Füßen und weinte und flehte ihn an, daß er zunichte machte die Bosheit Hamans, des Agagiters, und seine Anschläge, die er wider die Juden erdacht hatte.
      4.      Und der König reckte das goldene Zepter gegen Esther. Da stand Esther auf und trat vor den König
      5.      und sprach: Gefällt es dem König und habe ich Gnade gefunden vor ihm und ist’s gelegen dem König und ich gefalle ihm, so schreibe man, daß die Briefe Hamans, des Sohnes Hammedathas, des Agagiters, widerrufen werden, die er geschrieben hat, die Juden umzubringen in allen Landen des Königs.
      6.      Denn wie kann ich zusehen dem Übel, das mein Volk treffen würde ? Und wie kann ich zusehen, daß mein Geschlecht umkomme?
      7.      Da sprach der König Ahasveros zur Königin Esther und zu Mardochai, dem Juden: Siehe, ich habe Esther das Haus Hamans gegeben, und ihn hat man an einen Baum gehängt, darum daß er seine Hand hat an die Juden gelegt;
      8.      so schreibt ihr nun für die Juden, wie es euch gefällt, in des Königs Namen und versiegelt’s mit des Königs Ringe. Denn die Schriften, die in des Königs Namen geschrieben und mit des Königs Ring versiegelt wurden, durfte niemand widerrufen.
      9.      Da wurden berufen des Königs Schreiber zu der Zeit im dritten Monat, das ist der Monat Sivan, am dreiundzwanzigsten Tage, und wurde geschrieben, wie Mardochai gebot, an die Juden und an die Fürsten, Landpfleger und Hauptleute in den Landen von Indien bis an das Mohrenland, nämlich hundert und siebenundzwanzig Länder, einem jeglichen Lande nach seiner Schrift, einem jeglichen Volk nach seiner Sprache, und den Juden nach ihrer Schrift und Sprache.
      10.      Und es war geschrieben in des Königs Ahasveros Namen und mit des Königs Ring versiegelt. Und er sandte die Briefe durch die reitenden Boten auf jungen Maultieren,
      11.      darin der König den Juden Macht gab, in welchen Städten sie auch waren, sich zu versammeln und zu stehen für ihr Leben und zu vertilgen, zu erwürgen und umzubringen alle Macht des Volkes und Landes, die sie ängsteten, samt den Kindern und Weibern, und ihr Gut zu rauben
      12.      auf einen Tag in allen Ländern des Königs Ahasveros, nämlich am dreizehnten Tage des zwölften Monats, das ist der Monat Adar.
      13.      Der Inhalt aber der Schrift war, daß ein Gebot gegeben wäre in allen Landen, zu eröffnen allen Völkern, daß die Juden bereit sein sollten, sich zu rächen an ihren Feinden.
      14.      Und die reitenden Boten auf den Maultieren ritten aus schnell und eilend nach dem Wort des Königs, und das Gebot ward zu Schloß Susan angeschlagen.
      15.      Mardochai aber ging aus von dem König in königlichen Kleidern, blau und weiß, und mit einer großen goldenen Krone, angetan mit einem Leinen-und Purpur-mantel; und die Stadt Susan jauchzte und war fröhlich.
      16.      Den Juden aber war Licht und Freude und Wonne und Ehre gekommen.
      17.      Und in allen Landen und Städten, an welchen Ort des Königs Wort und Gebot gelangte, da war Freude und Wonne unter den Juden, Wohlleben und gute Tage, daß viele aus den Völkern im Lande Juden wurden; denn die Furcht vor den Juden war über sie gekommen.

Das 9. Kapitel

      1.      Im zwölften Monat, das ist der Monat Adar, am dreizehnten Tag, den des Königs Wort und Gebot bestimmt hatte, daß man’s tun sollte, ebendesselben Tages, da die Feinde der Juden hofften, sie zu überwältigen, wandte sich’s, daß die Juden ihre Feinde überwältigen sollten.
      2.      Da versammelten sich die Juden in ihren Städten in allen Landen des Königs Ahasveros, daß sie die Hand legten an die, so ihnen übel wollten. Und niemand konnte ihnen widerstehen; denn ihre Furcht war über alle Völker gekommen.
      3.      Auch alle Obersten in den Landen und Fürsten und Landpfleger und Amtleute des Königs halfen den Juden; denn die Furcht vor Mardochai war über sie gekommen.
      4.      Denn Mardochai war groß im Hause des Königs, und sein Gerücht erscholl in allen Ländern, wie er zunähme und groß würde.
      5.      Also schlugen die Juden an allen ihren Feinden eine Schwertschlacht und würgten und raubten und brachten um und taten nach ihrem Willen an denen, die ihnen feind waren.
      6.      Und zu Schloß Susan erwürgten die Juden und brachten um fünfhundert Mann;
      7.      dazu erwürgten sie Parsandatha, Dalphon, Aspatha,
      8.      Poratha, Adalja, Aridatha,
      9.      Parmastha, Arisai, Aridai, Vajesatha,
      10.      die zehn Söhne Hamans, des Sohne Hammedathas, des Judenfeindes. Aber an die Güter legten sie ihre Hände nicht.
      11.      Zu derselben Zeit kam die Zahl der Erwürgten zu Schloß Susan vor den König.
      12.      Und der König sprach zu der Königin Esther: Die Juden haben zu Schloß Susan fünfhundert Mann erwürgt und umgebracht und die zehn Söhne Hamans; was werden sie tun in den andern Ländern des Königs? was bittest du, daß man dir gebe ? und was forderst du mehr, daß man tue ?
      13.      Esther sprach: Gefällt’s dem König, so lasse er auch morgen die Juden tun nach dem heutigen Gebot, und die zehn Söhne Hamans soll man an den Baum hängen.
      14.      Und der König hieß also tun. Und das Gebot ward zu Susan angeschlagen, und die zehn Söhne Haman wurden gehängt.
      15.      Und die Juden zu Susan versammelten sich auch am vierzehnten Tage des Monats Adar und erwürgten zu Susan dreihundert Mann; aber an ihre Güter legten sie ihre Hände nicht.
      16.      Aber die andern Juden in den Ländern des Königs kamen zusammen und standen für ihr Leben, daß sie Ruhe schafften vor ihren Feinden, und erwürgten ihrer Feinde fünfundsiebzigtausend; aber an ihre Güter legten sie ihre Hände nicht.
      17.      Das geschah am dreizehnten Tage des Monats Adar, und sie ruhten am vierzehnten Tage desselben Monats; den machte man zum Tage des Wohllebens und der Freude.
      18.      Aber die Juden zu Susan waren zusammengekommen am dreizehnten und am vierzehnten Tage und ruhten am fünfzehnten Tag; und den Tag machte man zum Tage des Wohllebens und der Freude.
      19.      Darum machten die Juden, die auf den Dörfern und Flecken wohnten, den vierzehnten Tag des Monats Adar zum Tag des Wohllebens und der Freude, und sandte einer dem andern Geschenke.
      20.      Und Mardochai schrieb diese Geschichten auf und sandte Briefe an alle Juden, die in den Landen des Königs Ahasveros waren, nahen und fernen,
      21.      daß sie annähmen und hielten den vierzehnten und fünfzehnten Tag des Monats Adar jährlich,
      22.      nach den Tagen, darin die Juden zur Ruhe gekommen waren von ihren Feinden und nach dem Monat, darin ihre Schmerzen in Freude und ihr Leid in gute Tage verkehrt war; daß sie dieselben halten sollten als Tage des Wohllebens und der Freude und einer dem andern Geschenke schicken und den Armen mitteilen.
      23.      Und die Juden nahmen’s an, was sie angefangen hatten zu tun und was Mardochai an sie schrieb:
      24.      wie Haman, der Sohn Hammedathas, der Agagiter, aller Juden Feind, gedacht hatte, alle Juden umzubringen, und das Pur, das ist das Los, werfen lassen, sie zu erschrecken und umzubringen;
      25.      und wie Esther zum König gegangen war und derselbe durch Briefe geboten hatte, daß seine bösen Anschläge, die er wider die Juden gedacht, auf seinen Kopf gekehrt würden; und wie man ihn und seine Söhne an den Baum gehängt hatte.
      26.      Daher sie diese Tage Purim nannten nach dem Namen des Loses. Und nach allen Worten dieses Briefes und dem, was sie selbst gesehen hatten und was an sie gelangt war,
      27.      richteten die Juden es auf und nahmen’s auf sich und auf ihre Nachkommen und auf alle, die sich zu ihnen taten, daß sie nicht unterlassen wollten, zu halten diese zwei Tage jährlich, wie die vorgeschrieben und bestimmt waren;
      28.      daß diese Tage nicht vergessen, sondern zu halten seien bei Kindeskindern, bei allen Geschlechtern, in allen Ländern und Städten. Es sind die Tage Purim, welche nicht sollen übergangen werden unter den Juden, und ihr Gedächtnis soll nicht umkommen bei ihren Nachkommen.
      29.      Und die Königin Esther, die Tochter Abihails, und Mardochai, der Jude, schrieben mit ganzem Ernst, um es zu bestätigen, diesen zweiten Brief von Purim;
      30.      und er sandte die Briefe zu allen Juden in den hundert und siebenundzwanzig Ländern des Königreichs des Ahasveros mit freundlichen und treuen Worten:
      31.      daß sie annähmen die Tage Purim auf die bestimmte Zeit, wie Mardochai, der Jude, über sie bestätigt hatte und die Königin Esther, und wie sie für sich selbst und ihre Nachkommen bestätigt hatten die Geschichte der Fasten und ihres Schreiens.
      32.      Und Esther befahl, die Geschichte dieser Purim zu bestätigen. Und es ward in ein Buch geschrieben.

Das 10. Kapitel

      1.      Und der König Ahasveros legte Zins aufs Land und auf die Inseln im Meer.
      2.      Aber alle Werke seiner Gewalt und Macht und die große Herrlichkeit Mardochais, die ihm der König gab, siehe, das ist geschrieben in der Chronik der Könige in Medien und Persien.
      3.      Denn Mardochai, der Jude, war der nächste nach dem König Ahasveros und groß unter den Juden und angenehm unter der Menge seiner Brüder, der für sein Volk Gutes suchte und redete das Beste für sein ganzes Geschlecht

Luther, M. (2001). Die Heilige Schrift nach der deutschen Übersetzung Martin Luthers (2Chr 36,23–Est 10,3). Oak Harbor, WA: Logos Research Systems, Inc.

Das 1. Kapitel

Luther 1912, Josua, Richter, Ruth, 1.+2.Samuel

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RMI, MSCS, WAHOD

JOSUA

Das 1. Kapitel

      1.      Nach dem Tode Mose’s, des Knechts des HERRN, sprach der HERR zu Josua, dem Sohn Nuns, Mose’s Diener:
      2.      Mein Knecht Mose ist gestorben; so mache dich nun auf und zieh über den Jordan, du und dies ganze Volk, in das Land, das ich ihnen, den Kindern Israel, gegeben habe.
      3.      Alle Stätten, darauf eure Fußsohlen treten werden, habe ich euch gegeben, wie ich Mose geredet habe.
      4.      Von der Wüste an und diesem Libanon bis an das große Wasser Euphrat, das ganze Land der Hethiter, bis an das große Meer gegen Abend sollen eure Grenzen sein.
      5.      Es soll dir niemand widerstehen dein Leben lang. Wie ich mit Mose gewesen bin, also will ich auch mit dir sein. Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen.
      6.      Sei getrost und unverzagt; denn du sollst diesem Volk das Land austeilen, das ich ihren Vätern geschworen habe, daß ich’s ihnen geben wollte.
      7.      Sei nur getrost und sehr freudig, daß du haltest und tust allerdinge nach dem Gesetz, das dir Mose, mein Knecht, geboten hat. Weiche nicht davon, weder zur Rechten noch zur Linken, auf daß du weise handeln mögest in allem, was du tun sollst.
      8.      Und laß dieses Buch des Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, auf daß du haltest und tust allerdinge nach dem, was darin geschrieben steht. Alsdann wird es dir gelingen in allem, was du tust, und wirst weise handeln können.
      9.      Siehe, ich habe dir geboten, daß du getrost und freudig seist. Laß dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.
      10.      Da gebot Josua den Hauptleuten des Volks und sprach:
      11.      Geht durch das Lager und gebietet dem Volk und sprecht: Schafft euch Vorrat; denn über drei Tage werdet ihr über diesen Jordan gehen, daß ihr hineinkommt und das Land einnehmt, daß euch der HERR, euer Gott, geben wird.
      12.      Und zu den Rubenitern, Gaditern und dem halben Stamm Manasse sprach Josua:
      13.      Gedenket an das Wort, das euch Mose, der Knecht des HERRN, sagte und sprach: Der HERR, euer Gott, hat euch zur Ruhe gebracht und dies Land gegeben.
      14.      Eure Weiber und Kinder und Vieh laßt in dem Lande bleiben, das euch Mose gegeben hat, diesseit des Jordans; ihr aber sollt vor euren Brüdern her ziehen gerüstet, was streitbare Männer sind, und ihnen helfen,
      15.      bis daß der HERR eure Brüder auch zur Ruhe bringt wie euch, daß sie auch einnehmen das Land, das ihnen der HERR, euer Gott, geben wird. Alsdann sollt ihr wieder umkehren in euer Land, das euch Mose, der Knecht des HERRN, gegeben hat zu besitzen diesseit des Jordans, gegen der Sonne Aufgang.
      16.      Und sie antworteten Josua und sprachen: Alles, was du uns geboten hast, das wollen wir tun; und wo du uns hinsendest, da wollen wir hin gehen.
      17.      Wie wir Mose gehorsam sind gewesen, so wollen wir dir auch gehorsam sein; allein, daß der HERR, dein Gott, nur mit dir sei, wie er mit Mose war.
      18.      Wer deinem Mund ungehorsam ist und nicht gehorcht deinen Worten in allem, was du uns gebietest, der soll sterben. Sei nur getrost und unverzagt !

Das 2. Kapitel

      1.      Josua aber, der Sohn Nuns, hatte zwei Kundschafter heimlich ausgesandt von Sittim und ihnen gesagt: Geht hin, beseht das Land und Jericho. Die gingen hin und kamen in das Haus einer Hure, die hieß Rahab, und kehrten zu ihr ein.
      2.      Da ward dem König von Jericho gesagt: Siehe, es sind in dieser Nacht Männer hereingekommen von den Kindern Israel, das Land zu erkunden.
      3.      Da sandte der König zu Jericho zu Rahab und ließ ihr sagen: Gib die Männer heraus, die zu dir in dein Haus gekommen sind; denn sie sind gekommen, das ganze Land zu erkunden.
      4.      Aber das Weib verbarg die zwei Männer und sprach also: Es sind ja Männer zu mir hereingekommen; aber ich wußte nicht, woher sie waren.
      5.      Und da man die Tore wollte zuschließen, da es finster war, gingen sie hinaus, daß ich nicht weiß, wo sie hingegangen sind. Jagt ihnen eilend nach, denn ihr werdet sie ergreifen.
      6.      Sie aber ließ sie auf das Dach steigen und verdeckte sie unter die Flachsstengel, die sie auf dem Dache ausgebreitet hatte.
      7.      Aber die Männer jagten ihnen nach auf dem Wege zum Jordan bis an die Furt; und man schloß das Tor zu, da die hinaus waren, die ihnen nachjagten.
      8.      Und ehe denn die Männer sich schlafen legten, stieg sie zu ihnen hinauf auf das Dach
      9.      und sprach zu ihnen: Ich weiß, daß der HERR euch das Land gegeben hat; denn ein Schrecken ist über uns gefallen vor euch, und alle Einwohner des Landes sind feig geworden.
      10.      Denn wir haben gehört, wie der HERR hat das Wasser im Schilfmeer ausgetrocknet vor euch her, da ihr aus Ägypten zoget, und was ihr den zwei Königen der Amoriter, Sihon und Og, jenseit des Jordans getan habt, wie ihr sie verbannt habt.
      11.      Und seit wir solches gehört haben, ist unser Herz verzagt und ist kein Mut mehr in jemand vor euch; denn der HERR, euer Gott, ist Gott oben im Himmel und unten auf Erden.
      12.      So schwört mir nun bei dem HERRN, daß, weil ich an euch Barmherzigkeit getan habe, ihr auch an meines Vaters Hause Barmherzigkeit tut; und gebt mir ein gewisses Zeichen,
      13.      daß ihr leben lasset meinen Vater, meine Mutter, meine Brüder und meine Schwestern und alles, was sie haben, und errettet unsere Seelen vom Tode.
      14.      Die Männer sprachen zu ihr: Tun wir nicht Barmherzigkeit und Treue an dir, wenn uns der HERR das Land gibt, so soll unsere Seele für euch des Todes sein, sofern du unser Geschäft nicht verrätst.
      15.      Da ließ sie dieselben am Seil durchs Fenster hernieder; denn ihr Haus war an der Stadtmauer, und sie wohnte auch auf der Mauer.
      16.      Und sie sprach zu ihnen: Geht auf das Gebirge, daß euch nicht begegnen, die euch nachjagen, und verbergt euch daselbst drei Tage, bis daß sie wiederkommen, die euch nachjagen; darnach geht eure Straße.
      17.      Die Männer aber sprachen zu ihr: Wir wollen aber des Eides los sein, den du von uns genommen hast,
      18.      wenn wir kommen ins Land und du nicht dies rote Seil in das Fenster knüpfst, womit du uns herniedergelassen hast, und zu dir ins Haus versammelst deinen Vater, deine Mutter, deine Brüder und deines Vaters ganzes Haus.
      19.      Und wer zu Tür deines Hauses herausgeht, des Blut sei auf seinem Haupt, und wir unschuldig; aber aller, die in deinem Hause sind, so eine Hand an sie gelegt wird, so soll ihr Blut auf unserm Haupt sein.
      20.      Und so du etwas von diesem unserm Geschäft wirst aussagen, so wollen wir des Eides los sein, den du von uns genommen hast.
      21.      Sie sprach: Es sei, wie ihr sagt, und ließ sie gehen. Und sie gingen hin. Und sie knüpfte das rote Seil ins Fenster.
      22.      Sie aber gingen hin und kamen aufs Gebirge und blieben drei Tage daselbst, bis daß die wiederkamen, die ihnen nachjagten. Denn sie hatten sie gesucht auf allen Straßen, und doch nicht gefunden.
      23.      Also kehrten die zwei Männer wieder und gingen vom Gebirge und fuhren über und kamen zu Josua, dem Sohn Nuns, und erzählten ihm alles, wie sie es gefunden hatten,
      24.      und sprachen zu Josua: Der HERR hat uns alles Land in unsre Hände gegeben; so sind auch alle Einwohner des Landes feig vor uns.

Das 3. Kapitel

      1.      Und Josua machte sich früh auf, und sie zogen aus Sittim und kamen an den Jordan, er und alle Kinder Israel, und blieben daselbst über Nacht, ehe sie hinüberzogen.
      2.      Nach drei Tagen aber gingen die Hauptleute durchs Lager
      3.      und geboten dem Volk und sprachen: Wenn ihr sehen werdet die Lade des Bundes des HERRN, eures Gottes, und die Priester aus den Leviten sie tragen, so ziehet aus von eurem Ort und folgt ihr nach.
      4.      Doch daß zwischen euch und ihr Raum sei bei zweitausend Ellen. Ihr sollt nicht zu ihr nahen, auf daß ihr wisset, auf welchem Weg ihr gehen sollt; denn ihr seid den Weg bisher nicht gegangen.
      5.      Und Josua sprach zu dem Volk: Heiligt euch; denn morgen wir der HERR ein Wunder unter euch tun.
      6.      Und zu den Priestern sprach er: Tragt die Lade des Bundes und geht vor dem Volk her. Da trugen sie die Lade des Bundes und gingen vor dem Volk her.
      7.      Und der HERR sprach zu Josua: Heute will ich anfangen, dich groß zu machen vor dem ganzen Israel, daß sie wissen, wie ich mit Mose gewesen bin, also sei ich auch mit dir.
      8.      Und du gebiete den Priestern, die die Lade des Bunde tragen, und sprich: Wenn ihr kommt vorn ins Wasser des Jordans, so steht still.
      9.      Und Josua sprach zu den Kindern Israel: Herzu! und Hört die Worte des HERRN, eures Gottes!
      10.      Und sprach: Dabei sollt ihr merken, daß ein lebendiger Gott unter euch ist, und daß er vor euch austreiben wird die Kanaaniter, Hethiter, Heviter, Pheresiter, Girgasiter, Amoriter und Jebusiter.
      11.      Siehe, die Lade des Bundes des Herrschers über alle Welt wird vor euch her gehen in den Jordan.
      12.      So nehmt nun zwölf aus den Stämmen Israels, aus jeglichem Stamm einen.
      13.      Wenn dann die Fußsohlen der Priester, die des HERRN Lade, des Herrschers über alle Welt, tragen, in des Jordans Wasser sich lassen, so wird das Wasser, das von oben herabfließt im Jordan, abreißen, daß es auf einem Haufen stehen bleibe.
      14.      Da nun das Volk auszog aus seinen Hütten, daß sie über den Jordan gingen, und die Priester die Lade des Bundes vor dem Volk her trugen
      15.      und an den Jordan kamen und ihre Füße vorn ins Wasser tauchten (der Jordan aber war voll an allen seinen Ufern die ganze Zeit der Ernte),
      16.      da stand das Wasser, das von oben herniederkam, aufgerichtet auf einem Haufen, sehr ferne, bei der Stadt Adam, die zur Seite Zarthans liegt; aber das Wasser das zum Meer hinunterlief, zum Salzmeer, das nahm ab und verfloß. Also ging das Volk hinüber, Jericho gegenüber.
      17.      Und die Priester, die die Lade des Bundes des HERRN trugen, standen still im Trockenen mitten im Jordan. Und ganz Israel ging trocken durch, bis das ganze Volk alles über den Jordan kam.

Das 4. Kapitel

      1.      Da nun das Volk ganz über den Jordan gegangen war, sprach der HERR zu Josua:
      2.      Nehmt euch zwölf Männer, aus jeglichem Stamm einen,
      3.      und gebietet ihnen und sprecht: Hebt auf aus dem Jordan zwölf Steine von dem Ort, da die Füße der Priester stillgestanden sind, und bringt sie mit euch hinüber, daß ihr sie in der Herberge laßt, da ihr diese Nacht herbergen werdet.
      4.      Da rief Josua die zwölf Männer, die er verordnet hatte aus den Kindern Israel, aus jeglichem Stamm einen,
      5.      und sprach zu ihnen: Geht hinüber vor die Lade des HERRN, eures Gottes, mitten in den Jordan und hebe ein jeglicher einen Stein auf seine Achsel, nach der Zahl der Stämme der Kinder Israel,
      6.      daß sie ein Zeichen seien unter euch. Wenn eure Kinder hernach ihre Väter fragen werden und sprechen: Was tun diese Steine da?
      7.      so sollt ihr ihnen sagen: Weil das Wasser des Jordans abgerissen ist vor der Lade des Bundes des HERRN, da sie durch den Jordan ging, sollen diese Steine den Kindern Israels ein ewiges Gedächtnis sein.
      8.      Da taten die Kinder Israel, wie ihnen Josua geboten hatte, und trugen zwölf Steine mitten aus dem Jordan, wie der HERR zu Josua gesagt hatte, nach der Zahl der Stämme der Kinder Israel, und brachten sie mit sich hinüber in die Herberge und ließen sie daselbst.
      9.      Und Josua richtete zwölf Steine auf mitten im Jordan, da die Füße der Priester gestanden waren, die die Lade des Bundes trugen; die sind noch daselbst bis auf diesen Tag.
      10.      Denn die Priester, die die Lade trugen, standen mitten im Jordan, bis daß alles ausgerichtet ward, was der HERR dem Josua geboten hatte. Und das Volk eilte und ging hinüber.
      11.      Da nun das Volk ganz hinübergegangen war, da ging die Lade des HERRN auch hinüber und die Priester vor dem Volk her.
      12.      Und die Rubeniter und Gaditer und der halbe Stamm Manasse gingen gerüstet vor den Kindern Israel her, wie Mose zu ihnen geredet hatte.
      13.      Bei vierzigtausend Gerüstete zum Heer gingen vor dem HERRN zum Streit auf das Gefilde Jerichos.
      14.      An dem Tage machte der HERR den Josua groß vor dem ganzen Israel; und sie fürchteten ihn, wie sie Mose fürchteten, sein Leben lang.
      15.      Und der HERR sprach zu Josua:
      16.      Gebiete den Priestern, die die Lade des Zeugnisses tragen, daß sie aus dem Jordan heraufsteigen.
      17.      Also gebot Josua den Priestern und sprach: Steigt herauf aus dem Jordan!
      18.      Und da die Priester, die die Lade des HERRN trugen, aus dem Jordan heraufstiegen und mit ihren Fußsohlen aufs Trockene traten, kam das Wasser des Jordans wieder an seine Stätte und floß wie zuvor an allen seinen Ufern.
      19.      Es war aber der zehnte Tag des ersten Monats, da das Volk aus dem Jordan heraufstieg; und lagerten sich in Gilgal, gegen Morgen vor der Stadt Jericho.
      20.      Und die zwölf Steine, die sie aus dem Jordan genommen hatten, richtete Josua auf zu Gilgal
      21.      und sprach zu den Kinder Israel: Wenn eure Kinder hernach ihre Väter fragen werden und sagen: Was sollen diese Steine?
      22.      So sollt ihr’s ihnen kundtun und sagen: Israel ging trocken durch den Jordan,
      23.      da der HERR, euer Gott, das Wasser des Jordans austrocknete vor euch, bis ihr hinüberginget, gleichwie der HERR, euer Gott, tat in dem Schilfmeer, das er vor uns austrocknete, bis wir hindurchgingen,
      24.      auf daß alle Völker auf Erden die Hand des HERRN erkennen, wie mächtig sie ist, daß ihr den HERRN, euren Gott, fürchtet allezeit.

Das 5. Kapitel

      1.      Da nun alle Könige der Amoriter, die jenseit des Jordans gegen Abend wohnten, und alle Könige der Kanaaniter am Meer hörten, wie der HERR das Wasser des Jordans hatte ausgetrocknet vor den Kindern Israel, bis sie hinübergingen, verzagte ihr Herz, und war kein Mut mehr in ihnen vor den Kindern Israel.
      2.      Zu der Zeit sprach der HERR zu Josua: Mach dir steinerne Messer und beschneide die Kinder Israel zum andernmal.
      3.      Da machte sich Josua steinerne Messer und beschnitt die Kinder Israel auf dem Hügel Araloth.
      4.      Und das ist die Sache, darum Josua sie beschnitt: Alles Volk, das aus Ägypten gezogen war, die Männer, alle Kriegsleute, waren gestorben in der Wüste auf dem Wege, da sie aus Ägypten zogen.
      5.      Denn alles Volk, das auszog war beschnitten; aber alles Volk, das in der Wüste geboren war, auf dem Wege, da sie aus Ägypten zogen, das war nicht beschnitten.
      6.      Denn die Kinder Israel wandelten vierzig Jahre in der Wüste, bis daß das ganze Volk der Kriegsmänner, die aus Ägypten gezogen waren, umkamen, darum daß sie der Stimme des HERRN nicht gehorcht hatten; wie denn der HERR ihnen geschworen hatte uns zu geben, ein Land, darin Milch und Honig fließt.
      7.      Deren Kinder, die an ihrer Statt waren aufgekommen, beschnitt Josua; denn sie hatten Vorhaut und waren auf dem Wege nicht beschnitten.
      8.      Und da das ganze Volk beschnitten war, blieben sie an ihrem Ort im Lager, bis sie heil wurden.
      9.      Und der HERR sprach zu Josua: Heute habe ich die Schande Ägyptens von euch gewendet. Und diese Stätte ward Gilgal genannt bis auf diesen Tag.
      10.      Und als die Kinder Israel also in Gilgal das Lager hatten, hielten sie Passah am vierzehnten Tage des Monats am Abend auf dem Gefilde Jerichos
      11.      und aßen vom Getreide des Landes am Tag nach dem Passah, nämlich ungesäuertes Brot und geröstete Körner, ebendesselben Tages.
      12.      Und das Man hörte auf des andern Tages, da sie des Landes Getreide aßen, daß die Kinder Israel kein Man mehr hatten, sondern aßen vom Getreide des Landes Kanaan in demselben Jahr.
      13.      Und es begab sich, da Josua bei Jericho war, daß er seine Augen aufhob und ward gewahr, daß ein Mann ihm gegenüberstand und hatte sein bloßes Schwert in seiner Hand. Und Josua ging zu ihm und sprach zu ihm: Gehörst du uns an oder unsern Feinden?
      14.      Er sprach: Nein, sondern ich bin ein Fürst über das Heer des HERRN und bin jetzt gekommen. Da fiel Josua auf sein Angesicht zur Erde und betete an und sprach zu ihm: Was sagt mein HERR seinem Knecht?
      15.      Und der Fürst über das Heer des HERRN sprach zu Josua: Zieh deine Schuhe aus von deinen Füßen; denn die Stätte, darauf du stehst, ist heilig. Und Josua tat also.

Das 6. Kapitel

      1.      Jericho aber war verschlossen und verwahrt vor den Kindern Israel, daß niemand aus oder ein kommen konnte,
      2.      Aber der HERR sprach zu Josua: Siehe da, ich habe Jericho samt seinem König und seinen Kriegsleuten in deine Hände gegeben.
      3.      Laß alle Kriegsmänner rings um die Stadt her gehen einmal, und tue sechs Tage also.
      4.      Und laß sieben Priester sieben Posaunen des Halljahrs tragen vor der Lade her, und am siebenten Tage geht siebenmal um die Stadt, und laß die Priester die Posaunen blasen.
      5.      Und wenn man das Halljahrshorn bläst und es lange tönt, daß ihr die Posaune hört, so soll das ganze Volk ein großes Feldgeschrei machen, so werden der Stadt Mauern umfallen, und das Volk soll hineinsteigen, ein jeglicher stracks vor sich.
      6.      Da rief Josua, der Sohn Nuns, die Priester und sprach zu ihnen: Tragt die Lade des Bundes, und sieben Priester laßt sieben Halljahrsposaunen tragen vor der Lade des HERRN.
      7.      Zieht hin und geht um die Stadt; wer gerüstet ist, gehe vor der Lade des HERRN her.
      8.      Da Josua solches dem Volk gesagt hatte, trugen die sieben Priester sieben Halljahrsposaunen vor der Lade des HERRN her und gingen und bliesen die Posaunen; und die Lade des Bundes des HERRN folgt ihnen nach.
      9.      Und wer gerüstet war, ging vor den Priestern her, die die Posaunen bliesen; und der Haufe folgte der Lade nach, und man blies Posaunen.
      10.      Josua aber gebot dem Volk und sprach: Ihr sollt kein Feldgeschrei machen noch eure Stimme hören lassen, noch soll ein Wort aus eurem Munde gehen bis auf den Tag, da ich zu euch sagen werde: Macht ein Feldgeschrei ! so macht dann ein Feldgeschrei.
      11.      Also ging die Lade des HERRN rings um die Stadt einmal, und sie kamen in das Lager und blieben darin über Nacht.
      12.      Und Josua machte sich des Morgens früh auf, und die Priester trugen die Lade des HERRN.
      13.      So trugen die sieben Priester die sieben Halljahrsposaunen vor der Lade des HERRN her und gingen und bliesen Posaunen; und wer gerüstet war, ging vor ihnen her, und der Haufe folgte der Lade des HERRN, und man blies Posaunen.
      14.      Des andern Tages gingen sie auch einmal um die Stadt und kamen wieder ins Lager. Also taten sie sechs Tage.
      15.      Am siebenten Tage aber, da die Morgenröte aufging, machten sie sich früh auf und gingen nach derselben Weise siebenmal um die Stadt, daß sie desselben einen Tages siebenmal um die Stadt kamen.
      16.      Und beim siebentenmal, da die Priester die Posaunen bliesen, sprach Josua zum Volk: Macht ein Feldgeschrei; denn der HERR hat euch die Stadt gegeben.
      17.      Aber diese Stadt und alles, was darin ist, soll dem HERRN verbannt sein. Allein die Hure Rahab soll leben bleiben und alle, die mit ihr im Hause sind; denn sie hat die Boten verborgen, die wir aussandten.
      18.      Allein hütet euch von dem Verbannten, daß ihr euch nicht verbannt, so ihr des Verbannten etwas nehmt, und macht das Lager Israel verbannt und bringt’s in Unglück.
      19.      Aber alles Silber und Gold samt dem ehernen Geräte soll dem HERRN geheiligt sein, daß es zu des HERRN Schatz komme.
      20.      Da machte das Volk ein Feldgeschrei, und man blies die Posaunen. Denn als das Volk den Hall der Posaunen hörte, machte es ein großes Feldgeschrei. Und die Mauer fielen um, und das Volk erstieg die Stadt, ein jeglicher stracks vor sich. Also gewannen sie die Stadt
      21.      und verbannten alles, was in der Stadt war, mit der Schärfe des Schwerts: Mann und Weib, jung und alt, Ochsen, Schafe und Esel.
      22.      Aber Josua sprach zu den zwei Männern, die das Land ausgekundschaftet hatten: Geht in das Haus der Hure und führt das Weib von dort heraus mit allem, was sie hat, wie ihr versprochen habt.
      23.      Da gingen die Jünglinge, die Kundschafter, hinein und führten Rahab heraus samt Vater und Mutter und Brüdern und alles, was sie hatte, und alle ihre Geschlechter und ließ sie draußen, außerhalb des Lagers Israels.
      24.      Aber die Stadt verbrannten sie mit Feuer und alles, was darin war. Allein das Silber und Gold und eherne und eiserne Geräte taten sie zum Schatz in das Haus des HERRN.
      25.      Rahab aber, die Hure, samt dem Hause ihres Vaters und alles, was sie hatte, ließ Josua leben. Und sie wohnt in Israel bis auf diesen Tag, darum daß sie die Boten verborgen hatte, die Josua auszukundschaften gesandt hatte gen Jericho.
      26.      Zu der Zeit schwur Josua und sprach: Verflucht sei der Mann vor dem HERRN, der sich aufmacht und diese Stadt Jericho wieder baut ! Wenn er einen Grund legt, das koste ihn den ersten Sohn; wenn er ihre Tore setzt, das koste ihn seinen jüngsten Sohn!
      27.      Also war der HERR mit Josua, daß man von ihm sagte in allen Landen.

Das 7. Kapitel

      1.      Aber die Kinder Israel vergriffen sich an dem Verbannten; denn Achan, der Sohn Charmis, des Sohnes Sabdis, des Sohnes Serahs, vom Stamm Juda nahm des Verbannten etwas. Da ergrimmte der Zorn des HERRN über die Kinder Israel.
      2.      Und Josua sandte Männer aus von Jericho gen Ai, das bei Beth-Aven liegt, gegen Morgen vor Beth-El, und sprach zu ihnen: Geht hinauf und erkundet das Land! Und da sie hinaufgegangen waren und Ai erkundet hatten,
      3.      kamen sie wieder zu Josua und sprachen zu ihm: Laß nicht das ganze Volk hinaufziehen, sondern bei zwei-oder dreitausend Mann, daß sie hinaufziehen und schlagen Ai, daß nicht das ganze Volk sich daselbst bemühe; denn ihrer ist wenig.
      4.      Also zogen hinauf des Volks bei dreitausend Mann, und sie flohen vor den Männern zu Ai.
      5.      Und die von Ai schlugen ihrer bei sechsunddreißig Mann und jagten sie vor dem Tor bis gen Sabarim und schlugen sie den Weg herab. Da ward dem Volk das Herz verzagt und ward zu Wasser.
      6.      Josua aber zerriß seine Kleider und fiel auf sein Angesicht zur Erde vor der Lade des HERRN bis auf den Abend samt den Ältesten Israels, und sie warfen Staub auf ihre Häupter.
      7.      Und Josua sprach: Ach HERR HERR, warum hast du dies Volk über den Jordan geführt, daß du uns in die Hände der Amoriter gäbest, uns umzubringen ? O, daß wir’s uns hätten gefallen lassen, jenseit des Jordans zu bleiben !
      8.      Ach, mein HERR, was soll ich sagen, weil Israel seinen Feinden den Rücken kehrt ?
      9.      Wenn das die Kanaaniter und alle Einwohner des Landes hören, so werden sie uns umbringen und auch unsern Namen ausrotten von der Erde. Was willst du denn für deinen großen Namen tun ?
      10.      Da sprach der HERR zu Josua: Stehe auf ! Warum liegst du also auf deinem Angesicht?
      11.      Israel hat sich versündigt, sie haben meinen Bund übertreten, den ich ihnen angeboten habe, und haben des Verbannten etwas genommen und gestohlen und es verleugnet und unter eure Geräte gelegt.
      12.      Die Kinder Israel können nicht stehen vor ihren Feinden, sondern müssen ihren Feinden den Rücken kehren; denn sie sind im Bann. Ich werde hinfort nicht mit euch sein, wo ihr nicht den Bann aus euch vertilgt.
      13.      Stehe auf und heilige das Volk und sprich: Heiligt euch auf morgen. Denn also sagte der HERR, der Gott Israels: Es ist ein Bann unter dir Israel; darum kannst du nicht stehen vor deinen Feinden, bis daß ihr den Bann von euch tut.
      14.      Und sollt euch früh herzumachen, ein Stamm nach dem andern; und welchen Stamm der HERR treffen wird, der soll sich herzumachen, ein Geschlecht nach dem andern; und welch Geschlecht der HERR treffen wird, das soll sich herzumachen, ein Haus nach dem andern; und welch Haus der HERR treffen wird, das soll sich herzumachen, ein Hauswirt nach dem andern.
      15.      Und welcher gefunden wird im Bann, den soll man mit Feuer verbrennen mit allem, was er hat, darum daß er den Bund des HERRN übertreten und eine Torheit in Israel begangen hat.
      16.      Da machte sich Josua des Morgens früh auf und brachte Israel herzu, einen Stamm nach dem andern; und es ward getroffen der Stamm Juda.
      17.      Und da er die Geschlechter in Juda herzubrachte, ward getroffen das Geschlecht der Serahiter. Und da er das Geschlecht der Serahiter herzubrachte, einen Hauswirt nach dem andern, ward Sabdi getroffen.
      18.      Und da er sein Haus herzubrachte, einen Wirt nach dem andern, ward getroffen Achan, der Sohn Charmis, des Sohnes Sabdis, des Sohnes Serahs, aus dem Stamm Juda.
      19.      Und Josua sprach zu Achan: Mein Sohn, gib dem HERRN, dem Gott Israels, die Ehre und gib ihm das Lob und sage mir an: Was hast du getan ? und leugne mir nichts.
      20.      Da antwortete Achan Josua und sprach: Wahrlich, ich habe mich versündigt an dem HERRN, dem Gott Israels. Also und also habe ich getan:
      21.      ich sah unter dem Raub einen köstlichen babylonischen Mantel und zweihundert Silberlinge und eine goldene Stange, fünfzig Lot am Gewicht; des gelüstete mich, und ich nahm es. Und siehe es ist verscharrt in die Erde in meiner Hütte und das Silber darunter.
      22.      Da sandte Josua Boten hin, die liefen zur Hütte; und siehe, es war verscharrt in seiner Hütte und das Silber darunter.
      23.      Und sie nahmen’s aus der Hütte und brachten’s zu Josua und zu allen Kindern Israel und schütteten es vor den HERRN.
      24.      Da nahm Josua und das ganze Israel mit ihm Achan, den Sohn Serahs, samt dem Silber, Mantel und der goldenen Stange, seine Söhne und Töchter, seine Ochsen und Esel und Schafe, seine Hütte und alles, was er hatte, und führten sie hinauf ins Tal Achor.
      25.      Und Josua sprach: Weil du uns betrübt hast, so betrübe dich der HERR an diesem Tage. Und das ganze Israel steinigte ihn und verbrannte sie mit Feuer. Und da sie sie gesteinigt hatten,
      26.      machten sie über sie einen großen Steinhaufen, der bleibt bis auf diesen Tag. Also kehrte sich der HERR von dem Grimm seines Zorns, Daher heißt derselbe Ort das Tal Achor bis auf diesen Tag.

Das 8. Kapitel

      1.      Und der HERR sprach zu Josua: Fürchte dich nicht und zage nicht! Nimm mit dir alles Kriegsvolk und mache dich auf und zieh hinauf gen Ai! Siehe da, ich habe den König zu Ai samt seinem Volk, seiner Stadt, und seinem Lande in deine Hände gegeben.
      2.      Du sollst mit Ai und seinem König tun, wie du mit Jericho und seinem König getan hast, nur daß ihr ihren Raub und ihr Vieh unter euch teilen sollt. Aber stelle einen Hinterhalt hinter der Stadt.
      3.      Da machte sich Josua auf und alles Kriegsvolk, hinaufzuziehen gen Ai. Und Josua erwählte dreißigtausend streitbare Männer und sandte sie aus bei der Nacht
      4.      und gebot ihnen und sprach: Seht zu, ihr sollt der Hinterhalt sein hinter der Stadt; macht euch aber nicht allzu ferne von der Stadt und seid allesamt bereit !
      5.      Ich aber und das Volk, das mit mir ist, wollen uns zu der Stadt machen. Und wenn sie uns entgegen herausfahren wie das erstemal, so wollen wir vor ihnen fliehen,
      6.      daß sie uns nachfolgen heraus, bis daß wir sie von der Stadt hinwegreißen. Denn sie werden gedenken, wir fliehen vor ihnen wie das erstemal. Und wenn wir vor ihnen fliehen,
      7.      sollt ihr euch aufmachen aus dem Hinterhalt und die Stadt einnehmen; denn der HERR, euer Gott, wird sie in eure Hände geben.
      8.      Wenn ihr aber die Stadt eingenommen habt, so steckt sie an mit Feuer und tut nach dem Wort des HERRN. Seht, ich habe es euch geboten.
      9.      Also sandte sie Josua hin; und sie gingen hin auf den Hinterhalt und hielten zwischen Beth-El und Ai abendwärts von Ai. Josua aber blieb die Nacht unter dem Volk
      10.      und machte sich des Morgens früh auf und ordnete das Volk und zog hinauf mit den Ältesten Israels vor dem Volk her gen Ai.
      11.      Und alles Kriegsvolk, das bei ihm war, zog hinauf, und sie traten herzu und kamen gegen die Stadt und lagerten sich gegen Mitternacht vor Ai, daß nur ein Tal war zwischen ihnen und Ai.
      12.      Er hatte aber bei fünftausend Mann genommen und auf den Hinterhalt gestellt zwischen Beth-El und Ai abendwärts von der Stadt.
      13.      Und sie stellten das Volk des ganzen Lagers, das gegen Mitternacht vor der Stadt war, also, daß sein letztes reichte bis gegen den Abend von der Stadt. Und Josua ging hin in derselben Nacht mitten in das Tal.
      14.      Als aber der König zu Ai das sah, eilten die Männer der Stadt und machten sich früh auf und zogen heraus, Israel zu begegnen im Streit, er mit allem seinem Volk, an einem bestimmten Ort vor dem Gefilde. Denn er wußte nicht, daß ihm ein Hinterhalt gelegt war hinter der Stadt.
      15.      Josua aber und ganz Israel stellten sich, als würden sie geschlagen vor ihnen und flohen auf dem Weg zur Wüste.
      16.      Da ward das ganze Volk in der Stadt zuhauf gerufen, daß es ihnen sollte nachjagen.
      17.      Und sie jagten Josua nach und wurden von der Stadt hinweggerissen, daß nicht ein Mann übrigblieb in Ai und Beth-El, der nicht ausgezogen wäre, Israel nachzujagen; und ließen die Stadt offen stehen, daß sie Israel nachjagten.
      18.      Da sprach der HERR zu Josua: Recke aus die Lanze in deiner Hand gegen Ai; denn ich will sie in deine Hand geben. Und da Josua die Lanze in seiner Hand gegen die Stadt ausreckte,
      19.      da brach der Hinterhalt eilends auf aus seinem Ort, und liefen, nachdem er seine Hand ausreckte und kamen in die Stadt und gewannen sie und eilten und steckten sie mit Feuer an.
      20.      Und die Männer von Ai wandten sich und sahen hinter sich und sahen den Rauch der Stadt aufgehen gen Himmel und hatten nicht Raum zu fliehen, weder hin noch her. Und das Volk, das zur Wüste floh, kehrte sich um gegen die, so ihnen nachjagten.
      21.      Denn da Josua und das ganze Israel sah, daß der Hinterhalt die Stadt gewonnen hatte, weil der Stadt Rauch aufging, kehrten sie wieder um und schlugen die Männer von Ai.
      22.      Und die in der Stadt kamen auch heraus ihnen entgegen, daß sie mitten unter Israel kamen, von dorther und von hierher; und schlugen sie, bis daß niemand unter ihnen übrigblieb noch entrinnen konnte,
      23.      und griffen den König zu Ai lebendig und brachten ihn zu Josua.
      24.      Und da Israel alle Einwohner zu Ai erwürgt hatte auf dem Felde und in der Wüste, die ihnen nachgejagt hatten, und alle durch die Schärfe des Schwertes fielen, bis daß sie alle umkamen, da kehrte sich ganz Israel gegen Ai und schlugen es mit der Schärfe des Schwerts.
      25.      Und alle, die des Tages fielen, beide Männer und Weiber, der waren zwölftausend, alles Leute von Ai.
      26.      Josua aber zog nicht wieder zurück seine Hand, mit der er die Lanze ausgereckt hatte, bis daß verbannt wurden alle Einwohner Ais.
      27.      Nur das Vieh und den Raub der Stadt teilte Israel aus unter sich nach dem Wort des HERRN, das er Josua geboten hatte.
      28.      Und Josua brannte Ai aus und machte einen Haufen daraus ewiglich, der noch heute daliegt,
      29.      und ließ den König zu Ai an einen Baum hängen bis an den Abend. Da aber die Sonne war untergegangen, gebot er, daß man seinen Leichnam vom Baum täte, und sie warfen ihn unter der Stadt Tor und machten einen großen Steinhaufen auf ihn, der bis auf diesen Tag da ist.
      30.      Da baute Josua dem HERRN, dem Gott Israels, einen Altar auf dem Berge Ebal
      31.      [wie Mose der Knecht des HERRN, geboten hatte den Kindern Israel, wie geschrieben steht im Gesetzbuch Mose’s: einen Altar von ganzen Steinen, die mit keinem Eisen behauen waren ) und opferte dem HERRN darauf Brandopfer und Dankopfer
      32.      und schrieb daselbst auf die Steine das andere Gesetz, das Mose den Kindern Israel vorgeschrieben hatte.
      33.      Und das ganze Israel mit seinen Ältesten und Amtleuten und Richtern standen zu beiden Seiten der Lade, gegenüber den Priestern aus Levi, die die Lade des Bundes des HERRN trugen, die Fremdlinge sowohl wie die Einheimischen, eine Hälfte neben dem Berge Garizim und die andere Hälfte neben dem Berge Ebal, wie Mose, der Knecht des HERRN, vormals geboten hatte zu segnen das Volk Israel.
      34.      Darnach ließ er ausrufen alle Worte des Gesetzes vom Segen und Fluch, wie es geschrieben steht im Gesetzbuch.
      35.      Es war kein Wort, das Mose geboten hatte, das Josua nicht hätte lassen ausrufen vor der ganzen Gemeinde Israel und vor den Weibern und Kindern und Fremdlingen, die unter ihnen wandelten.

Das 9. Kapitel

      1.      Da nun das hörten alle Könige, die jenseit des Jordans waren auf den Gebirgen und in den Gründen und an allen Anfurten des großen Meers, auch die neben dem Berge Libanon waren, nämlich die Hethiter, Amoriter, Kanaaniter, Pheresiter, Heviter und Jebusiter,
      2.      sammelten sie sich einträchtig zuhauf, daß sie wider Josua und wider Israel stritten.
      3.      Aber die Bürger zu Gibeon, da sie hörten, was Josua mit Jericho und Ai gemacht hatte, erdachten sie eine List,
      4.      gingen hin und versahen sich mit Speise und nahmen alte Säcke auf ihre Esel.
      5.      und alte, zerrissene, geflickte Weinschläuche und alte, geflickte Schuhe an ihre Füße und zogen alte Kleider an, und alles Brot, das sie nahmen, war hart und schimmlig.
      6.      Und gingen zu Josua ins Lager gen Gilgal und sprachen zu ihm und zum ganzen Israel: Wir kommen aus fernen Landen; so macht einen Bund mit uns.
      7.      Da sprach das ganze Israel zu dem Heviter: Vielleicht möchtest du unter uns wohnend werden; wie könnte ich dann einen Bund mit dir machen ?
      8.      Sie aber sprachen zu Josua: Wir sind deine Knechte. Josua sprach zu ihnen: Was seid ihr, und woher kommt ihr ?
      9.      Sie sprachen: Deine Knechte sind aus sehr fernen Landen gekommen um des Namens willen des HERRN, deines Gottes; denn wir haben sein Gerücht gehört und alles, was er in Ägypten getan hat,
      10.      und alles, was er den zwei Königen der Amoriter jenseit des Jordans getan hat: Sihon, dem König zu Hesbon, und Og, dem König von Basan, der zu Astharoth wohnte.
      11.      Darum sprachen unsere Ältesten und alle Einwohner unsers Landes: Nehmt Speise mit euch auf die Reise und geht hin, ihnen entgegen, und sprecht zu ihnen: Wir sind eure Knechte. So macht nun einen Bund mit uns.
      12.      Dies unser Brot, das wir aus unsern Häusern zu unsrer Speise nahmen, war noch frisch, da wir auszogen zu euch, nun aber, siehe, es ist hart und schimmlig;
      13.      und diese Weinschläuche füllten wir neu, und siehe, sie sind zerrissen; und diese unsre Kleider und Schuhe sind alt geworden über der sehr langen Reise.
      14.      Da nahmen die Hauptleute ihre Speise an und fragten den Mund des HERRN nicht.
      15.      Und Josua machte Frieden mit ihnen und richtete einen Bund mit ihnen auf, daß sie leben bleiben sollten. Und die Obersten der Gemeinde schwuren ihnen.
      16.      Aber über drei Tage, nachdem sie mit ihnen einen Bund gemacht hatten, kam es vor sie, daß jene nahe bei ihnen waren und würden unter ihnen wohnen.
      17.      Denn da die Kinder Israel fortzogen, kamen sie des dritten Tages zu ihren Städten, die hießen Gibeon, Kaphira, Beeroth und Kirjath-Jearim,
      18.      und schlugen sie nicht, darum daß ihnen die Obersten der Gemeinde geschworen hatten bei dem HERRN, dem Gott Israels. Da aber die ganze Gemeinde wider die Obersten murrte,
      19.      sprachen alle Obersten zu der ganzen Gemeinde: Wir haben ihnen geschworen bei dem HERRN, dem Gott Israels; darum können wir sie nicht antasten.
      20.      Aber das wollen wir tun: laßt sie leben, daß nicht ein Zorn über uns komme um des Eides willen, den wir ihnen getan haben.
      21.      Und die Obersten sprachen zu ihnen: Laßt sie leben, daß sie Holzhauer und Wasserträger seien der ganzen Gemeinde, wie ihnen die Obersten gesagt haben.
      22.      Da rief sie Josua und redete mit ihnen und sprach: Warum habt ihr uns betrogen und gesagt, ihr seid sehr ferne von uns, so ihr doch unter uns wohnet ?
      23.      Darum sollt ihr verflucht sein, daß unter euch nicht aufhören Knechte, die Holz hauen und Wasser tragen zum Hause meines Gottes.
      24.      Sie antworteten Josua und sprachen: Es ist deinen Knechten angesagt, daß der HERR, dein Gott, Mose, seinem Knecht, geboten habe, daß er euch das ganze Land geben und vor euch her alle Einwohner des Landes vertilgen wolle. Da fürchteten wir für unser Leben vor euch sehr und haben solches getan.
      25.      Nun aber, siehe, wir sind in deinen Händen; was dich gut dünkt uns zu tun, das tue.
      26.      Und er tat ihnen also und errettete sie von der Kinder Israel Hand, daß sie sie nicht erwürgten.
      27.      Also machte sie Josua desselben Tages zu Holzhauern und Wasserträgern für die Gemeinde und den Altar des HERRN bis auf diesen Tag, an dem Ort, den er erwählen würde.

Das 10. Kapitel

      1.      Da aber Adoni-Zedek, der König zu Jerusalem, hörte daß Josua Ai gewonnen und es verbannt hatte und Ai samt seinem König getan hatte, gleich wie er Jericho und seinem König getan hatte, und daß die zu Gibeon Frieden mit Israel gemacht hatten und unter sie gekommen waren,
      2.      fürchteten sie sich sehr; denn Gibeon war eine große Stadt wie eine königliche Stadt und größer als Ai, und alle seine Bürger streitbar.
      3.      Und er sandte zu Hoham, dem König zu Hebron, und zu Piream, dem König zu Jarmuth, und zu Japhia, dem König zu Eglon, und ließ ihnen sagen:
      4.      Kommt herauf zu mir und helft mir, daß wir Gibeon schlagen; denn es hat mit Josua und den Kindern Israel Frieden gemacht.
      5.      Da kamen zuhauf und zogen hinauf die fünf Könige der Amoriter, der König zu Jerusalem, der König zu Hebron, der König zu Jarmuth, der König zu Lachis, der König zu Eglon, mit allem ihrem Heerlager und belagerten Gibeon und stritten dawider.
      6.      Aber die zu Gibeon sandten zu Josua ins Lager gen Gilgal und ließen ihm sagen: Zieh deine Hand nicht ab von deinen Knechten; komm zu uns herauf eilend, rette uns und hilf uns! denn es haben sich wider uns versammelt alle Könige der Amoriter, die auf dem Gebirge wohnen.
      7.      Josua zog hinauf von Gilgal und alles Kriegsvolk mit ihm und alle streitbaren Männer.
      8.      Und der HERR sprach zu Josua: Fürchte dich nicht vor ihnen, denn ich habe sie in deine Hände gegeben; niemand unter ihnen wird vor dir stehen können.
      9.      Also kam Josua plötzlich über sie; denn die ganze Nacht zog er herauf von Gilgal.
      10.      Aber der HERR schreckte sie vor Israel, daß sie eine große Schlacht schlugen zu Gibeon und jagten ihnen nach den Weg hinan zu Beth-Horon und schlugen sie bis gen Aseka und Makkeda.
      11.      Und da sie vor Israel flohen den Weg zu Beth-Horon, ließ der HERR einen großen Hagel vom Himmel auf sie fallen bis gen Aseka, daß sie starben. Und viel mehr starben ihrer von dem Hagel, als die Kinder Israel mit dem Schwert erwürgten.
      12.      Da redete Josua mit dem HERRN des Tages, da der HERR die Amoriter dahingab vor den Kindern Israel, und sprach vor dem gegenwärtigen Israel: Sonne, stehe still zu Gibeon, und Mond, im Tal Ajalon!
      13.      da stand die Sonne und der Mond still, bis daß sich das Volk an ihren Feinden rächte. Ist dies nicht geschrieben im Buch des Frommen? Also stand die Sonne mitten am Himmel und verzog unterzugehen beinahe einen ganzen Tag.
      14.      Und war kein Tag diesem gleich, weder zuvor noch darnach, da der HERR der Stimme eines Mannes gehorchte; denn der HERR stritt für Israel.
      15.      Josua aber zog wieder ins Lager gen Gilgal und das ganze Israel mit ihm.
      16.      Aber diese fünf Könige waren geflohen und hatten sich versteckt in die Höhle zu Makkeda.
      17.      Da ward Josua angesagt: Wir haben die fünf Könige gefunden, verborgen in der Höhle zu Makkeda.
      18.      Josua sprach: So wälzt große Steine vor das Loch der Höhle und bestellt Männer davor, die sie hüten.
      19.      Ihr aber steht nicht still, sondern jagt euren Feinde nach und schlagt ihre Nachzügler und laßt sie nicht in ihre Städte kommen; denn der HERR, euer Gott, hat sie in eure Hände gegeben.
      20.      Und da Josua und die Kinder Israel vollendet hatten diese sehr große Schlacht an ihnen und sie ganz geschlagen, und was übrigblieb von ihnen, in die festen Städte gekommen war,
      21.      da kam alles Volk wieder ins Lager zu Josua gen Makkeda mit Frieden, und wagte niemand vor den Kindern Israel seine Zunge zu regen.
      22.      Josua aber sprach: Macht auf das Loch der Höhle und bringt hervor die fünf Könige zu mir!
      23.      Sie taten also und brachten die fünf Könige zu ihm aus der Höhle: den König zu Jerusalem, den König zu Hebron, den König zu Jarmuth, den König zu Lachis, den König zu Eglon.
      24.      Da aber die fünf Könige zu ihm herausgebracht waren, rief Josua das ganze Israel und sprach zu den Obersten des Kriegsvolks, die mit ihm zogen: Kommt herzu und setzt eure Füße auf die Hälse dieser Könige. Und sie kamen herzu und setzten ihre Füße auf ihre Hälse.
      25.      Und Josua sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht und erschreckt nicht, seid getrost und unverzagt; denn also wird der HERR allen euren Feinden tun, wider die ihr streitet.
      26.      Und Josua schlug sie darnach und tötete sie und hing sie an fünf Bäume; und sie hingen an den Bäumen bis zum Abend.
      27.      Da aber die Sonne war untergegangen, gebot er, daß man sie von den Bäumen nähme und würfe sie in die Höhle darin sie sich verkrochen hatten. Und sie legten große Steine vor der Höhle Loch; die sind noch da bis auf diesen Tag.
      28.      Desselben Tages aber gewann Josua auch Makkeda und schlug es mit der Schärfe des Schwerts, dazu seinen König, und verbannte es und alle Seelen, die darin waren, und ließ niemand übrigbleiben und tat dem König zu Makkeda, wie er dem König zu Jericho getan hatte.
      29.      Da zog Josua und das ganze Israel mit ihm von Makkeda gen Libna und stritt dawider.
      30.      Und der HERR gab dieses auch in die Hand Israels mit seinem König; und er schlug es mit der Schärfe des Schwerts und alle Seelen, die darin waren, und ließ niemand übrigbleiben und tat seinem König, wie er dem König zu Jericho getan hatte.
      31.      Darnach zog Josua und das ganze Israel mit ihm von Libna nach Lachis und belagerten und bestritten es.
      32.      Und der HERR gab Lachis auch in die Hände Israels, daß sie des andern Tages gewannen und schlugen es mit der Schärfe des Schwerts und alle Seelen, die darin waren, allerdinge wie sie Libna getan hatten.
      33.      Zu derselben Zeit zog Horam, der König der Geser, hinauf, Lachis zu helfen; aber Josua schlug ihn mit allem seinem Volk, bis daß niemand übrigblieb.
      34.      Und Josua zog von Lachis samt dem ganzen Israel gen Eglon und belagerte und bestritt es
      35.      und gewann es desselben Tages und schlug es mit der Schärfe des Schwerts und verbannte alle Seelen, die darin waren, desselben Tages, allerdinge wie er Lachis getan hatte.
      36.      Darnach zog Josua hinauf samt dem ganzen Israel von Eglon gen Hebron und bestritt es
      37.      und gewann es und schlug es mit der Schärfe des Schwerts und seinen König mit allen seinen Städten und allen Seelen, die darin waren, und ließ niemand übrigbleiben, allerdinge wie er Eglon getan hatte, und verbannte es und alle Seelen, die darin waren.
      38.      Da kehrte Josua wieder um samt dem ganzen Israel gen Debir und bestritt es
      39.      und gewann es samt seinem König und alle seine Städte; und schlugen es mit der Schärfe des Schwerts und verbannten alle Seelen, die darin waren, und ließ niemand übrigbleiben. Wie er Hebron getan hatte, so tat er auch Debir und seinem König, und wie er Libna und seinem König getan hatte.
      40.      Also schlug Josua alles Land auf dem Gebirge und gegen Mittag und in den Gründen und an den Abhängen mit allen ihren Königen und ließ niemand übrigbleiben und verbannte alles, was Odem hatte, wie der HERR, der Gott Israels, geboten hatte.
      41.      Und schlug sie von Kades-Barnea an bis gen Gaza und das ganze Land Gosen bis gen Gibeon
      42.      und gewann alle diese Könige mit ihrem Lande auf einmal; denn der HERR, der Gott Israels, stritt für Israel.
      43.      Und Josua zog wieder ins Lager gen Gilgal mit dem ganzen Israel.

Das 11. Kapitel

      1.      Da aber Jabin, der König zu Hazor, solches hörte, sandte er zu Jobab, dem König zu Madon, und zum König zu Simron und zum König zu Achsaph
      2.      und zu den Königen, die gegen Mitternacht auf dem Gebirge und auf dem Gefilde gegen Mittag von Kinneroth und in den Gründen und in Naphoth-Dor am Meer wohnten,
      3.      zu den Kanaanitern gegen Morgen und Abend, Hethitern, Pheresitern und Jebusitern, auf dem Gebirge, dazu den Hevitern unten am Berge Hermon im Lande Mizpa.
      4.      Diese zogen aus mit allem ihrem Heer, ein großes Volk, so viel als des Sandes am Meer, und sehr viel Rosse und Wagen.
      5.      Alle diese Könige versammelten sich und kamen und lagerten sich zuhauf an das Wasser Merom, zu streiten mit Israel.
      6.      Und der HERR sprach zu Josua: Fürchte dich nicht vor ihnen! denn morgen um diese Zeit will ich sie alle erschlagen geben vor den Kindern Israel; ihre Rosse sollst du Lähmen und ihre Wagen mit Feuer verbrennen.
      7.      Und Josua kam plötzlich über sie und alles Kriegsvolk mit ihm am Wasser Merom, und überfielen sie.
      8.      Und der HERR gab sie in die Hände Israels, und schlugen sie und jagten sie bis gen Groß-Sidon und bis an die warmen Wasser und bis an die Ebene Mizpa gegen Morgen und schlugen sie, bis daß niemand unter ihnen übrigblieb.
      9.      Da tat ihnen Josua, wie der HERR ihm gesagt hatte, und lähmte ihre Rosse und verbrannte ihre Wagen
      10.      und kehrte um zu derselben Zeit und gewann Hazor und schlug seinen König mit dem Schwert; denn Hazor war vormals die Hauptstadt aller dieser Königreiche.
      11.      Und sie schlugen alle Seelen, die darin waren, mit der Schärfe des Schwerts und verbannten sie, und er ließ nichts übrigbleiben, das Odem hatte, und verbrannte Hazor mit Feuer.
      12.      Dazu gewann Josua alle Städte dieser Könige mit ihren Königen und schlug sie mit der Schärfe des Schwerts und verbannte sie, wie Mose, der Knecht des HERRN, geboten hatte.
      13.      Doch verbrannten die Kinder Israel keine Städte, die auf Hügeln standen, sondern Hazor allein verbrannte Josua.
      14.      Und allen Raub dieser Städte und das Vieh teilten die Kinder Israel unter sich; aber alle Menschen schlugen sie mit der Schärfe des Schwerts, bis sie die vertilgten, und ließen nichts übrigbleiben, das Odem hatte.
      15.      Wie der HERR dem Mose, seinem Knecht, und Mose Josua geboten hatte, so tat Josua, daß er nichts fehlte an allem, was der HERR dem Mose geboten hatte.
      16.      Also nahm Josua alles dies Land ein, das Gebirge und alles, was gegen Mittag liegt, und das Land Gosen und die Gründe und das Gefilde und das Gebirge Israel mit seinen Gründen,
      17.      von dem kahlen Gebirge an, das aufsteigt gen Seir, bis gen Baal-Gad in der Ebene beim Berge Libanon, unten am Berge Hermon. Alle ihre Könige gewann er und schlug sie und tötete sie.
      18.      Er stritt aber eine lange Zeit mit diesen Königen.
      19.      Es war aber keine Stadt, die sich mit Frieden ergab den Kindern Israel, ausgenommen die Heviter, die zu Gibeon wohnten; sondern sie gewannen sie alle im Streit.
      20.      Und das alles geschah also von dem HERRN, daß ihr Herz verstockt würde, mit Streit zu begegnen den Kindern Israel, auf daß sie verbannt würden und ihnen keine Gnade widerführe, sondern vertilgt würden, wie der HERR dem Mose geboten hatte.
      21.      Zu der Zeit kam Josua und rottete aus die Enakiter von dem Gebirge, von Hebron, von Debir, von Anab und von allem Gebirge Juda und von allem Gebirge Israel und verbannte sie mit ihren Städten
      22.      und ließ keine Enakiter übrigbleiben im Lande der Kinder Israel; außer zu Gaza, zu Gath, zu Asdod, da blieben ihrer übrig.
      23.      Also nahm Josua alles Land ein, allerdinge wie der HERR zu Mose geredet hatte, und gab es Israel zum Erbe, einem jeglichen Stamm seinen Teil. Und der Krieg hörte auf im Lande.

Das 12. Kapitel

      1.      Dies sind die Könige des Landes, die die Kinder Israel schlugen und nahmen ihr Land ein jenseit des Jordans gegen der Sonne Aufgang von dem Bach Arnon an bis an den Berg Hermon und das ganze Gefilde gegen Morgen:
      2.      Sihon, der König der Amoriter, der zu Hesbon wohnte und herrschte von Aroer an, das am Ufer liegt des Bachs Arnon, und von der Mitte des Tals an und über das halbe Gilead bis an den Bach Jabbok, der die Grenze ist der Kinder Ammon,
      3.      und über das Gefilde bis an das Meer Kinneroth gegen Morgen und bis an das Meer im Gefilde, nämlich das Salzmeer, gegen Morgen, des Weges gen Beth-Jesimoth, und gegen Mittag unten an den Abhängen des Gebirges Pisga.
      4.      Dazu das Gebiet des Königs Og von Basan, der noch von den Riesen übrig war und wohnte zu Astharoth und Edrei
      5.      und herrschte über den Berg Hermon, über Salcha und über ganz Basan bis an die Grenze der Gessuriter und Maachathiter und über das halbe Gilead, da die Grenze war Sihons, des Königs zu Hesbon.
      6.      Mose, der Knecht des HERRN, und die Kinder Israel schlugen sie. Und Mose, der Knecht des HERRN, gab ihr Land einzunehmen den Rubenitern, Gaditer und dem halben Stamm Manasse.
      7.      Dies sind die Könige des Landes, die Josua schlug und die Kinder Israel, diesseit des Jordans gegen Abend, von Baal-Gad an auf der Ebene beim Berge Libanon bis an das kahle Gebirge, das aufsteigt gen Seir (und Josua gab das Land den Stämmen Israels einzunehmen, einem jeglichen sein Teil,
      8.      was auf den Gebirgen, in den Gründen, Gefilden, an den Abhängen, in der Wüste und gegen Mittag war: die Hethiter, Amoriter, Kanaaniter, Pheresiter, Heviter und Jebusiter):
      9.      der König zu Jericho, der König zu Ai, das zur Seite an Beth-el liegt,
      10.      der König zu Jerusalem, der König zu Hebron,
      11.      der König zu Jarmuth, der König zu Lachis,
      12.      der König zu Eglon, der König zu Geser,
      13.      der König zu Debir, der König zu Geder,
      14.      der König zu Horma, der König zu Arad,
      15.      der König zu Libna, der König zu Adullam,
      16.      der König zu Makkeda, der König zu Beth-El,
      17.      der König zu Thappuah, der König zu Hepher,
      18.      der König zu Aphek, der König zu Lasaron,
      19.      der König zu Madon, der König zu Hazor,
      20.      der König zu Simron-Meron, der König zu Achsaph,
      21.      der König zu Thaanach, der König zu Megiddo,
      22.      der König zu Kedes, der König zu Jokneam am Karmel,
      23.      der König zu Naphoth-Dor, der König der Heiden zu Gilgal,
      24.      der König zu Thirza. Das sind einunddreißig Könige.

Das 13. Kapitel

      1.      Da nun Josua alt war und wohl betagt, sprach der HERR zu ihm: Du bist alt geworden und wohl betagt, und des Landes ist noch sehr viel übrig einzunehmen,
      2.      nämlich alle Kreise der Philister und ganz Gessur,
      3.      vom Sihor an, der vor Ägypten fließt bis an die Grenze Ekrons gegen Mitternacht, die den Kanaanitern zugerechnet wird, fünf Herren der Philister, nämlich der Gaziter, der Asdoditer, der Askaloniter, der Gathiter der Ekroniter, und die Avviter;
      4.      vom Mittag an aber das ganze Land der Kanaaniter und Meara der Sidonier bis gen Aphek, bis an die Grenze der Amoriter;
      5.      dazu das Land der Gebaliter und der ganze Libanon gegen der Sonne Aufgang, von Baal-Gad an unter dem Berge Hermon, bis man kommt gen Hamath.
      6.      Alle, die auf dem Gebirge wohnen, vom Libanon an bis an die warmen Wasser, alle Sidonier: ich will sie vertreiben vor den Kindern Israel; lose nur darum, sie auszuteilen unter Israel, wie ich dir geboten habe.
      7.      So teile nun dies Land zum Erbe unter die neun Stämme und unter den halben Stamm Manasse.
      8.      Denn die Rubeniter und Gaditer haben mit dem andern halben Manasse ihr Erbteil empfangen, das ihnen Mose gab jenseit des Jordans, gegen Aufgang, wie ihnen dasselbe Mose, der Knecht des HERRN, gegeben hat,
      9.      von Aroer an, das am Ufer des Bachs Arnon liegt, und von der Stadt mitten im Tal und die ganze Ebene Medeba bis gen Dibon
      10.      und alle Städte Sihons, des Königs der Amoriter, der zu Hesbon saß, bis an die Grenze der Kinder Ammon,
      11.      dazu Gilead und das Gebiet von Gessur und Maacha und den ganzen Berg Hermon und das ganze Basan bis gen Salcha
      12.      [das ganze Reich Ogs von Basan, der zu Astharoth und Edrei saß, welcher noch übrig war von den Riesen. Mose aber schlug sie und vertrieb sie.
      13.      Die Kinder Israel vertrieben aber die zu Gessur und zu Maacha nicht, sondern es wohnten beide, Gessur und Maacha, unter den Kindern Israel bis auf diesen Tag).
      14.      Aber dem Stamm der Leviten gab er kein Ertbteil; denn das Opfer des HERRN, des Gottes Israels, ist ihr Erbteil, wie er ihnen geredet hat.
      15.      Also gab Mose dem Stamm der Kinder Ruben nach ihren Geschlechtern,
      16.      daß ihr Gebiet war von Aroer an, das am Ufer des Bachs Arnon liegt, und von der Stadt mitten im Tal mit allem ebenen Felde bis gen Medeba,
      17.      Hesbon und alle seine Städte, die im ebenen Felde liegen, Dibon, Bamoth-Baal und Beth-Baal-Meon,
      18.      Jahza, Kedemoth, Mephaath,
      19.      Kirjathaim, Sibma, Zereth-Sahar auf dem Berge im Tal,
      20.      Beth-Peor, die Abhänge am Pisga und Beth-Jesimoth
      21.      und alle Städte auf der Ebene und das ganze Reich Sihons, des Königs der Amoriter, der zu Hesbon saß, den Mose schlug samt den Fürsten Midians, Evi, Rekem, Zur, Hur und Reba, den Gewaltigen des Königs Sihon, die im Lande wohnten.
      22.      Auch Bileam, der Sohn Beors, den Weissager erwürgten die Kinder Israel mit dem Schwert samt den Erschlagenen.
      23.      Und die Grenze der Kinder Ruben war der Jordan. Das ist das Erbteil der Kinder Ruben nach ihren Geschlechtern, die Städte und ihre Dörfer.
      24.      Dem Stamm der Kinder Gad nach ihrem Geschlecht gab Mose,
      25.      daß ihr Gebiet war Jaser und alle Städte in Gilead und das halbe Land der Kinder Ammon bis gen Aroer, welches liegt vor Rabba,
      26.      und von Hesbon bis gen Ramath-Mizpe und Betonim, und von Mahanaim bis an die Grenze Debirs,
      27.      im Tal aber Beth-Haran, Beth-Nimra, Sukkoth und Zaphon, was übrig war von dem Reich Sihons, des Königs zu Hesbon, daß der Jordan die Grenze war bis ans Ende des Meeres Kinnereth, jenseit des Jordans gegen Aufgang.
      28.      Das ist das Erbteil der Kinder Gad nach ihren Geschlechtern, die Städte und ihre Dörfer.
      29.      Dem halben Stamm der Kinder Manasse nach ihren Geschlechtern gab Mose,
      30.      daß ihr Gebiet war von Mahanaim an: das ganze Basan, das ganze Reich Ogs, des Königs von Basan, und alle Flecken Jairs, die in Basan liegen, nämlich Städte.
      31.      Und das halbe Gilead, Astharoth, Edrei, die Städte des Königreichs Ogs von Basan, gab er den Kindern Machirs, des Sohnes Manasses, das ist die Hälfte der Kinder Machirs, nach ihren Geschlechtern.
      32.      Das ist es, was Mose ausgeteilt hat in dem Gefilde Moabs, jenseit des Jordans vor Jericho gegen Aufgang.
      33.      Aber dem Stamm Levi gab Mose kein Erbteil; denn der HERR, der Gott Israels, ist ihr Erbteil, wie er ihnen geredet hat.

Das 14. Kapitel

      1.      Dies ist es aber, was die Kinder Israel eingenommen haben im Lande Kanaan, das unter sie ausgeteilt haben der Priester Eleasar und Josua, der Sohn Nuns, und die obersten Väter unter den Stämmen der Kinder Israel.
      2.      Sie teilten es aber durchs Los unter sie, wie der HERR durch Mose geboten hatte, zu geben den zehnthalb Stämmen.
      3.      Denn den zwei Stämmen und dem halben Stamm hatte Mose Erbteil gegeben jenseit des Jordans; den Leviten aber hatte er kein Erbteil unter ihnen gegeben.
      4.      Denn die Kinder Josephs wurden zwei Stämme, Manasse und Ephraim; den Leviten aber gaben sie kein Teil im Lande, sondern Städte, darin zu wohnen, und Vorstädte für ihr Vieh und ihre Habe.
      5.      Wie der HERR dem Mose geboten hatte, so taten die Kinder Israel und teilten das Land.
      6.      Da traten herzu die Kinder Juda zu Josua zu Gilgal, und Kaleb, der Sohn Jephunnes, der Kenisiter, sprach zu ihm: Du weißt, was der Herr zu Mose, dem Manne Gottes, sagte meinet-und deinetwegen in Kades-Barnea.
      7.      Ich war vierzig Jahre alt, da mich Mose, der Knecht des HERRN, aussandte von Kades-Barnea, das Land zu erkunden, und ich ihm Bericht gab nach meinem Gewissen.
      8.      Aber meine Brüder, die mit mir hinaufgegangen waren, machten dem Volk das Herz verzagt; ich aber folgte dem HERRN, meinem Gott, treulich.
      9.      Da schwur Mose desselben Tages und sprach: Das Land, darauf du mit deinem Fuß getreten hast, soll dein und deiner Kinder Erbteil sein ewiglich, darum daß du dem HERRN, meinem Gott, treulich gefolgt bist.
      10.      Und nun siehe, der HERR hat mich leben lassen, wie er geredet hat. Es sind nun fünfundvierzig Jahre, daß der HERR solches zu Mose sagte, die Israel in der Wüste gewandelt ist. Und nun siehe, ich bin heut fünfundachtzig Jahre alt
      11.      und bin noch heutigestages so stark, als ich war des Tages, da mich Mose aussandte; wie meine Kraft war dazumal, also ist sie auch jetzt, zu streiten und aus und ein zu gehen.
      12.      So gib mir nun dies Gebirge, davon der HERR geredet hat an jenem Tage; denn du hast’s gehört am selben Tage. Denn es wohnen die Enakiter droben, und sind große feste Städte. Ob der HERR mit mir sein wollte, daß ich sie vertriebe, wie der HERR geredet hat.
      13.      Da segnete ihn Josua und gab also Hebron Kaleb, dem Sohn Jephunnes, zum Erbteil.
      14.      Daher ward Hebron Kalebs, des Sohnes Jephunnes, des Kenisiters, Erbteil bis auf diesen Tag, darum daß er dem HERRN, dem Gott Israels, treulich gefolgt war.
      15.      Aber Hebron hieß vorzeiten Stadt des Arba, der ein großer Mensch war unter den Enakiter. Und der Krieg hatte aufgehört im Lande.

Das 15. Kapitel

      1.      Das Los des Stammes der Kinder Juda nach ihren Geschlechtern war an der Grenze Edoms bei der Wüste Zin, mittagwärts, am Ende des Landes gegen Mittag,
      2.      daß ihre Mittagsgrenze war von der Ecke an dem Salzmeer, das ist, von der Zunge, die mittagswärts geht,
      3.      und geht aus mittagswärts von der Steige Akrabbim und geht durch Zin und geht hinauf im Mittag von Kades-Barnea und geht durch Hezron und geht hinauf gen Adar und lenkt sich um gen Karkaa
      4.      und geht durch Azmon und kommt hinaus an den Bach Ägyptens, daß das Ende der Grenze das Meer wird. Das sei eure Grenze gegen Mittag.
      5.      Aber die Morgengrenze ist das Salzmeer bis an des Jordans Ende. Die Grenze gegen Mitternacht ist von der Zunge des Meers, die am Ende des Jordans ist,
      6.      und geht herauf gen Beth-Hogla und zieht sich mitternachtswärts von Beth-Araba und kommt herauf zum Stein Bohans, des Sohnes Rubens,
      7.      und geht herauf gen Debir vom Tal Achor und wendet sich mitternachtwärts gen Gilgal, welches liegt gegenüber der Steige Adummim, die mittagwärts vom Wasser liegt; darnach geht sie zu dem Wasser En-Semes und kommt hinaus zum Brunnen Rogel;
      8.      darnach geht sie herauf zum Tal des Sohnes Hinnoms an der Mittagseite des Jebusiters, das ist Jerusalem, und kommt herauf an die Spitze des Berges, der vor dem Tal Hinnom liegt abendwärts, welcher stößt an die Ecke des Tals Rephaim gegen Mitternacht zu;
      9.      darnach kommt sie von des Berges Spitze zu dem Wasserbrunnen Nephthoa und kommt heraus zu den Städten des Gebirges Ephron und neigt sich gen Baala, das ist Kirjath-Jearim,
      10.      und lenkt sich herum von Baala gegen Abend zum Gebirge Seir und geht an der Mitternachtseite des Gebirges Jearim, das ist Chesalon, und kommt herab gen Beth-Semes und geht durch Thimna
      11.      und bricht heraus an der Seite Ekrons her mitternachtwärts und zieht sich gen Sichron und geht über den Berg Baala und kommt heraus gen Jabneel, daß ihr Ende ist das Meer.
      12.      Die Grenze aber gegen Abend ist das große Meer. Das ist die Grenze der Kinder Juda umher nach ihren Geschlechtern.
      13.      Kaleb aber, dem Sohn Jephunnes, ward sein Teil gegeben unter den Kindern Juda, wie der HERR dem Josua befahl, nämlich die Stadt des Arba, des Vaters Enaks, das ist Hebron.
      14.      Und Kaleb vertrieb von da die drei Söhne Enaks: Sesai, Ahiman und Thalmai, geboren von Enak,
      15.      und zog von dort hinauf zu den Einwohnern Debirs. Debir aber hieß vorzeiten Kirjath-Sepher.
      16.      Und Kaleb sprach: Wer Kirjath-Sepher schlägt und gewinnt, dem will ich meine Tochter Achsa zum Weibe geben.
      17.      Da gewann es Othniel, der Sohn des Kenas, der Bruder Kalebs; und er gab ihm seine Tochter Achsa zum Weibe.
      18.      Und es begab sich, da sie einzog, beredete sie ihn, einen Acker zu fordern von ihrem Vater. Und sie stieg vom Esel; da sprach Kaleb zu ihr: Was ist dir?
      19.      Sie sprach: Gib mir einen Segen! Denn du hast mir ein Mittagsland gegeben; gib mir auch Wasserquellen! Da gab er ihr die Quellen von oben und unten.
      20.      Dies ist das Erbteil des Stammes der Kinder Juda nach ihren Geschlechtern.
      21.      Und die Städte des Stammes der Kinder Juda von einer Ecke zu der andern, an der Grenze der Edomiter gegen Mittag, waren diese: Kabzeel, Eder, Jagur,
      22.      Kina, Dimona, Ad-Ada,
      23.      Kedes, Hazor, Ithnan,
      24.      Siph, Telem, Bealoth,
      25.      Hazor-Hadatta, Karioth-Hezron, das ist Hazor,
      26.      Amam, Sema, Molada,
      27.      Hazar-Gadda, Hesmon, Beth-Pelet,
      28.      Hazar-Sual, Beer-Seba, Bisjothja,
      29.      Baala, Ijim, Ezem,
      30.      Eltholad, Chesil, Horma,
      31.      Ziklag, Madmanna, Sansanna,
      32.      Lebaoth, Silhim, Ain, Rimmon. Das sind neunundzwanzig Städte und ihre Dörfer.
      33.      In den Gründen aber war Esthaol, Zora, Asna,
      34.      Sanoah, En-Gannim, Tappuah, Enam,
      35.      Jarmuth, Adullam, Socho, Aseka,
      36.      Saaraim, Adithaim, Gedera, Gederothaim. Das sind vierzehn Städte und ihre Dörfer.
      37.      Zenan, Hadasa, Migdal-Gad,
      38.      Dilean, Mizpe, Joktheel,
      39.      Lachis, Bozkath, Eglon,
      40.      Chabbon, Lahmas, Kithlis,
      41.      Gederoth, Beth-Dagon, Naema, Makkeda. Das sind sechzehn Städte und ihre Dörfer.
      42.      Libna, Ether, Asan,
      43.      Jephthah, Asna, Nezib,
      44.      Kegila, Achsib, Maresa. Das sind neun Städte und ihre Dörfer.
      45.      Ekron mit seinen Ortschaften und Dörfern.
      46.      Von Ekron und ans Meer, alles, was an Asdod und seine Dörfer reicht:
      47.      Asdod mit seinen Ortschaften und Dörfern, Gaza mit seinen Ortschaften und Dörfern bis an das Wasser Ägyptens; und das große Meer ist seine Grenze.
      48.      Auf dem Gebirge aber war Samir, Jatthir, Socho,
      49.      Danna, Kirjath-Sanna, das ist Debir,
      50.      Anab, Esthemo, Anim,
      51.      Gosen, Holon, Gilo. Das sind elf Städte und ihre Dörfer.
      52.      Arab, Duma, Esean,
      53.      Janum, Beth-Thappuah, Apheka,
      54.      Humta, Kirjath-Arba, das ist Hebron, Zior. Das sind neun Städte und ihre Dörfer.
      55.      Maon, Karmel, Siph, Jutta,
      56.      Jesreel, Jokdeam, Sanoah,
      57.      Hakain, Gibea, Thimna. Das sind zehn Städte und ihre Dörfer.
      58.      Halhul, Beth-Zur, Gedor,
      59.      Maarath, Beth-Anoth, Elthekon. Das sind sechs Städte und ihre Dörfer.
      60.      Kirjath-Baal, das ist Kirjath-Jearim, Harabba; zwei Städte und ihre Dörfer.
      61.      In der Wüste aber war Beth-Araba, Middin, Sechacha,
      62.      Nibsan und die Salzstadt und Engedi. Das sind sechs Städte und ihre Dörfer.
      63.      Die Jebusiter aber wohnten zu Jerusalem, und die Kinder Juda konnten sie nicht vertreiben; also blieben die Jebusiter mit den Kindern Juda zu Jerusalem bis auf diesen Tag.

Das 16. Kapitel

      1.      Und das Los fiel den Kindern Joseph aufgangwärts vom Jordan gegenüber Jericho bis zum Wasser bei Jericho, und die Wüste, die heraufgeht von Jericho durch das Gebirge gen Beth-El;
      2.      und kommt von Beth-El heraus gen Lus und geht durch zur Grenze des Arachiters gen Ataroth
      3.      und zieht sich hernieder abendwärts zu der Grenze des Japhletiters bis an die Grenze des niederen Beth-Horon und bis gen Geser; und das Ende ist am Meer.
      4.      Das haben zum Erbteil genommen die Kinder Josephs, Manasse und Ephraim.
      5.      Die Grenze der Kinder Ephraim nach ihren Geschlechtern, die Grenze ihres Erbteils aufgangwärts, war Ataroth-Adar bis zum obern Beth-Horon
      6.      und geht aus gegen Abend bei Michmethath, das gegen Mitternacht liegt; daselbst lenkt sie sich herum gegen Aufgang gen Thaanath-Silo und geht da durch aufgangwärts gen Janoha
      7.      und kommt herab von Janoha gen Ataroth und Naarath und stößt an Jericho und geht aus am Jordan;
      8.      von Thappuah geht sie abendwärts zum Bach Kana; und ihr Ende ist am Meer. Das ist das Erbteil des Stammes der Kinder Ephraim nach ihren Geschlechtern.
      9.      dazu alle Städte mit ihren Dörfern, welche für die Kinder Ephraim ausgesondert waren unter dem Erbteil der Kinder Manasse.
      10.      Und sie vertrieben die Kanaaniter nicht, die zu Geser wohnten; also blieben die Kanaaniter unter Ephraim bis auf diesen Tag und wurden zinsbar.

Das 17. Kapitel

      1.      Und das Los fiel dem Stamm Manasse, denn er ist Josephs erster Sohn, und fiel auf Machir, den ersten Sohn Manasses, den Vater Gileads, denn er war ein streitbarer Mann; darum ward ihm Gilead und Basan.
      2.      Den andern Kindern aber Manasses nach ihren Geschlechtern fiel es auch, nämlich den Kindern Abiesers, den Kindern Heleks, den Kindern Asriels, den Kindern Sichems, den Kindern Hephers und den Kindern Semidas. Das sind die Kinder Manasses, des Sohnes Josephs, die Männer, nach ihren Geschlechtern.
      3.      Aber Zelophehad, der Sohn Hephers, des Sohnes Gilead, des Sohnes Machir, des Sohnes Manasses, hatte keine Söhne, sondern Töchter, und ihre Namen sind diese: Mahela, Noa, Hogla, Milka, Thirza;
      4.      und sie traten vor den Priester Eleasar und vor Josua, den Sohn Nuns, und vor die Obersten und sprachen: Der HERR hat Mose geboten, daß er uns solle Erbteil geben unter unsern Brüdern. Und man gab ihnen Erbteil unter den Brüdern ihres Vaters nach dem Befehl des HERRN.
      5.      Es fielen aber auf Manasse zehn Meßschnüre, außer dem Lande Gilead und Basan, das jenseit des Jordans liegt;
      6.      denn die Töchter Manasse nahmen Erbteil unter seinen Söhnen, und das Land Gilead war den andern Kindern Manasses.
      7.      Und die Grenze Manasses war von Asser gen Michmethath, das vor Sichem liegt, und reicht zur Rechten an die von En-Thappuah;
      8.      denn das Land Thappuah ward dem Manasse; aber Thappuah an der Grenze Manasses ward den Kindern Ephraim;
      9.      darnach kommt sie herab zum Bach Kana zur Mittagsseite des Bachs, die Städte daselbst sind Ephraims unter den Städten Manasses; die Grenze Manasses aber geht weiter an der Mitternachtseite des Baches und endet am Meer.
      10.      Dem Ephraim ward’s gegen Mittag und dem Manasse gegen Mitternacht, und das Meer ist seine Grenze; und sie sollen stoßen an Asser von Mitternacht und an Isaschar von Morgen.
      11.      So hatte nun Manasse unter Isaschar und Asser: Beth-Sean und seine Ortschaften, Jibleam und seine Ortschaften und die zu Dor und seine Ortschaften und die zu Endor und seine Ortschaften und die zu Thaanach und seine Ortschaften und die zu Megiddo und seine Ortschaften und den dritten Teil Nepheths.
      12.      Und die Kinder Manasse konnten diese Städte nicht einnehmen; sondern die Kanaaniter blieben wohnen in dem Lande.
      13.      Da aber die Kinder Israel mächtig wurden, machten sie die Kanaaniter zinsbar und vertrieben sie nicht.
      14.      Da redeten die Kinder Joseph mit Josua und sprachen: Warum hast du mir nur ein Los und eine Schnur des Erbteils gegeben ? Und ich bin doch ein großes Volk, wie mich der HERR so gesegnet hat.
      15.      Da sprach Josua zu ihnen: Weil du ein großes Volk bist, so gehe hinauf in den Wald und haue um daselbst im Lande die Pheresiter und Riesen, weil dir das Gebirge Ephraim zu enge ist.
      16.      Da sprachen die Kinder Joseph: Das Gebirge wird nicht Raum genug für uns sein, und es sind eiserne Wagen bei allen Kanaanitern, die im Tal des Landes wohnen: bei denen zu Beth-Sean und seinen zugehörigen Orten und bei denen im Tal Jesreel.
      17.      Josua sprach zum Hause Josephs, zu Ephraim und Manasse: Du bist ein großes Volk; und weil du so groß bist, sollst du nicht nur ein Los haben,
      18.      sondern das Gebirge soll dein sein, da der Wald ist, den haue um; und er wird dein sein bis an seine Enden, wenn du die Kanaaniter vertreibst, die eiserne Wagen haben und mächtig sind.

Das 18. Kapitel

      1.      Und es versammelte sich die ganze Gemeinde der Kinder Israel gen Silo und richteten daselbst auf die Hütte des Stifts, und das Land war ihnen unterworfen.
      2.      Und es waren noch sieben Stämme der Kinder Israel, denen sie ihr Erbteil nicht ausgeteilt hatten.
      3.      Und Josua sprach zu den Kinder Israel: Wie lange seid ihr so laß, daß ihr nicht hingeht, das Land einzunehmen, das euch der HERR, euer Väter Gott, gegeben hat ?
      4.      Schafft euch aus jeglichem Stamm drei Männer, daß ich sie sende und sie sich aufmachen und durchs Land gehen und es aufschreiben nach ihren Erbteilen und zu mir kommen.
      5.      Teilt das Land in sieben Teile. Juda soll bleiben auf seiner Grenze von Mittag her, und das Haus Josephs soll bleiben auf seiner Grenze von Mitternacht her.
      6.      Ihr aber schreibt die sieben Teile der Lande auf und bringt sie zu mir hierher, so will ich euch das Los werfen hier vor dem HERRN, unserm Gott.
      7.      Denn die Leviten haben kein Teil unter euch, sondern das Priestertum des HERRN ist ihr Erbteil. Gad aber und Ruben und der halbe Stamm Manasse haben ihr Teil genommen jenseit des Jordans, gegen Morgen, das ihnen Mose, der Knecht Gottes, gegeben hat.
      8.      Da machten sich die Männer auf, daß sie hingingen; und Josua gebot ihnen, da sie hin wollten gehen, das Land aufzuschreiben, und sprach: Gehet hin und durchwandelt das Land und schreibt es auf und kommt wieder zu mir, daß ich euch hier das Los werfe vor dem HERRN zu Silo.
      9.      Also gingen die Männer hin und durchzogen das Land und schrieben es auf in einen Brief nach den Städten in sieben Teile und kamen zu Josua ins Lager gen Silo.
      10.      Da warf Josua das Los über sie zu Silo vor dem HERRN und teilte daselbst das Land aus unter die Kinder Israel, einem jeglichen sein Teil.
      11.      Und das Los des Stammes der Kinder Benjamin fiel nach ihren Geschlechtern, und die Grenze ihres Loses ging aus zwischen den Kindern Juda und den Kindern Joseph.
      12.      Und ihre Grenze war an der Seite gegen Mitternacht vom Jordan an und geht herauf an der Mitternachtseite Jerichos und kommt aufs Gebirge abendwärts und geht aus nach der Wüste Beth-Aven
      13.      und geht von da gen Lus, an der Seite her an Lus mittagwärts, das ist Beth-El, und kommt hinab gen Ataroth-Adar an den Berg, der gegen Mittag liegt von dem niederen Beth-Horon.
      14.      Darnach neigt sie sich und lenkt sich um zur Seite des Abends gegen Mittag von dem Berge an, der vor Beth-Horon mittagswärts liegt, und endet an Kirjath-Baal, das ist Kirjath-Jearim, die Stadt der Kinder Juda. Das ist die Seite gegen Abend.
      15.      Aber die Seite gegen Mittag ist von Kirjath-Jearim an und geht aus gegen Abend und kommt hinaus zum Wasserbrunnen Nephthoa
      16.      und geht herab an des Berges Ende, der vor dem Tal des Sohnes Hinnoms liegt, am Grunde Rephaim gegen Mitternacht, und geht durchs Tal Hinnom an der Mittagseite des Jebusiters und kommt hinab zum Brunnen Rogel
      17.      und zieht sich mitternachtwärts und kommt hinaus gen En-Semes und kommt hinaus gen Geliloth, das gegenüber der Steige Adummim liegt, und kommt herab zum Stein Bohans, des Sohnes Rubens,
      18.      und geht zur Seite hin neben dem Gefilde, das gegen Mitternacht liegt, und kommt hinab aufs Gefilde
      19.      und geht an der Seite Beth-Hoglas, das gegen Mitternacht liegt, und ihr Ende ist an der Zunge des Salzmeers gegen Mitternacht, an dem Ende des Jordans gegen Mittag. Das ist die Mittagsgrenze.
      20.      Aber die Seite gegen Morgen soll der Jordan enden. Das ist das Erbteil der Kinder Benjamin in ihren Grenzen umher nach ihren Geschlechtern.
      21.      Die Städte aber des Stammes der Kinder Benjamin nach ihren Geschlechtern sind diese: Jericho, Beth-Hogla, Emek-Keziz,
      22.      Beth-Araba, Zemaraim, Beth-El,
      23.      Avvim, Happara, Ophra,
      24.      Kaphar-Ammonai, Ophni, Geba. Das sind zwölf Städte und ihre Dörfer.
      25.      Gibeon Rama, Beeroth,
      26.      Mizpe, Kaphira, Moza,
      27.      Rekem, Jerpeel, Thareala,
      28.      Zela, Eleph und die Jebusiter, das ist Jerusalem, Gibeath, Kirjath. Vierzehn Städte und ihre Dörfer. Das ist das Erbteil der Kinder Benjamin nach ihren Geschlechtern.

Das 19. Kapitel

      1.      Darnach fiel das zweite Los auf den Stamm der Kinder Simeon nach ihren Geschlechtern; und ihr Erbteil war unter dem Erbteil der Kinder Juda.
      2.      Und es ward ihnen zum Erbteil Beer-Seba, Seba, Molada,
      3.      Hazar-Sual, Bala, Ezem,
      4.      Eltholad, Bethul, Horma,
      5.      Ziklag, Beth-Markaboth, Hazar-Susa,
      6.      Beth-Lebaoth, Saruhen. Das sind dreizehn Städte und ihre Dörfer.
      7.      Ain, Rimmon, Ehter, Asan. Das sind vier Städte und ihre Dörfer.
      8.      Dazu alle Dörfer, die um diese Städte liegen, bis gen Baalath-Beer-Ramath gegen Mittag. Das ist das Erbteil des Stammes der Kinder Simeon nach ihren Geschlechtern.
      9.      Denn der Kinder Simeon Erbteil ist unter dem Erbteil der Kinder Juda. Weil das Erbteil der Kinder Juda ihnen zu groß war, darum erbten die Kinder Simeon unter ihrem Erbteil.
      10.      Das dritte Los fiel auf die Kinder Sebulon nach ihren Geschlechtern; und die Grenze ihres Erbteils war bis gen Sarid
      11.      und geht hinauf abendwärts gen Mareala und stößt an Dabbeseth und stößt an den Bach, der vor Jokneam fließt,
      12.      und wendet sich von Sarid gegen der Sonne Aufgang bis an die Grenze Kisloth-Thabor und kommt hinaus gen Dabrath und reicht hinauf gen Japhia,
      13.      und von da geht sie gegen Aufgang durch Gath-Hepher, Eth-Kazin und kommt hinaus gen Rimmon, Mithoar und Nea
      14.      und lenkt sich herum mitternachtwärts gen Hannathon und endet im Tal Jephthah-El,
      15.      und Kattath, Nahalal, Simron, Jedeala und Bethlehem. Das sind zwölf Städte und ihre Dörfer.
      16.      Das ist das Erbteil der Kinder Sebulon nach ihren Geschlechtern; das sind ihre Städte und Dörfer.
      17.      Das vierte Los fiel auf die Kinder Isaschar nach ihren Geschlechtern.
      18.      Und ihr Gebiet war Jesreel, Chesulloth, Sunem,
      19.      Hapharaim, Sion, Anaharath,
      20.      Rabbith, Kisjon, Ebez,
      21.      Remeth, En-Gannim, En-Hadda, Beth-Pazez,
      22.      und die Grenze stößt an Thabor, Sahazima, Beth-Semes, und ihr Ende ist am Jordan. Sechzehn Städte und ihre Dörfer.
      23.      Das ist das Erbteil des Stammes der Kinder Isaschar nach ihren Geschlechtern, die Städte und ihre Dörfer.
      24.      Das fünfte Los fiel auf den Stamm der Kinder Asser nach ihren Geschlechtern.
      25.      Und ihr Gebiet war Helkath, Hali, Beten, Achsaph,
      26.      Allammelech, Amead, Miseal, und die Grenze stößt an den Karmel am Meer und an Sihor-Libnath
      27.      und wendet sich gegen der Sonne Aufgang gen Beth-Dagon und stößt an Sebulon und an das Tal Jephthah-El mitternachtwärts, Beth-Emek, Negiel und kommt hinaus gen Kabul zur Linken,
      28.      Ebron, Rehob, Hammon, Kana bis an Groß-Sidon
      29.      und wendet sich gen Rama bis zu der festen Stadt Tyrus und wendet sich gen Hosa und endet am Meer in der Gegend von Achsib
      30.      und schließt ein Umma, Aphek, Rehob. Zweiundzwanzig Städte und ihre Dörfer.
      31.      Das ist das Erbteil des Stammes der Kinder Asser nach ihren Geschlechtern, die Städte und ihre Dörfer.
      32.      Das sechste Los fiel auf die Kinder Naphthali nach ihren Geschlechtern.
      33.      Und ihre Grenze war von Heleph, von den Eichen bei Zaanannim an, Adami-Nebek, Jabneel, bis gen Lakkum und endet am Jordan,
      34.      und die Grenze wendet sich zum Abend gen Asnoth-Thabor und kommt von da hinaus gen Hukkok und stößt an Sebulon gegen Mittag und an Asser gegen Abend und an Juda am Jordan gegen der Sonne Aufgang;
      35.      und feste Städte sind: Ziddim, Zer, Hammath, Rakkath, Kinnereth,
      36.      Adama, Rama, Hazor,
      37.      Kedes, Edrei, En-Hazor,
      38.      Jereon, Migdal-El, Horem, Beth-Anath, Beth-Semes. Neunzehn Städte und ihre Dörfer.
      39.      Das ist das Erbteil des Stammes der Kinder Naphthali nach ihren Geschlechtern, die Städte und ihre Dörfer.
      40.      Das siebente Los fiel auf den Stamm der Kinder Dan nach ihren Geschlechtern.
      41.      Und das Gebiet ihres Erbteils waren Zora, Esthaol, Ir-Semes,
      42.      Saalabbin, Ajalon, Jethla,
      43.      Elon, Thimnatha, Ekron,
      44.      Eltheke, Gibbethon, Baalath,
      45.      Jehud, Bne-Barak, Gath-Rimmon,
      46.      Me-Jarkon, Rakkon mit den Grenzen gegen Japho.
      47.      Und an demselben endet das Gebiet der Kinder Dan. Und die Kinder Dan zogen hinauf und stritten wider Lesem und gewannen und schlugen es mit der Schärfe des Schwerts und nahmen es ein und wohnten darin und nannten es Dan nach ihres Vaters Namen.
      48.      Das ist das Erbteil des Stammes der Kinder Dan nach ihren Geschlechtern, die Städte und ihre Dörfer.
      49.      Und da sie das Ganze Land ausgeteilt hatten nach seinen Grenzen, gaben die Kinder Israel Josua, dem Sohn Nuns, ein Erbteil unter ihnen
      50.      und gaben ihm nach dem Befehl des HERRN die Stadt, die er forderte, nämlich Thimnath-Serah auf dem Gebirge Ephraim. Da baute er die Stadt und wohnte darin.
      51.      Das sind die Erbteile, die Eleasar, der Priester, und Josua, der Sohn Nuns, und die Obersten der Vaterhäuser unter den Stämmen durchs Los den Kindern Israel austeilten zu Silo vor dem HERRN, vor der Tür der Hütte des Stifts; und vollendeten also das Austeilen des Landes.

Das 20. Kapitel

      1.      Und der HERR redete mit Josua und sprach:
      2.      Sage den Kindern Israel: Gebt unter euch Freistädte, davon ich durch Mose euch gesagt habe,
      3.      dahin fliehen möge ein Totschläger, der eine Seele unversehens und unwissend schlägt, daß sie unter euch frei seien von dem Bluträcher.
      4.      Und der da flieht zu der Städte einer, soll stehen draußen vor der Stadt Tor und vor den Ältesten der Stadt seine Sache ansagen; so sollen sie ihn zu sich in die Stadt nehmen und ihm Raum geben, daß er bei ihnen wohne.
      5.      Und wenn der Bluträcher ihm nachjagt, sollen sie den Totschläger nicht in seine Hände übergeben, weil er unwissend seinen Nächsten geschlagen hat und ist ihm zuvor nicht feind gewesen.
      6.      So soll er in der Stadt wohnen, bis daß er stehe vor der Gemeinde vor Gericht, und bis daß der Hohepriester sterbe, der zur selben Zeit sein wird. Alsdann soll der Totschläger wiederkommen in seine Stadt und in sein Haus, zur Stadt, davon er geflohen ist.
      7.      Da heiligten sie Kedes in Galiläa, auf dem Gebirge Naphthali, und Sichem auf dem Gebirge Ephraim und Kirjath-Arba, das ist Hebron, auf dem Gebirge Juda;
      8.      und jenseit des Jordans, da Jericho liegt, gegen Aufgang, gaben sie Bezer in der Wüste auf der Ebene aus dem Stamm Ruben und Ramoth in Gilead aus dem Stamm Gad und Golan in Basan aus dem Stamm Manasse.
      9.      Das waren die Städte, bestimmt allen Kindern Israel und den Fremdlingen, die unter ihnen wohnten, daß dahin fliehe, wer eine Seele unversehens schlägt, daß er nicht sterbe durch den Bluträcher, bis daß er vor der Gemeinde gestanden sei.

Das 21. Kapitel

      1.      Da traten herzu die obersten Väter unter den Leviten zu dem Priester Eleasar und Josua, dem Sohn Nuns, und zu den obersten Vätern unter den Stämmen der Kinder Israel
      2.      und redeten mit ihnen zu Silo im Lande Kanaan und sprachen: Der HERR hat uns geboten durch Mose, daß man uns Städte geben solle, zu wohnen, und ihre Vorstädte zu unserm Vieh.
      3.      Da gaben die Kinder Israel den Leviten von ihren Erbteilen nach dem Befehl des HERRN diese Städte und ihre Vorstädte.
      4.      Und das Los fiel auf die Geschlechter der Kahathiter, und wurden den Kindern Aarons, des Priesters, aus den Leviten durchs Los dreizehn Städte von dem Stamm Juda, von dem Stamm Simeon und von dem Stamm Benjamin.
      5.      Den andern Kindern Kahaths aber wurden durchs Los zehn Städte von den Geschlechtern des Stammes Ephraim, von dem Stamme Dan und von dem halben Stamm Manasse.
      6.      Aber den Kindern Gersons wurden durchs Los dreizehn Städte von den Geschlechtern des Stammes Isaschar, von dem Stamm Asser und von dem Stamm Naphthali und von dem halben Stamm Manasse in Basan.
      7.      Den Kindern Meraris nach ihren Geschlechtern wurden zwölf Städte von dem Stamm Ruben, von dem Stamm Gad und von dem Stamm Sebulon.
      8.      Also gaben die Kinder Israel den Leviten durchs Los diese Städte und Vorstädte, wie der HERR durch Mose geboten hatte.
      9.      Von dem Stamm der Kinder Juda und von dem Stamm der Kinder Simeon gaben sie diese Städte, die sie mit ihren Namen nannten,
      10.      den Kindern Aarons, vom Geschlecht der Kahathiter, aus den Kindern Levi; denn das erste Los ward ihnen.
      11.      So geben sie ihnen die Stadt des Arba, des Vaters Enaks, das ist Hebron auf dem Gebirge Juda und ihre Vorstädte um sie her.
      12.      Aber den Acker der Stadt und ihre Dörfer gaben sie Kaleb, dem Sohn Jephunnes, zu seinem Erbe.
      13.      Also gaben sie den Kindern Aarons, des Priesters, die Freistadt der Totschläger, Hebron, und seine Vorstädte, Libna und sein Vorstädte,
      14.      Jatthir und seine Vorstädte, Esthemoa und sein Vorstädte,
      15.      Holon und seine Vorstädte, Debir und seine Vorstädte,
      16.      Ain und seine Vorstädte, Jutta und seine Vorstädte, Beth-Semes und seine Vorstädte, neun Städte von diesen zwei Stämmen;
      17.      von dem Stamm Benjamin aber gaben sie vier Städte: Gibeon und seine Vorstädte, Geba und seine Vorstädte,
      18.      Anathoth und seine Vorstädte, Almon und seine Vorstädte,
      19.      daß alle Städte der Kinder Aarons, der Priester, waren dreizehn mit ihren Vorstädten.
      20.      Den Geschlechtern aber der andern Kinder Kahath, den Leviten, wurden durch ihr Los vier Städte von dem Stamm Ephraim;
      21.      sie gaben ihnen die Freistadt der Totschläger, Sichem und seine Vorstädte auf dem Gebirge Ephraim, Geser und seine Vorstädte,
      22.      Kibzaim und seine Vorstädte, Beth-Horon und seine Vorstädte.
      23.      Von dem Stamme Dan vier Städte: Eltheke und seine Vorstädte, Gibbethon und seine Vorstädte,
      24.      Ajalon und seine Vorstädte, Gath-Rimmon und seine Vorstädte.
      25.      Von dem halben Stamm Manasse zwei Städte: Thaanach und seine Vorstädte, Gath-Rimmon und seine Vorstädte,
      26.      daß alle Städte der Geschlechter der andern Kinder Kahath waren zehn mit ihren Vorstädten.
      27.      Den Kindern aber Gerson aus den Geschlechtern der Leviten wurden gegeben von dem halben Stamm Manasse zwei Städte: die Freistadt für die Totschläger, Golan in Basan, und sein Vorstädte, Beesthra und seine Vorstädte.
      28.      Von dem Stamme Isaschar vier Städte: Kisjon und seine Vorstädte, Dabrath und seine Vorstädte,
      29.      Jarmuth und seine Vorstädte, En-Gannim und seine Vorstädte.
      30.      Von dem Stamm Asser vier Städte: Miseal und seine Vorstädte, Abdon und seine Vorstädte,
      31.      Helkath und seine Vorstädte, Rehob und seine Vorstädte.
      32.      Von dem Stamm Naphthali drei Städte: die Freistadt für die Totschläger, Kedes in Galiläa, und seine Vorstädte, Hammoth-Dor und seine Vorstädte, Karthan und seine Vorstädte,
      33.      daß alle Städte des Geschlechts der Gersoniter waren dreizehn mit ihren Vorstädten.
      34.      Den Geschlechtern aber der Kinder Merari, den andern Leviten, wurden gegeben von dem Stamm Sebulon vier Städte: Jokneam und seine Vorstädte, Kartha und seine Vorstädte,
      35.      Dimna und seine Vorstädte, Nahalal und seine Vorstädte.
      36.      Von dem Stamm Ruben vier Städte: Bezer und seine Vorstädte, Jahza und seine Vorstädte,
      37.      Kedemoth und seine Vorstädte, Mephaath und seine Vorstädte.
      38.      Von dem Stamme Gad vier Städte: die Freistadt für die Totschläger, Ramoth in Gilead, und seine Vorstädte,
      39.      Mahanaim und seine Vorstädte, Hesbon und seine Vorstädte, Jaser und seine Vorstädte,
      40.      daß alle Städte der Kinder Merari nach ihren Geschlechtern, der andern Leviten, nach ihrem Los waren zwölf.
      41.      Alle Städte der Leviten unter dem Erbe der Kinder Israel waren achtundvierzig mit ihren Vorstädten.
      42.      Und eine jegliche dieser Städte hatte ihre Vorstadt um sich her, eine wie die andere.
      43.      Also gab der HERR Israel alles Land, das er geschworen hatte ihren Vätern zu geben, und sie nahmen es ein und wohnten darin.
      44.      Und der HERR gab ihnen Ruhe von allen umher, wie er ihren Vätern geschworen hatte, und stand ihrer Feinde keiner wider sie, sondern alle ihre Feinde gab er in ihre Hände.
      45.      Und es fehlte nichts an allem Guten, das der HERR dem Hause Israel verheißen hatte. Es kam alles.

Das 22. Kapitel

      1.      Da rief Josua die Rubeniter und Gaditer und den halben Stamm Manasse
      2.      und sprach zu ihnen: Ihr habt alles gehalten, was euch Mose, der Knecht des HERRN, geboten hat, und gehorcht meiner Stimme in allem, was ich euch geboten habe.
      3.      Ihr habt eure Brüder nicht verlassen eine lange Zeit her bis auf diesen Tag und habt gehalten an dem Gebot des HERRN, eures Gottes.
      4.      Weil nun der HERR, euer Gott, hat eure Brüder zur Ruhe gebracht, wie er ihnen geredet hat, so wendet euch nun und ziehet hin in eure Hütten im Lande eures Erbes, das euch Mose, der Knecht des HERRN, gegeben hat jenseit des Jordans.
      5.      Haltet aber nur an mit Fleiß, daß ihr tut nach dem Gebot und Gesetz, das euch Mose, der Knecht des HERRN, geboten hat, daß ihr den HERRN, euren Gott, liebt und wandelt auf allen seinen Wegen und seine Gebote haltet und ihm anhanget und ihm dient von ganzem Herzen und von ganzer Seele.
      6.      Also segnete sie Josua und ließ sie gehen; und sie gingen zu ihren Hütten.
      7.      Dem halben Stamm Manasse hatte Mose gegeben in Basan; der andern Hälfte gab Josua unter ihren Brüdern diesseit des Jordans gegen Abend. Und da er sie gesegnet hatte,
      8.      sprach er zu ihnen: Ihr kommt wieder heim mit großem Gut zu euren Hütten, mit sehr viel Vieh, Silber, Gold, Erz, Eisen und Kleidern; so teilt nun den Raub eurer Feinde mit euren Brüdern.
      9.      Also kehrten um die Rubeniter, Gaditer und der halbe Stamm Manasse und gingen von den Kindern Israel aus Silo, das im Lande Kanaan liegt, daß sie ins Land Gilead zögen zum Lande ihres Erbes, das sie erbten nach Befehl des HERRN durch Mose.
      10.      Und da sie kamen in die Kreise am Jordan, die im Lande Kanaan liegen, bauten die Rubeniter, Gaditer und der halbe Stamm Manasse daselbst am Jordan einen großen, schönen Altar.
      11.      Da aber die Kinder Israel hörten sagen: Siehe, die Kinder Ruben, die Kinder Gad und der halbe Stamm Manasse haben einen Altar gebaut gegenüber dem Land Kanaan, in den Kreisen am Jordan, diesseit der Kinder Israel,
      12.      da versammelten sie sich mit der ganzen Gemeinde zu Silo, daß sie wider sie hinaufzögen mit einem Heer.
      13.      Und sandten zu ihnen ins Land Gilead Pinehas, den Sohn Eleasars, des Priesters,
      14.      und mit ihm zehn oberste Fürsten unter ihren Vaterhäusern, aus jeglichem Stamm Israels einen.
      15.      Und da sie zu ihnen kamen ins Land Gilead, redeten sie mit ihnen und sprachen:
      16.      So läßt euch sagen die ganze Gemeinde des HERRN: Wie versündigt ihr euch also an dem Gott Israels, daß ihr euch heute kehrt von dem HERRN damit, daß ihr euch einen Altar baut, daß ihr abfallt von dem HERRN?
      17.      Ist’s uns zu wenig an der Missetat über dem Peor, von welcher wir noch auf diesen Tag nicht gereinigt sind und kam eine Plage unter die Gemeinde des HERRN?
      18.      Und ihr wendet euch heute von dem HERRN weg und seid heute abtrünnig geworden von dem HERRN, auf daß er heute oder morgen über die ganze Gemeinde Israel erzürne.
      19.      Dünkt euch das Land eures Erbes unrein, so kommt herüber in das Land, das der HERR hat, da die Wohnung des HERRN steht, und macht euch ansässig unter uns; und werdet nicht abtrünnig von dem Herrn und von uns, daß ihr euch einen Altar baut außer dem Altar des HERRN, unsers Gottes.
      20.      Versündigte sich nicht Achan, der Sohn Serahs, am Verbannten? und der Zorn kam über die ganze Gemeinde Israel, und er ging nicht allein unter über seiner Missetat.
      21.      Da antworteten die Kinder Ruben und die Kinder Gad und der halbe Stamm Manasse und sagten zu den Häuptern über die Tausende Israels:
      22.      Der starke Gott, der HERR, weiß es; so wisse es Israel auch: fallen wir ab oder sündigen wider den HERRN, so helfe er uns heute nicht!
      23.      Und so wir darum den Altar gebaut haben, daß wir uns von dem HERRN wenden wollten, Brandopfer und Speisopfer darauf opfern oder Dankopfer darauf tun, so fordere es der HERR.
      24.      Und so wir’s nicht vielmehr aus Sorge darum getan haben, daß wir sprachen: Heut oder morgen möchten eure Kinder zu unsern Kindern sagen: Was geht euch der HERR, der Gott Israels, an?
      25.      Der HERR hat den Jordan zur Grenze gesetzt zwischen uns und euch Kindern Ruben und Gad; ihr habt keinen Teil am HERRN." Damit würden eure Kinder unsre Kinder von der Furcht des HERRN weisen.
      26.      Darum sprachen wir: Laßt uns einen Altar bauen, nicht zum Brandopfer noch zu andern Opfern,
      27.      sondern daß er ein Zeuge sei zwischen uns und euch und unsern Nachkommen, daß wir dem HERRN Dienst tun mögen vor ihm mit unsern Brandopfern, Dankopfern und andern Opfern und eure Kinder heut oder morgen nicht sagen dürfen zu unsern Kindern: Ihr habt keinen Teil an dem HERRN.
      28.      Wenn sie aber also zu uns sagen würden oder zu unsern Nachkommen heut oder morgen, so könnten wir sagen: Seht das Gleichnis des Altars des HERRN, den unsere Väter gemacht haben, nicht zum Brandopfer noch zu andern Opfern, sondern zum Zeugen zwischen uns und euch.
      29.      Das sei ferne von uns, daß wir abtrünnig werden von dem HERRN, daß wir uns heute wollten von ihm wenden und einen Altar bauen zum Brandopfer und andern Opfern, außer dem Altar des HERRN, unsers Gottes, der vor seiner Wohnung steht.
      30.      Da aber Pinehas, der Priester, und die Obersten der Gemeinde, die Häupter über die Tausende Israels, die mit ihm waren, hörten diese Worte, die die Kinder Ruben, Gad und Manasse sagten, gefielen sie ihnen wohl.
      31.      Und Pinehas, der Sohn Eleasars, des Priesters, sprach zu den Kindern Ruben, Gad und Manasse: Heute erkennen wir, daß der HERR unter uns ist, daß ihr euch nicht an dem HERRN versündigt habt in dieser Tat. Nun habt ihr die Kinder Israel errettet aus der Hand des HERRN.
      32.      Da zogen Pinehas, der Sohn Eleasars, des Priesters, und die Obersten aus dem Lande Gilead von den Kindern Ruben und Gad wieder ins Land Kanaan zu den Kindern Israel und sagten’s ihnen an.
      33.      Das gefiel den Kindern Israel wohl, und lobten den Gott der Kinder Israel und sagten nicht mehr, daß sie hinauf wollten ziehen mit einem Heer wider sie, zu verderben das Land, darin die Kinder Ruben und Gad wohnten.
      34.      Und die Kinder Ruben und Gad hießen den Altar: Daß er Zeuge sei zwischen uns, daß der HERR Gott sei.

Das 23. Kapitel

      1.      Und nach langer Zeit, da der HERR hatte Israel zur Ruhe gebracht vor allen ihren Feinden umher und Josua nun alt und wohl betagt war,
      2.      berief er das ganze Israel, ihre Ältesten, Häupter, Richter und Amtleute, und sprach zu ihnen: Ich bin alt und wohl betagt,
      3.      und ihr habt gesehen alles, was der HERR, euer Gott, getan hat an allen diesen Völkern vor euch her; denn der HERR, euer Gott, hat selber für euch gestritten.
      4.      Seht, ich habe euch diese noch übrigen Völker durchs Los zugeteilt, einem jeglichen Stamm sein Erbteil, vom Jordan an, und alle Völker, die ich ausgerottet habe, und am großen Meer gegen der Sonne Untergang.
      5.      Und der HERR, euer Gott, wird sie ausstoßen vor euch und von euch vertreiben, daß ihr ihr Land einnehmt, wie euch der HERR, euer Gott, geredet hat.
      6.      So seid nun sehr getrost, daß ihr haltet und tut alles, was geschrieben steht im Gesetzbuch Mose’s, daß ihr nicht davon weicht, weder zur Rechten noch zur Linken,
      7.      auf daß ihr nicht unter diese übrigen Völker kommt, die bei euch sind, und nicht gedenkt noch schwört bei dem Namen ihrer Götter noch ihnen dient noch sie anbetet,
      8.      sondern dem HERRN, eurem Gott, anhangt, wie ihr bis auf diesen Tag getan habt.
      9.      Der HERR hat vor euch vertrieben große und mächtige Völker, und niemand hat euch widerstanden bis auf diesen Tag.
      10.      Euer einer jagt tausend; denn der HERR, euer Gott, streitet für euch, wie er euch geredet hat.
      11.      Darum so behütet aufs fleißigste eure Seelen, daß ihr dem HERRN, euren Gott, liebhabt.
      12.      Denn wo ihr euch umwendet und diesen Völkern anhangt und euch mit ihnen verheiratet, daß ihr unter sie und sie unter euch kommen:
      13.      so wisset, daß der HERR, euer Gott, wird nicht mehr alle diese Völker vor euch vertreiben; sondern sie werden euch zum Strick und Netz und zur Geißel in euren Seiten werden und zum Stachel in eure Augen, bis daß er euch umbringe hinweg von dem guten Lande, das euch der HERR, euer Gott, gegeben hat.
      14.      Siehe, ich gehe heute dahin wie alle Welt; und ihr sollt wissen von ganzem Herzen und von ganzer Seele, daß nicht ein Wort gefehlt hat an all dem Guten, das der HERR, euer Gott, euch verheißen hat. Es ist alles gekommen und keins ausgeblieben.
      15.      Gleichwie nun alles Gute gekommen ist, das der HERR, euer Gott, euch verheißen hat, also wird der HERR auch über euch kommen lassen alles Böse, bis er euch vertilge von diesem guten Land, das euch der HERR, euer Gott, gegeben hat,
      16.      wenn ihr übertretet den Bund des HERRN, eures Gottes, den er euch geboten hat, und hingeht und andern Göttern dient und sie anbetet, daß der Zorn des HERRN über euch ergrimmt und euch bald umbringt hinweg von dem guten Land, das er euch gegeben hat.

Das 24. Kapitel

      1.      Josua versammelte alle Stämme Israels gen Sichem und berief die Ältesten von Israel, die Häupter, Richter und Amtleute. Und da sie vor Gott getreten waren,
      2.      sprach er zum ganzen Volk: So sagt der HERR, der Gott Israels: Eure Väter wohnten vorzeiten jenseit des Stroms, Tharah, Abrahams und Nahors Vater, und dienten andern Göttern.
      3.      Da nahm ich euren Vater Abraham jenseit des Stroms und ließ ihn wandern im ganzen Land Kanaan und mehrte ihm seinen Samen und gab ihm Isaak.
      4.      Und Isaak gab ich Jakob und Esau und gab Esau das Gebirge Seir zu besitzen. Jakob aber und seine Kinder zogen hinab nach Ägypten.
      5.      Da sandte ich Mose und Aaron und plagte Ägypten, wie ich unter ihnen getan habe.
      6.      Darnach führte ich euch und eure Väter aus Ägypten. Und da ihr an das Meer kamt und die Ägypter euren Vätern nachjagten mit Wagen und Reitern ans Schilfmeer,
      7.      da schrieen sie zum HERRN; der setzte eine Finsternis zwischen euch und die Ägypter und führte das Meer über sie, und es bedeckte sie. Und eure Augen haben gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe. Und ihr habt gewohnt in der Wüste eine lange Zeit.
      8.      Und ich habe euch gebracht in das Land der Amoriter, die jenseit des Jordans wohnten; und da sie wider euch stritten, gab ich sie in eure Hände, daß ihr ihr Land besaßet, und vertilgte sie vor euch her.
      9.      Da machte sich auf Balak, der Sohn Zippors, der Moabiter König, und stritt wider Israel und sandte hin und ließ rufen Bileam, den Sohn Beors, daß er euch verfluchte.
      10.      Aber ich wollte ihn nicht hören. Und er segnete euch und ich errettete euch aus seinen Händen.
      11.      Und da ihr über den Jordan gingt und gen Jericho kamt, stritten wider euch die Bürger von Jericho, die Amoriter, Pheresiter, Kanaaniter, Hethiter, Girgasiter, Heviter und Jebusiter; aber ich gab sie in eure Hände.
      12.      Und sandte Hornissen vor euch her; die trieben sie aus vor euch her, die zwei Könige der Amoriter, nicht durch dein Schwert noch durch deinen Bogen.
      13.      Und ich habe euch ein Land gegeben, daran ihr nicht gearbeitet habt, und Städte, die ihr nicht gebaut habt, daß ihr darin wohnt und eßt von Weinbergen und Ölbäumen, die ihr nicht gepflanzt habt.
      14.      So fürchtet nun den HERRN und dient ihm treulich und rechtschaffen und laßt fahren die Götter, denen eure Väter gedient haben jenseit des Stroms und in Ägypten, und dient dem HERRN.
      15.      Gefällt es euch aber nicht, daß ihr dem HERRN dient, so erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt: den Göttern, denen eure Väter gedient haben jenseit des Stroms, oder den Göttern der Amoriter, in deren Land ihr wohnt. Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.
      16.      Da antwortete das Volk und sprach: Das sei ferne von uns, daß wir den HERRN verlassen und andern Göttern dienen !
      17.      Denn der HERR, unser Gott, hat uns und unsre Väter aus Ägyptenland geführt, aus dem Diensthause, und hat vor unsern Augen solche große Zeichen getan und uns behütet auf dem ganzen Weg, den wir gezogen sind, und unter allen Völkern, durch welche wir gezogen sind,
      18.      und hat ausgestoßen vor uns her alle Völker der Amoriter, die im Land wohnten. Darum wollen wir auch dem HERRN dienen; denn er ist unser Gott.
      19.      Josua sprach zu dem Volk: Ihr könnt dem HERRN nicht dienen; denn er ist ein heiliger Gott, ein eifriger Gott, der eurer Übertretungen und Sünden nicht schonen wird.
      20.      Wenn ihr aber den HERRN verlaßt und fremden Göttern dient, so wird er sich wenden und euch plagen und euch umbringen, nachdem er euch Gutes getan hat.
      21.      Das Volk aber sprach zu Josua: Nicht also, sondern wir wollen dem HERRN dienen.
      22.      Da sprach Josua zum Volk: Ihr seid Zeugen über euch, daß ihr den HERRN euch erwählt habt, daß ihr ihm dient. Und sie sprachen: Ja.
      23.      So tut nun von euch die fremden Götter, die unter euch sind, und neigt euer Herz zu dem HERRN, dem Gott Israels.
      24.      Und das Volk sprach zu Josua: Wir wollen dem HERRN, unserm Gott, dienen und seiner Stimme gehorchen.
      25.      Also machte Josua desselben Tages einen Bund mit dem Volk und legte ihnen Gesetze und Rechte vor zu Sichem.
      26.      Und Josua schrieb dies alles ins Gesetzbuch Gottes und nahm einen großen Stein und richtete ihn auf daselbst unter einer Eiche, die bei dem Heiligtum des HERRN war,
      27.      und sprach zum ganzen Volk: Siehe, dieser Stein soll Zeuge sein über uns, denn er hat gehört alle Rede des HERRN, die er uns geredet hat; und soll ein Zeuge über euch sein, daß ihr euren Gott nicht verleugnet.
      28.      Also ließ Josua das Volk gehen, einen jeglichen in sein Erbteil.
      29.      Und es begab sich nach dieser Geschichte, daß Josua, der Sohn Nuns, der Knecht des HERRN, starb, da er hundertundzehn Jahre alt war.
      30.      Und man begrub ihn in der Grenze seines Erbteils zu Thimnath-Serah, das auf dem Gebirge Ephraim liegt mitternachtwärts vom Berge Gaas.
      31.      Und Israel diente dem Herrn, solange Josua lebte und die Ältesten, welche noch lange Zeit lebten nach Josua, die alle die Werke des HERRN wußten, die er an Israel getan hatte.
      32.      Die Gebeine Josephs, welche die Kinder Israel hatten aus Ägypten gebracht, begruben sie zu Sichem in dem Stück Feld, das Jakob kaufte von den Kindern Hemors, des Vaters Sichems, um hundert Groschen und das der Kinder Josephs Erbteil ward.
      33.      Eleasar, der Sohn Aarons, starb auch, und sie begruben ihn zu Gibea, der Stadt seines Sohnes Pinehas, die ihm gegeben war auf dem Gebirge Ephraim.

RICHTER

Das 1. Kapitel

      1.      Nach dem Tod Josuas fragten die Kinder Israel den HERRN und sprachen: Wer soll unter uns zuerst hinaufziehen, Krieg zu führen wider die Kanaaniter?
      2.      Der HERR sprach: Juda soll hinaufziehen. Siehe, ich habe das Land in seine Hand gegeben.
      3.      Da sprach Juda zu seinem Bruder Simeon: Zieh mit mir hinauf in mein Los und laß uns wider die Kanaaniter streiten, so will ich wieder mit dir ziehen in dein Los. Also zog Simeon mit ihm.
      4.      Da nun Juda hinaufzog, gab der HERR die Kanaaniter und Pheresiter in ihre Hände, und sie schlugen zu Besek zehntausend Mann.
      5.      Und fanden den Adoni-Besek zu Besek und stritten wider ihn und schlugen die Kanaaniter und Pheresiter.
      6.      Aber Adoni-Besek floh, und sie jagten ihm nach; und da sie ihn ergriffen, hieben sie ihm die Daumen ab an seinen Händen und Füßen.
      7.      Da sprach Adoni-Besek: Siebzig Könige mit abgehauenen Daumen ihrer Hände und Füße lasen auf unter meinem Tisch. Wie ich nun getan habe, so hat mir Gott wieder vergolten. Und man brachte ihn gen Jerusalem; daselbst starb er.
      8.      Aber die Kinder Juda stritten wider Jerusalem und gewannen es und schlugen es mit der Schärfe des Schwerts und zündeten die Stadt an.
      9.      Darnach zogen die Kinder Juda herab, zu streiten wider die Kanaaniter, die auf dem Gebirge und gegen Mittag und in den Gründen wohnten.
      10.      Und Juda zog hin wider die Kanaaniter, die zu Hebron wohnten (Hebron aber hieß vorzeiten Kirjath-Arba), und sie schlugen den Sesai und Ahiman und Thalmai.
      11.      Und zogen von da wider die Einwohner zu Debir (Debir aber hieß vorzeiten Kirjath-Sepher).
      12.      Und Kaleb sprach: Wer Kirjath-Sepher schlägt und gewinnt, dem will ich meine Tochter Achsa zum Weibe geben.
      13.      Da gewann es Othniel, der Sohn des Kenas, Kalebs jüngerer Bruder. Und er gab ihm sein Tochter Achsa zum Weibe.
      14.      Und es begab sich, da sie einzog, beredete sie ihn, einen Acker zu fordern von ihrem Vater. Und sie stieg vom Esel; da sprach Kaleb zu ihr: Was ist dir?
      15.      Sie sprach: Gib mir einen Segen! Denn du hast mir ein Mittagsland gegeben; gib mir auch Wasserquellen! Da gab er ihr die Quellen oben und unten.
      16.      Und die Kinder des Keniters, Mose’s Schwagers, zogen herauf aus der Palmenstadt mit den Kindern Juda in die Wüste Juda, die da liegt gegen Mittag der Stadt Arad, und gingen hin und wohnten unter dem Volk.
      17.      Und Juda zog hin mit seinem Bruder Simeon, und schlugen die Kanaaniter zu Zephath und verbannten sie und nannten die Stadt Horma.
      18.      Dazu gewann Juda Gaza mit seinem Zugehör und Askalon mit seinem Zugehör und Ekron mit seinem Zugehör.
      19.      Und der HERR war mit Juda, daß er das Gebirge einnahm; denn er konnte die Einwohner im Grunde nicht vertreiben, darum daß sie eiserne Wagen hatten.
      20.      Und sie gaben dem Kaleb Hebron, wie Mose gesagt hatte; und er vertrieb daraus die drei Söhne des Enak.
      21.      Aber die Kinder Benjamin vertrieben die Jebusiter nicht, die zu Jerusalem wohnten; sondern die Jebusiter wohnten bei den Kindern Benjamin zu Jerusalem bis auf diesen Tag.
      22.      Desgleichen zogen auch die Kinder Joseph hinauf gen Beth-El, und der HERR war mit ihnen.
      23.      Und das Haus Josephs ließ auskundschaften Beth-El, das vorzeiten Lus hieß.
      24.      Und die Wächter sahen einen Mann aus der Stadt gehen und sprachen zu ihm: Weise uns, wo wir in die Stadt kommen, so wollen wir Barmherzigkeit an dir tun.
      25.      Und da er ihnen zeigte, wo sie in die Stadt kämen, schlugen sie die Stadt mit der Schärfe des Schwerts; aber den Mann und all sein Geschlecht ließen sie gehen.
      26.      Da zog derselbe Mann ins Land der Hethiter und baute eine Stadt und hieß sie Lus; die heißt noch heutigestages also.
      27.      Und Manasse vertrieb nicht Beth-Sean mit den zugehörigen Orten noch Thaanach mit den zugehörigen Orten noch die Einwohner zu Dor mit den zugehörigen Orten noch die Einwohner zu Jibleam mit den zugehörigen Orten noch die Einwohner zu Megiddo mit den zugehörigen Orten; und die Kanaaniter blieben wohnen im Land.
      28.      Da aber Israel mächtig war, machte es die Kanaaniter zinsbar und vertrieb sie nicht.
      29.      Desgleichen vertrieb auch Ephraim die Kanaaniter nicht, die zu Geser wohnten, sondern die Kanaaniter wohnten unter ihnen zu Geser.
      30.      Sebulon vertrieb auch nicht die Einwohner von Kitron und Nahalol; sondern die Kanaaniter wohnten unter ihnen und waren zinsbar.
      31.      Asser vertrieb die Einwohner zu Akko nicht noch die Einwohner zu Sidon, zu Ahelab, zu Achsib, zu Helba, zu Aphik und zu Rehob;
      32.      sondern die Asseriter wohnten unter den Kanaanitern, die im Lande wohnten, denn sie vertrieben sie nicht.
      33.      Naphthali vertrieb die Einwohner nicht zu Beth-Semes noch zu Beth-Anath, sondern wohnte unter den Kanaanitern, die im Lande wohnten. Aber die zu Beth-Semes und zu Beth-Anath wurden zinsbar.
      34.      Und die Amoriter drängten die Kinder Dan aufs Gebirge und ließen nicht zu, daß sie herunter in den Grund kämen.
      35.      Und die Amoriter blieben wohnen auf dem Gebirge Heres, zu Ajalon und Saalbim. Doch ward ihnen die Hand des Hauses Joseph zu schwer, und wurden zinsbar.
      36.      Und die Grenze der Amoriter war, da man nach Akrabbim hinaufgeht, von dem Fels an und weiter hinauf.

Das 2. Kapitel

      1.      Es kam aber der Engel des HERRN herauf von Gilgal gen Bochim und sprach: Ich habe euch aus Ägypten heraufgeführt und in das Land gebracht, das ich euren Vätern geschworen habe, und sprach, ich wollte meinen Bund mit euch nicht brechen ewiglich;
      2.      ihr aber solltet keinen Bund machen mit den Einwohnern dieses Landes und ihre Altäre zerbrechen. Aber ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht. Warum habt ihr das getan ?
      3.      Da sprach ich auch: Ich will sie nicht vertreiben vor euch, daß sie euch zum Strick werden und ihre Götter zum Netz.
      4.      Und da der Engel des HERRN solche Worte geredet hatte zu allen Kinder Israel, hob das Volk seine Stimme auf und weinte,
      5.      und hießen die Stätte Bochim und opferten daselbst dem HERRN.
      6.      Als Josua das Volk von sich gelassen hatte und die Kinder Israel hingezogen waren, ein jeglicher in sein Erbteil, das Land einzunehmen,
      7.      diente das Volk dem HERRN, solange Josua lebte und die Ältesten, die noch lange nach Josua lebten und alle die großen Werke des HERRN gesehen hatten, die er getan hatte.
      8.      Da nun Josua, der Sohn Nuns, gestorben war, der Knecht des HERRN, als er hundertundzehn Jahre alt war,
      9.      begruben sie ihn in den Grenzen seines Erbteile zu Thimnath-Heres auf dem Gebirge Ephraim, mitternachtwärts vom Berge Gaas.
      10.      Da auch alle, die zu der Zeit gelebt hatten, zu ihren Vätern versammelt wurden, kam nach ihnen ein andres Geschlecht auf, das den HERRN nicht kannte noch sein Werke, die er an Israel getan hatte.
      11.      Da taten die Kinder Israel übel vor dem HERRN und dienten den Baalim
      12.      und verließen den HERRN, ihrer Väter Gott, der sie aus Ägyptenland geführt hatte, und folgten andern Göttern nach von den Göttern der Völker, die um sie her wohnten, und beteten sie an und erzürnten den HERRN;
      13.      denn sie verließen je und je den HERRN und dienten Baal und den Astharoth.
      14.      So ergrimmte der Zorn des HERRN über Israel und gab sie in die Hand der Räuber, daß diese sie beraubten, und verkaufte sie in die Hände ihrer Feinde umher. Und sie konnten nicht mehr ihren Feinden widerstehen;
      15.      sondern wo sie hinaus wollten, da war des HERRN Hand wider sie zum Unglück, wie denn der HERR ihnen gesagt und geschworen hatte. Und sie wurden hart gedrängt.
      16.      Wenn dann der HERR Richter auferweckte, die ihnen halfen aus der Räuber Hand,
      17.      so gehorchten sie den Richtern auch nicht, sondern liefen andern Göttern nach und beteten sie an und wichen bald von dem Weg, darauf ihre Väter gegangen waren, des HERRN Geboten zu gehorchen, und taten nicht wie dieselben.
      18.      Wenn aber der HERR ihnen Richter erweckte, so war der HERR mit dem Richter und half ihnen aus ihrer Feinde Hand, solange der Richter lebte. Denn es jammerte den HERRN ihr Wehklagen über die, so sie zwangen und drängten.
      19.      Wenn aber der Richter starb, so wandten sie sich und verderbten es mehr denn ihre Väter, daß sie andern Göttern folgten, ihnen zu dienen und sie anzubeten; sie ließen nicht von ihrem Vornehmen noch von ihrem halsstarrigen Wesen.
      20.      Darum ergrimmte denn des HERRN Zorn über Israel, daß er sprach: Weil dies Volk meinen Bund übertreten hat, den ich ihren Vätern geboten habe, und gehorchen meiner Stimme nicht,
      21.      so will ich auch hinfort die Heiden nicht vertreiben, die Josua hat gelassen, da er starb,
      22.      daß ich Israel durch sie versuche, ob sie auf dem Wege des HERRN bleiben, daß sie darin wandeln, wie ihre Väter geblieben sind, oder nicht.
      23.      Also ließ der HERR diese Heiden, daß er sie nicht bald vertrieb, die er nicht hatte in Josuas Hand übergeben.

Das 3. Kapitel

      1.      Dies sind die Heiden, die der HERR ließ bleiben, daß er durch sie Israel versuchte, alle, die nicht wußten um die Kriege Kanaans,
      2.      und daß die Geschlechter der Kinder Israel wüßten und lernten streiten, die zuvor nichts darum wußten,
      3.      nämlich die fünf Fürsten der Philister und alle Kanaaniter und Sidonier und Heviter, die am Berg Libanon wohnten, von dem Berg Baal-Hermon an, bis wo man kommt gen Hamath.
      4.      Dieselben blieben, Israel durch sie zu versuchen, daß es kund würde, ob sie den Geboten des HERRN gehorchten, die er ihren Vätern geboten hatte durch Mose.
      5.      Da nun die Kinder Israel also wohnten unter den Kanaanitern, Hethitern, Amoritern, Pheresitern, Hevitern und Jebusitern,
      6.      nahmen sie jener Töchter zu Weibern und gaben ihre Töchter jener Söhnen und dienten jener Göttern.
      7.      Und die Kinder Israel taten übel vor dem HERRN und vergaßen des HERRN, ihres Gottes, und dienten den Baalim und den Ascheroth.
      8.      Da ergrimmte der Zorn des HERRN über Israel, und er verkaufte sie unter die Hand Kusan-Risathaims, des Königs von Mesopotamien; und dienten also die Kinder Israel dem Kusan-Risathaim acht Jahre.
      9.      Da schrieen die Kinder Israel zu dem HERRN; und der HERR erweckte ihnen einen Heiland, der sie erlöste; Othniel, den Sohn Kenas, Kalebs jüngsten Bruder.
      10.      Und der Geist des HERRN kam auf ihn, und er ward Richter in Israel und zog aus zum Streit. Und der HERR gab den König von Mesopotamien, Kusan-Risathaim, in seine Hand, daß seine Hand über ihn zu stark ward.
      11.      Da ward das Land still vierzig Jahre. Und Othniel, der Sohn Kenas, starb.
      12.      Aber die Kinder Israel taten fürder übel vor dem HERRN. Da stärkte der HERR den Eglon, den König der Moabiter, wider Israel, darum daß sie übel taten vor dem HERRN.
      13.      Und er sammelte zu sich die Kinder Ammon und die Amalekiter und zog hin und schlug Israel und nahm ein die Palmenstadt.
      14.      Und die Kinder Israel dienten Eglon, dem König der Moabiter, achtzehn Jahre.
      15.      Da schrieen sie zu dem HERRN; und der HERR erweckte ihnen einen Heiland: Ehud, den Sohn Geras, den Benjaminiten, der war links. Und da die Kinder Israel durch ihn Geschenk sandten Eglon, dem König der Moabiter,
      16.      machte sich Ehud ein zweischneidig Schwert, eine Elle lang, und gürtete es unter sein Kleid auf seine rechte Hüfte
      17.      und brachte das Geschenk dem Eglon, dem König der Moabiter. Eglon aber war ein sehr fetter Mann.
      18.      Und da er das Geschenk hatte überantwortet, ließ er das Volk von sich, die das Geschenk getragen hatten,
      19.      und kehrte um von den Götzen zu Gilgal und ließ ansagen: Ich habe, o König, dir was Heimliches zu sagen. Er aber hieß schweigen, und gingen aus von ihm alle, die um ihn standen.
      20.      Und Ehud kam zu ihm hinein. Er aber saß oben in der Sommerlaube, die für ihn allein war. Und Ehud sprach: Ich habe Gottes Wort an dich. Da stand er auf vom Stuhl.
      21.      Ehud aber reckte seine linke Hand aus und nahm das Schwert von seiner rechten Hüfte und stieß es ihm in seinen Bauch,
      22.      daß auch das Heft der Schneide nach hineinfuhr und das Fett das Heft verschloß; denn er zog das Schwert nicht aus seinem Bauch.
      23.      Aber Ehud ging zum Saal hinaus und tat die Tür der Sommerlaube hinter sich zu und verschloß sie.
      24.      Da er nun hinaus war, kamen seine Knechte und sahen, daß die Tür verschlossen war, und sprachen: Er ist vielleicht zu Stuhl gegangen in der Kammer an der Sommerlaube.
      25.      Da sie aber so lange harrten, bis sie sich schämten (denn niemand tat die Tür der Laube auf ), nahmen sie den Schlüssel und schlossen auf; siehe, da lag ihr Herr auf der Erde tot.
      26.      Ehud aber war entronnen, dieweil sie verzogen, und ging an den Götzen vorüber und entrann bis gen Seira.
      27.      Und da er hineinkam, blies er die Posaune auf dem Gebirge Ephraim. Und die Kinder Israel zogen mit ihm vom Gebirge und er vor ihnen her,
      28.      und sprach zu ihnen: Jagt mir nach; denn der HERR hat euch die Moabiter, eure Feinde, in eure Hände gegeben ! Und sie jagten ihm nach und gewannen die Furten am Jordan, die gen Moab gehen, und ließen niemand hinüber
      29.      und schlugen die Moabiter zu der Zeit, bei zehntausend Mann, allzumal die besten und streitbare Männer, daß nicht einer entrann.
      30.      Also wurden die Moabiter zu der Zeit unter die Hand der Kinder Israel gedämpft. Und das Land war still achtzig Jahre.
      31.      Darnach war Samgar, der Sohn Anaths; der schlug sechshundert Philister mit einem Ochsenstecken, und auch er erlöste Israel.

Das 4. Kapitel

      1.      Aber die Kinder Israel taten fürder übel vor dem HERRN, da Ehud gestorben war.
      2.      Und der HERR verkaufte sie in die Hand Jabins, des Königs der Kanaaniter, der zu Hazor saß; und sein Feldhauptmann war Sisera, und er wohnte zu Haroseth der Heiden.
      3.      Und die Kinder Israel schrieen zum HERRN; denn er hatte neunhundert eiserne Wagen und zwang die Kinder Israel mit Gewalt zwanzig Jahre.
      4.      Zu der Zeit war Richterin in Israel die Prophetin Debora, das Weib Lapidoths.
      5.      Und sie wohnte unter der Palme Deboras zwischen Rama und Beth-El auf dem Gebirge Ephraim. Und die Kinder Israel kamen zu ihr hinauf vor Gericht.
      6.      Diese sandte hin und ließ rufen Barak, den Sohn Abinoams von Kedes-Naphthali, und ließ ihm sagen: Hat dir nicht der HERR, der Gott Israels, geboten: Gehe hin und zieh auf den Berg Thabor und nimm zehntausend Mann mit dir von den Kindern Naphthali und Sebulon?
      7.      Denn ich will Sisera, den Feldhauptmann Jabins, zu dir ziehen an das Wasser Kison mit seinen Wagen und mit seiner Menge und will ihn in deine Hände geben.
      8.      Barak sprach zu ihr: Wenn du mit mir ziehst, so will ich ziehen; ziehst du aber nicht mit mir, so will ich nicht ziehen.
      9.      Sie sprach: Ich will mit dir ziehen, aber der Preis wird nicht dein sein auf dieser Reise, die du tust, sondern der HERR wird Sisera in eines Weibes Hand übergeben. Also machte sich Debora auf und zog mit Barak gen Kedes.
      10.      Da rief Barak Sebulon und Naphthali gen Kedes, und es zogen hinauf ihm nach zehntausend Mann. Debora zog auch mit ihm.
      11.      [Heber aber, der Keniter, war von den Kenitern, von den Kindern Hobabs, Mose’s Schwagers, weggezogen und hatte seine Hütte aufgeschlagen bei den Eichen zu Zaanannim neben Kedes.)
      12.      Da ward Sisera angesagt, daß Barak, der Sohn Abinoams, auf den Berg Thabor gezogen wäre.
      13.      Und er rief alle seine Wagen zusammen, neunhundert eiserne Wagen, und alles Volk, das mit ihm war, von Haroseth der Heiden an das Wasser Kison.
      14.      Debora aber sprach zu Barak: Auf ! das ist der Tag, da dir der HERR den Sisera hat in deine Hand gegeben; denn der HERR wird vor dir her ausziehen. Also zog Barak von dem Berge Thabor herab und die zehntausend Mann ihm nach.
      15.      Aber der HERR erschreckte den Sisera samt allen seinen Wagen und ganzem Heer vor der Schärfe des Schwertes Baraks, daß Sisera von seinem Wagen sprang und floh zu Fuß.
      16.      Barak aber jagte nach den Wagen und dem Heer bis gen Haroseth der Heiden. Und alles Heer Siseras fiel vor der Schärfe des Schwerts, daß nicht einer übrigblieb.
      17.      Sisera aber floh zu Fuß in die Hütte Jaels, des Weibes Hebers, des Keniters. Denn der König Jabin zu Hazor und das Haus Hebers, des Keniters, standen miteinander im Frieden.
      18.      Jael aber ging heraus, Sisera entgegen, und sprach zu ihm: Weiche, mein Herr, weiche zu mir und fürchte dich nicht! Und er wich zu ihr in die Hütte, und sie deckte ihn zu mit einer Decke.
      19.      Er aber sprach zu ihr: Gib mir doch ein wenig Wasser zu trinken, denn mich dürstet. Da tat sie auf einen Milchtopf und gab ihm zu trinken und deckte ihn zu.
      20.      Und er sprach zu ihr: Tritt in der Hütte Tür, und wenn jemand kommt und fragt, ob jemand hier sei, so sprich: Niemand.
      21.      Da nahm Jael, das Weib Hebers, einen Nagel von der Hütte und einen Hammer in ihre Hand und ging leise zu ihm hinein und schlug ihm den Nagel durch seine Schläfe, daß er in die Erde drang. Er aber war entschlummert, ward ohnmächtig und starb.
      22.      Da aber Barak Sisera nachjagte, ging Jael heraus, ihm entgegen, und sprach zu ihm: Gehe her! ich will dir den Mann zeigen, den du suchst. Und da er zu ihr hineinkam, lag Sisera tot, und der Nagel steckte in seiner Schläfe.
      23.      Also dämpfte Gott zu der Zeit Jabin, der Kanaaniter König, vor den Kindern Israel.
      24.      Und die Hand der Kinder Israel ward immer stärker wider Jabin, der Kanaaniter König, bis sie ihn ausrotteten.

Das 5. Kapitel

      1.      Da sang Debora und Barak, der Sohn Abinoams, zu der Zeit und sprachen:
      2.      Lobet den HERRN, daß Israel wieder frei geworden ist und das Volk willig dazu gewesen ist.
      3.      Höret zu, ihr Könige, und merket auf, ihr Fürsten ! Ich will, dem HERRN will ich singen; dem HERRN, dem Gott Israels, will ich spielen.
      4.      HERR, da du von Seir auszogst und einhergingst vom Felde Edoms, da erzitterte die Erde, der Himmel troff, und die Wolken troffen von Wasser.
      5.      Die Berge ergossen sich vor dem HERRN, der Sinai vor dem HERRN, dem Gott Israels.
      6.      Zu den Zeiten Samgars, des Sohnes Anaths, zu den Zeiten Jaels waren verlassen die Wege; und die da auf Straßen gehen sollten, die wandelten durch krumme Wege.
      7.      Es gebrach, an Regiment gebrach’s in Israel, bis daß ich, Debora, aufkam, bis ich aufkam, eine Mutter in Israel.
      8.      Ein Neues hat Gott erwählt, er hat die Tore bestritten. Es war kein Schild noch Speer unter vierzigtausend in Israel zu sehen.
      9.      Mein Herz ist mit den Gebietern Israels, mit denen, die willig waren unter dem Volk. Lobet den HERRN!
      10.      Die ihr auf schönen Eselinnen reitet, die ihr auf Teppichen sitzet, und die ihr auf dem Wege gehet: singet !
      11.      Da die Schützen schreien zwischen den Schöpf-Rinnen, da sage man von der Gerechtigkeit des HERRN, von der Gerechtigkeit seines Regiments in Israel. Da zog des HERRN Volk herab zu den Toren.
      12.      Wohlauf, wohlauf, Debora! Wohlauf, wohlauf, und singe ein Lied! Mache dich auf, Barak, und fange deine Fänger, du Sohn Abinoams!
      13.      Da zog herab, was übrig war von Herrlichen im Volk; der HERR zog mit mir herab unter den Helden.
      14.      Aus Ephraim die, so ihre Wurzel haben in Amalek, und nach dir Benjamin in deinem Volk; von Machir zogen Gebieter herab und von Sebulon, die den Führerstab hielten.
      15.      Und Fürsten zu Isaschar waren mit Debora. Und Isaschar war wie Barak, in den Grund gesandt ihm nach. Ruben hielt hoch von sich und sonderte sich von uns.
      16.      Warum bleibst du zwischen den Hürden, zu hören das Blöken der Herden, und hältst groß von dir und sonderst dich von uns?
      17.      Gilead blieb jenseit des Jordans. Und warum wohnt Dan unter den Schiffen? Asser saß an der Anfurt des Meers und blieb an seinen zerrissenen Ufern.
      18.      Sebulons Volk aber wagte seinen Seele in den Tod, Naphthali auch auf der Höhe des Gefildes.
      19.      Die Könige kamen und stritten; da stritten die Könige der Kanaaniter zu Thaanach am Wasser Megiddos; aber sie brachten keinen Gewinn davon.
      20.      Vom Himmel ward wider sie gestritten; die Sterne in ihren Bahnen stritten wider Sisera.
      21.      Der Bach Kison wälzte sie, der Bach Kedumin, der Bach Kison. Tritt, meine Seele, auf die Starken!
      22.      Da rasselten der Pferde Füße von dem Jagen ihrer mächtigen Reiter.
      23.      Fluchet der Stadt Meros, sprach der Engel des HERRN; fluchet ihren Bürgern, daß sie nicht kamen dem HERRN zu Hilfe, zu Hilfe dem HERRN unter den Helden!
      24.      Gesegnet sei unter den Weibern Jael, das Weib Hebers, des Keniters; gesegnet sei sie in der Hütte unter den Weibern!
      25.      Milch gab sie, da er Wasser forderte, und Butter brachte sie dar in einer herrlichen Schale.
      26.      Sie griff mit ihrer Hand den Nagel und mit ihrer Rechten den Schmiedhammer und schlug Sisera durch sein Haupt und zerquetschte und durchbohrte seine Schläfe.
      27.      Zu ihren Füßen krümmte er sich, fiel nieder und legte sich; er krümmte sich, fiel nieder zu ihren Füßen; wie er sich krümmte, so lag er verderbt.
      28.      Die Mutter Siseras sah zum Fenster hinaus und heulte durchs Gitter: Warum verzieht sein Wagen, daß er nicht kommt ? Wie bleiben die Räder seiner Wagen so dahinten ?
      29.      Die weisesten unter ihren Frauen antworteten, da sie ihre Klageworte immer wiederholte:
      30.      Sollen sie denn nicht finden und austeilen den Raub, einem jeglichen Mann eine Dirne oder zwei zur Ausbeute und Sisera bunte gestickte Kleider zur Ausbeute, gestickte bunte Kleider um dem Hals zur Ausbeute?
      31.      Also müssen umkommen, HERR, alle deine Feinde ! Die ihn aber liebhaben, müssen sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer Macht!-Und das Land war still vierzig Jahre.

Das 6. Kapitel

      1.      Und da die Kinder Israel übel taten vor dem HERRN, gab sie der HERR unter die Hand der Midianiter sieben Jahre.
      2.      Und da der Midianiter Hand zu stark ward über Israel, machten die Kinder Israel für sich Klüfte in den Gebirgen und Höhlen und Festungen.
      3.      Und wenn Israel etwas säte, so kamen die Midianiter und Amalekiter und die aus dem Morgenlande herauf über sie
      4.      und lagerten sich wider sie und verderbten das Gewächs auf dem Lande bis hinan gen Gaza und ließen nichts übrig von Nahrung in Israel, weder Schafe noch Ochsen noch Esel.
      5.      Denn sie kamen herauf mit ihrem Vieh und Hütten wie eine große Menge Heuschrecken, daß weder sie noch ihre Kamele zu zählen waren, und fielen ins Land, daß sie es verderbten.
      6.      Also war Israel sehr gering vor den Midianitern. Da schrieen die Kinder Israel zu dem HERRN.
      7.      Als sie aber zu dem HERRN schrieen um der Midianiter willen,
      8.      sandte der HERR einen Propheten zu ihnen, der sprach zu ihnen: So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe euch aus Ägypten geführt und aus dem Diensthause gebracht
      9.      und habe euch errettet von der Ägypter Hand und von der Hand aller, die euch drängten, und habe sie vor euch her ausgestoßen und ihr Land euch gegeben
      10.      und sprach zu euch: Ich bin der HERR, euer Gott; fürchtet nicht der Amoriter Götter, in deren Lande ihr wohnt. Und ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht.
      11.      Und der Engel des HERRN kam und setzte sich unter eine Eiche zu Ophra, die war des Joas, des Abiesriters; und sein Sohn Gideon drosch Weizen in der Kelter, daß er ihn bärge vor den Midianitern.
      12.      Da erschien ihm der Engel des HERRN und sprach zu ihm: Der HERR mit dir, du streitbarer Held!
      13.      Gideon aber sprach zu ihm: Mein Herr, ist der HERR mit uns, warum ist uns denn solches alles widerfahren ? Und wo sind alle die Wunder, die uns unsre Väter erzählten und sprachen: Der HERR hat uns aus Ägypten geführt ? Nun aber hat uns der HERR verlassen und unter der Midianiter Hände gegeben.
      14.      Der HERR aber wandte sich zu ihm und sprach: Gehe hin in dieser deiner Kraft; du sollst Israel erlösen aus der Midianiter Händen. Siehe, ich habe dich gesandt.
      15.      Er aber sprach zu ihm: Mein Herr, womit soll ich Israel erlösen ? Siehe, meine Freundschaft ist die geringste in Manasse, und ich bin der Kleinste in meines Vaters Hause.
      16.      der HERR aber sprach zu ihm: Ich will mit dir sein, daß du die Midianiter schlagen sollst wie einen einzelnen Mann.
      17.      Er aber sprach zu ihm: Habe ich Gnade vor dir gefunden, so mache mir doch ein Zeichen, daß du es seist, der mit mir redet;
      18.      weiche nicht, bis ich zu dir komme und bringe mein Speisopfer und es vor dir hinlege. Er sprach: Ich will bleiben bis daß du wiederkommst.
      19.      Und Gideon kam und richtete zu ein Ziegenböcklein und ein Epha ungesäuerten Mehls und legte das Fleisch in einen Korb und tat die Brühe in einen Topf und brachte es zu ihm heraus unter die Eiche und trat herzu.
      20.      Aber der Engel Gottes sprach zu ihm: Nimm das Fleisch und das Ungesäuerte und lege es hin auf den Fels, der hier ist, und gieß die Brühe aus. Und er tat also.
      21.      Da reckte der Engel des HERRN den Stecken aus, den er in der Hand hatte, und rührte mit der Spitze das Fleisch und das Ungesäuerte an. Und das Feuer fuhr aus dem Fels und verzehrte das Fleisch und das Ungesäuerte. Und der Engel des HERRN verschwand aus seinen Augen.
      22.      Da nun Gideon sah, daß es der Engel des HERRN war, sprach er: Ach HERR HERR! habe ich also den Engel des HERRN von Angesicht gesehen ?
      23.      Aber der HERR sprach zu ihm: Friede sei mit dir! Fürchte dich nicht; du wirst nicht sterben.
      24.      Da baute Gideon daselbst dem HERRN einen Altar und hieß ihn: Der HERR ist der Friede. Der steht noch bis auf diesen heutigen Tag zu Ophra, der Stadt der Abiesriter.
      25.      Und in derselben Nacht sprach der HERR zu ihm: Nimm einen Farren unter den Ochsen, die deines Vaters sind, und einen andern Farren, der siebenjährig ist, und zerbrich den Altar Baals, der deines Vaters ist, und haue um das Ascherabild, das dabei steht,
      26.      und baue dem HERRN, deinem Gott, oben auf der Höhe dieses Felsens einen Altar und rüste ihn zu und nimm den andern Farren und opfere ein Brandopfer mit dem Holz des Ascherabildes, das du abgehauen hast.
      27.      Da nahm Gideon zehn Männer aus seinen Knechten und tat, wie ihm der HERR gesagt hatte. Aber er fürchtete sich, solches zu tun des Tages, vor seines Vaters Haus und den Leuten in der Stadt, und tat’s bei der Nacht.
      28.      Da nun die Leute in der Stadt des Morgens früh aufstanden, siehe, da war der Altar Baals zerbrochen und das Ascherabild dabei abgehauen und der andere Farre ein Brandopfer auf dem Altar, der gebaut war.
      29.      Und einer sprach zu dem andern: Wer hat das getan ? Und da sie suchten und nachfragten, ward gesagt: Gideon, der Sohn des Joas, hat das getan.
      30.      Da sprachen die Leute der Stadt zu Joas: Gib deinen Sohn heraus; er muß sterben, daß er den Altar Baals zerbrochen und das Ascherabild dabei abgehauen hat.
      31.      Joas aber sprach zu allen, die bei ihm standen: Wollt ihr um Baal hadern? Wollt ihr ihm helfen ? Wer um ihn hadert, der soll dieses Morgens sterben. Ist er Gott, so rechte er um sich selbst, daß sein Altar zerbrochen ist.
      32.      Von dem Tag an hieß man ihn Jerubbaal und sprach: Baal rechte mit ihm, daß er seinen Altar zerbrochen hat.
      33.      Da nun alle Midianiter und Amalekiter und die aus dem Morgenland sich zuhauf versammelt hatten und zogen herüber und lagerten sich im Grunde Jesreel,
      34.      erfüllte der Geist des HERRN den Gideon; und er ließ die Posaune blasen und rief die Abiesriter, daß sie ihm folgten,
      35.      und sandte Botschaft zu ganz Manasse und rief sie an, daß sie ihm auch nachfolgten. Er sandte auch Botschaft zu Asser und Sebulon und Naphthali; die kamen herauf, ihm entgegen.
      36.      Und Gideon sprach zu Gott: Willst du Israel durch meine Hand erlösen, wie du geredet hast,
      37.      so will ich ein Fell mit der Wolle auf die Tenne legen. Wird der Tau auf dem Fell allein sein und die ganze Erde umher trocken, so will ich merken, daß du Israel erlösen wirst durch meine Hand, wie du geredet hast.
      38.      Und es geschah also. Und da er des andern Morgens früh aufstand, drückte er den Tau aus vom Fell und füllte eine Schale voll des Wassers.
      39.      Und Gideon sprach zu Gott: Dein Zorn ergrimme nicht wider mich, daß ich noch einmal rede. Ich will’s nur noch einmal versuchen mit dem Fell. Es sei allein auf dem Fell trocken und der Tau auf der ganzen Erde.
      40.      Und Gott tat also dieselbe Nacht, daß es trocken war allein auf dem Fell und Tau auf der ganzen Erde.

Das 7. Kapitel

      1.      Da machte sich Jerubbaal, das ist Gideon, früh auf und alles Volk, das mit ihm war, und lagerten sich an den Brunnen Harod, daß er das Heer der Midianiter hatte gegen Mitternacht vom dem Hügel More im Grund.
      2.      Der HERR aber sprach zu Gideon: Des Volks ist zu viel, das mit dir ist, daß ich sollte Midian in ihre Hände geben; Israel möchte sich rühmen wider mich und sagen: Meine Hand hat mich erlöst.
      3.      So laß nun ausrufen vor den Ohren des Volks und sagen: Wer blöde und verzagt ist, der kehre um und hebe sich alsbald vom Gebirge Gilead. Da kehrten des Volks um bei zweiundzwanzigtausend, daß nur zehntausend übrigblieben.
      4.      Und der HERR sprach zu Gideon: Des Volks ist noch zu viel. Führe sie sie hinab ans Wasser, daselbst will ich sie dir prüfen. Und von welchem ich dir sagen werde, daß er mit dir ziehen soll, der soll mit dir ziehen; von welchem aber ich sagen werde, daß er nicht mit dir ziehen soll, der soll nicht ziehen.
      5.      Und er führte das Volk hinab ans Wasser. Und der HERR sprach zu Gideon: Wer mit seiner Zunge Wasser leckt, wie ein Hund leckt, den stelle besonders; des gleichen wer auf seine Kniee fällt, zu trinken.
      6.      Da war die Zahl derer, die geleckt hatten aus der Hand zum Mund, dreihundert Mann; das andere Volk alles hatte knieend getrunken.
      7.      Und der HERR sprach zu Gideon: Durch die dreihundert Mann, die geleckt haben, will ich euch erlösen und die Midianiter in deine Hände geben; aber das andere Volk laß alles gehen an seinen Ort.
      8.      Und sie nahmen Zehrung für das Volk mit sich und ihre Posaunen. Aber die andern Israeliten ließ er alle gehen, einen jeglichen in seine Hütte; die dreihundert Mann aber behielt er. Und das Heer der Midianiter lag unten vor ihm im Grunde.
      9.      Und der HERR sprach in derselben Nacht zu ihm: Stehe auf und gehe hinab zum Lager; denn ich habe es in deine Hände gegeben.
      10.      Fürchtest du dich aber hinabzugehen, so laß deinen Diener Pura mit dir hinabgehen zum Lager,
      11.      daß du hörst, was sie reden. Darnach werden deine Hände stark sein, und du wirst hinabziehen zum Lager. Da ging Gideon mit seinem Diener Pura hinab vorn an den Ort der Schildwächter, die im Lager waren.
      12.      Und die Midianiter und Amalekiter und alle aus dem Morgenland hatten sich niedergelegt im Grunde wie eine große Menge Heuschrecken; und ihre Kamele waren nicht zu zählen vor der Menge wie der Sand am Ufer des Meers.
      13.      Da nun Gideon kam, siehe, da erzählte einer einem andern einen Traum und sprach: Siehe, mir hat geträumt: mich deuchte, ein geröstetes Gerstenbrot wälzte sich zum Heer der Midianiter; und da es kam an die Gezelte, schlug es dieselben und warf sie nieder und kehrte sie um, das Oberste zu unterst, daß das Gezelt lag.
      14.      Da antwortete der andere: Das ist nichts anderes denn das Schwert Gideons, des Sohnes Joas, des Israeliten. Gott hat die Midianiter in seine Hände gegeben mit dem ganzen Heer.
      15.      Da Gideon den hörte solchen Traum erzählen und seine Auslegung, betete er an und kam wieder ins Heer Israels und sprach: Macht euch auf, denn der HERR hat das Heer der Midianiter in eure Hände gegeben.
      16.      und er teilte die dreihundert Mann in drei Haufen und gab einem jeglichen eine Posaune in seine Hand und leere Krüge mit Fackeln darin
      17.      und sprach zu ihnen: Seht auf mich und tut auch also; und siehe, wenn ich vor das Lager komme, wie ich tue so tut ihr auch.
      18.      Wenn ich die Posaune blase und alle, die mit mir sind, so sollt ihr auch die Posaune blasen ums ganze Heer und sprechen: Hie HERR und Gideon!
      19.      Also kam Gideon und hundert Mann mit ihm vor das Lager, zu Anfang der mittelsten Nachtwache, da sie eben die Wächter aufgestellt hatten, und bliesen mit Posaunen und zerschlugen die Krüge in ihren Händen.
      20.      Also bliesen alle drei Haufen mit Posaunen und zerbrachen die Krüge. Sie hielten aber die Fackeln in ihrer linken Hand und die Posaunen in ihrer rechten Hand, daß sie bliesen und riefen: Hie Schwert des HERRN und Gideons!
      21.      Und ein jeglicher stand auf seinem Ort um das Lager her. Da ward das ganze Heer laufend, und schrieen und flohen.
      22.      Und indem die dreihundert Mann bliesen die Posaunen, schaffte der HERR, daß sie im ganzen Heer eines jeglichen Schwert wider den andern war. Und das Heer floh bis Beth-Sitta gen Zereda, bis an die Grenze von Abel-Mehola bei Tabbath.
      23.      Und die Männer Israels von Naphthali, von Asser und vom ganzen Manasse wurden zuhauf gerufen und jagten den Midianitern nach.
      24.      Und Gideon sandte Botschaft auf das ganze Gebirge Ephraim und ließ sagen: Kommt herab, den Midanitern entgegen, und gewinnt das Wasser vor ihnen bis gen Beth-Bara und auch den Jordan. Da eilten zusammen alle, die von Ephraim waren, und gewannen das Wasser vor ihnen bis gen Beth-Bara und den Jordan
      25.      und fingen zwei Fürsten der Midianiter, Oreb und Seeb, und erwürgten Oreb auf dem Fels Oreb und Seeb in der Kelter Seeb, und jagten die Midianiter und brachten die Häupter Orebs und Seebs zu Gideon über den Jordan.

Das 8. Kapitel

      1.      Und die Männer von Ephraim sprachen zu ihm: Warum hast du uns das getan, daß du uns nicht riefst, da du in den Streit zogst wider die Midianiter? Und zankten mit ihm heftig.
      2.      Er aber sprach zu ihnen: Was habe ich jetzt getan, das eurer Tat gleich sei? Ist nicht die Nachlese Ephraims besser denn die ganze Weinernte Abiesers?
      3.      Gott hat die Fürsten der Midianiter, Oreb und Seeb, in eure Hände gegeben. Wie hätte ich können das tun, was ihr getan habt? Da er solches redete, ließ ihr Zorn von ihm ab.
      4.      Da nun Gideon an den Jordan kam, ging er hinüber mit den dreihundert Mann, die bei ihm waren; die waren müde und jagten nach.
      5.      Und er sprach zu den Leuten von Sukkoth: Gebt doch dem Volk, das unter mir ist, etliche Brote; denn sie sind müde, daß ich nachjagte den Königen der Mididaniter, Sebah und Zalmuna.
      6.      Aber die Obersten zu Sukkoth sprachen: Sind die Fäuste Sebahs und Zalmunas schon in deinen Händen, daß wir deinem Heer sollen Brot geben ?
      7.      Gideon sprach: Wohlan, wenn der HERR Sebah und Zalmuna in meine Hand gibt, will ich euer Fleisch mit Dornen aus der Wüste und mit Hecken zerdreschen.
      8.      Und er zog von da hinauf gen Pnuel und redete auch also zu ihnen. Und die Leute zu Pnuel antworteten ihm gleich wie die zu Sukkoth.
      9.      Und er sprach auch zu den Leuten zu Pnuel: Komme ich mit Frieden wieder, so will ich diesen Turm zerbrechen.
      10.      Sebah aber und Zalmuna waren zu Karkor und ihr Heer mit ihnen, bei fünfzehntausend, alle, die übriggeblieben waren vom ganzen Heer derer aus Morgenland; denn hundertzwanzigtausend waren gefallen, die das Schwert ausziehen konnten.
      11.      Und Gideon zog hinauf auf der Straße derer, die in Hütten wohnten, gegen Morgen von Nobah und Jogbeha, und schlug das Heer, denn das Heer war sicher.
      12.      Und Sebah und Zalmuna flohen; aber er jagte ihnen nach und fing die zwei Könige der Midianiter, Sebah und Zalmuna, und schreckte das ganze Heer.
      13.      Da nun Gideon, der Sohn Joas, wiederkam vom Streit, ehe die Sonne heraufgekommen war,
      14.      fing er einen Knaben aus den Leuten zu Sukkoth und fragte ihn; der schrieb ihm auf die Obersten zu Sukkoth und ihre Ältesten, siebenundsiebzig Mann.
      15.      Und er kam zu den Leuten zu Sukkoth und sprach: Siehe, hier ist Sebah und Zalmuna, über welchen ihr mein spottetet und spracht: Ist denn Sebahs und Zalmunas Faust schon in deinen Händen, daß wir deinen Leuten, die müde sind, Brot geben sollen ?
      16.      Und er nahm die Ältesten der Stadt und Dornen aus der Wüste und Hecken und ließ es die Leute zu Sukkoth fühlen.
      17.      Und den Turm Pnuels zerbrach er und erwürgte die Leute der Stadt.
      18.      Und er sprach zu Sebah und Zalmuna: Wie waren die Männer, die ihr erwürgtet zu Thabor? Sie sprachen: Sie waren wie du und ein jeglicher schön wie eines Königs Kinder.
      19.      Er aber sprach: Es sind meine Brüder, meiner Mutter Söhne, gewesen. So wahr der HERR lebt, wo ihr sie hättet leben lassen, wollte ich euch nicht erwürgen.
      20.      Und er sprach zu seinem erstgeborenen Sohn, Jether: Stehe auf und erwürge sie! Aber der Knabe zog sein Schwert nicht; denn er fürchtete sich, weil er noch ein Knabe war.
      21.      Sebah aber und Zalmuna sprachen: Stehe du auf und mache dich an uns; denn darnach der Mann ist, ist auch seine Kraft. Also stand Gideon auf und erwürgte Sebah und Zalmuna und nahm die Spangen, die an ihrer Kamele Hälsen waren.
      22.      Da sprachen zu Gideon etliche in Israel: Sei Herr über uns, du und dein Sohn und deines Sohnes Sohn, weil du uns von der Midianiter Hand erlöst hast.
      23.      Aber Gideon sprach zu ihnen: Ich will nicht Herr sein über euch, und auch mein Sohn soll nicht Herr über euch sein, sondern der HERR soll Herr über euch sein.
      24.      Gideon aber sprach zu Ihnen: Eins begehre ich von euch: ein jeglicher gebe mir die Stirnbänder, die er geraubt hat. (Denn weil es Ismaeliter waren, hatten sie goldene Stirnbänder.)
      25.      Sie sprachen: Die wollen wir geben; und breiteten ein Kleid aus, und ein jeglicher warf die Stirnbänder darauf, die er geraubt hatte.
      26.      Und die goldenen Stirnbänder, die er forderte, machten am Gewicht tausendsiebenhundert Lot Gold, ohne die Spangen und Ketten und Purpurkleider, die der Midianiter Könige tragen, und ohne die Halsbänder ihrer Kamele.
      27.      Und Gideon machte einen Leibrock daraus und setzte ihn in seine Stadt zu Ophra. Und ganz Israel trieb damit Abgötterei daselbst, und er geriet Gideon und seinem Hause zum Fall.
      28.      Also wurden die Midianiter gedemütigt vor den Kindern Israel und hoben ihren Kopf nicht mehr empor. Und das Land war still vierzig Jahre, solange Gideon lebte.
      29.      Und Jerubbaal, der Sohn des Joas, ging hin und wohnte in seinem Hause.
      30.      Und Gideon hatte siebzig Söhne, die aus seiner Hüfte gekommen waren; denn er hatte viele Weiber.
      31.      Und sein Kebsweib, das er zu Sichem hatte, gebar ihm auch einen Sohn; den nannte er Abimelech.
      32.      Und Gideon, der Sohn des Joas, starb in gutem Alter und ward begraben in seines Vaters Joas Grab zu Ophra, der Stadt der Abiesriter.
      33.      Da aber Gideon gestorben war, kehrten sich die Kinder Israel um und liefen dem Baalim nach und machten sich Baal-Berith zum Gott.
      34.      Und die Kinder Israel gedachten nicht an den HERRN, ihren Gott, der sie errettet hatte von der Hand aller ihrer Feinde umher,
      35.      und taten nicht Barmherzigkeit an dem Hause des Jerubbaal Gideon, wie er alles Gute an Israel getan hatte.

Das 9. Kapitel

      1.      Abimelech aber, der Sohn Jerubbaals, ging hin zu Sichem zu den Brüdern seiner Mutter und redete mit ihnen und mit dem ganzen Geschlecht des Vaterhauses seiner Mutter und sprach:
      2.      Redet doch vor den Ohren aller Männer zu Sichem: was ist euch besser, daß siebzig Männer, alle Kinder Jerubbaals, über euch Herren seien, oder daß ein Mann über euch Herr sei ? Gedenkt auch dabei, daß ich euer Gebein und Fleisch bin.
      3.      Da redeten die Brüder seiner Mutter von ihm alle diese Worte vor den Ohren aller Männer zu Sichem. Und ihr Herz neigte sich Abimelech nach; denn sie gedachten: Er ist unser Bruder.
      4.      Und sie gaben ihm siebzig Silberlinge aus dem Haus Baal-Beriths. Und Abimelech dingte damit lose, leichtfertige Männer, die ihm nachfolgten.
      5.      Und er kam in seines Vaters Haus gen Ophra und erwürgte seine Brüder, die Kinder Jerubbaals, siebzig Mann, auf einem Stein. Es blieb aber übrig Jotham, der jüngste Sohn Jerubbaals; denn er war versteckt.
      6.      Und es versammelten sich alle Männer von Sichem und das ganze Haus Millo, gingen hin und machten Abimelech zum König bei der hohen Eiche, die zu Sichem steht.
      7.      Da das angesagt ward dem Jotham, ging er hin und trat auf die Höhe des Berges Garizim und hob auf seine Stimme, rief und sprach zu ihnen: Hört mich, ihr Männer zu Sichem, daß euch Gott auch höre !
      8.      Die Bäume gingen hin, daß sie einen König über sich salbten, und sprachen zu dem Ölbaum: Sei unser König !
      9.      Aber der Ölbaum antwortete ihnen: Soll ich meine Fettigkeit lassen, die beide, Götter und Menschen, an mir preisen, und hingehen, daß ich schwebe über den Bäumen?
      10.      Da sprachen die Bäume zum Feigenbaum: Komm du und sei unser König !
      11.      Aber der Feigenbaum sprach zu ihnen: Soll ich meine Süßigkeit und meine gute Frucht lassen und hingehen, daß ich über den Bäumen schwebe ?
      12.      Da sprachen die Bäume zum Weinstock: Komm du und sei unser König !
      13.      Aber der Weinstock sprach zu ihnen: Soll ich meinen Most lassen, der Götter und Menschen fröhlich macht, und hingehen, daß ich über den Bäumen schwebe ?
      14.      Da sprachen die Bäume zum Dornbusch: Komm du und sei unser König !
      15.      Und der Dornbusch sprach zu den Bäumen: Ist’s wahr, daß ihr mich zum König salbt über euch, so kommt und vertraut euch unter meinen Schatten; wo nicht, so gehe Feuer aus dem Dornbusch und verzehre die Zedern Libanons.
      16.      Habt ihr nun recht und redlich getan, daß ihr Abimelech zum König gemacht habt; und habt ihr wohl getan an Jerubbaal und an seinem Hause und habt ihm getan, wie er um euch verdient hat
      17.      [denn mein Vater hat gestritten um euretwillen und seine Seele dahingeworfen von sich, daß er euch errettete von der Midianiter Hand;
      18.      und ihr lehnt euch auf heute wider meines Vaters Haus und erwürgt seine Kinder, siebzig Mann, auf einem Stein und macht euch Abimelech, seiner Magd Sohn, zum König über die Männer zu Sichem, weil er euer Bruder ist);
      19.      und habt ihr nun recht und redlich gehandelt an Jerubbaal und an seinem Hause an diesem Tage: so seid fröhlich über Abimelech und er sei fröhlich über euch;
      20.      wo nicht, so gehe Feuer aus von Abimelech und verzehre die Männer zu Sichem und das Haus Millo, und gehe auch Feuer aus von den Männern zu Sichem und vom Haus Millo und verzehre Abimelech.
      21.      Und Jotham floh vor seinem Bruder Abimelech und entwich und ging gen Beer und wohnte daselbst.
      22.      Als nun Abimelech drei Jahre über Israel geherrscht hatte,
      23.      sandte Gott einen bösen Willen zwischen Abimelech und den Männern zu Sichem. Und die Männer zu Sichem wurden Abimelech untreu,
      24.      auf daß der Frevel, an den siebzig Söhnen Jerubbaals begangen, und ihr Blut käme auf Abimelech, ihren Bruder, der sie erwürgt hatte, und auf die Männer zu Sichem, die ihm seine Hand dazu gestärkt hatten, daß er seine Brüder erwürgte.
      25.      Und die Männer zu Sichem stellten einen Hinterhalt auf den Spitzen der Berge und beraubten alle, die auf der Straße zu ihnen wandelten. Und es ward Abimelech angesagt.
      26.      Es kam aber Gaal, der Sohn Ebeds, und seine Brüder und zogen zu Sichem ein. Und die Männer von Sichem verließen sich auf ihn
      27.      und zogen heraus aufs Feld und lasen ab ihre Weinberge und kelterten und machten einen Tanz und gingen in ihres Gottes Haus und aßen und tranken und fluchten dem Abimelech.
      28.      Und Gaal, der Sohn Ebeds, sprach: Wer ist Abimelech, und was ist Sichem, daß wir ihm dienen sollten ? Ist er nicht Jerubbaals Sohn und hat Sebul, seinen Knecht, hergesetzt ? Dienet den Leuten Hemors, des Vaters Sichems! Warum sollten wir jenen dienen ?
      29.      Wollte Gott, das Volk wäre unter meiner Hand, daß ich Abimelech vertriebe ! Und es ward Abimelech gesagt: Mehre dein Heer und zieh aus !
      30.      Denn Sebul, der Oberste in der Stadt, da er die Worte Gaals, des Sohnes Ebeds, hörte, ergrimmte er in seinem Zorn
      31.      und sandte Botschaft zu Abimelech heimlich und ließ ihm sagen: Siehe, Gaal, der Sohn Ebeds, und seine Brüder sind gen Sichem gekommen und machen dir die Stadt aufrührerisch.
      32.      So mache dich nun auf bei der Nacht, du und dein Volk, das bei dir ist, und mache einen Hinterhalt auf sie im Felde.
      33.      Und des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, so mache dich früh auf und überfalle die Stadt. Und wo er und das Volk, das bei ihm ist, zu dir hinauszieht, so tue mit ihm, wie es deine Hand findet.
      34.      Abimelech stand auf bei der Nacht und alles Volk, das bei ihm war, und hielt auf Sichem mit vier Haufen.
      35.      Und Gaal, der Sohn Ebeds, zog heraus und trat vor die Tür an der Stadt Tor. Aber Abimelech machte sich auf aus dem Hinterhalt samt dem Volk, das mit ihm war.
      36.      Da nun Gaal das Volk sah, sprach er zu Sebul: Siehe, da kommt ein Volk von der Höhe des Gebirges hernieder. Sebul aber sprach zu Ihm: Du siehst die Schatten der Berge für Leute an.
      37.      Gaal redete noch mehr und sprach: Siehe, ein Volk kommt hernieder aus der Mitte des Landes, und ein Haufe kommt auf dem Wege zur Zaubereiche.
      38.      Da sprach Sebul zu ihm: Wo ist nun hier dein Maul, das da sagte: Wer ist Abimelech, daß wir ihm dienen sollten ? Ist das nicht das Volk, das du verachtet hast ? Zieh nun aus und streite mit ihm!
      39.      Gaal zog aus vor den Männern zu Sichem her und stritt mit Abimelech.
      40.      Aber Abimelech jagte ihn, daß er floh vor ihm; und fielen viel Erschlagene bis an die Tür des Tors.
      41.      Und Abimelech blieb zu Aruma. Sebul aber verjagte den Gaal und seine Brüder, die zu Sichem nicht durften bleiben.
      42.      Am Morgen aber ging das Volk heraus aufs Feld. Da das Abimelech ward angesagt,
      43.      nahm er das Kriegsvolk und teilte es in drei Haufen und machte einen Hinterhalt auf sie im Felde. Als er nun sah, daß das Volk aus der Stadt ging, erhob er sich über sie und schlug sie.
      44.      Abimelech aber und die Haufen, die bei ihm waren, überfielen sie und traten an die Tür des Stadttors; und zwei der Haufen überfielen alle, die auf dem Felde waren, und schlugen sie.
      45.      Da stritt Abimelech wider die Stadt denselben Tag und gewann sie und erwürgte das Volk, das darin war, und zerbrach die Stadt und säte Salz darauf.
      46.      Da das hörten alle Männer des Turms zu Sichem, gingen sie in die Festung des Hauses des Gottes Berith.
      47.      Da das Abimelech hörte, daß sich alle Männer des Turms zu Sichem versammelt hatten,
      48.      ging er auf den Berg Zalmon mit allem seinem Volk, das bei ihm war und nahm eine Axt in seine Hand und hieb einen Ast von den Bäumen und legte ihn auf seine Achsel und sprach zu allem Volk, das mit ihm war: Was ihr gesehen habt, daß ich tue, das tut auch ihr eilend wie ich.
      49.      Da hieb alles Volk ein jeglicher einen Ast ab und folgten Abimelech nach und legten sie an die Festung und steckten’s an mit Feuer, daß auch alle Männer des Turms zu Sichem starben, bei tausend Mann und Weib.
      50.      Abimelech aber zog gen Thebez und belagerte es und gewann es.
      51.      Es war aber ein starker Turm mitten in der Stadt. Auf den flohen alle Männer und Weiber und alle Bürger der Stadt und schlossen hinter sich zu und stiegen auf das Dach des Turms.
      52.      Da kam Abimelech zum Turm und stritt dawider und nahte sich zur Tür des Turms, daß er ihn mit Feuer verbrannte.
      53.      Aber ein Weib warf einen Mühlstein Abimelech auf den Kopf und zerbrach ihm den Schädel.
      54.      Da rief Abimelech eilend dem Diener, der seine Waffen trug, und sprach zu ihm: Zieh dein Schwert aus und töte mich, daß man nicht von mir sage: Ein Weib hat ihn erwürgt. Da durchstach ihn sein Diener, und er starb.
      55.      Da aber die Israeliten, die mit ihm waren, sahen, daß Abimelech tot war, ging ein jeglicher an seinen Ort.
      56.      Also bezahlte Gott Abimelech das Übel, das er an seinem Vater getan hatte, da er seine siebzig Brüder erwürgte;
      57.      desgleichen alles Übel der Männer Sichems vergalt ihnen Gott auf ihren Kopf, und es kam über sie der Fluch Jothams, des Sohnes Serubbaals.

Das 10. Kapitel

      1.      Nach Abimelech machte sich auf, zu helfen Israel, Thola, ein Mann von Isaschar, ein Sohn Phuas, des Sohnes Dodos. Und er wohnte zu Samir auf dem Gebirge Ephraim
      2.      und richtete Israel dreiundzwanzig Jahre und starb und wurde begraben zu Samir.
      3.      Nach ihm machte sich auf Jair, ein Gileaditer, und richtete Israel zweiundzwanzig Jahre.
      4.      Der hatte dreißig Söhne auf dreißig Eselsfüllen reiten; und sie hatten dreißig Städte, die hießen Dörfer Jairs bis auf diesen Tag und liegen in Gilead.
      5.      Und Jair starb und ward begraben zu Kamon.
      6.      Aber die Kinder Israel taten fürder übel vor dem HERRN und dienten den Baalim und den Astharoth und den Göttern von Syrien und den Göttern von Sidon und den Göttern Moabs und den Göttern der Kinder Ammon und den Göttern der Philister und verließen den HERRN und dienten ihm nicht.
      7.      Da ergrimmte der Zorn des HERRN über Israel, und er verkaufte sie unter die Hand der Philister und der Kinder Ammon.
      8.      Und sie zertraten und zerschlugen die Kinder Israel von dem Jahr an wohl achtzehn Jahre, nämlich alle Kinder Israel jenseit des Jordans, im Lande der Amoriter, das in Gilead liegt.
      9.      Dazu zogen die Kinder Ammon über den Jordan und stritten wider Juda, Benjamin und das Haus Ephraim, also daß Israel sehr geängstet ward.
      10.      Da schrieen die Kinder Israel zu dem HERRN und sprachen: Wir haben an dir gesündigt; denn wir haben unsern Gott verlassen und den Baalim gedient.
      11.      Aber der HERR sprach zu den Kindern Israel: Haben euch nicht auch gezwungen die Ägypter, die Amoriter, die Kinder Ammon, die Philister,
      12.      die Sidonier, die Amalekiter und Maoniter, und ich half euch aus ihren Händen, da ihr zu mir schrieet ?
      13.      Und doch habt ihr mich verlassen und andern Göttern gedient; darum will ich euch nicht mehr helfen.
      14.      Geht hin und schreit die Götter an, die ihr erwählt habt; laßt euch dieselben helfen zur Zeit eurer Trübsal.
      15.      Aber die Kinder Israel sprachen zu dem HERRN: Wir haben gesündigt, mache es nur du mit uns, wie es dir gefällt; allein errette uns zu dieser Zeit.
      16.      Und sie taten von sich die fremden Götter und dienten dem HERRN. Und es jammerte ihn, daß Israel so geplagt ward.
      17.      Und die Kinder Ammon kamen zuhauf und lagerten sich in Gilead; aber die Kinder Israel versammelten sich und lagerten sich zu Mizpa.
      18.      Und die Obersten des Volks zu Gilead sprachen untereinander: Welcher anfängt zu streiten wider die Kinder Ammon, der soll das Haupt sein über alle, die in Gilead wohnen.

Das 11. Kapitel

      1.      Jephthah, ein Gileaditer, war ein streibarer Held, aber ein Hurenkind. Gilead aber hatte Jephthah gezeugt.
      2.      Da aber das Weib Gileads ihm Kinder gebar und des Weibes Kinder groß wurden, stießen sie Jephthah aus und sprachen zu ihm: Du sollst nicht erben in unsers Vaters Haus; denn du bist eines andern Weibes Sohn.
      3.      Da floh er vor seinen Brüdern und wohnte im Lande Tob. Und es sammelten sich zu ihm lose Leute und zogen aus mit ihm.
      4.      Und über etliche Zeit hernach stritten die Kinder Ammon mit Israel.
      5.      Da nun die Kinder Ammon also stritten mit Israel, gingen die Ältesten von Gilead hin, daß sie Jephthah holten aus dem Lande Tob,
      6.      und sprachen zu ihm: Komm und sei unser Hauptmann, daß wir streiten wider die Kinder Ammon.
      7.      Aber Jephthah sprach zu den Ältesten von Gilead: Seid ihr es nicht, die mich hassen und aus meines Vaters Haus gestoßen haben ? Und nun kommt ihr zu mir, weil ihr in Trübsal seid ?
      8.      Die Ältesten von Gilead sprachen zu Jephthah: Darum kommen wir nun wieder zu dir, daß du mit uns ziehst und hilfst uns streiten wider die Kinder Ammon und seist unser Haupt über alle, die in Gilead wohnen.
      9.      Jephthah sprach zu den Ältesten von Gilead: So ihr mich wieder holet, zu streiten wider die Kinder Ammon, und der HERR sie vor mir dahingeben wird, soll ich dann euer Haupt sein ?
      10.      Die Ältesten von Gilead sprachen zu Jephthah: Der HERR sei Zuhörer zwischen uns, wo wir nicht tun, wie du gesagt hast.
      11.      Also ging Jephthah mit den Ältesten von Gilead; und das Volk setzte ihn zum Haupt und Obersten über sich. Und Jephthah redete solches alles vor dem HERRN zu Mizpa.
      12.      Da sandte Jephthah Botschaft zum König der Kinder Ammon und ließ ihm sagen: Was hast du mit mir zu schaffen, daß du kommst zu mir, wider mein Land zu streiten ?
      13.      Der König der Kinder Ammon antwortete den Boten Jephthahs: Darum daß Israel mein Land genommen hat, da sie aus Ägypten zogen, vom Arnon an bis an den Jabbok und wieder bis zum Jordan; so gib mir’s nun wieder mit Frieden.
      14.      Jephthah aber sandte noch mehr Boten zum König der Kinder Ammon,
      15.      die sprachen zu ihm: So spricht Jephthah: Israel hat kein Land genommen, weder den Moabitern noch den Kindern Ammon.
      16.      Denn da sie aus Ägypten zogen, wandelte Israel durch die Wüste bis ans Schilfmeer und kam gen Kades
      17.      und sandte Boten zum König der Edomiter und sprach: Laß mich durch dein Land ziehen. Aber der Edomiter König erhörte sie nicht. Auch sandten sie zum König der Moabiter; der wollte auch nicht. Also blieb Israel in Kades
      18.      und wandelte in der Wüste. Und sie umzogen das Land der Edomiter und Moabiter und kamen von der Sonne Aufgang an der Moabiter Land und lagerten sich jenseit des Arnon und kamen nicht in die Grenze der Moabiter; denn der Arnon ist der Moabiter Grenze.
      19.      Und Israel sandte Boten zu Sihon, dem König der Amoriter zu Hesbon, und ließ ihm sagen: Laß uns durch dein Land ziehen bis an meinen Ort.
      20.      Aber Sihon vertraute Israel nicht, durch sein Gebiet zu ziehen, sondern versammelte all sein Volk und lagerte sich zu Jahza und stritt mit Israel.
      21.      Der HERR aber, der Gott Israels, gab den Sihon mit all seinem Volk in die Hände Israels, daß sie sie schlugen. Also nahm Israel ein alles Land der Amoriter, die in demselben Lande wohnten.
      22.      Und sie nahmen alles Gebiet der Amoriter ein vom Arnon an bis an den Jabbok und von der Wüste an bis an den Jordan.
      23.      So hat nun der HERR, der Gott Israels, die Amoriter vertrieben vor seinem Volk Israel; und du willst ihr Land einnehmen ?
      24.      Du solltest deren Land einnehmen, die dein Gott Kamos vertriebe, und uns lassen einnehmen das Land aller, die der HERR, unser Gott, vor uns vertrieben hat.
      25.      Meinst du, daß du besser recht habest denn Balak, der Sohn Zippors, der Moabiter König? Hat derselbe auch je gerechtet oder gestritten wider Israel?
      26.      Dieweil nun Israel dreihundert Jahre gewohnt hat in Hesbon und in Aroer und ihren Ortschaften und allen Städten, die am Arnon liegen, warum errettetet ihr’s nicht in dieser Zeit?
      27.      Ich habe nichts an dir gesündigt, und du tust so übel an mir, daß du wider mich streitest. Der HERR, der da Richter ist, richte heute zwischen Israel und den Kindern Ammon.
      28.      Aber der König der Kinder Ammon erhörte die Rede Jephthahs nicht, die er zu ihm sandte.
      29.      Da kam der Geist des HERRN auf Jephthah, und er zog durch Gilead und Manasse und durch Mizpe, das in Gilead liegt, und von Mizpe, das in Gilead liegt auf die Kinder Ammon.
      30.      Und Jephthah gelobte dem HERRN ein Gelübde und sprach: Gibst du die Kinder Ammon in meine Hand:
      31.      was zu meiner Haustür heraus mir entgegengeht, wenn ich mit Frieden wiederkomme von den Kindern Ammon, das soll des HERRN sein, und ich will’s zum Brandopfer opfern.
      32.      Also zog Jephthah auf die Kinder Ammon, wider sie zu streiten. Und der HERR gab sie in seine Hände.
      33.      Und er schlug sie von Aroer an, bis wo man kommt gen Minnith, zwanzig Städte, und bis an den Plan der Weinberge, eine sehr große Schlacht. Und wurden also die Kinder Ammon gedemütigt vor den Kindern Israel.
      34.      Da nun Jephthah kam gen Mizpa zu seinem Hause, siehe, da geht seine Tochter heraus ihm entgegen mit Pauken und Reigen; und sie war sein einziges Kind, und er hatte sonst keinen Sohn noch Tochter.
      35.      Und da er sie sah, zerriß er seine Kleider und sprach: Ach, meine Tochter, wie beugst du mich und betrübst mich ! Denn ich habe meinen Mund aufgetan gegen den HERRN und kann’s nicht widerrufen.
      36.      Sie aber sprach: Mein Vater, hast du deinen Mund aufgetan gegen den HERRN, so tue mir, wie es aus deinem Mund gegangen ist, nachdem der HERR dich gerächt hat an deinen Feinden, den Kindern Ammon.
      37.      Und sie sprach zu ihrem Vater: Du wollest mir das tun, daß du mir lassest zwei Monate, daß ich von hinnen hinabgehe auf die Berge und meine Jungfrauschaft beweine mit meinen Gespielen.
      38.      Er sprach: Gehe hin! und ließ sie zwei Monate gehen. Da ging sie hin mit ihren Gespielen und beweinte ihre Jungfrauschaft auf den Bergen.
      39.      Und nach zwei Monaten kam sie wieder zu ihrem Vater. Und er tat ihr, wie er gelobt hatte; und sie war nie eines Mannes schuldig geworden. Und es ward eine Gewohnheit in Israel,
      40.      daß die Töchter Israel jährlich hingehen, zu klagen um die Tochter Jephthahs, des Gileaditers, des Jahres vier Tage.

Das 12. Kapitel

      1.      Und die von Ephraim kamen zuhauf und gingen mitternachtwärts und sprachen zu Jephthah: Warum bist du in den Streit gezogen wider die Kinder Ammon und hast uns nicht gerufen, daß wir mit dir zögen ? Wir wollen dein Haus samt dir mit Feuer verbrennen.
      2.      Jephthah sprach zu ihnen: ich und mein Volk hatten eine große Sache mit den Kindern Ammon, und ich schrie euch an, aber ihr halft mir nicht aus ihren Händen.
      3.      Da ich nun sah, daß ihr nicht helfen wolltet, stellte ich meine Seele in meine Hand und zog hin wider die Kinder Ammon, und der HERR gab sie in meine Hand. Warum kommt ihr nun zu mir herauf, wider mich zu streiten ?
      4.      Und Jephthah sammelte alle Männer in Gilead und stritt wider Ephraim. Und die Männer in Gilead schlugen Ephraim, darum daß sie sagten: Seid doch ihr Gileaditer unter Ephraim und Manasse als die Flüchtigen Ephraims.
      5.      Und die Gileaditer nahmen ein die Furten des Jordans vor Ephraim. Wenn nun die Flüchtigen Ephraims sprachen: Laß mich hinübergehen ! so sprachen die Männer von Gilead zu Ihm: Bist du ein Ephraimiter? Wenn er dann antwortete: Nein!
      6.      hießen sie ihn sprechen: Schiboleth; so sprach er Siboleth und konnte es nicht recht reden; alsdann griffen sie ihn schlugen ihn an den Furten des Jordans, daß zu der Zeit von Ephraim fielen zweiundvierzigtausend.
      7.      Jephthah aber richtete Israel sechs Jahre. Und Jephthah, der Gileaditer, starb und ward begraben in den Städten zu Gilead.
      8.      Nach diesem richtete Israel Ebzan von Bethlehem.
      9.      Der hatte dreißig Söhne, und dreißig Töchter gab er hinaus, und dreißig Töchter nahm er von außen seinen Söhnen; er richtete Israel sieben Jahre
      10.      und starb und ward begraben zu Bethlehem.
      11.      Nach diesem richtete Israel Elon, ein Sebuloniter; er richtete Israel zehn Jahre
      12.      und starb und ward begraben zu Ajalon im Lande Sebulon.
      13.      Nach diesem richtete Israel Abdon, ein Sohn Hillels, ein Pirathoniter.
      14.      der hatte vierzig Söhne und dreißig Enkel, die auf siebzig Eselsfüllen ritten; er richtete Israel acht Jahre
      15.      und starb und ward begraben zu Pirathon im Lande Ephraim auf dem Gebirge der Amalekiter.

Das 13. Kapitel

      1.      Und die Kinder Israel taten fürder übel vor dem HERRN; und der HERR gab sie in die Hände der Philister vierzig Jahre.
      2.      Es war aber ein Mann zu Zora von einem Geschlecht der Daniter, mit Namen Manoah; und sein Weib war unfruchtbar und gebar nicht.
      3.      Und der Engel des HERRN erschien dem Weibe und sprach zu ihr: Siehe, du bist unfruchtbar und gebierst nicht; aber du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären.
      4.      So hüte dich nun, daß du nicht Wein noch starkes Getränk trinkst und nichts Unreines essest;
      5.      Denn du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dem kein Schermesser soll aufs Haupt kommen. Denn der Knabe wird ein Geweihter Gottes sein von Mutterleibe an; und er wird anfangen, Israel zu erlösen aus der Philister Hand.
      6.      Da kam das Weib und sagte es ihrem Mann an und sprach: Es kam ein Mann Gottes zu mir, und seine Gestalt war anzusehen wie ein Engel Gottes, gar erschrecklich, daß ich ihn nicht fragte, woher oder wohin; und er sagte mir nicht, wie er hieße.
      7.      Er sprach aber zu mir: Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. So trinke nun keinen Wein noch starkes Getränk und iß nichts Unreines; denn der Knabe soll ein Geweihter Gottes sein von Mutterleibe an bis an seinen Tod.
      8.      Da bat Manoah den HERRN und sprach: Ach HERR, laß den Mann Gottes wieder zu uns kommen, den du gesandt hast, daß er uns lehre, was wir mit dem Knaben tun sollen, der geboren soll werden.
      9.      Und Gott erhörte die Stimme Manoahs; und der Engel Gottes kam wieder zum Weibe. Sie saß aber auf dem Felde, und ihr Mann Manoah war nicht bei ihr.
      10.      Da lief sie eilend und sagte es ihrem Mann an und sprach zu ihm: Siehe, der Mann ist mir erschienen, der jenes Tages zu mir kam.
      11.      Manoah machte sich auf und ging seinem Weibe nach und kam zu dem Mann und sprach zu ihm: Bist du der Mann, der mit dem Weibe geredet hat ? Er sprach: Ja.
      12.      Und Manoah sprach: Wenn nun kommen wird, was du geredet hast, welches soll des Knaben Weise und Werk sein ?
      13.      Der Engel des HERRN sprach zu Manoah: Vor allem, was ich dem Weibe gesagt habe, soll sie sich hüten.
      14.      Sie soll nicht essen was aus dem Weinstock kommt, und soll keinen Wein noch starkes Getränk trinken und nichts Unreines essen; alles, was ich ihr geboten habe, soll sie halten.
      15.      Manoah sprach zu dem Engel des HERRN: Laß dich doch halten; wir wollen dir ein Ziegenböcklein zurichten.
      16.      Aber der Engel des HERRN antwortete Manoah: Wenn du gleich mich hier hältst, so esse ich doch von deiner Speise nicht. Willst du aber dem HERRN ein Brandopfer tun, so magst du es opfern. Denn Manoah wußte nicht, daß es der Engel des HERRN war.
      17.      Und Manoah sprach zum Engel des HERRN: Wie heißest du? daß wir dich preisen, wenn nun kommt, was du geredet hast.
      18.      Aber der Engel des HERRN sprach zu ihm: Warum fragst du nach meinem Namen, der doch wundersam ist?
      19.      Da nahm Manoah ein Ziegenböcklein und Speisopfer und opferte es auf einem Fels dem HERRN. Und Er tat Wunderbares-Manoah aber und sein Weib sahen zu;
      20.      denn da die Lohe auffuhr vom Altar gen Himmel, fuhr der Engel des HERRN in der Lohe des Altars mit hinauf. Da das Manoah und sein Weib sahen, fielen sie zur Erde auf ihr Angesicht.
      21.      Und der Engel des HERRN erschien nicht mehr Manoah und seinem Weibe. Da erkannte Manoah, daß es der Engel des HERRN war,
      22.      und sprach zu seinem Weibe: Wir müssen des Todes sterben, daß wir Gott gesehen haben.
      23.      Aber sein Weib antwortete ihm: Wenn der HERR Lust hätte, uns zu töten, so hätte er das Brandopfer und Speisopfer nicht genommen von unsern Händen; er hätte uns auch nicht alles solches erzeigt noch uns solches hören lassen, wie jetzt geschehen ist.
      24.      Und das Weib gebar einen Sohn und hieß ihn Simson. Und der Knabe wuchs, und der HERR segnete ihn.
      25.      Und der Geist des HERRN fing an, ihn zu treiben im Lager Dan zwischen Zora und Esthaol.

Das 14. Kapitel

      1.      Simson ging gen Thimnath und sah ein Weib zu Thimnath unter den Töchtern der Philister.
      2.      Und da er heraufkam, sagte er’s an seinem Vater und seiner Mutter und sprach: Ich habe ein Weib gesehen zu Thimnath unter den Töchtern der Philister; gebt mir nun diese zum Weibe.
      3.      Sein Vater und sein Mutter sprachen zu ihm: Ist denn nun kein Weib unter den Töchtern deiner Brüder und in allem deinem Volk, daß du hingehst und nimmst ein Weib bei den Philistern, die unbeschnitten sind? Simson sprach zu seinem Vater: Gib mir diese; denn sie gefällt meinen Augen.
      4.      Aber sein Vater und seine Mutter wußten nicht, daß es von dem HERRN wäre; denn er suchte Ursache wider die Philister. Die Philister aber herrschten zu der Zeit über Israel.
      5.      Also ging Simson hinab mit seinem Vater und seiner Mutter gen Thimnath. Und als sie kamen an die Weinberge zu Thimnath, siehe, da kam ein junger Löwe brüllend ihm entgegen.
      6.      Und der Geist des HERRN geriet über ihn, und er zerriß ihn, wie man ein Böcklein zerreißt, und hatte doch gar nichts in seiner Hand. Und sagte es nicht an seinem Vater noch seiner Mutter, was er getan hatte.
      7.      Da er nun hinabkam redete er mit dem Weibe, und sie gefiel Simson in seinen Augen.
      8.      Und nach etlichen Tagen kam er wieder, daß er sie nähme; und trat aus dem Wege, daß er das Aas des Löwen besähe. Siehe, da war ein Bienenschwarm in dem Leibe des Löwen und Honig.
      9.      Und er nahm ihn in seine Hand und aß davon unterwegs und ging zu seinem Vater und zu seiner Mutter und gab ihnen, daß sie auch aßen. Er sagte ihnen aber nicht an, daß er den Honig aus des Löwen Leibe genommen hatte.
      10.      Und da sein Vater hinabkam zu dem Weibe, machte Simson daselbst eine Hochzeit, wie die Jünglinge zu tun pflegen.
      11.      Und da sie ihn sahen, gaben sie ihm dreißig Gesellen zu, die bei ihm sein sollten.
      12.      Simson aber sprach zu ihnen: Ich will euch ein Rätsel aufgeben. Wenn ihr mir das erratet und trefft diese sieben Tage der Hochzeit, so will ich euch dreißig Hemden geben und dreißig Feierkleider.
      13.      Könnt ihrs aber nicht erraten, so sollt ihr mir dreißig Hemden und dreißig Feierkleider geben. Und sie sprachen zu ihm: Gib dein Rätsel auf; laß uns hören !
      14.      Er sprach zu ihnen: Speise ging von dem Fresser und Süßigkeit von dem Starken. Und sie konnten in drei Tagen das Rätsel nicht erraten.
      15.      Am siebenten Tage sprachen sie zu Simsons Weibe: Überrede deinen Mann, daß er uns sage das Rätsel, oder wir werden dich und deines Vaters Haus mit Feuer verbrennen. Habt ihr uns hierher geladen, daß ihr uns arm macht ? Oder nicht?
      16.      Da weinte Simsons Weib vor ihm und sprach: Du bist mir gram und hast mich nicht lieb. Du hast den Kindern meines Volkes ein Rätsel aufgegeben und hast mir’s nicht gesagt. Er aber sprach zu ihr: Siehe, ich habe es meinem Vater und meiner Mutter nicht gesagt und sollte dir’s sagen ?
      17.      Und sie weinte die sieben Tage vor ihm, da sie Hochzeit hatten; aber am siebenten Tage sagte er’s ihr, denn sie drängte ihn. Und sie sagte das Rätsel ihres Volkes Kindern.
      18.      Da sprachen die Männer der Stadt zu ihm am siebenten Tage, ehe die Sonne unterging: Was ist süßer den Honig? Was ist stärker denn der Löwe? Aber er sprach zu ihnen: Wenn ihr nicht hättet mit meinem Kalb gepflügt, ihr hättet mein Rätsel nicht getroffen.
      19.      Und der Geist des HERRN geriet über ihn, und er ging hinab gen Askalon und schlug dreißig Mann unter ihnen und nahm ihr Gewand und gab Feierkleider denen, die das Rätsel erraten hatten. Und ergrimmte in seinem Zorn und ging herauf in seines Vaters Haus.
      20.      Aber Simsons Weib ward einem seiner Gesellen gegeben, der ihm zugehörte.

Das 15. Kapitel

      1.      Es begab sich aber nach etlichen Tagen, um die Weizenernte, daß Simson sein Weib besuchte mit einem Ziegenböcklein. Und als er gedachte: Ich will zu meinem Weibe gehen in die Kammer, wollte ihn der Vater nicht hinein lassen
      2.      und sprach: Ich meinte, du wärest ihr gram geworden, und habe sie deinem Freunde gegeben. Sie hat aber eine jüngere Schwester, die ist schöner denn sie; die laß dein sein für diese.
      3.      Da sprach Simson zu ihnen: Ich habe einmal eine gerechte Sache wider die Philister; ich will euch Schaden tun.
      4.      Und Simson ging hin und fing dreihundert Füchse und nahm Brände und kehrte je einen Schwanz zum andern und tat einen Brand je zwischen zwei Schwänze
      5.      und zündete die Brände an mit Feuer und ließ sie unter das Korn der Philister und zündete also an die Garben samt dem stehenden Korn und Weinberge und Ölbäume.
      6.      Da sprachen die Philister: Wer hat das getan ? Da sagte man: Simson, der Eidam des Thimniters; darum daß er ihm sein Weib genommen und seinem Freunde gegeben hat. Da zogen die Philister hinauf und verbrannten sie samt ihrem Vater mit Feuer.
      7.      Simson aber sprach zu ihnen: Wenn ihr solches tut, so will ich mich an euch rächen und darnach aufhören,
      8.      und schlug sie hart, an Schultern und an Lenden. Und zog hinab und wohnte in der Steinkluft zu Etam.
      9.      Da zogen die Philister hinauf und lagerten sich in Juda und ließen sich nieder zu Lehi.
      10.      Aber die von Juda sprachen: Warum seid ihr wider uns heraufgezogen ? Sie antworteten: Wir sind heraufgekommen, Simson zu binden, daß wir mit ihm tun, wie er uns getan hat.
      11.      Da zogen dreitausend Mann von Juda hinab in die Steinkluft zu Etam und sprachen zu Simson: Weißt du nicht, daß die Philister über uns herrschen ? Warum hast du denn das an uns getan ? Er sprach zu ihnen: Wie sie mir getan haben, so habe ich ihnen wieder getan.
      12.      Sie sprachen zu ihm: Wir sind herabgekommen, dich zu binden und in der Philister Hände zu geben. Simson sprach zu ihnen: So schwört mir, daß ihr mir kein Leid tun wollt.
      13.      Sie antworteten ihm: Wir wollen dir kein Leid tun, sondern wollen dich nur Binden und in ihre Hände geben und wollen dich nicht töten. Und sie banden ihn mit zwei neuen Stricken und führten ihn herauf vom Fels.
      14.      Und da er kam bis gen Lehi, jauchzten die Philister ihm entgegen. Aber der Geist Gottes geriet über ihn, und die Stricke an seinen Armen wurden wie Fäden, die das Feuer versengt hat, daß die Bande an seinen Händen zerschmolzen.
      15.      Und er fand einen frischen Eselskinnbacken; da reckte er seine Hand aus und nahm ihn und schlug damit tausend Mann.
      16.      Und Simson sprach: Da liegen sie bei Haufen; durch eines Esels Kinnbacken habe ich tausend Mann geschlagen.
      17.      Und da er das ausgeredet hatte, warf er den Kinnbacken aus seiner Hand und hieß die Stätte Ramath-Lehi (das ist Kinnbackenhöhe).
      18.      Da ihn aber sehr dürstete, rief er den HERRN an und sprach: Du hast solch großes Heil gegeben durch die Hand deines Knechtes; nun aber muß ich Durstes sterben und in der Unbeschnittenen Hände fallen.
      19.      Da spaltete Gott die Höhlung in Lehi, das Wasser herausging; und als er trank, kam der Geist wieder, und er ward erquickt. Darum heißt er noch heutigestages"des Anrufers Brunnen", der in Lehi ist.
      20.      Und er richtete Israel zu der Philister Zeit zwanzig Jahre.

Das 16. Kapitel

      1.      Simson ging hin gen Gaza und sah daselbst eine Hure und kam zu ihr.
      2.      Da ward den Gazitern gesagt: Simson ist hereingekommen. Und sie umgaben ihn und ließen auf ihn lauern die ganze Nacht in der Stadt Tor und waren die ganze Nacht still und sprachen: Harre; morgen, wenn’s licht wird, wollen wir ihn erwürgen.
      3.      Simson aber lag bis Mitternacht. Da stand er auf zu Mitternacht und ergriff beide Türen an der Stadt Tor samt den Pfosten und hob sie aus mit den Riegeln und legte sie auf seine Schultern und trug sie hinauf auf die Höhe des Berges vor Hebron.
      4.      Darnach gewann er ein Weib lieb am Bach Sorek, die hieß Delila.
      5.      Zu der kamen der Philister Fürsten hinauf und sprachen zu ihr: Überrede ihn und siehe, worin er solche große Kraft hat und womit wir ihn übermögen, daß wir ihn binden und zwingen, so wollen wir dir geben ein jeglicher tausendundhundert Silberlinge.
      6.      Und Delila sprach zu Simson: Sage mir doch, worin deine große Kraft sei und womit man dich binden möge, daß man dich zwinge ?
      7.      Simson sprach zu ihr: Wenn man mich bände mit sieben Seilen von frischem Bast, die noch nicht verdorrt sind, so würde ich schwach und wäre wie ein anderer Mensch.
      8.      Da brachten der Philister Fürsten zu ihr hinauf sieben Seile von frischem Bast, die noch nicht verdorrt waren; und sie band ihn damit.
      9.      [Man lauerte ihm aber auf bei ihr in der Kammer.) Und sie sprach zu ihm: Die Philister über dir, Simson! Er aber zerriß die Seile, wie eine flächsene Schnur zerreißt, wenn sie ans Feuer riecht; und es ward nicht kund, wo seine Kraft wäre.
      10.      Da sprach Delila zu Simson: Siehe, du hast mich getäuscht und mir gelogen; nun, so sage mir doch, womit kann man dich binden ?
      11.      Er antwortete ihr: Wenn sie mich bänden mit neuen Stricken, damit nie eine Arbeit geschehen ist, so würde ich schwach und wie ein anderer Mensch.
      12.      Da nahm Delila neue Stricke und band ihn damit und sprach: Philister über dir, Simson! (Man lauerte ihm aber auf in der Kammer.) Und er zerriß sie von seinen Armen herab wie einen Faden.
      13.      Delila aber sprach zu ihm: Bisher hast du mich getäuscht und mir gelogen. Sage mir doch, womit kann man dich binden ? Er antwortete ihr: Wenn du mir die sieben Locken meines Hauptes zusammenflöchtest mit einem Gewebe und heftetest sie mit dem Nagel ein.
      14.      Und sie sprach zu ihm: Philister über dir, Simson! Er aber wachte auf von seinem Schlaf und zog die geflochtenen Locken mit Nagel und Gewebe heraus.
      15.      Da sprach sie zu ihm: Wie kannst du sagen, du habest mich lieb, so dein Herz doch nicht mit mir ist? Dreimal hast du mich getäuscht und mir nicht gesagt, worin deine große Kraft sei.
      16.      Da sie ihn aber drängte mit ihren Worten alle Tage und ihn zerplagte, ward seine Seele matt bis an den Tod,
      17.      und er sagte ihr sein ganzes Herz und sprach zu ihr: Es ist nie ein Schermesser auf mein Haupt gekommen; denn ich bin ein Geweihter Gottes von Mutterleibe an. Wenn man mich schöre, so wiche meine Kraft von mir, daß ich schwach würde und wie alle anderen Menschen.
      18.      Da nun Delila sah, daß er ihr all sein Herz offenbart hatte, sandte sie hin und ließ der Philister Fürsten rufen und sagen: Kommt noch einmal herauf; denn er hat mir all sein Herz offenbart. Da kamen der Philister Fürsten zu ihr herauf und brachten das Geld mit sich in ihrer Hand.
      19.      Und sie ließ ihn entschlafen auf ihrem Schoß und rief einem, der ihm die sieben Locken seines Hauptes abschöre. Und sie fing an ihn zu zwingen; da war seine Kraft von ihm gewichen.
      20.      Und sie sprach zu ihm: Philister über dir, Simson! Da er nun aus seinem Schlaf erwachte, gedachte er: Ich will ausgehen, wie ich mehrmals getan habe, ich will mich losreißen; und wußte nicht, daß der HERR von ihm gewichen war.
      21.      Aber die Philister griffen ihn und stachen ihm die Augen aus und führten ihn hinab gen Gaza und banden ihn mit zwei ehernen Ketten, und er mußte mahlen im Gefängnis.
      22.      Aber das Haar seines Hauptes fing an, wieder zu wachsen, wo es geschoren war.
      23.      Da aber der Philister Fürsten sich versammelten, ihrem Gott Dagon ein großes Opfer zu tun und sich zu freuen, sprachen sie: Unser Gott hat uns unsern Feind Simson in unsre Hände gegeben.
      24.      Desgleichen, als ihn das Volk sah, lobten sie ihren Gott; denn sie sprachen: Unser Gott hat uns unsern Feind in unsre Hände gegeben, der unser Land verderbte und unsrer viele erschlug.
      25.      Da nun ihr Herz guter Dinge war, sprachen sie: Laßt Simson holen, daß er vor uns spiele. Da holten sie Simson aus dem Gefängnis, und er spielte vor ihnen, und sie stellten ihn zwischen die Säulen.
      26.      Simson aber sprach zu dem Knabe, der ihn bei der Hand leitete: Laß mich, das ich die Säulen taste, auf welchen das Haus steht, daß ich mich dranlehne.
      27.      Da Haus aber war voll Männer und Weiber. Es waren der Philister Fürsten alle da und auf dem Dach bei dreitausend, Mann und Weib, die zusahen, wie Simson spielte.
      28.      Simson aber rief den HERRN an und sprach: HERR HERR, gedenke mein und stärke mich doch, Gott, diesmal, daß ich für meine beiden Augen mich einmal räche an den Philistern!
      29.      Und er faßte die zwei Mittelsäulen, auf welche das Haus gesetzt war und darauf es sich hielt, eine in seine rechte und die andere in seine linke Hand,
      30.      und sprach: Meine Seele sterbe mit den Philistern! und neigte sich kräftig. Da fiel das Haus auf die Fürsten und auf alles Volk, das darin war, daß der Toten mehr waren, die in seinem Tod starben, denn die bei seinem Leben starben.
      31.      Da kamen sein Brüder hernieder und seines Vaters ganzes Haus und hoben ihn auf und trugen ihn hinauf und begruben ihn in seines Vaters Manoahs Grab, zwischen Zora und Esthaol. Er richtete aber Israel zwanzig Jahre.

Das 17. Kapitel

      1.      Es war ein Mann auf dem Gebirge Ephraim, mit Namen Micha.
      2.      Der sprach zu seiner Mutter: Die tausendundhundert Silberlinge, die dir genommen worden sind und derenthalben du den Fluch gesprochen und auch vor meinen Ohren gesagt hast, sieh, das Geld ist bei mir; ich habe es genommen. Da sprach sein Mutter: Gesegnet sei mein Sohn dem HERRN!
      3.      Also gab er seiner Mutter die tausendundhundert Silberlinge wieder. Und seine Mutter sprach: Ich habe das Geld dem HERRN geheiligt von meiner Hand für meinen Sohn, daß man ein Bildnis und einen Abgott machen soll; darum so gebe ich’s dir nun wieder.
      4.      Aber er gab seiner Mutter das Geld wieder. Da nahm seine Mutter zweihundert Silberlinge und tat sie zu dem Goldschmied; der machte ihr ein Bild und einen Abgott, das war darnach im Hause Michas.
      5.      Und der Mann Micha hatte also ein Gotteshaus; und machte einen Leibrock und Hausgötzen und füllte seiner Söhne einem die Hand, daß er sein Priester ward.
      6.      Zu der Zeit war kein König in Israel, und ein jeglicher tat, was ihn recht deuchte.
      7.      Es war aber ein Jüngling von Bethlehem-Juda unter dem Geschlecht Juda’s, und er war ein Levit und war fremd daselbst.
      8.      Er zog aus der Stadt Bethlehem-Juda, zu wandern, wo er hin konnte. Und da er aufs Gebirge Ephraim kam zum Hause Michas, daß er seinen Weg ginge,
      9.      fragte ihn Micha: Wo kommst du her ? Er antwortete ihm: Ich bin ein Levit von Bethlehem-Juda und wandere, wo ich hin kann.
      10.      Micha aber sprach zu ihm: Bleibe bei mir, du sollst mein Vater und mein Priester sein; ich will dir jährlich zehn Silberlinge und deine Kleidung und Nahrung geben. Und der Levit ging hin.
      11.      Der Levit trat an, zu bleiben bei dem Mann; und er hielt den Jüngling gleich wie einen Sohn.
      12.      Und Micha füllte dem Leviten die Hand, daß er sein Priester ward, und war also im Haus Michas.
      13.      Und Micha sprach: Nun weiß ich, daß mir der HERR wird wohltun, weil ich einen Leviten zum Priester habe.

Das 18. Kapitel

      1.      Zu der Zeit war kein König in Israel. Und der Stamm der Daniter suchte sich ein Erbteil, da sie wohnen möchten; denn es war bis auf den Tag noch kein Erbe auf sie gefallen unter den Stämmen Israels.
      2.      Und die Kinder Dan sandten aus ihren Geschlechtern von ihren Enden fünf streitbare Männer von Zora und Esthaol, das Land zu erkunden und zu erforschen, und sprachen zu ihnen: Ziehet hin und erforschet das Land. Und sie kamen auf das Gebirge Ephraim ans Haus Michas und blieben über Nacht daselbst.
      3.      Und da sie bei dem Gesinde Michas waren, erkannten sie die Stimme des Jünglings, des Leviten; und sie wichen von ihrem Weg dahin und sprachen zu ihm: Wer hat dich hierhergebracht ? Was machst du da? Und was hast du hier?
      4.      Er antwortete ihnen: So und so hat Micha an mir getan und hat mich gedingt, daß ich sein Priester sei.
      5.      Sie sprachen zu ihm: Frage doch Gott, daß wir erfahren, ob unser Weg, den wir wandeln, auch wohl geraten werde.
      6.      Der Priester antwortete ihnen: Ziehet hin mit Frieden; euer Weg, den ihr ziehet, ist recht vor dem HERRN.
      7.      Da gingen die fünf Männer hin und kamen gen Lais und sahen das Volk, das darin war, sicher wohnen auf die Weise wie die Sidonier, still und sicher; und war niemand, der ihnen Leid täte im Land oder Herr über sie wäre, und waren ferne von den Sidoniern und hatten nichts mit Leuten zu tun.
      8.      Und sie kamen zu ihren Brüdern gen Zora und Esthaol; und ihre Brüder sprachen zu ihnen: Wie steht’s mit euch?
      9.      Sie sprachen: Auf, laßt uns zu ihnen hinaufziehen ! denn wir haben das Land besehen, das ist sehr gut. Darum eilt und seid nicht faul zu ziehen, daß ihr kommt, das Land einzunehmen.
      10.      Wenn ihr kommt, werdet ihr zu einem sichern Volke kommen, und das Land ist weit und breit; denn Gott hat’s in eure Hände gegeben, einen solchen Ort, da nichts gebricht an alle dem, was auf Erden ist.
      11.      Da zogen von da aus den Geschlechtern Dan von Zora und Esthaol sechshundert Mann, gerüstet mit ihren Waffen zum Streit,
      12.      und zogen hinauf und lagerten sich zu Kirjath-Jearim in Juda. Daher nannten sie die Stätte das Lager Dan bis auf diesen Tag, das hinter Kirjath-Jearim liegt.
      13.      Und von da gingen sie auf das Gebirge Ephraim und kamen zum Hause Michas.
      14.      Da antworteten die fünf Männer, die ausgegangen waren, das Land Lais zu erkunden, und sprachen zu ihren Brüdern: Wißt ihr auch, daß in diesen Häusern ein Leibrock, Hausgötzen, Bildnis und Abgott sind? Nun möget ihr denken, was euch zu tun ist.
      15.      Sie kehrten da ein und kamen an das Haus des Jünglings, des Leviten, in Michas Haus und grüßten ihn freundlich.
      16.      Aber die sechshundert Gerüsteten mit ihren Waffen, die von den Kindern Dan waren, standen vor dem Tor.
      17.      Und die fünf Männer, die das Land zu erkunden ausgezogen waren, gingen hinauf und kamen dahin und nahmen das Bild, den Leibrock, die Hausgötzen und den Abgott. Dieweil stand der Priester vor dem Tor bei den sechshundert Gerüsteten mit ihren Waffen.
      18.      Als nun jene ins Haus Michas gekommen waren und nahmen das Bild, den Leibrock, die Hausgötzen und den Abgott, sprach der Priester zu ihnen: Was macht ihr?
      19.      Sie antworteten ihm: Schweige und halte das Maul zu und ziehe mit uns, daß du unser Vater und Priester seist. Ist dir’s besser, daß du in des einen Mannes Haus Priester seist oder unter derer einem ganzen Stamm und Geschlecht in Israel?
      20.      Das gefiel dem Priester wohl, und er nahm den Leibrock, die Hausgötzen und das Bild und kam mit unter das Volk.
      21.      Und da sie sich wandten und hinzogen, schickten sie die Kindlein und das Vieh und was sie Köstliches hatten, vor sich her.
      22.      Da sie nun fern von Michas Haus kamen, wurden die Männer zuhauf gerufen, die in den Häusern waren bei Michas Haus, und folgten den Kindern Dan nach und riefen den Kindern Dan.
      23.      Sie aber wandten ihr Antlitz um und sprachen zu Micha: was ist dir, daß du also zuhauf kommst ?
      24.      Er antwortete: Ihr habt meine Götter genommen, die ich gemacht hatte, und den Priester und ziehet hin; und was habe ich nun mehr? Und ihr fragt noch, was mir fehle?
      25.      Aber die Kinder Dan sprachen zu ihm: Laß deine Stimme nicht hören bei uns, daß nicht auf dich stoßen zornige Leute und deine Seele und deines Hauses Seele nicht hingerafft werde !
      26.      Also gingen die Kinder Dan ihres Weges. Und Micha, da er sah, daß sie ihm zu stark waren, wandte er sich um und kam wieder zu seinem Hause.
      27.      Sie aber nahmen, was Micha gemacht hatte, und den Priester, den er hatte, und kamen an Lais, an ein stilles, sicheres Volk, und schlugen es mit der Schärfe des Schwerts und verbrannten die Stadt mit Feuer.
      28.      Und war niemand, der sie errettete; denn sie lag fern von Sidon, und sie hatten mit den Leuten nichts zu schaffen; und sie lag im Grunde, welcher an Beth-Rehob liegt. Da bauten sie die Stadt und wohnten darin
      29.      und nannten sie Dan nach dem Namen ihres Vaters Dan, der Israel geboren war. (Und die Stadt hieß vorzeiten Lais.)
      30.      Und die Kinder Dan richteten für sich auf das Bild. Und Jonathan, der Sohn Gersons, des Sohnes Manasses, und seine Söhne waren Priester unter dem Stamm der Daniter bis an die Zeit, da sie aus dem Lande gefangen geführt wurden.
      31.      Also setzten sie unter sich das Bild Michas, das er gemacht hatte, so lange, als das Haus Gottes war zu Silo.

Das 19. Kapitel

      1.      Zu der Zeit war kein König in Israel. Und ein levitischer Mann war Fremdling an der Seite des Gebirges Ephraim und hatte sich ein Kebsweib genommen von Bethlehem-Juda.
      2.      Und da sie hatte neben ihm gehurt, lief sie von ihm zu ihres Vaters Haus gen Bethlehem-Juda und war daselbst vier Monate lang.
      3.      Und ihr Mann machte sich auf und zog ihr nach, daß er freundlich mit ihr redete und sie wieder zu sich holte; und hatte einen Knecht und ein Paar Esel mit sich. Und sie führte ihn in ihres Vaters Haus. Da ihn aber der Vater der Dirne sah, ward er froh und empfing ihn.
      4.      Und sein Schwiegervater, der Dirne Vater, hielt ihn, daß er drei Tage bei ihm blieb; sie aßen und tranken und blieben des Nachts da.
      5.      Des vierten Tages erhoben sie sich des Morgens früh, und er machte sich auf und wollte ziehen. Da sprach der Dirne Vater zu seinem Eidam: Labe dein Herz zuvor mit einem Bissen Brot, darnach sollt ihr ziehen.
      6.      Und sie setzten sich und aßen beide miteinander und tranken. Da sprach der Dirne Vater zu dem Mann: Bleib doch über Nacht und laß dein Herz guter Dinge sein.
      7.      Da aber der Mann aufstand und wollte ziehen, nötigte ihn sein Schwiegervater, daß er über Nacht dablieb.
      8.      Des Morgens am fünften Tage machte er sich früh auf und wollte ziehen. Da sprach der Dirne Vater: Labe doch dein Herz und laß uns verziehen, bis sich der Tag neigt. Und aßen also die beiden miteinander.
      9.      Und der Mann machte sich auf und wollte ziehen mit seinem Kebsweib und mit seinem Knechte. Aber sein Schwiegervater, der Dirne Vater, sprach zu ihm: Siehe, der Tag hat sich geneigt, und es will Abend werden; bleib über Nacht. Siehe, hier ist Herberge noch diesen Tag; bleibe hier über Nacht und laß dein Herz guter Dinge sein. Morgen steht ihr früh auf und zieht eures Weges zu deiner Hütte.
      10.      Aber der Mann wollte nicht über Nacht bleiben, sondern machte sich auf und zog hin und kam bis vor Jebus, das ist Jerusalem, und sein Paar Esel beladen und sein Kebsweib mit ihm.
      11.      Da sie nun nahe bei Jebus kamen, sank der Tag sehr dahin. Und der Knecht sprach zu seinem Herrn: Komm doch und laß uns in diese Stadt der Jebusiter einkehren und über Nacht darin bleiben.
      12.      Aber sein Herr sprach zu ihm: Wir wollen nicht in der Fremden Stadt einkehren, die nicht sind von den Kindern Israel, sondern wollen hinüber gen Gibea.
      13.      Und sprach zu seinem Knecht: Gehe weiter, daß wir hinzukommen an einen Ort und über Nacht zu Gibea oder zu Rama bleiben.
      14.      Und sie zogen weiter und wandelten, und die Sonne ging ihnen unter, hart bei Gibea, das liegt in Benjamin.
      15.      Und sie kehrten daselbst ein, daß sie hineinkämen und über Nacht zu Gibea blieben. Da er aber hineinkam, setzte er sich in der Stadt Gasse; denn es war niemand, der sie bei Nacht im Hause herbergen wollte.
      16.      Und siehe, da kam ein alter Mann von seiner Arbeit vom Felde am Abend, und er war auch vom Gebirge Ephraim und ein Fremdling zu Gibea; aber die Leute des Orts waren Benjaminiter.
      17.      Und da er seine Augen aufhob und sah den Gast auf der Gasse, sprach er zu ihm: Wo willst du hin ? und wo kommst du her ?
      18.      Er aber antwortete ihm: Wir reisen von Bethlehem-Juda, bis wir kommen an die Seite des Gebirges Ephraim, daher ich bin; und bin gen Bethlehem-Juda gezogen und ziehe jetzt zum Hause des HERRN, und niemand will mich beherbergen.
      19.      Wir haben Stroh und Futter für unsre Esel und Brot und Wein für mich und deine Magd und für den Knecht, der mit deinem Diener ist, daß uns nichts gebricht.
      20.      Der alte Mann sprach: Friede sei mit dir! Alles was dir mangelt findest du bei mir; bleibe nur nicht über Nacht auf der Gasse.
      21.      Und führte ihn in sein Haus und gab den Eseln Futter, und sie wuschen ihre Füße und aßen und tranken.
      22.      Und da ihr Herz nun guter Dinge war, siehe, da kamen die Leute der Stadt, böse Buben, und umgaben das Haus und pochten an die Tür und sprachen zu dem alten Mann, dem Hauswirt: Bringe den Mann heraus, der in dein Haus gekommen ist, daß wir ihn erkennen.
      23.      Aber der Mann, der Hauswirt, ging zu ihnen heraus und sprach zu ihnen: Nicht, meine Brüder, tut nicht so übel; nachdem dieser Mann in mein Haus gekommen ist, tut nicht eine solche Torheit!
      24.      Siehe, ich habe eine Tochter, noch eine Jungfrau, und dieser ein Kebsweib; die will ich herausbringen. Die mögt ihr zu Schanden machen, und tut mit ihr, was euch gefällt; aber an diesen Mann tut nicht solche Torheit.
      25.      Aber die Leute wollten ihm nicht gehorchen. Da faßte der Mann sein Kebsweib und brachte sie zu ihnen hinaus. Die erkannten sie und trieben ihren Mutwillen an ihr die ganze Nacht bis an den Morgen; und da die Morgenröte anbrach, ließen sie sie gehen.
      26.      Da kam das Weib hart vor morgens und fiel nieder vor der Tür am Hause des Mannes, darin ihr Herr war, und lag da, bis es licht ward.
      27.      Da nun ihr Herr des Morgens aufstand und die Tür auftat am Hause und herausging, daß er seines Weges zöge, siehe, da lag sein Kebsweib vor der Tür des Hauses und ihre Hände auf der Schwelle.
      28.      Er aber sprach zu ihr: Stehe auf, laß uns ziehen ! Aber sie antwortete nicht. Da nahm er sie auf den Esel, machte sich auf und zog an seinen Ort.
      29.      Als er nun heimkam, nahm er ein Messer und faßte sein Kebsweib und zerstückte sie mit Gebein und mit allem in zwölf Stücke und sandte sie in alle Grenzen Israels.
      30.      Wer das sah, der sprach: Solches ist nicht geschehen noch gesehen, seit der Zeit die Kinder Israel aus Ägyptenland gezogen sind, bis auf diesen Tag. Nun bedenkt euch über dem, gebt Rat und sagt an !

Das 20. Kapitel

      1.      Da zogen die Kinder Israel aus und versammelten sich zuhauf wie ein Mann, von Dan bis gen Beer-Seba und vom Lande Gilead zu dem HERRN gen Mizpa;
      2.      und traten zuhauf die Obersten des ganzen Volks aller Stämme Israels in der Gemeinde Gottes, vierhundertausend Mann zu Fuß, die das Schwert auszogen.
      3.      Aber die Kinder Benjamin hörten, daß die Kinder Israel hinauf gen Mizpa gezogen waren. Und die Kinder Israel sprachen: Sagt, wie ist das Übel zugegangen ?
      4.      Da antwortete der Levit, des Weibes Mann, die erwürgt war, und sprach: Ich kam gen Gibea in Benjamin mit meinem Kebsweibe, über Nacht dazubleiben.
      5.      Da machten sich wider mich auf die Bürger zu Gibea und umgaben mich im Hause des Nachts und gedachten, mich zu erwürgen; und haben mein Kebsweib geschändet, daß sie gestorben ist.
      6.      Da faßte ich mein Kebsweib und zerstückte es und sandte es in alle Felder des Erbes Israels; denn sie haben einen Mutwillen und eine Torheit getan in Israel.
      7.      Siehe, da seid ihr Kinder Israel alle; schafft euch Rat und tut hierzu!
      8.      Da machte sich alles Volk auf wie ein Mann und sprach: Es soll niemand in seine Hütte gehen noch in sein Haus kehren;
      9.      sondern das wollen wir jetzt tun wider Gibea:
      10.      laßt uns losen und nehmen zehn Mann von hundert, und hundert von tausend, und tausend von zehntausend aus allen Stämmen Israels, daß sie Speise nehmen für das Volk, daß es komme und tue mit Gibea-Benjamin nach all seiner Torheit, die es in Israel getan hat.
      11.      Also versammelten sich zu der Stadt alle Männer Israels, wie ein Mann verbunden.
      12.      Und die Stämme Israels sandten Männer zu allen Geschlechtern Benjamins und ließen ihnen sagen: Was ist das für eine Bosheit, die bei euch geschehen ist ?
      13.      So gebt nun her die Männer, die bösen Buben zu Gibea, daß wir sie töten und das Übel aus Israel tun ! Aber die Kinder Benjamin wollten nicht gehorchen der Stimme ihrer Brüder, der Kinder Israel;
      14.      sondern versammelten sich aus den Städten gen Gibea, auszuziehen in den Streit wider die Kinder Israel.
      15.      Und wurden des Tages gezählt der Kinder Benjamin aus den Städten sechsundzwanzigtausend Mann, die das Schwert auszogen, ohne die Bürger zu Gibea, deren wurden siebenhundert gezählt, auserlesene Männer.
      16.      Und unter allem diesem Volk waren siebenhundert Mann auserlesen, die links waren und konnten mit der Schleuder ein Haar treffen, daß sie nicht fehlten.
      17.      Aber derer von Israel (ohne die von Benjamin) wurden gezählt vierhunderttausend Mann, die das Schwert führten, und alle streitbare Männer.
      18.      Die machten sich auf und zogen hinauf gen Beth-el und fragten Gott und sprachen: Wer soll vor uns hinaufziehen, den Streit anzufangen mit den Kindern Benjamin? Der HERR sprach: Juda soll anfangen.
      19.      Also machten sich die Kinder Israel des Morgens auf und lagerten sich vor Gibea.
      20.      Und ein jeder Mann von Israel ging heraus, zu streiten mit Benjamin, und schickten sich, zu streiten wider Gibea.
      21.      Da fielen die Kinder Benjamin heraus aus Gibea und schlugen des Tages unter Israel zweiundzwanzigtausend zu Boden.
      22.      Aber das Volk der Männer von Israel ermannte sich und stellte sich auf, noch weiter zu streiten am selben Ort, da sie sich des vorigen Tages gestellt hatten.
      23.      Und die Kinder Israel zogen hinauf und weinten vor dem HERRN bis an den Abend und fragten den HERRN und sprachen: Sollen wir wieder nahen, zu streiten mit den Kindern Benjamin, unsern Brüdern? Der HERR sprach: Zieht hinauf zu ihnen !
      24.      Und da die Kinder Israel sich machten an die Kinder Benjamin des andern Tages,
      25.      fielen die Benjaminiter heraus aus Gibea ihnen entgegen desselben Tages und schlugen von den Kindern Israel noch achtzehntausend zu Boden, die alle das Schwert führten.
      26.      Da zogen alle Kinder Israel hinauf und alles Volk und kamen gen Beth-El und weinten und blieben daselbst vor dem HERRN und fasteten den Tag bis zum Abend und opferten Brandopfer und Dankopfer vor dem HERRN.
      27.      Und die Kinder Israel fragten den HERRN (es war aber daselbst die Lade des Bundes Gottes zu der Zeit,
      28.      und Pinehas, der Sohn Eleasars, Aarons Sohns, stand vor ihm zu der Zeit) und sprachen: Sollen wir weiter ausziehen, zu streiten mit den Kindern Benjamin, unsern Brüdern, oder sollen wir ablassen ? Der HERR sprach: Zieht hinauf; morgen will ich sie in eure Hände geben.
      29.      Und die Kinder Israel stellten einen Hinterhalt auf Gibea umher.
      30.      Und zogen also die Kinder Israel hinauf des dritten Tages gegen die Kinder Benjamin und stellten sich wider Gibea wie zuvor zweimal.
      31.      Da fuhren die Kinder Benjamin heraus, dem Volk entgegen, und wurden losgerissen von der Stadt und fingen an zu schlagen und zu verwunden etliche vom Volk, wie zuvor zweimal, im Felde auf zwei Straßen, deren eine gen Beth-El, die andere gen Gibea geht, bei dreißig Mann in Israel.
      32.      Da gedachten die Kinder Benjamin: Sie sind geschlagen vor uns wie vorhin. Aber die Kinder Israel sprachen: Laßt uns fliehen, daß wir sie von der Stadt reißen auf die Straßen!
      33.      Da machten sich auf alle Männer von Israel von ihrem Ort und stellten sich zu Baal-Thamar. Und der Hinterhalt Israels brach hervor an seinem Ort, von der Höhle Geba,
      34.      und kamen gen Gibea zehntausend Mann, auserlesen aus ganz Israel, daß der Streit hart ward; sie aber wußten nicht, daß sie das Unglück treffen würde.
      35.      Also schlug der HERR den Benjamin vor den Kindern Israel, daß die Kinder Israel auf den Tag verderbten fünfundzwanzigtausend und hundert Mann in Benjamin, die alle das Schwert führten.
      36.      Denn da die Kinder Benjamin sahen, daß sie geschlagen waren, gaben ihnen die Männer Israels Raum; denn sie verließen sich auf den Hinterhalt, den sie bei Gibea aufgestellt hatten.
      37.      Und der Hinterhalt eilte auch und brach hervor auf Gibea zu und zog hinan und schlug die ganze Stadt mit der Schärfe des Schwerts.
      38.      Sie hatten aber abgeredet miteinander, die Männer von Israel und der Hinterhalt, mit dem Schwert über sie zu fallen, wenn der Rauch aus der Stadt sich erhöbe.
      39.      Da nun die Männer von Israel sich wandten im Streit und Benjamin anfing zu schlagen und verwundeten in Israel bei dreißig Mann und gedachten: Sie sind vor uns geschlagen wie im vorigen Streit,
      40.      da fing an sich zu erheben von der Stadt ein Rauch stracks über sich. Und Benjamin wandte sich hinter sich, und siehe, da ging die Stadt ganz auf gen Himmel.
      41.      Und die Männer von Israel wandten sich auch um. Da erschraken die Männer Benjamins; denn sie sahen, daß sie das Unglück treffen wollte.
      42.      Und wandten sich von den Männern Israels auf den Weg zur Wüste; aber der Streit folgte ihnen nach, und die von den Städten hineingekommen waren, die verderbten sie drinnen.
      43.      Und sie umringten Benjamin und jagten ihn bis gen Menuha und zertraten sie bis vor Gibea gegen der Sonne Aufgang.
      44.      Und es fielen von Benjamin achtzehntausend Mann, die alle streitbare Männer waren.
      45.      Da wandten sie sich und flohen zu der Wüste, an den Fels Rimmon; aber auf derselben Straße schlugen sie fünftausend Mann und folgten ihnen hintennach bis gen Gideom und schlugen ihrer zweitausend.
      46.      Und also fielen des Tages von Benjamin fünfundzwanzigtausend Mann, die das Schwert führten und alle streitbare Männer waren.
      47.      Nur sechshundert Mann wandten sich und flohen zur Wüste, zum Fels Rimmon, und blieben im Fels Rimmon, vier Monate.
      48.      Und die Männer Israels kamen wieder zu den Kindern Benjamin und schlugen mit der Schärfe des Schwerts die in der Stadt, Leute und Vieh und alles, was man fand; und alle Städte, die man fand, verbrannte man mit Feuer.

Das 21. Kapitel

      1.      Aber die Männer Israels hatten zu Mizpa geschworen und gesagt: Niemand soll seine Tochter den Benjaminitern zum Weib geben.
      2.      Und das Volk kam gen Beth-El und blieb da bis zum Abend vor Gott, und sie hoben auf ihre Stimme und weinten sehr
      3.      und sprachen: O HERR, Gott von Israel, warum ist das geschehen in Israel, daß heute Israel um einen Stamm kleiner geworden ist ?
      4.      Des andern Morgens machte sich das Volk früh auf und baute da einen Altar und opferte Brandopfer und Dankopfer.
      5.      Und die Kinder Israel sprachen: Wer ist irgend von den Stämmen Israels, der nicht mit der Gemeinde ist heraufgekommen zum HERRN? Denn es war ein großer Eid geschehen, daß, wer nicht hinaufkäme zum HERRN gen Mizpa, der sollte des Todes sterben.
      6.      Und es reute die Kinder Israel über Benjamin, ihre Brüder, und sie sprachen: Heute ist ein Stamm von Israel abgebrochen.
      7.      Wie wollen wir ihnen tun, daß die Übriggebliebenen Weiber kriegen? Denn wir haben geschworen bei dem HERRN, daß wir ihnen von unsern Töchtern nicht Weiber geben.
      8.      Und sprachen: Wer ist irgend von den Stämmen Israels, die nicht hinaufgekommen sind zum HERRN gen Mizpa? Und siehe, da war im Lager der Gemeinde niemand gewesen von Jabes in Gilead.
      9.      Denn sie zählten das Volk, und siehe, da war kein Bürger da von Jabes in Gilead.
      10.      Da sandte die Gemeinde zwölftausend Mann dahin von streitbaren Männern und geboten ihnen und sprachen: Geht hin und schlagt mit der Schärfe des Schwerts die Bürger zu Jabes in Gilead mit Weib und Kind.
      11.      Doch also sollt ihr tun: alles, was männlich ist, und alle Weiber, die beim Mann gelegen haben, verbannt.
      12.      Und sie fanden bei den Bürgern zu Jabes in Gilead vierhundert Dirnen, die Jungfrauen waren und bei keinem Mann gelegen hatten; die brachten sie ins Lager gen Silo, das da liegt im Lande Kanaan.
      13.      Da sandte die ganze Gemeinde hin und ließ reden mit den Kindern Benjamin, die im Fels Rimmon waren, und sagten ihnen Frieden zu.
      14.      Also kamen die Kinder Benjamin wieder zu der Zeit. Und sie gaben ihnen die Weiber, die sie hatten erhalten von den Weibern zu Jabes in Gilead; aber es waren ihrer nicht genug für sie.
      15.      Da reute es das Volk über Benjamin, daß der HERR einen Riß gemacht hatte in den Stämmen Israels.
      16.      Und die Ältesten der Gemeinde sprachen: Was wollen wir tun, daß die Übriggebliebenen Weiber kriegen? Denn die Weiber in Benjamin sind vertilgt.
      17.      Und sie sprachen: Die übrigen von Benjamin müssen ja ihr Erbe behalten, daß nicht ein Stamm ausgetilgt werde von Israel.
      18.      Und wir können ihnen unsre Töchter nicht zu Weibern geben; denn die Kinder Israel haben geschworen und gesagt: Verflucht sei, wer den Benjaminitern ein Weib gibt !
      19.      Und sie sprachen: Siehe, es ist ein Jahrfest des HERRN zu Silo, das mitternachtwärts liegt von Beth-El, gegen der Sonne Aufgang von der Straße, da man hinaufgeht von Beth-El gen Sichem, und mittagswärts liegt von Lebona.
      20.      Und sie geboten den Kindern Benjamin und sprachen: Gehet hin und lauert in den Weinbergen.
      21.      Wenn ihr dann seht, daß die Töchter Silos heraus mit Reigen zum Tanz gehen, so fahret hervor aus den Weinbergen und nehme ein jeglicher sich ein Weib von den Töchtern Silos und gehet hin ins Land Benjamin.
      22.      Wenn aber ihre Väter oder Brüder kommen, mit uns zu rechten, wollen wir zu ihnen sagen: Gönnt sie uns; denn wir hatten nicht für jeden ein Weib genommen im Streit. Auch habt nicht ihr sie ihnen gegeben; sonst wäret ihr jetzt schuldig.
      23.      Die Kinder Benjamin taten also und nahmen Weiber nach ihrer Zahl von den Reigen, die sie raubten, und zogen hin und wohnten in ihrem Erbteil und bauten die Städte und wohnten darin.
      24.      Auch die Kinder Israel machten sich von dannen zu der Zeit, ein jeglicher zu seinem Stamm und zu seinem Geschlecht, und zogen von da aus, ein jeglicher zu seinem Erbteil.
      25.      Zu der Zeit war kein König in Israel; ein jeglicher tat, was ihn recht deuchte.

RUTH

Das 1. Kapitel

      1.      Zu der Zeit, da die Richter regierten, ward eine Teuerung im Lande. Und ein Mann von Bethlehem-Juda zog wallen in der Moabiter Land mit seinem Weibe und seinen zwei Söhnen.
      2.      Der hieß Elimelech und sein Weib Naemi und seine zwei Söhne Mahlon und Chiljon; die waren Ephrather von Bethlehem-Juda. Und da sie kamen ins Land der Moabiter, blieben sie daselbst.
      3.      Und Elimelech, der Naemi Mann, starb, und sie blieb übrig mit ihren zwei Söhnen.
      4.      Die nahmen moabitische Weiber; eine hieß Orpa, die andere Ruth. Und da sie daselbst gewohnt hatten ungefähr zehn Jahre,
      5.      starben sie alle beide, Mahlon und Chiljon, daß das Weib überlebte beide Söhne und ihren Mann.
      6.      Da machte sie sich auf mit ihren zwei Schwiegertöchtern und zog wieder aus der Moabiter Lande; denn sie hatte erfahren im Moabiterlande, daß der HERR sein Volk hatte heimgesucht und ihnen Brot gegeben.
      7.      Und sie ging aus von dem Ort, da sie gewesen war, und ihre beiden Schwiegertöchter mit ihr. Und da sie ging auf dem Wege, daß sie wiederkäme ins Land Juda,
      8.      sprach sie zu ihren beiden Schwiegertöchtern: Geht hin und kehrt um, eine jegliche zu ihrer Mutter Haus. Der HERR tue an euch Barmherzigkeit, wie ihr an den Toten und mir getan habt !
      9.      Der HERR gebe euch, daß ihr Ruhe findet, eine jegliche in ihres Mannes Hause! Und küßte sie. Da hoben sie ihre Stimmen auf und weinten
      10.      und sprachen zu ihr: Wir wollen mit dir zu deinem Volk gehen.
      11.      Aber Naemi sprach: Kehrt um, meine Töchter! warum wollt ihr mit mir gehen ? Wie kann ich fürder Kinder in meinem Leibe haben, die eure Männer sein könnten ?
      12.      Kehrt um, meine Töchter, und geht hin ! denn ich bin nun zu alt, daß ich einen Mann nehme. Und wenn ich spräche: Es ist zu hoffen, daß ich diese Nacht einen Mann nehme und Kinder gebäre,
      13.      wie könntet ihr doch harren, bis sie groß würden ? wie wolltet ihr verziehen, daß ihr nicht Männer solltet nehmen ? Nicht, meine Töchter! denn mich jammert euer sehr; denn des HERRN Hand ist über mich ausgegangen.
      14.      Da hoben sie ihre Stimme auf und weinten noch mehr. Und Opra küßte ihre Schwiegermutter; Ruth aber blieb bei ihr.
      15.      Sie aber sprach: Siehe, deine Schwägerin ist umgewandt zu ihrem Volk und zu ihrem Gott; kehre auch du um, deiner Schwägerin nach.
      16.      Ruth antwortete: Rede mir nicht ein, daß ich dich verlassen sollte und von dir umkehren. Wo du hin gehst, da will ich auch hin gehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.
      17.      Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der HERR tue mir dies und das, der Tod muß mich und dich scheiden.
      18.      Als sie nun sah, daß sie fest im Sinn war, mit ihr zu gehen, ließ sie ab, mit ihr davon zu reden.
      19.      Also gingen die beiden miteinander, bis sie gen Bethlehem kamen. Und da sie nach Bethlehem hineinkamen, regte sich die ganze Stadt über ihnen und sprach: Ist das die Naemi?
      20.      Sie aber sprach: Heißt mich nicht Naemi, sondern Mara; denn der Allmächtige hat mich sehr betrübt.
      21.      Voll zog ich aus, aber leer hat mich der HERR wieder heimgebracht. Warum heißt ihr mich denn Naemi, so mich doch der HERR gedemütigt und der Allmächtige betrübt hat ?
      22.      Es war aber um die Zeit, daß die Gerstenernte anging, da Naemi mit ihrer Schwiegertochter Ruth, der Moabitin, wiederkam vom Moabiterlande gen Bethlehem.

Das 2. Kapitel

      1.      Es war auch ein Mann, ein Verwandter des Mannes der Naemi, von dem Geschlecht Elimelechs, mit Namen Boas; der war ein wohlhabender Mann.
      2.      Und Ruth, die Moabitin, sprach zu Naemi: Laß mich aufs Feld gehen und Ähren auflesen dem nach, vor dem ich Gnade finde. Sie aber sprach zu ihr: Gehe hin, meine Tochter.
      3.      Sie ging hin, kam und las auf, den Schnittern nach, auf dem Felde. Und es begab sich eben, daß dasselbe Feld war des Boas, der von dem Geschlecht Elimelechs war.
      4.      Und siehe, Boas kam eben von Bethlehem und sprach zu den Schnittern: Der HERR mit euch! Sie antworteten: Der HERR segne dich!
      5.      Und Boas sprach zu seinem Knechte, der über die Schnitter gestellt war: Wes ist die Dirne?
      6.      Der Knecht, der über die Schnitter gestellt war, antwortete und sprach: Es ist die Dirne, die Moabitin, die mit Naemi wiedergekommen ist von der Moabiter Lande.
      7.      Denn sie sprach: Laßt mich doch auflesen und sammeln unter den Garben, den Schnittern nach; und ist also gekommen und dagestanden vom Morgen an bis her und bleibt wenig daheim.
      8.      Da sprach Boas zu Ruth: Hörst du es, meine Tochter? Du sollst nicht gehen auf einen andern Acker, aufzulesen, und gehe auch nicht von hinnen, sondern halte dich zu meinen Dirnen.
      9.      Und siehe, wo sie schneiden im Felde, da gehe ihnen nach. Ich habe meinen Knechten geboten, daß dich niemand antaste. Und so dich dürstet, so gehe hin zu dem Gefäß und trinke von dem, was meine Knechte schöpfen.
      10.      Da fiel sie auf ihr Angesicht und beugte sich nieder zur Erde und sprach zu ihm: Womit habe ich die Gnade gefunden vor deinen Augen, daß du mich ansiehst, die ich doch fremd bin?
      11.      Boas antwortete und sprach zu ihr: Es ist mir angesagt alles, was du hast getan an deiner Schwiegermutter nach deines Mannes Tod: daß du verlassen hast deinen Vater und deine Mutter und dein Vaterland und bist zu meinem Volk gezogen, das du zuvor nicht kanntest.
      12.      Der HERR vergelte dir deine Tat, und dein Lohn müsse vollkommen sein bei dem HERRN, dem Gott Israels, zu welchem du gekommen bist, daß du unter seinen Flügeln Zuversicht hättest.
      13.      Sie sprach: Laß mich Gnade vor deinen Augen finden, mein Herr; denn du hast mich getröstet und deine Magd freundlich angesprochen, so ich doch nicht bin wie deiner Mägde eine.
      14.      Boas sprach zu ihr, da Essenszeit war: Mache dich hier herzu und iß vom Brot und tauche deinen Bissen in den Essig. Und sie setzte sich zur Seite der Schnitter. Er aber legte ihr geröstete Körner vor, und sie aß und ward satt und ließ übrig.
      15.      Und da sie sich aufmachte, zu lesen, gebot Boas seinen Knechten und sprach: Laßt sie auch zwischen den Garben lesen und beschämt sie nicht;
      16.      Auch von den Haufen laßt übrigbleiben und laßt liegen, daß sie es auflese, und niemand schelte sie darum.
      17.      Also las sie auf dem Felde bis zum Abend und schlug’s aus, was sie aufgelesen hatte; und es war bei einem Epha Gerste.
      18.      Und sie hob’s auf und kam in die Stadt; und ihre Schwiegermutter sah es, was sie gelesen hatte. Da zog sie hervor und gab ihr, was übriggeblieben war, davon sie satt war geworden.
      19.      Da sprach ihre Schwiegermutter zu ihr: Wo hast du heute gelesen, und wo hast du gearbeitet ? Gesegnet sei, der dich angesehen hat ! Sie aber sagte es ihrer Schwiegermutter, bei wem sie gearbeitet hätte, und sprach: Der Mann, bei dem ich heute gearbeitet habe, heißt Boas.
      20.      Naemi aber sprach zu ihrer Schwiegertochter: Gesegnet sei er dem HERRN! denn er hat seine Barmherzigkeit nicht gelassen an den Lebendigen und an den Toten. Und Naemi sprach zu ihr: Der Mann gehört zu uns und ist unser Erbe.
      21.      Ruth, die Moabitin, sprach: Er sprach auch das zu mir: Du sollst dich zu meinen Leuten halten, bis sie mir alles eingeerntet haben.
      22.      Naemi sprach zu Ruth, ihrer Schwiegertochter: Es ist gut, meine Tochter, daß du mit seinen Dirnen ausgehst, auf daß nicht jemand dir dreinrede auf einem andern Acker.
      23.      Also hielt sie sich zu den Dirnen des Boas, daß sie las, bis daß die Gerstenernte und Weizenernte aus war; und kam wieder zu ihrer Schwiegermutter.

Das 3. Kapitel

      1.      Und Naemi, ihre Schwiegermutter, sprach zu ihr: Meine Tochter, ich will dir Ruhe schaffen, daß dir’s wohl gehe.
      2.      Nun, der Boas, unser Verwandter, bei des Dirnen du gewesen bist, worfelt diese Nacht Gerste auf seiner Tenne.
      3.      So bade dich und salbe dich und lege dein Kleid an und gehe hinab auf die Tenne; gib dich dem Manne nicht zu erkennen, bis er ganz gegessen und getrunken hat.
      4.      Wenn er sich dann legt, so merke den Ort, da er sich hin legt, und komm und decke auf zu seinen Füßen und lege dich, so wird er dir wohl sagen, was du tun sollst.
      5.      Sie sprach zu ihr: Alles, was du mir sagst, will ich tun.
      6.      Sie ging hinab zur Tenne und tat alles, wie ihre Schwiegermutter geboten hatte.
      7.      Und da Boas gegessen und getrunken hatte, ward sein Herz guter Dinge, und er kam und legte sich hinter einen Kornhaufen; und sie kam leise und deckte auf zu seinen Füßen und legte sich.
      8.      Da es nun Mitternacht ward, erschrak der Mann und beugte sich vor; und siehe, ein Weib lag zu seinen Füßen.
      9.      Und er sprach: Wer bist du? Sie antwortete: Ich bin Ruth, deine Magd. Breite deine Decke über deine Magd; denn du bist der Erbe.
      10.      Er aber sprach: Gesegnet seist du dem HERRN, meine Tochter! Du hast deine Liebe hernach besser gezeigt den zuvor, daß du bist nicht den Jünglingen nachgegangen, weder reich noch arm.
      11.      Nun, meine Tochter, fürchte dich nicht. Alles was du sagst, will ich dir tun; denn die ganze Stadt meines Volkes weiß, daß du ein tugendsam Weib bist.
      12.      Nun, es ist wahr, daß ich der Erbe bin; aber es ist einer näher denn ich.
      13.      Bleibe über Nacht. Morgen, so er dich nimmt, wohl; gelüstet’s ihn aber nicht, dich zu nehmen, so will ich dich nehmen, so wahr der HERR lebt. Schlaf bis zum Morgen.
      14.      Und sie schlief bis zum Morgen zu seinen Füßen. Und sie stand auf, ehe denn einer den andern erkennen konnte; und er gedachte, daß nur niemand innewerde, daß das Weib in die Tenne gekommen sei.
      15.      Und sprach: Lange her den Mantel, den du anhast, und halt ihn. Und sie hielt ihn. Und er maß sechs Maß Gerste und legte es auf sie. Und er kam in die Stadt.
      16.      Sie aber kam zu ihrer Schwiegermutter; die sprach: Wie steht’s mit dir, meine Tochter? Und sie sagte ihr alles, was ihr der Mann getan hatte,
      17.      und sprach: Diese sechs Maß Gerste gab er mir; denn er sprach: Du sollst nicht leer zu deiner Schwiegermutter kommen.
      18.      Sie aber sprach: Sei still, meine Tochter, bis du erfährst, wo es hinaus will; denn der Mann wird nicht ruhen, er bringe es denn heute zu Ende.

Das 4. Kapitel

      1.      Boas ging hinauf ins Tor und setzte sich daselbst. Und siehe, da der Erbe vorüberging, von welchem er geredet hatte, sprach Boas: Komm und setze dich hierher! Und er kam und setzte sich.
      2.      Und er nahm zehn Männer von den Ältesten der Stadt und sprach: Setzt euch her! Und sie setzten sich.
      3.      Da sprach er zu dem Erben: Naemi, die vom Lande der Moabiter wiedergekommen ist, bietet feil das Stück Feld, das unsers Bruders war, Elimelechs.
      4.      Darum gedachte ich’s vor deine Ohren zu bringen und zu sagen: Willst du es beerben, so kaufe es vor den Bürgern und vor den Ältesten meines Volkes; willst du es aber nicht beerben, so sage mir’s, daß ich’s wisse. Denn es ist kein Erbe außer dir und ich nach dir. Er sprach: Ich will’s beerben.
      5.      Boas sprach: Welches Tages du das Feld kaufst von der Hand Naemis, so mußt du auch Ruth, die Moabitin, des Verstorbenen Weib, nehmen, daß du dem Verstorbenen einen Namen erweckst auf seinem Erbteil.
      6.      Da sprach er: Ich vermag es nicht zu beerben, daß ich nicht vielleicht mein Erbteil verderbe. Beerbe du, was ich beerben soll; denn ich vermag es nicht zu beerben.
      7.      Und es war von alters her eine solche Gewohnheit in Israel: wenn einer ein Gut nicht beerben noch erkaufen wollte, auf daß eine Sache bestätigt würde, so zog er seinen Schuh aus und gab ihn dem andern; das war das Zeugnis in Israel.
      8.      Und der Erbe sprach zu Boas: Kaufe du es! und zog seinen Schuh aus.
      9.      Und Boas sprach zu den Ältesten und zu allem Volk: Ihr seid heute Zeugen, daß ich alles gekauft habe, was dem Elimelech, und alles, was Chiljon und Mahlon gehört hat, von der Hand Naemis;
      10.      dazu auch Ruth, die Moabitin, Mahlons Weib, habe ich mir erworben zum Weibe, daß ich dem Verstorbenen einen Namen erwecke auf sein Erbteil und sein Name nicht ausgerottet werde unter seinen Brüdern und aus dem Tor seines Orts; Zeugen seid ihr des heute.
      11.      Und alles Volk, das im Tor war, samt den Ältesten sprachen: Wir sind Zeugen. Der HERR mache das Weib, das in dein Haus kommt, wie Rahel und Leah, die beide das Haus Israels gebaut haben; und wachse sehr in Ephratha und werde gepriesen zu Bethlehem.
      12.      Und dein Haus werde wie das Haus des Perez, den Thamar dem Juda gebar, von dem Samen, den dir der HERR geben wird von dieser Dirne.
      13.      Also nahm Boas die Ruth, daß sie sein Weib ward. Und da er zu ihr einging, gab ihr der HERR, daß sie schwanger ward und gebar einen Sohn.
      14.      Da sprachen die Weiber zu Naemi: Gelobt sei der HERR, der dir nicht hat lassen abgehen einen Erben zu dieser Zeit, daß sein Name in Israel bliebe.
      15.      Der wir dich erquicken und dein Alter versorgen. Denn deine Schwiegertochter, die dich geliebt hat, hat ihn geboren, welche dir besser ist als sieben Söhne.
      16.      Und Naemi nahm das Kind und legte es auf ihren Schoß und ward seine Wärterin.
      17.      Und ihre Nachbarinnen gaben ihm einen Namen und sprachen: Naemi ist ein Kind geboren; und hießen ihn Obed. Der ist der Vater Isais, welcher ist Davids Vater.
      18.      Dies ist das Geschlecht des Perez: Perez zeugte Hezron;
      19.      Hezron zeugte Ram; Ram zeugte Amminadab;
      20.      Amminadab zeugte Nahesson; Nahesson zeugte Salma;
      21.      Salma zeugte Boas; Boas zeugte Obed;
      22.      Obed zeugte Isai; Isai zeugte David.
  1. SAMUEL

Das 1. Kapitel

      1.      Es war ein Mann von Ramathaim-Zophim, vom Gebirge Ephraim, der hieß Elkana, ein Sohn Jerohams, des Sohnes Elihus, des Sohnes Thohus, des Sohnes Zuphs, ein Ephraimiter.
      2.      Und er hatte zwei Weiber; eine hieß Hanna, die andere Peninna. Peninna aber hatte Kinder, und Hanna hatte keine Kinder.
      3.      Und derselbe Mann ging jährlich hinauf von seiner Stadt, daß er anbetete und opferte dem HERRN Zebaoth zu Silo. Daselbst waren aber Priester des HERRN Hophni und Pinehas, die zwei Söhne Elis.
      4.      Und des Tages, da Elkana opferte, gab er seinem Weib Peninna und allen ihren Söhnen und Töchtern Stücke.
      5.      Aber Hanna gab er ein Stück traurig; denn er hatte Hanna lieb, aber der HERR hatte ihren Leib verschlossen.
      6.      Und ihre Widersacherin betrübte und reizte sie sehr, darum daß der HERR ihren Leib verschlossen hatte.
      7.      Also ging’s alle Jahre; wenn sie hinaufzog zu des HERRN Hause, betrübte jene sie also; so weinte sie dann und aß nichts.
      8.      Elkana aber, ihr Mann, sprach zu ihr: Hanna, warum weinst du, und warum issest du nichts, und warum ist dein Herz so traurig ? Bin ich dir nicht besser denn zehn Söhne?
      9.      Da stand Hanna auf, nachdem sie gegessen hatten zu Silo und getrunken. (Eli aber, der Priester, saß auf einem Stuhl an der Pfoste des Tempels des HERRN.)
      10.      Und sie war von Herzen betrübt und betete zum HERRN und weinte sehr
      11.      und gelobte ein Gelübde und sprach: HERR Zebaoth, wirst du deiner Magd Elend ansehen und an mich gedenken und deiner Magd nicht vergessen und wirst deiner Magd einen Sohn geben, so will ich ihn dem HERRN geben sein Leben lang und soll kein Schermesser auf sein Haupt kommen.
      12.      Und da sie lange betete vor dem HERRN, hatte Eli acht auf ihren Mund.
      13.      Denn Hanna redete in ihrem Herzen; allein ihre Lippen regten sich, und ihre Stimme hörte man nicht. Da meinte Eli, sie wäre trunken,
      14.      und sprach zu ihr: Wie lange willst du trunken sein ? Laß den Wein von dir kommen, den du bei dir hast!
      15.      Hanna aber antwortete und sprach: Nein, mein Herr, ich bin ein betrübtes Weib. Wein und starkes Getränk habe ich nicht getrunken, sondern habe mein Herz vor dem HERRN ausgeschüttet.
      16.      Du wolltest deine Magd nicht achten wie ein loses Weib; denn ich habe aus meinem großen Kummer und Traurigkeit geredet bisher.
      17.      Eli antwortete und sprach: Gehe hin mit Frieden; der Gott Israels wird dir geben deine Bitte, die du von ihm gebeten hast.
      18.      Sie sprach: Laß deine Magd Gnade finden vor deinen Augen. Also ging das Weib hin ihres Weges und aß und sah nicht mehr so traurig.
      19.      Und des Morgens früh machten sie sich auf; und da sie angebetet hatten vor dem HERRN, kehrten sie wieder um und kamen heim gen Rama. Und Elkana erkannte sein Weib Hanna, und der HERR gedachte an sie.
      20.      Und da die Tage um waren, ward Hanna schwanger und gebar einen Sohn und hieß ihn Samuel: "denn ich habe ihn von dem HERRN erbeten."
      21.      Und da der Mann Elkana hinaufzog mit seinem ganzen Hause, daß er dem HERRN opferte das jährliche Opfer und sein Gelübde,
      22.      zog Hanna nicht mit hinauf, sondern sprach zu ihrem Mann: Bis der Knabe entwöhnt werde, so will ich ihn bringen, daß er vor dem HERRN erscheine und bleibe daselbst ewiglich.
      23.      Elkana, ihr Mann, sprach zu ihr: So tue, wie dir’s gefällt: bleib, bis du ihn entwöhnst; der HERR bestätige aber was er geredet hat. Also blieb das Weib und säugte ihren Sohn, bis daß sie ihn entwöhnte,
      24.      und brachte ihn mit sich hinauf, nachdem sie ihn entwöhnt hatte, mit drei Farren, mit einem Epha Mehl und einem Krug Wein; und brachte ihn in das Haus des HERRN zu Silo. Der Knabe war aber noch jung.
      25.      Und sie schlachteten einen Farren und brachten den Knaben zu Eli.
      26.      Und sie sprach: Ach, mein Herr, so wahr deine Seele lebt, mein Herr, ich bin das Weib, das hier bei dir stand, zu dem HERRN zu beten.
      27.      Um diesen Knaben bat ich. Nun hat der HERR meine Bitte gegeben, die ich von ihm bat.
      28.      Darum gebe ich ihm dem HERRN wieder sein Leben lang, weil er vom HERRN erbeten ist. Und sie beteten daselbst den HERRN an.

Das 2. Kapitel

      1.      Und Hanna betete und sprach: Mein Herz ist fröhlich in dem HERRN; mein Horn ist erhöht in dem HERRN. Mein Mund hat sich weit aufgetan über meine Feinde; denn ich freue mich deines Heils.
      2.      Es ist niemand heilig wie der HERR, außer dir ist keiner; und ist kein Hort, wie unser Gott ist.
      3.      Laßt euer großes Rühmen und Trotzen, noch gehe freches Reden aus eurem Munde; denn der HERR ist ein Gott, der es merkt, und läßt solch Vornehmen nicht gelingen.
      4.      Der Bogen der Starken ist zerbrochen, und die Schwachen sind umgürtet mit Stärke.
      5.      Die da satt waren, sind ums Brot Knechte geworden, und die Hunger litten, hungert nicht mehr; ja die Unfruchtbare hat sieben geboren, und die viele Kinder hatte, hat abgenommen.
      6.      Der HERR tötet und macht lebendig, führt in die Hölle und wieder heraus.
      7.      Der HERR macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht.
      8.      Er hebt auf den Dürftigen aus dem Staub und erhöht den Armen aus dem Kot, daß er ihn setze unter die Fürsten und den Stuhl der Ehre erben lasse. Denn der Welt Grundfesten sind des HERRN, und er hat den Erdboden darauf gesetzt.
      9.      Er wird behüten die Füße seiner Heiligen, aber die Gottlosen müssen zunichte werden in Finsternis; denn viel Vermögen hilft doch niemand.
      10.      Die mit dem HERRN hadern, müssen zugrunde gehen; über ihnen wird er donnern im Himmel. Der HERR wird richten der Welt Enden und wird Macht geben seinem König und erhöhen das Horn seines Gesalbten.
      11.      Elkana aber ging hin gen Rama in sein Haus; und der Knabe war des HERRN Diener vor dem Priester Eli.
      12.      Aber die Söhne Elis waren böse Buben; die fragten nicht nach dem HERRN
      13.      noch nach dem Recht der Priester an das Volk. Wenn jemand etwas opfern wollte, so kam des Priesters Diener, wenn das Fleisch kochte, und hatte eine Gabel mit drei Zacken in seiner Hand
      14.      und stieß in den Tiegel oder Kessel oder Pfanne oder Topf; was er mit der Gabel hervorzog, das nahm der Priester davon. Also taten sie dem ganzen Israel, die dahinkamen zu Silo.
      15.      Desgleichen, ehe denn sie das Fett anzündeten, kam des Priesters Diener und sprach zu dem, der das Opfer brachte: Gib mir das Fleisch, dem Priester zu braten; denn er will nicht gekochtes Fleisch von dir nehmen, sondern rohes.
      16.      Wenn dann jemand zu ihm sagte: Laß erst das Fett anzünden und nimm darnach, was dein Herz begehrt, so sprach er zu ihm: Du sollst mir’s jetzt geben; wo nicht so will ich’s mit Gewalt nehmen.
      17.      Darum war die Sünde der jungen Männer sehr groß vor dem HERRN; denn die Leute lästerten das Opfer des HERRN.
      18.      Samuel aber war ein Diener vor dem HERRN; und der Knabe war umgürtet mit einem Leibrock.
      19.      Dazu machte ihm seine Mutter ein kleines Oberkleid und brachte es ihm hinauf zu seiner Zeit, wenn sie mit ihrem Mann hinaufging, zu opfern das jährliche Opfer.
      20.      Und Eli segnete Elkana und sein Weib und sprach: Der HERR gebe dir Samen von diesem Weibe um der Bitte willen, die sie vom HERRN gebeten hat. Und sie gingen an ihren Ort.
      21.      Und der HERR suchte Hanna heim, daß sie schwanger ward und gebar drei Söhne und zwei Töchter. Aber Samuel, der Knabe, nahm zu bei dem HERRN.
      22.      Eli aber war sehr alt und erfuhr alles, was seine Söhne taten dem ganzen Israel, und daß sie schliefen bei den Weibern, die da dienten vor der Tür der Hütte des Stifts.
      23.      Und er sprach zu ihnen: Warum tut ihr solches? Denn ich höre euer böses Wesen von diesem ganzen Volk.
      24.      Nicht, meine Kinder, das ist nicht ein gutes Gerücht, das ich höre. Ihr macht des HERRN Volk übertreten.
      25.      Wenn jemand wider einen Menschen sündigt, so kann’s der Richter schlichten. Wenn aber jemand wider den HERRN sündigt, wer kann für ihn bitten ? Aber sie gehorchten ihres Vaters Stimme nicht; denn der HERR war willens, sie zu töten.
      26.      Aber der Knabe Samuel nahm immermehr zu und war angenehm bei dem HERRN und bei den Menschen.
      27.      Es kam aber ein Mann Gottes zu Eli und sprach zu ihm: So spricht der HERR: Ich habe mich offenbart deines Vaters Hause, da sie noch in Ägypten waren, in Pharaos Hause,
      28.      und habe ihn daselbst mir erwählt vor allen Stämmen Israels zum Priestertum, daß er opfern sollte auf meinem Altar und Räuchwerk anzünden und den Leibrock vor mir tragen, und habe deines Vaters Hause gegeben alle Feuer der Kinder Israel.
      29.      Warum tretet ihr denn mit Füßen meine Schlachtopfer und Speisopfer, die ich geboten habe in der Wohnung? Und du ehrst deine Söhne mehr denn mich, daß ihr euch mästet von dem Besten aller Speisopfer meines Volkes Israel.
      30.      Darum spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe geredet, dein Haus und deines Vaters Haus sollten wandeln vor mir ewiglich. Aber nun spricht der HERR: Es sei fern von mir! sondern wer mich ehrt, den will ich auch ehren; wer aber mich verachtet, der soll wieder verachtet werden.
      31.      Siehe, es wird die Zeit kommen, daß ich will entzweibrechen deinen Arm und den Arm deines Vaterhauses, daß kein Alter sei in deinem Hause,
      32.      und daß du sehen wirst deinen Widersacher in der Wohnung bei allerlei Gutem, das Israel geschehen wird, und wird kein Alter sein in deines Vaters Hause ewiglich.
      33.      Doch will ich dir nicht einen jeglichen von meinem Altar ausrotten, auf daß deine Augen verschmachten und deine Seele sich gräme; und alle Menge deines Hauses sollen sterben, wenn sie Männer geworden sind.
      34.      Und das soll dir ein Zeichen sein, das über deine zwei Söhne, Hophni und Pinehas, kommen wird: auf einen Tag werden sie beide sterben.
      35.      Ich will aber einen treuen Priester erwecken, der soll tun, wie es meinem Herzen und meiner Seele gefällt; dem will ich ein beständiges Haus bauen, daß er vor meinem Gesalbten wandle immerdar.
      36.      Und wer übrig ist von deinem Hause, der wird kommen und vor jenem niederfallen um einen silbernen Pfennig und ein Stück Brot und wird sagen: Laß mich doch zu einem Priesterteil, daß ich einen Bissen Brot esse.

Das 3. Kapitel

      1.      Und da Samuel, der Knabe, dem HERRN diente unter Eli, war des HERRN Wort teuer zu derselben Zeit, und war wenig Weissagung.
      2.      Und es begab sich, zur selben Zeit lag Eli an seinem Ort, und seine Augen fingen an, dunkel zu werden, daß er nicht sehen konnte.
      3.      Und Samuel hatte sich gelegt im Tempel des HERRN, da die Lade Gottes war, und die Lampe Gottes war noch nicht verloschen.
      4.      Und der HERR rief Samuel. Er aber antwortete: Siehe, hier bin ich!
      5.      und lief zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! du hast mich gerufen. Er aber sprach: Ich habe dich nicht gerufen; gehe wieder hin und lege dich schlafen. Und er ging hin und legte sich schlafen.
      6.      Der HERR rief abermals: Samuel! Und Samuel stand auf und ging zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! du hast mich gerufen. Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen, mein Sohn; gehe wieder hin und lege dich schlafen.
      7.      Aber Samuel kannte den HERRN noch nicht, und des HERRN Wort war ihm noch nicht offenbart.
      8.      Und der HERR rief Samuel wieder, zum drittenmal. Und er stand auf und ging zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! du hast mich gerufen. Da merkte Eli, daß der HERR den Knaben rief,
      9.      und sprach zu ihm: Gehe wieder hin und lege dich schlafen; und so du gerufen wirst, so sprich: Rede, HERR, denn dein Knecht hört. Samuel ging hin und legte sich an seinen Ort.
      10.      Da kam der HERR und trat dahin und rief wie vormals: Samuel, Samuel! Und Samuel sprach: Rede, denn dein Knecht hört.
      11.      Und der HERR sprach zu Samuel: Siehe, ich tue ein Ding in Israel, daß, wer das hören wird, dem werden seine beiden Ohren gellen.
      12.      An dem Tage will ich erwecken über Eli, was ich wider sein Haus geredet habe; ich will’s anfangen und vollenden.
      13.      Denn ich habe es ihm angesagt, daß ich Richter sein will über sein Haus ewiglich um der Missetat willen, daß er wußte, wie seine Kinder sich schändlich hielten, und hat ihnen nicht gewehrt.
      14.      Darum habe ich dem Hause Eli geschworen, daß die Missetat des Hauses Eli solle nicht versöhnt werden weder mit Schlachtopfer noch mit Speisopfer ewiglich.
      15.      Und Samuel lag bis an den Morgen und tat die Türen auf am Hause des HERRN. Samuel aber fürchtete sich, das Gesicht Eli anzusagen.
      16.      Da rief ihn Eli und sprach: Samuel, mein Sohn! Er antwortete: Siehe, hier bin ich!
      17.      Er sprach: Was ist das Wort, das dir gesagt ist ? Verschweige mir nichts. Gott tue dir dies und das, wo du mir etwas verschweigst, das dir gesagt ist.
      18.      Da sagte es Samuel alles an und verschwieg ihm nichts. Er aber sprach: Es ist der HERR; er tue, was ihm wohl gefällt.
      19.      Samuel aber nahm zu, und der HERR war mit ihm, und fiel keines unter allen seinen Worten auf die Erde.
      20.      Und ganz Israel von Dan an bis gen Beer-Seba erkannte, daß Samuel ein treuer Prophet des HERRN war.
      21.      Und der HERR erschien hinfort zu Silo; denn der HERR war durch Samuel offenbart worden zu Silo durchs Wort des HERRN. Und Samuel fing an zu predigen dem ganzen Israel.

Das 4. Kapitel

      1.      Israel aber zog aus, den Philistern entgegen, in den Streit, und lagerten sich bei Eben-Ezer. Die Philister aber hatten sich gelagert zu Aphek
      2.      und stellten sich gegen Israel. Und der Streit teilte sich weit, und Israel ward vor den Philistern geschlagen; und sie schlugen in der Ordnung im Felde bei viertausend Mann.
      3.      Und da das Volk ins Lager kam, sprachen die Ältesten Israels: Warum hat uns der HERR heute schlagen lassen vor den Philistern? Laßt uns zu uns nehmen die Lade des Bundes des HERRN von Silo und laßt sie unter uns kommen, daß sie uns helfe von der Hand unsrer Feinde.
      4.      Und das Volk sandte gen Silo und ließ von da holen die Lade des Bundes des HERRN Zebaoth, der über den Cherubim sitzt. Und es waren da die zwei Söhne Elis mit der Lade des Bundes Gottes, Hophni und Pinehas.
      5.      Und da die Lade des Bundes des HERRN ins Lager kam, jauchzte das ganze Israel mit großem Jauchzen, daß die Erde erschallte.
      6.      Da aber die Philister hörten das Geschrei solches Jauchzens, sprachen sie: Was ist das Geschrei solches großen Jauchzens in der Hebräer Lager? Und da sie erfuhren, daß die Lade des HERRN ins Lager gekommen wäre,
      7.      fürchteten sie sich und sprachen: Gott ist ins Lager gekommen; und sprachen weiter: Wehe uns! denn es ist zuvor nicht also gestanden.
      8.      Wehe uns! Wer will uns erretten von der Hand dieser mächtigen Götter, die Ägypten schlugen mit allerlei Plage in der Wüste.
      9.      So seid nun getrost ihr Männer, ihr Philister, daß ihr nicht dienen müßt den Hebräern, wie sie euch gedient haben ! Seid Männer und streitet !
      10.      Da stritten die Philister, und Israel ward geschlagen, und ein jeglicher floh in seine Hütte; und es war eine sehr große Schlacht, daß aus Israel fielen dreißigtausend Mann Fußvolk.
      11.      Und die Lade Gottes ward genommen, und die zwei Söhne Elis, Hophni und Pinehas, starben.
      12.      Da lief einer von Benjamin aus dem Heer und kam gen Silo desselben Tages und hatte seine Kleider zerrissen und hatte Erde auf sein Haupt gestreut.
      13.      Und siehe, als er hineinkam, saß Eli auf dem Stuhl, daß er den Weg sähe; denn sein Herz war zaghaft über die Lade Gottes. Und da der Mann in die Stadt kam, sagte er’s an, und die ganze Stadt schrie.
      14.      Und da Eli das laute Schreien hörte, fragte er: Was ist das für ein lautes Getümmel? Da kam der Mann eilend und sagte es Eli an.
      15.      Eli aber war achtundneunzig Jahre alt, und seine Augen waren dunkel, daß er nicht sehen konnte.
      16.      Der Mann aber sprach zu Eli: Ich komme und bin heute aus dem Heer geflohen. Er aber sprach: Wie geht es zu, mein Sohn?
      17.      Da antwortete der Verkündiger und sprach: Israel ist geflohen vor den Philistern, und ist eine große Schlacht im Volk geschehen, und deine zwei Söhne, Hophni und Pinehas, sind gestorben; dazu die Lade Gottes ist genommen.
      18.      Da er aber der Lade Gottes gedachte, fiel er zurück vom Stuhl am Tor und brach seinen Hals entzwei und starb; denn er war alt und ein schwerer Mann. Er richtete aber Israel vierzig Jahre.
      19.      Seine Schwiegertochter aber, des Pinehas Weib, war schwanger und sollte gebären. Da sie das Gerücht hörte, daß die Lade Gottes genommen und ihr Schwiegervater und ihr Mann tot war, krümmte sie sich und gebar; denn es kam sie ihre Wehe an.
      20.      Und da sie jetzt starb, sprachen die Weiber, die neben ihr standen: Fürchte dich nicht, du hast einen jungen Sohn. Aber sie antwortete nicht und nahm’s auch nicht zu Herzen.
      21.      Und sie hieß den Knaben Ikabod und sprach: Die Herrlichkeit ist dahin von Israel! weil die Lade Gottes genommen war, und wegen ihres Schwiegervaters und ihres Mannes.
      22.      Und sprach abermals: Die Herrlichkeit ist dahin von Israel; denn die Lade Gottes ist genommen.

Das 5. Kapitel

      1.      Die Philister aber nahmen die Lade Gottes und brachten sie von Eben-Ezer gen Asdod
      2.      in das Haus Dagons und stellten sie neben Dagon.
      3.      Und da die von Asdod des andern Morgens früh aufstanden, fanden sie Dagon auf seinem Antlitz liegen auf der Erde vor der Lade des HERRN. Aber sie nahmen den Dagon und setzten ihn wieder an seinen Ort.
      4.      Da sie aber des andern Morgens früh aufstanden, fanden sie Dagon abermals auf seinem Antlitz liegen auf der Erde vor der Lade des HERRN, aber sein Haupt und seine beiden Hände waren abgehauen auf der Schwelle, daß der Rumpf allein dalag.
      5.      Darum treten die Priester Dagons und alle, die in Dagons Haus gehen, nicht auf die Schwelle Dagons zu Asdod bis auf diesen Tag.
      6.      Aber die Hand des HERRN war schwer über die von Asdod und verderbte sie und schlug sie mit bösen Beulen, Asdod und sein Gebiet.
      7.      Da aber die Leute zu Asdod sahen, daß es so zuging, sprachen sie: Laßt die Lade des Gottes Israels nicht bei uns bleiben; denn seine Hand ist zu hart über uns und unserm Gott Dagon.
      8.      Und sie sandten hin und versammelten alle Fürsten der Philister zu sich und sprachen: Was sollen wir mit der Lade des Gottes Israels machen ? Da antworteten sie: Laßt die Lade des Gottes Israels nach Gath tragen. Und sie trugen die Lade des Gottes Israels dahin.
      9.      Da sie aber dieselbe dahin getragen hatten, ward durch die Hand des HERRN in der Stadt ein sehr großer Schrecken, und er schlug die Leute in der Stadt, beide, klein und groß, also daß an ihnen Beulen ausbrachen.
      10.      Da sandten sie die Lade des HERRN gen Ekron. Da aber die Lade Gottes gen Ekron kam, schrieen die von Ekron: Sie haben die Lade Gottes hergetragen zu mir, daß sie mich töte und mein Volk.
      11.      Da sandten sie hin und versammelten alle Fürsten der Philister und sprachen: Sendet die Lade des Gottes Israels wieder an ihren Ort, daß sie mich und mein Volk nicht töte. Denn die Hand Gottes machte einen sehr großen Schrecken mit Würgen in der ganzen Stadt.
      12.      Und welche Leute nicht starben, die wurden geschlagen mit Beulen, daß das Geschrei der Stadt auf gen Himmel ging.

Das 6. Kapitel

      1.      Also war die Lade des HERRN sieben Monate im Lande der Philister.
      2.      Und die Philister riefen ihre Priester und Weissager und sprachen: Was sollen wir mit der Lade des HERRN machen ? Lehrt uns, womit sollen wir sie an ihren Ort senden ?
      3.      Sie sprachen: Wollt ihr die Lade des Gottes Israels senden, so sendet sie nicht leer, sondern sollt ihm vergelten ein Schuldopfer; so werdet ihr gesund werden und wird euch kund werden, warum seine Hand nicht von euch läßt.
      4.      Sie aber sprachen: Welches ist das Schuldopfer, das wir ihm geben sollen ? Sie antworteten: Fünf goldene Beulen und fünf goldene Mäuse nach der Zahl der fünf Fürsten der Philister; denn es ist einerlei Plage gewesen über euch alle und über eure Fürsten.
      5.      So müßt ihr nun machen Bilder eurer Beulen und eurer Mäuse, die euer Land verderbt haben, daß ihr dem Gott Israels die Ehre gebt; vielleicht wird seine Hand leichter werden über euch und über euren Gott und über euer Land.
      6.      Warum verstockt ihr euer Herz, wie die Ägypter und Pharao ihr Herz verstockten ? Ist’s nicht also: da er seine Macht an ihnen bewies, ließen sie sie fahren, daß sie hingingen ?
      7.      So nehmet nun und machet einen neuen Wagen und zwei junge, säugende Kühe, auf die noch nie ein Joch gekommen ist, und spannt sie an den Wagen und laßt ihre Kälber hinter ihnen daheim bleiben.
      8.      Und nehmet die Lade des HERRN und legt sie auf den Wagen; und die goldenen Kleinode, die ihr ihm zum Schuldopfer gebet, tut in ein Kästlein neben ihre Seite. Und sendet sie hin und laßt sie gehen.
      9.      Und sehet zu: geht sie hin auf dem Weg ihrer Grenze gen Beth-Semes, so hat er uns all das große Übel getan; wo nicht, so werden wir wissen, daß sein Hand uns nicht gerührt hat, sondern es ist uns ungefähr widerfahren.
      10.      Die Leute taten also und nahmen zwei junge, säugende Kühe und spannten sie an den Wagen und behielten ihre Kälber daheim
      11.      und legten die Lade des HERR auf den Wagen und das Kästlein mit den goldenen Mäusen und mit den Bildern ihrer Beulen.
      12.      Und die Kühe gingen geradewegs auf Beth-Semes zu auf einer Straße und gingen und blökten und wichen nicht weder zur Rechten noch zur Linken; und die Fürsten der Philister gingen ihnen nach bis an die Grenze von Beth-Semes.
      13.      Die Beth-Semiter aber schnitten eben in der Weizenernte im Grund, und hoben ihre Augen auf und sahen die Lade und freuten sich, sie zu sehen.
      14.      Der Wagen aber kam auf den Acker Josuas, des Beth-Semiters, und stand daselbst still. Und war ein großer Stein daselbst. Und sie spalteten das Holz vom Wagen und opferten die Kühe dem HERRN zum Brandopfer.
      15.      Die Leviten aber hoben die Lade des HERRN herab und das Kästlein, das obendran war, darin die goldenen Kleinode waren, und setzten sie auf den großen Stein. Aber die Leute zu Beth-Semes opferten dem HERRN desselben Tages Brandopfer und andere Opfer.
      16.      Da aber die fünf Fürsten der Philister zugesehen hatten, zogen sie wiederum gen Ekron desselben Tages.
      17.      Dies sind aber die goldenen Beulen, die die Philister dem HERRN zum Schuldopfer gaben: Sadod eine, Gaza eine, Askalon eine, Gath eine und Ekron eine;
      18.      und die goldenen Mäuse nach der Zahl aller Städte der Philister unter den fünf Fürsten, der gemauerten Städte und der Dörfer. Und Zeuge ist der große Stein, darauf sie die Lade des HERRN ließen, bis auf diesen Tag auf dem Acker Josuas, des Beth-Semiters.
      19.      Und etliche zu Beth-Semes wurden geschlagen, darum daß sie die Lade des HERRN angesehen hatten. Und er schlug des Volks siebzig Mann (fünfzigtausendund siebzig). Da trug das Volk Leid, daß der HERR so eine große Schlacht im Volk getan hatte.
      20.      Und die Leute zu Beth-Semes sprachen: Wer kann stehen vor dem HERRN, solchem heiligen Gott? Und zu wem soll er von uns ziehen ?
      21.      Und sie sandten Boten zu den Bürgern Kirjath-Jearims und ließen ihnen sagen: Die Philister haben uns die Lade des HERRN wiedergebracht; kommt herab und holt sie zu euch hinauf.

Das 7. Kapitel

      1.      Also kamen die Leute von Kirjath-Jearim und holten die Lade des HERRN hinauf und brachten sie ins Haus Abinadabs auf dem Hügel; und seinen Sohn Eleasar heiligten sie, daß er die Lade des HERRN hütete.
      2.      Und von dem Tage an, da die Lade des HERRN zu Kirjath-Jearim blieb, verzog sich die Zeit so lange, bis es zwanzig Jahre wurden; und das ganze Haus Israel weinte vor dem HERRN.
      3.      Samuel aber sprach zum ganzen Hause Israel: So ihr euch mit ganzem Herzen bekehrt zu dem HERRN, so tut von euch die fremden Götter und die Astharoth und richtet euer Herz zu dem HERRN und dienet ihm allein, so wird er euch erretten aus der Philister Hand.
      4.      Da taten die Kinder Israel von sich die Baalim und die Astharoth und dienten dem HERRN allein.
      5.      Samuel aber sprach: Versammelt das ganze Israel gen Mizpa, daß ich für euch bitte zum HERRN.
      6.      Und sie kamen zusammen gen Mizpa und schöpften Wasser und gossen’s aus vor dem HERRN und fasteten denselben Tag und sprachen daselbst: Wir haben an dem HERRN gesündigt. Also richtete Samuel die Kinder Israel zu Mizpa.
      7.      Da aber die Philister hörten, daß die Kinder Israel zusammengekommen waren gen Mizpa, zogen die Fürsten der Philister hinauf wider Israel. Da das die Kinder Israel hörten, fürchteten sie sich vor den Philistern
      8.      und sprachen zu Samuel: Laß nicht ab, für uns zu schreien zu dem HERRN, unserm Gott, daß er uns helfe aus der Philister Hand.
      9.      Samuel nahm ein Milchlämmlein und opferte dem HERRN ein ganzes Brandopfer und schrie zum HERRN für Israel; und der HERR erhörte ihn.
      10.      Und indem Samuel das Brandopfer opferte, kamen die Philister herzu, zu streiten wider Israel. Aber der HERR ließ donnern einen großen Donner über die Philister desselben Tages und schreckte sie, daß sie vor Israel geschlagen wurden.
      11.      Da zogen die Männer Israels aus von Mizpa und jagten die Philister und schlugen sie bis unter Beht-Kar.
      12.      Da nahm Samuel einen Stein und setzte ihn zwischen Mizpa und Sen und hieß ihn Eben-Ezer und sprach: Bis hierher hat uns der HERR geholfen.
      13.      Also wurden die Philister gedämpft und kamen nicht mehr in die Grenze Israels; und die Hand des HERRN war wider die Philister, solange Samuel lebte.
      14.      Also wurden Israel die Städte wieder, die die Philister ihnen genommen hatten, von Ekron an bis gen Gath, samt ihrem Gebiet; die errettete Israel von der Hand der Philister. Und Israel hatte Frieden mit den Amoritern.
      15.      Samuel aber richtete Israel sein Leben lang
      16.      und zog jährlich umher zu Beth-El und Gilgal und Mizpa. Und wenn er Israel an allen diesen Orten gerichtet hatte,
      17.      kam er wieder gen Rama (denn da war sein Haus) und richtete Israel daselbst und baute dem HERRN daselbst einen Altar.

Das 8. Kapitel

      1.      Da aber Samuel alt ward, setzte er seine Söhne zu Richtern über Israel.
      2.      Sein erstgeborener Sohn hieß Joel und der andere Abia, und sie waren Richter zu Beer-Seba.
      3.      Aber seine Söhne wandelten nicht in seinem Wege, sondern neigten sich zum Geiz und nahmen Geschenke und beugten das Recht.
      4.      Da versammelten sich alle Ältesten in Israel und kamen gen Rama zu Samuel
      5.      und sprachen zu ihm: Siehe, du bist alt geworden, und deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen; so setze nun einen König über uns, der uns richte, wie alle Heiden haben.
      6.      Das gefiel Samuel übel, daß sie sagten: Gib uns einen König, der uns richte. Und Samuel betete vor dem HERRN.
      7.      Der HERR aber sprach zu Samuel: Gehorche der Stimme des Volks in allem, was sie zu dir gesagt haben; denn sie haben nicht dich, sondern mich verworfen, daß ich nicht soll König über sie sein.
      8.      Sie tun dir, wie sie immer getan haben von dem Tage an, da ich sie aus Ägypten führte, bis auf diesen Tag, und sie mich verlassen und andern Göttern gedient haben.
      9.      So gehorche nun ihrer Stimme. Doch bezeuge ihnen und verkündige ihnen das Recht des Königs, der über sie herrschen wird.
      10.      Und Samuel sagte alle Worte des HERRN dem Volk, das von ihm einen König forderte,
      11.      und sprach: Das wird des Königs Recht sein, der über euch herrschen wird: Eure Söhne wird er nehmen zu seinem Wagen und zu Reitern, und daß sie vor seinem Wagen her laufen,
      12.      und zu Hauptleuten über tausend und über fünfzig und zu Ackerleuten, die ihm seinen Acker bauen, und zu Schnittern in seiner Ernte, und daß sie seine Kriegswaffen und was zu seinen Wagen gehört, machen.
      13.      Eure Töchter aber wird er nehmen, daß sie Salbenbereiterinnen, Köchinnen und Bäckerinnen seien.
      14.      Eure besten Äcker und Weinberge und Ölgärten wird er nehmen und seinen Knechten geben.
      15.      Dazu von eurer Saat und euren Weinbergen wird er den Zehnten nehmen und seinen Kämmerern und Knechten geben.
      16.      Und eure Knechte und Mägde und eure schönsten Jünglinge und eure Esel wird er nehmen und seine Geschäfte damit ausrichten.
      17.      Von euren Herden wird er den Zehnten nehmen, und ihr müßt seine Knechte sein.
      18.      Wenn ihr dann schreien werdet zu der Zeit über euren König, den ihr euch erwählt habt, so wird der HERR zu derselben Zeit euch nicht erhören.
      19.      Aber das Volk weigerte sich, zu gehorchen der Stimme Samuels, und sprachen: Mitnichten, sondern es soll ein König über uns sein,
      20.      daß wir auch seien wie alle Heiden, daß uns unser König richte und vor uns her ausziehe und unsere Kriege führe.
      21.      Und da Samuel alle Worte des Volks gehört hatte, sagte er sie vor den Ohren des HERRN.
      22.      Der HERR aber sprach zu Samuel: Gehorche ihrer Stimme und mache ihnen einen König. Und Samuel sprach zu den Männern Israels: Geht hin, ein jeglicher in seine Stadt.

Das 9. Kapitel

      1.      Es war aber ein Mann von Benjamin mit Namen Kis, ein Sohn Abiels, des Sohnes Zerors, des Sohnes Bechoraths, des Sohnes Aphiahs, des Sohnes eines Benjaminiters, ein wohlhabender Mann.
      2.      Der hatte einen Sohn mit Namen Saul; der war ein junger, schöner Mann, und war kein schönerer unter den Kindern Israel, eines Hauptes länger denn alles Volk.
      3.      Es hatte aber Kis, der Vater Sauls, seine Eselinnen verloren; und er sprach zu seinem Sohn Saul: Nimm der Knechte einen mit dir, mache dich auf, gehe hin und suche die Eselinnen.
      4.      Und sie gingen durch das Gebirge Ephraim und durch das Land Salisa, und fanden sie nicht; sie gingen durch das Land Saalim, und sie waren nicht da; sie gingen durch das Land Benjamin, und fanden sie nicht.
      5.      Da sie aber kamen in das Land Zuph, sprach Saul zu dem Knecht, der mit ihm war: Komm, laß uns wieder heimgehen; mein Vater möchte von den Eselinnen lassen und um uns sorgen.
      6.      Er aber sprach: Siehe, es ist ein berühmter Mann Gottes in dieser Stadt; alles, was er sagt, das geschieht. Nun laß uns dahin gehen; vielleicht sagt er uns unsern Weg, den wir gehen.
      7.      Saul aber sprach zu seinem Knechte: Wenn wir schon hingehen, was bringen wir dem Mann? Denn das Brot ist dahin aus unserm Sack; so haben wir sonst keine Gabe, die wir dem Mann Gottes bringen. Was haben wir?
      8.      Der Knecht antwortete Saul wieder und sprach: Siehe, ich habe ein viertel eines Silberlings bei mir; das wollen wir dem Mann Gottes geben, daß er uns unsern Weg sage.
      9.      [Vorzeiten in Israel, wenn man ging, Gott zu fragen, sprach man: Kommt, laßt uns gehen zu dem Seher ! Denn die man jetzt Propheten heißt, die hieß man vorzeiten Seher.)
      10.      Saul sprach zu seinem Knecht: Du hast wohl geredet; komm laß uns gehen ! Und da sie hingingen zu der Stadt, da der Mann Gottes war,
      11.      und zur Stadt hinaufstiegen, fanden sie Dirnen, die herausgingen, Wasser zu schöpfen. Zu denselben sprachen sie: Ist der Seher hier?
      12.      Sie antworteten ihnen und sprachen: Ja, siehe, da ist er; eile, denn er ist heute in die Stadt gekommen, weil das Volk heute zu opfern hat auf der Höhe.
      13.      Wenn ihr in die Stadt kommt, so werdet ihr ihn finden, ehe denn er hinaufgeht auf die Höhe, zu essen. Denn das Volk wird nicht essen, bis er komme, sintemal er segnet das Opfer; darnach essen die, so geladen sind. Darum geht hinauf, denn jetzt werdet ihr ihn eben antreffen.
      14.      Und da sie hinauf zur Stadt kamen und in die Stadt eintraten, siehe, da ging Samuel heraus, ihnen entgegen, und wollte auf die Höhe gehen.
      15.      Aber der HERR hatte Samuels Ohren offenbart einen Tag zuvor, ehe denn Saul kam, und gesagt:
      16.      Morgen um diese Zeit will ich einen Mann zu dir senden aus dem Lande Benjamin; den sollst du zum Fürsten salben über mein Volk Israel, daß er mein Volk erlöse von der Philister Hand. Denn ich habe mein Volk angesehen, und sein Geschrei ist vor mich gekommen.
      17.      Da nun Samuel Saul ansah, antwortete ihm der HERR: Siehe, das ist der Mann, von dem ich dir gesagt habe, daß er über mein Volk herrsche.
      18.      Da trat Saul zu Samuel unter dem Tor und sprach: Sage mir, wo ist hier des Sehers Haus?
      19.      Samuel antwortete Saul wieder und sprach: Ich bin der Seher. Gehe vor mir hinauf auf die Höhe, denn ihr sollt heute mit mir essen; morgen will ich dich lassen gehen, und alles, was in deinem Herzen ist, will ich dir sagen.
      20.      Und um die Eselinnen, die du vor drei Tagen verloren hast, bekümmere dich jetzt nicht: sie sind gefunden. Und wes wird sein alles, was das Beste ist in Israel? Wird’s nicht dein und deines Vaters ganzen Hauses sein?
      21.      Saul antwortete: Bin ich nicht ein Benjamiter und von einem der geringsten Stämme Israels, und mein Geschlecht das kleinste unter allen Geschlechtern der Stämme Benjamin? Warum sagst du denn mir solches?
      22.      Samuel aber nahm Saul und seinen Knecht und führte sie in den Speisesaal und setzte sie obenan unter die, so geladen waren; der waren bei dreißig Mann.
      23.      Und Samuel sprach zu dem Koch: Gib her das Stück, das ich dir gab und befahl, du solltest es bei dir behalten.
      24.      Da trug der Koch eine Schulter auf und was daranhing. Und er legte es Saul vor und sprach: Siehe, das ist übrig; lege vor dich und iß; denn es ist für dich aufbehalten eben auf diese Zeit, da ich das Volk lud. Also aß Saul mit Samuel des Tages.
      25.      Und da sie hinabgegangen waren von der Höhe zur Stadt, redete er mit Saul auf dem Dache.
      26.      Und sie standen früh auf; und da die Morgenröte aufging, rief Samuel dem Saul auf dem Dach und sprach: Auf ! daß ich dich gehen lasse. Und Saul machte sich auf, und die beiden gingen miteinander hinaus, er und Samuel.
      27.      Und da sie kamen hinab an der Stadt Ende, sprach Samuel zu Saul: Sage dem Knecht, daß er uns vorangehe (und er ging voran ); du aber stehe jetzt still, daß ich dir kundtue, was Gott gesagt hat.

Das 10. Kapitel

      1.      Da nahm Samuel ein Ölglas und goß auf sein Haupt und küßte ihn und sprach: Siehst du, daß dich der HERR zum Fürsten über sein Erbteil gesalbt hat ?
      2.      Wenn du jetzt von mir gehst, so wirst du zwei Männer finden bei dem Grabe Rahels, in der Grenze Benjamins, zu Zelzah; die werden dir sagen: Die Eselinnen sind gefunden, die du zu suchen bist gegangen; und siehe, dein Vater hat die Esel aus der Acht gelassen und sorgt um euch und spricht: Was soll ich um meinen Sohn tun ?
      3.      Und wenn du dich von da weiter wendest, so wirst du kommen zu der Eiche Thabor; daselbst werden dich antreffen drei Männer, die hinaufgehen zu Gott gen Beth-El. Einer trägt drei Böcklein, der andere drei Laibe Brot, der dritte einen Krug mit Wein.
      4.      Und sie werden dich freundlich grüßen und dir zwei Brote geben. Die sollst du von ihren Händen nehmen.
      5.      Darnach wirst du kommen zu dem Hügel Gottes, da der Philister Schildwacht ist; und wenn du daselbst in die Stadt kommst, wird dir begegnen ein Haufe Propheten, von der Hütte herabkommend, und vor ihnen her Psalter und Pauke und Flöte und Harfe, und sie werden weissagen.
      6.      Und der Geist des HERRN wird über dich geraten, daß du mit ihnen weissagst; da wirst du ein anderer Mann werden.
      7.      Wenn dir nun diese Zeichen kommen, so tue, was dir unter die Hand kommt; denn Gott ist mit dir.
      8.      Du sollst aber vor mir hinabgehen gen Gilgal; siehe, da will ich zu dir hinabkommen, zu opfern Brandopfer und Dankopfer. Sieben Tage sollst du harren, bis ich zu dir komme und dir kundtue, was du tun sollst.
      9.      Und da er seine Schultern wandte, daß er von Samuel ginge, gab Gott ihm ein anderes Herz, und alle diese Zeichen kamen auf denselben Tag.
      10.      Und da sie kamen an den Hügel, siehe, da kam ihm ein Prophetenhaufe entgegen; und der Geist Gottes geriet über ihn, daß er unter ihnen weissagte.
      11.      Da ihn aber sahen alle, die ihn vormals gekannt hatten, daß er mit den Propheten weissagte, sprachen sie alle untereinander: Was ist dem Sohn des Kis geschehen ? Ist Saul auch unter den Propheten?
      12.      Und einer daselbst antwortete und sprach: Wer ist ihr Vater? Daher ist das Sprichwort gekommen: Ist Saul auch unter den Propheten?
      13.      Und da er ausgeweisagt hatte, kam er auf die Höhe.
      14.      Es sprach aber Sauls Vetter zu ihm und zu seinem Knecht: Wo seid ihr hingegangen ? Sie antworteten: Die Eselinnen zu suchen; und da wir sahen, daß sie nicht da waren kamen wir zu Samuel.
      15.      Da sprach der Vetter Sauls: Sage mir, was sagte euch Samuel?
      16.      Saul antwortete seinem Vetter: Er sagte uns, daß die Eselinnen gefunden wären. Aber von dem Königreich sagte er ihm nicht, was Samuel gesagt hatte.
      17.      Samuel aber berief das Volk zum HERRN gen Mizpa
      18.      und sprach zu den Kinder Israel: So sagt der HERR, der Gott Israels: Ich habe Israel aus Ägypten geführt und euch von der Ägypter Hand errettet und von der Hand aller Königreiche, die euch zwangen.
      19.      Und ihr habt euren Gott verworfen, der euch aus all eurem Unglück und Trübsal geholfen hat, und sprecht zu ihm: Setze einen König über uns. Wohlan! so tretet nun vor den HERRN nach euren Stämmen und Freundschaften.
      20.      Da nun Samuel alle Stämme Israels herzubrachte, ward getroffen der Stamm Benjamin.
      21.      Und da er den Stamm Benjamin herzubrachte mit seinen Geschlechtern, ward getroffen das Geschlecht Matris, und ward getroffen Saul, der Sohn des Kis. Und sie suchten ihn; aber sie fanden ihn nicht.
      22.      Da fragten sie weiter den HERRN: Wird er auch noch kommen ? Der HERR antwortete: Siehe, er hat sich bei dem Geräte versteckt.
      23.      Da liefen sie hin und holten ihn von dort. Und da er unter das Volk trat, war er eines Hauptes länger denn alles Volk.
      24.      Und Samuel sprach zu allem Volk: Da seht ihr, welchen der HERR erwählt hat; denn ihm ist keiner gleich in allem Volk. Da jauchzte das Volk und sprach: Glück zu dem König!
      25.      Samuel aber sagte dem Volk alle Rechte des Königreiches und schrieb es in ein Buch und legte es vor den HERRN. Und Samuel ließ alles Volk gehen, einen jeglichen in sein Haus.
      26.      Und Saul ging auch heim gen Gibea, und ging mit ihm des Heeres ein Teil, welcher Herz Gott rührte.
      27.      Aber etliche lose Leute sprachen: Was sollte uns dieser helfen ? und verachteten ihn und brachten ihm kein Geschenk. Er aber tat, als hörte er’s nicht.

Das 11. Kapitel

      1.      Es zog aber herauf Nahas, der Ammoniter, und belagerte Jabes in Gilead. Und alle Männer zu Jabes sprachen zu Nahas: Mache einen Bund mit uns, so wollen wir dir dienen.
      2.      Aber Nahas, der Ammoniter, antwortete ihnen: Darin will ich einen Bund mit euch machen, daß ich euch das rechte Auge aussteche und bringe damit Schmach über ganz Israel.
      3.      Da sprachen zu ihm die Ältesten zu Jabes: Gib uns sieben Tage, daß wir Boten senden in alles Gebiet Israels; ist dann niemand, der uns rette, so wollen wir zu dir hinausgehen.
      4.      Da kamen die Boten gen Gibea Sauls und redeten solches vor den Ohren des Volks. Da hob alles Volk seine Stimme auf und weinte.
      5.      Und siehe, da kam Saul vom Felde hinter den Rindern her und sprach: Was ist dem Volk, daß es weint ? Da erzählten sie ihm die Sache der Männer von Jabes.
      6.      Da geriet der Geist Gottes über ihn, als er solche Worte hörte, und sein Zorn ergrimmte sehr,
      7.      und er nahm ein paar Ochsen und zerstückte sie und sandte in alles Gebiet Israels durch die Boten und ließ sagen: Wer nicht auszieht, Saul und Samuel nach, des Rinder soll man also tun. Da fiel die Furcht des HERRN auf das Volk, daß sie auszogen wie ein Mann.
      8.      Und er musterte sie zu Besek; und der Kinder Israel waren dreihundert mal tausend Mann und der Kinder Juda dreißigtausend.
      9.      Und sie sagten den Boten, die gekommen waren: Also sagt den Männern zu Jabes in Gilead: Morgen soll euch Hilfe geschehen, wenn die Sonne beginnt heiß zu scheinen. Da die Boten kamen und verkündigten das den Männern zu Jabes, wurden sie froh.
      10.      Und die Männer von Jabes sprachen: Morgen wollen wir zu euch hinausgehen, daß ihr uns tut alles, was euch gefällt.
      11.      Und des andern Morgens stellte Saul das Volk in drei Haufen, und sie kamen ins Lager um die Morgenwache und schlugen die Ammoniter, bis der Tag heiß ward; welche aber übrigblieben, wurden also zerstreut, daß ihrer nicht zwei beieinander blieben.
      12.      Da sprach das Volk zu Samuel: Wer sind die, die da sagten: Sollte Saul über uns herrschen ? Gebt sie her, die Männer, daß wir sie töten.
      13.      Saul aber sprach: Es soll auf diesen Tag niemand sterben; denn der HERR hat heute sein Heil gegeben in Israel.
      14.      Samuel sprach zum Volk: Kommt, laßt uns gen Gilgal gehen und das Königreich daselbst erneuen.
      15.      Da ging alles Volk gen Gilgal und machten daselbst Saul zum König vor dem HERRN zu Gilgal und opferten Dankopfer vor dem HERRN. Und Saul samt allen Männern Israels freuten sich daselbst gar sehr.

Das 12. Kapitel

      1.      Da sprach Samuel zum ganzen Israel: Siehe, ich habe eurer Stimme gehorcht in allem, was ihr mir gesagt habt, und habe einen König über euch gemacht.
      2.      Und nun siehe, da zieht euer König vor euch her. Ich aber bin alt und grau geworden, und meine Söhne sind bei euch, und ich bin vor euch hergegangen von meiner Jugend auf bis auf diesen Tag.
      3.      Siehe, hier bin ich; antwortet wider mich vor dem HERRN und seinem Gesalbten, ob ich jemandes Ochsen oder Esel genommen habe ? ob ich jemand habe Gewalt oder Unrecht getan ? ob ich von jemandes Hand ein Geschenk genommen habe und mir die Augen blenden lassen ? so will ich’s euch wiedergeben.
      4.      Sie sprachen: Du hast uns keine Gewalt noch Unrecht getan und von niemandes Hand etwas genommen.
      5.      Er sprach zu ihnen: Der HERR sei Zeuge wider euch und sein Gesalbter heutigestages, daß ihr nichts in meiner Hand gefunden habt. Sie sprachen: Ja, Zeugen sollen sie sein.
      6.      Und Samuel sprach zum Volk: Ja, der HERR, der Mose und Aaron gemacht hat und eure Väter aus Ägyptenland geführt hat.
      7.      So tretet nun her, daß ich mit euch rechte vor dem HERRN über alle Wohltat des HERRN, die er an euch und euren Vätern getan hat.
      8.      Als Jakob nach Ägypten gekommen war, schrieen eure Väter zu dem HERRN, und er sandte Mose und Aaron, daß sie eure Väter aus Ägypten führten und sie an diesem Ort wohnen ließen.
      9.      Aber da sie des HERRN, ihres Gottes, vergaßen, verkaufte er sie unter die Gewalt Siseras, des Feldhauptmanns zu Hazor, und unter die Gewalt der Philister und unter die Gewalt des Königs der Moabiter, die stritten wider sie.
      10.      Und sie schrieen zum HERRN und sprachen: Wir haben gesündigt, daß wir den HERRN verlassen und den Baalim und den Astharoth gedient haben; nun aber errette uns von der Hand unserer Feinde, so wollen wir dir dienen.
      11.      Da sandte der HERR Jerubbaal, Bedan, Jephthah und Samuel und errettete euch von eurer Feinde Händen umher und ließ euch sicher wohnen.
      12.      Da ihr aber saht, das Nahas, der König der Kinder Ammon, wider euch kam, spracht ihr zu mir: Mitnichten, sondern ein König soll über uns herrschen; so doch der HERR, euer Gott, euer König war.
      13.      Nun, da habt ihr euren König, den ihr erwählt und erbeten habt; denn siehe, der HERR hat einen König über euch gesetzt.
      14.      Werdet ihr nun den HERRN fürchten und ihm dienen und seiner Stimme gehorchen und dem Munde des HERRN nicht ungehorsam sein, so werdet ihr und euer König, der über euch herrscht, dem HERRN, eurem Gott, folgen.
      15.      Werdet ihr aber des HERRN Stimme nicht gehorchen, sondern seinem Munde ungehorsam sein, so wird die Hand des HERRN wider euch sein wie wider eure Väter.
      16.      Tretet auch nun her und seht das große Ding, das der HERR vor euren Augen tun wird.
      17.      Ist nicht jetzt die Weizenernte? Ich will aber den HERRN anrufen, daß er soll donnern und regnen lassen, daß ihr innewerdet und sehen sollt das große Übel, das ihr vor des HERRN Augen getan habt, daß ihr euch einen König erbeten habt.
      18.      Und da Samuel den HERRN anrief, ließ der HERR donnern und regnen desselben Tages. Da fürchtete das ganze Volk sehr den HERRN und Samuel
      19.      und sprachen alle zu Samuel: Bitte für deine Knechte den HERRN, deinen Gott, daß wir nicht sterben; denn über alle unsre Sünden haben wir auch das Übel getan, daß wir uns einen König erbeten haben.
      20.      Samuel aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht! Ihr habt zwar das Übel alles getan; doch weicht nicht hinter dem HERRN ab, sondern dient dem HERRN von ganzem Herzen
      21.      und folgt nicht dem Eitlen nach; denn es nützt nicht und kann nicht erretten, weil es ein eitel Ding ist.
      22.      Aber der HERR verläßt sein Volk nicht um seines großen Namens willen; denn es hat dem HERRN gefallen, euch ihm selbst zum Volk zu machen.
      23.      Es sei aber auch ferne von mir, mich also an dem HERRN zu versündigen, daß ich sollte ablassen für euch zu beten und euch zu lehren den guten und richtigen Weg.
      24.      Fürchtet nur den HERRN und dient ihm treulich von ganzem Herzen; denn ihr habt gesehen wie große Dinge er an euch tut.
      25.      Werdet ihr aber übel handeln, so werdet ihr und euer König verloren sein.

Das 13. Kapitel

      1.      Saul war ein Jahr König gewesen; und da er zwei Jahre über Israel regiert hatte,
      2.      erwählte er sich dreitausend Mann aus Israel. Zweitausend waren mit Saul zu Michmas und auf dem Gebirge zu Beth-El und eintausend mit Jonathan zu Gibea-Benjamin; das andere Volk aber ließ er gehen, einen jeglichen in seine Hütte.
      3.      Jonathan aber schlug die Schildwacht der Philister, die zu Gibea war. Das kam vor die Philister. Und Saul ließ die Posaune blasen im ganzen Land und sagen: Das laßt die Hebräer hören !
      4.      Und ganz Israel hörte sagen: Saul hat der Philister Schildwacht geschlagen, und Israel ist stinkend geworden vor den Philistern. Und alles Volk wurde zuhauf gerufen Saul nach gen Gilgal.
      5.      Da versammelten sich die Philister, zu streiten mit Israel, dreißigtausend Wagen, sechstausend Reiter und sonst Volk, so viel wie Sand am Rand des Meers, und zogen herauf und lagerten sich zu Michmas, gegen Morgen vor Beth-Aven.
      6.      Da das sahen die Männer Israels, daß sie in Nöten waren (denn dem Volk war bange ), verkrochen sie sich in die Höhlen und Klüfte und Felsen und Löcher und Gruben.
      7.      Es gingen aber auch Hebräer über den Jordan ins Land Gad und Gilead. Saul aber war noch zu Gilgal, und alles Volk ward hinter ihm verzagt.
      8.      Da harrte er sieben Tage auf die Zeit, von Samuel bestimmt. Und da Samuel nicht kam gen Gilgal, zerstreute sich das Volk von ihm.
      9.      Da sprach Saul: Bringt mir her Brandopfer und Dankopfer. Und er opferte Brandopfer.
      10.      Als aber das Brandopfer vollendet war, siehe, da kam Samuel. Da ging Saul hinaus ihm entgegen, ihn zu grüßen.
      11.      Samuel aber sprach: Was hast du getan ? Saul antwortete: Ich sah, daß das Volk sich von mir zerstreute, und du kamst nicht zu bestimmter Zeit, und die Philister waren versammelt zu Michmas.
      12.      Da sprach ich: Nun werden die Philister zu mir herabkommen gen Gilgal, und ich habe das Angesicht des HERRN nicht erbeten; da wagte ich’s und opferte Brandopfer.
      13.      Samuel aber sprach zu Saul: Du hast töricht getan und nicht gehalten des HERRN, deines Gottes, Gebot, das er dir geboten hat; denn er hätte dein Reich bestätigt über Israel für und für.
      14.      Aber nun wird dein Reich nicht bestehen. Der HERR hat sich einen Mann ersucht nach seinem Herzen; dem hat der HERR geboten, Fürst zu sein über sein Volk; denn du hast des HERRN Gebot nicht gehalten.
      15.      Und Samuel machte sich auf und ging von Gilgal gen Gibea-Benjamin. Aber Saul zählte das Volk, das bei ihm war, bei sechshundert Mann.
      16.      Saul aber und sein Sohn Jonathan und das Volk, das bei ihm war, blieben zu Gibea-Benjamin. Die Philister aber hatten sich gelagert zu Michmas.
      17.      Und aus dem Lager der Philister zogen drei Haufen, das Land zu verheeren. Einer wandte sich auf die Straße gen Ophra ins Land Sual;
      18.      der andere wandte sich auf die Straße Beth-Horons; der dritte wandte sich auf die Straße, die da reicht bis an das Tal Zeboim an der Wüste.
      19.      Es ward aber kein Schmied im ganzen Lande Israel gefunden, denn die Philister gedachten, die Hebräer möchten sich Schwert und Spieß machen;
      20.      und ganz Israel mußte hinabziehen zu den Philistern, wenn jemand hatte eine Pflugschar, Haue, Beil oder Sense zu schärfen.
      21.      Und die Schneiden an den Sensen und Hauen und Gabeln und Beilen waren abgearbeitet und die Stachel stumpf geworden.
      22.      Da nun der Streittag kam, ward kein Schwert noch Spieß gefunden in des ganzen Volkes Hand, das mit Saul und Jonathan war; nur Saul und sein Sohn Jonathan hatten Waffen.
      23.      Und eine Wache der Philister zog heraus an den engen Weg von Michmas.

Das 14. Kapitel

      1.      Es begab sich eines Tages, daß Jonathan, der Sohn Sauls, sprach zu seinem Knaben, der sein Waffenträger war: Komm, laß und hinübergehen zu der Philister Wache, die da drüben ist! und sagte es seinem Vater nicht an.
      2.      Saul aber blieb zu Gibea am Ende unter einem Granatbaum, der in der Vorstadt war; und des Volks, das bei ihm war, waren bei sechshundert Mann.
      3.      Und Ahia, der Sohn Ahitobs, des Bruders Ikabods, des Sohnes Pinehas, des Sohnes Elis, des Priesters des HERRN zu Silo, trug den Leibrock. Das Volk wußte auch nicht, daß Jonathan war hingegangen.
      4.      Es waren aber an dem Wege, da Jonathan versuchte hinüberzugehen zu der Philister Wache, zwei spitze Felsen, einer diesseits, der andere jenseits; der eine hieß Bozez, der andere Sene.
      5.      Und einer sah von Mitternacht gegen Michmas und der andere von Mittag gegen Geba.
      6.      Und Jonathan sprach zu seinem Waffenträger: Komm, laß uns hinübergehen zu der Wache der Unbeschnittenen! Vielleicht wird der HERR etwas durch uns ausrichten; denn es ist dem HERRN nicht schwer, durch viel oder wenig zu helfen.
      7.      Da antwortete ihm sein Waffenträger: Tue alles, was in deinem Herzen ist; fahre hin. Siehe, ich bin mit dir, wie dein Herz will.
      8.      Jonathan sprach: Wohlan! Wenn wir hinüberkommen zu den Leuten und ihnen ins Gesicht kommen,
      9.      werden sie dann sagen: Steht still, bis wir zu euch gelangen ! so wollen wir an unserm Ort stehenbleiben und nicht zu ihnen hinaufgehen.
      10.      Werden sie aber sagen: Kommt zu uns herauf ! so wollen wir zu ihnen hinaufsteigen, so hat sie uns der HERR in unsre Hand gegeben. Und das soll uns zum Zeichen sein.
      11.      Da sie nun der Philister Wache beide ins Gesicht kamen, sprachen die Philister: Siehe, die Hebräer sind aus ihren Löchern gegangen, darin sie sich verkrochen hatten.
      12.      Und die Männer der Wache antworteten Jonathan und seinem Waffenträger und sprachen: Kommt herauf zu uns, so wollen wir’s euch wohl lehren ! Da sprach Jonathan zu seinem Waffenträger: Steig mir nach! der HERR hat sie gegeben in die Hände Israels.
      13.      Und Jonathan kletterte mit Händen und mit Füßen hinauf und sein Waffenträger ihm nach. Da fielen sie vor Jonathan darnieder, und sein Waffenträger würgte ihm immer nach,
      14.      also daß derer, die Jonathan und sein Waffenträger zuerst erschlug, waren bei zwanzig Mann, beinahe auf einer halben Hufe Acker, die ein Joch pflügt.
      15.      Und es kam ein Schrecken ins Lager auf dem Felde und ins ganze Volk; die Wache und die streifenden Rotten erschraken auch, also daß das Land erbebte; denn es war ein Schrecken von Gott.
      16.      Und die Wächter Sauls zu Gibea-Benjamin sahen, daß der Haufe zerrann und verlief sich und ward zerschmissen.
      17.      Saul sprach zu dem Volk, das bei ihm war: Zählt und seht, wer von uns sei weggegangen ! Und da sei zählten, siehe, das war Jonathan und sein Waffenträger nicht da.
      18.      Da sprach Saul zu Ahia: Bringe die Lade Gottes! (Denn die Lade Gottes war zu der Zeit bei den Kindern Israel.)
      19.      Und da Saul noch redete mit dem Priester, da ward das Getümmel und das Laufen in der Philister Lager größer. Und Saul sprach zum Priester: Zieh deine Hand ab !
      20.      Und Saul rief und alles Volk, das mit ihm war, und sie kamen zum Streit; und siehe, da ging eines jeglichen Schwert wider den andern und war ein sehr großes Getümmel.
      21.      Auch die Hebräer, die bisher bei den Philistern gewesen waren und mit ihnen im Lager hinaufgezogen waren umher, taten sich zu denen von Israel, die mit Saul und Jonathan waren.
      22.      Und alle Männer von Israel, die sich auf dem Gebirge Ephraim verkrochen hatten, da sie hörten, daß die Philister flohen, strichen hinter ihnen her im Streit.
      23.      Also half der HERR zu der Zeit Israel. Und der Streit währte bis gen Beth-Aven.
      24.      Und da die Männer Israels matt waren desselben Tages, beschwor Saul das Volk und sprach: Verflucht sei jedermann, wer etwas ißt zum Abend, daß ich mich an meinen Feinden räche ! Da aß das ganze Volk nichts.
      25.      Und das ganze Land kam in den Wald. Es war aber Honig auf dem Erdboden.
      26.      Und da das Volk hineinkam in den Wald, siehe, da floß der Honig. Aber niemand tat davon mit der Hand zu seinem Munde; denn das Volk fürchtete sich vor dem Eid.
      27.      Jonathan aber hatte nicht gehört, daß sein Vater das Volk beschworen hatte, und reckte seinen Stab aus, den er in seiner Hand hatte, und tauchte mit der Spitze in den Honigseim und wandte seine Hand zu seinem Munde; da wurden sein Augen wacker.
      28.      Da antwortete einer des Volks und sprach: Dein Vater hat das Volk beschworen und gesagt: Verflucht sei jedermann, der heute etwas ißt ! Und das Volk war matt geworden.
      29.      Da sprach Jonathan: Mein Vater hat das Land ins Unglück gebracht; seht, wie wacker sind meine Augen geworden, daß ich ein wenig dieses Honigs gekostet habe.
      30.      Weil aber das Volk heute nicht hat dürfen essen von der Beute seiner Feinde, die es gefunden hat, so hat auch nun die Schlacht nicht größer werden können wider die Philister.
      31.      Sie schlugen aber die Philister des Tages von Michmas bis gen Ajalon. Und das Volk ward sehr matt.
      32.      Und das Volk fiel über die Beute her und nahm Schafe und Rinder und Kälber und schlachteten auf der Erde und aßen so blutig.
      33.      Da verkündete man Saul: Siehe, das Volk versündigt sich am HERRN, daß es Blut ißt. Er sprach: Ihr habt übel getan; wälzt her zu mir jetzt einen großen Stein.
      34.      Und Saul sprach weiter: Zerstreut euch unter das Volk und sagt ihnen, daß ein jeglicher seinen Ochsen und sein Schaf zu mir bringe, und schlachtet allhier, daß ihr esset und euch nicht versündigt an dem HERRN mit dem Blutessen. Da brachte alles Volk ein jeglicher seinen Ochsen mit seiner Hand herzu des Nachts und schlachtete daselbst.
      35.      Und Saul baute dem HERRN einen Altar. (Das ist der erste Altar, den er dem HERRN baute.)
      36.      Und Saul sprach: Laßt uns hinabziehen den Philistern nach bei der Nacht und sie berauben, bis daß es lichter Morgen wird, daß wir niemand von ihnen übriglassen. Sie antworteten: Tue alles, was dir gefällt. Aber der Priester sprach: Laßt uns hierher zu Gott nahen.
      37.      Und Saul fragte Gott: Soll ich hinabziehen den Philistern nach? Und willst du sie geben in Israels Hände? Aber er antwortete ihm zu der Zeit nicht.
      38.      Da sprach Saul: Laßt herzutreten alle Obersten des Volks, und erfahret und sehet, an welchem die Sünde sei zu dieser Zeit;
      39.      denn so wahr der HERR lebt, der Heiland Israels, und ob sie gleich an meinem Sohn Jonathan wäre, so soll er sterben ! Und niemand antwortete ihm aus dem ganzen Volk.
      40.      Und er sprach zu dem ganzen Israel: Seid ihr auf jener Seite; ich und mein Sohn Jonathan wollen sein auf dieser Seite. Das Volk sprach: Tue, was dir gefällt.
      41.      Und Saul sprach zu dem HERRN, dem Gott Israels: Schaffe Recht! Da ward Jonathan und Saul getroffen; aber das Volk ging frei aus.
      42.      Saul sprach: Werft über mich und meinen Sohn Jonathan! Da ward Jonathan getroffen.
      43.      Und Saul sprach zu Jonathan: Sage mir, was hast du getan ? Jonathan sagte es ihm und sprach: Ich habe ein wenig Honig gekostet mit dem Stabe, den ich in meiner Hand hatte; und siehe, ich muß darum sterben.
      44.      Da sprach Saul: Gott tue mir dies und das, Jonathan, du mußt des Todes sterben.
      45.      Aber das Volk sprach zu Saul: Sollte Jonathan sterben, der ein solch großes Heil in Israel getan hat ! Das sei ferne! So wahr der HERR lebt, es soll kein Haar von seinem Haupt auf die Erde fallen; denn Gott hat’s heute durch ihn getan. Also erlöste das Volk Jonathan, daß er nicht sterben mußte.
      46.      Da zog Saul herauf von den Philistern, und die Philister zogen an ihren Ort.
      47.      Aber da Saul das Reich über Israel eingenommen hatte, stritt er wider alle seine Feinde umher: wider die Moabiter, wider die Kinder Ammon, wider die Edomiter, wider die Könige Zobas, wider die Philister; und wo er sich hin wandte, da übte er Strafe.
      48.      Und er hatte Sieg und schlug die Amalekiter und errettete Israel von der Hand aller, die sie zwackten.
      49.      Saul aber hatte Söhne: Jonathan, Iswi, Malchisua. Und seine Töchter hießen also: die erstgeborene Merab und die jüngere Michal.
      50.      Und das Weib Sauls hieß Ahinoam, eine Tochter des Ahimaaz. Und sein Feldhauptmann hieß Abner, ein Sohn Ners, Sauls Vetters.
      51.      Kis war aber Sauls Vater; Ner aber, Abners Vater, war ein Sohn Abiels.
      52.      Es war aber ein harter Streit wider die Philister, solange Saul lebte. Und wo Saul sah einen starken und rüstigen Mann, den nahm er zu sich.

Das 15. Kapitel

      1.      Samuel aber sprach zu Saul: Der HERR hat mich gesandt, daß ich dich zum König salbte über sein Volk Israel; so höre nun die Stimme der Worte des HERRN.
      2.      So spricht der HERR Zebaoth: Ich habe bedacht, was Amalek Israel tat und wie er ihm den Weg verlegte, da er aus Ägypten zog.
      3.      So zieh nun hin und schlage die Amalekiter und verbanne sie mit allem, was sie haben; schone ihrer nicht sondern töte Mann und Weib, Kinder und Säuglinge, Ochsen und Schafe, Kamele und Esel!
      4.      Saul ließ solches vor das Volk kommen; und er zählte sie zu Telaim: zweihunderttausend Mann Fußvolk und zehntausend Mann aus Juda.
      5.      Und da Saul kam zu der Amalekiter Stadt, machte er einen Hinterhalt am Bach
      6.      und ließ den Kenitern sagen: Geht hin, weicht und zieht herab von den Amalekiter, daß ich euch nicht mit ihnen aufräume; denn ihr tatet Barmherzigkeit an allen Kindern Israel, da sie aus Ägypten zogen. Also machten sich die Keniter von den Amalekitern.
      7.      Da schlug Saul die Amalekiter von Hevila an bis gen Sur, das vor Ägypten liegt,
      8.      und griff Agag, der Amalekiter König, lebendig, und alles Volk verbannte er mit des Schwertes Schärfe.
      9.      Aber Saul und das Volk verschonten den Agag, und was gute Schafe und Rinder und gemästet war, und die Lämmer und alles, was gut war, und wollten’s nicht verbannen; was aber schnöde und untüchtig war, das verbannten sie.
      10.      Da geschah des HERRN Wort zu Samuel und sprach:
      11.      Es reut mich, daß ich Saul zum König gemacht habe; denn er hat sich hinter mir abgewandt und meine Worte nicht erfüllt. Darob ward Samuel zornig und schrie zu dem HERRN die ganze Nacht.
      12.      Und Samuel machte sich früh auf, daß er Saul am Morgen begegnete. Und ihm ward angesagt, daß Saul gen Karmel gekommen wäre und hätte sich ein Siegeszeichen aufgerichtet und wäre umhergezogen und gen Gilgal hinabgekommen.
      13.      Als nun Samuel zu Saul kam, sprach Saul zu ihm: Gesegnet seist du dem HERRN! Ich habe des HERRN Wort erfüllt.
      14.      Samuel antwortete: Was ist denn das für ein Blöken der Schafe in meinen Ohren und ein Brüllen der Rinder, die ich höre ?
      15.      Saul sprach: Von den Amalekitern haben sie sie gebracht; denn das Volk verschonte die besten Schafe und Rinder um des Opfers willen des HERRN, deines Gottes; das andere haben wir verbannt.
      16.      Samuel aber antwortete Saul: Laß dir sagen, was der HERR mit mir geredet hat diese Nacht. Er sprach: Sage an !
      17.      Samuel sprach: Ist’s nicht also? Da du klein warst vor deinen Augen, wurdest du das Haupt unter den Stämmen Israels, und der HERR salbte dich zum König über Israel?
      18.      Und der HERR sandte dich auf den Weg und sprach: Zieh hin und verbanne die Sünder, die Amalekiter, und streite wider sie, bis du sie vertilgst !
      19.      Warum hast du nicht gehorcht der Stimme des HERRN, sondern hast dich zum Raub gewandt und übel gehandelt vor den Augen des HERRN?
      20.      Saul antwortete Samuel: Habe ich doch der Stimme des HERRN gehorcht und bin hingezogen des Wegs, den mich der HERR sandte, und habe Agag, der Amalekiter König, gebracht und die Amalekiter verbannt;
      21.      Aber das Volk hat vom Raub genommen, Schafe und Rinder, das Beste unter dem Verbannten, dem HERRN deinem Gott, zu opfern in Gilgal.
      22.      Samuel aber sprach: Meinst du, daß der HERR Lust habe am Opfer und Brandopfer gleich wie am Gehorsam gegen die Stimme des Herrn? Siehe, Gehorsam ist besser denn Opfer, und Aufmerken besser denn das Fett von Widdern;
      23.      denn Ungehorsam ist eine Zaubereisünde, und Widerstreben ist Abgötterei und Götzendienst. Weil du nun des HERRN Wort verworfen hast, hat er dich auch verworfen, daß du nicht König seist.
      24.      Da sprach Saul zu Samuel: Ich habe gesündigt, daß ich des HERRN Befehl und deine Worte übertreten habe; denn ich fürchtete das Volk und gehorchte ihrer Stimme.
      25.      Und nun vergib mir die Sünden und kehre mit mir um, daß ich den HERRN anbete.
      26.      Samuel sprach zu Saul: Ich will nicht mit dir umkehren; denn du hast des HERRN Wort verworfen, und der HERR hat dich auch verworfen, daß du nicht König seist über Israel.
      27.      Und als Samuel sich umwandte, daß er wegginge, ergriff er ihn bei einem Zipfel seines Rocks, und er zerriß.
      28.      Da sprach Samuel zu ihm: Der HERR hat das Königreich Israel heute von dir gerissen und deinem Nächsten gegeben, der besser ist denn du.
      29.      Auch lügt der Held in Israel nicht, und es gereut ihn nicht; denn er ist nicht ein Mensch, daß ihn etwas gereuen sollte.
      30.      Er aber sprach: Ich habe gesündigt; aber ehre mich doch jetzt vor den Ältesten meines Volks und vor Israel und kehre mit mir um, daß ich den HERRN, deinen Gott, anbete.
      31.      Also kehrte Samuel um und folgte Saul nach, daß Saul den HERRN anbetete.
      32.      Samuel aber sprach: Laßt her zu mir bringen Agag, der Amalekiter König. Und Agag ging zu ihm getrost und sprach: Also muß man des Todes Bitterkeit vertreiben.
      33.      Samuel sprach: Wie dein Schwert Weiber ihrer Kinder beraubt hat, also soll auch deine Mutter der Kinder beraubt sein unter den Weibern. Also hieb Samuel den Agag zu Stücken vor dem HERRN in Gilgal.
      34.      Und Samuel ging hin gen Rama; Saul aber zog hinauf zu seinem Hause zu Gibea Sauls.
      35.      Und Samuel sah Saul fürder nicht mehr bis an den Tag seines Todes. Aber doch trug Samuel Leid um Saul, daß es den HERRN gereut hatte, daß er Saul zum König über Israel gemacht hatte.

Das 16. Kapitel

      1.      Und der HERR sprach zu Samuel: Wie lange trägst du Leid um Saul, den ich verworfen habe, daß er nicht König sei über Israel? Fülle dein Horn mit Öl und gehe hin: ich will dich senden zu dem Bethlehemiter Isai; denn unter seinen Söhnen habe ich mir einen König ersehen.
      2.      Samuel aber sprach: Wie soll ich hingehen ? Saul wird’s erfahren und mich erwürgen. Der HERR sprach: Nimm ein Kalb von den Rindern zu dir und sprich: Ich bin gekommen, dem HERRN zu opfern.
      3.      Und sollst Isai zum Opfer laden; da will ich dir weisen, was du tun sollst, daß du mir salbest, welchen ich dir sagen werde.
      4.      Samuel tat, wie ihm der HERR gesagt hatte, und kam gen Bethlehem. Da entsetzten sich die Ältesten der Stadt und gingen ihm entgegen und sprachen: Ist’s Friede, daß du kommst ?
      5.      Er sprach: Ja, ich bin gekommen, dem HERRN zu opfern; heiligt euch und kommt zu mir zum Opfer. Und er heiligte Isai und seine Söhne und lud sie zum Opfer.
      6.      Da sie nun hereinkamen, sah er den Eliab an und gedachte, der sei vor dem HERRN sein Gesalbter.
      7.      Aber der HERR sprach zu Samuel: Sieh nicht an seine Gestalt noch seine große Person; ich habe ihn verworfen. Denn es geht nicht, wie ein Mensch sieht: ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.
      8.      Da rief Isai den Abinadab und ließ ihn an Samuel vorübergehen. Und er sprach: Diesen hat der HERR auch nicht erwählt.
      9.      Da ließ Isai vorübergehen Samma. Er aber sprach: Diesen hat der HERR auch nicht erwählt.
      10.      Da ließ Isai seine sieben Söhne an Samuel vorübergehen. Aber Samuel sprach zu Isai: Der HERR hat der keinen erwählt.
      11.      Und Samuel sprach zu Isai: Sind das die Knaben alle ? Er aber sprach: Es ist noch übrig der jüngste; und siehe, er hütet die Schafe. Da sprach Samuel zu Isai; Sende hin und laß ihn holen; denn wir werden uns nicht setzen, bis er hierherkomme.
      12.      Da sandte er hin und ließ ihn holen. Und er war bräunlich, mit schönen Augen und guter Gestalt. Und der HERR sprach: Auf ! und salbe ihn; denn der ist’s.
      13.      Da nahm Samuel sein Ölhorn und salbte ihn mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des HERRN geriet über David von dem Tage an und fürder. Samuel aber machte sich auf und ging gen Rama.
      14.      Und der Geist des HERRN wich von Saul, und ein böser Geist vom HERRN machte ihn unruhig.
      15.      Da sprachen die Knechte Sauls zu ihm: Siehe, ein böser Geist von Gott macht dich sehr unruhig;
      16.      unser Herr sage seinen Knechten, die vor ihm stehen, daß sie einen Mann suchen, der auf der Harfe wohl spielen könne, auf daß, wenn der böse Geist Gottes über dich kommt, er mit seiner Hand spiele, daß es besser mit dir werde.
      17.      Da sprach Saul zu seinen Knechten: Seht nach einem Mann, der des Saitenspiels kundig ist, und bringt ihn zu mir.
      18.      Da antwortete der Jünglinge einer und sprach: Siehe, ich habe gesehen einen Sohn Isais, des Bethlehemiten, der ist des Saitenspiels kundig; ein rüstiger Mann und streitbar und verständig in seinen Reden und schön, und der HERR ist mit ihm.
      19.      Da sandte Saul Boten zu Isai und ließ ihm sagen: Sende deinen Sohn David zu mir, der bei den Schafen ist.
      20.      Da nahm Isai einen Esel mit Brot und einen Schlauch Wein und ein Ziegenböcklein und sandte es Saul durch seinen Sohn David.
      21.      Also kam David zu Saul und diente vor ihm, und er gewann ihn sehr lieb, und er ward sein Waffenträger.
      22.      Und Saul sandte zu Isai und ließ ihm sagen: Laß David vor mir bleiben; denn er hat Gnade gefunden vor meinen Augen.
      23.      Wenn nun der Geist Gottes über Saul kam, so nahm David die Harfe und spielte mit seiner Hand; so erquickte sich Saul, und es ward besser mit ihm, und der böse Geist wich von ihm.

Das 17. Kapitel

      1.      Die Philister sammelten ihre Heere zum Streit und kamen zusammen zu Socho in Juda und lagerten sich zwischen Socho und Aseka bei Ephes-Dammim.
      2.      Aber Saul und die Männer Israels kamen zusammen und lagerten sich im Eichgrunde und rüsteten sich zum Streit gegen die Philister.
      3.      Und die Philister standen auf einem Berge jenseits und die Israeliten auf einem Berge diesseits, daß ein Tal zwischen ihnen war.
      4.      Da trat aus den Lagern der Philister ein Riese mit Namen Goliath von Gath, sechs Ellen und eine Handbreit hoch;
      5.      und er hatte einen ehernen Helm auf seinem Haupt und einen schuppendichten Panzer an, und das Gewicht seines Panzers war fünftausend Lot Erz,
      6.      und hatte eherne Beinharnische an seinen Schenkeln und einen ehernen Schild auf seinen Schultern.
      7.      Und der Schaft seines Spießes war wie ein Weberbaum, und das Eisen seines Spießes hatte sechshundert Lot Eisen; und sein Schildträger ging vor ihm her.
      8.      Und er stand und rief zu dem Heer Israels und sprach zu ihnen: Was seid ihr ausgezogen, euch zu rüsten in einen Streit? Bin ich nicht ein Philister und ihr Sauls Knechte? Erwählt einen unter euch, der zu mir herabkomme.
      9.      Vermag er wider mich zu streiten und schlägt mich, so wollen wir eure Knechte sein; vermag ich aber wider ihn und schlage ihn, so sollt ihr unsre Knechte sein, daß ihr uns dient.
      10.      Und der Philister sprach: Ich habe heutigestages dem Heer Israels Hohn gesprochen: Gebt mir einen und laßt uns miteinander streiten.
      11.      Da Saul und ganz Israel diese Rede des Philisters hörten, entsetzten sie sich und fürchteten sich sehr.
      12.      David aber war jenes ephrathischen Mannes Sohn von Bethlehem-Juda, der hieß Isai; der hatte acht Söhne und war ein alter Mann zu Sauls Zeiten und war betagt unter den Männern.
      13.      Und die drei ältesten Söhne Isais waren mit Saul in den Streit gezogen und hießen mit Namen: Eliab, der erstgeborene, Abinadab, der andere, und Samma, der dritte.
      14.      David aber war der jüngste. Da aber die drei ältesten mit Saul in den Krieg zogen,
      15.      ging David ab und zu von Saul, daß er die Schafe seines Vaters hütete zu Bethlehem.
      16.      Aber der Philister trat herzu frühmorgens und abends und stellt sich dar vierzig Tage.
      17.      Isai aber sprach zu seinem Sohn David: Nimm für deine Brüder dieses Epha geröstete Körner und diese zehn Brote und lauf ins Heer zu deinen Brüdern,
      18.      und diese zehn frischen Käse und bringe sie dem Hauptmann und besuche deine Brüder, ob’s ihnen wohl gehe, und nimm, was sie dir befehlen.
      19.      Saul aber und sie und alle Männer Israels waren im Eichgrunde und stritten wider die Philister.
      20.      Da machte sich David des Morgens früh auf und ließ die Schafe dem Hüter und trug und ging hin, wie ihm Isai geboten hatte und kam zur Wagenburg. Und das Heer war ausgezogen und hatte sich gerüstet, und sie schrieen im Streit.
      21.      Denn Israel hatte sich gerüstet; so waren die Philister wider ihr Heer auch gerüstet.
      22.      Da ließ David das Gefäß, das er trug, unter dem Hüter des Gerätes und lief zum Heer und ging hinein und grüßte seine Brüder.
      23.      Und da er noch mit ihnen redete, siehe, da trat herauf der Riese mit Namen Goliath, der Philister von Gath, aus der Philister Heer und redete wie vorhin, und David hörte es.
      24.      Aber jedermann in Israel, wenn er den Mann sah, floh er vor ihm und fürchtete sich sehr.
      25.      Und jedermann in Israel sprach: Habt ihr den Mann gesehen herauftreten ? Denn er ist heraufgetreten Israel Hohn zu sprechen. Und wer ihn schlägt, den will der König sehr reich machen und ihm seine Tochter geben und will seines Vaters Haus freimachen in Israel.
      26.      Da sprach David zu den Männern, die bei ihm standen: Was wird man dem tun, der diesen Philister schlägt und die Schande von Israel wendet ? Denn wer ist der Philister, dieser Unbeschnittene, der das Heer des lebendigen Gottes höhnt ?
      27.      Da sagte ihm das Volk wie vorhin: So wird man tun dem, der ihn schlägt.
      28.      Und Eliab, sein ältester Bruder, hörte ihn reden mit den Männern und ergrimmte mit Zorn wider David und sprach: Warum bist du herabgekommen ? und wem hast du die wenigen Schafe dort in der Wüste gelassen ? Ich kenne deine Vermessenheit wohl und deines Herzens Bosheit. Denn du bist herabgekommen, daß du den Streit sehest.
      29.      David antwortete: Was habe ich dir nun getan ? Ist mir’s nicht befohlen?
      30.      und wandte sich von ihm gegen einen andern und sprach, wie er vorhin gesagt hatte. Da antwortete ihm das Volk wie vorhin.
      31.      Und da sie die Worte hörten, die David sagte, verkündigten sie es vor Saul, und er ließ ihn holen.
      32.      Und David sprach zu Saul: Es entfalle keinem Menschen das Herz um deswillen; Dein Knecht soll hingehen und mit dem Philister streiten.
      33.      Saul aber sprach zu David: Du kannst nicht hingehen wider diesen Philister, mit ihm zu streiten; denn du bist ein Knabe, dieser aber ist ein Kriegsmann von seiner Jugend auf.
      34.      David aber sprach zu Saul: Dein Knecht hütete die Schafe seines Vaters, und es kam ein Löwe und ein Bär und trug ein Schaf weg von der Herde;
      35.      und ich lief ihm nach und schlug ihn und errettete es aus seinem Maul. Und da er sich über mich machte, ergriff ich ihn bei seinem Bart und schlug ihn und tötete ihn.
      36.      Also hat dein Knecht geschlagen beide, den Löwen und den Bären. So soll nun dieser Philister, der Unbeschnittene, sein gleich wie deren einer; denn er hat geschändet das Heer des lebendigen Gottes.
      37.      Und David sprach: Der HERR, der mich von dem Löwen und Bären errettet hat, der wird mich auch erretten von diesem Philister.
      38.      Und Saul sprach zu David: Gehe hin, der HERR sei mit dir! Und Saul zog David seine Kleider an und setzte ihm seinen ehernen Helm auf sein Haupt und legte ihm seinen Panzer an.
      39.      Und David gürtete sein Schwert über seine Kleider und fing an zu gehen, denn er hatte es nie versucht. Da sprach David zu Saul: Ich kann nicht also gehen, denn ich bin’s nicht gewohnt, und legte es von sich
      40.      und nahm seinen Stab in seine Hand und erwählte fünf glatte Steine aus dem Bach und tat sie in seine Hirtentasche, die er hatte, und in den Sack und nahm die Schleuder in seine Hand und machte sich zu dem Philister.
      41.      Und der Philister ging auch einher und machte sich zu David und sein Schildträger vor ihm her.
      42.      Da nun der Philister sah und schaute David an, verachtete er ihn; denn er war ein Knabe, bräunlich und schön.
      43.      Und der Philister sprach zu David: Bin ich denn ein Hund, daß du mit Stecken zu mir kommst ? und fluchte dem David bei seinem Gott
      44.      und sprach zu David: Komm her zu mir, ich will dein Fleisch geben den Vögeln unter dem Himmel und den Tieren auf dem Felde!
      45.      David aber sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Spieß und Schild; ich aber komme zu dir im Namen des HERRN Zebaoth, des Gottes des Heeres Israels, das du gehöhnt hast.
      46.      Heutigestages wird dich der HERR in meine Hand überantworten, daß ich dich schlage und nehme dein Haupt von dir und gebe die Leichname des Heeres der Philister heute den Vögeln unter dem Himmel und dem Wild auf Erden, daß alles Land innewerde, daß Israel einen Gott hat,
      47.      und daß alle diese Gemeinde innewerde, daß der HERR nicht durch Schwert noch Spieß hilft; denn der Streit ist des HERRN, und er wird euch geben in unsre Hände.
      48.      Da sich nun der Philister aufmachte und daherging und nahte sich zu David, eilte David und lief auf das Heer zu, dem Philister entgegen.
      49.      Und David tat seine Hand in die Tasche und nahm einen Stein daraus und schleuderte und traf den Philister an seine Stirn, daß der Stein in seine Stirn fuhr und er zur Erde fiel auf sein Angesicht.
      50.      Also überwand David den Philister mit der Schleuder und mit dem Stein und schlug ihn und tötete ihn. Und da David kein Schwert in seiner Hand hatte,
      51.      lief er und trat zu dem Philister und nahm sein Schwert und zog’s aus der Scheide und tötete ihn und hieb ihm den Kopf damit ab. Da aber die Philister sahen, daß ihr Stärkster tot war, flohen sie.
      52.      Und die Männer Israels und Juda’s machten sich auf und riefen und jagten den Philistern nach, bis man kommt ins Tal und bis an die Tore Ekrons. Und die Philister fielen erschlagen auf dem Wege zu den Toren bis gen Gath und gen Ekron.
      53.      Und die Kinder Israel kehrten um von dem Nachjagen der Philister und beraubten ihr Lager.
      54.      David aber nahm des Philisters Haupt und brachte es gen Jerusalem; seine Waffen aber legte er in sein Hütte.
      55.      Da aber Saul David sah ausgehen wider die Philister, sprach er zu Abner, seinem Feldhauptmann: Wes Sohn ist der Knabe? Abner aber sprach: So wahr deinen Seele lebt, König, ich weiß es nicht.
      56.      Der König sprach: So frage darnach, wes Sohn der Jüngling sei.
      57.      Da nun David wiederkam von der Schlacht des Philisters, nahm ihn Abner und brachte ihn vor Saul, und er hatte des Philisters Haupt in seiner Hand.
      58.      Und Saul sprach zu ihm: Wes Sohn bist du, Knabe? David sprach: Ich bin ein Sohn deines Knechtes Isai, des Bethlehemiten.

Das 18. Kapitel

      1.      Und da er hatte ausgeredet mit Saul, verband sich das Herz Jonathans mit dem Herzen Davids, und Jonathan gewann ihn lieb wie sein eigen Herz.
      2.      Und Saul nahm ihn des Tages und ließ ihn nicht wieder zu seines Vaters Haus kommen.
      3.      Und Jonathan und David machten einen Bund miteinander; denn er hatte ihn lieb wie sein eigen Herz.
      4.      Und Jonathan zog aus seinen Rock, den er anhatte, und gab ihn David, dazu seinen Mantel, sein Schwert, seinen Bogen und seinen Gürtel.
      5.      Und David zog aus, wohin ihn Saul sandte, und hielt sich klüglich. Und Saul setzte ihn über Kriegsleute; und er gefiel wohl allem Volk, auch den Knechten Sauls.
      6.      Es begab sich aber, da er wiedergekommen war von des Philisters Schlacht, daß die Weiber aus allen Städten Israels waren gegangen mit Gesang und Reigen, dem König Saul entgegen, mit Pauken, mit Freuden und mit Geigen.
      7.      Und die Weiber sangen gegeneinander und spielten und sprachen: Saul hat tausend geschlagen, aber David zehntausend.
      8.      Da ergrimmte Saul sehr, und gefiel ihm das Wort übel und sprach: Sie haben David zehntausend gegeben und mir tausend: das Königreich will noch sein werden!
      9.      Und Saul sah David sauer an von dem Tage und hinfort.
      10.      Des andern Tages geriet der böse Geist von Gott über Saul, und er raste daheim in seinem Hause; David aber spielte auf den Saiten mit seiner Hand, wie er täglich pflegte. Und Saul hatte einen Spieß in der Hand
      11.      und er schoß ihn und gedachte: Ich will David an die Wand spießen. David aber wandte sich zweimal von ihm.
      12.      Und Saul fürchtete sich vor David; denn der HERR war mit ihm und war von Saul gewichen.
      13.      Da tat ihn Saul von sich und setzte ihn zum Fürsten über tausend Mann; und er zog aus und ein vor dem Volk.
      14.      Und David hielt sich klüglich in allem seinem Tun, und der HERR war mit ihm.
      15.      Da nun Saul sah, daß er sich so klüglich hielt, scheute er sich vor ihm.
      16.      Aber ganz Israel und Juda hatte David lieb; denn er zog aus und ein vor ihnen her.
      17.      Und Saul sprach zu David: Siehe, meine größte Tochter Merab will ich dir zum Weibe geben; sei mir nur tapfer und führe des HERRN Kriege. Denn Saul gedachte: Meine Hand soll nicht an ihm sein, sondern die Hand der Philister.
      18.      David aber antwortete Saul: Wer bin ich? und was ist mein Leben und das Geschlecht meines Vaters in Israel, daß ich des Königs Eidam werden soll ?
      19.      Da aber die Zeit kam, daß Merab, die Tochter Sauls, sollte David gegeben werden, ward sie Adriel, dem Meholathiter, zum Weibe gegeben.
      20.      Aber Michal, Sauls Tochter, hatte den David lieb. Da das Saul angesagt ward, sprach er: Das ist recht;
      21.      ich will sie ihm geben, daß sie ihm zum Fall gerate und der Philister Hände über ihn kommen. Und sprach zu David: Du sollst heute mit der andern mein Eidam werden.
      22.      Und Saul gebot seinen Knechten: Redet mit David heimlich und sprecht: Siehe, der König hat Lust zu dir, und alle seine Knechte lieben dich; so sei nun des Königs Eidam.
      23.      Und die Knechte Sauls redeten solche Worte vor den Ohren Davids. David aber sprach: Dünkt euch das ein Geringes, des Königs Eidam zu sein? Ich aber bin ein armer, geringer Mann.
      24.      Und die Knechte Sauls sagten es ihm wieder und sprachen: Solche Worte hat David geredet.
      25.      Saul sprach: So sagt zu David: Der König begehrt keine Morgengabe, nur hundert Vorhäute von den Philistern, daß man sich räche an des Königs Feinden. Denn Saul trachtete David zu fällen durch der Philister Hand.
      26.      Da sagten seine Knechte David an solche Worte, und deuchte David die Sache gut, daß er des Königs Eidam würde. Und die Zeit war noch nicht aus,
      27.      da machte sich David auf und zog mit seinen Männern und schlug unter den Philistern zweihundert Mann. Und David brachte ihre Vorhäute dem König in voller Zahl, daß er des Königs Eidam würde. Da gab ihm Saul seine Tochter Michal zum Weibe.
      28.      Und Saul sah und merkte, daß der HERR mit David war. Und Michal, Sauls Tochter, hatte ihn lieb.
      29.      Da fürchtete sich Saul noch mehr vor David und ward sein Feind sein Leben lang.
      30.      Und da der Philister Fürsten auszogen, handelte David klüglicher denn alle Knechte Sauls, wenn sie auszogen, daß sein Name hoch gepriesen ward.

Das 19. Kapitel

      1.      Saul aber redete mit seinem Sohn Jonathan und mit allen seinen Knechten, daß sie David sollten töten. Aber Jonathan, Sauls Sohn, hatte David sehr lieb
      2.      und verkündigte es ihm und sprach: Mein Vater Saul trachtet darnach, daß er dich töte. Nun, so bewahre dich morgen und bleib verborgen und verstecke dich.
      3.      Ich will aber herausgehen und neben meinem Vater stehen auf dem Felde, da du bist, und von dir mit meinem Vater reden; und was ich sehe, will ich dir kundtun.
      4.      Und Jonathan redete das Beste von David mit seinem Vater Saul und sprach zu ihm: Es versündige sich der König nicht an seinem Knecht David; denn er hat keine Sünde wider dich getan, und sein Tun ist dir sehr nütze,
      5.      und er hat sein Leben in seine Hand gesetzt und schlug den Philister, und der HERR tat ein großes Heil dem ganzen Israel. Das hast du gesehen und dich des gefreut. Warum willst du dich denn an unschuldigem Blut versündigen, daß du David ohne Ursache tötest ?
      6.      Da gehorchte Saul der Stimme Jonathans und schwur: So wahr der HERR lebt, er soll nicht sterben !
      7.      Da rief Jonathan David und sagte ihm alle diese Worte und brachte ihn zu Saul, daß er zu ihm war wie zuvor.
      8.      Es erhob sich aber wieder ein Streit, und David zog aus und stritt wider die Philister und tat eine große Schlacht, daß sie vor ihm flohen.
      9.      Aber der böse Geist vom HERRN kam über Saul, und er saß in seinem Hause und hatte einen Spieß in seiner Hand; David aber spielte auf den Saiten mit der Hand.
      10.      Und Saul trachtete, David mit dem Spieß an die Wand zu spießen. Er aber riß sich von Saul, und der Spieß fuhr in die Wand. David aber floh und entrann dieselbe Nacht.
      11.      Saul sandte aber Boten zu Davids Haus, daß sie ihn verwahrten und töteten am Morgen. Das verkündigte dem David sein Weib Michal und sprach: Wirst du nicht diese Nacht deine Seele erretten, so mußt du morgen sterben.
      12.      Da ließ ihn Michal durchs Fenster hernieder, daß er hinging, entfloh und entrann.
      13.      Und Michal nahm ein Götzenbild und legte es ins Bett und legte ein Ziegenfell zu seinen Häupten und deckte es mit Kleidern zu.
      14.      Da sandte Saul Boten, daß sie David holten. Sie aber sprach: Er ist krank.
      15.      Saul aber sandte Boten, nach David zu sehen, und sprach: Bringt ihn herauf zu mir mit dem Bett, daß er getötet werde !
      16.      Da nun die Boten kamen, siehe, da lag das Bild im Bett und ein Ziegenfell zu seinen Häupten.
      17.      Da sprach Saul zu Michal: Warum hast du mich betrogen und meinen Feind gelassen, daß er entrönne ? Michal sprach zu Saul: Er sprach zu mir: Laß mich gehen, oder ich töte dich !
      18.      David aber entfloh und entrann und kam zu Samuel nach Rama und sagte ihm an alles, was ihm Saul getan hatte. Und er ging hin mit Samuel, und sie blieben zu Najoth.
      19.      Und es ward Saul angesagt: Siehe, David ist zu Najoth in Rama.
      20.      Da sandte Saul Boten, daß sie David holten; und sie sahen den Chor der Propheten weissagen, und Samuel war ihr Vorsteher. Da kam der Geist Gottes auf die Boten Sauls, daß auch sie weissagten.
      21.      Da das Saul ward angesagt, sandte er andere Boten; die weissagten auch. Da sandte er die dritten Boten; die weissagten auch.
      22.      Da ging er selbst auch gen Rama. Und da er kam zum großen Brunnen, der zu Seku ist, fragte er und sprach: Wo ist Samuel und David? Da ward ihm gesagt: Siehe, zu Najoth in Rama.
      23.      Und er ging dahin gen Najoth in Rama. Und der Geist Gottes kam auch auf ihn, und er ging einher und weissagte, bis er kam gen Najoth in Rama.
      24.      Und er zog auch seine Kleider aus und weissagte auch vor Samuel und fiel bloß nieder den ganzen Tag und die ganze Nacht. Daher spricht man: Ist Saul auch unter den Propheten?

Das 20. Kapitel

      1.      David aber floh von Najoth in Rama und kam und redete vor Jonathan: Was habe ich getan ? Was habe ich mißgehandelt? Was habe ich gesündigt vor deinem Vater, daß er nach meinem Leben steht ?
      2.      Er aber sprach zu Ihm: Das sei ferne; du sollst nicht sterben. Siehe, mein Vater tut nichts, weder Großes noch Kleines, das er nicht meinen Ohren offenbare; warum sollte denn mein Vater dies vor mir verbergen ? Es wird nicht so sein.
      3.      Da schwur David weiter und sprach: Dein Vater weiß wohl, daß ich Gnade vor deinen Augen gefunden habe; darum wird er denken: Jonathan soll solches nicht wissen, es möchte ihn bekümmern. Wahrlich, so wahr der HERR lebt, und so wahr deine Seele lebt, es ist nur ein Schritt zwischen mir und dem Tode.
      4.      Jonathan sprach zu David: Ich will an dir tun, was dein Herz begehrt.
      5.      David sprach zu ihm: Siehe, morgen ist der Neumond, da ich mit dem König zu Tisch sitzen sollte; so laß mich, daß ich mich auf dem Felde verberge bis an den Abend des dritten Tages.
      6.      Wird dein Vater nach mir fragen, so sprich: David bat mich, daß er gen Bethlehem, zu seiner Stadt, laufen möchte; denn es ist ein jährlich Opfer daselbst dem ganzen Geschlecht.
      7.      Wird er sagen: Es ist gut, so steht es wohl um deinen Knecht. Wird er aber ergrimmen, so wirst du merken, daß Böses bei ihm beschlossen ist.
      8.      So tue nun Barmherzigkeit an deinem Knecht; denn du hast mit mir, deinem Knecht, einen Bund im HERRN gemacht. Ist aber eine Missetat an mir, so töte du mich; denn warum wolltest du mich zu deinem Vater bringen ?
      9.      Jonathan sprach: Das sei ferne von dir, daß ich sollte merken, daß Böses bei meinem Vater beschlossen wäre über dich zu bringen, und sollte es dir nicht ansagen.
      10.      David aber sprach: Wer will mir’s ansagen, so dir dein Vater etwas Hartes antwortet ?
      11.      Jonathan sprach zu David: Komm, laß uns aufs Feld gehen ! Und sie gingen beide hinaus aufs Feld.
      12.      Und Jonathan sprach zu David: HERR, Gott Israels, wenn ich erforsche an meinem Vater morgen und am dritten Tag, daß es wohl steht mit David, und nicht hinsende zu dir und es vor deinen Ohren offenbare,
      13.      so tue der HERR dem Jonathan dies und jenes. Wenn aber das Böse meinem Vater gefällt wider dich, so will ich’s auch vor deinen Ohren offenbaren und dich ziehen lassen, daß du mit Frieden weggehst. Und der HERR sei mit dir, wie er mit meinem Vater gewesen ist.
      14.      Tue ich’s nicht, so tue keine Barmherzigkeit des HERRN an mir, solange ich lebe, auch nicht, so ich sterbe.
      15.      Und wenn der HERR die Feinde Davids ausrotten wird, einen jeglichen aus dem Lande, so reiße du deine Barmherzigkeit nicht von meinem Hause ewiglich.
      16.      Also machte Jonathan einen Bund mit dem Hause Davids und sprach: Der HERR fordere es von der Hand der Feinde Davids.
      17.      Und Jonathan fuhr fort und schwur David, so lieb hatte er ihn; denn er hatte ihn so lieb wie seine Seele.
      18.      Und Jonathan sprach zu ihm: Morgen ist der Neumond, so wird man nach dir fragen; denn man wird dich vermissen, wo du zu sitzen pflegst.
      19.      Des dritten Tages aber komm bald hernieder und gehe an einen Ort, da du dich verbergest am Werktage, und setze dich an den Stein Asel.
      20.      So will ich zu seiner Seite drei Pfeile schießen, als ob ich nach dem Ziel schösse.
      21.      Und siehe, ich will den Knaben senden: Gehe hin, suche die Pfeile! Werde ich zu dem Knaben sagen: Siehe, die Pfeile liegen hierwärts hinter dir, hole sie! so komm, denn es ist Friede und hat keine Gefahr, so wahr der HERR lebt.
      22.      Sage ich aber zum Jüngling: Siehe, die Pfeile liegen dortwärts vor dir! so gehe hin, denn der HERR hat dich lassen gehen.
      23.      Was aber du und ich miteinander geredet haben, da ist der HERR zwischen mir und dir ewiglich.
      24.      David verbarg sich im Felde. Und da der Neumond kam, setzte sich der König zu Tisch, zu essen.
      25.      Da sich aber der König gesetzt hatte an seinen Ort, wie er gewohnt war, an der Wand, stand Jonathan auf; Abner aber setzte sich an die Seite Sauls. Und man vermißte David an seinem Ort.
      26.      Und Saul redete des Tages nichts; denn er gedachte; Es ist ihm etwas widerfahren, daß er nicht rein ist.
      27.      Des andern Tages nach dem Neumond, da man David vermißte an seinem Ort, sprach Saul zu seinem Sohn Jonathan: Warum ist der Sohn Isai nicht zu Tisch gekommen, weder gestern noch heute?
      28.      Jonathan antwortete Saul: Er bat mich sehr, daß er gen Bethlehem ginge,
      29.      und sprach: Laß mich gehen; denn unser Geschlecht hat zu opfern in der Stadt, und mein Bruder hat mir’s selbst geboten; habe ich Gnade vor deinen Augen gefunden, so will ich hinweg und meine Brüder sehen. Darum ist er nicht gekommen zu des Königs Tisch.
      30.      Da ergrimmte der Zorn Sauls wider Jonathan, und er sprach zu ihm: Du ungehorsamer Bösewicht! ich weiß wohl, daß du den Sohn Isais auserkoren hast, dir und deiner Mutter, die dich geboren hat, zur Schande.
      31.      Denn solange der Sohn Isais lebt auf Erden, wirst du, dazu auch dein Königreich, nicht bestehen. So sende nun hin und laß ihn herholen zu mir; denn er muß sterben.
      32.      Jonathan antwortete seinem Vater Saul und sprach zu ihm: Warum soll er sterben ? Was hat er getan ?
      33.      Da schoß Saul den Spieß nach ihm, daß er ihn spießte. Da merkte Jonathan, daß bei seinem Vater gänzlich beschlossen war, David zu töten,
      34.      und stand auf vom Tisch mit grimmigem Zorn und aß des andern Tages nach dem Neumond kein Brot; denn er war bekümmert um David, daß ihn sein Vater also verdammte.
      35.      Des Morgens ging Jonathan hinaus aufs Feld, dahin David bestimmt hatte, und ein kleiner Knabe mit ihm;
      36.      und sprach zu dem Knaben: Lauf und suche mir die Pfeile, die ich schieße ! Da aber der Knabe lief, schoß er einen Pfeil über ihn hin.
      37.      Und als der Knabe kam an den Ort, dahin Jonathan den Pfeil geschossen hatte, rief ihm Jonathan nach und sprach: Der Pfeil liegt dortwärts vor dir.
      38.      Und rief abermals ihm nach: Rasch! eile, und stehe nicht still ! Da las der Knabe Jonathans Pfeile auf und brachte sie zu seinem Herrn.
      39.      Und der Knabe wußte nichts darum; allein Jonathan und David wußten um die Sache.
      40.      Da gab Jonathan seine Waffen seinem Knaben und sprach zu ihm: Gehe hin und trage sie in die Stadt.
      41.      Da der Knabe hineinkam, stand David auf vom Ort gegen Mittag und fiel auf sein Antlitz zur Erde und beugte sich dreimal nieder, und sie küßten sich miteinander und weinten miteinander, David aber am allermeisten.
      42.      Und Jonathan sprach zu David: Gehe hin mit Frieden! Was wir beide geschworen haben im Namen des HERRN und gesagt: Der HERR sei zwischen mir und dir, zwischen meinem Samen und deinem Samen, das bleibe ewiglich.

Das 21. Kapitel

      1.      Und Jonathan machte sich auf und kam in die Stadt.
      2.      David aber kam gen Nobe zum Priester Ahimelech. Und Ahimelech entsetzte sich, da er David entgegenging, und sprach zu ihm: Warum kommst du allein und ist kein Mann mit dir?
      3.      David sprach zu Ahimelech, dem Priester: Der König hat mir eine Sache befohlen und sprach zu mir: Laß niemand wissen, warum ich dich gesandt habe und was ich dir befohlen habe. Denn ich habe auch meine Leute an den und den Ort beschieden.
      4.      Hast du nun etwas unter deiner Hand, ein Brot oder fünf, die gib mir in meine Hand, oder was du findest.
      5.      Der Priester antwortete David und sprach: Ich habe kein gemeines Brot unter meiner Hand, sondern heiliges Brot; wenn sich nur die Leute von Weibern enthalten hätten !
      6.      David antwortete dem Priester und sprach zu ihm: Es sind die Weiber drei Tage uns versperrt gewesen, da ich auszog, und der Leute Zeug war heilig; ist aber dieser Weg unheilig, so wird er heute geheiligt werden an dem Zeuge.
      7.      Da gab ihm der Priester von dem heiligen Brot, weil kein anderes da war denn die Schaubrote, die man vor dem HERRN abhob, daß man anderes frisches Brot auflegte des Tages, da man sie wegnahm.
      8.      Es war aber des Tages ein Mann drinnen versperrt vor dem HERRN aus den Knechten Sauls, mit Namen Doeg, ein Edomiter, der mächtigste unter den Hirten Sauls.
      9.      Und David sprach zu Ahimelech: Ist nicht hier unter deiner Hand ein Spieß oder Schwert? Ich habe mein Schwert und meine Waffen nicht mit mir genommen; denn die Sache des Königs war eilend.
      10.      Der Priester sprach: Das Schwert des Philisters Goliath, den du schlugst im Eichgrunde, das ist hier, gewickelt in einen Mantel hinter dem Leibrock. Willst du das, so nimm’s hin; denn es ist hier kein anderes als das. David sprach: Es ist seinesgleichen nicht; gib mir’s!
      11.      Und David machte sich auf und floh vor Saul und kam zu Achis, dem König zu Gath.
      12.      Aber die Knechte des Achis sprachen zu ihm: Das ist der David, des Landes König, von dem sie sangen im Reigen und sprachen: Saul schlug tausend, David aber zehntausend.
      13.      Und David nahm die Rede zu Herzen und fürchtete sich sehr vor Achis, dem König zu Gath,
      14.      und verstellte seine Gebärde vor ihnen und tobte unter ihren Händen und stieß sich an die Tür am Tor, und sein Geifer floß ihm in den Bart.
      15.      Da sprach Achis zu seinen Knechten: Siehe, ihr seht, daß der Mann unsinnig ist; warum habt ihr ihn zu mir gebracht ?
      16.      Habe ich der Unsinnigen zu wenig, daß ihr diesen herbrächtet, daß er neben mir rasete ? Sollte der in mein Haus kommen ?

Das 22. Kapitel

      1.      David ging von dannen und entrann in die Höhle Adullam. Da das seine Brüder hörten und das ganze Haus seines Vaters, kamen sie zu ihm hinab dahin.
      2.      Und es versammelten sich zu ihm allerlei Männer, die in Not und Schulden und betrübten Herzens waren; und er war ihr Oberster, daß bei vierhundert Mann bei ihm waren.
      3.      Und David ging von da gen Mizpe in der Moabiter Land und sprach zu der Moabiter König: Laß meinen Vater und meine Mutter bei euch aus und ein gehen, bis ich erfahre, was Gott mit mir tun wird.
      4.      Und er ließ sie vor dem König der Moabiter, daß sie bei ihm blieben, solange David sich barg an sicherem Orte.
      5.      Aber der Prophet Gad sprach zu David: Bleibe nicht verborgen, sondern gehe hin und komm ins Land Juda. Da ging David hin und kam in den Wald Hereth.
      6.      Und es kam vor Saul, daß David und die Männer, die bei ihm waren, wären hervorgekommen. Und Saul saß zu Gibea unter dem Baum auf der Höhe und hatte seinen Spieß in der Hand, und alle seine Knechte standen neben ihm.
      7.      Da sprach Saul zu seinen Knechten, die neben ihm standen: Höret, ihr Benjaminiter! wird auch der Sohn Isais euch allen Äcker und Weinberge geben und euch alle über tausend und über hundert zu Obersten machen,
      8.      daß ihr euch alle verbunden habt wider mich und ist niemand, der es meinen Ohren offenbarte, weil auch mein Sohn einen Bund gemacht hat mit dem Sohn Isais? Ist niemand unter euch, den es kränke meinethalben und der es meinen Ohren offenbare ? Denn mein Sohn hat meinen Knecht wider mich auferweckt, daß er mir nachstellt, wie es am Tage ist.
      9.      Da antwortete Doeg, der Edomiter, der neben den Knechten Sauls stand, und sprach: Ich sah den Sohn Isais, daß er gen Nobe kam zu Ahimelech, dem Sohn Ahitobs.
      10.      Der fragte den HERRN für ihn und gab ihm Speise und das Schwert Goliaths, des Philisters.
      11.      Da sandte der König hin und ließ rufen Ahimelech, den Priester, den Sohn Ahitobs, und seines Vaters ganzes Haus, die Priester, die zu Nobe waren. Und sie kamen alle zum König.
      12.      Und Saul sprach: Höre, du Sohn Ahitobs! Er sprach: Hier bin ich, mein Herr.
      13.      Und Saul sprach zu ihm: Warum habt ihr einen Bund wider mich gemacht, du und der Sohn Isais, daß du ihm Brot und Schwert gegeben und Gott für ihn gefragt hast, daß du ihn erweckest, daß er mir nachstelle, wie es am Tage ist?
      14.      Ahimelech antwortete dem König und sprach: Und wer ist unter allen deinen Knechten wie David, der getreu ist und des Königs Eidam und geht in deinem Gehorsam und ist herrlich gehalten in deinem Hause?
      15.      Habe ich denn heute erst angefangen Gott für ihn zu fragen ? Das sei ferne von mir! Der König lege solches seinem Knecht nicht auf noch meines Vaters ganzem Hause; denn dein Knecht hat von allem diesem nichts gewußt, weder Kleines noch Großes.
      16.      Aber der König sprach: Ahimelech, du mußt des Todes sterben, du und deines Vater ganzes Haus.
      17.      Und der König sprach zu seinen Trabanten, die neben ihm standen: Wendet euch und tötet des HERRN Priester! denn ihre Hand ist auch mit David, und da sie wußten, daß er floh, haben sie mir’s nicht eröffnet. Aber die Knechte des Königs wollten ihre Hände nicht an die Priester des HERRN legen, sie zu erschlagen.
      18.      Da sprach der König zu Doeg: Wende du dich und erschlage die Priester! Doeg, der Edomiter, wandte sich und erschlug die Priester, daß des Tages starben fünfundachtzig Männer, die leinene Leibröcke trugen.
      19.      Und die Stadt der Priester, Nobe, schlug er mit der Schärfe des Schwerts, Mann und Weib, Kinder und Säuglinge, Ochsen und Esel und Schafe.
      20.      Es entrann aber ein Sohn Ahimelechs, des Sohnes Ahitobs, der hieß Abjathar, und floh David nach
      21.      und verkündigte ihm, daß Saul die Priester des HERRN erwürgt hätte.
      22.      David aber sprach zu Abjathar: Ich wußte es wohl an dem Tage, da der Edomiter Doeg da war, daß er’s würde Saul ansagen. Ich bin schuldig an allen Seelen in deines Vaters Hause.
      23.      Bleibe bei mir und fürchte dich nicht; wer nach meinem Leben steht, der soll auch nach deinem Leben stehen, und sollst mit mir bewahrt werden.

Das 23. Kapitel

      1.      Und es ward David angesagt: Siehe, die Philister streiten wider Kegila und berauben die Tennen.
      2.      Da fragte David den HERRN und sprach: Soll ich hingehen und diese Philister schlagen ? Und der HERR sprach zu David: Gehe hin ! du wirst die Philister schlagen und Kegila erretten.
      3.      Aber die Männer bei David sprachen zu ihm: Siehe, wir fürchten uns hier in Juda, und wollen hingehen gen Kegila zu der Philister Heer?
      4.      Da fragte David wieder den HERRN, und der HERR antwortete ihm und sprach: Auf, zieh hinab gen Kegila! denn ich will die Philister in deine Hände geben.
      5.      Also zog David samt seinen Männern gen Kegila und stritt wider die Philister und trieb ihnen ihr Vieh weg und tat eine große Schlacht an ihnen. Also errettete David die zu Kegila.
      6.      Denn da Abjathar, der Sohn Ahimelechs, floh zu David gen Kegila, trug er den Leibrock mit sich hinab.
      7.      Da ward Saul angesagt, daß David gen Kegila gekommen wäre, und er sprach: Gott hat ihn in meine Hände übergeben, daß er eingeschlossen ist, nun er in eine Stadt gekommen ist, mit Türen und Riegeln verwahrt.
      8.      Und Saul ließ alles Volk rufen zum Streit hinab gen Kegila, daß sie David und seine Männer belagerten.
      9.      Da aber David merkte, daß Saul Böses über ihn gedachte, sprach er zu dem Priester Abjathar: Lange den Leibrock her!
      10.      Und David sprach: HERR, Gott Israels, dein Knecht hat gehört, daß Saul darnach trachte, daß er gen Kegila komme, die Stadt zu verderben um meinetwillen.
      11.      Werden mich auch die Bürger zu Kegila überantworten in seine Hände? Und wird auch Saul herabkommen, wie dein Knecht gehört hat ? Das verkündige, HERR, Gott Israels, deinem Knecht! Und der HERR sprach: Er wird herabkommen.
      12.      David sprach: Werden aber die Bürger zu Kegila mich und meine Männer überantworten in die Hände Sauls? Der HERR sprach: Ja.
      13.      Da machte sich David auf samt seinen Männern, deren bei sechshundert waren, und zogen aus von Kegila und wandelten, wo sie konnten. Da nun Saul angesagt ward, daß David von Kegila entronnen war, ließ er sein Ausziehen anstehen.
      14.      David aber blieb in der Wüste verborgen und blieb auf dem Berge in der Wüste Siph. Saul aber suchte ihn sein Leben lang; aber Gott gab ihn nicht in seine Hände.
      15.      Und David sah, daß Saul ausgezogen war, sein Leben zu suchen. Aber David war in der Wüste Siph, in der Heide.
      16.      Da machte sich Jonathan auf, der Sohn Sauls, und ging hin zu David in der Heide und stärkte seine Hand in Gott
      17.      und sprach zu ihm: Fürchte dich nicht; meines Vaters Sauls Hand wird dich nicht finden, und du wirst König werden über Israel, so will ich der nächste um dich sein; auch weiß solches mein Vater wohl.
      18.      Und sie machten beide einen Bund miteinander vor dem HERRN; und David blieb in der Heide, aber Jonathan zog wieder heim.
      19.      Aber die Siphiter zogen hinauf zu Saul gen Gibea und sprachen: Ist nicht David bei uns verborgen an sicherem Ort in der Heide, auf dem Hügel Hachila, der zur Rechten liegt an der Wüste?
      20.      So komme nun der König hernieder nach all seines Herzens Begehr, so wollen wir ihn überantworten in des Königs Hände.
      21.      Da sprach Saul: Gesegnet seid ihr dem HERRN, daß ihr euch meiner erbarmt habt !
      22.      So gehet nun hin und werdet’s noch gewisser, daß ihr wisset und sehet, an welchem Ort seine Füße gewesen sind und wer ihn daselbst gesehen habe; denn mir ist gesagt, daß er listig ist.
      23.      Besehet und erkundet alle Orte, da er sich verkriecht, und kommt wieder zu mir, wenn ihr’s gewiß seid, so will ich mit euch ziehen. Ist er im Lande, so will ich nach ihm forschen unter allen Tausenden in Juda.
      24.      Da machten sie sich auf und gingen gen Siph vor Saul hin. David aber und seine Männer waren in der Wüste Maon, auf dem Gefilde zur Rechten der Wüste.
      25.      Da nun Saul hinzog mit seinen Männern, zu suchen, ward’s David angesagt; und er machte sich den Fels hinab und blieb in der Wüste Maon. Da das Saul hörte, jagte er David nach in die Wüste Maon.
      26.      Und Saul mit seinen Männern ging an einer Seite des Berge, David mit seinen Männern an der anderen Seite des Berges. Da David aber eilte, dem Saul zu entgehen, da umringte Saul samt seinen Männern David und seine Männer, daß er sie griffe.
      27.      Aber es kam ein Bote zu Saul und sprach: Eile und komm ! denn die Philister sind ins Land gefallen.
      28.      Da kehrte sich Saul von dem Nachjagen Davids und zog hin, den Philistern entgegen; daher heißt man den Ort Sela-Mahlekoth (das heißt Scheidefels).

Das 24. Kapitel

      1.      Und David zog hinauf von dannen und barg sich auf den Berghöhen zu Engedi.
      2.      Da nun Saul wiederkam von den Philistern, ward ihm gesagt: Siehe, David ist in der Wüste Engedi.
      3.      Und Saul nahm dreitausend junger Mannschaft aus ganz Israel und zog hin, David samt seinen Männern zu suchen auf den Felsen der Gemsen.
      4.      Und da er kam zu den Schafhürden am Wege, war daselbst eine Höhle, und Saul ging hinein seine Füße zu decken. David aber und seine Männer saßen hinten in der Höhle.
      5.      Da sprachen die Männer Davids zu ihm: Siehe, das ist der Tag, davon der HERR dir gesagt hat: "Siehe, ich will deinen Feind in deine Hände geben, daß du mit ihm tust, was dir gefällt." Und David stand auf und schnitt leise einen Zipfel vom Rock Sauls.
      6.      Aber darnach schlug ihm sein Herz, daß er den Zipfel Sauls hatte abgeschnitten,
      7.      und er sprach zu seinen Männern: Das lasse der HERR ferne von mir sein, daß ich das tun sollte und meine Hand legen an meinen Herrn, den Gesalbten des HERRN; denn er ist der Gesalbte des HERRN.
      8.      Und David wies seine Männer von sich mit den Worten und ließ sie nicht sich wider Saul auflehnen. Da aber Saul sich aufmachte aus der Höhle und ging des Weges,
      9.      machte sich darnach David auch auf und ging aus der Höhle und rief Saul hintennach und sprach: Mein Herr König! Saul sah hinter sich. Und David neigte sein Antlitz zur Erde und fiel nieder
      10.      und sprach zu Saul: Warum gehorchst du der Menschen Wort, die da sagen: David sucht dein Unglück?
      11.      Siehe, heutigestages sehen deine Augen, daß dich der HERR heute hat in meine Hände gegeben in der Höhle, und es ward gesagt, daß ich dich sollte erwürgen. Aber es ward dein verschont; denn ich sprach: Ich will meine Hand nicht an meinen Herrn legen; denn er ist der Gesalbte des HERRN.
      12.      Mein Vater, siehe doch den Zipfel von deinem Rock in meiner Hand, daß ich dich nicht erwürgen wollte, da ich den Zipfel von deinem Rock schnitt. Erkenne und sieh, daß nichts Böses in meiner Hand ist noch keine Übertretung. Ich habe auch an dir nicht gesündigt, und du jagst meine Seele, daß du sie wegnehmest.
      13.      Der HERR wird Richter sein zwischen mir und dir und mich an dir rächen; aber meine Hand soll nicht über dir sein.
      14.      Wie man sagt nach dem alten Sprichwort: "Von Gottlosen kommt Untugend." Aber meine Hand soll nicht über dir sein.
      15.      Wem ziehst du nach, König von Israel? Wem jagst du nach? Einem toten Hund, einem einzigen Floh.
      16.      Der HERR sei Richter und richte zwischen mir und dir und sehe darein und führe meine Sache aus und rette mich von deiner Hand.
      17.      Als nun David solche Worte zu Saul hatte ausgeredet, sprach Saul: Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn David? Und Saul hob auf seine Stimme und weinte
      18.      und sprach zu David: Du bist gerechter denn ich: du hast mir Gutes bewiesen; ich aber habe dir Böses bewiesen;
      19.      und du hast mir heute angezeigt, wie du Gutes an mir getan hast, daß mich der HERR hatte in deine Hände beschlossen und du mich doch nicht erwürgt hast.
      20.      Wie sollte jemand seinen Feind finden und ihn lassen einen guten Weg gehen ? Der HERR vergelte dir Gutes für diesen Tag, wie du an mir getan hast.
      21.      Nun siehe, ich weiß, daß du König werden wirst, und das Königreich Israel wird in deiner Hand bestehen:
      22.      so schwöre mir nun bei dem HERRN, daß du nicht ausrottest meinen Samen nach mir und meinen Namen nicht austilgest von meines Vaters Hause.
      23.      Und David schwur Saul. Da zog Saul heim; David aber mit seinen Männern machte sich hinauf auf die Berghöhe.

Das 25. Kapitel

      1.      Und Samuel starb; und das ganze Israel versammelte sich und trug Leid um ihn, und sie begruben ihn in seinem Hause zu Rama. David aber machte sich auf und zog hinab in die Wüste Pharan.
      2.      Und es war ein Mann zu Maon und sein Wesen zu Karmel; und der Mann war sehr großen Vermögens und hatte dreitausend Schafe und tausend Ziegen. Und es begab sich eben, daß er seine Schafe schor zu Karmel.
      3.      Und er hieß Nabal; sein Weib aber hieß Abigail und war ein Weib von guter Vernunft und schön von Angesicht; der Mann aber war hart und boshaft in seinem Tun und war einer von Kaleb.
      4.      Da nun David in der Wüste hörte, daß Nabal seine Schafe schor,
      5.      sandte er aus zehn Jünglinge und sprach zu ihnen: Gehet hinauf gen Karmel; und wenn ihr zu Nabal kommt, so grüßet ihn von mir freundlich
      6.      und sprecht: Glück zu! Friede sei mit dir und deinem Hause und mit allem, was du hast!
      7.      Ich habe gehört, daß du Schafscherer hast. Nun, deine Hirten, die du hast, sind mit uns gewesen; wir haben sie nicht verhöhnt, und hat ihnen nichts gefehlt an der Zahl, solange sie zu Karmel gewesen sind
      8.      frage deine Jünglinge darum, die werden dir’s sagen, und laß die Jünglinge Gnade finden vor deinen Augen; denn wir sind auf einen guten Tag gekommen. Gib deinen Knechten und deinem Sohn David, was deine Hand findet.
      9.      Und da die Jünglinge Davids hinkamen und in Davids Namen alle diese Worte mit Nabal geredet hatten, hörten sie auf.
      10.      Aber Nabal antwortete den Knechten Davids und sprach: Wer ist David? und wer ist der Sohn Isais? Es werden jetzt der Knechte viel, die sich von ihren Herren reißen.
      11.      Sollte ich mein Brot, Wasser und Fleisch nehmen, das ich für meine Scherer geschlachtet habe, und den Leuten geben, die ich nicht kenne, wo sie her sind?
      12.      Da kehrten sich die Jünglinge Davids wieder auf ihren Weg; und da sie wieder zu ihm kamen, sagten sie ihm solches alles.
      13.      Da sprach David zu seinen Männern: Gürte ein jeglicher sein Schwert um sich und David gürtete sein Schwert auch um sich, und zogen hinauf bei vierhundert Mann; aber zweihundert blieben bei dem Geräte.
      14.      Aber der Abigail, Nabals Weib, sagte an der Jünglinge einer und sprach: Siehe, David hat Boten gesandt aus der Wüste, unsern Herrn zu grüßen; er aber schnaubte sie an.
      15.      Und sie sind uns doch sehr nützliche Leute gewesen und haben uns nicht verhöhnt, und hat uns nichts gefehlt an der Zahl, solange wir bei ihnen gewandelt haben, wenn wir auf dem Felde waren;
      16.      sondern sie sind unsre Mauern gewesen Tag und Nacht, solange wir die Schafe bei ihnen gehütet haben.
      17.      So merke nun und siehe, was du tust; denn es ist gewiß ein Unglück vorhanden über unsern Herrn und über sein ganzes Haus; und er ist ein heilloser Mann, dem niemand etwas sagen darf.
      18.      Da eilte Abigail und nahm zweihundert Brote und zwei Krüge Wein und fünf gekochte Schafe und fünf Scheffel Mehl und hundert Rosinenkuchen und zweihundert Feigenkuchen und lud’s auf Esel
      19.      und sprach zu ihren Jünglingen: Geht vor mir hin; siehe, ich will kommen hernach. Und sie sagte ihrem Mann Nabal nichts davon.
      20.      Und als sie nun auf dem Esel ritt und hinabzog im Dunkel des Berges, siehe, da kam David und seine Männer hinab ihr entgegen, daß sie auf sie stieß.
      21.      David aber hatte geredet: Wohlan, ich habe umsonst behütet alles, was dieser hat in der Wüste, daß nichts gefehlt hat an allem, was er hat; und er bezahlt mir Gutes mit Bösem.
      22.      Gott tue dies und noch mehr den Feinden Davids, wo ich diesem bis zum lichten Morgen übriglasse einen, der männlich ist, aus allem, was er hat.
      23.      Da nun Abigail David sah, stieg sie eilend vom Esel und fiel vor David auf ihr Antlitz und beugte sich nieder zur Erde
      24.      und fiel zu seinen Füßen und sprach: Ach, mein Herr, mein sei die Missetat, und laß deine Magd reden vor deinen Ohren und höre die Worte deiner Magd!
      25.      Mein Herr setze nicht sein Herz wider diesen Nabal, den heillosen Mann; denn er ist ein Narr, wie sein Name heißt, und Narrheit ist bei ihm. Ich aber, deine Magd, habe die Jünglinge meines Herrn nicht gesehen, die du gesandt hast.
      26.      Nun aber, mein Herr, so wahr der HERR lebt und so wahr deine Seele lebt, der HERR hat dich verhindert, daß du nicht kämst in Blutschuld und dir mit eigener Hand hilfst. So müssen nun werden wie Nabal deine Feinde und die meinem Herrn übelwollen.
      27.      Hier ist der Segen, den deine Magd meinem Herrn hergebracht hat; den gib den Jünglingen, die unter meinem Herrn wandeln.
      28.      Vergib deiner Magd die Übertretung. Denn der HERR wird meinem Herrn ein beständiges Haus machen; denn du führst des HERRN Kriege; und laß kein Böses an dir gefunden werden dein Leben lang.
      29.      Und wenn sich ein Mensch erheben wird, dich zu verfolgen, und nach deiner Seele steht, so wird die Seele meines Herrn eingebunden sein im Bündlein der Lebendigen bei dem HERRN, deinem Gott; aber die Seele deiner Feinde wird geschleudert werden mit der Schleuder.
      30.      Wenn denn der HERR all das Gute meinem Herrn tun wird, was er dir geredet hat, und gebieten, daß du ein Herzog seist über Israel,
      31.      so wird’s dem Herzen meines Herrn nicht ein Anstoß noch Ärgernis sein, daß du Blut vergossen ohne Ursache und dir selber geholfen; so wird der HERR meinem Herrn wohltun und wirst an deine Magd gedenken.
      32.      Da sprach David zu Abigail: Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, der dich heutigestages hat mir entgegengesandt;
      33.      und gesegnet sei deine Rede, und gesegnet seist du, daß du mir heute gewehrt hast, daß ich nicht in Blutschuld gekommen bin und mir mit eigener Hand geholfen habe.
      34.      Wahrlich, so wahr der HERR, der Gott Israels, lebt, der mich verhindert hat, daß ich nicht übel an dir täte: wärst du nicht eilend mir begegnet, so wäre dem Nabal nicht übriggeblieben bis auf diesen lichten Morgen einer, der männlich ist.
      35.      Also nahm David von ihrer Hand, was sie gebracht hatte und sprach zu ihr: Zieh mit Frieden hinauf in dein Haus; siehe, ich habe deiner Stimme gehorcht und deine Person angesehen.
      36.      Da aber Abigail zu Nabal kam, siehe, da hatte er ein Mahl zugerichtet in seinem Hause wie eines Königs Mahl, und sein Herz war guter Dinge bei ihm selbst, und er war sehr trunken. Sie aber sagte ihm nichts, weder klein noch groß bis an den lichten Morgen.
      37.      Da es aber Morgen ward und der Wein von Nabal gekommen war, sagte ihm sein Weib solches. Da erstarb sein Herz in seinem Leibe, daß er ward wie ein Stein.
      38.      Und über zehn Tage schlug ihn der HERR, daß er starb.
      39.      Da das David hörte, daß Nabal tot war, sprach er: Gelobt sei der HERR, der meine Schmach gerächt hat an Nabal und seinen Knecht abgehalten hat von dem Übel; und der HERR hat dem Nabal das Übel auf seinen Kopf vergolten. Und David sandte hin und ließ mit Abigail reden, daß er sie zum Weibe nähme.
      40.      Und da die Knechte Davids zu Abigail kamen gen Karmel, redeten sie mit ihr und sprachen: David hat uns zu dir gesandt, daß er dich zum Weibe nehme.
      41.      Sie stand auf und fiel nieder auf ihr Angesicht zur Erde und sprach: Siehe, hier ist deine Magd, daß sie diene den Knechten meines Herrn und ihre Füße wasche.
      42.      Und Abigail eilte und machte sich auf und ritt auf einem Esel, und fünf Dirnen, die unter ihr waren, und zog den Boten Davids nach und ward sein Weib.
      43.      Auch hatte David Ahinoam von Jesreel genommen; und waren beide seine Weiber.
      44.      Saul aber hatte Michal seine Tochter, Davids Weib, Phalti, dem Sohn des Lais von Gallim, gegeben.

Das 26. Kapitel

      1.      Die aber von Siph kamen zu Saul gen Gibea und sprachen: Ist nicht David verborgen auf dem Hügel Hachila vor der Wüste?
      2.      Da machte sich Saul auf und zog herab zur Wüste Siph und mit ihm dreitausend junger Mannschaft in Israel, daß er David suchte in der Wüste Siph,
      3.      und lagerte sich auf dem Hügel Hachila, der vor der Wüste liegt am Wege. David aber blieb in der Wüste. Und da er merkte, daß Saul ihm nachkam in die Wüste,
      4.      sandte er Kundschafter aus und erfuhr, daß Saul gewiß gekommen wäre.
      5.      Und David machte sich auf und kam an den Ort, da Saul sein Lager hielt, und sah die Stätte, da Saul lag mit seinem Feldhauptmann Abner, dem Sohn des Ners. (Denn Saul lag in der Wagenburg und das Heervolk um ihn her.)
      6.      Da antwortete David und sprach zu Ahimelech, dem Hethiter, und zu Abisai, dem Sohn der Zeruja, dem Bruder Joabs: Wer will mit mir hinab zu Saul ins Lager? Abisai sprach: Ich will mit dir hinab.
      7.      Also kam David und Abisai zum Volk des Nachts. Und siehe, Saul lag und schlief in der Wagenburg, und sein Spieß steckte in der Erde zu seinen Häupten; Abner aber und das Volk lag um ihn her.
      8.      Da sprach Abisai zu David: Gott hat deinen Feind heute in deine Hand beschlossen; so will ich ihn nun mit dem Spieß stechen in die Erde einmal, daß er’s nicht mehr bedarf.
      9.      David aber sprach zu Abisai: Verderbe ihn nicht; denn wer will die Hand an den Gesalbten des HERRN legen und ungestraft bleiben ?
      10.      Weiter sprach David: So wahr der HERR lebt, wo der HERR nicht ihn schlägt, oder seine Zeit kommt, daß er sterbe oder in einen Streit ziehe und komme um,
      11.      so lasse der HERR ferne von mir sein, daß ich meine Hand sollte an den Gesalbten des HERRN legen. So nimm nun den Spieß zu seinen Häupten und den Wasserbecher und laß uns gehen.
      12.      Also nahm David den Spieß und den Wasserbecher zu den Häupten Sauls und ging hin, und war niemand, der es sah noch merkte noch erwachte, sondern sie schliefen alle; denn es war ein tiefer Schlaf vom HERRN auf sie gefallen.
      13.      Da nun David auf die andere Seite hinübergekommen war, trat er auf des Berges Spitze von ferne, daß ein weiter Raum war zwischen ihnen,
      14.      und schrie das Volk an und Abner, den Sohn Ners, und sprach: Hörst du nicht, Abner? Und Abner antwortete und sprach: Wer bist du, daß du so schreist gegen den König?
      15.      Und David sprach zu Abner: Bist du nicht ein Mann und wer ist dir gleich in Israel? Warum hast du denn nicht behütet deinen Herrn, den König? Denn es ist des Volk einer hineingekommen, deinen Herrn, den König, zu verderben.
      16.      Es ist aber nicht fein, was du getan hast. So wahr der HERR lebt, ihr seid Kinder des Todes, daß ihr euren Herrn, den Gesalbten des HERRN, nicht behütet habt. Nun siehe, hier ist der Spieß des Königs und der Wasserbecher, die zu seinen Häupten waren.
      17.      Da erkannte Saul die Stimme Davids und sprach: Ist das nicht deine Stimme mein Sohn David? David sprach: Es ist meine Stimme, mein Herr König.
      18.      Und sprach weiter: Warum verfolgt mein Herr also seinen Knecht? Was habe ich getan ? und was Übels ist in meiner Hand?
      19.      So höre doch nun mein Herr, der König, die Worte seines Knechtes: Reizt dich der HERR wider mich, so lasse man ihn ein Speisopfer riechen; tun’s aber Menschenkinder, so seien sie verflucht vor dem HERRN, daß sie mich heute verstoßen, daß ich nicht hafte in des HERRN Erbteil, und sprechen: Gehe hin, diene andern Göttern!
      20.      So falle nun mein Blut nicht auf die Erde, ferne von dem Angesicht des HERRN. Denn der König Israels ist ausgezogen zu suchen einen Floh, wie man ein Rebhuhn jagt auf den Bergen.
      21.      Und Saul sprach: Ich habe gesündigt, komm wieder, mein Sohn David, ich will dir fürder kein Leid tun, darum daß meine Seele heutigestages teuer gewesen ist in deinen Augen. Siehe, ich habe töricht und sehr unweise getan.
      22.      David antwortete und sprach: Siehe, hier ist der Spieß des Königs; es gehe der Jünglinge einer herüber und hole ihn.
      23.      Der HERR aber wird einem jeglichen vergelten nach seiner Gerechtigkeit und seinem Glauben. Denn der HERR hat dich heute in meine Hand gegeben; aber ich wollte meine Hand nicht an den Gesalbten des HERRN legen.
      24.      Und wie heute deine Seele in meinen Augen ist groß geachtet gewesen, so werde meine Seele groß geachtet vor den Augen des HERRN, und er errette mich von aller Trübsal.
      25.      Saul sprach zu David: Gesegnet seist du, mein Sohn David; du wirst’s tun und hinausführen. David aber ging seine Straße, und Saul kehrte wieder an seinen Ort.

Das 27. Kapitel

      1.      David aber gedachte in seinem Herzen: Ich werde der Tage einen Saul in die Hände fallen; es ist mir nichts besser, denn daß ich entrinne in der Philister Land, daß Saul von mir ablasse, mich fürder zu suchen im ganzen Gebiet Israels; so werde ich seinen Händen entrinnen.
      2.      Und machte sich auf und ging hinüber samt den sechshundert Mann, die bei ihm waren, zu Achis, dem Sohn Maochs, dem König zu Gath.
      3.      Also blieb David bei Achis zu Gath mit seinen Männern, ein jeglicher mit seinem Hause, David auch mit seinen zwei Weibern Ahinoam, der Jesreelitin, und Abigail, des Nabals Weibe, der Karmeliterin.
      4.      Und da Saul angesagt ward, daß David gen Gath geflohen wäre, suchte er ihn nicht mehr.
      5.      Und David sprach zu Achis: Habe ich Gnade vor deinen Augen gefunden, so laß mir geben einen Raum in der Städte einer auf dem Lande, daß ich darin wohne; was soll dein Knecht in der königlichen Stadt bei dir wohnen ?
      6.      Da gab ihm Achis des Tages Ziklag. Daher gehört Ziklag zu den Königen Juda’s bis auf diesen Tag.
      7.      Die Zeit aber, die David in der Philister Lande wohnte, ist ein Jahr und vier Monate.
      8.      David aber zog hinauf samt seinen Männern und fiel ins Land der Gessuriter und Girsiter und Amalekiter; denn diese waren von alters her die Einwohner dieses Landes, wo man kommt gen Sur bis an Ägyptenland.
      9.      Da aber David das Land schlug, ließ er weder Mann noch Weib leben und nahm Schafe, Rinder, Esel, Kamele und Kleider und kehrte wieder und kam zu Achis.
      10.      Wenn dann Achis sprach: Seid ihr heute nicht eingefallen ? so sprach David: In das Mittagsland Juda’s und in das Mittagsland der Jerahmeeliter und in das Mittagsland der Keniter.
      11.      David aber ließ weder Mann noch Weib lebendig gen Gath kommen und gedachte: Sie möchten wider uns reden und schwätzen. Also tat David, und das war seine Weise, solange er wohnte in der Philister Lande.
      12.      Darum glaubte Achis David und gedachte: Er hat sich stinkend gemacht vor seinem Volk Israel, darum soll er immer mein Knecht sein.

Das 28. Kapitel

      1.      Und es begab sich zu derselben Zeit, daß die Philister ihr Heer versammelten, in den Streit zu ziehen wieder Israel. Und Achis sprach zu David: Du sollst wissen, daß du und deine Männer sollt mit mir ausziehen ins Heer.
      2.      David sprach zu Achis: Wohlan, du sollst erfahren, was dein Knecht tun wird. Achis sprach zu David: Darum will ich dich zum Hüter meines Hauptes setzen mein Leben lang.
      3.      Samuel aber war gestorben, und ganz Israel hatte Leid um ihn getragen und ihn begraben in seiner Stadt in Rama. Und Saul hatte aus dem Lande vertrieben die Wahrsager und Zeichendeuter.
      4.      Da nun die Philister sich versammelten und kamen und lagerten sich zu Sunem, versammelte Saul auch das ganze Israel, und sie lagerten sich zu Gilboa.
      5.      Da aber Saul der Philister Heer sah, fürchtete er sich, und sein Herz verzagte sehr.
      6.      Und er ratfragte den HERRN; aber der HERR antwortete ihm nicht, weder durch Träume noch durchs Licht noch durch Propheten.
      7.      Da sprach Saul zu seinen Knechten: Sucht mir ein Weib, die einen Wahrsagergeist hat, daß ich zu ihr gehe und sie Frage. Seine Knechte sprachen zu ihm: Siehe, zu Endor ist ein Weib, die hat einen Wahrsagergeist.
      8.      Und Saul wechselte seine Kleider und zog andere an und ging hin und zwei Männer mit ihm, und sie kamen bei der Nacht zu dem Weibe, und er sprach: Weissage mir doch durch den Wahrsagergeist und bringe mir herauf, den ich dir sage.
      9.      Das Weib sprach zu ihm: Siehe, du weißt wohl, was Saul getan hat, wie er die Wahrsager und Zeichendeuter ausgerottet hat vom Lande; warum willst du denn meine Seele ins Netz führen, daß ich getötet werde ?
      10.      Saul aber schwur ihr bei dem HERRN und sprach: So wahr der HERR lebt, es soll dir dies nicht zur Missetat geraten.
      11.      Da sprach das Weib: Wen soll ich dir denn heraufbringen ? Er sprach: Bringe mir Samuel herauf.
      12.      Da nun das Weib Samuel sah, schrie sie laut und sprach zu Saul: Warum hast du mich betrogen ? Du bist Saul.
      13.      Und der König sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! Was siehst du ? Das Weib sprach zu Saul: Ich sehe Götter heraufsteigen aus der Erde.
      14.      Er sprach: Wie ist er gestaltet? Sie sprach: Es kommt ein alter Mann herauf und ist bekleidet mit einem Priesterrock. Da erkannte Saul, daß es Samuel war, und neigte sich mit seinem Antlitz zur Erde und fiel nieder.
      15.      Samuel aber sprach zu Saul: Warum hast du mich unruhig gemacht, daß du mich heraufbringen läßt ? Saul sprach: Ich bin sehr geängstet: die Philister streiten wider mich, und Gott ist von mir gewichen und antwortet mir nicht, weder durch Propheten noch durch Träume; darum habe ich dich lassen rufen, daß du mir weisest, was ich tun soll.
      16.      Samuel sprach: Was willst du mich fragen, weil der HERR von dir gewichen und dein Feind geworden ist ?
      17.      Der HERR wird dir tun, wie er durch mich geredet hat, und wird das Reich von deiner Hand reißen und David, deinem Nächsten, geben.
      18.      Darum daß du der Stimme des HERRN nicht gehorcht und den Grimm seines Zorns nicht ausgerichtet hast wider Amalek, darum hat dir der HERR solches jetzt getan.
      19.      Dazu wird der HERR Israel mit dir auch geben in der Philister Hände. Morgen wirst du und deine Söhne mit mir sein. Auch wird der HERR das Lager Israels in der Philister Hände geben.
      20.      Da fiel Saul zur Erde, so lang er war, und erschrak sehr vor den Worten Samuels, daß keine Kraft mehr in ihm war; denn er hatte nichts gegessen den ganzen Tag und die ganze Nacht.
      21.      Und das Weib ging hinein zu Saul und sah, daß er sehr erschrocken war, und sprach zu ihm: Siehe, deine Magd hat deiner Stimme gehorcht, und ich habe meine Seele in deine Hand gesetzt, daß ich deinen Worten gehorchte, die du zu mir sagtest.
      22.      So gehorche nun auch deiner Magd Stimme. Ich will dir einen Bissen Brot vorsetzen, daß du essest, daß du zu Kräften kommest und deine Straße gehest.
      23.      Er aber weigerte sich und sprach: Ich will nicht essen. Da nötigten ihn seine Knechte und das Weib, daß er ihrer Stimme gehorchte. Und er stand auf von der Erde und setzte sich aufs Bett.
      24.      Das Weib aber hatte daheim ein gemästetes Kalb; da eilte sie und schlachtete es und nahm Mehl und knetete es und buk’s ungesäuert
      25.      und brachte es herzu vor Saul und seine Knechte. Und da sie gegessen hatten, standen sie auf und gingen die Nacht.

Das 29. Kapitel

      1.      Die Philister aber versammelten alle ihre Heere zu Aphek; und Israel lagerte sich zu Ain in Jesreel.
      2.      Und die Fürsten der Philister gingen daher mit Hunderten und mit Tausenden; David aber und seine Männer gingen hintennach bei Achis.
      3.      Da sprachen die Fürsten der Philister: Was sollen diese Hebräer? Achis sprach zu ihnen: Ist nicht das David, der Knecht Sauls, des Königs Israels, der nun bei mir gewesen ist Jahr und Tag, und ich habe nichts an ihm gefunden, seit der Zeit, daß er abgefallen ist, bis her?
      4.      Aber die Fürsten der Philister wurden zornig auf ihn und sprachen zu ihm: Laß den Mann umkehren und an seinem Ort bleiben, dahin du ihn bestellt hast, daß er nicht mit uns hinabziehe zum Streit und unser Widersacher werde im Streit. Denn woran könnte er seinem Herrn größeren Gefallen tun als an den Köpfen dieser Männer?
      5.      Ist er nicht David, von dem sie sangen im Reigen: Saul hat tausend geschlagen, David aber zehntausend?
      6.      Da rief Achis David und sprach zu ihm: So wahr der HERR lebt, ich halte dich für redlich, und dein Ausgang und Eingang mit mir im Heer gefällt mir wohl, und habe nichts Arges an dir gespürt, seit der Zeit, daß du zu mir gekommen bist; aber du gefällst den Fürsten nicht.
      7.      So kehre nun um und gehe hin mit Frieden, auf daß du nicht übel tust vor den Augen der Fürsten der Philister.
      8.      David aber sprach zu Achis: Was habe ich getan, und was hast du gespürt an deinem Knecht seit der Zeit, daß ich vor dir gewesen bin, bis her, daß ich nicht sollte kommen und streiten wider die Feinde meines Herrn, des Königs?
      9.      Achis antwortete und sprach zu David: Ich weiß es wohl; denn du gefällst meinen Augen wie ein Engel Gottes. Aber der Philister Fürsten haben gesagt: Laß ihn nicht mit uns hinauf in den Streit ziehen.
      10.      So mache dich nun morgen früh auf und die Knechte deines Herrn, die mit dir gekommen sind; und wenn ihr euch morgen früh aufgemacht habt, da es licht ist, so gehet hin.
      11.      Also machten sich David und seine Männer früh auf, daß sie des Morgens hingingen und wieder in der Philister Land kämen. Die Philister aber zogen hinauf gen Jesreel.

Das 30. Kapitel

      1.      Da nun David des dritten Tages kam gen Ziklag mit seinen Männern, waren die Amalekiter eingefallen ins Mittagsland und in Ziklag und hatten Ziklag geschlagen und mit Feuer verbrannt
      2.      und hatten die Weiber daraus weggeführt, beide, klein und groß; sie hatten aber niemand getötet, sondern weggetrieben, und waren dahin ihres Weges.
      3.      Da nun David samt seinen Männern zur Stadt kam und sah, daß sie mit Feuer verbrannt und ihre Weiber, Söhne und Töchter gefangen waren,
      4.      hoben David und das Volk, das bei ihm war, ihre Stimme auf und weinten, bis sie nicht mehr weinen konnten.
      5.      Denn Davids zwei Weiber waren auch gefangen: Ahinoam, die Jesreelitin, und Abigail, Nabals Weib, des Karmeliten.
      6.      Und David war sehr geängstet, denn das Volk wollte ihn steinigen; denn des ganzen Volkes Seele war unwillig, ein jeglicher um seine Söhne und Töchter willen. David aber stärkte sich in dem HERRN, seinem Gott,
      7.      und sprach zu Abjathar, dem Priester, Ahimelechs Sohn: Bringe mir her den Leibrock. Und da Abjathar den Leibrock zu David gebracht hatte,
      8.      fragte David den HERRN und sprach: Soll ich den Kriegsleuten nachjagen, und werde ich sie ergreifen ? Er sprach: Jage ihnen nach ! du wirst sie ergreifen und Rettung tun.
      9.      Da zog David hin und die sechshundert Mann, die bei ihm waren; und da sie kamen an den Bach Besor, blieben etliche stehen.
      10.      David aber und die vierhundert Mann jagten nach; die zweihundert Mann aber, die stehen blieben, waren zu müde, über den Bach Besor zu gehen.
      11.      Und sie fanden einen ägyptischen Mann im Felde; den führten sie zu David und gaben ihm Brot, daß er aß und tränkten ihn mit Wasser
      12.      und gaben ihm ein Stück Feigenkuchen und zwei Rosinenkuchen. Und da er gegessen hatte, kam sein Geist wieder zu ihm; denn er hatte in drei Tagen und drei Nächten nichts gegessen und kein Wasser getrunken.
      13.      David aber sprach zu ihm: Wes bist du? und woher bist du? Er sprach: Ich bin ein ägyptischer Jüngling, eines Amalekiters Knecht, und mein Herr hat mich verlassen; denn ich war krank vor drei Tagen.
      14.      Wir sind eingefallen in das Mittagsland der Krether und in Juda und in das Mittagsland Kalebs und haben Ziklag mit Feuer verbrannt.
      15.      David sprach zu ihm: Willst du mich hinführen zu diesen Kriegsleuten? Er sprach: Schwöre mir bei Gott, daß du mich nicht tötest noch in meines Herrn Hand überantwortest, so will ich dich hinabführen zu diesen Kriegsleuten.
      16.      Und er führte ihn hinab. Und siehe, sie hatten sich zerstreut auf dem ganzen Lande, aßen und tranken und feierten über all dem großen Raub, den sie genommen hatten aus der Philister und Juda’s Lande.
      17.      Und David schlug sie vom Morgen an bis an den Abend gegen den andern Tag, daß ihrer keiner entrann, außer vierhundert Jünglinge; die stiegen auf die Kamele und flohen.
      18.      Also errettete David alles, was die Amalekiter genommen hatten, und seine zwei Weiber;
      19.      und fehlte an keinem, weder klein noch groß noch Söhne noch Töchter noch Beute noch alles, das sie genommen hatten; David brachte es alles wieder.
      20.      Und David nahm die Schafe und Rinder und trieb das Vieh vor sich her, und sie sprachen: Das ist Davids Raub.
      21.      Und da David zu den zweihundert Männern kam, die zu müde gewesen, David nachzufolgen, und am Bach Besor geblieben waren, gingen sie heraus, David entgegen und dem Volk, das mit ihm war. Und David trat zum Volk und grüßte sie freundlich.
      22.      Da antworteten, was böse und lose Leute waren unter denen, die mit David gezogen waren, und sprachen: Weil sie nicht mit uns gezogen sind, soll man ihnen nichts geben von der Beute, die wir errettet haben; sondern ein jeglicher führe sein Weib und seine Kinder und gehe hin.
      23.      Da sprach David: Ihr sollt nicht so tun, Brüder, mit dem, was uns der HERR gegeben hat, und hat uns behütet und diese Kriegsleute, die wider uns gekommen waren, in unsere Hände gegeben.
      24.      Wer sollte euch darin gehorchen ? Wie das Teil derjenigen, die in den Streit hinabgezogen sind, so soll auch sein das Teil derjenigen, die bei dem Geräte geblieben sind, und soll gleich geteilt werden.
      25.      Das ist seit der Zeit und forthin in Israel Sitte und Recht geworden bis auf diesen Tag.
      26.      Und da David gen Ziklag kam, sandte er von der Beute den Ältesten in Juda, seinen Freunden, und sprach: Siehe, da habt ihr den Segen aus der Beute der Feinde des HERRN!
      27.      nämlich denen zu Beth-El, denen zu Ramoth im Mittagsland, denen zu Jatthir,
      28.      denen zu Aroer, denen zu Siphamoth, denen zu Esthemoa,
      29.      denen zu Rachal, denen in den Städten der Jerahmeeliter, denen in den Städten der Keniter,
      30.      denen zu Horma, denen zu Bor-Asan, denen zu Athach,
      31.      denen zu Hebron und allen Orten, da David gewandelt hatte mit seinen Männern.

Das 31. Kapitel

      1.      Die Philister aber stritten wider Israel; und die Männer Israels flohen vor den Philistern und fielen erschlagen auf dem Gebirge Gilboa.
      2.      Und die Philister hingen sich an Saul und seine Söhne und erschlugen Jonathan und Abinadab und Malchisua, die Söhne Sauls.
      3.      Und der Streit ward hart wider Saul, und die Schützen trafen auf ihn mit Bogen, und er ward sehr verwundet von den Schützen.
      4.      Da sprach Saul zu seinem Waffenträger: Zieh dein Schwert aus und erstich mich damit, daß nicht diese Unbeschnittenen kommen und mich erstechen und treiben ihren Spott mit mir. Aber sein Waffenträger wollte nicht; denn er fürchtete sich sehr. Da nahm Saul das Schwert und fiel hinein.
      5.      Da nun sein Waffenträger sah, daß Saul tot war, fiel er auch in sein Schwert und starb mit ihm.
      6.      Also starb Saul und seine drei Söhne und sein Waffenträger und alle seine Männer zugleich auf diesen Tag.
      7.      Da aber die Männer Israels, die jenseits des Grundes und gegen den Jordan hin waren, sahen, daß die Männer Israels geflohen waren, und daß Saul und seine Söhne tot waren, verließen sie die Städte und flohen auch; so kamen die Philister und wohnten darin.
      8.      Des andern Tages kamen die Philister, die Erschlagenen auszuziehen, und fanden Saul und seine drei Söhne liegen auf dem Gebirge Gilboa
      9.      und hieben ihm sein Haupt ab und zogen ihm seine Waffen ab und sandten sie in der Philister Land umher, zu verkündigen im Hause ihrer Götzen und unter dem Volk,
      10.      und legten seine Rüstung in das Haus der Astharoth; aber seinen Leichnam hingen sie auf die Mauer zu Beth-Sean.
      11.      Da die zu Jabes in Gilead hörten, was die Philister Saul getan hatten,
      12.      machten sie sich auf, was streitbare Männer waren, und gingen die ganze Nacht und nahmen die Leichname Sauls und seiner Söhne von der Mauer zu Beth-Sean und brachten sie gen Jabes und verbrannten sie daselbst
      13.      und nahmen ihre Gebeine und begruben sie unter den Baum zu Jabes und fasteten sieben Tage.
  1. SAMUEL

Das 1. Kapitel

      1.      Nach dem Tode Sauls, da David von der Amalekiter Schlacht wiedergekommen und zwei Tage in Ziklag geblieben war,
      2.      siehe, da kam am dritten Tage ein Mann aus dem Heer von Saul mit zerrissenen Kleidern und Erde auf seinem Haupt. Und da er zu David kam, fiel er zur Erde und beugte sich nieder.
      3.      David aber sprach zu ihm: Wo kommst du her? Er sprach zu ihm: Aus dem Heer Israels bin ich entronnen.
      4.      David sprach zu ihm: Sage mir, wie geht es zu? Er sprach: Das Volk ist geflohen vom Streit, und ist viel Volks gefallen; dazu ist Saul tot und sein Sohn Jonathan.
      5.      David sprach zu dem Jüngling, der ihm solches sagte: Woher weißt du, daß Saul und Jonathan tot sind ?
      6.      Der Jüngling, der ihm solches sagte, sprach: Ich kam von ungefähr aufs Gebirge Gilboa, und siehe Saul lehnte sich auf seinen Spieß, und die Wagen und Reiter jagten hinter ihm her.
      7.      Und er wandte sich um und sah mich und rief mich. Und ich sprach: Hier bin ich.
      8.      Und er sprach zu mir: Wer bist du? Ich sprach zu ihm: Ich bin ein Amalekiter.
      9.      Und er sprach zu mir: Tritt zu mir und töte mich; denn ich bin bedrängt umher, und mein Leben ist noch ganz in mir.
      10.      Da trat ich zu ihm und tötete ihn; denn ich wußte wohl, daß er nicht leben konnte nach seinem Fall; und nahm die Krone von seinem Haupt und das Armgeschmeide von seinem Arm und habe es hergebracht zu dir, meinem Herrn.
      11.      Da faßte David seine Kleider und zerriß sie, und alle Männer, die bei ihm waren,
      12.      und trugen Leid und weinten und fasteten bis an den Abend über Saul und Jonathan, seinen Sohn, und über das Volk des HERRN und über das Haus Israel, daß sie durchs Schwert gefallen waren.
      13.      Und David sprach zu dem Jüngling, der es ihm ansagte: Wo bist du her? Er sprach: Ich bin eines Fremdlings, eines Amalekiters, Sohn.
      14.      David sprach zu ihm: Wie, daß du dich nicht gefürchtet hast, deine Hand zu legen an den Gesalbten des HERRN, ihn zu verderben !
      15.      Und David sprach zu seiner Jünglinge einem: Herzu, und schlag ihn ! Und er schlug, ihn daß er starb.
      16.      Da sprach David zu ihm: Dein Blut sei über deinem Kopf; denn dein Mund hat wider dich selbst geredet und gesprochen: Ich habe den Gesalbten des HERRN getötet.
      17.      Und David klagte diese Klage über Saul und Jonathan, seinen Sohn,
      18.      und befahl, man sollte die Kinder Juda das Bogenlied lehren. Siehe, es steht geschrieben im Buch der Redlichen:
      19.      "Die Edelsten in Israel sind auf deiner Höhe erschlagen. Wie sind die Helden gefallen !
      20.      Sagt’s nicht an zu Gath, verkündet’s nicht auf den Gassen zu Askalon, daß sich nicht freuen die Töchter der Philister, daß nicht frohlocken die Töchter der Unbeschnittenen.
      21.      Ihr Berge zu Gilboa, es müsse weder tauen noch regnen auf euch noch Äcker sein, davon Hebopfer kommen; denn daselbst ist den Helden ihr Schild abgeschlagen, der Schild Sauls, als wäre er nicht gesalbt mit Öl.
      22.      Der Bogen Jonathans hat nie gefehlt, und das Schwert Sauls ist nie leer wiedergekommen von dem Blut der Erschlagenen und vom Fett der Helden.
      23.      Saul und Jonathan, holdselig und lieblich in ihrem Leben, sind auch im Tode nicht geschieden; schneller waren sie denn die Adler und stärker denn die Löwen.
      24.      Ihr Töchter Israels, weint über Saul, der euch kleidete mit Scharlach säuberlich und schmückte euch mit goldenen Kleinoden an euren Kleidern.
      25.      Wie sind die Helden so gefallen im Streit! Jonathan ist auf deinen Höhen erschlagen.
      26.      Es ist mir Leid um dich, mein Bruder Jonathan: ich habe große Freude und Wonne an dir gehabt; deine Liebe ist mir sonderlicher gewesen, denn Frauenliebe ist.
      27.      Wie sind die Helden gefallen und die Streitbaren umgekommen !"

Das 2. Kapitel

      1.      Nach dieser Geschichte fragte David den HERRN und sprach: Soll ich hinauf in der Städte Juda’s eine ziehen ? Und der HERR sprach zu ihm: Zieh hinauf ! David sprach: Wohin ? Er sprach: Gen Hebron.
      2.      Da zog David dahin mit seinen zwei Weibern Ahinoam, der Jesreelitin, und Abigail, Nabals, des Karmeliten, Weib.
      3.      Dazu die Männer, die bei ihm waren, führte David hinauf, einen jeglichen mit seinem Hause, und sie wohnten in den Städten Hebrons.
      4.      Und die Männer Juda’s kamen und salbten daselbst David zum König über das Haus Juda. Und da es David ward angesagt, daß die von Jabes in Gilead Saul begraben hatten,
      5.      sandte er Boten zu ihnen und ließ ihnen sagen: Gesegnet seid ihr dem HERRN, daß ihr solche Barmherzigkeit an eurem Herrn Saul, getan und ihn begraben habt.
      6.      So tue nun an euch der HERR Barmherzigkeit und Treue; und ich will euch auch Gutes tun, darum daß ihr solches getan habt.
      7.      So seien nun eure Hände getrost, und seit freudig; denn euer Herr, Saul ist tot; so hat mich das Haus Juda zum König gesalbt über sich.
      8.      Abner aber, der Sohn Ners, der Sauls Feldhauptmann war, nahm Is-Boseth, Sauls Sohn, und führte ihn gen Mahanaim
      9.      und machte ihn zum König über Gilead, über die Asuriter, über Jesreel, Ephraim, Benjamin und über ganz Israel.
      10.      Und Is-Boseth, Sauls Sohn, war vierzig Jahre alt, da er König ward über Israel, und regierte zwei Jahre. Aber das Haus Juda hielt es mit David.
      11.      Die Zeit aber, da David König war zu Hebron über das Haus Juda, war sieben Jahre und sechs Monate.
      12.      Und Abner, der Sohn Ners, zog aus samt den Knechten Is-Boseths, des Sohnes Sauls, von Mahanaim, gen Gibeon;
      13.      und Joab, der Zeruja Sohn, zog aus samt den Knechten Davids; und sie stießen aufeinander am Teich zu Gibeon, und lagerten sich diese auf dieser Seite des Teichs, jene auf jener Seite.
      14.      Und Abner sprach zu Joab: Laß sich die Leute aufmachen und vor uns spielen. Joab sprach: Es gilt wohl.
      15.      Da machten sich auf und gingen hin an der Zahl zwölf aus Benjamin auf Is-Boseths Teil, des Sohnes Sauls, und zwölf von den Knechten Davids.
      16.      Und ein jeglicher ergriff den andern bei dem Kopf und stieß ihm sein Schwert in seine Seite, und fielen miteinander; daher der Ort genannt wird: Helkath-Hazzurim, der zu Gibeon ist.
      17.      Und es erhob sich ein sehr harter Streit des Tages. Abner aber und die Männer Israels wurden geschlagen vor den Knechten Davids.
      18.      Es waren aber drei Söhne der Zeruja daselbst: Joab, Abisai und Asahel. Asahel aber war von leichten Füßen wie ein Reh auf den Felde
      19.      und jagte Abner nach und wich nicht weder zur Rechten noch zur Linken von Abner.
      20.      Da wandte sich Abner um und sprach: Bist du Asahel? Er sprach: Ja.
      21.      Abner sprach zu ihm: Hebe dich entweder zur Rechten oder zur Linken und nimm für dich der Leute einen und nimm ihm sein Waffen. Aber Asahel wollte nicht von ihm ablassen.
      22.      Da sprach Abner weiter zu Asahel: Hebe dich von mir! Warum willst du, daß ich dich zu Boden schlage ? Und wie dürfte ich mein Antlitz aufheben vor deinem Bruder Joab?
      23.      Aber er weigerte sich zu weichen. Da stach ihn Abner mit dem Schaft des Spießes in seinen Bauch, daß der Spieß hinten ausging; und er fiel daselbst und starb vor ihm. Und wer an den Ort kam, da Asahel tot lag, der stand still.
      24.      Aber Joab und Abisai jagten Abner nach, bis die Sonne unterging. Und da sie kamen auf den Hügel Amma, der vor Giah liegt auf dem Wege zur Wüste Gibeon,
      25.      versammelten sich die Kinder Benjamin hinter Abner her und wurden ein Haufe und traten auf eines Hügels Spitze.
      26.      Und Abner rief zu Joab und sprach: Soll denn das Schwert ohne Ende fressen ? Weißt du nicht, daß hernach möchte mehr Jammer werden ? Wie lange willst du dem Volk nicht sagen, daß es ablasse von seinen Brüdern?
      27.      Joab sprach: So wahr Gott lebt, hättest du heute morgen so gesagt, das Volk hätte ein jeglicher von seinem Bruder abgelassen.
      28.      Und Joab blies die Posaune, und alles Volk stand still und jagten nicht mehr Israel nach und stritten auch nicht mehr.
      29.      Abner aber und seine Männer gingen die ganze Nacht über das Blachfeld und gingen über den Jordan und wandelten durchs ganze Bithron und kamen gen Mahanaim.
      30.      Joab aber wandte sich von Abner und versammelte das ganze Volk; und es fehlten an den Knechten Davids neunzehn Mann und Asahel.
      31.      Aber die Knechte Davids hatten geschlagen unter Benjamin und den Männern Abner, daß dreihundertundsechzig Mann waren tot geblieben.
      32.      Und sie hoben Asahel auf und begruben ihn in seines Vaters Grab zu Bethlehem. Und Joab mit seinen Männern gingen die ganze Nacht, daß ihnen das Licht anbrach zu Hebron.

Das 3. Kapitel

      1.      Und es war ein langer Streit zwischen dem Hause Sauls und dem Hause Davids. David aber nahm immer mehr zu, und das Haus Saul nahm immer mehr ab.
      2.      Und es wurden David Kinder geboren zu Hebron: Sein erstgeborener Sohn: Amnon, von Ahinoam, der Jesreelitin;
      3.      der zweite Chileab, von Abigail, Nabals Weib, des Karmeliten; der dritte: Absalom, der Sohn Maachas, der Tochter Thalmais, des Königs zu Gessur;
      4.      der vierte: Adonia, der Sohn der Haggith; der fünfte: Sephatja, der Sohn der Abital;
      5.      der sechste: Jethream, von Egla, dem Weib Davids. Diese sind David geboren zu Hebron.
      6.      Als nun der Streit war zwischen dem Hause Sauls und dem Hause Davids, stärkte Abner das Haus Sauls.
      7.      Und Saul hatte ein Kebsweib, die hieß Rizpa, eine Tochter Ajas. Und Is-Boseth sprach zu Abner: Warum hast du dich getan zu meines Vaters Kebsweib?
      8.      Da ward Abner sehr zornig über die Worte Is-Boseths und sprach: Bin ich denn ein Hundskopf, der ich wider Juda an dem Hause Sauls, deines Vaters, und an seinen Brüdern und Freunden Barmherzigkeit tue und habe dich nicht in Davids Hände gegeben ? Und du rechnest mir heute eine Missetat zu um ein Weib?
      9.      Gott tue Abner dies und das, wenn ich nicht tue, wie der HERR dem David geschworen hat,
      10.      daß das Königreich vom Hause Saul genommen werde und der Stuhl Davids aufgerichtet werde über Israel und Juda von Dan bis gen Beer-Seba.
      11.      Da konnte er fürder ihm kein Wort mehr antworten, so fürchtete er sich vor ihm.
      12.      Und Abner sandte Boten zu David für sich und ließ ihm sagen: Wes ist das Land? Und sprach: Mache einen Bund mit mir; siehe, meine Hand soll mit dir sein, daß ich zu dir kehre das ganze Israel.
      13.      Er sprach: Wohl, ich will einen Bund mit dir machen. Aber eins bitte ich von dir, daß du mein Angesicht nicht sehest, du bringst denn zuvor Michal, Sauls Tochter, wenn du kommst, mein Angesicht zu sehen.
      14.      Auch sandte David Boten zu Is-Boseth, dem Sohn Sauls, und ließ ihm sagen: Gib mir mein Weib Michal, die ich mir verlobt habe mit hundert Vorhäuten der Philister.
      15.      Is-Boseth sandte hin und ließ sie nehmen von dem Mann Paltiel, dem Sohn des Lais.
      16.      Und ihr Mann ging mit ihr und weinte hinter ihr bis gen Bahurim. Da sprach Abner zu ihm: Kehre um und gehe hin ! Und er kehrte um.
      17.      Und Abner hatte eine Rede mit den Ältesten in Israel und sprach: Ihr habt schon längst nach David getrachtet, daß er König wäre über euch.
      18.      So tut’s nun; denn der HERR hat von David gesagt: Ich will mein Volk Israel erretten durch die Hand Davids, meines Knechtes, von der Philister Hand und aller seiner Feinde Hand.
      19.      Auch redete Abner vor den Ohren Benjamins und ging auch hin, zu reden vor den Ohren Davids zu Hebron alles, was Israel und dem ganzen Hause Benjamin wohl gefiel.
      20.      Da nun Abner gen Hebron zu David kam und mit ihm zwanzig Mann, machte ihnen David ein Mahl.
      21.      Und Abner sprach zu David: Ich will mich aufmachen und hingehen, daß ich das ganze Israel zu meinem Herrn, dem König, sammle und daß sie einen Bund mit dir machen, auf daß du König seist, wie es deine Seele begehrt. Also ließ David Abner von sich, daß er hinginge mit Frieden.
      22.      Und siehe, die Knechte Davids und Joab kamen von einem Streifzuge und brachten mit sich große Beute. Abner aber war nicht mehr bei David zu Hebron, sondern er hatte ihn von sich gelassen, daß er mit Frieden weggegangen war.
      23.      Da aber Joab und das ganze Heer mit ihm war gekommen, ward ihm angesagt, daß Abner, der Sohn Ners, zum König gekommen war und hatte er ihn von sich gelassen, daß er mit Frieden war weggegangen.
      24.      Da ging Joab zum König hinein und sprach: Was hast du getan ? Siehe, Abner ist zu dir gekommen; warum hast du ihn von dir gelassen, daß er ist weggegangen ?
      25.      Kennst du Abner, den Sohn Ners, nicht? Denn er ist gekommen, dich zu überreden, daß er erkennt deinen Ausgang und Eingang und erführe alles, was du tust.
      26.      Und da Joab von David ausging, sandte er Boten Abner nach, daß sie ihn wiederum holten von Bor-Hassira; und David wußte nichts darum.
      27.      Als nun Abner wieder gen Hebron kam, führte ihn Joab mitten unter das Tor, daß er heimlich mit ihm redete, und stach ihn daselbst in den Bauch, daß er starb, um seines Bruders Asahel Bluts willen.
      28.      Da das David hernach erfuhr, sprach er: Ich bin unschuldig und mein Königreich vor dem HERRN ewiglich an dem Blut Abners, des Sohnes Ners;
      29.      es falle aber auf das Haupt Joabs und auf seines Vaters ganzes Haus, und müsse nicht aufhören im Hause Joabs, der einen Eiterfluß und Aussatz habe und am Stabe gehe und durchs Schwert falle und an Brot Mangel habe.
      30.      Also erwürgten Joab und Abisai Abner, darum daß er ihren Bruder Asahel getötet hatte im Streit zu Gibeon.
      31.      David aber sprach zu Joab und allem Volk, das mit ihm war: Zerreißt eure Kleider und gürtet Säcke um euch und tragt Leid um Abner! Und der König ging dem Sarge nach.
      32.      Und da sie Abner begruben zu Hebron, hob der König seine Stimme auf und weinte bei dem Grabe Abners, und weinte auch alles Volk.
      33.      Und der König klagte um Abner und sprach: Mußte Abner sterben, wie ein Ruchloser stirbt?
      34.      Deine Hände waren nicht gebunden, deine Füße waren nicht in Fesseln gesetzt; du bist gefallen, wie man vor bösen Buben fällt. Da beweinte ihn alles Volk noch mehr.
      35.      Da nun alles Volk hineinkam, mit David zu essen, da es noch hoch am Tage war, schwur David und sprach: Gott tue mir dies und das, wo ich Brot esse oder etwas koste, ehe die Sonne untergeht.
      36.      Und alles Volk erkannte es, und gefiel ihnen auch wohl, wie alles, was der König tat, dem ganzen Volke wohl gefiel;
      37.      und alles Volk und ganz Israel merkten des Tages, daß es nicht vom König war, daß Abner, der Sohn Ners, getötet ward.
      38.      Und der König sprach zu seinen Knechten: Wisset ihr nicht, daß auf diesen Tag ein Fürst und Großer gefallen ist in Israel?
      39.      Ich aber bin noch zart und erst gesalbt zum König. Aber die Männer, die Kinder der Zeruja, sind mir verdrießlich. Der HERR vergelte dem, der Böses tut, nach seiner Bosheit.

Das 4. Kapitel

      1.      Da aber der Sohn Sauls hörte, daß Abner zu Hebron tot wäre, wurden seine Hände laß, und ganz Israel erschrak.
      2.      Es waren aber zwei Männer, Hauptleute der streifenden Rotten unter dem Sohn Sauls; einer hieß Baana, der andere Rechab, Söhne Rimmons, des Beerothiters, aus den Kindern Benjamin. (Denn Beeroth ward auch unter Benjamin gerechnet;
      3.      und die Beerothiter waren geflohen gen Gitthaim und wohnten daselbst gastweise bis auf den heutigen Tag.)
      4.      Auch hatte Jonathan, der Sohn Sauls, einen Sohn, der war lahm an den Füßen, und war fünf Jahre alt, da das Geschrei von Saul und Jonathan aus Jesreel kam und seine Amme ihn aufhob und floh; und indem sie eilte und floh, fiel er und ward hinkend; und er hieß Mephiboseth.
      5.      So gingen nun hin die Söhne Rimmons, des Beerothiters, Rechab und Baana, und kamen zum Hause Is-Boseths, da der Tag am heißesten war; und er lag auf seinem Lager am Mittag.
      6.      Und sie kamen ins Haus, Weizen zu holen, und stachen ihn in den Bauch und entrannen.
      7.      Denn da sie ins Haus kamen, lag er auf seinem Bette in seiner Schlafkammer; und sie stachen ihn tot und hieben ihm den Kopf ab und nahmen seinen Kopf und gingen hin des Weges auf dem Blachfelde die ganze Nacht
      8.      und brachten das Haupt Is-Boseths zu David gen Hebron und sprachen zum König: Siehe, da ist das Haupt Is-Boseths, Sauls Sohnes, deines Feindes, der nach deiner Seele stand; der HERR hat heute meinen Herrn, den König, gerächt an Saul und an seinem Samen.
      9.      Da antwortete ihnen David: So wahr der HERR lebt, der meine Seele aus aller Trübsal erlöst hat,
      10.      ich griff den, der mir verkündigte und sprach: Saul ist tot ! und meinte, er wäre ein guter Bote, und erwürgte ihn zu Ziklag, dem ich sollte Botenlohn geben.
      11.      Und diese gottlosen Leute haben einen gerechten Mann in seinem Hause auf seinem Lager erwürgt. Ja, sollte ich das Blut nicht fordern von euren Händen und euch von der Erde tun ?
      12.      Und David gebot seinen Jünglingen; die erwürgten sie und hieben ihre Hände und Füße ab und hingen sie auf am Teich zu Hebron. Aber das Haupt Is-Boseths nahmen sie und begruben’s in Abners Grab zu Hebron.

Das 5. Kapitel

      1.      Und es kamen alle Stämme Israels zu David gen Hebron und sprachen: Siehe, wir sind deines Gebeins und deines Fleisches.
      2.      Dazu auch vormals, da Saul über uns König war, führtest du Israel aus und ein. So hat der HERR dir gesagt: Du sollst mein Volk Israel hüten und sollst ein Herzog sein über Israel.
      3.      Und es kamen alle Ältesten in Israel zum König gen Hebron. Und der König David machte mit ihnen einen Bund zu Hebron vor dem HERRN, und sie salbten David zum König über Israel.
      4.      Dreißig Jahre war David alt, da er König ward, und regierte vierzig Jahre.
      5.      Zu Hebron regierte er sieben Jahre und sechs Monate über Juda; aber zu Jerusalem regierte er dreiunddreißig Jahre über ganz Israel und Juda.
      6.      Und der König zog hin mit seinen Männern gen Jerusalem wider die Jebusiter, die im Lande wohnten. Sie aber sprachen zu David: Du wirst nicht hier hereinkommen, sondern Blinde und Lahme werden dich abtreiben. Damit meinten sie aber, daß David nicht würde dahinein kommen.
      7.      David aber gewann die Burg Zion, das ist Davids Stadt.
      8.      Da sprach David desselben Tages: Wer die Jebusiter schlägt und erlangt die Dachrinnen, die Lahmen und die Blinden, denen die Seele Davids feind ist...! Daher spricht man: Laß keinen Blinden und Lahmen ins Haus kommen.
      9.      Also wohnte David auf der Burg und hieß sie Davids Stadt. Und David baute ringsumher von Millo an einwärts.
      10.      Und David nahm immer mehr zu, und der HERR, der Gott Zebaoth, war mit ihm.
      11.      Und Hiram, der König zu Tyrus sandte Boten zu David und Zedernbäume und Zimmerleute und Steinmetzen, daß sie David ein Haus bauten.
      12.      Und David merkte, daß ihn der HERR zum König über Israel bestätigt hatte und sein Königreich erhöht um seines Volks Israel willen.
      13.      Und David nahm noch mehr Weiber und Kebsweiber zu Jerusalem, nachdem er von Hebron gekommmen war; und wurden ihm noch mehr Söhne und Töchter geboren.
      14.      Und das sind die Namen derer, die ihm zu Jerusalem geboren sind: Sammua, Sobab, Nathan, Salomo,
      15.      Jibhar, Elisua, Nepheg, Japhia,
      16.      Elisama, Eljada, Eliphelet.
      17.      Und da die Philister hörten, daß man David zum König über Israel gesalbt hatte, zogen sie alle herauf, David zu suchen. Da das David erfuhr, zog er hinab in eine Burg.
      18.      Aber die Philister kamen und ließen sich nieder im Grunde Rephaim.
      19.      Und David fragte den HERRN und sprach: Soll ich hinaufziehen wider die Philister? und willst du sie in meine Hand geben ? Der HERR sprach zu David: Zieh hinauf ! ich will die Philister in deine Hände geben.
      20.      Und David kam gen Baal-Perazim und schlug sie daselbst und sprach: Der HERR hat meine Feinde vor mir voneinander gerissen, wie die Wasser reißen. Daher hieß man den Ort Baal-Perazim.
      21.      Und sie ließen ihre Götzen daselbst; David aber und seine Männer hoben sie auf.
      22.      Die Philister aber zogen abermals herauf und ließen sich nieder im Grunde Rephaim.
      23.      Und David fragte den HERRN; der sprach: Du sollst nicht hinaufziehen, sondern komm von hinten zu ihnen, daß du an sie kommst gegenüber den Maulbeerbäumen.
      24.      Und wenn du hörst das Rauschen auf den Wipfeln der Maulbeerbäume einhergehen, so eile; denn der HERR ist dann ausgegangen vor dir her, zu schlagen das Heer der Philister.
      25.      David tat, wie ihm der HERR geboten hatte, und schlug die Philister von Geba an, bis man kommt gen Geser.

Das 6. Kapitel

      1.      Und David sammelte abermals alle junge Mannschaft in Israel, dreißigtausend,
      2.      und machte sich auf und ging hin mit allem Volk, das bei ihm war, gen Baal in Juda, daß er die Lade Gottes von da heraufholte, deren Name heißt: Der Name des HERRN Zebaoth wohnt darauf über den Cherubim.
      3.      Und sie ließen die Lade Gottes führen auf einen neuen Wagen und holten sie aus dem Hause Abinadabs, der auf dem Hügel wohnte. Usa aber und Ahjo, die Söhne Abinadabs, trieben den neuen Wagen.
      4.      Und da sie ihn mit der Lade Gottes aus dem Hause Abinadabs führten, der auf einem Hügel wohnte, und Ahjo vor der Lade her ging,
      5.      spielte David und das ganze Haus Israel vor dem HERRN her mit allerlei Saitenspiel von Tannenholz, mit Harfen und Psaltern und Pauken und Schellen und Zimbeln.
      6.      Und da sie kamen zu Tenne Nachons, griff Usa zu und hielt die Lade Gottes; denn die Rinder traten beiseit aus.
      7.      Da ergrimmte des HERRN Zorn über Usa, und Gott schlug ihn daselbst um seines Frevels willen, daß er daselbst starb bei der Lade Gottes.
      8.      Da ward David betrübt, daß der HERR den Usa so wegriß, und man hieß die Stätte Perez-Usa bis auf diesen Tag.
      9.      Und David fürchtete sich vor dem HERRN des Tages und sprach: Wie soll die Lade des HERRN zu mir kommen ?
      10.      Und wollte sie nicht lassen zu sich bringen in die Stadt Davids, sondern ließ sie bringen ins Haus Obed-Edoms, des Gathiters.
      11.      Und da die Lade des HERRN drei Monate blieb im Hause Obed-Edoms, des Gathiters, segnete ihn der HERR und sein ganzes Haus.
      12.      Und es ward dem König David angesagt, daß der HERR das Haus Obed-Edoms segnete und alles, was er hatte, um der Lade Gottes willen. Da ging er hin und holte die Lade Gottes aus dem Hause Obed-Edoms herauf in die Stadt Davids mit Freuden.
      13.      Und da sie einhergegangen waren mit der Lade des HERRN sechs Gänge, opferte man einen Ochsen und ein fettes Schaf.
      14.      Und David tanzte mit aller Macht vor dem HERR her und war begürtet mit einem leinenen Leibrock.
      15.      Und David samt dem ganzen Israel führten die Lade des HERRN herauf mit Jauchzen und Posaunen.
      16.      Und da die Lade des HERRN in die Stadt Davids kam, sah Michal, die Tochter Sauls, durchs Fenster und sah den König David springen und tanzen vor dem HERRN und verachtete ihn in ihrem Herzen.
      17.      Da sie aber die Lade des HERRN hereinbrachten, stellten sie die an ihren Ort mitten in der Hütte, die David für sie hatte aufgeschlagen. Und David opferte Brandopfer und Dankopfer vor dem HERRN.
      18.      Und da David hatte ausgeopfert die Brandopfer und Dankopfer, segnete er das Volk in dem Namen des HERRN Zebaoth
      19.      und teilte aus allem Volk, der ganzen Menge Israels, sowohl Mann als Weib, einem jeglichen einen Brotkuchen und ein Stück Fleisch und ein halbes Maß Wein. Da kehrte alles Volk heim, ein jeglicher in sein Haus.
      20.      Da aber David wiederkam sein Haus zu grüßen, ging Michal, die Tochter Sauls, heraus ihm entgegen und sprach: Wie herrlich ist heute der König von Israel gewesen, der sich vor den Mägden seiner Knechte entblößt hat, wie sich die losen Leute entblößen !
      21.      David aber sprach zu Michal: Ich will vor dem HERRN spielen, der mich erwählt hat vor deinem Vater und vor allem seinem Hause, daß er mir befohlen hat, ein Fürst zu sein über das Volk des HERRN, über Israel,
      22.      Und ich will noch geringer werden denn also und will niedrig sein in meinen Augen, und mit den Mägden, von denen du geredet hast, zu Ehren kommen.
      23.      Aber Michal, Sauls Tochter, hatte kein Kind bis an den Tag ihres Todes.

Das 7. Kapitel

      1.      Da nun der König in seinem Hause saß und der HERR ihm Ruhe gegeben hatte von allen seinen Feinden umher,
      2.      sprach er zu dem Propheten Nathan: Siehe, ich wohne in einem Zedernhause, und die Lade Gottes wohnt unter den Teppichen.
      3.      Nathan sprach zu dem König: Gehe hin; alles, was du in deinem Herzen hast, das tue, denn der HERR ist mit dir.
      4.      Des Nachts aber kam das Wort des HERRN zu Nathan und sprach:
      5.      Gehe hin und sage meinem Knechte David: So spricht der HERR: Solltest du mir ein Haus bauen, daß ich darin wohne ?
      6.      Habe ich doch in keinem Hause gewohnt seit dem Tage, da ich die Kinder Israel aus Ägypten führte, bis auf diesen Tag, sondern ich habe gewandelt in der Hütte und Wohnung.
      7.      Wo ich mit allen Kinder Israel hin wandelte, habe ich auch je geredet mit irgend der Stämme Israels einem, dem ich befohlen habe, mein Volk Israel zu weiden, und gesagt: Warum baut ihr mir nicht ein Zedernhaus?
      8.      So sollst du nun so sagen meinem Knechte David: So spricht der HERR Zebaoth: Ich habe dich genommen von den Schafhürden, daß du sein solltest ein Fürst über mein Volk Israel,
      9.      und bin mit dir gewesen, wo du hin gegangen bist, und habe alle deine Feinde vor dir ausgerottet und habe dir einen großen Namen gemacht wie der Name der Großen auf Erden.
      10.      Und ich will meinem Volk Israel einen Ort setzen und will es pflanzen, daß es daselbst wohne und nicht mehr in der Irre gehe, und es Kinder der Bosheit nicht mehr drängen wie vormals und seit der Zeit, daß ich Richter über mein Volk Israel verordnet habe;
      11.      und will Ruhe geben von allen deinen Feinden. Und der HERR verkündigt dir, daß der HERR dir ein Haus machen will.
      12.      Wenn nun deine Zeit hin ist, daß du mit deinen Vätern schlafen liegst, will ich deinen Samen nach dir erwecken, der von deinem Leibe kommen soll; dem will ich sein Reich bestätigen.
      13.      Der soll meinem Namen ein Haus bauen, und ich will den Stuhl seines Königreichs bestätigen ewiglich.
      14.      Ich will sein Vater sein, und er soll mein Sohn sein. Wenn er eine Missetat tut, will ich ihn mit Menschenruten und mit der Menschenkinder Schlägen strafen;
      15.      aber meine Barmherzigkeit soll nicht von ihm entwandt werden, wie ich sie entwandt habe von Saul, den ich vor dir habe weggenommen.
      16.      Aber dein Haus und dein Königreich soll beständig sein ewiglich vor dir, und dein Stuhl soll ewiglich bestehen.
      17.      Da Nathan alle diese Worte und all dies Gesicht David gesagt hatte,
      18.      kam David, der König, und blieb vor dem Herrn und sprach: Wer bin ich, HERR HERR, und was ist mein Haus, daß du mich bis hierher gebracht hast ?
      19.      Dazu hast du das zu wenig geachtet HERR HERR, sondern hast dem Hause deines Knechts noch von fernem Zukünftigem geredet, und das nach Menschenweise, HERR HERR!
      20.      Und was soll David mehr reden mit dir? Du erkennst deinen Knecht, HERR HERR!
      21.      Um deines Wortes willen und nach deinem Herzen hast du solche großen Dinge alle getan, daß du sie deinem Knecht kundtätest.
      22.      Darum bist du auch groß geachtet, HERR, Gott; denn es ist keiner wie du und ist kein Gott als du, nach allem, was wir mit unsern Ohren gehört haben.
      23.      Denn wo ist ein Volk auf Erden wie dein Volk Israel, um welches willen Gott ist hingegangen, sich ein Volk zu erlösen und sich einen Namen zu machen und solch große und schreckliche Dinge zu tun in deinem Lande vor deinem Volk, welches du dir erlöst hast von Ägypten, von den Heiden und ihren Göttern?
      24.      Und du hast dir dein Volk Israel zubereitet, dir zum Volk in Ewigkeit; und du, HERR, bist ihr Gott geworden.
      25.      So bekräftige nun, HERR, Gott, das Wort in Ewigkeit, das du über deinen Knecht und über sein Haus geredet hast, und tue, wie du geredet hast !
      26.      So wird dein Name groß werden in Ewigkeit, daß man wird sagen: Der HERR Zebaoth ist der Gott über Israel, und das Haus deines Knechtes David wird bestehen vor dir.
      27.      Denn du, HERR Zebaoth, du Gott Israels, hast das Ohr deines Knechts geöffnet und gesagt: Ich will dir ein Haus bauen. Darum hat dein Knecht sein Herz gefunden, daß er dieses Gebet zu dir betet.
      28.      Nun, HERR HERR, du bist Gott, und deine Worte werden Wahrheit sein. Du hast solches Gute über deinen Knecht geredet.
      29.      So hebe nun an und segne das Haus deines Knechtes, daß es ewiglich vor dir sei; denn du, HERR HERR, hast’s geredet, und mit deinem Segen wird deines Knechtes Haus gesegnet ewiglich.

Das 8. Kapitel

      1.      Und es begab sich darnach, daß David die Philister schlug und schwächte sie und nahm den Dienstzaum von der Philister Hand.
      2.      Er schlug auch die Moabiter also zu Boden, daß er zwei Teile zum Tode brachte und einen Teil am Leben ließ. Also wurden die Moabiter David untertänig, daß sie ihm Geschenke zutrugen.
      3.      David schlug auch Hadadeser, den Sohn Rehobs, König zu Zoba, da er hinzog, seine Macht wieder zu holen an dem Wasser Euphrat.
      4.      Und David fing aus ihnen tausendundsiebenhundert Reiter und zwanzigtausend Mann Fußvolk und verlähmte alle Rosse der Wagen und behielt übrig hundert Wagen.
      5.      Es kamen aber die Syrer von Damaskus, zu helfen Hadadeser, dem König zu Zoba; und David schlug der Syrer zweiundzwanzigtausend Mann
      6.      und legte Volk in das Syrien von Damaskus. Also ward Syrien David untertänig, daß sie ihm Geschenke zutrugen. Denn der HERR half David, wo er hin zog.
      7.      Und David nahm die goldenen Schilde, die Hadadesers Knechte gehabt hatten, und brachte sie gen Jerusalem.
      8.      Aber von Betah und Berothai, den Städten Hadadesers, nahm der König David sehr viel Erz.
      9.      Da aber Thoi, der König zu Hamath, hörte, daß David hatte alle Macht des Hadadesers geschlagen,
      10.      sandte er Joram, seinen Sohn, zu David, ihn freundlich zu grüßen und ihn zu segnen, daß er wider Hadadeser gestritten und ihn geschlagen hatte (denn Thoi hatte einen Streit mit Hadadeser): und er hatte mit sich silberne, goldene und eherne Kleinode,
      11.      welche der König David auch dem HERR heiligte samt dem Silber und Gold, das er heiligte von allen Heiden, die er unter sich gebracht;
      12.      von Syrien, von Moab, von den Kindern Ammon, von den Philistern, von Amalek, von der Beute Hadadesers, des Sohnes Rehobs, König zu Zoba.
      13.      Auch machte sich David einen Namen da er wiederkam von der Syrer Schlacht und schlug im Salztal achtzehntausend Mann,
      14.      und legte Volk in ganz Edom, und ganz Edom war David unterworfen; denn der HERR half David, wo er hin zog.
      15.      Also war David König über ganz Israel, und schaffte Recht und Gerechtigkeit allem Volk.
      16.      Joab, der Zeruja Sohn, war über das Heer; Josaphat aber, der Sohn Ahiluds war Kanzler;
      17.      Zadok, der Sohn Ahitobs, und Ahimelech, der Sohn Abjathars, waren Priester; Seraja war Schreiber;
      18.      Benaja, der Sohn Jojadas, war über die Krether und Plether, und die Söhne Davids waren Priester.

Das 9. Kapitel

      1.      Und David sprach: Ist auch noch jemand übriggeblieben von dem Hause Sauls, daß ich Barmherzigkeit an ihm tue um Jonathans willen?
      2.      Es war aber ein Knecht vom Hause Sauls, der hieß Ziba; den riefen sie zu David. Und der König sprach zu ihm: Bist du Ziba? Er sprach: Ja, dein Knecht.
      3.      Der König sprach: Ist noch jemand vom Hause Sauls, daß ich Gottes Barmherzigkeit an ihm tue ? Ziba sprach: Es ist noch da ein Sohn Jonathans, lahm an den Füßen.
      4.      Der König sprach zu ihm: Wo ist er? Ziba sprach zum König: Siehe, er ist zu Lo-Dabar im Hause Machirs, des Sohnes Ammiels.
      5.      Da sandte der König David hin und ließ ihn holen von Lo-Dabar aus dem Hause Machirs, des Sohnes Ammiels.
      6.      Da nun Mephiboseth, der Sohn Jonathans, des Sohnes Sauls, zu David kam, fiel er auf sein Angesicht und beugte sich nieder. David aber sprach: Mephiboseth! Er sprach: Hier bin ich, dein Knecht.
      7.      David sprach zu ihm: Fürchte dich nicht; denn ich will Barmherzigkeit an dir tun um Jonathans, deines Vaters, willen und will dir allen Acker deines Vaters Saul wiedergeben; du sollst aber täglich an meinem Tisch das Brot essen.
      8.      Er aber fiel nieder und sprach: Wer bin ich, dein Knecht, daß du dich wendest zu einem toten Hunde, wie ich bin?
      9.      Da rief der König Ziba, den Diener Sauls, und sprach zu ihm: Alles, was Saul gehört hat und seinem ganzen Hause, habe ich dem Sohn deines Herrn gegeben.
      10.      So arbeite ihm nun seinen Acker, du und deine Kinder und Knechte, und bringe es ein, daß es das Brot sei des Sohnes deines Herrn, daß er sich nähre; aber Mephiboseth, deines Herrn Sohn, soll täglich das Brot essen an meinem Tisch. Ziba aber hatte fünfzehn Söhne und zwanzig Knechte.
      11.      Und Ziba sprach zum König: Alles, wie mein Herr, der König, seinem Knecht geboten hat, so soll dein Knecht tun. Und Mephiboseth (sprach David) esse an meinem Tisch wie der Königskinder eins.
      12.      Und Mephiboseth hatte einen kleinen Sohn, der hieß Micha. Aber alles, was im Hause Zibas wohnte, das diente Mephiboseth.
      13.      Mephiboseth aber wohnte zu Jerusalem; denn er aß täglich an des Königs Tisch, und er hinkte mit seinen beiden Füßen.

Das 10. Kapitel

      1.      Und es begab sich darnach, daß der König der Kinder Ammon starb, und sein Sohn Hanun ward König an seiner Statt.
      2.      Da sprach David: Ich will Barmherzigkeit tun an Hanun, dem Sohn Nahas, wie sein Vater an mir Barmherzigkeit getan hat. Und sandte hin und ließ ihn trösten durch seine Knechte über seinen Vater. Da nun die Knechte Davids ins Land der Kinder Ammon kamen,
      3.      sprachen die Gewaltigen der Kinder Ammon zu ihrem Herrn, Hanun: Meinst du, daß David deinen Vater ehren wolle, daß er Tröster zu dir gesandt hat ? Meinst du nicht, daß er darum hat seine Knechte zu dir gesandt, daß er die Stadt erforsche und erkunde und umkehre ?
      4.      Da nahm Hanun die Knechte David und schor ihnen den Bart halb und schnitt ihnen die Kleider halb ab bis an den Gürtel und ließ sie gehen.
      5.      Da das David ward angesagt, sandte er ihnen entgegen; denn die Männer waren sehr geschändet. Und der König ließ ihnen sagen: Bleibt zu Jericho, bis euer Bart gewachsen; so kommt dann wieder.
      6.      Da aber die Kinder Ammon sahen, daß sie vor David stinkend geworden waren, sandten sie hin und dingten die Syrer des Hauses Rehob und die Syrer zu Zoba, zwanzigtausend Mann Fußvolk, und von dem König Maachas tausend Mann und von Is-Tob zwölftausend Mann.
      7.      Da das David hörte, sandte er Joab mit dem ganzen Heer der Kriegsleute.
      8.      Und die Kinder Ammon zogen aus und rüsteten sich zum Streit vor dem Eingang des Tors. Die Syrer aber von Zoba, von Rehob, von Is-Tob und von Maacha waren allein im Felde.
      9.      Da Joab nun sah, daß der Streit auf ihn gestellt war vorn und hinten, erwählte er aus aller jungen Mannschaft in Israel und stellte sich wider die Syrer.
      10.      Und das übrige Volk tat er unter die Hand seines Bruders Abisai, daß er sich rüstete wider dir Kinder Ammon,
      11.      und sprach: Werden mir die Syrer überlegen sein, so komm mir zu Hilfe; werden aber die Kinder Ammon dir überlegen sein, so will ich dir zu Hilfe kommen.
      12.      Sei getrost und laß uns stark sein für unser Volk und für die Städte unsers Gottes; der HERR aber tue, was ihm gefällt.
      13.      Und Joab machte sich herzu mit dem Volk, das bei ihm war, zu streiten wider die Syrer; und sie flohen vor ihm.
      14.      Und da die Kinder Ammon sahen, daß die Syrer flohen, flohen sie auch vor Abisai und zogen in die Stadt. Also kehrte Joab um von den Kindern Ammon und kam gen Jerusalem.
      15.      Und da die Syrer sahen, daß sie geschlagen waren vor Israel, kamen sie zuhauf.
      16.      Und Hadadeser sandte hin und brachte heraus die Syrer jenseit des Stromes und führte herein ihre Macht; und Sobach, der Feldhauptmann Hadadesers, zog vor ihnen her.
      17.      Da das David ward angesagt, sammelte er zuhauf das ganze Israel und zog über den Jordan und kam gen Helam. Und die Syrer stellten sich wider David, mit ihm zu streiten.
      18.      Aber die Syrer flohen vor Israel. Und David verderbte der Syrer siebenhundert Wagen und vierzigtausend Reiter; dazu Sobach, den Feldhauptmann, schlug er, daß er daselbst starb.
      19.      Da aber die Könige, die unter Hadadeser waren, sahen, daß sie geschlagen waren vor Israel, machten sie Frieden mit Israel und wurden ihnen untertan. Und die Syrer fürchteten sich, den Kindern Ammon mehr zu helfen.

Das 11. Kapitel

      1.      Und da das Jahr um kam, zur Zeit, wann die Könige pflegen auszuziehen, sandte David Joab und seine Knechte mit ihm das ganze Israel, daß sie die Kinder Ammon verderbten und Rabba belagerten. David aber blieb zu Jerusalem.
      2.      Und es begab sich, daß David um den Abend aufstand von seinem Lager und ging auf dem Dach des Königshauses und sah vom Dach ein Weib sich waschen; und das Weib war sehr schöner Gestalt.
      3.      Und David sandte hin und ließ nach dem Weibe fragen, und man sagte: Ist das nicht Bath-Seba, die Tochter Eliams, das Weib des Urias, des Hethiters?
      4.      Und David sandte Boten hin und ließ sie holen. Und da sie zu ihm hineinkam, schlief er bei ihr. Sie aber reinigte sich von ihrer Unreinigkeit und kehrte wieder zu ihrem Hause.
      5.      Und das Weib ward schwanger und sandte hin und ließ David verkündigen und sagen: Ich bin schwanger geworden.
      6.      David aber sandte zu Joab: Sende zu mir Uria, den Hethiter. Und Joab sandte Uria zu David.
      7.      Und da Uria zu ihm kam, fragte David, ob es mit Joab und mit dem Volk und mit dem Streit wohl stünde?
      8.      Und David sprach zu Uria: Gehe hinab in dein Haus und wasche deine Füße. Und da Uria zu des Königs Haus hinausging, folgte ihm nach des Königs Geschenk.
      9.      Aber Uria legte sich schlafen vor der Tür des Königshauses, da alle Knechte seines Herrn lagen, und ging nicht hinab in sein Haus.
      10.      Da man aber David ansagte: Uria ist nicht hinab in sein Haus gegangen, sprach David zu ihm: Bist du nicht über Feld hergekommen ? Warum bist du nicht hinab in dein Haus gegangen ?
      11.      Uria aber sprach zu David: Die Lade und Israel und Juda bleiben in Zelten, und Joab, mein Herr, und meines Herrn Knechte liegen im Felde, und ich sollte in mein Haus gehen, daß ich äße und tränke und bei meinem Weibe läge ? So wahr du lebst und deine Seele lebt, ich tue solches nicht.
      12.      David sprach zu Uria: So bleibe auch heute hier; morgen will ich dich lassen gehen. So blieb Uria zu Jerusalem des Tages und des andern dazu.
      13.      Und David lud ihn, daß er vor ihm aß und trank, und machte ihn trunken. Aber des Abends ging er aus, daß er sich schlafen legte auf sein Lager mit seines Herrn Knechten, und ging nicht hinab in sein Haus.
      14.      Des Morgens schrieb David einen Brief an Joab und sandte ihn durch Uria.
      15.      Er schrieb aber also in den Brief: Stellt Uria an den Streit, da er am härtesten ist, und wendet euch hinter ihm ab, daß er erschlagen werde und sterbe.
      16.      Als nun Joab um die Stadt lag, stellte er Uria an den Ort, wo er wußte, daß streitbare Männer waren.
      17.      Und da die Männer der Stadt herausfielen und stritten wider Joab, fielen etliche des Volks von den Knechten Davids, und Uria, der Hethiter, starb auch.
      18.      Da sandte Joab hin und ließ David ansagen allen Handel des Streits
      19.      und gebot dem Boten und sprach: Wenn du allen Handel des Streits hast ausgeredet mit dem König
      20.      und siehst, daß der König sich erzürnt und zu dir spricht: Warum habt ihr euch so nahe zur Stadt gemacht mit dem Streit ? Wißt ihr nicht, wie man pflegt von der Mauer zu schießen ?
      21.      Wer schlug Abimelech, den Sohn Jerubbeseths? Warf nicht ein Weib einen Mühlstein auf ihn von der Mauer, daß er starb zu Thebez? Warum habt ihr euch so nahe zur Mauer gemacht ? so sollst du sagen: Dein Knecht Uria, der Hethiter, ist auch tot.
      22.      Der Bote ging hin und kam und sagte an David alles, darum ihn Joab gesandt hatte.
      23.      Und der Bote sprach zu David: Die Männer nahmen überhand wider uns und fielen zu uns heraus aufs Feld; wir aber waren an ihnen bis vor die Tür des Tors;
      24.      und die Schützen schossen von der Mauer auf deine Knechte und töteten etliche von des Königs Knechten; dazu ist Uria, der Hethiter, auch tot.
      25.      David sprach zum Boten: So sollst du zu Joab sagen: Laß dir das nicht übel gefallen; denn das Schwert frißt jetzt diesen, jetzt jenen. Fahre fort mit dem Streit wider die Stadt, daß du sie zerbrechest, und seid getrost.
      26.      Und da Urias Weib hörte, daß ihr Mann, Uria, tot war, trug sie Leid um ihren Eheherrn.
      27.      Da sie aber ausgetrauert hatte, sandte David hin und ließ sie in sein Haus holen, und sie ward sein Weib und gebar ihm einen Sohn. Aber die Tat gefiel dem HERRN übel, die David tat.

Das 12. Kapitel

      1.      Und der HERR sandte Nathan zu David. Da der zu ihm kam, sprach er zu ihm: Es waren zwei Männer in einer Stadt, einer reich, der andere arm.
      2.      Der Reiche hatte sehr viele Schafe und Rinder;
      3.      aber der Arme hatte nichts denn ein einziges kleines Schäflein, das er gekauft hatte. Und er nährte es, daß es groß ward bei ihm und bei seinen Kindern zugleich: es aß von seinem Bissen und trank von seinem Becher und schlief in seinem Schoß, und er hielt es wie eine Tochter.
      4.      Da aber zu dem reichen Mann ein Gast kam, schonte er zu nehmen von seinen Schafen und Rindern, daß er dem Gast etwas zurichtete, der zu ihm gekommen war, und nahm das Schaf des armen Mannes und richtete es zu dem Mann, der zu ihm gekommen war.
      5.      Da ergrimmte David mit großem Zorn wider den Mann und sprach zu Nathan: So wahr der HERR lebt, der Mann ist ein Kind des Todes, der das getan hat !
      6.      Dazu soll er vierfältig bezahlen, darum daß er solches getan hat und nicht geschont hat.
      7.      Da sprach Nathan zu David: Du bist der Mann! So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe dich zum König gesalbt über Israel und habe dich errettet aus der Hand Sauls,
      8.      und habe dir deines Herrn Haus gegeben, dazu seine Weiber in deinen Schoß, und habe dir das Haus Israel und Juda gegeben; und ist das zu wenig, will ich noch dies und das dazutun.
      9.      Warum hast du denn das Wort des HERRN verachtet, daß du solches Übel vor seinen Augen tatest ? Uria, den Hethiter, hast du erschlagen mit dem Schwert; sein Weib hast du dir zum Weib genommen; ihn aber hast du erwürgt mit dem Schwert der Kinder Ammon.
      10.      Nun so soll von deinem Hause das Schwert nicht lassen ewiglich, darum daß du mich verachtet hast und das Weib Urias, des Hethiters, genommen hast, daß sie dein Weib sei.
      11.      So spricht der HERR: Siehe, ich will Unglück über dich erwecken aus deinem eigenen Hause und will deine Weiber nehmen vor deinen Augen und will sie deinem Nächsten geben, daß er bei deinen Weibern schlafen soll an der lichten Sonne.
      12.      Denn du hast es heimlich getan; ich aber will dies tun vor dem ganzen Israel und an der Sonne.
      13.      Da sprach David zu Nathan: Ich habe gesündigt wider den HERRN. Nathan sprach zu David: So hat auch der HERR deine Sünde weggenommen; du wirst nicht sterben.
      14.      Aber weil du die Feinde des HERRN hast durch diese Geschichte lästern gemacht, wird der Sohn, der dir geboren ist, des Todes sterben.
      15.      Und Nathan ging heim. Und der HERR schlug das Kind, das Urias Weib David geboren hatte, daß es todkrank ward.
      16.      Und David suchte Gott um des Knäbleins willen und fastete und ging hinein und lag über Nacht auf der Erde.
      17.      Da standen auf die Ältesten seines Hauses und wollten ihn aufrichten von der Erde; er wollte aber nicht und aß auch nicht mit ihnen.
      18.      Am siebenten Tage aber starb das Kind. Und die Knechte Davids fürchteten sich ihm anzusagen, daß das Kind tot wäre; denn sie gedachten: Siehe, da das Kind noch lebendig war, redeten wir mit ihm, und er gehorchte unsrer Stimme nicht; wie viel mehr wird er sich wehe tun, so wir sagen: Das Kind ist tot.
      19.      Da aber David sah, daß seine Knechte leise redeten, und merkte, daß das Kind tot wäre, sprach er zu seinen Knechten: Ist das Kind tot ? Sie sprachen: Ja.
      20.      Da stand David auf von der Erde und wusch sich und salbte sich und tat andere Kleider an und ging in das Haus des HERRN und betete an. Und da er wieder heimkam, hieß er ihm Brot auftragen und aß.
      21.      Da sprachen seine Knechte zu ihm: Was ist das für ein Ding, das du tust ? Da das Kind lebte, fastetest du und weintest; aber nun es gestorben ist, stehst du auf und ißt ?
      22.      Er sprach: Um das Kind fastete ich und weinte, da es lebte; denn ich gedachte: Wer weiß, ob mir der HERR nicht gnädig wird, daß das Kind lebendig bleibe.
      23.      Nun es aber tot ist, was soll ich fasten ? Kann ich es auch wiederum holen ? Ich werde wohl zu ihm fahren; es kommt aber nicht zu mir.
      24.      Und da David sein Weib Bath-Seba getröstet hatte, ging er zu ihr hinein und schlief bei ihr. Und sie gebar ihm einen Sohn, den hieß er Salomo. Und der HERR liebte ihn.
      25.      Und er tat ihn unter die Hand Nathans, des Propheten; der hieß ihn Jedidja, um des HERRN willen.
      26.      So stritt nun Joab wider Rabba der Kinder Ammon königliche Stadt
      27.      und sandte Boten zu David und ließ ihm sagen: Ich habe gestritten wider Rabba und habe auch gewonnen die Wasserstadt.
      28.      So nimm nun zuhauf das übrige Volk und belagere die Stadt und gewinne sie, auf daß ich sie nicht gewinne und ich den Namen davon habe.
      29.      Also nahm David alles Volk zuhauf und zog hin und stritt wider Rabba und gewann es
      30.      und nahm die Krone seines Königs von seinem Haupt, die am Gewicht einen Zentner Gold hatte und Edelgesteine, und sie ward David auf sein Haupt gesetzt; und er führte aus der Stadt sehr viel Beute.
      31.      Aber das Volk drinnen führte er heraus und legte sie unter eiserne Sägen und Zacken und eiserne Keile und verbrannte sie in Ziegelöfen. So tat er allen Städten der Kinder Ammon. Da kehrte David und alles Volk wieder gen Jerusalem.

Das 13. Kapitel

      1.      Und es begab sich darnach, daß Absalom, der Sohn Davids, hatte eine schöne Schwester, die hieß Thamar; und Amnon, der Sohn Davids, gewann sie lieb.
      2.      Und dem Amnon ward wehe, als wollte er krank werden um Thamars, seiner Schwester, willen. Denn sie war eine Jungfrau, und es deuchte Amnon schwer sein, daß er ihr etwas sollte tun.
      3.      Amnon aber hatte einen Freund, der hieß Jonadab, ein Sohn Simeas, Davids Bruders; und derselbe Jonadab war ein sehr weiser Mann.
      4.      Der sprach zu ihm: Warum wirst du so mager, du Königssohn, von Tag zu Tag? Magst du mir’s nicht ansagen ? Da sprach Amnon zu ihm: Ich habe Thamar, meines Bruders Absalom Schwester, liebgewonnen.
      5.      Jonadab sprach zu ihm: Lege dich auf dein Bett und stelle dich krank. Wenn dann dein Vater kommt, dich zu besuchen, so sprich zu ihm: Laß doch meine Schwester Thamar kommen, daß sie mir zu essen gebe und mache vor mir das Essen, daß ich zusehe und von ihrer Hand esse.
      6.      Also legte sich Amnon und stellte sich krank. Da nun der König kam, ihn zu besuchen, sprach Amnon zum König: Laß doch meine Schwester Thamar kommen, daß sie vor mir einen Kuchen oder zwei mache und ich von ihrer Hand esse.
      7.      Da sandte David nach Thamar ins Haus und ließ ihr sagen: Gehe hin ins Haus deines Bruders Amnon und mache ihm eine Speise.
      8.      Thamar ging hin ins Haus ihres Bruders Amnon; er aber lag im Bett. Und sie nahm einen Teig und knetete und bereitete es vor seinen Augen und buk die Kuchen.
      9.      Und sie nahm eine Pfanne und schüttete es vor ihm aus; aber er weigerte sich zu essen. Und Amnon sprach: Laßt jedermann von mir hinausgehen. Und es ging jedermann von ihm hinaus.
      10.      Da sprach Amnon zu Thamar: Bringe das Essen in die Kammer, daß ich von deiner Hand esse. Da nahm Thamar die Kuchen, die sie gemacht hatte, und brachte sie zu Amnon, ihrem Bruder, in die Kammer.
      11.      Und da sie es zu ihm brachte, daß er äße, ergriff er sie und sprach zu ihr: Komm her, meine Schwester, schlaf bei mir!
      12.      Sie aber sprach zu ihm: Nicht, mein Bruder, schwäche mich nicht, denn so tut man nicht in Israel; tue nicht eine solche Torheit!
      13.      Wo will ich mit meiner Schande hin ? Und du wirst sein wie die Toren in Israel. Rede aber mit dem König; der wird mich dir nicht versagen.
      14.      Aber er wollte nicht gehorchen und überwältigte sie und schwächte sie und schlief bei ihr.
      15.      Und Amnon ward ihr überaus gram, daß der Haß größer war, denn vorhin die Liebe war. Und Amnon sprach zu ihr: Mache dich auf und hebe dich !
      16.      Sie aber sprach zu ihm: Das Übel ist größer denn das andere, das du an mir getan hast, daß du mich ausstößest. Aber er gehorchte ihrer Stimme nicht,
      17.      sondern rief seinen Knaben, der sein Diener war, und sprach: Treibe diese von mir hinaus und schließe die Tür hinter ihr zu!
      18.      Und sie hatte einen bunten Rock an; denn solche Röcke trugen des Königs Töchter, welche Jungfrauen waren. Und da sie sein Diener hinausgetrieben und die Tür hinter ihr zugeschlossen hatte,
      19.      warf Thamar Asche auf ihr Haupt und zerriß den bunten Rock, den sie anhatte, und legte ihre Hand auf das Haupt und ging daher und schrie.
      20.      Und ihr Bruder Absalom sprach zu Ihr: Ist denn dein Bruder Amnon bei dir gewesen ? Nun, meine Schwester, schweig still; es ist dein Bruder, und nimm die Sache nicht so zu Herzen. Also blieb Thamar einsam in Absaloms, ihres Bruders, Haus.
      21.      Und da der König David solches alles hörte, ward er sehr zornig. Aber Absalom redete nicht mit Amnon, weder Böses noch Gutes;
      22.      denn Absalom war Amnon gram, darum daß er seine Schwester Thamar geschwächt hatte.
      23.      Über zwei Jahre aber hatte Absalom Schafscherer zu Baal-Hazor, das bei Ephraim liegt; und Absalom lud alle Kinder des Königs
      24.      und kam zum König und sprach: Siehe, dein Knecht hat Schafscherer; der König wolle samt seinen Knechten mit seinem Knecht gehen.
      25.      Der König aber sprach zu Absalom: Nicht, mein Sohn, laß uns nicht alle gehen, daß wir dich nicht beschweren. Und da er ihn nötigte, wollte er doch nicht gehen, sondern segnete ihn.
      26.      Absalom sprach: Soll denn nicht mein Bruder Amnon mit uns gehen ? Der König sprach zu ihm: Warum soll er mit dir gehen ?
      27.      Da nötigte ihn Absalom, daß er mit ihm ließ Amnon und alle Kinder des Königs.
      28.      Absalom aber gebot seinen Leuten und sprach: Sehet darauf, wenn Amnon guter Dinge wird von dem Wein und ich zu euch spreche: Schlagt Amnon und tötet ihn, daß ihr euch nicht fürchtet; denn ich hab’s euch geheißen. Seid getrost und frisch daran!
      29.      Also taten die Leute Absaloms dem Amnon, wie ihnen Absalom geboten hatte. Da standen alle Kinder des Königs auf, und ein jeglicher setzte sich auf sein Maultier und flohen.
      30.      Und da sie noch auf dem Wege waren, kam das Gerücht vor David, daß Absalom hätte alle Kinder des Königs erschlagen, daß nicht einer von ihnen übrig wäre.
      31.      Da stand der König auf und zerriß seine Kleider und legte sich auf die Erde; und alle seine Knechte, die um ihn her standen, zerrissen ihre Kleider.
      32.      Da hob Jonadab an, der Sohn Simeas, des Bruders Davids, und sprach: Mein Herr denke nicht, daß alle jungen Männer, die Kinder des Königs tot sind, sondern Amnon ist allein tot. Denn Absalom hat’s bei sich behalten von dem Tage an, da er seine Schwester Thamar schwächte.
      33.      So nehme nun mein Herr, der König, solches nicht zu Herzen, daß alle Kinder des Königs tot seien, sondern Amnon ist allein tot.
      34.      Absalom aber floh. Und der Diener auf der Warte hob seine Augen auf und sah; und siehe, ein großes Volk kam auf dem Wege nacheinander an der Seite des Berges.
      35.      Da sprach Jonadab zum König: Siehe, die Kinder des Königs kommen; wie dein Knecht gesagt hat, so ist’s ergangen.
      36.      Und da er hatte ausgeredet, siehe, da kamen die Kinder des Königs und hoben ihre Stimme auf und weinten. Der König und alle seine Knechte weinten auch gar sehr.
      37.      Absalom aber floh und zog zu Thalmai, dem Sohn Ammihuds, dem König zu Gessur. Er aber trug Leid über seinen Sohn alle Tage.
      38.      Da aber Absalom geflohen war und gen Gessur gezogen, blieb er daselbst drei Jahre.
      39.      Und der König David hörte auf, auszuziehen wider Absalom; denn er hatte sich getröstet über Amnon, daß er tot war.

Das 14. Kapitel

      1.      Joab aber, der Zeruja Sohn, merkte, daß des Königs Herz war wider Absalom,
      2.      und sandte hin gen Thekoa und ließ holen von dort ein kluges Weib und sprach zu ihr: Trage Leid und zieh Trauerkleider an und salbe dich nicht mit Öl, sondern stelle dich wie ein Weib, das eine lange Zeit Leid getragen hat über einen Toten;
      3.      und sollst zum König hineingehen und mit ihm reden so und so. Und Joab gab ihr ein, was sie reden sollte.
      4.      Und da das Weib von Thekoa mit dem König reden wollte, fiel sie auf ihr Antlitz zur Erde und beugte sich nieder und sprach: Hilf mir, König!
      5.      Der König sprach zu ihr: Was ist dir? Sie sprach: Ach, ich bin eine Witwe, und mein Mann ist gestorben.
      6.      Und deine Magd hatte zwei Söhne, die zankten miteinander auf dem Felde, und da kein Retter war, schlug einer den andern und tötete ihn.
      7.      Und siehe, nun steht auf die ganze Freundschaft wider deine Magd und sagen: Gib her den, der seinen Bruder erschlagen hat, daß wir ihn töten für die Seele seines Bruders, den er erwürgt hat, und auch den Erben vertilgen; und wollen meinen Funken auslöschen, der noch übrig ist, daß meinem Mann kein Name und nichts Übriges bleibe auf Erden.
      8.      Der König sprach zum Weibe: Gehe heim, ich will für dich gebieten.
      9.      Und das Weib von Thekoa sprach zum König: Mein Herr König, die Missetat sei auf mir und meines Vaters Hause; der König aber und sein Stuhl sei unschuldig.
      10.      Der König sprach: Wer wider dich redet, den bringe zu mir, so soll er nicht mehr dich antasten.
      11.      Sie sprach: Der König gedenke an den HERRN, deinen Gott, daß der Bluträcher nicht noch mehr Verderben anrichte und sie meinen Sohn nicht vertilgen. Er sprach: So wahr der HERR lebt, es soll kein Haar von deinem Sohn auf die Erde fallen.
      12.      Und das Weib sprach: Laß deine Magd meinem Herrn König etwas sagen. Er sprach: Sage an !
      13.      Das Weib sprach: Warum bist du also gesinnt wider Gottes Volk? Denn da der König solches geredet hat, ist er wie ein Schuldiger, dieweil er seinen Verstoßenen nicht wieder holen läßt.
      14.      Denn wir sterben eines Todes und sind wie Wasser, so in die Erde verläuft, das man nicht aufhält; und Gott will nicht das Leben wegnehmen, sondern bedenkt sich, daß nicht das Verstoßene auch von ihm verstoßen werde.
      15.      So bin ich nun gekommen, mit meinem Herrn König solches zu reden; denn das Volk macht mir bang. Denn deine Magd gedachte: Ich will mit dem König reden; vielleicht wird er tun, was seine Magd sagt.
      16.      Denn er wird seine Magd erhören, daß er mich errette von der Hand aller, die mich samt meinem Sohn vertilgen wollen vom Erbe Gottes.
      17.      Und deine Magd gedachte: Meines Herrn, des Königs, Wort soll mir ein Trost sein; denn mein Herr, der König, ist wie ein Engel Gottes, daß er Gutes und Böses hören kann. Darum wird der HERR, dein Gott, mit dir sein.
      18.      Der König antwortete und sprach zu dem Weibe: Leugne mir nicht, was ich dich frage. Das Weib sprach: Mein Herr, der König, rede.
      19.      Der König sprach: Ist nicht die Hand Joabs mit dir in diesem allem? Das Weib antwortete und sprach: So wahr deine Seele lebt, mein Herr König, es ist nicht anders, weder zur Rechten noch zur Linken, denn wie mein Herr, der König, geredet hat. Denn dein Knecht Joab hat mir’s geboten, und er hat solches alles seiner Magd eingegeben;
      20.      daß ich diese Sache also wenden sollte, das hat dein Knecht Joab gemacht. Aber mein Herr ist weise wie die Weisheit eines Engels Gottes, daß er merkt alles auf Erden.
      21.      Da sprach der König zu Joab: Siehe, ich habe solches getan; so gehe hin und bringe den Knaben Absalom wieder.
      22.      Da fiel Joab auf sein Antlitz zur Erde und beugte sich nieder und dankte dem König und sprach: Heute merkt dein Knecht, daß ich Gnade gefunden habe vor deinen Augen, mein Herr König, da der König tut, was sein Knecht sagt.
      23.      Also macht sich Joab auf und zog gen Gessur und brachte Absalom gen Jerusalem.
      24.      Aber der König sprach: Laß ihn wider in sein Haus gehen und mein Angesicht nicht sehen. Also kam Absalom wieder in sein Haus und sah des Königs Angesicht nicht.
      25.      Es war aber in ganz Israel kein Mann so schön wie Absalom, und er hatte dieses Lob vor allen; von seiner Fußsohle an bis auf seinen Scheitel war nicht ein Fehl an ihm.
      26.      Und wenn man sein Haupt schor (das geschah gemeiniglich alle Jahre; denn es war ihm zu schwer, daß man’s abscheren mußte ), so wog sein Haupthaar zweihundert Lot nach dem königlichen Gewicht.
      27.      Und Absalom wurden drei Söhne geboren und eine Tochter, die hieß Thamar und war ein Weib schön von Gestalt.
      28.      Also blieb Absalom zwei Jahre zu Jerusalem, daß er des Königs Angesicht nicht sah.
      29.      Und Absalom sandte nach Joab, daß er ihn zum König sendete; und er wollte nicht zu ihm kommen. Er aber sandte zum andernmal; immer noch wollte er nicht kommen.
      30.      Da sprach er zu seinen Knechten: Seht das Stück Acker Joabs neben meinem, und er hat Gerste darauf; so geht hin und steckt es mit Feuer an. Da steckten die Knechte Absaloms das Stück mit Feuer an.
      31.      Da machte sich Joab auf und kam zu Absalom ins Haus und sprach zu ihm: Warum haben deine Knechte mein Stück mit Feuer angesteckt ?
      32.      Absalom sprach zu Joab: Siehe, ich sandte nach dir und ließ dir sagen: Komm her, daß ich dich zum König sende und sagen lasse: Warum bin ich von Gessur gekommen ? Es wäre mir besser, daß ich noch da wäre. So laß mich nun das Angesicht des Königs sehen; ist aber eine Missetat an mir, so töte mich.
      33.      Und Joab ging hinein zum König und sagte es ihm an. Und er rief Absalom, daß er hinein zum König kam; und er fiel nieder vor dem König auf sein Antlitz zur Erde, und der König küßte Absalom.

Das 15. Kapitel

      1.      Und es begab sich darnach, daß Absalom ließ sich machen einen Wagen und Rosse und fünfzig Mann, die seine Trabanten waren.
      2.      Auch machte sich Absalom des Morgens früh auf und trat an den Weg bei dem Tor. Und wenn jemand einen Handel hatte, daß er zum König vor Gericht kommen sollte, rief ihn Absalom zu sich und sprach: Aus welcher Stadt bist du? Wenn dann der sprach: Dein Knecht ist aus der Stämme Israels einem,
      3.      so sprach Absalom zu ihm: Siehe, deine Sache ist recht und schlecht; aber du hast keinen, der dich hört, beim König.
      4.      Und Absalom sprach: O, wer setzt mich zum Richter im Lande, daß jedermann zu mir käme, der eine Sache und Gerichtshandel hat, daß ich ihm hülfe !
      5.      Und wenn jemand sich zu ihm tat, daß er wollte vor ihm niederfallen, so reckte er seine Hand aus und ergriff ihn und küßte ihn.
      6.      Auf diese Weise tat Absalom dem ganzen Israel, wenn sie kamen vor Gericht zum König, und stahl also das Herz der Männer Israels.
      7.      Nach vierzig Jahren sprach Absalom zum König: Ich will hingehen und mein Gelübde zu Hebron ausrichten, das ich dem HERRN gelobt habe.
      8.      Denn dein Knecht tat ein Gelübde, da ich zu Gessur in Syrien wohnte, und sprach: Wenn mich der HERR wieder gen Jerusalem bringt, so will ich dem HERRN einen Gottesdienst tun.
      9.      Der König sprach: Gehe hin mit Frieden. Und er machte sich auf und ging gen Hebron.
      10.      Absalom aber hatte Kundschafter ausgesandt in alle Stämme Israels und lassen sagen: Wenn ihr der Posaune Schall hören werdet, so sprecht: Absalom ist König geworden zu Hebron.
      11.      Es gingen aber mit Absalom zweihundert Mann von Jerusalem, die geladen waren; aber sie gingen in ihrer Einfalt und wußten nichts um die Sache.
      12.      Absalom aber sandte auch nach Ahithophel, dem Giloniten, Davids Rat, aus seiner Stadt Gilo. Da er nun die Opfer tat, ward der Bund stark, und das Volk lief zu und mehrte sich mit Absalom.
      13.      Da kam einer, der sagte es David an und sprach: Das Herz jedermanns in Israel folgt Absalom nach.
      14.      David sprach aber zu allen seinen Knechten, die bei ihm waren zu Jerusalem: Auf, laßt uns fliehen ! denn hier wird kein entrinnen sein vor Absalom; eilet, daß wir gehen, daß er uns nicht übereile und ergreife uns und treibe ein Unglück auf uns und schlage die Stadt mit der Schärfe des Schwerts.
      15.      Da sprachen die Knechte des Königs zu ihm: Was mein Herr, der König, erwählt, siehe, hier sind deine Knechte.
      16.      Und der König zog hinaus und sein ganzes Haus ihm nach. Er ließ aber zehn Kebsweiber zurück, das Haus zu bewahren.
      17.      Und da der König und alles Volk, das ihm nachfolgte, hinauskamen, blieben sie stehen am äußersten Hause.
      18.      Und alle seine Knechte gingen an ihm vorüber; dazu alle Krether und Plether und alle Gathiter, sechshundert Mann, die von Gath ihm nachgefolgt waren, gingen an dem König vorüber.
      19.      Und der König sprach zu Itthai, dem Gathiter: Warum gehst du auch mit uns? Kehre um und bleibe bei dem König; denn du bist hier fremd und von deinem Ort gezogen hierher.
      20.      Gestern bist du gekommen, und heute sollte ich dich mit uns hin und her ziehen lassen ? Denn ich will gehen, wohin ich gehen kann. Kehre um und deine Brüder mit dir; dir widerfahre Barmherzigkeit und Treue.
      21.      Itthai antwortete und sprach: So wahr der HERR lebt, und so wahr mein König lebt, an welchem Ort mein Herr, der König, sein wird, es gerate zum Tod oder zum Leben, da wird dein Knecht auch sein.
      22.      David sprach zu Itthai: So komm und gehe mit. Also ging Itthai, der Gathiter, und alle seine Männer und der ganze Haufe Kinder, die mit ihm waren.
      23.      Und das ganze Land weinte mit lauter Stimme, und alles Volk ging mit. Und der König ging über den Bach Kidron, und alles Volk ging vor auf dem Wege, der zur Wüste geht.
      24.      Und siehe, Zadok war auch da und alle Leviten, die bei ihm waren, und trugen die Lade des Bundes und stellten sie dahin. Und Abjathar trat empor, bis daß alles Volk zur Stadt hinauskam.
      25.      Aber der König sprach zu Zadok: Bringe die Lade Gottes wieder in die Stadt. Werde ich Gnade finden vor dem HERRN, so wird er mich wieder holen und wird mich sie sehen lassen und sein Haus.
      26.      Spricht er aber also: Ich habe nicht Lust zu dir, siehe, hier bin ich. Er mache es mit mir, wie es ihm wohl gefällt.
      27.      Und der König sprach zu dem Priester Zadok: O du Seher, kehre um wieder in die Stadt mit Frieden und mit euch eure beiden Söhne, Ahimaaz, dein Sohn, und Jonathan, der Sohn Abjathars!
      28.      Siehe ich will verziehen auf dem blachen Felde in der Wüste, bis daß Botschaft von euch komme, und sage mir an.
      29.      Also brachten Zadok und Abjathar die Lade Gottes wieder gen Jerusalem und blieben daselbst.
      30.      David aber ging den Ölberg hinan und weinte, und sein Haupt war verhüllt, und er ging barfuß. Dazu alles Volk, das bei ihm war, hatte ein jeglicher sein Haupt verhüllt und gingen hinan und weinten.
      31.      Und da es David angesagt ward, daß Ahithophel im Bund mit Absalom war, sprach er: HERR, mache den Ratschlag Ahithophels zur Narrheit !
      32.      Und da David auf die Höhe kam, da man Gott pflegt anzubeten, siehe, da begegnete ihm Husai, der Arachiter, mit zerrissenem Rock und Erde auf seinem Haupt.
      33.      Und David sprach zu ihm: Wenn du mit mir gehst, wirst du mir eine Last sein.
      34.      Wenn du aber wieder in die Stadt gingest und sprächest zu Absalom: Ich bin dein Knecht, ich will des Königs sein; der ich deines Vaters Knecht war zu der Zeit, will nun dein Knecht sein: So würdest du mir zugut den Ratschlag Ahithophels zunichte machen.
      35.      Auch sind Zadok und Abjathar, die Priester, mit dir. Alles, was du hörst aus des Königs Haus, würdest du ansagen den Priestern Zadok und Abjathar.
      36.      Siehe, es sind bei ihnen ihre zwei Söhne: Ahimaaz, Zadoks, und Jonathan, Abjathars Sohn. Durch die kannst du mir entbieten, was du hören wirst.
      37.      Also kam Husai, der Freund Davids, in die Stadt; und Absalom kam gen Jerusalem.

Das 16. Kapitel

      1.      Und da David ein wenig von der Höhe gegangen war, siehe, da begegnete ihm Ziba, der Diener Mephiboseths, mit einem Paar Esel, gesattelt, darauf waren zweihundert Brote und hundert Rosinenkuchen und hundert Feigenkuchen und ein Krug Wein.
      2.      Da sprach der König zu Ziba: Was willst du damit machen? Ziba sprach: Die Esel sollen für das Haus des Königs sein, darauf zu reiten, und die Brote und Feigenkuchen für die Diener, zu essen, und der Wein, zu trinken, wenn sie müde werden in der Wüste.
      3.      Der König sprach: Wo ist der Sohn deines Herrn? Ziba sprach zum König: Siehe, er blieb zu Jerusalem; denn er sprach: Heute wird mir das Haus Israel meines Vaters Reich wiedergeben.
      4.      Der König sprach zu Ziba: Siehe, es soll dein sein alles, was Mephiboseth hat. Ziba sprach: Ich neige mich; laß mich Gnade finden vor dir, mein Herr König.
      5.      Da aber der König bis gen Bahurim kam, siehe, da ging ein Mann daselbst heraus, vom Geschlecht des Hauses Sauls, der hieß Simei, der Sohn Geras; der ging heraus und fluchte
      6.      und warf David mit Steinen und alle Knechte des Königs David. Denn alles Volk und alle Gewaltigen waren zu seiner Rechten und zur Linken.
      7.      So sprach aber Simei, da er fluchte: Heraus, heraus, du Bluthund, du heilloser Mann!
      8.      Der HERR hat dir vergolten alles Blut des Hauses Sauls, daß du an seiner Statt bist König geworden. Nun hat der HERR das Reich gegeben in die Hand deines Sohnes Absalom; und siehe, nun steckst du in deinem Unglück; denn du bist ein Bluthund.
      9.      Aber Abisai, der Zeruja Sohn, sprach zu dem König: Sollte dieser tote Hund meinem Herrn, dem König, fluchen ? Ich will hingehen und ihm den Kopf abreißen.
      10.      Der König sprach: Ihr Kinder der Zeruja, was habe ich mit euch zu schaffen? Laßt ihn fluchen; denn der HERR hat’s ihn geheißen: Fluche David! Wer kann nun sagen: Warum tust du also?
      11.      Und David sprach zu Abisai und zu allen seinen Knechten: Siehe, mein Sohn, der von meinem Leibe gekommen ist, steht mir nach meinem Leben; warum nicht auch jetzt der Benjaminiter? Laßt ihn, daß er fluche; denn der HERR hat’s ihn geheißen.
      12.      Vielleicht wird der HERR mein Elend ansehen und mir mit Gutem vergelten sein heutiges Fluchen.
      13.      Also ging David mit seinen Leuten des Weges; Aber Simei ging an des Berges Seite her ihm gegenüber und fluchte und warf mit Steinen nach ihm und besprengte ihn mit Erdklößen.
      14.      Und der König kam hinein mit allem Volk, das bei ihm war, müde und erquickte sich daselbst.
      15.      Aber Absalom und alles Volk der Männer Israels kamen gen Jerusalem und Ahithophel mit ihm.
      16.      Da aber Husai, der Arachiter, Davids Freund, zu Absalom hineinkam, sprach er zu Absalom: Glück zu, Herr König! Glück zu, Herr König!
      17.      Absalom aber sprach zu Husai: Ist das deine Barmherzigkeit an deinem Freunde? Warum bist du nicht mit deinem Freunde gezogen ?
      18.      Husai aber sprach zu Absalom: Nicht also, sondern welchen der HERR erwählt und dies Volk und alle Männer in Israel, des will ich sein und bei ihm bleiben.
      19.      Zum andern, wem sollte ich dienen ? Sollte ich nicht vor seinem Sohn dienen? Wie ich vor deinem Vater gedient habe, so will ich auch vor dir sein.
      20.      Und Absalom sprach zu Ahithophel: Ratet zu, was sollen wir tun ?
      21.      Ahithophel sprach zu Absalom: Gehe hinein zu den Kebsweibern deines Vaters, die er zurückgelassen hat, das Haus zu bewahren, so wird das ganze Israel hören, daß du dich bei deinem Vater hast stinkend gemacht, und wird aller Hand, die bei dir sind, desto kühner werden.
      22.      Da machten sie Absalom eine Hütte auf dem Dache, und Absalom ging hinein zu den Kebsweibern seines Vaters vor den Augen des ganzen Israel.
      23.      Zu der Zeit, wenn Ahithophel einen Rat gab, das war, als wenn man Gott um etwas hätte gefragt; also waren alle Ratschläge Ahithophels bei David und bei Absalom.

Das 17. Kapitel

      1.      Und Ahithophel sprach zu Absalom: Ich will zwölftausend Mann auslesen und mich aufmachen und David nachjagen bei der Nacht
      2.      und will ihn überfallen, weil er matt und laß ist. Wenn ich ihn dann erschrecke, daß alles Volk, das bei ihm ist, flieht, will ich den König allein schlagen
      3.      und alles Volk wieder zu dir bringen. Wenn dann jedermann zu dir gebracht ist, wie du begehrst, so bleibt alles Volk mit Frieden.
      4.      Das deuchte Absalom gut und alle Ältesten in Israel.
      5.      Aber Absalom sprach: Laßt doch Husai, den Arachiten, auch rufen und hören, was er dazu sagt.
      6.      Und da Husai hinein zu Absalom kam, sprach Absalom zu ihm: Solches hat Ahithophel geredet; sage du, sollen wir’s tun oder nicht?
      7.      Da sprach Husai zu Absalom: Es ist nicht ein guter Rat, den Ahithophel auf diesmal gegeben hat.
      8.      Und Husai sprach weiter: Du kennst deinen Vater wohl und seine Leute, daß sie stark sind und zornigen Gemüts wie ein Bär auf dem Felde, dem die Jungen geraubt sind; dazu ist dein Vater ein Kriegsmann und wird sich nicht säumen mit dem Volk.
      9.      Siehe, er hat sich jetzt vielleicht verkrochen irgend in einer Grube oder sonst an einen Ort. Wenn’s dann geschähe, daß es das erstemal übel geriete und käme ein Geschrei und spräche: Es ist das Volk, welches Absalom nachfolgt, geschlagen worden,
      10.      so würde jedermann verzagt werden, der auch sonst ein Krieger ist und ein Herz hat wie ein Löwe. Denn es weiß ganz Israel, daß dein Vater stark ist und Krieger, die bei ihm sind.
      11.      Aber das rate ich, daß du zu dir versammlest ganz Israel von Dan an bis gen Beer-Seba, so viel als der Sand am Meer, und deine Person ziehe unter ihnen.
      12.      So wollen wir ihn überfallen, an welchem Ort wir ihn finden, und wollen über ihn kommen, wie der Tau auf die Erde fällt, daß wir von ihm und allen seinen Männern nicht einen übriglassen.
      13.      Wird er sich aber in eine Stadt versammeln, so soll das ganze Israel Stricke an die Stadt werfen und sie in den Bach reißen, daß man nicht ein Kieselein da finde.
      14.      Da sprach Absalom und jedermann in Israel: Der Rat Husais, des Arachiten, ist besser denn Ahithophels Rat. Aber der HERR schickte es also, daß der gute Rat Ahithophels verhindert wurde, auf daß der HERR Unheil über Absalom brächte.
      15.      Und Husai sprach zu Zadok und Abjathar, den Priestern: So und so hat Ahithophel Absalom und den Ältesten in Israel geraten; ich aber habe so und so geraten.
      16.      So sendet nun eilend hin und lasset David ansagen und sprecht: Bleibe nicht auf dem blachen Felde der Wüste, sondern mache dich hinüber, daß der König nicht verschlungen werde und alles Volk, das bei ihm ist.
      17.      Jonathan aber und Ahimaaz standen bei dem Brunnen Rogel, und eine Magd ging hin und sagte es ihnen an. Sie aber gingen hin und sagten es dem König David an; denn sie durften sich nicht sehen lassen, daß sie in die Stadt kämen.
      18.      Es sah sie aber ein Knabe und sagte es Absalom an. Aber die beiden gingen eilend hin und kamen in eines Mannes Haus zu Bahurim; der hatte einen Brunnen in seinem Hofe. Dahinein stiegen sie,
      19.      und das Weib nahm und breitete eine Decke über des Brunnens Loch und breitete Grütze darüber, daß man es nicht merkte.
      20.      Da nun die Knechte Absaloms zum Weibe ins Haus kamen, sprachen sie: Wo ist Ahimaaz und Jonathan? Das Weib sprach zu ihnen: Sie gingen über das Wässerlein. Und da sie suchten, und nicht fanden, gingen sie wieder gen Jerusalem.
      21.      Und da sie weg waren, stiegen jene aus dem Brunnen und gingen hin und sagten’s David, dem König, an und sprachen zu David: Macht euch auf und geht eilend über das Wasser; denn so und so hat Ahithophel wider euch Rat gegeben.
      22.      Da machte sich David auf und alles Volk, das bei ihm war, und gingen über den Jordan, bis es lichter Morgen ward, und fehlte nicht an einem, der nicht über den Jordan gegangen wäre.
      23.      Als aber Ahithophel sah, daß sein Rat nicht ausgeführt ward, sattelte er seinen Esel, machte sich auf und zog heim in seine Stadt und beschickte sein Haus und erhängte sich und starb und ward begraben in seines Vaters Grab.
      24.      Und David kam gen Mahanaim. Und Absalom zog über den Jordan und alle Männer Israels mit ihm.
      25.      Und Absalom hatte Amasa an Joabs Statt gesetzt über das Heer. Es war aber Amasa eines Mannes Sohn, der hieß Jethra, ein Israeliter, welcher einging zu Abigail, der Tochter des Nahas, der Schwester der Zeruja, Joabs Mutter.
      26.      Israel aber und Absalom lagerten sich in Gilead.
      27.      Da David gen Mahanaim gekommen war, da brachten Sobi, der Sohn Nahas von Rabba der Kinder Ammon, und Machir, der Sohn Ammiels von Lo-Dabar, und Barsillai, ein Gileaditer von Roglim,
      28.      Bettwerk, Becken, irdene Gefäße, Weizen, Gerste, Mehl, geröstete Körner, Bohnen, Linsen, Grütze,
      29.      Honig, Butter, Schafe und Rinderkäse zu David und zu dem Volk, das bei ihm war, zu essen. Denn sie gedachten: Das Volk wird hungrig, müde und durstig sein in der Wüste.

Das 18. Kapitel

      1.      Und David ordnete das Volk, das bei ihm war, und setzte über sie Hauptleute, über tausend und über hundert,
      2.      und stellte des Volkes einen dritten Teil unter Joab und einen dritten Teil unter Abisai, den Sohn der Zeruja, Joabs Bruder, und einen dritten Teil unter Itthai, den Gathiter. Und der König sprach zum Volk: Ich will auch mit euch ausziehen.
      3.      Aber das Volk sprach: Du sollst nicht ausziehen; denn ob wir gleich fliehen oder die Hälfte sterben, so werden sie unser nicht achten; denn du bist wie unser zehntausend; so ist’s nun besser, daß du uns von der Stadt aus helfen mögst.
      4.      Der König sprach zu ihnen: Was euch gefällt, das will ich tun. Und der König trat ans Tor, und alles Volk zog aus bei Hunderten und bei Tausenden.
      5.      Und der König gebot Joab und Abisai und Itthai und sprach: Fahrt mir säuberlich mit dem Knaben Absalom! Und alles Volk hörte es, da der König gebot allen Hauptleuten um Absalom.
      6.      Und da das Volk hinauskam aufs Feld, Israel entgegen, erhob sich der Streit im Walde Ephraim.
      7.      Und das Volk Israel ward daselbst geschlagen vor den Knechten Davids, daß desselben Tages eine große Schlacht geschah, zwanzigtausend Mann.
      8.      Und war daselbst der Streit zerstreut auf allem Lande; und der Wald fraß viel mehr Volk des Tages, denn das Schwert fraß.
      9.      Und Absalom begegnete den Knechten Davids und ritt auf einem Maultier. Und da das Maultier unter eine große Eiche mit dichten Zweigen kam, blieb sein Haupt an der Eiche hangen, und er schwebte zwischen Himmel und Erde; aber sein Maultier lief unter ihm weg.
      10.      Da das ein Mann sah, sagte er’s Joab an und sprach: Siehe, ich sah Absalom an einer Eiche hangen.
      11.      Und Joab sprach zu dem Mann, der’s ihm hatte angesagt: Siehe, sahst du das, warum schlugst du ihn nicht daselbst zur Erde? so wollte ich dir von meinetwegen zehn Silberlinge und einen Gürtel gegeben haben.
      12.      Der Mann sprach zu Joab: Wenn du mir tausend Silberlinge in meine Hand gewogen hättest, so wollte ich dennoch meine Hand nicht an des Königs Sohn gelegt haben; denn der König gebot dir und Abisai und Itthai vor unsern Ohren und sprach: Hütet euch, daß nicht jemand dem Knaben Absalom...!
      13.      Oder wenn ich etwas Falsches getan hätte auf meiner Seele Gefahr, weil dem König nichts verhohlen wird, würdest du selbst wider mich gestanden sein.
      14.      Joab sprach: Ich kann nicht so lange bei dir verziehen. Da nahm Joab drei Spieße in sein Hand und stieß sie Absalom ins Herz, da er noch lebte an der Eiche.
      15.      Und zehn Knappen, Joabs Waffenträger, machten sich umher und schlugen ihn zu Tod.
      16.      Da blies Joab die Posaune und brachte das Volk wieder, daß es nicht weiter Israel nachjagte; denn Joab wollte das Volk schonen.
      17.      Und sie nahmen Absalom und warfen ihn in den Wald in eine große Grube und legten einen sehr großen Haufen Steine auf ihn. Und das ganze Israel floh, ein jeglicher in seine Hütte.
      18.      Absalom aber hatte sich eine Säule aufgerichtet, da er noch lebte; die steht im Königsgrunde. Denn er sprach: Ich habe keinen Sohn, darum soll dies meines Namens Gedächtnis sein; er hieß die Säule nach seinem Namen, und sie heißt auch bis auf diesen Tag Absaloms Mal.
      19.      Ahimaaz, der Sohn Zadoks, sprach: Laß mich doch laufen und dem König verkündigen, daß der HERR ihm Recht verschafft hat von seiner Feinde Händen.
      20.      Joab aber sprach zu ihm: Du bringst heute keine gute Botschaft. Einen andern Tag sollst du Botschaft bringen, und heute nicht; denn des Königs Sohn ist tot.
      21.      Aber zu Chusi sprach Joab: Gehe hin und sage dem König an, was du gesehen hast. Und Chusi neigte sich vor Joab und lief.
      22.      Ahimaaz aber, der Sohn Zadoks, sprach abermals zu Joab: Wie, wenn ich auch liefe dem Chusi nach? Joab sprach: Was willst du laufen, Mein Sohn? Komm her, die Botschaft wird dir nichts einbringen.
      23.      Wie wenn ich liefe ? Er sprach zu ihm: So laufe doch ! Also lief Ahimaaz geradewegs und kam Chusi vor.
      24.      David aber saß zwischen beiden Toren. Und der Wächter ging aufs Dach des Tors an der Mauer und hob seine Augen auf und sah einen Mann laufen allein
      25.      und rief und sagte es dem König an. Der König aber sprach: Ist er allein, so ist eine gute Botschaft in seinem Munde. Und da derselbe immer näher kam,
      26.      sah der Wächter einen andern Mann laufen, und rief in das Tor und sprach: Siehe, ein Mann läuft allein. Der König aber sprach: Der ist auch ein guter Bote.
      27.      Der Wächter sprach: Ich sehe des ersten Lauf wie den Lauf des Ahimaaz, des Sohnes Zadoks. Und der König sprach: Es ist ein guter Mann und bringt eine gute Botschaft.
      28.      Ahimaaz aber rief und sprach zum König: Friede! Und fiel nieder vor dem König auf sein Antlitz zur Erde und sprach: Gelobt sei der HERR, dein Gott, der die Leute, die ihre Hand wider meinen Herrn, den König, aufhoben, übergeben hat.
      29.      Der König aber sprach: Geht es auch wohl dem Knaben Absalom? Ahimaaz sprach: Ich sah ein großes Getümmel, da des Königs Knecht Joab mich, deinen Knecht, sandte, und weiß nicht, was es war.
      30.      Der König sprach: Gehe herum und tritt daher. Und er ging herum und stand allda.
      31.      Siehe, da kam Chusi und sprach: Hier gute Botschaft, mein Herr König! Der HERR hat dir heute Recht verschafft von der Hand aller, die sich wider dich auflehnten.
      32.      Der König aber sprach zu Chusi: Geht es dem Knaben Absalom auch wohl? Chusi sprach: Es müsse allen Feinden meines Herrn Königs gehen, wie es dem Knaben geht, und allen, die sich wider ihn auflehnen, übel zu tun.

Das 19. Kapitel

      1.      Da ward der König traurig und ging hinauf auf den Söller im Tor und weinte, und im Gehen sprach er also: Mein Sohn Absalom! mein Sohn, mein Sohn Absalom! Wollte Gott, ich wäre für dich gestorben ! O Absalom, mein Sohn, mein Sohn!
      2.      Und es ward Joab angesagt: Siehe, der König weint und trägt Leid um Absalom.
      3.      Und es ward aus dem Sieg des Tages ein Leid unter dem ganzen Volk; denn das Volk hatte gehört des Tages, daß sich der König um seinen Sohn bekümmerte.
      4.      Und das Volk stahl sich weg an dem Tage in die Stadt, wie sich ein Volk wegstiehlt, das zu Schanden geworden ist, wenn’s im Streit geflohen ist.
      5.      Der König aber hatte sein Angesicht verhüllt und schrie laut: Ach, mein Sohn Absalom! Absalom, mein Sohn, mein Sohn!
      6.      Joab aber kam zum König ins Haus und sprach: Du hast heute schamrot gemacht alle deine Knechte, die heute deine, deiner Söhne, deiner Töchter, deiner Weiber und deiner Kebsweiber Seele errettet haben,
      7.      daß du liebhast, die dich hassen, und haßt, die dich liebhaben. Denn du läßt heute merken, daß dir’s nicht gelegen ist an den Hauptleuten und Knechten. Denn ich merke heute wohl: wenn dir nur Absalom lebte und wir heute alle tot wären, das wäre dir recht.
      8.      So mache dich nun auf und gehe heraus und rede mit deinen Knechten freundlich. Denn ich schwöre dir bei dem HERRN: Wirst du nicht herausgehen, es wird kein Mann bei dir bleiben diese Nacht über. Das wird dir ärger sein denn alles Übel, das über dich gekommen ist von deiner Jugend auf bis hierher.
      9.      Da machte sich der König auf und setzte sich ins Tor. Und man sagte es allem Volk: Siehe, der König sitzt im Tor. Da kam alles Volk vor den König. Aber Israel war geflohen, ein jeglicher in seine Hütte.
      10.      Und es zankte sich alles Volk in allen Stämmen Israels und sprachen: Der König hat uns errettet von der Hand unsrer Feinde und erlöste uns von der Philister Hand und hat müssen aus dem Lande fliehen vor Absalom.
      11.      So ist Absalom, den wir über uns gesalbt hatten, gestorben im Streit. Warum seid ihr so nun still, daß ihr den König nicht wieder holet ?
      12.      Der König aber sandte zu Zadok und Abjathar, den Priestern, und ließ ihnen sagen: Redet mit den Ältesten in Juda und sprecht: Warum wollt ihr die letzten sein, den König wieder zu holen in sein Haus? (Denn die Rede des ganzen Israel war vor den König gekommen in sein Haus.)
      13.      Ihr seid meine Brüder, mein Bein und mein Fleisch; warum wollt ihr denn die letzten sein, den König wieder zu holen ?
      14.      Und zu Amasa sprecht: Bist du nicht mein Bein und mein Fleisch? Gott tue mir dies und das, wo du nicht sollst sein Feldhauptmann vor mir dein Leben lang an Joabs Statt.
      15.      Und er neigte das Herz aller Männer Juda’s wie eines Mannes; und sie sandten hin zum König: Komm wieder, du und alle deine Knechte!
      16.      Also kam der König wieder. Und da er an den Jordan kam, waren die Männer Juda’s gen Gilgal gekommen, hinabzuziehen dem König entgegen, daß sie den König über den Jordan führten.
      17.      Und Simei, der Sohn Geras, der Benjaminiter, der zu Bahurim wohnte, eilte und zog mit den Männern Juda’s hinab, dem König David entgegen;
      18.      und waren tausend Mann mit ihm von Benjamin, dazu auch Ziba, der Diener des Hauses Sauls, mit seinen fünfzehn Söhnen und zwanzig Knechten; und sie gingen durch den Jordan vor dem König hin;
      19.      und die Fähre war hinübergegangen, daß sie das Gesinde des Königs hinüberführten und täten, was ihm gefiel. Simei aber, der Sohn Geras, fiel vor dem König nieder, da er über den Jordan fuhr,
      20.      und sprach zum König: Mein Herr, rechne mir nicht zu die Missetat und gedenke nicht, daß dein Knecht dich beleidigte des Tages, da mein Herr, der König, aus Jerusalem ging, und der König nehme es nicht zu Herzen.
      21.      Denn dein Knecht erkennt, daß ich gesündigt habe. Und siehe, ich bin heute zuerst gekommen unter dem ganzen Hause Joseph, daß ich meinen Herrn, dem König, entgegen herabzöge.
      22.      Aber Abisai, der Zeruja Sohn, antwortete und sprach: Und Simei sollte darum nicht sterben, so er doch dem Gesalbten des HERRN geflucht hat ?
      23.      David aber sprach: Was habe ich mit euch zu schaffen, ihr Kinder der Zeruja, daß ihr mir heute wollt zum Satan werden ? Sollte heute jemand sterben in Israel? Meinst du, ich wisse nicht, daß ich heute bin König geworden über Israel?
      24.      Und der König sprach zu Simei: Du sollst nicht sterben. Und der König schwur ihm.
      25.      Mephiboseth, der Sohn Sauls, kam auch herab, dem König entgegen. Und er hatte seine Füße und seinen Bart nicht gereinigt und seine Kleider nicht gewaschen von dem Tage an, da der König weggegangen war, bis an den Tag, da er mit Frieden kam.
      26.      Da er nun von Jerusalem kam, dem König zu begegnen, sprach der König zu ihm: Warum bist du nicht mit mir gezogen, Mephiboseth?
      27.      Und er sprach: Mein Herr König, mein Knecht hat mich betrogen. Denn dein Knecht gedachte, ich will einen Esel satteln und darauf reiten und zum König ziehen, denn dein Knecht ist lahm.
      28.      Dazu hat er deinen Knecht angegeben vor meinem Herrn, dem König. Aber mein Herr, der König, ist wie ein Engel Gottes; tue, was dir wohl gefällt.
      29.      Denn all meines Vaters Haus ist nichts gewesen als Leute des Todes vor meinem Herrn, dem König; so hast du deinen Knecht gesetzt unter die, so an deinem Tisch essen. Was habe ich weiter Gerechtigkeit oder weiter zu schreien zu dem König?
      30.      Der König sprach zu ihm: Was redest du noch weiter von deinem Dinge? Ich habe es gesagt: Du und Ziba teilt den Acker miteinander.
      31.      Mephiboseth sprach zum König: Er nehme ihn auch ganz dahin, nachdem mein Herr König mit Frieden heimgekommen ist.
      32.      Und Barsillai, der Gileaditer, kam herab von Roglim und führte den König über den Jordan, daß er ihn über den Jordan geleitete.
      33.      Und Barsillai war sehr alt, wohl achtzig Jahre, der hatte den König versorgt, als er zu Mahanaim war; denn er war ein Mann von großem Vermögen.
      34.      Und der König sprach zu Barsillai: Du sollst mit mir hinüberziehen; ich will dich versorgen bei mir zu Jerusalem.
      35.      Aber Barsillai sprach zum König: was ist’s noch, das ich zu leben habe, daß ich mit dem König sollte hinauf gen Jerusalem ziehen ?
      36.      Ich bin heute achtzig Jahre alt. Wie sollte ich kennen, was gut oder böse ist, oder schmecken, was ich esse oder trinke, oder hören, was die Sänger oder Sängerinnen singen? Warum sollte dein Knecht meinem Herrn König weiter beschweren ?
      37.      Dein Knecht soll ein wenig gehen mit dem König über den Jordan. Warum will mir der König eine solche Vergeltung tun ?
      38.      Laß deinen Knecht umkehren, daß ich sterbe in meiner Stadt bei meines Vaters und meiner Mutter Grab. Siehe, da ist dein Knecht Chimham; den laß mit meinem Herrn König hinüberziehen, und tue ihm, was dir wohl gefällt.
      39.      Der König sprach: Chimham soll mit mir hinüberziehen, und ich will ihm tun, was dir wohl gefällt; auch alles, was du von mir begehrst, will ich dir tun.
      40.      Und da alles Volk über den Jordan war gegangen und der König auch, küßte der König den Barsillai und segnete ihn; und er kehrte wieder an seinen Ort.
      41.      Und der König zog hinüber gen Gilgal, und Chimham zog mit ihm. Und alles Volk Juda hatte den König hinübergeführt; aber des Volkes Israel war nur die Hälfte da.
      42.      Und siehe, da kamen alle Männer Israels zum König und sprachen zu ihm: Warum haben dich unsre Brüder, die Männer Juda’s, gestohlen und haben den König und sein Haus über den Jordan geführt und alle Männer Davids mit ihm?
      43.      Da antworteten die von Juda denen von Israel: Der König gehört uns nahe zu; was zürnt ihr darum? Meint ihr, daß wir von dem König Nahrung und Geschenke empfangen haben ?
      44.      So antworteten dann die von Israel denen von Juda und sprachen: Wir haben zehnmal mehr beim König, dazu auch bei David, denn ihr. Warum hast du mich denn so gering geachtet ? Und haben wir nicht zuerst davon geredet, uns unsern König zu holen ? Aber die von Juda redeten härter denn die von Israel.

Das 20. Kapitel

      1.      Es traf sich aber, daß daselbst ein heilloser Mann war, der hieß Seba, ein Sohn Bichris, ein Benjaminiter; der blies die Posaune und sprach: Wir haben keinen Teil an David noch Erbe am Sohn Isais. Ein jeglicher hebe sich zu seiner Hütte, o Israel!
      2.      Da fiel von David jedermann in Israel, und sie folgten Seba, dem Sohn Bichris. Aber die Männer Juda’s hingen an ihrem König vom Jordan an bis gen Jerusalem.
      3.      Da aber der König David heimkam gen Jerusalem, nahm er die zehn Kebsweiber, die er hatte zurückgelassen, das Haus zu bewahren, und tat sie in eine Verwahrung und versorgte sie; aber er ging nicht zu ihnen ein. Und sie waren also verschlossen bis an ihren Tod und lebten als Witwen.
      4.      Und der König sprach zu Amasa: Berufe mir alle Männer in Juda auf den dritten Tag, und du sollst auch hier stehen !
      5.      Und Amasa ging hin, Juda zu berufen; aber er verzog die Zeit, die er ihm bestimmt hatte.
      6.      Da sprach David zu Abisai: Nun wird uns Seba, der Sohn Bichris, mehr Leides tun denn Absalom. Nimm du die Knechte deines Herrn und jage ihm nach, daß er nicht etwa für sich feste Städte finde und entrinne aus unsern Augen.
      7.      Da zogen aus, ihm nach, die Männer Joabs, dazu die Krether und Plether und alle Starken. Sie zogen aber aus von Jerusalem, nachzujagen Seba, dem Sohn Bichris.
      8.      Da sie aber bei dem großen Stein waren zu Gibeon, kam Amasa vor ihnen her. Joab aber war gegürtet über seinem Kleide, das er anhatte, und hatte darüber ein Schwert gegürtet, das hing in seiner Hüfte in der Scheide; das ging gerne aus und ein.
      9.      Und Joab sprach zu Amasa: Friede sei mit dir, mein Bruder! Und Joab faßte mit seiner rechten Hand Amasa bei dem Bart, daß er ihn küßte.
      10.      Und Amasa hatte nicht acht auf das Schwert in der Hand Joabs; und er stach ihn damit in den Bauch, daß sein Eingeweide sich auf die Erde schüttete, und gab ihm keinen Stich mehr und er starb. Joab aber und sein Bruder Abisai jagten nach Seba, dem Sohn Bichris.
      11.      Und es trat ein Mann von den Leuten Joabs neben ihn und sprach: Wer’s mit Joab hält und für David ist, der folge Joab nach!
      12.      Amasa aber lag im Blut gewälzt mitten auf der Straße. Da aber der Mann sah, daß alles Volk da stehenblieb, wandte er Amasa von der Straße auf den Acker und warf Kleider auf ihn, weil er sah, daß, wer an ihn kam, stehenblieb.
      13.      Da er nun aus der Straße getan war, folgte jedermann Joab nach, Seba, dem Sohn Bichris, nachzujagen.
      14.      Und er zog durch alle Stämme Israels gen Abel und Beth-Maacha und ganz Haberim; und versammelten sich und folgten ihm nach
      15.      und kamen und belagerten ihn zu Abel-Beth-Maacha und schütteten einen Wall gegen die Stadt hin, daß er bis an die Vormauer langte; und alles Volk, das mit Joab war, stürmte und wollte die Mauer niederwerfen.
      16.      Da rief eine weise Frau aus der Stadt: Hört ! hört ! Sprecht zu Joab, daß er hierher komme; ich will mit ihm reden.
      17.      Und da er zu ihr kam, sprach die Frau: Bist du Joab? Er sprach: Ja. Sie sprach zu ihm: Höre die Rede deiner Magd. Er sprach: Ich höre.
      18.      Sie sprach: Vorzeiten sprach man: Wer fragen will, der frage zu Abel; und so ging’s wohl aus.
      19.      Ich bin eine von den friedsamen und treuen Städten in Israel; und du willst die Stadt und Mutter in Israel töten ? Warum willst du das Erbteil des HERRN verschlingen ?
      20.      Joab antwortete und sprach: Das sei ferne, das sei ferne von mir, daß ich verschlingen und verderben sollte ! Es steht nicht also;
      21.      sondern ein Mann vom Gebirge Ephraim mit Namen Seba, der Sohn Bichris, hat sich empört wider den König David. Gebt ihn allein her, so will ich von der Stadt ziehen. Die Frau aber sprach zu Joab: Siehe, sein Haupt soll zu dir über die Mauer geworfen werden.
      22.      Und die Frau kam hinein zu allem Volk mit ihrer Weisheit. Und sie hieben Seba, dem Sohn Bichris, den Kopf ab und warfen ihn zu Joab. Da blies er die Posaune, und sie zerstreuten sich von der Stadt, ein jeglicher in seine Hütte. Joab aber kam wieder gen Jerusalem zum König.
      23.      Joab aber war über das ganze Heer Israels. Benaja, der Sohn Jojadas, war über die Krether und Plether.
      24.      Adoram war Rentmeister. Josaphat, der Sohn Ahiluds, war Kanzler.
      25.      Seja war Schreiber. Zadok und Abjathar waren Priester;
      26.      dazu war Ira, der Jairiter, Davids Priester.

Das 21. Kapitel

      1.      Es war auch eine Teuerung zu Davids Zeiten drei Jahre aneinander. Und David suchte das Angesicht des HERRN; und der HERR sprach: Um Sauls willen und um des Bluthauses willen, daß er die Gibeoniter getötet hat.
      2.      Da ließ der König die Gibeoniter rufen und sprach zu ihnen. (Die Gibeoniter aber waren nicht von den Kindern Israel, sondern übrig von den Amoritern; aber die Kinder Israel hatten ihnen geschworen, und Saul suchte sie zu schlagen in seinem Eifer für die Kinder Israel und Juda.)
      3.      So sprach nun David zu den Gibeonitern: Was soll ich euch tun ? und womit soll ich sühnen, daß ihr das Erbteil des HERRN segnet ?
      4.      Die Gibeoniter sprachen zu ihm: Es ist uns nicht um Gold noch Silber zu tun an Saul und seinem Hause und steht uns nicht zu, jemand zu töten in Israel. Er sprach: Was sprecht ihr denn, daß ich euch tun soll ?
      5.      Sie sprachen zum König: Den Mann, der uns verderbt und zunichte gemacht hat, sollen wir vertilgen, daß ihm nichts bleibe in allen Grenzen Israels.
      6.      Gebt uns sieben Männer aus seinem Hause, daß wir sie aufhängen dem HERRN zu Gibea Sauls, des Erwählten des HERRN. Der König sprach: Ich will sie geben.
      7.      Aber der König verschonte Mephiboseth, den Sohn Jonathans, des Sohnes Sauls, um des Eides willen des HERRN, der zwischen ihnen war, zwischen David und Jonathan, dem Sohn Sauls.
      8.      Aber die zwei Söhne Rizpas, der Tochter Ajas, die sie Saul geboren hatte, Armoni und Mephiboseth, dazu die fünf Söhne Merabs, der Tochter Sauls, die sie dem Adriel geboren hatte, dem Sohn Barsillais, des Meholathiters, nahm der König
      9.      und gab sie in die Hand der Gibeoniter; die hingen sie auf dem Berge vor dem HERRN. Also fielen diese sieben auf einmal und starben zur Zeit der ersten Ernte, wann die Gerstenernte angeht.
      10.      Da nahm Rizpa, die Tochter Ajas, einen Sack und breitete ihn auf den Fels am Anfang der Ernte, bis daß Wasser von Himmel über sie troff, und ließ des Tages die Vögel des Himmels nicht auf ihnen ruhen noch des Nachts die Tiere des Feldes.
      11.      Und es ward David angesagt, was Rizpa, die Tochter Ajas, Sauls Kebsweib, getan hatte.
      12.      Und David ging hin und nahm die Gebeine Sauls und die Gebeine Jonathans, seines Sohnes, von den Bürgern zu Jabes in Gilead (die sie vom Platz am Tor Beth-Seans gestohlen hatten, dahin sie die Philister gehängt hatten zu der Zeit, da die Philister Saul schlugen auf dem Berge Gilboa),
      13.      und brachte sie von da herauf; und sie sammelten sie zuhauf mit den Gebeinen der Gehängten
      14.      und begruben die Gebeine Sauls und seines Sohnes Jonathan im Lande Benjamin zu Zela im Grabe seines Vaters Kis und taten alles, wie der König geboten hatte. Also ward Gott nach diesem dem Lande wieder versöhnt.
      15.      Es erhob sich aber wieder ein Krieg von den Philistern wider Israel; und David zog hinab und seine Knechte mit ihm und stritten wider die Philister. Und David ward müde.
      16.      Und Jesbi zu Nob (welcher war der Kinder Raphas einer, und das Gewicht seines Speers war dreihundert Gewicht Erzes, und er hatte neue Waffen), der gedachte David zu schlagen.
      17.      Aber Abisai, der Zeruja Sohn, half ihm und schlug den Philister tot. Da schwuren ihm die Männer Davids und sprachen: Du sollst nicht mehr mit uns ausziehen in den Streit, daß nicht die Leuchte in Israel verlösche.
      18.      Darnach erhob sich noch ein Krieg zu Gob mit den Philistern. Da schlug Sibbechai, der Husathiter, den Saph, welcher auch der Kinder Raphas einer war.
      19.      Und es erhob sich noch ein Krieg zu Gob mit den Philistern. Da schlug El-Hanan, der Sohn Jaere-Orgims, ein Bethlehemiter, den Goliath, den Gathiter, welcher hatte einen Spieß, des Stange war wie ein Weberbaum.
      20.      Und es erhob sich noch ein Krieg zu Gath. Da war ein langer Mann, der hatte sechs Finger an seinen Händen und sechs Zehen an seinen Füßen, das ist vierundzwanzig an der Zahl; und er war auch geboren dem Rapha.
      21.      Und da er Israel Hohn sprach, schlug ihn Jonathan, der Sohn Simeas, des Bruders Davids.
      22.      Diese vier waren geboren dem Rapha zu Gath und fielen durch die Hand Davids und seiner Knechte.

Das 22. Kapitel

      1.      Und David redete vor dem HERRN die Worte dieses Liedes zur Zeit, da ihn der HERR errettet hatte von der Hand aller seiner Feinde und von der Hand Sauls, und sprach:
      2.      Der HERR ist mein Fels und meine Burg und mein Erretter.
      3.      Gott ist mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils, mein Schutz und meine Zuflucht, mein Heiland, der du mir hilfst vor dem Frevel.
      4.      Ich rufe an den HERRN, den Hochgelobten, so werde ich von meinen Feinden erlöst.
      5.      Es hatten mich umfangen die Schmerzen des Todes, und die Bäche des Verderbens erschreckten mich.
      6.      Der Hölle Bande umfingen mich, und des Todes Stricke überwältigten mich.
      7.      Da mir angst war, rief ich den HERRN an und schrie zu meinem Gott; da erhörte er meine Stimme von seinem Tempel, und mein Schreien kam vor ihn zu seinen Ohren.
      8.      Die Erde bebte und ward bewegt; die Grundfesten des Himmels regten sich und bebten, da er zornig war.
      9.      Dampf ging auf von seiner Nase und verzehrend Feuer von seinem Munde, daß es davon blitzte.
      10.      Er neigte den Himmel und fuhr herab, und Dunkel war unter seinen Füßen.
      11.      Und er fuhr auf dem Cherub und flog daher, und er schwebte auf den Fittichen des Windes.
      12.      Sein Gezelt um ihn her war finster und schwarze, dicke Wolken.
      13.      Von dem Glanz vor ihm brannte es mit Blitzen.
      14.      Der HERR donnerte vom Himmel, und der Höchste ließ seinen Donner aus.
      15.      Er schoß seine Strahlen und zerstreute sie; er ließ blitzen und erschreckte sie.
      16.      Da sah man das Bett der Wasser, und des Erdbodens Grund ward aufgedeckt von dem Schelten des HERRN, von dem Odem und Schnauben seiner Nase.
      17.      Er streckte seine Hand aus von der Höhe und holte mich und zog mich aus den großen Wassern.
      18.      Er errettete mich von meinen starken Feinden, von meinen Hassern, die zu mir mächtig waren,
      19.      die mich überwältigten zur Zeit meines Unglücks; und der HERR ward meine Zuversicht.
      20.      Und er führte mich aus in das Weite, er riß mich heraus; denn er hatte Lust zu mir.
      21.      Der HERR tut wohl an mir nach meiner Gerechtigkeit; er vergilt mir nach der Reinigkeit meiner Hände.
      22.      Denn ich halte die Wege des HERRN und bin nicht gottlos wider meinen Gott.
      23.      Denn alle seine Rechte habe ich vor Augen, und seine Gebote werfe ich nicht von mir;
      24.      sondern ich bin ohne Tadel vor ihm und hüte mich vor Sünden.
      25.      Darum vergilt mir der HERR nach meiner Gerechtigkeit, nach meiner Reinigkeit vor seinen Augen.
      26.      Bei den Heiligen bist du heilig, bei den Frommen bist du fromm,
      27.      bei den Reinen bist du rein, und bei den Verkehrten bist du verkehrt.
      28.      Denn du hilfst dem elenden Volk, und mit deinen Augen erniedrigst du die Hohen.
      29.      Denn du, HERR, bist meine Leuchte; der HERR macht meine Finsternis licht.
      30.      Denn mit dir kann ich Kriegsvolk zerschlagen und mit meinem Gott über die Mauer springen.
      31.      Gottes Wege sind vollkommen; des HERRN Reden sind durchläutert. Er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen.
      32.      Denn wo ist ein Gott außer dem HERRN, und wo ist ein Hort außer unserm Gott?
      33.      Gott stärkt mich mit Kraft und weist mir einen Weg ohne Tadel.
      34.      Er macht meine Füße gleich den Hirschen und stellt mich auf meine Höhen.
      35.      Er lehrt meine Hände streiten und lehrt meinen Arm den ehernen Bogen spannen.
      36.      Du gibst mir den Schild deines Heils; und wenn du mich demütigst, machst du mich groß.
      37.      Du machst unter mir Raum zu gehen, daß meine Knöchel nicht wanken.
      38.      Ich will meinen Feinden nachjagen und sie vertilgen und will nicht umkehren, bis ich sie umgebracht habe.
      39.      Ich will sie umbringen und zerschmettern; sie sollen mir nicht widerstehen und müssen unter meine Füße fallen.
      40.      Du kannst mich rüsten mit Stärke zum Streit; du kannst unter mich werfen, die sich wider mich setzen.
      41.      Du gibst mir meine Feinde in die Flucht, daß ich verstöre, die mich hassen.
      42.      Sie sahen sich um, aber da ist kein Helfer, nach dem HERRN; aber er antwortet ihnen nicht.
      43.      Ich will sie zerstoßen wie Staub auf der Erde; wie Kot auf der Gasse will ich sie verstäuben und zerstreuen.
      44.      Du hilfst mir von dem zänkischen Volk und behütest mich, daß ich ein Haupt sei unter den Heiden; ein Volk, das ich nicht kannte, dient mir.
      45.      Den Kindern der Fremde hat’s wider mich gefehlt; sie gehorchen mir mit gehorsamen Ohren.
      46.      Die Kinder der Fremde sind verschmachtet und kommen mit Zittern aus ihren Burgen.
      47.      Der HERR lebt, und gelobt sei mein Hort; und Gott, der Hort meines Heils, werde erhoben,
      48.      der Gott, der mir Rache gibt und wirft die Völker unter mich.
      49.      Er hilft mir aus von meinen Feinden. Du erhöhst mich aus denen, die sich wider mich setzen; du hilfst mir von den Frevlern.
      50.      Darum will ich dir danken, HERR, unter den Heiden und deinem Namen lobsingen,
      51.      der seinem Könige großes Heil beweist und wohltut seinem Gesalbten, David und seinem Samen ewiglich.

Das 23. Kapitel

      1.      Dies sind die letzten Worte Davids: Es sprach David der Sohn Isais, es sprach der Mann, der hoch erhoben ist, der Gesalbte des Gottes Jakobs, lieblich mit Psalmen Israels.
      2.      Der Geist des HERRN hat durch mich geredet, und seine Rede ist auf meiner Zunge.
      3.      Es hat der Gott Israels zu mir gesprochen, der Hort Israels hat geredet: Ein Gerechter herrscht unter den Menschen, er herrscht mit der Furcht Gottes
      4.      und ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, am Morgen ohne Wolken, da vom Glanz nach dem Regen das Gras aus der Erde wächst.
      5.      Denn ist mein Haus nicht also bei Gott? Denn er hat mir einen ewigen Bund gesetzt, der in allem wohl geordnet und gehalten wird. All mein Heil und all mein Begehren, das wird er wachsen lassen.
      6.      Aber die heillosen Leute sind allesamt wie die ausgeworfenen Disteln, die man nicht mit Händen fassen kann;
      7.      sondern wer sie angreifen soll, muß Eisen und Spießstange in der Hand haben; sie werden mit Feuer verbrannt an ihrem Ort.
      8.      Dies sind die Namen der Helden Davids: Jasobeam, der Sohn Hachmonis, ein Vornehmster unter den Rittern; er hob seinen Spieß auf und schlug achthundert auf einmal.
      9.      Nach ihm war Eleasar, der Sohn Dodos, des Sohnes Ahohis, unter den drei Helden mit David. Da sie Hohn sprachen den Philistern und daselbst versammelt waren zum Streit und die Männer Israels hinaufzogen,
      10.      da stand er und schlug die Philister, bis seine Hand müde am Schwert erstarrte. Und der HERR gab ein großes Heil zu der Zeit, daß das Volk umwandte ihm nach, zu rauben.
      11.      Nach ihm war Samma, der Sohn Ages, des Harariters. Da die Philister sich versammelten in eine Rotte, und war daselbst ein Stück Acker voll Linsen, und das Volk floh vor den Philistern,
      12.      da trat er mitten auf das Stück und errettete es und schlug die Philister; und Gott gab ein großes Heil.
      13.      Und diese drei Vornehmsten unter dreißigen kamen hinab in der Ernte zu David in die Höhle Adullam, und die Rotte der Philister lag im Grunde Rephaim.
      14.      David aber war dazumal an sicherem Ort; aber der Philister Volk lag zu Bethlehem.
      15.      Und David ward lüstern und sprach: Wer will mir Wasser zu trinken holen aus dem Brunnen zu Bethlehem unter dem Tor?
      16.      Da brachen die drei Helden ins Lager der Philister und schöpften Wasser aus dem Brunnen zu Bethlehem unter dem Tor und trugen’s und brachten’s zu David. Aber er wollte nicht trinken sondern goß es aus dem HERRN
      17.      und sprach: Das lasse der HERR fern von mir sein, daß ich das tue ! Ist’s nicht das Blut der Männer, die ihr Leben gewagt haben und dahin gegangen sind ? Und wollte es nicht trinken. Das taten die drei Helden.
      18.      Abisai, Joabs Bruder, der Zeruja Sohn, war auch ein Vornehmster unter den Rittern: er hob seinen Spieß auf und schlug dreihundert, und war auch berühmt unter dreien
      19.      und der Herrlichste unter dreien und war ihr Oberster; aber er kam nicht bis an jene drei.
      20.      Und Benaja, der Sohn Jojadas, des Sohnes Is-Hails, von großen Taten, von Kabzeel, der schlug zwei Helden der Moabiter und ging hinab und schlug einen Löwen im Brunnen zur Schneezeit.
      21.      Und schlug auch einen ägyptischen ansehnlichen Mann, der hatte einen Spieß in seiner Hand. Er aber ging zu ihm hinab mit einem Stecken und riß dem Ägypter den Spieß aus der Hand und erwürgte ihn mit seinem eigenen Spieß.
      22.      Das tat Benaja, der Sohn Jojadas, und war berühmt unter den drei Helden
      23.      und herrlicher denn die dreißig; aber er kam nicht bis an jene drei. Und David machte ihn zum heimlichen Rat.
      24.      Asahel, der Bruder Joabs, war unter den dreißig; Elhanan, der Sohn Dodos, zu Bethlehem;
      25.      Samma, der Haroditer; Elika, der Haroditer;
      26.      Helez, der Paltiter; Ira, der Sohn Ikkes, des Thekoiters;
      27.      Abieser, der Anathothiter; Mebunnai, der Husathiter;
      28.      Zalmon, der Ahohiter; Maherai, der Netophathiter;
      29.      Heleb, der Sohn Baanas, der Netophathiter; Itthai, der Sohn Ribais, von Gibea der Kinder Benjamin;
      30.      Benaja, der Pirathoniter; Hiddai, von Nahale-Gaas;
      31.      Abi-Albon, der Arbathiter; Asmaveth, der Barhumiter;
      32.      Eljahba, der Saalboniter; die Kinder Jasen und Jonathan;
      33.      Samma, der Harariter; Ahiam, der Sohn Sarars, der Harariter;
      34.      Eliphelet, der Sohn Ahasbais, des Maachathiters; Eliam, der Sohn Ahithophels, des Gileoniters;
      35.      Hezrai, der Karmeliter; Paerai, der Arbiter;
      36.      Jigeal, der Sohn Nathans, von Zoba; Bani, der Gaditer;
      37.      Zelek, der Ammoniter; Naharai, der Beerothiter, der Waffenträger Joabs, des Sohnes der Zeruja;
      38.      Ira, der Jethriter; Gareb, der Jethriter;
      39.      Uria, der Hethiter. Das sind allesamt siebenunddreißig.

Das 24. Kapitel

      1.      Und der Zorn des HERRN ergrimmte abermals wider Israel und er reizte David wider sie, daß er sprach: Gehe hin, zähle Israel und Juda!
      2.      Und der König sprach zu Joab, seinem Feldhauptmann: Gehe umher in allen Stämmen Israels von Dan an bis gen Beer-Seba und zähle das Volk, daß ich wisse, wieviel sein ist!
      3.      Joab sprach zu dem König: Der HERR, dein Gott, tue diesem Volk, wie es jetzt ist, noch hundertmal soviel, daß mein Herr, der König, seiner Augen Lust daran sehe; aber was hat mein Herr König zu dieser Sache Lust ?
      4.      Aber des Königs Wort stand fest wider Joab und die Hauptleute des Heeres. Also zog Joab aus und die Hauptleute des Heeres von dem König, daß sie das Volk Israel zählten.
      5.      Und sie gingen über den Jordan und lagerten sich zu Aroer, zur Rechten der Stadt, die am Bach Gad liegt, und gen Jaser hin,
      6.      und kamen gen Gilead und ins Niederland Hodsi, und kamen gen Dan-Jaan und um Sidon her,
      7.      und kamen zu der festen Stadt Tyrus und allen Städten der Heviter und Kanaaniter, und kamen hinaus an den Mittag Juda’s gen Beer-Seba,
      8.      und durchzogen das ganze land und kamen nach neuen Monaten und zwanzig Tagen gen Jerusalem.
      9.      Und Joab gab dem König die Summe des Volks, das gezählt war. Und es waren in Israel achthundertmal tausend starke Männer, die das Schwert auszogen, und in Juda fünfhundertmal tausend Mann.
      10.      Und das Herz schlug David, nachdem das Volk gezählt war. Und David sprach zum HERRN: Ich habe schwer gesündigt, daß ich das getan habe; und nun, HERR, nimm weg die Missetat deines Knechtes; denn ich habe sehr töricht getan.
      11.      Und da David des Morgens aufstand, kam des HERRN Wort zu Gad, dem Propheten, Davids Seher, und sprach:
      12.      Gehe hin und rede mit David: So spricht der HERR: Dreierlei bringe ich zu dir; erwähle dir deren eins, daß ich es dir tue.
      13.      Gad kam zu David und sagte es ihm an und sprach zu ihm: Willst du, daß sieben Jahre Teuerung in dein Land komme ? oder daß du drei Monate vor deinen Widersachern fliehen müssest und sie dich verfolgen ? oder drei Tage Pestilenz in deinem Lande sei ? So merke nun und siehe, was ich wieder sagen soll dem, der mich gesandt hat.
      14.      David sprach zu Gad: Es ist mir sehr angst; aber laß uns in die Hand des HERRN fallen, denn seine Barmherzigkeit ist groß; ich will nicht in der Menschen Hand fallen.
      15.      Also ließ der HERR Pestilenz in Israel kommen von Morgen an bis zur bestimmten Zeit, daß des Volks starb von Dan an bis gen Beer-Seba siebzigtausend Mann.
      16.      Und da der Engel seine Hand ausstreckte über Jerusalem, daß er es verderbte, reute den HERRN das Übel, und er sprach zum Engel, zu dem Verderber im Volk: Es ist genug; laß deine Hand ab ! Der Engel aber des HERRN war bei der Tenne Aravnas, des Jebusiters.
      17.      Da aber David den Engel sah, der das Volk schlug, sprach er zum HERRN: Siehe, ich habe gesündigt, ich habe die Missetat getan; was habe diese Schafe getan ? Laß deine Hand wider mich und meines Vaters Haus sein !
      18.      Und Gad kam zu David zur selben Zeit und sprach zu ihm: Gehe hinauf und richte dem HERRN einen Altar auf in der Tenne Aravnas, des Jebusiters!
      19.      Also ging David hinauf, wie Gad ihm gesagt und der HERR ihm geboten hatte.
      20.      Und da Aravna sich wandte, sah er den König mit seinen Knechten zu ihm herüberkommen und fiel nieder auf sein Angesicht zur Erde
      21.      und sprach: Warum kommt mein Herr, der König, zu seinem Knecht? David sprach: Zu kaufen von dir die Tenne und zu bauen dem HERRN einen Altar, daß die Plage vom Volk aufhöre.
      22.      Aber Aravna sprach zu David: Mein Herr, der König, nehme und opfere, wie es ihm gefällt: siehe, da ist ein Rind zum Brandopfer und Schleifen und Geschirr vom Ochsen zu Holz.
      23.      Das alles gab Aravna, der König, dem König. Und Aravna sprach zum König: Der HERR, dein Gott, lasse dich ihm angenehm sein.
      24.      Aber der König sprach zu Aravna: Nicht also, sondern ich will dir’s abkaufen um seinen Preis; denn ich will dem HERRN, meinem Gott, nicht Brandopfer tun, das ich umsonst habe. Also kaufte David die Tenne und das Rind um fünfzig Silberlinge
      25.      und baute daselbst dem HERRN einen Altar und opferte Brandopfer und Dankopfer. Und der HERR ward dem Land versöhnt, und die Plage hörte auf von dem Volk Israel.

Luther, M. (2001). Die Heilige Schrift nach der deutschen Übersetzung Martin Luthers (Dtn 34,12–2Sa 24,25). Oak Harbor, WA: Logos Research Systems, Inc.

Bible study guide- Corinthians to John

1 Corinthians 8:1–3

Bible study guide
Corinthians to John
Bible study guide

Love Builds Up

November 18, 2014
by John Piper
Scripture: 1 Corinthians 8:1–3
Topic: Life of the Mind

Principle for Bible Reading

Is knowledge good or bad? 1 Corinthians 8:1–3 says that knowledge can lead to pride or to love, so how do we know which our knowledge is? Pastor John unfolds the life of the mind in this new lab.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–00:43)

The Progression of Pride (00:43–03:26)

1.      Knowledge leads to pride. (1 Corinthians 8:1)
2.      Pride leads to lovelessness.
3.      Lovelessness leads to destruction (hurting others).

To Know or Not to Know (03:26–07:03)

What kind of knowledge is good? And what kind is destructive?

1.      There is a knowledge that is good (“as he ought to know”).
2.      Knowledge that puffs up is an imaginary knowledge (“if anyone imagines that he knows something”).
3.      If your knowing is not serving others it’s not true knowing.
4.      To know as you ought is to love God. You don’t know anything unless your knowing is resulting in love for God.
5.      Therefore, true knowledge loves and serves people (1 Corinthians 8:1) and treasures God (1 Corinthians 8:3).

Known by God (07:03–08:46)

1.      Whoever loves God—that is, has a knowledge producing love—has been known by God. They have been chosen by God (cf. Amos 3:2).
2.      God’s election totally undermines our propensity toward pride in our knowledge. God is under and behind all of our knowing.

Summary (08:46–10:42)

1.      Election ⇒
2.      Humility ⇒
3.      True Knowledge ⇒
4.      Love for God and Love for People ⇒
5.      Building Up of Others ⇒
6.      Others Love God and People

Study Questions

1.      Based on 1 Corinthians 8:1–3, is knowledge good or bad? How do you know whether your knowledge is good or bad?


2.      What is the imaginary knowledge in 1 Corinthians 8:2?


3.      Why might Paul say, “he is known by God, and not, “he knows God”? What does it mean to be known by God?

Recents Labs from John Piper

1.      “The Spirit in You Is Life” on Romans 8:9
2.      “You Are Not Your Own” on Romans 8:12–13
3.      “The Spirit Lives in You” on Romans 8:12–13

Related Resources

•      The Danger in Our Daily Devotions (article)
•      What Does It Mean to Love the Lord With All Your Mind? (interview)
•      Think Hard, Stay Humble: The Life of the Mind and the Peril of Pride (sermon by Francis Chan)

1 Corinthians 15:9–10, Part 1

Grace Redeems the Worst Pasts

October 15, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Corinthians 15:9–10, 1 Timothy 1:13–16, and Galatians 1:15–16
Topic: The Grace of God

Principle for Bible Reading

God’s grace rescued one of the worst sinners in history, a man who by his own admission was a persecutor, blasphemer, and murderer. Paul’s story gives every sinner hope. In this lab, John Piper defines grace and explains how it meets us in the midst of our brokenness and rebellion.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–01:41)

The Least of the Apostles (01:41–04:31)

1.      Paul calls himself the least of the apostles and unworthy to be called an apostle. (1 Corinthians 15:9)
2.      Paul sees God’s grace in his past, and in his future. (1 Corinthians 15:9–10)
3.      One question is whether Paul is suggesting grace intervened and made Paul an apostle, or that the grace of God was working all along to make Paul who he is.

What Is Grace? (04:31–06:25)

1.      We ordinarily think of grace as the disposition of God to treat us better than we deserve.
2.      God’s grace is not so much an activity with power as it is a state of his heart and a way of his being.
3.      For instance, God’s grace is his disposition to choose and save his people, even though they are sinners and do not deserve it. (Romans 11:5–6)
4.      God’s grace is the origin of every blessing we receive.

God’s Perfect Patience (06:25–11:51)

1.      Grace is also power that changes things in our lives. (1 Corinthians 15:9–10)
2.      Is grace in 1 Corinthians 15:10 about Paul being the “least of the apostles” or just about him being an apostle?
3.      Paul was set apart to be an apostle long before he was called, even before he was born. (Galatians 1:15)
4.      God allowed Paul to become the kind of sinner he was so that he could display his perfect patience. (1 Timothy 1:13–16)
5.      This means God’s grace is not above any sinner in your life, however awful they have sinned against God or others.

Summary: God’s Grace-Filled Wisdom (11:51–13:10)

The grace of God did not make Paul the least of the apostles (1 Corinthians 15:9). The grace of God and the wisdom of God allowed him to commit the sins he did because it would make him a more useful minister of the gospel.

Study Questions

1.      Looking at 1 Corinthians 15:9–10 and Romans 11:5–6 (and any other relevant texts that come to mind), how would you define the grace of God towards you?


2.      If Paul was set apart as an apostle before he was born (Galatians 1:15), why would God wait to save him? Write down your answer, and then refer to 1 Timothy 1:13–16.


3.      In 1 Corinthians 15:9–10, is Paul saying grace simply made him an apostle, or that it made him the least of the apostles? Why?

Related Resources

•      Put Yourself in the Path of God’s Grace (article)
•      Have I Exhausted God’s Patience with My Sin? (interview)
•      “Grace to You” and “Grace with You” (sermon on 1 Corinthians 15:10)

1 Corinthians 15:9–10, Part 2

Grace Empowers the Best Work

October 20, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Corinthians 15:9–10
Topic: The Grace of God

Principle for Bible Reading

For many, the message of grace means the end of all effort. But the Bible will not let us settle for that kind of Christian life. In this lab, John Piper connects key texts to inspire real, consistent, passionate effort to live like Jesus today. The grace that saves us also empowers change in us.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–01:45)

Grace Does Not Fail (01:45–04:09)

1.      “I am what I am” looks at grace’s impact on Paul’s life looking back into the past. (1 Corinthians 15:9)
2.      Why was God’s grace toward Paul not in vain? Because he became a worker for the sake of the gospel. (1 Corinthians 15:10)
3.      Grace does not replace work in the Christian life, but empowers it.

Grace Does Not Replace Effort (04:09–06:12)

1.      None of our works contribute with Christ’s work to the forgiveness of our sins or the providing of our righteousness.
2.      Once we have been justified, grace not only takes the place of works (for our justification), but also produces work (for our sanctification). (1 Corinthians 15:10)
3.      Grace does not replace our effort, but empowers our effort.
4.      If you are dominated by grace, you will overflow with real efforts to live for God.

Grace Works Within Me (06:12–11:12)

1.      We might construe Paul’s words here to mean that grace starts the work and we finish it. (1 Corinthians 15:10)
2.      Paul resolves that issue by clarifying that even his effort is not his own, but the grace of God in and through him. (1 Corinthians 15:10)
3.      In Galatians 3:2–5, Paul corrects the same wrong way of thinking. We don’t pick up in sanctification where God left off in justification. It is all by grace.
4.      The grace of God is so decisive and powerful in the good work I am doing that it is fitting to say I am not doing it.
5.      The same dynamic between God’s grace and our effort is shown again in Philippians 2:12–13.
6.      Therefore, all the glory from justification and sanctification belongs to the God of grace.

Study Questions

1.      Why was God’s grace toward Paul not in vain (1 Corinthians 15:10)? What would it mean for his grace to be in vain toward someone?


2.      If Paul was relying on God’s grace (1 Corinthians 15:10), why did he work harder than anyone? Based on 1 Corinthians 15:9–10, how does God’s grace relate to our effort in the Christian life?


3.      Read Galatians 3:2–5 and Philippians 2:12–13. How do these other texts from Paul help us understand 1 Corinthians 15:9–10?

Related Resources

•      Three Ways Our Deeds Relate to Our Salvation (article)
•      Does Justification-Centered Sanctification Lead to Antinomianism? (interview)
•      “I Act the Miracle” (sermon on Philippians 2:12–13)

1 Corinthians 15:9–10, Part 3

Grace Supplies Strength for Today

October 22, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Corinthians 15:9–10
Topic: The Grace of God

Principle for Bible Reading

If grace empowers us to live like Christ, how do we access that grace day after day? What does it mean to live in the strength and grace that God supplies? In this lab, John Piper continues to unpack a life marked and sustained by faith in God’s future grace, where God’s power meets our needs for his glory moment by moment.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–03:02)

In 1 Corinthians 15:9–10, Paul says that he worked harder than anyone, and he says that the grace of God accomplished any work he had done. How do we work hard in a way that relies entirely on grace?

We Died, and We Live Again (03:02–04:47)

1.      Paul uses the same “not I, but grace” language in Galatians 2:20.
2.      There is a sense in which Paul died when he became a Christian, but there’s also a way in which he still lives. (Galatians 2:20)
3.      According to Paul, the old unbelieving me no longer lives, but the new believing me lives through faith.
4.      Grace works in us and through us by faith, by us believing something about God. (1 Corinthians 15:10)

Jesus Lives in You (04:47–06:24)

1.      We live because Jesus Christ lives through us by faith. (Galatians 2:20)
2.      Paul also talks about Jesus living inside of us in Ephesians 3:17.
3.      The way Paul prays in Ephesians 3:14–17 suggests that Christ can live in greater or lesser ways in the Christian heart.

Models of Faith in Future Grace (06:24–09:56)

1.      As Paul worked, he trusted the grace of God to come and work in him and through him, so that grace would get all the credit for whatever he accomplished. (1 Corinthians 15:10)
2.      We trust grace to come and help us in whatever situation we face. That is what faith is. (Hebrews 11:1)
3.      For example, Abraham was willing to offer up Isaac as a sacrifice because he trusted that God would fulfill his promise. (Hebrews 11:17–19)
4.      For example, Moses was mistreated in Egypt because he trusted in the promise of a future reward for his faithfulness. (Hebrews 11:24–26)
5.      Note. (1 Corinthians 15:9)

The Strength that God Supplies (09:56–13:52)

1.      The same pattern appears in 1 Peter 4:11.
2.      God’s grace supplies the strength whenever we serve, so that we can give God all the glory for any service or ministry we perform.
3.      The Giver gets the glory. (1 Peter 4:11)
4.      Grace provides the promise for us to believe, and then works in and through our faith to supply the strength we need to live for God.

Study Questions

1.      Paul says that he worked hard, but that it was not him in the end, but the grace of God (1 Corinthians 15:9–10). What does that mean? How do Paul’s work and God’s grace relate to each other? Look at Galatians 2:20 and Ephesians 3:14–17 for help in filling out your answer.


2.      Read through Hebrews 11:17–26. How do Abraham and Moses live out the faith you see in 1 Corinthians 15:9–10?


3.      Now, read 1 Peter 4:11. In what ways is it similar to 1 Corinthians 15:9–10? What is the main point of what Peter is saying in 1 Peter 4:11?

Related Resources

•      How to Find Strength in the Strength of God (article)
•      The 8 Steps of Christian Obedience (interview)
•      “The Glory of God in the Good Resolves of His People” (sermon on 2 Thessalonians 1:11–12)

2 Corinthians 4:4–6

The Light of the Gospel of the Glory of Christ

March 12, 2015
by John Piper
Scripture: 2 Corinthians 4:4–6
Topic: Salvation

Principle for Bible Reading

What happened when you were saved? While Satan did everything he could to blind you to the beauty of Jesus Christ, God broke through in marvelous light, and you saw, and you believed. In this lab, John Piper highlights critical parallels between two key verses to explain the miracle of conversion.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–01:14)

Blindness: The Nature of Satan’s Work (01:14–02:56)

1.      Satan is focused on keeping unbelievers from seeing the light of Christ’s glory. (2 Corinthians 4:4)
2.      This light streams through facts about Jesus and the gospel. (2 Corinthians 4:5)
3.      Satan focuses on blinding people to Jesus Christ because we—God’s messengers—are proclaiming him (2 Corinthians 4:5). He’s not as concerned with the facts (the knowledge) of the gospel, but about hiding people from the light streaming from the gospel.

Sight: The Nature of God’s Work (02:56–06:48)

1.      “Light” in 2 Corinthians 4:4 corresponds with “light” in 2 Corinthians 4:6.
2.      The blindness in 2 Corinthians 4:4 is like the darkness that was on the earth before God created light. (2 Corinthians 4:6)
3.      “Gospel” in 2 Corinthians 4:4 corresponds with “knowledge” in 2 Corinthians 4:6. The gospel is a series of facts that anyone can know. Knowledge, though is not enough to save anyone. But anyone can know the gospel.
4.      “Glory” in 4:4 corresponds with “glory” in 4:6. The glory in 2 Corinthians 4:4 and 4:6 is not two glories, but one. It is the glory of God, which is made visible in the face of Jesus Christ.

How Shall We See? (06:48–09:50)

1.      God shines light on Jesus through the gospel.
2.      The light reveals God’s glory in Jesus Christ to our hearts and minds.
3.      When we see God’s glory in Christ, we believe.

And if you do not see Jesus Christ as beautiful or glorious? Pay close attention to those who proclaim not themselves, but Jesus Christ (2 Corinthians 4:5). Listen to them. And because only God brings this kind of sight, pray.

Study Questions

1.      From 2 Corinthians 4:4–6, define the nature of Satan’s work in the world, as well as the nature of God’s.


2.      Look at 2 Corinthians 4:4 and 2 Corinthians 4:6. Identify and explain all the parallels between the two verses.


3.      Is the “glory” in 2 Corinthians 4:4 a different glory than the “glory” in 2 Corinthians 4:6? Or are they the same glory?


4.      If someone does not see Jesus Christ as glorious, how would you counsel them? Based on 2 Corinthians 4:4–6, how might they seek out the gift of sight?

Related Resources

•      The Glory of God As the Ground of Faith (1976 article)
•      How Do I Know I’m Saved? (interview)
•      Why Do Christians Preach and Sing? (sermon)

2 Corinthians 8:1–2

An Abundance of Joy

June 9, 2014
by John Piper
Scripture: 2 Corinthians 8:1–2
Topic: Giving

Principle for Bible Reading

We take some words in the Christian vocabulary for granted. 2 Corinthians 8:1–2 and 2 Corinthians 8:8 offer a definition of love that you may not have considered. By paying close attention to Paul’s grammar, we find keys to loving people more truly and effectively. We also learn what’s behind the kind of generosity that pleases God.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–00:40)

Observations (00:40–03:07)

1.      Paul is trying to inspire generosity by sharing the example of the Macedonians (2 Corinthians 8:1).
2.      Affliction and poverty didn’t cease when the Macedonians came to faith (2 Corinthians 8:2).
3.      Surprisingly, these afflicted believers were overflowing with joy (2 Corinthians 8:2).
4.      Their abundance of joy and extreme poverty produced generosity (2 Corinthians 8:2).
5.      Paul called this kind of generosity, “love” (2 Corinthians 8:8).

Defining Love (03:07–05:27)

Love (2 Corinthians 8:8) is the overflow of joy (2 Corinthians 8:2) in the grace of God (2 Corinthians 8:1) that meets the needs of others (2 Corinthians 8:2).

Confirmation from 2 Corinthians 9:7–8 (05:27–07:04)

1.      God loves a cheerful (or joyful) giver. Giving that pleases God is the overflow of joy (2 Corinthians 9:7).
2.      Our giving relies on God making grace abound to us (2 Corinthians 9:8).
3.      Grace leads to joy, and joy produces generosity (2 Corinthians 9:7–8).

Study Questions

1.      What is surprising about the Macedonians’ generosity?


2.      Looking only at 2 Corinthians 8:1–2 and 2 Corinthians 8:8, how would you define love?


3.      What themes do you see in 2 Corinthians 8:1–2 and 2 Corinthians 9:7–8? How do those themes relate to one another?

Related Resources

•      Four Questions to Keep Close to Your Wallet (article)
•      What Are Your Thoughts on Preparing for the Future Financially? (interview)
•      Love: the Labor of Christian Hedonism (sermon on 2 Corinthians 8:1–2)

Galatians 6:12–15, Part 1

Law-Keeping Cannot Save You

August 27, 2015
by John Piper
Scripture: Galatians 6:12–15
Topic: Justification

Principle for Bible Reading

People by nature want to boast in their own abilities, efforts, and achievements. Therefore, the cross of Christ is an offense to everyone. In this lab, John Piper looks at why we resist the message of the cross, as well as what the good news of the gospel says to our self-righteousness.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–01:38)

Law-Keepers Love to Boast (01:38–05:46)

1.      Those who are pushing for circumcision and law-keeping in Galatia want to boast in what they’ve done. (Galatians 6:12)
2.      Therefore, they are trying to convince others to do the same to validate and commend what they themselves have done. (Galatians 6:12)
3.      The reason they’re requiring circumcision is not because they have successfully or perfectly fulfilled the law themselves. (Galatians 6:13)
4.      No, their motive is to boast in themselves by others’ circumcision. (Galatians 6:13)

Law-Keepers Lose Christ (05:46–10:36)

1.      One reason these false teachers are requiring circumcision is to avoid persecution (Galatians 6:12). What is it about the cross that would cause persecution?
2.      If you want to try and contribute to your salvation, Christ is of no advantage to you (Galatians 5:1). It is all Christ or no Christ.
3.      If law-keeping will be any part of the ground of your salvation, it will be perfect law-keeping. (Galatians 5:10)
4.      The cross strips us of the ability to boast in any part of our being made right with God. (Galatians 5:11)
5.      We are persecuted over the cross, because people want to boast in their effort and achievements.

Summary (10:36–11:36)

Study Questions

1.      Describe the false teachers in Galatians 6:12–13. What is their message? What is their motivation?


2.      Read Galatians 5:1–11. How do these verses in the previous chapter help you understand the situation in Galatians 6:12–15?


3.      Paul says the law-keepers do not want to be persecuted for the cross. Why are Christians persecuted for the cross of Christ?

Related Resources

•      Boasting in Man Is Doubly Excluded (article)
•      Can My Good Works Outweigh My Bad? (interview)
•      Justification by Faith Is the End of Boasting (sermon on Romans 3:27–31)

Galatians 6:12–15, Part 2

Crucified to the World

September 1, 2015
by John Piper
Scripture: Galatians 6:12–15, Galatians 5:6, 1 Corinthians 7:19, and Romans 13:8–10
Topic: Regeneration / New Birth

Principle for Bible Reading

What does it mean for us to die to the world or for the world to die to us (Galatians 6:14)? In this lab, John Piper explains what happens when we belong to Jesus. What kind of new creation are we, and what does that mean for our lives? Piper pulls in several texts to answer difficult questions.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–06:11)

1.      How does someone die to the world?
2.      What does it mean for the world to die to me?
3.      How does our new creation relate to our death?

Dead to the World (06:11–08:14)

1.      How does someone die to the world? (Galatians 6:14)
2.      We have been crucified with Christ. (Galatians 2:20)
3.      This union happens through faith. When we believe in Jesus, his death counts as ours. (Galatians 2:20)

The World Died to Me (08:14–09:30)

1.      What does it mean for the world to die to me? (Galatians 6:14)
2.      When we die to the world, we are no longer enslaved by the world because it’s lost its power to destroy you.
3.      Knowing the world has died to me means knowing that you are free from the world’s influence and rule.

Made New Through Death (09:30–11:17)

1.      How does our new creation relate to our death? (Galatians 6:15)
2.      I died, but Christ still lives in me (Galatians 2:20). This means we’re still alive somehow.
3.      Now, I love in the flesh (bodily), but now I live by faith. (Galatians 2:20)
4.      The new creation reality in my life is me living by faith. (Galatians 2:20; 6:15)

Confirmation in the New Testament (11:17–14:31)

1.      Galatians 5:6 confirms this by replacing “new creation” with “faith working through love” when talking about circumcision and uncircumcision.
2.      1 Corinthians 7:19 also confirms this with similar language, this time using “keeping the commandments of God” instead of “new creation.”
3.      Romans 13:8–10 ties together Galatians 5:6 and 1 Corinthians 7:19, “love is the fulfilling of the whole law.”

Summary of Galatians 6:12–15 (14:31–16:13)

Study Questions

1.      What does it mean for us to die to the world in Galatians 6:14? Review Galatians 2:20 for help. What does it mean for the world to die to us (Galatians 6:14)?


2.      Based on Galatians 6:12–15, how do we become a new creation after dying? Again, look at Galatians 2:20 for help.


3.      Read Galatians 5:6, 1 Corinthians 7:19, and Romans 13:8–10. What do you learn about how Paul thinks about us being a “new creation”?

Related Resources

•      The Incalculable Wonder of Being a Christian (article)
•      What Does It Mean to Be Dead to the World? (interview)
•      Christ Crucified, Our Boast (sermon on Galatians 6:11–18)

Philippians 1:20–23

To Die Is Gain

December 18, 2014
by John Piper
Scripture: Philippians 1:20–23
Topic: Christian Hedonism

Principle for Bible Reading

John Piper says this passage has been one of the most pivotal for him and his ministry. These four verses hold profound and precious truths about life and about death. In this lab, Piper shows why Christ is most magnified in us when we are most satisfied in him.

Outline

Introduction (00:00–00:30)

The Passion of Paul’s Life (00:30–03:08)

1      Paul has a passion in life (“eager expectation and hope”). (Philippians 1:20)
2.      That passion—or longing—has two components: 1: that he not be ashamed (of Christ) and 2. that Christ would be honored in Paul, whether by life or by death. (Philippians 1:20)
3.      Therefore, Paul would be happy if in everything he did in his body (whether in life or in death) Christ was made to look great.

The Prize of Paul’s Death (03:08–05:09)

1.      There is a parallel in Philippians 1:20 and 1:21. “To live” corresponds back with “by life,” and “to die” corresponds with “by death.”
2.      We need to ask how Christ could be honored in our death. It is easier to see how we make him look great in life, but maybe harder to make the connection in death.
3.      Christ is honored in our dying when we experience death as gain. That is the argument of the word “For” in Philippians 1:21.

Implications for Christian Hedonism (05:09–08:04)

1.      Death is gain because death means more of Christ. And more of Christ is gain because he is better than anything this life can give you. (Philippians 1:21)
2.      Therefore, Christ is most magnified in us when we are most satisfied in him.

Study Questions

1.      Explain the “For” at the beginning of Philippians 1:21. How does what comes after the “For” explain or ground what comes before?


2.      Based on these verses, how does Paul honor Christ in his life? In his death?


3.      What does it mean that death is gain? Look specifically at Philippians 1:22–23.

Related Resources

•      It Is Great Gain to Die (article)
•      Facing Death Faithfully (interview)
•      Doing Missions When Dying Is Gain (sermon)

Philippians 2:3–8, Part 1

Holy God Became Like Us

December 22, 2015
by John Piper
Scripture: Philippians 2:3–8 and Romans 8:3
Topics: Pride & Humility, The Birth of Christ

Why did Jesus take on flesh and go to the cross? To take away the sins of the world (John 1:29). But not only that. He also went before us as a spectacular picture of humble service and obedience. He lived and died, in every way, for the sake of others. In this lab, John Piper calls us to do the same by looking again at the wonder and mystery of Christmas.

Principle for Bible Reading

The most important idea in a passage is not always the main point of a passage. Sometimes the biblical authors use massive realities (God, sin, the cross, etc.) to support lesser, more practical realities (our forgiveness, obedience, love, etc.). Seeing the relationship between immeasurable theological truths and our lives is critical and glorious.

Study Questions

1.      Look at Philippians 2:3–4, and explain the lifestyle Paul is describing in your own words. What kind of person lives like this?


2.      List all the ways Jesus models humility for us from Philippians 2:3–8.


3.      Explain how Paul relates the description of Jesus in Philippians 2:5–8 with the commands in Philippians 2:3–4. What’s the relationship between those two sets of verses?

Introduction/Prayer (00:00–03:10)

Live Your Life for Others (03:10–06:08)

•      Philippians 2:3–4 offers the practical goal of this text.
•      Be a person for others. Live for others and not yourself. (Philippians 2:3–4)
•      Paul enables or inspires that kind of lifestyle by describing Christmas. (Philippians 2:5–8)
•      We live for others by looking to Christ’s love for us.

He Humbled Himself (06:08–08:30)

•      Jesus was in the form of God. (Philippians 2:6)
•      His mind was not set on keeping his power and glory. (Philippians 2:6)
•      Instead, he emptied himself. (Philippians 2:7)
•      He took the form of a servant focused on others. (Philippians 2:7)
•      He became a man, a real human being. (Philippians 2:7, Romans 8:3)
•      As a man, he humbled himself and obeyed his Father. (Philippians 2:8)
•      His obedience led him to death, and the worst kind of death imaginable. (Philippians 2:8)

Jesus Suffered for Your Love (08:30–09:17)

•      Jesus humbled himself so that we would not live out of rivalry or conceit. (Philippians 2:3)
•      He did it so that we would count others more significant than ourselves. (Philippians 2:3)
•      He did it so that we would wake up thinking of others’ needs and interests, and not just our own. (Philippians 2:4)

Related Resources

•      The Shy Virtue of Christmas (article)
•      Our Theology Is Meant to Flatten Us (interview)
•      “The Mind of Christ: Looking Out for the Interests of Others” (sermon on Philippians 2)

Philippians 2:3–8, Part 2

Lower Yourself in Love Like Jesus

December 24, 2015
by John Piper
Scripture: Philippians 2:3–3:11
Topics: Pride & Humility, The Birth of Christ

The key to enduring suffering in service to others is putting on the humility of Christ. But how do we become humble people? In this lab, John Piper walks us through the birth and death of Jesus, showing us how to unite ourselves to him and to walk in love after his example. The end of all our humble service is everlasting joy.

Principle for Bible Reading

One question we should be asking when slow down over a passage in the Bible is whether a particular author uses a word in this verse(s) somewhere else in their writing. Sometimes he will use the same word in close proximity, as in Philippians 2:3–6. Often, we learn a great deal by seeing how they use that word in other places.

Study Questions

1.      Explain the exchange being made in Philippians 2:3. Practically, what role does humility play in that transition?


2.      What word occurs in Philippians 2:3 and Philippians 2:6? What is Paul communicating to us by using the same word in those two places?


3.      Now read Philippians 2:9–11. Do you see anything new about the humility of Jesus Christ in these verses? What does that mean for our humility and service now?

Related Resources

•      How to Fight the Sin of Pride (article)
•      The Power to Conquer Selfishness (interview)
•      “A Big God for Little People: Seven Christmas Eve Meditations” (sermon on John 13:1–20)

Philippians 4:19–20

God Will Supply Your Every Need

May 19, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Peter 4:11, Philippians 4:19–20, Mark 10:43–45, and Acts 17:24–25
Topic: The Glory of God
Series: The Uniqueness of God

Principle for Bible Reading

God exalts himself by serving us, not by having us serve him, and that sets him apart from all the gods. In this lab, John Piper shows why we should never think we have served God as though he needed anything. He ends by asking if we can serve God at all.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–01:00)

God Needs Nothing (Acts 17:24–25) (01:00–03:47)

1.      God is never served by us in a way that suggests he needed us. (Acts 17:25)
2.      God exalts himself by being above having needs.
3.      God is fundamentally giver, not need-er. Everything we need comes from him, and nothing he needs comes from us. He is infinitely resourceful. (Acts 17:24–25)

He Came Not to Be Served (Mark 10:43–45) (03:47–05:47)

1.      The Son of Man came from heaven not to be served. (Mark 10:45)
2.      No, the Son of Man came to serve us, specifically to give his life to pay our debt. (Mark 10:45)
3.      Therefore, beware that you never serve Jesus as though he needed anything. He didn’t come to fulfill his need with you, but to meet all your need with his death.

My God Will Supply (Philippians 4:19–20) (05:47–07:21)

1.      God promises to supply our every need—not our every whim (Philippians 4:19).
2.      Everything we have is a gift from God. We do not receive anything we need apart from the sovereign grace of God. (1 Corinthians 4:7)
3.      Philippians 4:20 ends with worship to the God who provides for us. God serves us to exalt himself and his mercy.

Can We Serve God? (1 Peter 4:11) (07:21–10:42)

1.      We know it is right to serve God, because it’s commanded throughout Scripture We have learned, though, that we need to have our idea of what it means to serve God utterly transformed.
2.      Every time you put forward effort to serve God—whatever you do in the name of Christ—your effort is being supplied by God.
3.      That transaction should be a conscious one. We pray for the strength of God (God serving us) in order to live for his glory (us serving God).
4.      Waiting for God to work for us involves activity. This kind of waiting requires all kinds of serving, but all of it in the strength and grace that God supplies, so that he receives all of the glory.

Study Questions

1.      What do we learn about God in Acts 17:24–25? What implications does that have for our relationship with him?


2.      Read Mark 10:43–45. Why did Jesus come to earth? How might our serving him undermine that great purpose?


3.      If it’s wrong to serve God as though he needed us, how should we serve God? Read 1 Peter 4:11, and explain how we serve God in a way that honors him.

Related Resources

•      What Does It Mean to Serve God? (article)
•      The Transforming Power of Christ’s Glory (interview)
•      Why God Cannot Be Served But Loves to Serve (sermon on Acts 17)

2 Thessalonians 1:11–12

New Year’s Resolutions

December 30, 2014
by John Piper
Scripture: 2 Thessalonians 1:11–12
Topic: Sanctification & Growth

Principle for Bible Reading

At the beginning of another year, people will make new resolutions. But should Christians make these New Years commitments? In this lab, John Piper shows that resolutions can be deeply Christian and grace-filled.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–01:29)

What Does It Mean to Be Worthy? (01:29–03:42)

1.      Whenever Paul prays in Scripture he is asking God to do whatever comes next. (2 Thessalonians 1:11)
2.      The same idea (living worthy of the calling) shows up in 1 Thessalonians 2:12 and Ephesians 4:1. Paul is asking that God cause them to walk in a way that is worthy.
3.      Being worthy of a call that originates in “grace” (2 Thessalonians 1:12) cannot mean you have deserved it.
4.      No, walking worthy means walking in a way that testifies to the worth of the calling.

Resolve to Be Worthy (03:42–07:41)

1.      A resolve (at least here) is a desire for God to do something in and through us.
2.      It is your resolve and your work, but it is done by “faith” (2 Thessalonians 1:11)—that is, in reliance upon God.
3.      The result of this kind of resolve and this kind of work is that Jesus is glorified, because Jesus purchased the “power” (2 Thessalonians 1:11) for our resolves. (2 Thessalonians 1:12)
4.      Jesus will be glorified when his power is shown as your resolves become good works, and you will be glorified (“and you in him”).

Resolutions for the Christian Life (07:41–11:29)

•      The Grace of God in Jesus ⇒
•      Blood-Bought Power ⇒
•      (Moving Through) Our Faith ⇒
•      God Fulfills Our Resolutions ⇒
•      Blood-Bought Power ⇒
•      The Glory of God (or Christ) ⇒
•      And Our Glory (in Him)

So, how do you make resolutions?

1.      By God’s grace.
2.      Through faith in God’s power.
3.      For God’s glory.

Study Questions

1.      How would you define a resolve or resolution? After developing your own definition, read 2 Thessalonians 1:11–12. Based on these verses, how might Paul define a Christian resolve or resolution? What pieces need to be there?


2.      What does it mean to be made worthy of God’s calling? Look at 1 Thessalonians 2:12 and Ephesians 4:1 for help.


3.      Why is Jesus glorified when we make resolutions in the way Paul describes? What about these resolves and these good works makes him look great?

New Years Articles from Desiring God

1.      New Year, New Adjective: “Christ-Exalting
2.      Seven Resolutions to Pursue Love in 2015
3.      Trading One Dramatic Resolution for 10,000 Little Ones
4.      10 Resolutions for Mental Health

Related Resources

•      Are You Worthy of Jesus? (article)
•      A Little Theology of Resolutions (interview)
•      Are You Worthy of Jesus? (sermon)

2 Thessalonians 2:9–12

They Refused to Love the Truth

April 7, 2015
by John Piper
Scripture: 2 Thessalonians 2:9–12
Topic: Assurance of Salvation

Principle for Bible Reading

The Bible is clear that people are perishing in rebellion against God. One of the most important questions we can ask is why people perish, and how we can avoid that fate. In this lab, John Piper looks at the relationship between what we believe and what we love in determining our eternal destiny.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–01:48)

Why Do People Perish? (01:48–03:05)

By loving the truth—not just by believing the truth—we are saved. (2 Thessalonians 2:10)

1.      The Thessalonians refused to love the truth. (2 Thessalonians 2:10)
2.      Because they did not love the truth, God brings judgment against them. His judgment is belief in false things. (2 Thessalonians 2:11)
3.      They did not even believe in the truth. (2 Thessalonians 2:12)
4.      They took pleasure in unrighteousness. (2 Thessalonians 2:12)

Belief and Love (03:05–05:30)

1.      In 2 Thessalonians 2:12, Paul draws a contrast between not believing in the truth and a pleasure in unrighteousness (“but”). He does not diagnose their lack of faith as a lack of facts, but as a broken love for unrighteousness.
2.      People love the darkness rather than light, and therefore do not come to the light (the truth). (John 3:19)
3.      The deepest problem in the world is that fallen human beings do not love truth. We love what will serve our fallen appetites.

Application (05:30–08:16)

1.      Therefore, we can’t only focus on facts in our ministry. We need to also pray and work against ours and others’ love for sin.
2.      As long as our hearts are still in a love affair with sin, we’ll find every reason to deny the truth.
3.      The same principles in exist in 1 Corinthians 13:6: “Love does not rejoice in unrighteousness, but in truth.”
4.      Therefore, go deep in your soul and find the real obstacles to belief. They are always deeper than facts. They are, at their root, a love for darkness.

Study Questions

1.      In 2 Thessalonians 2:10, Paul mentions those who are perishing. Based on the immediate context, why are they perishing?


2.      Explain the “but” in 2 Thessalonians 2:12. What two things is Paul contrasting?


3.      How might 2 Thessalonians 2:9–12 affect how you minister to your own heart and to others? What, if anything, would you do differently?

Related Resources

•      Should We Tell Children to Love Jesus? (article)
•      Is My Lack of Joy Sinful? (interview)
•      What Must Happen Before the Day of the Lord? (sermon on 2 Thessalonians 2:9–12)

2 Timothy 2:8–13

Saved by Grace, But Not Without War

February 16, 2016
by John Piper
Scripture: 2 Timothy 2:8–13
Topic: Perseverance of the Saints

Nobody who has been saved by Jesus will ever lose their salvation. That truth has wrongly led many to relax and live passively. There’s a war still being waged for your soul, and you must fight to make it to glory. In this lab, John Piper teaches us how to love each other until the end.

Principle for Bible Reading

Theological truth is often deeper and more complex than we are willing to make it. The doctrine of unconditional election is a mysterious and wonderful truth, but it is not simple. Instead of relying on theological systems or answers, we need to do our best to take every word in the Bible seriously and strive to see how they all might work together.

Study Questions

1.      When Paul says he would do anything, “that they may also obtain salvation” (2 Timothy 2:10), what does he mean? Is this salvation conversion (initial salvation) or glorification (final salvation)? How would you argue for your answer from 2 Timothy 2:8–13?


2.      Read Romans 8:30–37. How do the promises in these eight verses help you understand the dynamics in 2 Timothy 2:8?


3.      After seeing the role Paul plays in these believers’ perseverance, what should we do for one another in the church? Use Hebrews 3:13–14 in your answer.

Introduction/Prayer (00:00–02:40)

Saved Today or on the Last Day? (02:40–05:17)

•      When Paul says, “I endure everything for the sake of the elect, that they may also obtain salvation,” what does he mean? (2 Timothy 2:10)
•      Is he saying he serves the elect in order that they might come to salvation (conversion) or is it in order that they might obtain final salvation?
•      I think it is the latter because of 2 Timothy 2:12–13, where Paul describes how God will respond to us on the last day. “If we endure, we will also reign with him. If we deny him, he also will deny us.”

The War Still Being Fought for You (05:17–07:38)

•      Between justification and glorification in God’s act of saving his people, nobody drops out. (Romans 8:30)
•      Even though nobody drops out, does anything absolutely have to happen between justification and glorification for a person to be glorified?
•      Yes, because Christ Jesus continues to intercede for you right now (Romans 8:34). He prays because there’s a war still being waged for your soul (Romans 8:33–34).
•      For example, Jesus prayed for Peter’s perseverance when Satan demanded to have him. (Luke 22:32)
•      A war must be fought in heaven and on earth to get us to final glorification.

Paul’s Role in Perseverance (07:38–09:18)

•      Paul plays a part as a minister of the word in these believers’ final glorification. (2 Timothy 2:10)
•      Jesus is praying for them, and he is also sending messengers like Paul to teach, encourage, and exhort them to keep them from ever denying God. (2 Timothy 2:8)
•      Even though Paul was in prison, he continued to do everything he could for the elect, including writing to them in letters. (2 Timothy 2:9)

Our Role in Perseverance (09:18–11:06)

•      What then should we do for each other in this war?
•      We must exhort one another every day against the deceitfulness of sin. (Hebrews 3:13)
•      Our endurance to the end is the evidence that we have truly known Christ and been saved by him. (Hebrews 3:14)
•      Nobody loses their salvation, but means are necessary to get the elect to their place in glory.

Related Resources

•      Will You Be a Believer Tomorrow Morning? (article)
•      Can a Born-Again Christian Lose Salvation? (interview)
•      “The Elect Are Kept by the Power of God” (message on the perseverance of the saints)

2 Timothy 2:11–13

If We Are Faithless, He Remains Faithful?

January 26, 2016
by John Piper
Scripture: 2 Timothy 2:11–13
Topic: The Glory of God

“If we are faithless, he remains faithful.” In this lab, John Piper asks whether this popular phrase was written to be a comfort or warning. He believes that many misunderstand these words because they have taken them out of context and made them something they do not say.

Principle for Bible Reading

Some popular verses in the Bible are often misquoted or misused. People will wield the words of the Bible wrongly because they have ripped them from their context in Scripture. The words are made to fit or serve some other purpose than their original meaning. Read the context carefully to confirm that favorite verse means what you think it means.

Study Questions

1.      Why would Paul say that 2 Timothy 2:11–13 is “trustworthy”? What does that say (or not say) about the rest of his letter?


2.      What structure, if any, do you see in the saying in 2 Timothy 2:11–13? How do the four lines of the saying seem to relate to one another, and what would that suggest about the meaning of the first half 2 Timothy 2:13?


3.      If the beginning of 2 Timothy 2:13 is a warning after all, why would it be good news that God will not deny himself? What makes the faithfulness of God to himself good news for a believer?

Introduction/Prayer (00:00–03:03)
1. Beware of Bible slogans without context.
2. Glad expectancy of God-centeredness pays off.

A Trustworthy Saying (03:03–05:17)

•      “The saying is trustworthy” (2 Timothy 2:11) does not mean some things are reliable and others are not.
•      Paul is saying that there are common phrases in the church that are trustworthy and others are not. Paul advocates for the truthfulness and reliability of this saying.
•      The verses say that the saying is trustworthy because God is faithful (“for”). (2 Timothy 2:11)

If We Die, We Will Live (05:17–07:06)

•      Paul introduces a positive pair of statements in 2 Timothy 2:11–12.
•      If we die with Christ through faith, we’re going to live with him forever. (2 Timothy 2:11)
•      Paul goes further to say that if we endure in faith with him, we will not only live with him, but reign with him. (2 Timothy 2:12)

If We Are Faithless (07:06–09:14)

•      If we deny him—we deny that he is to be preferred over the things we want in this life—he also will deny us. (2 Timothy 2:11)
•      What will he deny us? He will deny us the privilege of being with him, of reigning with him.
•      Another way to say the same thing is to say that if we do not have faith in him, he remains totally committed to himself and his glory. (2 Timothy 2:13)

Beware of Bible Slogans (09:14–10:14)
• Beware of Bible slogans without context.
• People often wrongly quote 2 Timothy 2:13 to suggest that God is faithful to save us when we are faithless. Paul is saying the opposite.
• This quote, ripped out of its context, has given lots of people false assurance.

God’s Faithfulness to God (10:14–12:00)

•      God is radically committed to God. He’s radically God-centered and God-exalting. (2 Timothy 2:13)
•      Why is that good news? Because he is completely and utterly faithful to himself and to his promises.
•      If you die with him through faith (2 Timothy 2:11) and endure with him through faith (2 Timothy 2:12), he will faithfully fulfill every promise to you.

Related Resources

•      Advice for Another Year of Bible Reading (article)
•      6 Tips If You Find the Bible Hard to Read (interview)
•      “He Cannot Deny Himself” (message on 2 Timothy 2:8–19)

2 Timothy 2:24–26, Part 1

God May Grant Repentance

March 17, 2015
by John Piper
Scripture: 2 Timothy 2:24–26
Topic: Repentance

Principle for Bible Reading

There is war happening for your soul. On one side, Satan is scheming to enslave you to sin and blind you to the beauty of God. But God, by his power, is able to lead you to faith, repentance, and freedom. How is the war won? John Piper looks at several key verses in this lab.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–01:29)

Repentance as Transformation (01:29–04:54)

1.      Unrepentant people lack the knowledge of the truth, are captured by the devil, and have lost their senses. (2 Timothy 2:25–26)
2.      God alone grants repentance. When it comes, it comes from him. (2 Timothy 2:25)
3.      Repentance is a deep inner change in a person—change of mind, of heart, and of soul—that leads to a knowledge of the truth.
4.      Knowledge alone is not enough. Unbelieving and unrepentant people—even demons—can know a lot of true things about God.
5.      True knowledge of God sees Jesus as beautiful, compelling, and infinitely valuable.
6.      The kind of knowledge that leads to freedom and a right, vibrant relationship with God is grounded in repentance.

Salvation as Sight (04:54–08:32)

1.      Coming to their senses (2 Timothy 2:26) corresponds with repentance (2 Timothy 2:25).
2.      Repentance is a change of heart, in which we reacquire our ability to think and feel rightly.
3.      Escaping from the snare of the devil (2 Timothy 2:26) corresponds with coming to a knowledge of the truth (2 Timothy 2:25).
4.      The devil does not snare us by binding our hands against our will. When we’re under his power, we hate the right and love the wrong. No, the devil ensnares us through deception. He holds us in captivity by blinding us.

The Gift of God (08:32–10:51)

1.      Our Condition: We were snared by Satan, and were blinded by him. ⇒
2.      Our Repentance: God gives repentance, and restores our senses. ⇒
3.      Our Knowledge: Repentance leads to a knowledge that treasures Christ. ⇒
4.      Our Freedom: We are now free from the captivity to do the devil’s will, and free now to do the will of God.

Study Questions

1.      Based on 2 Timothy 2:25–26, how would you describe yourself before God granted you repentance? What language does Paul give to describe our condition?


2.      Is there true knowledge of God that does not spring from repentance? Can you think of examples in the Bible?


3.      How does the devil ensnare people? And how does God defeat their bondage to the devil?

Related Resources

•      God Desires All to Be Saved, and Grants Repentance to Some (1976 article)
•      Is Election Divine Favoritism? (interview)
•      My Prayer to God Is That They Might Be Saved (sermon)

2 Timothy 2:24–26, Part 2

God’s Agents of Repentance

March 19, 2015
by John Piper
Scripture: 2 Timothy 2:24–26
Topic: Evangelism

Principle for Bible Reading

God makes the objects of the miracle of repentance agents of the miracle of repentance. In Part 1 of this two-part series, John Piper established that it is God who decisively brings repentance for any sinner. Now, he asks what role, if any, we have in bringing about that repentance for others.

Outline

Introduction/Prayer/Review (00:00–03:10)

1.      Only God gives repentance—a deep heart/mind/soul change. (2 Timothy 2:25)
2.      This repentance leads to a true knowledge of the truth, beyond the knowledge of Satan and of unbelievers. (2 Timothy 2:25)
3.      By this repentance (and the true knowledge it brings), we escape the snare of the devil, which is his deception. (2 Timothy 2:24–26)

Traits of the Agents of Repentance (03:10–07:50)

1.      When God grants repentance, it leads to a knowledge of the truth. But where did that truth come from? The Lord’s servant. Repentance is always a response to truth (2 Timothy 2:24–25). Therefore, we must speak the truth.
2.      We must speak with clarity and competence. (2 Timothy 2:24–25)
3.      We must speak with love. The Lord’s servant is not quarrelsome—not easily angered (2 Timothy 2:24). The Lord’s servant patiently expects and endures evil (2 Timothy 2:24). The Lord’s servant is gentle, even when correcting someone (2 Timothy 2:24).

Sent to Open the Eyes of the Blind (07:50–10:49)

1.      Yes, God is sovereign in the granting of repentance. (2 Timothy 2:25)
2.      But, we should never conclude that we do not have to do anything to bring others to faith and repentance. The Bible clearly says that the Lord’s servant—you and me—are essential for God’s saving work. (2 Timothy 2:26)
3.      God makes the objects of the miracle of repentance agents of the miracle of repentance. (Acts 26:18)

Study Questions

1.      Who is “the Lord’s servant” in 2 Timothy 2:24? List all the qualities Paul gives for the Lord’s servant in that verse.


2.      If the repentance that God brings leads to a knowledge of the truth, what is that truth, and where does it come from?


3.      Look again at 2 Timothy 2:24–26. If God sovereignly, decisively grants repentance, why do we have to do anything?

Related Resources

•      Give the Blessing of Rebuke (article)
•      Robust Theology Fuels Ambitious Evangelism (interview)
•      How Shall People Be Saved? Part 1 and Part 2 (sermons)

2 Timothy 3:14–17

Breathed Out By God

July 22, 2014
by John Piper
Scripture: 2 Timothy 3:14–17
Topic: The Bible

Principle for Bible Reading

When we find lists in the Bible, we should ask how the items in the list relate to one another. In 2 Timothy 3:14–17, Paul says Scripture is profitable for teaching, reproof, correction, and training. Pastor John tries to identify, explain, and differentiate each reason for continuing in the Word.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–02:14)

Reasons to Continue in the Word (02:14–05:52)

1.      You know the character of those who shared the truth with you (2 Timothy 3:14), Lois and Eunice (2 Timothy 1:5).
2.      Scripture is able to make you wise for salvation through faith (2 Timothy 3:15).
3.      Scripture is breathed out by God. These words are his words (2 Timothy 3:16).
4.      Scripture is profitable for teaching, reproof, correction, and training (2 Timothy 3:16).
5.      The righteousness that Scripture produces reveals itself in good works (2 Timothy 3:17).

Summary (05:52–10:16)

The Inspired Bible ⇒
Life-Changing Teaching or Wisdom ⇒
Faith in Jesus Christ ⇒
Good Works ⇒
Salvation ⇒
Continue in the Truth

Study Questions

1.      How many reasons do you see for continuing to love and live the Bible in 2 Timothy 3:14–17? What are they?


2.      Look at the list in 2 Timothy 3:16. Are they four different benefits or four ways of saying the same thing? If different, how would you define each?


3.      How do good works relate to faith and salvation in 2 Timothy 3:14–17?

Related Resources

•      Primer on Reading the Bible (article)
•      Should I Read My Bible Daily? (interview)
•      All Scripture Is Breathed Out By God, Continue In It (sermon on 2 Timothy 3:14–17)

Hebrews 2:14–15

Why Christmas?

December 23, 2014
by John Piper
Scripture: Colossians 2:13–15 and Hebrews 2:14–15
Topic: The Birth of Christ

Principle for Bible Reading

God wrote the Christmas story, and yet we don’t often stop to ask why he wrote it the way he did. In this lab, John Piper uncovers four reasons for Christmas from these two verses.

John Piper wrote an article to accompany this lab called, “Christmas Happened Because It Was Fitting.” There he expounds more on the implications of Hebrews 2:14–15 on your celebration of the birth of Christ.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–00:31)

Reasons for Christmas (00:31–05:20)

1.      Since we are human, God became a human in Jesus. (Hebrews 2:14)
2.      Jesus could not die unless he became a man. (Hebrews 2:14)
3.      Jesus came to destroy the devil, the one with the power of death. (Hebrews 2:14)
4.      Jesus came to deliver us from the slavery we have because we’re afraid to die. (Hebrews 2:15)

How Jesus Destroys the Devil (05:20–09:11)

1.      The word “destroy” clearly does not mean to put the devil out of existence. He’s still alive today. No, Jesus broke the back of Satan’s power. (Hebrews 2:14)
2.      Satan has the power of death because he makes it a doorway to hell and not heaven. He condemns us by the record of our sins.
3.      Jesus canceled the record of our debt. This disarms Satan, because Satan is the great accuser. (Colossians 2:14)
4.      Jesus destroyed Satan by removing the weapon that is the record of our debt. Now we are free from condemnation, and therefore from death.

Study Questions

1.      There are at least four reasons in Hebrews 2:14–15 that Christmas happened the way it did. Identify as many as you can.


2.      Look at Colossians 2:13–15. How does that help you understand what it means for Jesus to “destroy” the devil (Hebrews 2:14)?


3.      What are the implications of what you’ve learned for how you celebrate Christmas this year?

Christmas Content from Desiring God

1.      “Hope for the Hurting This Christmas (Video)” (a poem from John Piper)
2.      “Glory to God in the Lowest” (Ask Pastor John episode)
3.      “Christmas Is the Greatest Mystery” (6-minute video)
4.      “When God Gives You an Overcrowded Christmas” (article)

Related Resources

•      Christmas Happened Because It Is Fitting (article)
•      Should Christians Celebrate Christmas? (interview)
•      Christmas as the End of History (sermon)

Hebrews 3:12–14, Part 1

Take Care, Brothers

March 3, 2015
by John Piper
Scripture: Hebrews 3:12–14
Topic: Perseverance of the Saints

Principle for Bible Reading

It is very important to study the tenses of verbs, especially in this case when they are in an if/then conditional statement. When you come across an if/then statement, restate the condition and study the implications. For instance, can someone who has truly been saved fall away from the faith? John Piper answers in this lab.

Outline

Introduction (00:00–00:26)

Can True Believers Fall Away? (00:26–06:34)

1.      Paul’s warning makes it sound like believers (“brothers”) can fall away from God (3:12). This is a potential problem for eternal security (or perseverance of the saints).
2.      All those who are faithful to the end prove that they have been in Christ (“have come”), and only they can be in Christ (“if”).
3.      You can say the same thing the opposite way: All those who are not faithful to the end prove that they have not come to share in Christ.
4.      Therefore, true believers cannot fall away, so Paul calls them, “brothers,” because he’s giving them the benefit of the doubt and speaking to a crowd, not because he believes they are all true believers.
5.      If anyone falls away from the living God, they are not falling away from Christ, because they have proven that they were never truly in him. No, they are falling away from some other experience.

Hold Fast to the End (06:34–07:11)

1.      Therefore, brothers who are genuinely in Christ cannot be lost.
2.      If we hold fast to Christ to the end, we prove we have been in Christ.
3.      And if we don’t, we prove that we have not (ever) come to share in Christ.

Study Questions

1.      Why is Hebrews 3:12 a potential problem for our belief in eternal security (or the perseverance of the saints)?


2.      Restate the if/then statement in Hebrews 3:14 in your own words.


3.      Why would Paul call them “brothers” if true believers cannot fall away? Are there reasons he would use that term other than to say that they were all true believers?

Related Resources

•      Will You Be a Believer Tomorrow Morning? (article)
•      Can a Born-Again Christian Lose Salvation? (interview)
•      Consider How to Stir Up One Another to Love (sermon on Hebrews 3:12–14)

Hebrews 3:12–14, Part 2

Exhort One Another Every Day

March 5, 2015
by John Piper
Scripture: Hebrews 3:12–14
Topic: Small Groups

Principle for Bible Reading

God has appointed other believers as one of the primary means of our perseverance. In this lab, John Piper explains how sin wages war against our souls, and how God equips us with weapons for the battle. We will see that this fight is not one we should fight alone.

Outline

Introduction/Review (00:00–02:20)

1.      Can true believers (“brothers”) fall away from the living God after having shared in Christ? The author of the Hebrews suggests yes, but then says no. (Hebrews 3:12–14)
2.      If we persevere in faith, we have come to share in Christ. If we do not hold fast until then, we prove we never did share in Christ. (Hebrews 3:12–14)
3.      Now, we need to ask how we are to help each other persevere until the end and thus prove that we have been found in Christ. (Hebrews 3:13)

The Hardness of the Human Heart (02:20–04:29)

1.      Hardness in our hearts produces unbelief and evil in us. (Hebrews 3:12–13)
2.      How do we become hardened? We believe lies that sin says to our heart. (Hebrews 3:13)
3.      What lies does sin feed us? Sin says God is not trustworthy. It says that the sin’s promises are more desirable and reliable than God’s. (Hebrews 3:12–14)

Defeat Sin’s Deceit Together (04:29–06:24)

How are we to help each other persevere to the end and prove that we have a share in Christ? We should counter sin’s deceit by speaking things that are true about God and evil to one another. We remind one another that God’s all-satisfying promises are better than the suicidal promises of sin. Eternal security is a community project.

Study Questions

1.      What does the “for” at the beginning of Hebrews 3:14 mean? How do verses 13 and 14 relate to one another?


2.      Looking at Hebrews 3:13, what specifically causes an evil, unbelieving heart?


3.      Based on these verses, how are we to help each other persevere to the end and prove that we have been found in Christ?

Related Resources

•      Praying for Your Straying Soul (article)
•      Why Eternal Security Needs Community (interview)
•      Eternal Security Is a Community Project (sermon on Hebrews 3:12–14)

Hebrews 10:32–35

A Better and Abiding Possession

April 21, 2015
by John Piper
Scripture: Hebrews 10:32–35
Topic: Suffering

Principle for Bible Reading

The gospel shines most brightly when Christians rejoice in the midst of really painful, even unjust suffering. In this lab, John Piper looks at Hebrews 10 to understand how we cultivate the kind of joy that can endure anything and that frees us to love and serve radically.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–00:45)

Suffering for the Sake of Christ (00:45–04:08)

1.      To be “enlightened” (Hebrews 10:32) probably means to be converted (see 2 Corinthians 4:6).
2.      It was not easy for these believers to become Christians (“you endured a hard struggle with sufferings”). (Hebrews 10:32)
3.      Some Christians suffered, and others suffered by serving the sufferers (Hebrews 10:33). They were threatened and mistreated because they identified with persecuted Christians.
4.      One of the ways these Christians suffered was that their possessions were plundered while they went to help their brothers and sisters in Christ (Hebrews 10:34). Amazingly, they responded with joy.

Unexplainable Joy in Jesus (04:08–04:58)

1.      The “since” in the middle of Hebrews 10:34 explains the psychological dynamic under this unexplainable joy in suffering Christians.
2.      These Christians knew they had a better and abiding possession than their earthly possessions.
3.      The possession they have with Christ that is qualitatively better and temporally longer, infinitely longer.

Confidence and Compassion (04:58–07:15)

1.      Therefore, because you have a better and abiding possession, hold your confidence fast until the end, knowing it will be greatly rewarded beyond your imagination.
2.      If you want to be a compassionate person, you need confidence in a reward greater than any possession you have in this life.
3.      If you are indifferent toward your future reward, your joy will be small (Hebrews 10:34) and, therefore, you will not have compassion on others.

Study Questions

1.      Look at Hebrews 10:32–33. Why are these people being mistreated?


2.      Explain the “since” in Hebrews 10:34. How does what follows the “since” explain what comes before it?


3.      Based on Hebrews 10:34–35, explain how our future, eternal reward relates to our compassion toward others today.

Related Resources

•      You Can’t Arrest the Gospel (article)
•      Vision for the Local Church in Exile (interview)
•      The Plundering of Your Property and the Power of Hope (sermon on Hebrews 10:32–36)

Hebrews 11:24–26

The Fleeting Pleasures of Sin

April 9, 2015
by John Piper
Scripture: Hebrews 11:24–26
Topic: Killing Sin

Principle for Bible Reading

Hebrews 11 calls us to look to God’s people who have gone before us to learn how to walk by faith. In this lab, John Piper highlights the life of Moses, who preferred the reward he had with God more than all the riches of Egypt.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–00:35)

An Unexplainable Exchange (00:35–03:33)

1.      Moses “refused to be called the son of Pharoah’s daughter” (privilege and power). (Hebrews 11:24)
2.      Moses chose not “to enjoy the fleeting pleasures of sin.” (Hebrews 11:25)
3.      Moses turned down “the treasures of Egypt.” (Hebrews 11:26)

1.      Instead, Moses chose “to be mistreated with the people of God.” (Hebrews 11:24)
2.      Instead, Moses “considered the reproach of Christ greater wealth”—better. (Hebrews 11:26)

A Greater Reward (03:33–06:56)

1.      Moses rejected power, wealth, and pleasure “by faith.” (Hebrews 11:24)
2.      What is faith? “Faith is the assurance of things hoped for.” (Hebrews 11:1)
3.      Faith also seeks a reward from God (Hebrews 11:6). This appears in our passage, “looking to the reward.” (Hebrews 11:26)
4.      Faith conquers our desire for privilege and fame (Hebrews 11:24); it conquers our craving for sinful delights (Hebrews 11:25); and it conquers our need for money (Hebrews 11:26).

The Reproach of Christ (06:56–08:34)

Wherever in the world someone suffers to embrace God’s people and to flee from sin, looking to the reward that Christ purchased, he is suffering with and for Christ. (Hebrews 11:26)

Study Questions

1.      Read Hebrews 11:24–26. Name everything in those three verses that Moses rejects or forgoes because of his faith.


2.      What does it mean that Moses refused, chose, and considered “by faith”? How does faith overcome these particular temptations?


3.      How might you explain “the reproach of Christ” in Hebrews 11:26? How did Moses experience the reproach of Christ long before Christ was even born?

Related Resources

•      How Dead People Do Battle with Sin (article)
•      What Does It Mean to ‘Kill Sin by the Spirit’? (interview)
•      Liberated for Love by Looking to the Reward (sermon on Hebrews 11:23–28)

Hebrews 13:5–6

God Will Never Forsake You

November 10, 2015
by John Piper
Scripture: Hebrews 13:5–6 and Joshua 1:9
Topic: Money

The love of money—a craving for money as the source of our security—is an epidemic in our world, and maybe especially in our nation. So how do we kill the craving within us? In this lab, John Piper models what it means to fight temptation with the promises of God.

Principle for Bible Reading

Some of the most difficult texts in the Bible are God’s commands us for us to feel (or not feel) certain things—joy, love, anger, contentment, and more. Fortunately, the Bible does not give us commands to feel without truths to awaken those feelings. Study the promises God has given us, and pray that he would cause your heart to feel in accordance with those great truths.

Study Questions

1.      The commands in Hebrews 13:5 are commands to feel (or not feel) certain things. How do you approach commands to feel in the Bible? What does it mean, practically speaking, to obey those commands?


2.      The author of Hebrews quotes God’s promise to Joshua in Joshua 1:5. Why would he be comfortable applying a specific promise to an Old Testament believer to his readers (or to us today)?


3.      Identify each of the essential points in the argument of Hebrews 13:5–6 (John identifies six). Then place the points in logical order, and explain how they relate to one another.

Introduction/Prayer (00:00–01:07)

How Do We Obey Commands to Feel? (01:07–02:57)

•      How do we obey commands to feel (or not to feel)? It seems like we have so little control over our feelings.
•      We’re commanded to flee love for money (a feeling), and put on contentment (a feeling) with what we have. (Hebrews 13:5–6)
•      The “love of money” is not just a commitment, but deep desire and longing—a craving for money as a means of security. (Hebrews 13:5)

One Promise from God (02:57–04:53)

•      How does God expect us to obey commands to feel? (Hebrews 13:5–6)
•      “For” in Hebrews 13:5 gives us the basis for feeling how we ought to feel.
•      If the Bible gives reasons for why we should not be discontent, we should not give up until those reasons feel real and effective to us.
•      Hebrews 13:5 quotes Joshua 1:5 to help us feel content, “I will never leave you or forsake you.”
•      The author of Hebrews applies Joshua 1:5 because of texts like 2 Corinthians 1:20 and Romans 8:32.

Preach to Yourself (04:53–06:48)

•      From Joshua 1:9, the author turns to something we can confidently say. (Hebrews 13:6)
•      Why does he use “say” instead of “believe” or “trust”? (Hebrews 13:6)
•      He expects us to preach to ourselves, because believing can be so elusive.

The Path to Change (06:48–10:39)

•      God promises his presence.
•      So I say, “The Lord is my helper.”
•      Therefore, man cannot ruin me.
•      Therefore, I will not fear.
•      And thus I am freed from my craving for money as the source of my security.
•      Therefore, I am content.

Related Resources

•      How to Find Strength in the Strength of God (article)
•      Jesus’s Aggressive, Relentless, Surgical Love (interview)
•      “Jesus Christ is the Same Yesterday and Today and Forever” (sermon on Hebrews 13:5–9)

James 5:19–20, Part 1

Bringing Back a Wandering Believer

November 26, 2015
by John Piper
Scripture: James 5:19–20 and Galatians 2:14
Topic: Loving Others

Some of the most heartbreaking moments in a Christian’s life are watching other believers wander away from the truth. In this lab, John Piper tackles a couple verses that help us understand a Christian’s identity and give us great hope in pursuing a wandering brother or sister in Christ.

Principle for Bible Reading

The way James uses “brother” and “sinner” in James 5:19–20 might trip up some readers. It seems to contradict our basic understanding of what it means to be a Christian. When you face problems like this, search the immediate context carefully, then search the book in the Bible and the Bible as a whole for relevant words or phrases.

Study Questions

1.      Look throughout James for other instances of the phrase “my brothers”. What do they say about them, and about his feelings for them?


2.      If James is speaking about a genuine believer, why would he call them a sinner in James 5:20? Is that an appropriate way to talk about saved people?


3.      Why would bringing someone back from their wandering cover a multitude of sin? What is it about that exchange that could cover sins?

Introduction/Prayer (00:00–01:45)

Brother or Unbeliever? (01:45–04:30)

•      “My brothers” appears eight times in James (James 5:19). Even though James is not writing to a particular church, he treats his readers as family.
•      Do we have an orientation that wherever Christians are, they are family to us?
•      If you see a professing believer wandering, earnestly pursue them like you would pursue a brother. (James 5:19)
•      How they respond to your earnest, brotherly pursuit will prove whether they are a brother or not.

The Ways People Wander (04:30–07:56)

•      This person is wandering “from the truth.” (James 5:19)
•      You can wander from the truth by believing something false or by not believing something true (doctrine).
•      Or you can wander from the truth by living in a way that’s contrary to the truth they believe or profess. (Galatians 2:14)
•      Human beings are used by God to keep his people. People bring back sinners (“someone”). (James 5:19)
•      This should make the returning sinner grateful, and should encourage those pursuing the wandering sinners. (James 5:19)

Sinner or Saint? (07:56–10:29)

•      Are you uncomfortable with James’s use of “sinner” in James 5:20? Is it ever appropriate to call a “brother” a “sinner”?
•      Paul calls himself the “chief of sinners.” (1 Timothy 1:15)
•      Clearly, here in James 5:19–20, “sinner” (5:20) is the “him” in 5:19, who is the “anyone” in 5:19.
•      Therefore, it seems appropriate to still describe true believers as sinners.
•      That being said, since Paul almost always calls us saints, and not sinners, we ought to allow “saint” to be our primary identity. Our sinning is not our most fundamental identity anymore.

What’s at Stake? (10:29–12:25)

•      What’s at stake in bringing a sinner back from his sinning? Eternal life and death.
•      How does bringing him back from his wandering cover a multitude of sins?
•      If you bring him back from wandering from the truth, you bring him back into the truth of the gospel. And only there are all of our sins covered.

Related Resources

•      Give the Blessing of Rebuke (article)
•      Don’t Neglect the Work of Speck Removing (interview)
•      “Preserving the Covenant Community In Spite of Sickness and Sin” (sermon on James 5:16–20)

James 5:19–20, Part 2

Five Truths About Eternal Security

December 1, 2015
by John Piper
Scripture: James 5:19–20
Topic: Perseverance of the Saints

If we’re called to bring believers back from their wandering, does that mean true believers can lose their faith? In this lab, John Piper deals with the security of every believer, and draws in lots of texts to explain how God keeps his children from falling away. He summarizes this important doctrine with five critical truths.

Principle for Bible Reading

When you come to a verse in the Bible that seems to contradict other verses in the Bible, work hard to understand the verse in question in its context. Then, step back and look again at the verses in the rest of Scripture that seem to contradict what you’re reading. Work hard to find an explanation that allows every verse (in its context) to be true.

Study Questions

1.      James 5:19–20 seems to suggest that believers can wander away from the faith. How would you answer that question in a way that does justice to these two verses?


2.      Read 1 Corinthians 15:1–2, Colossians 1:21–23, and Matthew 10:22. What do these texts contribute to our understanding of eternal security?


3.      Now, read Philippians 1:6 and 1 Corinthians 1:8–9. What do we learn in these verses about God’s relationship with believers?

Introduction/Prayer (00:00–01:19)

Eternal Security Is a Community Project (01:19–04:22)

•      God uses human beings to bring back human beings from their wandering. (James 5:20)
•      Human beings save souls from death and cover a multitude of sins. (James 5:20)
•      This means Christian community is unbelievably important.
•      God uses people to save people the way a lumberjack uses an axe to cut down trees.

Five Truths (04:45–11:44)

•      We are justified by grace alone through faith alone apart from works. (Ephesians 2:8–9; Romans 3:28)
•      Those who are justified will certainly be glorified. (Romans 8:30)
•      But no one will be glorified or finally saved who does not continue in the faith. (1 Corinthians 15:1–2; Colossians 1:21–23; Matthew 10:22)
•      God himself will keep his children from finally falling away. (Philippians 1:6; 1 Corinthians 1:8–9)
•      God keeps his children by means of his children. (Hebrews 3:13–14)

Related Resources

•      Will You Be a Believer Tomorrow Morning? (article)
•      Can a Born-Again Christian Lose Salvation? (interview)
•      “The Doctrine of Perseverance: The Earnest Pursuit of Assurance” (sermon on Hebrews 5:11–6:12)

1 Peter 1:1–2, Part 1

A Letter to Exiles

September 3, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Peter 1:1–2
Topic: Persecution & Martyrdom

Principle for Bible Reading

Peter wrote a letter to Christians facing massive opposition and even persecution for their faith. These believers refused to join in the world’s rebellion against God, and they were mocked and rejected for it. In this lab, John Piper begins a new series through this hope-filled letter to exiles.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–00:51)

An Eyewitness of Jesus Christ (00:51–04:00)

1.      Peter was one of the twelve apostles appointed by Jesus (Text 1:1), and an eyewitness of Jesus’s life and ministry (1 Peter 5:1).
2.      When we read 1 Peter, we are listening to a man who saw Jesus, talked to him, and watched him die.
3.      Peter was commissioned by Jesus to shepherd and feed the flock. (Text 1:1)
4.      An apostle is an authorized spokesperson to speak on behalf of someone else with that person’s authority.

A Messenger of King Jesus (04:00–05:43)

1.      Jesus Christ is not like other dead teachers. He is risen and living today. (1 Peter 3:21–22)
2.      We know that this Jesus will one day reveal his glory. (1 Peter 4:13)
3.      He will reveal his glory by returning himself and appearing to all. (1 Peter 5:4)

Exiles (05:43–12:43)

1.      This letter is written to a group of churches in modern day Turkey. (1 Peter 1:1)
2.      Is the “dispersion” (1 Peter 1:1) the Jewish people dispersed outside of Palestine, or is it the dispersion of Christians outside of heaven (exiles in the world)? This question determines to whom Peter is writing.
3.      We know Peter’s readers lived like Gentiles (1 Peter 4:3–4). Those verses are not describing Jewish life in a synagogue. It appears Peter is speaking to Christians exiled from heaven, and not Jews exiled from Palestine.
4.      Elsewhere, Christians are called “strangers and exiles on the earth.” (Hebrews 11:13)
5.      Likewise, Paul says “our citizenship is in heaven.” (Philippians 3:20–21)
6.      Therefore, we are primarily citizens of heaven, and only secondarily citizens of the country we live in on this earth.

Study Questions

1.      Before you begin reading Peter’s letter, list the things you know about him from other places in the Bible (maybe especially from the Gospels). Don’t write down every verse, but try and list the highlights of his life and ministry.


2.      Read 1 Peter in one sitting, and bullet point what you learn about the Jesus Christ mentioned in 1 Peter 1:1.


3.      Who might “the exiles of the dispersion” be? Can you think of a couple possibilities? Read 1 Peter 4:3–4, Hebrews 11:13, and Philippians 3:20–21. Do those texts help clarify for you who Peter is writing to in 1 Peter?

Related Resources

•      Taking the Swagger Out of Christian Cultural Influence (article)
•      Pilgrims and Patriots (interview)
•      The Hope of Exiles on the Earth (sermon on Hebrews 11:13–22)

1 Peter 1:1–2, Part 2

Known by God Before You Were Born

September 8, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Peter 1:1–2, Genesis 4:1, Amos 3:1–2, 1 Corinthians 8:3, and Genesis 18:19
Topic: The Doctrines of Grace / Calvinism

Principle for Bible Reading

When did God know you would be his adopted son or daughter? Peter says that our election is “according to the foreknowledge of God.” In this lab, John Piper asks what it means for God to foreknow us, and then explores the relationship between our election and God’s foreknowledge.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–01:01)

What Kind of Elect Exiles? (01:01–03:23)

We’re looking at three prepositional phrases (according to, in, and for), all modifying “elect exiles” in 1 Peter 1:1–2.

God Foreknew Christ (03:23–06:19)

1.      What does it mean that we are elected “according to the foreknowledge of God” (1 Peter 1:2)?
2.      Christ was “foreknown before the foundation of the world” (1 Peter 1:20), and then “made manifest” when he came to earth.
3.      So how can God foreknow an eternal person like the Son? We need to study how the Bible uses the word for “know” or “foreknow.”

How Does God “Know” Me? (06:19–09:35)

1.      Adam “knew” his wife (Genesis 4:1), meaning he had sex with her. To know is to know uniquely, intimately, and within a covenant.
2.      God “knew” Abraham (Genesis 18:19), meaning he chose him among all the nations. He set his love and favor uniquely on him.
3.      God only “knew” Israel (Amos 3:1–2). Surely, God knew of all the peoples of the earth, so this must mean God has taken special, close, committed, intimate, personal interest in Israel.
4.      Anyone who loves God has been “known” by God (1 Corinthians 8:3). Knowing is something that God does beforehand that brings about their faith and love.

Election and Foreknowledge (09:35–12:06)

1.      In eternity, the Father set his knowing and committed favor on the Son. (1 Peter 1:20)
2.      So in a similar way, God has set his unique, intimate, committed, loving favor on us as Christians (“according to the foreknowledge of God the Father”). (1 Peter 1:2)
3.      But election cannot equal foreknowledge, because Peter says that our election is according to foreknowledge. (1 Peter 1:1–2)
4.      No, our current status as elect exiles is rooted in eternity in God’s foreknowledge. Election is a present realization of what God foreknew before the foundation of the world. (1 Peter 1:1–2)

Study Questions

1.      There are three prepositional phrases in 1 Peter 1:2. What word or idea are they modifying or explaining? What is according to the foreknowledge of God, and so on?


2.      Read Genesis 4:1, Genesis 18:19, Amos 3:1–2, and 1 Corinthians 8:3. How does that help you understand what it means for God to know or foreknow someone?


3.      Peter says our election is “according to the foreknowledge of God.” What, if any, is the difference between our election and God’s foreknowledge of us?

Related Resources

•      Saying What You Believe Is Clearer Than Saying “Calvinist” (article)
•      Is It Sin to Dislike Divine Election? (interview)
•      Foreknown, Predestined, Conformed to Christ (sermon on Romans 8:28–30)

1 Peter 1:1–2, Part 3

Bought with Blood for Obedience

September 10, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Peter 1:1–2 and 1 Peter 1:18–19
Topic: Pursuit of Holiness

Principle for Bible Reading

The Bible stabilizes us in the storms of life by reminding us who we are. In this lab, John Piper highlights our unfathomable relationship to God—Father, Son, and Holy Spirit—all in the very first words of Peter’s letter. God has ransomed us, set us apart from the world, and made us new.

Outline

Introduction/Prayer/Recap (00:00–03:22)

In the Sanctification of the Spirit (03:23–05:09)

1.      What makes us exiles in the world? What sets us apart? (1 Peter 1:1–2)

2.      We are exiles by the work of the Holy Spirit in sanctification (1 Peter 1:14–15).

3.      Holiness is nonconformity to the former way of life. Therefore, what the Spirit works in us through sanctification sets us apart from the world.

For Sprinkling with His Blood? (05:09–08:36)

1.      What does it mean that we are exiles “for sprinkling with his blood” (1 Peter 1:2)?
2.      The blood of Christ is mentioned again 1 Peter 1:18–19. The blood in these verses does not rescue us from guilt or wrath, but from ways.
3.      Therefore, we are ransomed with blood for obedience (“from futile ways”). (1 Peter 1:18)
4.      So “the sprinkling with his blood” in 1 Peter 1:2, at least in the mind of Peter, probably means we are being bought or ransomed “for obedience to Jesus Christ.”

Bought with Blood (08:36–11:22)

1.      Does all of this mean, that we are on our own as exiles to try and obey?
2.      No, Peter wants you to see that you are not alone in your pursuit of holiness, because Jesus purchased you for obedience. He bought you with his blood (“for sprinkling with his blood”). (1 Peter 1:2)
3.      This letter is written to help believers weather persecution by remembering who they are with God. (1 Peter 1:1–2)

Study Questions

1.      1 Peter 1:1 calls us “exiles.” What makes us exiles in the world? What sets us apart?


2.      What might “for sprinkling with his blood” mean? Where else would you look in the Bible to help you understand how Peter is using that phrase?


3.      With all of this talk of obedience in 1 Peter 1:2, has Peter neglected the work of Christ and the grace of God? Why or why not?

Related Resources

•      Live Homeless, Homesick, and Free (article)
•      Vision for the Local Church in Exile (interview)
•      How Aliens Keep the Identity of Their Homeland (sermon on 1 Peter 1:1–2)

1 Peter 1:3–5, Part 1

Born Again to a Living Hope

September 15, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Peter 1:3–5
Topic: Regeneration / New Birth

Principle for Bible Reading

According to the Bible, every believer in Jesus Christ is born a second time by the Spirit. In this lab, John Piper looks at this beautiful and spectacular mystery, asking what it means and how it happens. He also draws out the implications of serious study of the Bible for our worship.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–00:56)

Theology Exists for Worship (00:56–03:35)

The Father of Jesus Christ (03:35–05:32)

Born Again by the Spirit (05:32–10:21)

The Awakening Word of God (10:21–13:42)

Study Questions

1.      Why does Peter start a paragraph (in 1 Peter 1:3) about God’s mercy, the new birth, our eternal inheritance, and unshakeable joy in suffering with, “Blessed be God”? What does this mean for our personal Bible study?


2.      What does it mean to be “born again”? Read 1 John 5:1. How do those other verses help you understand what Peter means here?


3.      If someone asked you how they can be born again, what would you say? After giving your answer, look at 1 Peter 1:23–25 to help fill out your explanation.

Related Resources

•      Your Hope Is As Alive As Jesus (article)
•      Do Christians and Muslims Worship the Same Deity?
•      God’s Great Mercy and Our New Birth (sermon on 1 Peter 1:3–4)

1 Peter 1:3–5, Part 2

God’s Power Will Guard You

September 17, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Peter 1:3–5
Topic: Hope

Principle for Bible Reading

God is guarding an infinitely valuable inheritance for you in heaven, and guarding you through faith to make sure you receive it. In this lab, John Piper pulls parts several implications from the new birth, explaining the new hope we have, and the sovereign hands that hold us.

Outline

Introduction/Prayer/Recap (00:00–02:36)

Our Hope Is Alive (02:36–05:20)

1.      The difference between people who have been born again and those who have not is hope (faith in the future tense). (1 Peter 1:3)
2.      This hope drives us and colors everything we do.
3.      It is called a “living” hope because we have just been born (and now are finally alive). (1 Peter 1:3)
4.      Another reason it might be called a living hope is that it happens through the resurrection of Jesus Christ (once dead, not living). (1 Peter 1:3)

Our Inheritance Is Great (05:20–07:03)

1.      Our inheritance is an objective, outside of us hope in the future. (1 Peter 1:4)
2.      God himself is keeping our infinitely valuable inheritance in heaven. (1 Peter 1:4)
3.      Therefore, no one and nothing can ruin it, defile it, diminish it, or take it away (1 Peter 1:3). It is perfectly secure.

Our God Is Faithful (07:03–10:17)

1.      Our inheritance is being kept, and we are being kept. (1 Peter 1:4–5)
2.      This is important because we might be preserved for heaven and there was nothing there that we want, and we might fail to get there because our faith failed. God prevents both (1 Peter 1:4–5).
3.      God guards us a Father (1 Peter 1:3). Therefore, the inheritance we receive is his inheritance passed down to us as children.
4.      Summary: God’s Mercy → New Birth → Living Hope → Kept by God → Worship

Study Questions

1.      What might it mean that we have a “living” hope (1 Peter 1:3)? How would you argue for your interpretation from the immediate context in 1 Peter 1?


2.      Write down everything you learn about our eternal inheritance in 1 Peter 1:3–5.


3.      What does it mean for God to “guard” us in 1 Peter 1:5 (from what and/or for what)?

Related Resources

•      Biopsy Blows and the Helmet of Hope (article)
•      Hope in Heaven Changes Today (interview)
•      A Living Hope Through the Resurrection of Jesus Christ (sermon on 1 Peter 1:3–9)

1 Peter 1:6–9, Part 1

God Gives Us Joy in Grief

September 29, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Peter 1:6–9
Topic: Joy

Principle for Bible Reading

What role do trials play in the Christian life? In this lab, John Piper explains a hard, but beautiful truth. God writes hardship and suffering into every believer’s story for the sake of their faith. He wants to secure and deepen our joy in himself, and so he carries us through various trials.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–01:56)

The Call to Rejoice (01:56–04:00)

1.      “In this you rejoice …” (1 Peter 1:6). “This” refers to the salvation and inheritance described in 1 Peter 1:3–5.
2.      By saying that they do rejoice, Peter’s words very likely created what they called for, meaning some were liberated to rejoice in their suffering by Peter’s letter. (1 Peter 1:6)

Grief in the Christian Life (04:00–07:02)

1.      “A little while” (1 Peter 1:6) is Peter’s description of a person’s whole life.
2.      Why would trials be necessary for a Christian (1 Peter 1:6)? Who determines that it is necessary? God (1 Peter 4:19).
3.      Joy and trials are simultaneous in Peter’s mind. (1 Peter 1:6, 2 Corinthians 6:10)
4.      The trials (the types of suffering) that come will be of various kinds. (1 Peter 1:6)

Reasons for Rejoicing (07:02–05:20)

1.      The reason trials come in order to prove our faith genuine, and result in praise, glory, and honor. (1 Peter 1:7)
2.      The genuineness of our faith is more precious even than gold (1 Peter 1:6). And if gold is of less value and is tested by fire, how much more will our faith be tested to prove its greater worth.
3.      Whose “praise and glory and honor” (1 Peter 1:7)? Surely, it is the believer’s (1 Peter 5:4). His word for shepherds applies to all.
4.      Your faith will result in glory. If you persevere, you will be glorified. (1 Peter 1:7, Romans 8:18)

Study Questions

1.      1 Peter 1:6 begins with, “In this you rejoice …” What does “this” refer to? Summarize it in your own words.


2.      What do you learn about suffering in the Christian life in 1 Peter 1:6–7? How many things can you list from these two verses?


3.      Whose “praise and glory and honor” is Peter referring to? Does 1 Peter 5:4 and Romans 8:18

Related Resources

•      There Is a Way to Be Happy, Even in Sadness (article)
•      Truths You Will Need When Cancer Hits (interview)
•      Joy Through the Fiery Test of Genuine Faith (sermon on 1 Peter 1:6–7)

1 Peter 1:6–9, Part 2

Love by Faith, Not by Sight

October 1, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Peter 1:6–9, 1 John 5:1, Romans 5:2, and 2 Corinthians 3:18
Topic: Joy

Principle for Bible Reading

Do you love Jesus? A genuine affection for and devotion to Jesus is an unmistakable miracle made possible only by God’s work. In this lab, John Piper looks at the affect of the new birth on our heart’s response to Christ. He also asks how the promise of God’s glory in the future affects our lives today.

Outline

Introduction/Prayer/Recap (00:00–02:17)

Obstacles to Joy (02:17–03:55)

1.      The obstacle to joy in 1 Peter 1:8 is that Peter’s readers have not seen Jesus, and did not watch him suffer on the cross. (1 Peter 1:8)
2.      Peter actually saw Christ suffer with his own eyes. (1 Peter 5:1)
3.      His readers did not see Jesus, and they have no present sight or vision of him now. (1 Peter 1:8)

A Supernatural Joy (03:55–06:03)

1.      A genuine love for Jesus is a miracle worked by God in the new birth. (1 Peter 1:3, 8)
2.      When God gave us a living hope, one of the things we now hope for is to see Jesus. That is what it means to love him. (1 Peter 1:8)
3.      If you believe in the Lord Jesus, you have been born of God, meaning you’ve experienced a supernatural miracle. (1 John 5:1, 1 Peter 1:8)

A Glorified Joy (06:03–10:05)

1.      What does it mean that the joy in 1 Peter 1:8 is “glorified”?
2.      Our rejoicing happens through hope for the future glory of God. As we focus on the glory to come, that glory has an effect on our joy. (Romans 5:2)
3.      We grow from one degree of glory to another by beholding the Lord, by looking to him in love and with joy. (2 Corinthians 3:18)
4.      The hope of future glory streams back into our joy today. (1 Peter 1:8)
5.      Filled with hope, we are now experiencing our salvation and the glory-filled joy it brings. (1 Peter 1:8–9)

Study Questions

1.      What is the obstacle to joy in Jesus in 1 Peter 1:8–9? Why is it an obstacle?


2.      Why might Peter’s statement of their love and joy in 1 Peter 1:8 be encouraging to his readers?


3.      What might it mean that our joy is “glorified” (1 Peter 1:8)? Try and give an answer yourself, and then look at Romans 5:2 and 2 Corinthians 3:18 for possible help.

Related Resources

•      In God We Joy (article)
•      Joy in God: To Be Waited for or Pursued? (interview)
•      True Christianity: Inexpressible Joy in the Invisible Christ (sermon on 1 Peter 1:8–9)

1 Peter 1:10–12

The Immeasurable Value of Grace

October 6, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Peter 1:10–12
Topic: The Grace of God

Principle for Bible Reading

We will never be able to estimate the value of the grace God has shown us as sinners. In this lab, John Piper highlights the preciousness of our salvation by looking at three groups of people in the Bible: prophets, preachers, and angels. Each saw the grace Jesus brings, and each responded in their own way.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–02:00)

The Prophets (02:00–05:50)

1.      The prophets felt intense interest and desire for the grace that was coming. (1 Peter 1:10)
2.      They knew the Messiah would suffer, but that glories would come after. (1 Peter 1:11)
3.      And they knew that they were serving people later in history through their ministry. (1 Peter 1:12)
4.      Therefore, we are heirs of all the hopes of the Old Testament.
5.      This should intensify our desire to see and understand how the Old Testament anticipates Jesus.

The Preachers and Angels (05:50–07:58)

1.      Peter moves from the prophets to Spirit-filled preachers of the gospel. (1 Peter 1:12)
2.      The emphasis in 1 Peter 1:12 is to highlight even further the preciousness of the salvation foretold in the Old Testament, and now preached in the gospel.
3.      The gospel we are now hearing is the culmination of all the prophets’ ministry.
4.      And Peter doesn’t stop with prophets and preachers, but draws in angels, as well. Even the angels desire to see what we see in the gospel. (1 Peter 1:12)

The Angels (07:58–10:05)

1.      The prophets ached to see and experience the grace we have received. (1 Peter 1:10)
2.      The Holy Spirit confirms through the gospel that this grace has arrived with Jesus. (1 Peter 1:12)
3.      Even the angels watch and are stunned by the story of God’s redeeming grace. (1 Peter 1:12)
4.      The point of this paragraph is to make God’s grace so intensely desirable that we would set our hope fully on it. (1 Peter 1:13)

Study Questions

1.      Based on 1 Peter 1:10–12, what do we learn about the role of the prophets in our life and salvation? How does this change or inform how we read the Old Testament?


2.      What is it precisely about the “good news” (1 Peter 1:12) that fulfills the prophets’ prediction of “the sufferings of Christ and the subsequent glories”?


3.      Reading 1 Peter 1:10–13, why does Peter draw in the prophets, the preachers, and the angels in here at this point in his letter?

Related Resources

•      Grace Gone Wild (article)
•      How Do I Know I’m Saved? (interview)
•      What the Prophets Sought and Angels Desired (sermon on 1 Peter 1:10–12)

1 Peter 1:13–16, Part 1

Think Hard for the Sake of Your Heart

October 8, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Peter 1:13–16
Topic: Hope

Principle for Bible Reading

Hope is a human emotion, and the Bible commands us to have it. So how do we pursue it if we do not feel it? In this lab, John Piper explains how God has wired the relationship between the mind and the heart. Scripture tells us that biblical thinking serves passionate hoping.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–01:47)

Set your Hope on Grace (01:47–05:23)

1.      The main command in 1 Peter 1:13 is to “set your hope fully …”
2.      1 Peter 1:13 begins with “Therefore …” So what is grounding these believers’ hope?
3.      Their hope rests on their new birth in the past, their glorious inheritance in the future, and the tested genuineness of their faith. (1 Peter 1:3–7)

Be Ready to Give a Reason (05:23–06:55)

1.      Our hope in Jesus has reasons. (1 Peter 3:15)
2.      That doesn’t mean that the reasons have to be complicated or intellectually impressive. Peter gives us plenty of reasons for our hope in 1 Peter.
3.      The call in 1 Peter 3:15 is to be ready to give an answer, not necessarily the best or most compelling answer. Just know some reasons for your hope in Jesus.

Prepare Your Minds for Action (06:55–11:26)

1.      Peter adds two participles to the command to hope: “… preparing your minds for action, and being sober-minded.” (1 Peter 1:13)
2.      As we hope in Jesus, we are called to think actively or energetically (“prepare your minds for action”). (1 Peter 1:13)
3.      And as we hope in Jesus, we are called to think clearly (“being sober-minded”), and not like someone who is drunk. (1 Peter 1:13)
4.      With a clear and active mind, set your hope fully on grace.
5.      God has wired our minds to serve our emotions, our convictions to serve our hope. Therefore, think hard for the sake of your heart.

Study Questions

1.      Name the different commands in 1 Peter 1:13. Which command is the primary one?


2.      Explain the “Therefore” at the beginning of 1 Peter 1:13. How does what comes before serve what comes after?


3.      Define what it means to “prepare our minds for action” or to “be sober-minded.” How do those activities relate to hope in Peter’s mind, and what does that mean for the Christian life?

Related Resources

•      Your Hope Is As Alive As Jesus (article)
•      Hope in Heaven Changes Today (interview)
•      Girding the Mind to Guard Your Hope (sermon on 1 Peter 1:13)

1 Peter 1:13–16, Part 2

Put Away Ignorant Passions

October 13, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Peter 1:13–16
Topic: Pursuit of Holiness

Principle for Bible Reading

All of us have remaining sin still inside of us making war against our souls. In this lab, John Piper looks at strategies for bringing our hearts and lives further and further into conformity to God and his word. We need to see the relationship between what we know, what we feel, and how we live.

Outline

Introduction/Prayer/Recap (00:00–01:58)

Recap: Think Hard for the Sake of Your Heart (01:58–05:45)

Replace Ignorance with Knowledge (05:45–08:27)

1.      Peter says “children” (1 Peter 1:14) at least in part because we have been born again. (1 Peter 1:3)
2.      Before we were born again, we were ignorant (1 Peter 1:14), and our desires deceived us because they were based on ignorance, and not on truth. (Ephesians 4:22)
3.      The answer to our former ignorance is to prepare our minds for action and replace ignorance with knowledge, with reasons for real hope. (1 Peter 1:13)
4.      Our new knowledge produces new passions leading to new behavior.

Value God in All You Do (08:27–10:54)

1.      Ignorance has been replaced with knowledge, and deceitful passions have been replaced with new passions. (1 Peter 1:13–14)
2.      That knowledge and those passions lead to “holy conduct.” (1 Peter 1:15)
3.      God’s holiness is always acting in accord with his own infinite value. (1 Peter 1:15)
4.      We are called to be holy, and we do that by showing the infinite value of God in all our conduct.

Summary (10:54–13:55)

1.      New Knowledge—Replace your former ignorance with truth about God and the grace that is coming to you. (Head) →
2.      New Hope and New Passions (Heart) →
3.      New Conduct—Bring all of your life into conformity with your new knowledge and passions, making God look valuable in all you do. (Hands)

Study Questions

1.      What is wrong with the passions Peter describes in 1 Peter 1:14? You can refer to Ephesians 4:22 for help.


2.      In 1 Peter 1:13–16, what is the relationship between knowledge (head) and passions/affections (heart) and conduct (hands)? How do we bring our lives into conformity with God and his word?


3.      What does it mean for God to be holy? How would you describe that to a new believer or nonbeliever? What texts might you draw in for support?

Related Resources

•      The Distance Between Head and Heart (article)
•      The Passions That Prevent Adultery (interview)
•      The Lust of Ignorance and the Life of Holiness (sermon on 1 Peter 1:14–16)

1 Peter 1:17–19

Fear Treating God as Trash

October 27, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Peter 1:17–19
Topic: Pursuit of Holiness

Principle for Bible Reading

Do you fear God? The Bible seems to be confusing about fear. In some places, God calls us to live in fear. Elsewhere, he says he’s delivered us from fear. In this lab, John Piper focuses on 1 Peter 1:17–19, but pulls in lots of verses to help us understand what it means for us to fear God.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–02:27)

God Calls Us to Fear (02:27–04:03)

1.      Peter says very clearly to these Christians, “Conduct yourselves with fear throughout the time of your exile” (1 Peter 1:17). But isn’t the Christian free from fear in Christ?
2.      The truly Christian life will be motivated in some way by fear.
3.      The fear comes from knowing that God will judge everyone impartially according to their own works. (1 Peter 1:17)

God Rescues Us from Fear (04:03–06:28)

1.      The command to fear in 1 Peter 1:17, though, comes between two glorious statements that should take away fear for believers.
2.      The God who judges impartially is a Father to us (1 Peter 1:17). And everything so far in 1 Peter has said that this Father treats us with great mercy and secures us forever.
3.      Then, in 1 Peter 1:18–19, Peter says that these believers were ransomed with the blood of Christ, meaning they no longer had to fear.

God Will Judge All (06:28–11:39)

1.      What does it mean for God to judge impartially each according to his works? (1 Peter 1:17)
2.      Fear unbelief, and let that fear drive you to faith. (Romans 11:20)
3.      Work out your salvation with fear, for God is working in you. (Philippians 2:12–13)
4.      All will stand before the judgment seat, and therefore we all should fear. (2 Corinthians 5:10–11)
5.      In Romans 2:6–7, rendering to each according to his needs means giving those who have some good works (giving evidence for their faith) with eternal life.
6.      When Jesus returns, he will repay each according to what he has done. (Matthew 16:27)
7.      Paul warned professing believers that those who continued in sin would be excluded from the kingdom of God. (Galatians 5:21)
8.      We are called to pursue the holiness “without which no one will see the Lord” (Hebrews 12:14).

The Fear of God (11:39–15:51)

1.      Fear ever treating the ransom God paid for you as trash.
2.      If cozying up with the sins for which Jesus died is tempting to you, run with all your might in the other direction. Do not let yourself be found in bed with the very things that cost the Son his life.
3.      Illustration #1: A daughter ransomed by her father.
4.      Illustration #2: A child playing with a big dog.

Study Questions

1.      What is the main point of 1 Peter 1:17–19 (look for the main verb)? Why might that command seem strange in light of the immediate context in these three verses?


2.      Read Philippians 2:12–13, 2 Corinthians 5:10–11, Romans 2:6–7, and Hebrews 12:14. How do these other passages help us understand what Peter means in 1 Peter 1:17–19?


3.      Based on these verses, and any others that come to mind, how would you explain what it means for a believer to fear God? Can you think of any illustrations you might use?

Related Resources

•      Will America Be Judged? (article)
•      What Does It Mean for the Christian to Fear God? (interview)
•      “A Sojourn on Earth in Confident Fear” (sermon on 1 Peter 1:17–19)

1 Peter 1:20–21

Jesus Christ, the Beginning and the End

October 29, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Peter 1:20–21 and Hebrews 1:1–2
Topic: The Person of Christ

Lots of people identify Jesus as their Lord and Savior. But do they live in way that also says he is their greatest Treasure? In this lab, John Piper uncovers a couple of precious truths about our infinitely valuable Jesus. There are at least two paths in these verses to grow our love for and hope in him.

Principle for Bible Reading

Peter wants us to find hope by highlighting the immeasurable value of Jesus Christ. Focus on each thing Peter notes about Christ, and try to explain in your own words why they highlight Jesus’s beauty or value.

Study Questions

1.      What things does Peter highlight about Jesus in 1 Peter 1:20–21? In what ways do those things cause us to live in fear of God (1 Peter 1:17)?


2.      Read Hebrews 1:1–2, 1 Corinthians 10:11, and 1 Peter 4:7, 17. How do these verses help us understand “the last times” in 1 Peter 1:20?


3.      Who is doing the work in 1 Peter 1:20? What is he doing, and who is he doing it for? Does this reveal anything new for you about him?

Introduction/Prayer (00:00–03:13)

Forever Known by God (03:13–05:23)

•      Jesus was known by God in eternity past. (1 Peter 1:20)
•      God did not look around on the earth for someone to save his people.
•      Jesus was brought into the world precisely because he had always existed and been known by God (1 Peter 1:20). God chose him for that.
•      Knowing that Jesus existed in eternity past and was always God’s chosen Savior for the world should elevate his value in our hearts.

Made Known in History (05:23–08:10)

•      Jesus was known before the foundation of the world, and then brought into the world in the last times. (1 Peter 1:20)
•      When Jesus entered the world, he began the last days (“the last times”).
•      The coming of the Son marks the beginning of the last days. (Hebrews 1:1–2; see also Hebrews 9:26)
•      Something decisively changed when Jesus entered the world. He introduced a new era or age in history. (1 Corinthians 10:11)
•      The end times, when God will judge all people, began when Jesus came. (1 Peter 4:7, 17)
•      The manifestation of this Jesus in history has inaugurated the end of history, again elevating his infinite worth.

He Came for Your Hope (08:10–10:31)
• Jesus came into the world for the sake of those who hope in God. (1 Peter 1:21)
• God raised Jesus from the dead and gave him glory so that we would believe in God. (1 Peter 1:21)
• God is working through Christ to make himself our treasure, the object of our faith and hope.
• Everything Peter says about Jesus in these two verses should cause us to live in fear of making Jesus look inconsequential or worthless.

Related Resources

•      I Love Jesus Christ (article)
•      Don Carson on the Incarnation (interview)
•      “Christ Appeared That We Might Hope in God” (sermon on 1 Peter 1:20–21)

1 Peter 1:22–25, Part 1

How God Purifies Our Souls from Sin

November 3, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Peter 1:22–25, Acts 15:8–9, and 1 Peter 4:17
Topic: Faith

How does the faith in Jesus by which we were saved relate to the new life in Jesus for which we were saved? How do we pursue purity by grace, and not just our own resolve or discipline? In this lab, John Piper tackles a difficult question about obedience, pulling apart the various things that happen when we’re born again.

Principle for Bible Reading

When you come to a difficult question in a text, look for help first in the immediate context, then in the book in which you’re studying, and then lastly to other places in Scripture. Search other places within the book or more widely in Scripture for the same words or phrases.

Study Questions

1.      Explain the relationship in Peter’s mind between purity, obedience, and love explained in 1 Peter 1:22. Use your own words, and for the sake of this exercise, limit yourselves to this verse.


2.      What does “obedience to the truth” mean in 1 Peter 1:22? What reasons would you give for your explanation?


3.      Read Galatians 5:6, 1 Timothy 1:5, Acts 15:8–9, and 1 Peter 4:17. Explain how each might help us understand what Peter means in 1 Peter 1:22.

Introduction/Prayer (00:00–02:30)

Obedience to the Truth (02:30–05:17)

•      The love in 1 Peter 1:22 comes from a purified heart. (1 Peter 1:20)
•      The question for those who want love, then, is how we are purified.
•      The answer in 1 Peter 1:22 is through obedience to the truth.
•      Is that obedience obedience to the law (1 Peter 1:22)? Or is Peter talking about another obedience?
•      No, “obedience to the truth” (1 Peter 1:22) is faith and hope in the gospel.

Five Reasons for Faith in the Gospel (05:17–09:58)

1      Love is the overflow of obedience to the truth (not itself obedience to the truth). (1 Peter 1:22, Galatians 5:6, 1 Timothy 1:5)
2      The new birth is another way of talking about the purification of our souls, and the new birth happens through believing the good news. (1 Peter 1:23–25)
3      People “who do not obey the gospel” in 1 Peter 4:17 are people who do not trust in the gospel.
4      Faith unites us to Christ, and faith has a sanctifying and cleansing effect. (Acts 15:8–9)
5      In the verse before (1 Peter 1:21), Peter talks about our faith and hope being in God, and then immediately says, “Having purified our souls …”

Let Your Faith Overflow in Love (09:58–11:29)

•      My conclusion is “obedience to the truth” means faith and hope in the gospel. (1 Peter 1:22)
•      Our souls are purified through faith by our union with Christ (counted as perfectly pure) and we are purified through this faith because it produces brotherly love.
•      Let your faith and hope overflow in love for others.

Related Resources

•      Cherishing Truth for the Sake of Love (article)
•      The Key to Christian Obedience (interview)
•      “Command of God: the Obedience of Faith” (sermon on Romans 16:25–27)

1 Peter 1:22–25, Part 2

We Cannot Love Without Hope

November 5, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Peter 1:22–25 and 1 Peter 1:3
Topics: Loving Others, Regeneration / New Birth

Where do we find the strength and attitude we need to truly love the people in our lives? In this lab, John Piper looks at two different verses in 1 Peter that describe our new birth, and the effects it has on our earthly relationships. True love only proceeds from genuine hope, which only comes from the word of God.

Principle for Bible Reading

Sometimes the Bible talks about the same thing in different ways. To our limited minds, it often feels like a contradiction, but when we slow down, we see that it’s possible for both texts to be true, even though they’re saying different things.

Study Questions

1.      In 1 Peter 1:22–23, what is the relationship between our new birth and our love for one another? What other texts in 1 Peter might help explain this dynamic?


2.      In 1 Peter 1:3, Peter grounds the new birth one way, and in 1 Peter 1:23, he grounds it another way. Why might he explain this reality in two different ways like he does?


3.      Practically, why does love proceed from our new birth? What is it about the truth of the gospel and the reality of the new birth that makes us more loving people?

Introduction/Prayer (00:00–00:54)

The Beginning of the New Birth (00:54–03:50)

•      There’s a strong connection between our love for one another and our new birth. (1 Peter 1:22–23). Loves comes about by being born again.
•      In 1 Peter 1:3, Peter grounds the new birth in history, in the resurrection of Christ.
•      In 1 Peter 1:23, Peter grounds the new birth in the living and abiding word of God—the gospel that has been preached to you.

Born Again and Invincible (03:50–06:46)

•      Are the differences in speaking about the new birth in 1 Peter 1:3 and 1 Peter 1:23 really all that different?
•      In 1 Peter 1:3, Peter says we are born again to a “living” hope.
•      In 1 Peter 1:23, he says we were born again of an imperishable seed. Peter wants us to know that we are imperishable, or that our hope is living.
•      Peter cites Isaiah 40:6–8 to underline the invincible power of the word of God in our lines.

The Seed of Hope (06:46–09:34)

•      I do not know if the “seed” is the Holy Spirit or the word (1 Peter 1:23). In either case, Peter is making the same point.
•      If we are born again by this imperishable word of God, we ourselves will never perish. (1 Peter 1:22)
•      True love for one another flows out of a living and invincible hope in God, born in us through the resurrection of Jesus Christ explained in the gospel.
•      Those born again in Jesus should be the freest of all people, and therefore should love others best.

Related Resources

•      The Value of Knowing How God Saved You (article)
•      Hope in Eternal Purity, Aim at Daily Purity (interview)
•      “Born Again Through the Living and Abiding Word” (sermon on 1 Peter 1:13–15)

1 Peter 2:1–3, Part 1

Spiritual Growth Is Not Optional

November 12, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Peter 2:1–3 and 1 Peter 1:5
Topic: Sanctification & Growth

God is not done with his work when we first believe and are saved. He intends day by day to make us into what we already are in Christ. Spiritual growth is not optional or marginal in the Christian life. Every person that truly believes in Christ is increasingly transformed into his likeness.

Principle for Bible Reading

The Bible uses hundreds and hundreds of metaphors to help us understand the Christian life. In these verses, Peter talks about “spiritual milk” (1 Peter 2:2). When you come across a word picture like this, press on it to see all that the author wants you to see about the truth being depicted.

Study Questions

1.      Explain the “So” (or “Therefore”) at the beginning of 1 Peter 2:1. How does this first verse of chapter two build on the last verses of chapter one?


2.      Explain Peter’s milk metaphor in 1 Peter 2:1–3. What is the milk? And what role does it play in the Christian life?


3.      Looking at 1 Peter 1:5, 9; 2:2, explain how Peter is using the word “salvation.” What seems different about the way he is using it, and how would you explain how it fits with other places in the Bible that talk about our salvation?

Introduction/Prayer (00:00–02:48)

Become What You Are (02:48–04:19)

•      You are new, and you have an unshakeable hope. (1 Peter 1:22–25)
•      Therefore, you should obey (“put away”). (1 Peter 2:1)
•      Because you are already new in Christ, be about becoming what you are.

The Pure Spiritual Milk (04:19–06:56)

•      When you are born again, do what newborns do. Long for (spiritual) milk. (1 Peter 2:1)
•      Peter is not speaking only to new believers, but to all believers. (1 Peter 2:1)
•      The “spiritual milk” in 1 Peter 2:2 is the word of God, that is the gospel. (1 Peter 1:23–25)
•      The same word that brought us to life sustains us each day.
•      A newborn person tastes the goodness of the Lord in this milk. (Psalm 34:8)

The End of the Christian Life (06:56–11:06)

•      The one who tastes this spiritual milk grows up into salvation. (1 Peter 2:2)
•      Salvation, for Peter, is mainly a future reality. (1 Peter 1:5, 9)
•      We are saved now, but we are growing all the time unto a full and final salvation. (1 Peter 2:2)
•      The Christian life is not mechanical or automatic. It’s an organic and dynamic process.
•      Don’t ever think that growing through the word of God is optional or marginal in the Christian life. Spiritual growth is absolutely necessary for every believer.

Related Resources

•      Knowledge Doesn’t Mean Maturity (article)
•      Fear, Anxiety, and Growth in Godliness (interview)
•      “His Commandments Are Not Burdensome” (sermon on 1 John 4:20–5:5)

1 Peter 2:1–3, Part 2

A Remedy for Envy

November 17, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Peter 2:1–3
Topic: Killing Sin

The new birth produces love in every true believer in Jesus Christ, and it also weans us off our old sinful desires, like envy. But we have to be able to spot these deadly desires within us. In this lab, John Piper zeros in on several common iniquities, and explains how we wield the word of God against them.

Principle for Bible Reading

When you come across a list in the Bible, stop and examine it. Why did the author include the things he did? Why not include other things? Try and define each item in the list, and look for similarities, differences, and connections between them.

Study Questions

1.      Look at the lists of sins in 1 Peter 2:1. Why might Peter have included the sins he did and not others in this case?


2.      If we’re going to battle these specific sins, we need to be able to identify them. Take each of the sins and try to define them in your own words.


3.      What weapons does 1 Peter 2:1–3 give us for fighting these specific sins? Try to explain practically how the truths Peter highlights wean us off of these sinful desires.

Introduction/Prayer (00:00–02:42)

The Fruit of the New Birth (02:42–05:33)

•      What effect does it have on our lives that we have been born again by the living and abiding word? (1 Peter 2:1–3)
•      We already learned that love proceeds from our new birth. (1 Peter 1:22)
•      “So” (Therefore) in 1 Peter 2:1 says that the new birth also purifies us from malice, deceit, hypocrisy, envy, and slander.
•      This is what it means to “grow up into salvation”—we love more, and are less consumed with wickedness—and that happens as we satisfy ourselves with the spiritual milk of the word of God. (1 Peter 2:2)

Investigating Iniquity (05:33–12:37)

•      Slander is the only one that’s an action.
•      Malice is a disposition of the heart to want to hurt people. It’s a summary of the other evils we commit against others.
•      Deceit is a desire that other people believe what is not true.
•      Hypocrisy is a species of deceit that conceals things about ourselves.
•      Envy and slander go together in this list. Envy overflows at its worst in slander. (1 Peter 1:20)
•      When we’re filled with spiritual milk, we become content with who we are in Christ. The desires for hypocrisy and deceit fade away. (1 Peter 2:1–3)
•      The remedy for envy comes from knowing and tasting the goodness and kindness of the Lord (1 Peter 2:3). His mercy and his kindness will make envy seem utterly inappropriate.

Related Resources

•      Envy Hunts in a Pack (article)
•      Battling Envy (interview)
•      “Battling the Unbelief of Envy” (sermon on Psalm 37:1–7)

1 Peter 2:4–8, Part 1

Come to the Man Rejected by Men

November 19, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Peter 2:4–8 and Matthew 21:42
Topic: The Death of Christ

Those who follow Jesus should expect to be rejected by the world around them. But their rejection will not be the last word. In this lab, John Piper traces a new word picture from Peter and several Old Testament quotations to show why all who come to Christ and embrace rejection with him will also receive eternal life and glory.

Principle for Bible Reading

The authors of the New Testament often quote the Old Testament. In each case, we need to ask questions about why the author went to this particular Old Testament verse or verses to explain or defend their point. What led them here?

Study Questions

1.      What change do you notice between Peter’s argument in 1 Peter 2:1–3 and 1 Peter 2:4–8? Why might Peter shift so suddenly?


2.      Read Matthew 21:33–44. How does this parable inform how Peter uses the Old Testament in 1 Peter 2:4–8?


3.      Based on 1 Peter 1, why would Peter turn to this image when writing to these believers? What is it about them that might welcome this particular metaphor?

Introduction/Prayer (00:00–04:30)

In 1 Peter 2:1–3, Peter uses the image of an infant being sustained with milk. In 1 Peter 2:4–8, he abruptly changes metaphors to architecture, building a house with stones.

The Cornerstone of the Old Testament (04:30–07:49)

•      Peter read his Old Testament on the look out for stone imagery. (1 Peter 2:6–8)
•      In 1 Peter 2:6–8, Peter quotes from Isaiah 28:16 (1 Peter 2:6), Psalm 118:22 (1 Peter 2:7), and Isaiah 8:14 (1 Peter 2:8).
•      Peter likely looked for stone imagery in the Old Testament, because Jesus quoted in Matthew 21:42 (the parable of the tenants).
•      Peter likely looked for stone imagery in the Old Testament, because Jesus quoted Psalm 118 in Matthew 21:42 (the parable of the tenants). Peter learned from Jesus that the rejected “stone” is Jesus.

Rejected with Christ (07:49–10:28)

•      Peter is writing to embattled sojourners and exiles. (1 Peter 2:11)
•      Peter calls Christians to live in a way that puts them out of step with the world, which will eventually lead to rejection. (1 Peter 4:3–4)
•      Peter knew he was asking people to follow Jesus in a life of rejection so they might also enjoy a life of glorification.
•      That’s why he uses the rejected stone imagery. He wants us to see that our rejection is like Christ’s, that it’s authored by God and will lead to glory.

Building a Spiritual House (10:28–15:27)

•      Peter pleads with all to come to Christ, the rejected one. (1 Peter 2:4)
•      As you come to Christ, participate in the life of the rejected stone (“as living stones”). (1 Peter 2:5)
•      God is fitting us together as living stones into a place of worship. (1 Peter 2:5)
•      First, we are together a spiritual house of worship. Then, we are together a priesthood who makes sacrifices to God. (1 Peter 2:5)
•      The sacrifices we make here are sacrifices of obedience, putting away the desires and passions of the flesh. (1 Peter 2:1)
•      C—obedience is not adequate to a God who expects perfection, but our lives are made acceptable to God through Christ. Christ’s rejection on our behalf covers all the inadequacies of our acts of obedience.

Related Resources

•      Rejected by Men, Even Our Friends (article)
•      Do My Sufferings Complete Christ’s? (interview)
•      “Why God Laid a Stone of Stumbling” (sermon on 1 Peter 2:4–8)

1 Peter 2:4–8, Part 2

They Were Destined to Disobey God

November 24, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Peter 2:4–8, Matthew 21:42, and Acts 4:27–28
Topic: The Doctrines of Grace / Calvinism

God predestined some, in his infinite mercy, to hear the gospel and believe. And he predestined others, in unspeakable mystery, to disobey and reject the good news. In this lab, John Piper leads us carefully word by word into one of the most difficult verses and truths in all the Bible, ending with nine summary thoughts.

Principle for Bible Reading

Many of the truths in Scripture are deeper and weightier than we can completely comprehend. As we approach verses like these, we need to do so carefully and humbly, pleading with God to show us as much as he wants us to see and to keep us from pride, presumption, and error.

Study Questions

1.      Peter lays out two kinds of responses (two kinds of people) to Jesus in 1 Peter 2:4–8. Note as much as you can from these five verses about the two kinds of responses/people.


2.      1 Peter 2:8 is one of the heaviest verses in all the Bible. How would you understand it, and then how would you explain it to someone?


3.      Read Matthew 21:42 and Acts 4:27–28. How do these passages effect how you read 1 Peter 2:6–8?

Introduction/Prayer (00:00–01:50)

Two Responses to Jesus Christ (01:50–05:03)

•      Peter draws out two kinds of responses to the living stone Jesus Christ. (1 Peter 2:6–8)
•      The first kind of person believes the word, and receives honor. (1 Peter 2:6)
•      The second kind of person rejects the word and stumbles in unbelief toward destruction. (1 Peter 2:7–8)
•      It looks like believers are being rejected (they are in this world) (1 Peter 2:4), but they will receive honor with Christ in glory. (1 Peter 2:7)

Predestined to Disobey (05:03–10:25)

•      To “disobey” the word is to refuse it or not believe in it. (1 Peter 2:8)
•      They were predestined by God not to believe in the good news. (1 Peter 2:8)
•      Piper’s translation of 1 Peter 2:8: “They stumble, disobeying the word, unto which they were appoint.”
•      Some say the “stumbling” that was predestined is the punishment, and not the disobedience. In that scenario, God would not be responsible for their lack of faith, but for rightly punishing their lack of faith.
•      The problem is that stumbling here is the disobedience itself. (1 Peter 2:8)
•      Jesus had already said that God planned for some to reject the cornerstone. (Matthew 21:42)
•      Again, we see that God predestined some to do sin, including killing the Son of God. (Acts 4:27–28)

Summary Thoughts on Predestination (10:25–13:15)

•      This is the other side of the coin in Peter’s calling the Christians “elect exiles” (1 Peter 1:1).
•      The mystery is how God rules over sinners without sinning, not that he does. (Acts 4:27–28)
•      God can and does will the sinful unbelief of those who reject Christ. Yet …
•      There are no personas who want to be saved and are prevented against their will.
•      Every person who perishes willfully rejects the knowledge of God.
•      There are no persons who are not morally responsible for their unbelief.
•      There are no persons whose judgment will be unjust.
•      All of us were hopelessly sinful, and none of us deserves to be delivered.
•      Take heart, embattled exiles, none of your adversaries can thwart God’s plans.

Related Resources

•      Five Reasons to Embrace Unconditional Election (article)
•      Ten Reasons to Revel in Being Chosen (article)
•      Do We Have Free Will to Choose Christ? (interview)
•      “Why God Laid a Stone of Stumbling” (sermon on 1 Peter 2:4–8)

1 Peter 2:9–10, Part 1

God Treasures You, But Not Because of You

December 3, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Peter 2:9–10 and Deuteronomy 7:6–8
Topic: The Nature of the Church

When a person becomes a Christian, they take on an entirely different identity, the pinnacle of which is being God’s prized possession. In this lab, John Piper looks at two of the most explicit and most profound verses on Christian identity. What we learn should humble and inspire every believer.

Principle for Bible Reading

When you get a list of metaphors like we do in 1 Peter 2:9, stop and examine each item in the list. Ask questions to understand why the list was compiled like it was. Why did the author include the word pictures that he did? Why did he include these, and not others? What significance do the adjectives play in the list?

Study Questions

1.      Take each of the metaphors in 1 Peter 2:9–10, and explain in your own words how each explains a Christian’s identity. Why does Peter include these particular metaphors?


2.      What does the phrase “chosen race” specifically say about race and ethnicity? How should it shape or reshape our understanding of these distinctions?


3.      If you learn that you’ve been chosen by God, what affect should that have on you emotionally and psychologically? What might God want you to feel when you realize you’ve been chosen by him?

Introduction/Prayer (00:00–01:44)

A Precious Truth for Persecuted People (01:44–05:02)

•      These verses offer one of the most profound and dense descriptions of the church’s identity. (1 Peter 2:9–10)
•      Remember that Peter is writing to a suffering and persecuted minority. (1 Peter 1:1)
•      1 Peter 2:7–8 talked about those who rejected Christ and stumble in their disobedience.
•      1 Peter 2:9–10 turns to talk about those who receive Christ and make him the cornerstone of their life and hope.

Chosen by God (05:02–08:20)

•      You are chosen. (1 Peter 2:9)
•      This choosing is not owing to anything in you. (Deuteronomy 7:6–8)
•      By quoting this passage, Peter is saying that the Israelite distinctives are now enjoyed by all who believe in Jesus.
•      Why does the Lord love you? Because he love you. (Deuteronomy 7:7–8)
•      Therefore, election should be a humbling doctrine (not a prideful one).

Set Apart by God (08:20–12:14)

•      You are a chosen race. How do you become a new race?
•      We became a new race by being born again according to God’s mercy. (1 Peter 1:3)
•      There are only two races in the world: the first born (naturally) and the born again. (1 Peter 2:9)
•      Our ethnicities are precious distinctions, but they are not the essential identity of any Christian anymore.
•      We are a royal priesthood, offering spiritual sacrifices, and we belong to the household of the King. (1 Peter 2:5, 9)
•      “Holy” (holy nation) communicates the holiness of our status with God. (1 Peter 2:9)
•      Finally, we are God’s own prized possession. (1 Peter 2:9)

Summary (12:14–14:05)

Related Resources

•      Ten Reasons to Revel in Being Chosen (article)
•      Is Election Divine Favoritism? (interview)
•      “Christian Identity and Christian Destiny” (sermon on 1 Peter 2:9–10)

1 Peter 2:9–10, Part 2

Why You Exist in the World

December 8, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Peter 2:9–10, Isaiah 43:20–21, and Ephesians 1:4–6
Topic: Christian Hedonism

Can you explain why you exist in the world? When God created you, and then saved you and made you new, why did he do it? The Bible gives us unbelievable clarity. In this lab, John Piper explains the purpose of your life. We exist not to call attention to ourselves, but to God and his glory.

Principle for Bible Reading

The Bible is filled with purpose clauses (“that”, “so that”, or “in order that”) that are wonderfully helpful in understand an author’s argument. They explain reasons for all kinds of things, especially in this case for why God works the ways he does and for why you exist.

Study Questions

1.      How does 1 Peter 2:9–10 explain the purpose of your life? Put it into your own words.


2.      Read Isaiah 43:20–21, Isaiah 60:21, Jeremiah 23:11, and Ephesians 1:4–6. What do you learn about God’s purposes in the world and in you?


3.      Isn’t God vain or selfish to bring us into being or save us for his own glory? How would you answer someone who raised that objection?

Introduction/Prayer (00:00–01:32)

Why You Exist (01:32–04:47)

•      1 Peter 2:9 explains why we’ve been chosen. Everything good that is given to us in the gospel was given to us for a reason.
•      Our reason for being as a believer is to proclaim God’s glory (in word and in deed). (1 Peter 2:9; 3:15; 2:12)
•      We exist not to call attention to ourselves, but to God. (1 Peter 2:9)
•      What specifically do we proclaim? God’s excellencies—beautiful things about him. (1 Peter 2:9)

How You Came to Be (04:47–07:28)

•      God called us out of darkness into marvelous light (how we come into being). (1 Peter 2:9)
•      You came into being as a believer by being born again (same reality in different terms). (1 Peter 1:3)
•      Another way to describe this is with calling, like Jesus calling Lazarus from the tomb. The call creates the life.

His Purpose Is Praise (07:28–10:10)

•      We exist to proclaim the excellencies of a mercifully calling and regenerating God. (1 Peter 2:9)
•      We come into being for God, that is for his praise. (Isaiah 43:20–21)
•      God plants people to make himself look glorious. (Isaiah 60:21)
•      We exist to be a praise and glory to the one who created us and called us out of darkness. (Jeremiah 13:11)
•      He chose us “to the praise of his glorious grace.” (Ephesians 1:4–6)

Does This Make God Vain? (10:10–12:48)

•      Isn’t God vain or selfish to bring us into being for his own glory?
•      No, because this calling (to proclaim his excellencies) is the consummation of our own joy in the highest beauty that exists (God himself).
•      We’re called to bring our pleasure in God to consummation by spilling over and admiring or praising him to others.
•      God is not a megalomaniac because his glory is our greatest, longest lasting satisfaction.

Related Resources

•      The Eighth Decade of Life and the Ultimate Purpose of God (article)
•      How Do I Know God’s Calling for My Life? (interview)
•      “Proclaiming the Excellencies of Christ, Not Prosperity, Among the Nations” (sermon on 1 Peter 2:9–10)

1 Peter 2:11–12, Part 1

Your Old Passions War Against You

December 10, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Corinthians 5:6–7, 1 Peter 2:11–12, and Matthew 7:17–20
Topic: Killing Sin

There are desires inside of you that want to destroy you. They will try and lure you to anything and everything except God and his glory. In this lab, John Piper teaches us to fight remaining sin in our own hearts. He end by giving two strategies for abstaining from the passions of the flesh.

Principle for Bible Reading

When the Bible uses a metaphor, in this case war, we need to slow down and ask questions about the specific ways in which the word picture teaches us about the spiritual reality. Every metaphor is limited, but there are often precious things to be seen between the two things being compared (e.g. war and sinful desires) that are not immediately apparent at first sight.

Study Questions

1.      1 Peter 2:11 says that our passions wage war against our soul. Based on the immediate context (and anything else you can think of in Scripture) how do those passions fight? What do they do to harm you?


2.      What are ways Christians might misunderstand or dismiss the command in 1 Peter 2:11? How would you help them understand it rightly?


3.      What strategies can you think of from Scripture for abstaining from the passions of the flesh? Where would you take someone wanting to fight sin in their own heart?

Introduction/Prayer (00:00–01:50)

Become Who You Already Are (01:50–05:25)

•      Peter urges these believers to abstain from passions of the flesh. (1 Peter 2:11)
•      He warns them to do this because these passions are warring against their souls, hoping to destroy them. (1 Peter 2:11)
•      Peter just explained who we are as believers (identity), and then comes to how we ought to live. Because of who you already are, be who you are. (1 Peter 2:9–11)
•      Some will get this wrong by thinking these kinds of commands are not necessary for believers, because they’ve already been saved. Others will get this wrong by thinking we abstain so that we can be saved. Both are seriously wrong.
•      The text tells us who we are, and then gives us the command (so that we increasingly become who we already are). Those who walk in love and destroy their sin (not perfectly) are showing they have already been made new through faith.

Confirming the Command (05:25–07:57)

•      The same pattern shows up in 1 Corinthians 5:6–7. Be about becoming something new, because you already have been made new.
•      1 Peter 2:9–10 declare who we already, and then 1 Peter 2:11 says how we ought to live in light of that reality.
•      You don’t become a good tree by bearing good fruit. You show that you are a good tree by bearing good fruit. (Matthew 7:17–20)
•      When you abstain from the passions of the flesh, you’re not making yourself God’s chosen people, but revealing that you already are God’s chosen people.

How Do Passions Destroy You? (07:57–10:54)

•      How do your passions war against you and try to destroy you? (1 Peter 2:11)
•      You exist (were made) to proclaim excellent things about God. (1 Peter 2:9)
•      The passions of the flesh are any passions that cause you to stop marveling most in the excellency of God (1 Peter 2:11). They dim and destroy your passions for God.
•      They do this by making other things look brighter and more beautiful than God. (1 Peter 2:11)
•      The passions of the flesh strip you of the power to do the thing you were created to do: to proclaim God’s excellencies.

How Do You Abstain? (10:54–13:25)

•      One option is to “cut off your hand” and “gouge our your eye” (Matt 5:29-30). You feel the desires, but deny them.
•      A second option (we always do both) is to replace your old passions with new passions. (1 Peter 1:13)
•      Develop new and increasingly intense longings for God’s word. (1 Peter 2:2–3)
•      As you abstain from the passions of the flesh, you preserve the very reason for which you were created, namely to savor God’s glory.

Related Resources

•      Satan and Sodomy: Understated and Inflammatory Words (article)
•      How Do I Know God’s Calling for My Life? (interview)
•      “The War Against the Soul and the Glory of God” (sermon on 1 Peter 2:11–12)

1 Peter 2:11–12, Part 2

Silence the World with Good Deeds

December 29, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Peter 2:11–12 and 1 Peter 1:14
Topic: Evangelism

Many Christians today cannot stand being maligned, and so they cave to what the world wants. In this lab, John Piper helps us win the world by living differently.

Many Christians today cannot stand being maligned by the world, and so they cave to what the world wants. They ignore the Bible and do whatever society does. In this lab, John Piper helps us win the world by living differently. He explains how our changed lives are one of the most powerful witnesses to the worth of Jesus Christ.

Principle for Bible Reading

When you read commands or arguments in the Bible, like in 1 Peter 2:12, think of the ways that command or argument might be abused by someone. How might it be taken out of context or warped to serve another purpose? Then develop a way to answer or correct that wrong interpretation or application with support from elsewhere in the Bible.

Study Questions

1.      Look back at 1 Peter 1:14, and explain how it relates to 1 Peter 2:11–12. What are the relationships, according to Peter, between our knowledge, our desires, and our behavior?


2.      What is the ultimate purpose of 1 Peter 2:12? How do the other parts of these two verses relate to or support that one main purpose?


3.      Can you think of your own example for what this might look like? How might 1 Peter 2:12 really happen, how might we win the world, without compromising our Christian faith and convictions?

Introduction/Prayer (00:00–02:22)

Made New with Truth (02:22–03:55)

•      Ignorance produces sinful passions and desires. (1 Peter 1:14)
•      And those sinful passions lead to conformity to sin.
•      Peter is striving to replace their ignorance with new truth, that will change their desires, and eventually their behavior.
•      Peter must have that process in mind here again in 1 Peter 2:11.

The Power of a Changed Life (03:55–06:39)

•      The call is to keep your conduct honorable or beautiful in the world. (1 Peter 2:12)
•      Peter wants these Christians’ lives to make Christ look beautiful.
•      The purpose is to confront and end slander from nonbelievers. (1 Peter 2:12)
•      How do we silence slander from our opponents in the world?
•      We silence them by doing good deeds. (1 Peter 2:12)

Win the World, Don’t Let the World Win (06:39–08:52)
• This does mean that we do whatever it takes not to be maligned by the world.
• We are not going to continue to do what the world wants us to do, no matter what they say. (1 Peter 4:3–4)
• 1 Peter 4:4 says the world will be surprised when you stop acting like them, and they will malign you. It does not say go ahead and do what the world wants.
• 1 Peter 2:12 suggests there are certain good deeds that even some in the world will recognize, respect, and admire.

An Example: The Pro-Life Movement (08:52–11:01)

Related Resources

•      Why Would the World Ask About Your Hope? (article)
•      Is God Only Glorified by People Who Love Him? (interview)
•      “Good Deeds and the Glory of God” (sermon on 1 Peter 2:11–12)

1 Peter 2:11–12, Part 3

Will Others Worship God Because of You?

December 31, 2015
by John Piper
Scripture: 1 Peter 2:11–12, Acts 15:14, and Luke 1:68
Topic: Evangelism

The Bible says that some will be saved through the witness of our faithfulness. But how does that happen? What makes our living in line with the gospel compelling to nonbelievers? In this lab, John Piper explains how our good deeds win others to Christ.

Principle for Bible Reading

Often the biblical authors create or mention a series of steps for the Christian to learn and practice. When you come to a series of actions, stop and think about the differences between the steps, what order they should be in, and any relevant relationships between the steps.

Study Questions

1.      Look at 1 Peter 2:12 and separate the different steps Peter mentions (John sees four steps). Put the steps in order, and explain how they relate to each other.


2.      How does someone go from seeing our good deeds to glorifying God? What moves them from observing our good deeds to worship? Look at 1 Peter 2:15 and 3:16 for help. What massive thing has to happen before anything else (mentioned in the first verses of the letter)?


3.      Peter says they will glorify God on “the day of visitation.” What do you think that means and why? Where in the Bible would you go to support your answer?

Introduction/Prayer (00:00–01:20)

A Path to Glory (01:20–03:34)

•      First, we are slandered. (1 Peter 2:12)
•      Therefore, we should do good deeds—positive, proactive engagement for the good of the world. (1 Peter 2:12)
•      Then, the world sees your good works. (1 Peter 2:12)
•      Finally, having seen, they glorify God. (1 Peter 2:12)

Awakening an Unbeliever (03:34–05:59)

•      How does the world go from seeing our good works to worshipping God?
•      One way is that the good works might silence their unfair criticism or slander. (1 Peter 2:15)
•      Another way is that they might be put to shame and repent. (1 Peter 3:16)
•      However God chooses to do it, he must cause them to be born again. (1 Peter 1:3)

The Day of Visitation (05:59–08:55)

•      Peter says some in the world will glorify God because of your good works “on the day of visitation” (1 Peter 2:11). When is that day?
•      It might the day of the second coming, or it could be the day that God causes them to be born again and believe.
•      God “visits” the Gentiles to save them through faith. (Acts 15:14)
•      Again, God “visits and redeems” his people in the coming of Jesus (the first time). (Luke 1:68)
•      Therefore, Peter probably is not thinking mainly of the second coming, but of their conversion through the witness of your good deeds.

Related Resources

•      How to Drink Orange Juice to the Glory of God (article)
•      How Does It Glorify God to Predestine People to Hell? (interview)
•      “How to Do Good So That God Gets the Glory” (sermon on 1 Peter 4:10–11)

1 Peter 2:13–17, Part 1

Live on Earth as Citizens of Heaven

January 5, 2016
by John Piper
Scripture: 1 Peter 2:13–17 and Philippians 3:21
Topic: Government

Christians live in and are citizens of some nation on earth, under some government, but their final authority is in heaven. So what did God intend for human governments to do? And how should we respond as believers in Jesus? In this lab, John Piper explains how to live as exiles and refugees.

Principle for Bible Reading

When you see a biblical author repeating a theme in a book or series of books, stop and look at the verses that deal with that particular theme. Often phrases or ideas in one verse will bring light and clarity to another verse.

Study Questions

1.      Review 1 Peter 2:11–12. What kind of people is Peter writing to with this letter? Who are they and what is there status in this world? How does that inform his call in 1 Peter 2:13–14?


2.      Read 1 Peter 2:13–17, 18; 3:1, and 7–8. How does this effect your understanding of 1 Peter 2:13–17? What theme is Peter building on throughout this letter, specifically in these verses?


3.      One important word appears in 1 Peter 2:14 and 1 Peter 2:15. What does Peter’s use of that word in both verses reveal about God’s intention for Christian witness and the local government?

Introduction/Prayer (00:00–03:12)

A Call to Refugees (03:12–05:58)

•      Remember that Peter is writing to Christians who are sojourners and exiles in this world, like spiritual Syrian refugees today. (1 Peter 2:11)
•      We are citizens in heaven (Philippians 3:21), and therefore aliens on the earth.
•      Peter calls these sojourners and exiles to live honorably in the world, to do good deeds, in order to silence their opponents and critics. (1 Peter 2:12, 15)
•      You are exiles or refugees here, but do not ignore the governing institutions where you live. (1 Peter 2:13)

A Call to Submission (05:58–09:22)

•      How do we relate to our American government (or the authorities wherever we live or work)?
•      We submit to “every human institution.” (1 Peter 2:13)
•      Submission is a major theme in 1 Peter. Peter speaks to submission as citizens (1 Peter 2:13–17), as employees or even slaves (2:18), as wives and as family (3:1–7), and as believers one to another (3:8).
•      We could apply this to the police, or the military, or to teachers and professors, and to a hundred other institutions.

A Call to Governors and Citizens (09:22–12:34)

•      Specifically, Peter calls Christians to subject themselves to the emperor and the governors (to the governing authorities in the land). (1 Peter 2:13–14)
•      The emperor and his governors (those in power) are called by God to “punish those who do evil and to praise those who do good.” (1 Peter 2:14)
•      The good that governments are to praise is the same good Christians are to excel in. (1 Peter 2:12, 14–15)
•      There’s an overlap between the kingdom of this world and the kingdom of Christ so that the reign of Christ can be seen in the world.
•      As Christians, one important role we play in this equation is to in help elect rulers who do what God intended them to do, namely punish what is evil and praise what is good.

Related Resources

•      Live Homeless, Homesick, and Free (article)
•      Pilgrims and Patriots (interview)
•      “The Hope of Exiles on the Earth” (sermon on Hebrews 11:13–22)

1 Peter 2:13–17, Part 2

Obey as People Who Are Free

January 7, 2016
by John Piper
Scripture: Mark 12:17, Matthew 17:24–27, and 1 Peter 2:13–17
Topic: Government

How do servants of the King live and serve in a world with kings? In this lab, John Piper reveals the wonder of Christian freedom and the witness of being subject to human authorities. To help, he draws in an encounter Jesus and his disciples had with tax collectors.

Principle for Bible Reading

Often the Bible creates tensions that appear to be contradictions to our limited perspective (e.g. freedom and subjection in 1 Peter 2:13–17). Some mysteries are above our human minds, but some of the most beautiful and profound things we can learn about God, and life, and ourselves are found in working hard to understand how these tensions are not contradictions.

Study Questions

1.      What might it mean to subject yourself to the government “for the Lord’s sake” in 1 Peter 2:13? Identify a couple of options and decide which one you think Peter intended.


2.      Peter says to “live as people who are free” (1 Peter 2:16) in the same passage he calls these believers to “be subject” (2:13) and to be “servants” (2:16).


3.      Read Matthew 17:24–27 and Mark 12:17. What do these passages bring into your understanding of 1 Peter 2:13–17?

Introduction/Prayer

Subject Yourselves to the Government

•      How does our subjection to every human institution stand out as peculiarly Christian? (1 Peter 2:13)
•      We are to subject to every human institution “for the Lord’s sake.” (1 Peter 2:13)
•      That means we exalt the Lord over our rulers as we subject ourselves to those same rulers.
•      It also means being subject because the Lord sent us to be subject to human institutions. (1 Peter 2:13)

Subject Yourselves as Free People

•      Live (and be subject to every human institution) as people who are free. (1 Peter 2:16)
•      We are supremely subject to God as our highest authority (“servants of God”). (1 Peter 2:16)
•      This frees us from our earthly rulers’ authority ultimately. We don’t owe them anything because of them. We subject ourselves to them because our King has sent us into the world to obey our human institutions for the Lord’s sake.

An Example from Jesus’ Ministry

•      Jesus confronted these issues with his disciples before the tax collectors in Matthew 17:24–27
•      If God is your Father, and he’s the King over this world, and you’re the sons of the King, you don’t owe anything to anyone here because of their intrinsic authority. (Matthew 17:26)
•      You only owe anyone anything on this earth if your God, with all of his authority, tells you that you do.

Render to Caesar

•      Live as free people who are servants of God sent by God into to the world to be subject to human institutions.
•      Once you are subject to God in everything, you will be able to discern what to render to Caesar. (Mark 12:17)
•      You are servants of God, and everything belongs to him. And he sends you to subject yourself to every human institution and obey those authorities for his sake.

Related Resources

•      Fare Well, Liberty Bell (article)
•      Does Romans 13 Prohibit All Civil Disobedience? (interview)
•      “Subjection to God and Subjection to the State,” Part 1, Part 2, Part 3, and Part 4 (sermons on Romans 13:1–7)

1 Peter 2:13–17, Part 3

Fear God, Not the Government

January 12, 2016
by John Piper
Scripture: John 18:36–37 and 1 Peter 2:13–17
Topic: Government

What does freedom in Christ look like in subjection to a human government? In this lab, John Piper explains five key principles. He touches on our attitude toward one another, toward hardened criminals, and to ungodly government rulers. He ends with Jesus being confronted by Pilate as one paradigm for all believers.

Principle for Bible Reading

When you are studying a passage of Scripture that deals with a particular subject or topic (e.g. government, or marriage, or spiritual gifts), try to see all that the biblical author says about that topic in that passage, not just the main thing or the thing you see first. Then work to see how the various things you’ve seen relate to each other.

Study Questions

1.      What might it mean to “honor everyone” (1 Peter 2:17)? How would a Christian honor a rapist or a murderer?


2.      Why does Peter include, “Love the brotherhood,” here in 1 Peter 2:13–17? How does that command fit with the wider purposes in this set of verses?


3.      Read Jesus’s interaction with Pilate in John 18:36–37. How do Jesus’s words help us make sense of 1 Peter 2:13–17?

Introduction/Prayer (00:00–02:58)

  1. Fear God. (02:58–04:16) • You do not fear the emperor. You fear God. (1 Peter 2:17)
    • Godly submission to a government is marked by a fearless fear of God.
    • Our only ultimate fear in this life is to dishonor our Maker, the King over every earthly king.
  2. Honor all people appropriately. (04:16–06:54) • We honor all people appropriate to their role (“Honor everyone.”). (1 Peter 2:17)
    • We subject ourselves to the emperor in one way and to governors in another way. (1 Peter 2:13–14)
    • How do honor a rapist or a murderer? Certainly not in the same way you honor a teacher, a boss, or a friend.
  3. Reserve special affection for believers. (06:54–07:49) • “Love the brotherhood.” (1 Peter 2:17)
    • Alongside all the honor you show to all people, there’s a special love and affection we show each other as believers.
    • This is crucial in days when the emperor and governors may not be supportive of Christianity.
  4. Overflow in good deeds. (07:49–10:05) • Peter returns to this theme again and again in 1 Peter. (1 Peter 2:20; 3:6, 10, 13, 16–17; 4:19)
    • We are not subject to human institutions by simply keeping the minimal requirements (e.g. speed limits), but by looking for every possible way to bless our communities.
    • No unbeliever is impressed by minimalist Christian ethics that simply avoid bad things. What impresses the world are good deeds overflowing way beyond normal expectations.
  5. We silence the ignorance of the foolish. (10:05–10:39) • By the abundance of good deeds, we silence ignorant opposition to Christianity. (1 Peter 2:15)
    • The people in the world who slander Christians are ignorant of the truth.
    • We want that to change, and Peter says that happens as they see us do good deeds. Bear Witness to the Truth (10:39–13:39) • Jesus’s kingdom is not of this world. He did not come to be installed as king, yet. (John 18:36)
    • If his kingdom was here, his servants would fight to install him as king or emperor now (John 18:36).
    • This is Jesus’s world. He will take it back, and rule as King over this world.
    • Jesus was born not to rule now as king now, but to “bear witness to the truth” (John 18:37). And the truth is that he will return and be King over everything.
    • We submit to every human institution so that the world might see our good deeds, as we bear witness to the truth, and give glory to God. (1 Peter 2:11–12)

Related Resources

•      Render to Caesar the Things That Are Caesar’s (article)
•      What Oppressive Governments Cannot Do (interview)
•      “Slaves of God: Free from All to Honor All” (sermon on 1 Peter 2:13–17)

1 Peter 2:18–20, Part 1

Slaves, Obey Your Masters

January 14, 2016
by John Piper
Scripture: 1 Corinthians 7:21–24 and 1 Peter 2:18–20
Topic: Social Issues

Slavery is a sensitive topic with a horrific history. So what does the Bible say for slaves? Or does the Bible say “so little”? In this lab, John Piper explores one place where freedom is found, looking at a couple key passages that address the tragedy of human slavery.

Principle for Bible Reading

Some topics are so sensitive and painful, we have a hard time slowing down enough with the texts in the Bible that deal with them. For instance, the horror and destruction cause by human slavery. As issues like this one remain relevant in our society and world, we have to study very carefully all that God has said about slavery and freedom, about Christian hope and witness, looking for every principle we can find.

Study Questions

1.      Look through 1 Peter for passages similar to 1 Peter 2:18–20. What can you say about this theme in Peter’s letter? For help, start in 1 Peter 3:9 and 4:19.


2.      As we read Peter’s counsel for Christian slaves, we have to keep in mind relevant encouragement or counsel from elsewhere in 1 Peter. How do 1 Peter 2:13 and 2:16 inform our understanding of 1 Peter 2:18–20?


3.      Now, read 1 Corinthians 7:21–24. How does this effect your reading of 1 Peter 2:18–20 and your understanding of slavery in the Bible?

Introduction/Prayer (00:00–02:11)

A Theme Throughout 1 Peter (02:11–03:32)

•      The theme of submission to authority with good deeds, even to unjust authority, is not new in 1 Peter 2:18–20.
•      Just as slaves are told to good and suffer, we are all told to do good and suffer. (1 Peter 4:19)
•      We are not to repay evil for evil or reviling for reviling, but instead to bless or do good. (1 Peter 3:9)

Free Slaves for the Lord’s Sake (03:32–06:26)

•      What makes these slaves’ submission to their masters Christian?
•      All Christian submission to any human institution is submission “for the Lord’s sake.” (1 Peter 2:13)
•      We must remember general principles for submission as we come to more specific circumstances of submission. (1 Peter 2:13, 17)
•      Another overarching principle is that Christians are free (1 Peter 2:16). That applies to every Christian in every position in society.
•      God sends us into every human institution as free people for his sake (“for the Lord’s sake”).

A Second Text on Slavery (06:26–08:49)

•      Christians have far bigger issues to worry about than slavery (1 Corinthians 7:21). We don’t ignore it or condone it, but it’s not our first and primary concern.
•      Paul does encourage slaves to gain their freedom if they can. (1 Corinthians 7:22)
•      Any slave who is a believer is a freedman in the Lord, and a slave of Christ. (1 Corinthians 7:22)
•      Slaves submit to their masters as men and women who have been bought and freed by Christ. They submit now to their earthly masters because of their Master’s authority and purpose. (1 Peter 2:18)

Related Resources

•      How Paul Worked to Overcome Slavery (article)
•      Why Did God Permit Slavery? (interview)
•      “The Horror and Hope in Slavery” (message on 1 Peter 2:18–20)

1 Peter 2:18–20, Part 2

Trust God When You Are Mistreated

January 19, 2016
by John Piper
Scripture: 1 Peter 2:18–20
Topic: Social Issues

What happens when someone is mistreated for doing good? In this lab, John Piper teaches us how to respond to and endure injustice. He takes Peter’s words about slavery to call all of us to fear God and to persevere in loving and serving others for His sake, even when it brings hardship.

Principle for Bible Reading

When you come to a question or stumbling block in a particular verse, it is often helpful to read the verse or verses immediately before and/or after the one you’re currently studying. Reading the verse in context might help clarify the author’s meaning or purpose.

Study Questions

1.      Read through 1 Peter 2:18–20. How many principles do you see that make a slave’s life, in subjection to someone else, distinctly or manifestly Christian?


2.      Peter says that slaves should subject themselves to their masters “with all respect.” Respect could also be translated “fear.” Do you think Peter is speaking here of respecting or fearing the master or God? Why?


3.      If this slave is submitting or complying (1 Peter 2:18), why are they suffering (1 Peter 2:20)? What does that say about the relationship between the call to submit and the call to do good?

Introduction/Prayer

Live and Serve with Fear

•      Slaves, be subject to your masters “with all respect (or fear).” (1 Peter 2:18)
•      Is this respect for the master or for God? Is the fear of the master or of God?
•      Peter exhorts his readers to fear God in the previous verse. (1 Peter 2:17)
•      A verse later, he encourages them to be mindful of God. (1 Peter 2:19)
•      This is not a cowering or slavish fear, but a fear of treating God has though he were not worthy to trusted as a loving Father (1 Peter 1:17). This is a positive fear.

Suffer for Doing Good

•      Why does this slave/servant suffer (1 Peter 2:20) if he’s submissive and complying (1 Peter 2:18)?
•      Maybe someone lied about him or her? No, because Peter says he or she is suffering for doing good. (1 Peter 2:20)
•      The master rejected the good deed and punished the slave for it. (1 Peter 2:20)
•      Therefore, subjection is not the highest priority here. Doing good is the highest priority. (1 Peter 2:18)

Related Resources

•      What Christians Do About Modern-Day Slavery (article)
•      Slavery, Oppression, and America’s Prosperity (interview)
•      “How To Suffer for Doing What Is Right” (message on 1 Peter 2:18–20)

1 Peter 2:18–20, Part 3

God Will Reward Every Wrong Endured

January 21, 2016
by John Piper
Scripture: Luke 6:32–36 and 1 Peter 2:18–20
Topic: Suffering

Jesus says that those who follow him will suffer, and many of you will suffer for doing good. In this lab, John Piper reminds us of God’s love for us in every trial, and uncovers the promise that one day he will make every wrong right.

Principle for Bible Reading

When you comes across a word or phrase in the Bible that could have several different meanings (e.g. “a gracious thing”), it helps to search for that word elsewhere in the Bible. It’s especially helpful if you can search in the original languages, but often still useful to search and English text for the same or similar words.

Study Questions

1.      Peter is motivating Christians to suffer for doing good in 1 Peter 2:19–20. Explain how he is motivating them in your own words.


2.      Peter is speaking to slaves in 1 Peter 2:18–20. Do we have any reason to try and apply what he is saying here to ourselves and our circumstances? How does 1 Peter 3:14–17 effect your answer?


3.      What specifically does Peter mean by “a gracious thing” in 1 Peter 2:19–20? The same word is translated “benefit” in Luke 6:32–36. How do Jesus’s words help us understand what Peter might mean?

Introduction/Prayer (00:00–01:29)

A Gracious Thing Before God (01:29–03:03)

•      Twice Peter uses the phrase “a gracious thing” to talk about suffering unjustly for doing good. (1 Peter 2:19–20)
•      What you are experiencing as you do not return evil for evil is a beautiful thing in the sight of God.
•      When you suffer unjustly for doing good, be mindful of God and his favor toward you.

Can We Identify with Slaves? (03:03–04:50)

•      Is it legitimate for us to see ourselves in 1 Peter 2:18–20 when Peter is talking about slaves?
•      Yes, because Peter speaks the same way to all people in other places in this letter.
•      The same kind of arguments, for instance, are used in 1 Peter 3:14–17 to speak to all Christians. “If you should suffer for righteousness’ sake, you will be blessed” (1 Peter 3:14).
•      This means we can read Peter’s words to slaves and look for general Christian principles for our lives and relationships.

A Reward for Every Wrong (04:50–08:31)

•      What does it mean that suffering for doing good is “a gracious thing” (1 Peter 2:19–20)? Is it just beautiful? Or does it imply some kind of tangible reward or benefit?
•      Jesus uses the same word (“gracious thing”) in Luke 6:32–33, translated “benefit.” He also mentions a “reward” in this passage (Luke 6:35).
•      This makes me think Peter has benefit or reward in mind in 1 Peter 2:19–20. Good is coming to those who suffer for doing good.
•      He says the same thing in 1 Peter 3:9, “… that you may obtain a blessing.”
•      Christian, if you suffer for doing good, you will be lavishly rewarded by God in the end.

Summary (08:31–9:40)

•      When you are suffering unjustly, keep God’s favor in view.
•      And, you should keep in mind that it will all be made up to you someday.

Related Resources

•      Great Losses, Severe Mercies, Tearful Joy (article)
•      What Pains Here Bring Greater Reward in Heaven? (interview)
•      “Liberated for Love by Looking to the Reward” (message on Hebrews 11:23–28)

1 Peter 2:21–25, Part 1

Jesus Suffered to Keep You from Sinning

February 9, 2016
by John Piper
Scripture: Romans 12:19–20 and 1 Peter 2:21–25
Topic: The Death of Christ

Jesus promised us that his followers would suffer unjustly for bearing his name. In this lab, John Piper explains how we return good for evil, even when it seems like evil is winning. He shows that Jesus died for you in more ways than one, and demonstrates how each way speaks into the opposition we face from the world.

Principle for Bible Reading

People with different theological convictions will latch on to key texts in the Bible that support their school of thought and worldview. It is wrong and dangerous, though, to allow certain truths in Scripture to silence others. Good theology is about finding the (often difficult and mysterious) harmony in all of Scripture. 1 Peter 2:21–25, for example, bring together two important truths about Jesus that have often been set against each other in church history and practice.

Study Questions

1.      In 1 Peter 2:21–25, Peter gives us two main reasons from the life of Jesus to be willing to suffer unjustly for righteousness’s sake. What are they?


2.      If you believed one motivation, but not the other, what would go wrong in your theology and life? Answer for both motivations.


3.      Looking specifically at 1 Peter 2:22–23, how does Jesus’s example as a sufferer help us to suffer injustice ourselves?

Introduction/Prayer

All Christians Are Called to Suffer

•      We are called to suffer unjustly for two reasons. (1 Peter 2:21)
•      First, because Christ suffered for you (substitution), that is, for your sins. (1 Peter 2:21)
•      Secondly, because Christ left an example for you (illustration) in his suffering. (1 Peter 2:21)
•      If you abandon the second, you’ll be a nice conservative evangelical who neglects the exemplary example of Christ who teaches us to suffer righteousness’ sake.
•      If you abandon the first, you become a nice, liberal Christian, neglecting the most important thing, Christ’s death for sinners who could never do enough good to atone for their sin. (1 Peter 2:21)

Christ Left Us an Example

•      The illustration is unpacked in 1 Peter 2:22–23, and the substitution is unpacked in 1 Peter 2:24–25.
•      Christ committed no sin on his way to the cross (1 Peter 2:22). We should never sin to get ourselves into suffering.
•      When Christ was treated badly or unfairly, he did not respond with the same (1 Peter 2:23). Likewise, do not return evil for evil.

The Power to Suffer Well

•      How do we find the power to respond like Christ when it feels like injustice is being done?
•      Christ could have come off of the cross and killed them all, and it would have been perfect justice. But he didn’t in order to bear our sin and set us an example.
•      In the midst of a sea of injustice, Christ entrusted himself and his cause to his Creator (1 Peter 2:23). He knew justice would be done.
•      Paul tells us not to avenge ourselves, but to surrender justice and vengeance to God, and to love and serve our enemies. (Romans 12:19–20)

Related Resources

•      Should Christians Be Encouraged to Arm Themselves? (article)
•      Do My Sufferings Complete Christ’s? (interview)
•      “Christ Died for Our Sins That We Might Die to Sin” (message on 1 Peter 2:21–25)

1 Peter 2:21–25, Part 2

By His Wounds You Have Been Healed

February 11, 2016
by John Piper
Scripture: 1 Peter 2:21–25
Topic: The Death of Christ

The Bible says that when Jesus went to the cross, he bore our condemnation and purchased our healing. What does his sacrifice mean tangibly for a life now lived for the glory of God? In this lab, John Piper explains what kind of healing and transformation we experience through faith.

Principle for Bible Reading

Whenever the New Testament quotes or alludes to an Old Testament text or story, it is likely you will learn something by going back to reread the passage being quoted in its original context. The New Testament authors often have that context in mind as they quote the text.

Study Questions

1.      Jesus died for you as an example or illustration (1 Peter 2:21) and he died for you as a substitution. Describe what it means for Christ to be a substitution for us? Refer to 1 Peter 3:18.


2.      In 1 Peter 2:24, Peter quotes from Isaiah 53. Read Isaiah 53. What light does it bring to your understanding of 1 Peter 2:21–25?


3.      When Peter says, “By his wounds you have been healed,” what is the healing that happens here? What kind of healing is this?

Introduction/Prayer/Recap (00:00–02:13)

Christ Died in Your Place (02:13–05:37)

•      Jesus died for you in two ways, as an illustration or example and as a substitution. (1 Peter 2:21, 24)
•      In terms of substitution, Christ bore our sins, our condemnation, when he died on the cross. (1 Peter 2:24)
•      Christ suffered on the cross, “the righteous for the unrighteous, that he might bring us to God.” With his death, he bridges or overcomes the chasm between sinners and a holy God. (1 Peter 3:18)
•      Our sin (1 Peter 2:24) is our failure to follow in Jesus’s steps (1 Peter 2:21). Christ died for our sin (substitution) so that we might live like him (illustration).

Die to Sin and Live to Righteousness (05:37–08:42)

•      Jesus bore our sins “that we would die to sin and live to righteousness.” (1 Peter 2:24)
•      “By his wounds you have been healed,” (1 Peter 2:24) is a quotation from Isaiah 53:5–6, specifically verse 5.
•      Peter’s phrase, “Bore our sins” (1 Peter 2:24), comes from Isaiah’s line, “the Lord has laid on him the iniquity of us all” (Isaiah 53:6).
•      The wounds of Christ have healed us. (1 Peter 2:24)
•      The healing is a restored and renewed fellowship with God (returned”). (1 Peter 2:25)
•      Peter says the same thing in 1 Peter 3:18, “that he might brings us to God.”

Healing and Transformation (08:42–10:30)

•      How does Christ’s bearing our sins relate to our dying to sin and living to righteousness?
•      When he bore our sins, he healed us.
•      That healing was a transformation that restored us to sweet fellowship with and satisfaction in God.
•      That transformation breaks the power of the attractiveness of sin.

Related Resources

•      It Is Finished (article)
•      Did Christ Die for the Whole World? (interview)
•      “The Beast, the Book, and the Beauty of the Lamb” (message on the death of Christ)

1 Peter 3:1–6, Part 1

To Wives with Unbelieving Husbands

February 18, 2016
by John Piper
Scripture: 1 Peter 3:1–6
Topic: Marriage

Some women are exiles within their own marriage. They want to follow Jesus, but their husbands have rejected the gospel they love. In this lab, John Piper wades into very delicate situations, asking what the Bible says about submitting to unbelieving husbands. He will show how the example of marriage relates to other relationships and institutions in our lives.

Principle for Bible Reading

Some phrases in the Bible can come across ambiguous, either because of a difference in the English language or because a couple thousand years have passed since this Book was written. For instance, what does Peter mean here by the phrase, “does not obey the word” (1 Peter 3:1)? We can often find an answer by searching for those same words elsewhere in the author’s writing (or more widely in the Bible if we do not find anything within, say, Peter’s letters).

Study Questions

1.      Explain the “Likewise” at the beginning of 1 Peter 3:1. What in the previous verses is Peter comparing the current situation to and why?


2.      Why would Peter say, “Be subject to your own husbands,” here (1 Peter 3:1)? What distinction is he making, and how does that relate to what he was doing in 1 Peter 2:13–14?


3.      What does Peter mean when he says the husband does not “obey the word” (1 Peter 3:1)? What are the possible meanings, and what do you think Peter meant? After you’ve decided, look to 1 Peter 2:7 and 4:17 for help.

Introduction/Prayer (00:00–03:03)

A Series on Christian Submission (03:03–06:17)

•      “Likewise” tells us this is a continuation of a sequence of instructions, first to all Christians, then to slaves, and now to wives. (1 Peter 3:1)
•      In this letter, Christians are sojourners and exiles on the earth away from their home in heaven. (1 Peter 2:11)
•      Peter wants Christians to suffer unjust persecution and slander in a way that wins unbelievers to faith in God. (1 Peter 2:12)
•      Then, he tells all Christians to be subject to “every human institution,” knowing that some of those institutions will be broken and unjust. (1 Peter 2:13)
•      And then, he tells Christian slaves to be subject to their masters, “not only to the good and gentle but also to the unjust.” (1 Peter 2:18)

Wives, Be Subject to Your Husband (06:17–07:57)

•      With those other examples in mind, wives are now called to be subject to their own husbands. (1 Peter 3:1)
•      The wives are not called to be subject to all men in this way, but to their “own husbands.” (1 Peter 3:1)
•      We see the same distinction earlier when Peter talks about the government. We don’t submit to the emperor (“as supreme”) the same way we submit to other people. (1 Peter 2:13–14)
•      So how would the principles of submission Peter is applying in various ways apply specifically to a wife and her husband?

An Exile in Her Own Marriage (07:57–11:03)

•      In this case, a wife is a sojourner and exile even within her marriage. Why? Because her husband does not obey the word. (1 Peter 3:1)
•      Does that mean the husband is a Christian who sometimes doesn’t obey, or is the “word” here the gospel and he is not a believer?
•      Peter uses the same phrase, “disobey the word,” in 1 Peter 2:7. There, it clearly means to not believe (or obey) the gospel. He also uses the phrase, “those who do not obey the gospel,” in 1 Peter 4:17.
•      Therefore, we should take that to mean that these husbands are not believers (not obeying the gospel). That makes this believing wife a Christian exile within her own marriage.

Related Resources

•      Three Ways to Love Your Imperfect Husband (article)
•      Hope for Hard Marriages (interview)
•      “Women of Valor for Non-Promise Keepers” (message on 1 Peter 3:1–7)

1 Peter 3:1–6, Part 2

The Saving Power of a Fearless Wife

February 23, 2016
by John Piper
Scripture: 1 Peter 3:1–6
Topic: Marriage

What hope does a wife have of saving her unbelieving husband? In this lab, John Piper explains how fearlessness and purity might make all the difference for her husband’s faith. As is often the case in the Bible, the principles applied to wives here can and should be applied to all of us.

Principle for Bible Reading

Just because the Bible addresses a particular group of people, for instance wives in this case, it does not mean other groups of people should ignore the wisdom and relevance of those instructions for themselves. Very often, the biblical authors expect all Christians, for instance husbands, to read and obey the principles being applied to others.

Study Questions

1.      Read 1 Peter 3:1–2 and 1 Peter 2:11–12. What similarities do you see between the two passages, and what might that mean for how we apply Peter’s instructions to wives?


2.      What might it mean for a wife to win her husband “without a word” (1 Peter 3:2)? How does 1 Peter 1:23–25 inform or effect how you read that phrase?


3.      “Respectful” (1 Peter 3:2) can be translated literally “in fear.” How do you understand the phrase “in fear” here, in light of texts in 1 Peter like 1 Peter 1:17, 2:17–18, and 3:6?

Introduction/Prayer (00:00–01:06)

Words for Wives—And Everyone Else (01:06–05:47)

•      The wife’s godly conduct or behavior or witness is a means of winning or saving the unbelieving husband. (1 Peter 3:1–2)
•      The same word for “conduct” (1 Peter 3:1) is used in 1 Peter 2:12. The principle is applied generally to all in 1 Peter 2:12, and more specifically to wives in 1 Peter 3:1.
•      The same word for “see” (1 Peter 3:2) is also used in 1 Peter 2:12. In both places, it is an unbelieving person seeing a Christian’s life and being won to faith by it.
•      Because the instructions for wives in 1 Peter 3:1–2 can be applied more generally (1 Peter 2:11–12), husbands (or anyone else) should also try to apply the instructions to themselves.

Can She Win Him Without a Word? (05:47–08:23)

•      What does it mean for a wife to win her husband “without a word” (1 Peter 3:2)?
•      It does not mean the husband does not need to hear the gospel. 1 Peter 1:23–25 says that every new birth happens “through the living and abiding word of God … And this word is the good news that was preached to you.”
•      Therefore, the husband needs to hear the good news before wife’s Christian behavior can win him.
•      “Without a word” means without an excessive word or a nagging word or a manipulative or pressuring word. (1 Peter 3:2)
•      Once this husband has heard the gospel in which his wife believes, her conduct might make all the difference in his salvation.

The Power of Fear (08:23–10:34)

•      “Respectful” should be literally translated “in fear.” (1 Peter 3:2)
•      This fear is not toward the husband, but toward God. (1 Peter 1:17; 2:17–18)
•      Peter tells these women very clearly not to fear anything that is frightening. (1 Peter 3:6)
•      A godly wife’s greatest fear would be to displease her supreme master, God.
•      In the fear of God, a wife is sent back in to be subject to her husband.

The Power of Purity (10:34–11:46)

•      This new conduct that the wife lives before her husband is pure. (1 Peter 3:2)
•      She is not inclined to be dishonest in anything, or to participate in any sexual illicitness.
•      Her husband, therefore, finds he has a pure and trustworthy wife.
•      And therefore, without a word, knowing her husband knows the gospel, she will not badger him, but will trust and hope in God for his salvation.

2 Peter 1:3–4

Precious and Great Promises

August 26, 2014
by John Piper
Scripture: 2 Peter 1:3–4
Topic: The Bible

Principle for Bible Reading

When studying a paragraph of the Bible, break it down into individual propositions and ask questions about how each line relates to the one before it and after it. Focus in particular on connecting words (e.g. “for”, “so that”, “by”, etc.).

Outline

Introduction/Prayer (00:00–00:57)

Observations (00:57–06:36)

1.      God’s power has given us everything we need for life and godliness (2 Peter 1:3).
2.      [“through”] A knowledge of God is the pathway of godliness (2 Peter 1:3).
3.      [“by”] Because God is glorious and excellent, he has given us “precious and very great promises” (2 Peter 1:4).
4.      [“so that”] God’s promises are the means of our becoming like God (2 Peter 1:4).
5.      God’s promises make us more like God by combatting sinful desires in the world (2 Peter 1:4).

Summary (06:36–8:58)

The Power of God ⇒
The Call to Glory ⇒
God’s Promises ⇒
Escape from Sinful Desire ⇒
The Divine Godliness

Application (8:58–9:51)

How do we pursue godliness?

1.      Know your calling to glory and excellence.
2.      Treasure and meditate on God’s promises.
3.      Battle sinful desires with superior pleasures.

Study Questions

1.      Based on this passage, what role does knowledge play in our growth in godliness?


2.      According to these verses, why has God given us promises?


3.      How are God’s promises working to make us more godly? How do they battle sinful desires still in us?

Related Resources

•      Four Keys to Satisfying Your Starving Soul (article)
•      The 8 Steps of Christian Obedience (interview)
•      Liberating Promises (sermon on 2 Peter 1:1–4)

1 John 5:1–4

The Victory That Overcomes the World

September 23, 2014
by John Piper
Scripture: 1 John 5:1–4
Topic: Faith

Principle for Bible Reading

There are two major ground clauses (“for” or “because”) in 1 John 5:3–4. Pastor John focuses in on these two for’s to see the relationship between our love for God, our love for others, and our obedience to God’s commands. In doing so, he uncovers our victory in Christ.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–00:41)

Observations from 5:1–2 (00:37–06:04)

1.      New birth precedes and is the enabling power behind our faith (1 John 5:1).
2.      Believing that Jesus is the Christ always involves loving the Father, that is, finding him beautiful and desirable (1 John 5:1).
3.      And if one truly loves the Father, he or she also loves the children of God (1 John 5:1).
4.      Loving God’s children means loving God and obeying his commandments (1 John 5:2).

Observations from 5:3–4 (06:04–09:40)

1.      When the commandments of God are not burdensome, that is, when they are received and obeyed with joy, we are loving the children of God (1 John 5:3).
2.      The world is anything that makes God’s commandments feel burdensome (1 John 5:4).
3.      Our victory in Christ is that we see the world as unsatisfying and receive and obey God’s commandments with joy and hope (1 John 5:4).

Recap (09:40–12:04)

New Birth ⇒
Faith OR Love for God (one in the same) ⇒
Victory over the World ⇒
Obedience to God’s Commandments ⇒
Love for Believers

Study Questions

1.      From 1 John 5:1, what is the relationship between faith in Christ and the new birth?


2.      Again, from these verses, what does love for other believers look like?


3.      Why are God’s commandments not burdensome to born again Christians?


4.      What is it about faith that gives us victory over the world?

Related Resources

•      Teach Believers What Happened to Them in Conversion (article)
•      The Key to Christian Obedience (interview)
•      Regeneration, Faith, Love: In That Order (sermon on 1 John 5:1–5)

Piper, J. (2014–2015). Look at the Book Labs (1Kor 8,1–1Joh 5,4). Minneapolis, MN: Desiring God.

Look at the book- Luke – study guide

Study guide, Luke

Luke 1:30–37

What Child Is This?

December 16, 2014
by John Piper
Scripture: Luke 1:30–37
Topic: The Birth of Christ

Principle for Bible Reading

What child is this, the baby boy we celebrate every Christmas? Mary met the true identity of her son in the words of an angel, recorded in Luke 1. In this lab, John Piper prepares our hearts for Christmas by slowing down over these verses.

Outline

Prayer/Review (00:00–00:55)

The Son of the Most High (00:55–06:07)

1.      The phrase “found favor with God” is a popular one in Scripture, especially in the Old Testament. (Luke 1:30)
2.      Jesus was born a human to a human. (Luke 1:31)
3.      Jesus will be great by being the very Son of God. (Luke 1:32)
4.      It’s not just that the kingdom will not end, but the king himself will not end. (Luke 1:33)
5.      We know from elsewhere in the New Testament that this house of Jacob now includes Jews and Gentiles who believe in Jesus. (Luke 1:33)
6.      Mary’s baby boy is the fulfillment of God’s promise to David in 2 Samuel 7:16 and rehearsed again in Psalm 89:34–36.

The Power of the Most High (06:07–09:38)

1.      Mary responds to the angel with meekness and obedience, not doubt or defiance. (Luke 1:34)
2.      How will this baby be born? By the Holy Spirit, the power of the Most High. (Luke 1:35)
3.      The word for “overshadow” appears in the Old Testament when God hovers over the tabernacle, and then again at the Transfiguration when God “overshadows” the mountain.
4.      The Son of God is born of a virgin (Luke 1:34–36). The divine sonship of Jesus is owing to the virgin birth by the Holy Spirit. (“therefore” in Luke 1:35)
5.      The impossible feat God accomplished with Elizabeth, he will now surpass with Mary, by causing her to bear his own Son.

A Summary for Christmas (09:38–11:04)

Christmas is the Holy Spirit coming to a virgin, Mary, and causing her to give birth to a son, Jesus, making him the son of Mary, the Son of God, and our holy, great, and eternal King.

Study Questions

1.      Read Luke 1:30–37. List everything you learn about Jesus, as many different things as you can.


2.      Put yourself in Mary’s shoes. How would you have heard these words from the angel? How would you have connected the different pieces here?


3.      Explain the “therefore” at the beginning of Luke 1:35. How does what come before the “therefore” ground what comes after? Why does the angel draw the conclusion that he does?

Christmas Content from Desiring God

1.      “Hope for the Hurting This Christmas (Video)” (a poem from John Piper)
2.      “Rethinking Santa” (Ask Pastor John episode)
3.      “Make This Christmas Special” (6-minute video)
4.      “Five Things to Teach Your Children This Christmas” (article)

Related Resources

•      Christmas Spending Is a Test of Your Treasure (article)
•      Should Christians Celebrate Christmas? (interview)
•      Christmas as the End of History (sermon)

Luke 7:36–50, Part 1

Forgiveness Leads to Love

September 22, 2015
by John Piper
Scripture: Luke 7:36–50
Topic: Justification

Principle for Bible Reading

What do you do when a verse in the Bible (even words from Jesus himself) seem to contradict core beliefs at the heart of Christianity? In this lab, John Piper models a way forward with difficult texts, not ignoring the problem, but digging deeper to find the harmony with the rest of Scripture.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–01:15)

The Woman’s Love for Jesus (01:15–04:56)

1.      She wet Jesus’s feet with hear tears, and wiped them with her hair. (Luke 7:44)
2.      She continually kissed his feet. (Luke 7:45)
3.      She anointed his head with expensive ointment. (Luke 7:46)
4.      Simon, on the other hand, as the host, failed to show anything remotely close to this kind of love and affection. (Luke 7:44–46)

Forgiveness and Performance (04:56–07:30)

1.      Jesus declares (“Therefore”) her sins are forgiven (“for”) because of her love. (Luke 7:47)
2.      People have asked if this reverses the order of salvation through faith alone. Has Jesus made her love the basis or ground or cause of her forgiveness?
3.      If so, this creates massive issues for our understanding of Christ himself—his righteousness and his cross.

What Does “For” Mean Here? (07:30–12:05)

1.      “For” can support in more than way. It can communicate a cause or evidence. So which is the case here in Luke 7:47?
2.      The forgiveness of little leads to loving little (Luke 7:47). Therefore, the forgiveness of much leads to loving much.
3.      Earlier, we see the same pattern with the moneylenders. Those with a larger debt canceled will love the moneylender more. (Luke 7:42)
4.      Therefore, the “for” here seems to be communicating evidence, and not cause. (Luke 7:36)

Study Questions

1.      Luke 7:47 says the woman loved Jesus much. What evidence is there of that love in the previous verses?


2.      What possible problem do Jesus’s words in Luke 7:47 create? How would you resolve that problem for someone struggling to understand what he is saying?


3.      Explain the “for” in “for she loved much” (Luke 7:47). What possible explanations are there, and why did you choose yours?

Related Resources

•      What Love for God Looks Like (article)
•      How Does God’s Forgiveness Free Us from Idols? (interview)
•      How Justified Sinners Love Each Other (sermon on Romans 12)

Luke 7:36–50, Part 2

God’s Love for the Worst

September 24, 2015
by John Piper
Scripture: Luke 7:36–50
Topic: The Grace of God

Principle for Bible Reading

Who will love Jesus more, the one who has been forgiven much or the one who has been forgiven little? If so, why do we not sin more? In this lab, John Piper tackles another difficult question raised by Jesus. His answer helps us understand Jesus’s words and cultivate a deeper love for him.

Outline

Introduction/Prayer/Recap (00:00–02:12)

Sin Against Jesus and Love for Jesus (02:12–05:44)

1.      Jesus seems to suggest that people will love him more if they’ve been forgiven for more (or worse) sins. (Luke 7:42–43)
2.      This seems to suggest that we would need to do more serious sins if we want to love Jesus more.
3.      Jesus is assuming that there are “better” or worse sins. (Luke 7:41)
4.      Therefore, do we commit more serious sins so that he could forgive us more and deepen our love for him?

Who Will Love Jesus More? (05:44–10:28)

1.      The one Jesus kept back from five hundred sins or the one Jesus kept back from fifty sins? Clearly, the former (John accidentally flips this).
2.      The one Jesus enabled to lead one thousand people to salvation or the one Jesus enabled to lead ten people to salvation? The former.
3.      The one Jesus strengthens to endure one hundred days in prison or the one Jesus strengthens to endure ten days in prison? Again, the former.

Different Blessings and Different Loves (10:28–11:59)

1.      The point of those examples are to highlight different kinds of love we have for Jesus.
2.      Love for the forgiveness of sin is one kind of love we cultivate for Jesus. (Luke 7:42)
3.      There are many ways grace comes to us, and each produces its own love for Jesus.

Study Questions

1.      What potential problem do Jesus’s words create in Luke 7:42–43? How would you go about resolving that problem in your own mind and heart?


2.      If we love Jesus in response to the forgiveness of our sins, what are other things he is or does for us that would cause us to love him more?


3.      How might your answer to the previous question resolve the problem in Luke 7:42–43? How does it keeps us from deliberately committing more serious sins?

Related Resources

•      Where Sin Increased, Grace Overflowed (article)
•      I’ve Sinned Horribly, Is There Any Hope? (interview)
•      By His Grace, for His Name, Through the Obedience of Faith (sermon on Romans 1:1–5)

Exploring Key Texts

The Book of Life

October 2, 2014
by John Piper
Scripture: Luke 10:20
Topic: The Doctrines of Grace / Calvinism

Principle for Bible Reading

When you come across an important word or phrase in our reading, stop to search for other uses of that same word or phrase. Look first within the book you’re reading, then within the same author, then in the rest of the Bible.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–00:59)

What is the Book of Life?
What does it mean to have our names there?
Can our names be erased from the book?

Observations (00:59–09:25)

1.      Revelation 20:12, 15—Being written in the Book is to have eternal life. (00:59–03:23)
2.      Revelation 21:27—Being written in the Book means you enter the city of God. (03:23–04:11)
3.      Revelation 3:5—God will not blot out the one who endures to the end from the Book. (04:11–05:15)
4.      Revelation 13:8—Those who worship the beast were never written in the Book. (05:15–06:50)
5.      Revelation 17:8—Again, those who marvel at the beast were never written in the Book. (06:50–08:46)
6.      Luke 10:20—Our whole security from hell and the things that send us to hell is found in our names being written in the Book. (08:46–09:25)

Study Questions

1.      From the verses above, what does it mean to have our names written in the Book of Life?


2.      Take the six passages and restate in your own words what each says about the Book of Life.


3.      What do Revelation 13:8 and 17:8 say about people who are not written in the Book of Life?

Related Resources

•      New Poem: ‘The Book of Life’ (article)
•      How Can I Help Someone Who Thinks They Aren’t Elect? (interview)
•      We Will All Stand Before the Judgment of God (sermon)

Luke 12:32

Fear Not, Little Flock

September 24, 2014
by John Piper
Scripture: Luke 12:32
Topic: Fear & Anxiety

Principle for Bible Reading

There are often riches and depths of meaning in the simplest verses. Luke 12:32 is one verse with two short propositions, but there are riches buried in its simplicity. Pastor John gives a few tips for meditating on verses like this and seeing all that’s really there. In this case, it reveals several reasons not to fear.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–00:36)

Tips for Meditation (00:36–08:29)

1.      Take words or phrases in your passage and restate them in your own words (e.g. “fear not”).
2.      Ask yourself why the writer chose the words he did (e.g. “flock”).
3.      Look for meaningful connections between words and phrases in a passage (e.g. God as a Shepherd, a Father, and a King).
4.      Identify individual propositions (subject + verb) and the connecting words between them (e.g. “for”).

Summary (08:29–09:50)

1.      In God, we have a Shepherd, Father, and King.
2.      He enjoys freely giving us the kingdom at great cost to himself.
3.      Therefore, we should not fear.

Study Questions

1.      What pictures or metaphors are used to describe God in Luke 12:32?


2.      How is “for” connecting the two propositions in Luke 12:32?


3.      Take the verbs in Luke 12:32 (“fear” and “give”) and restate them in your own words (other words that mean the same thing). What do you learn?


4.      How many reasons not to fear do you see in Luke 12:32? What are they?

Related Resources

•      Keep Praying That Prayer (article)
•      What Does It Mean to Call God Our Father? (interview)
•      It Is Your Father’s Pleasure to Give You the Kingdom (sermon on Luke 12:32)

Luke 12:32–34, Part 1

Sell the Treasure That Will Not Last

March 24, 2015
by John Piper
Scripture: Luke 12:32–34
Topic: Giving

Principle for Bible Reading

Many people are afraid to give because they’re afraid they won’t have enough themselves or that they’ll miss out on something in the future. In this lab, John Piper highlights the liberating promise that God is a providing shepherd, father, and king. Therefore, we can give freely and generously.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–01:01)

God Knows Your Needs (01:01–03:59)

1.      What should you not be afraid of (Luke 12:32)? You are not to fear the consequences of giving.
2.      You are not to fear being without our basic necessities. God knows everything you need. (Luke 12:29–31)
3.      Jesus overcomes this fear by reminding us that we have a good Shepherd, a good Father, and a good King.
4.      Therefore, give. Be generous.

Sell Your Possessions (03:59–07:35)

1.      If you don’t have cash to give, sell your possessions to get some. (Luke 12:33)
2.      Jesus is not against possessions. We know this because Jesus is simply putting your possessions into someone else’s hands. He’s not prohibiting possessions. (Luke 12:33)
3.      We should hold our possessions so loosely that we are willing to let them go if others are in need.
4.      Being a generous and compassionate person is what shows you are a member of this flock, this family, and this kingdom. And that is because this Shepherd, this Father, and this King delights to give. (Luke 12:32)
5.      If you have a God like this, you can afford to live simply and generously. (Luke 12:32–33)

Closing Prayer and Commission (07:35–08:02)

God, make us the kind of people that prove by our giving that we are sheep of such a shepherd, children of such a father, subjects of such a king. I pray this through Christ, Amen.

Study Questions

1.      In the context of Luke 12, what specifically are Jesus’s disciples not to fear (Luke 12:32)?


2.      How does Jesus try and overcome the disciples’ fear? What promise(s) does he give them?


3.      What lesson is Jesus teaching about possessions in Luke 12:32–34? Is it bad to have possessions? Why or why not?

Related Resources

•      Four Questions to Keep Close to Your Wallet (article)
•      Are Christians Called to Obey the Law? (including tithing) (interview)
•      Loved Flock, Do Not Be Afraid to Give It Away (sermon)

Luke 12:32–34, Part 2

Seek the Treasure That Will Not Fail

March 26, 2015
by John Piper
Scripture: Luke 12:32–34
Topic: Christian Hedonism

Principle for Bible Reading

“Where your treasure is, there will your heart be also.” What we treasure has massive implications for the health and security of our hearts. In this lab, John Piper explains why treasure in heaven will satisfy us more than any other, and shows us the pathway to more of the joy found in Jesus.

Outline

Introduction/Prayer (00:00–01:58)

We are sheep of a great shepherd, children of a great father, and subjects of a great king. This shepherd/father/king delights to give, so we also should be generous toward those in need.

The Treasure in Heaven (Luke 12:33) (01:58–04:03)

1.      This treasure will not be lost (“grow old”).
2.      This treasure will not fail.
3.      This treasure will not be stolen (“no thief”).
4.      This treasure will not be ruined (“no moth destroys”).

The Treasure in Your Heart (04:03–06:09)

1.      The heart is the emotional barometer of the value and security of the treasure (Luke 12:34). If your treasure is vulnerable, your joy is vulnerable. If your treasure is secure, your joy is secure. If your treasure is great, your joy is great.
2.      Your heart follows your treasure, wherever and however it leads. Your heart rises and falls with the quality and security of what you treasure.
3.      The full, trustworthy, satisfying treasure in heaven is God—himself, his Son, his kingdom.

Generosity and Joy (06:09–10:19)

1.      Giving to the needy is providing yourself with a never-failing treasure. Generosity is the way you have this treasure. (Luke 12:33)
2.      You do not earn the kingdom (the treasure). You confirm that you are a person with this treasure by your generosity.
3.      You confirm that God is your treasure, and you increase your treasure, and therefore your joy (Luke 6:38). In God’s economy, there is a correlation between our generosity and our joy.
4.      Therefore, do not be afraid. Let’s sell what we need to in order to give all we can.

Study Questions

1.      Explain the “For” at the beginning of Luke 12:34. How does Luke 12:34 ground or explain Luke 12:33?


2.      In Luke 12:34, try and explain the connection between the treasure and the heart? In what ways does our heart follow/depend on what we treasure?


3.      How does Luke 6:38 help clarify the relationship between our generosity and our reward (joy)?

Related Resources

•      Seven Ways to Pray for Your Heart (article)
•      Will Some Saints Be Happier in Heaven?) (interview)
•      Don’t Be Anxious, Lay Up Treasure in Heaven, Part 1 and Part 2(sermons)

Piper, J. (2014–2015). Look at the Book Labs (Mt 28,18–Lk 12,34). Minneapolis, MN: Desiring God.

2 TIMOTHY AND TITUS

 

A New Covenant Commentary

Aída Besançon Spencer

2 TIMOTHY AND TITUS
A New Covenant Commentary

New Covenant Commentary Series

 

The New Covenant Commentary Series (NCCS) is designed for ministers and students who require a commentary that interacts with the text and context of each New Testament book and pays specific attention to the impact of the text upon the faith and praxis of contemporary faith communities.
The NCCS has a number of distinguishing features. First, the contributors come from a diverse array of backgrounds in regards to their Christian denominations and countries of origin. Unlike many commentary series that tout themselves as international the NCCS can truly boast of a genuinely international cast of contributors with authors drawn from every continent of the world (except Antarctica) including countries such as the United States, Puerto Rico, Australia, the United Kingdom, Kenya, India, Singapore, and Korea. We intend the NCCS to engage in the task of biblical interpretation and theological reflection from the perspective of the global church. Second, the volumes in this series are not verse-by-verse commentaries, but they focus on larger units of text in order to explicate and interpret the story in the text as opposed to some often atomistic approaches. Third, a further aim of these volumes is to provide an occasion for authors to reflect on how the New Testament impacts the life, faith, ministry, and witness of the New Covenant Community today. This occurs periodically under the heading of “Fusing the Horizons and Forming the Community.” Here authors provide windows into community formation (how the text shapes the mission and character of the believing community) and ministerial formation (how the text shapes the ministry of Christian leaders).
It is our hope that these volumes will represent serious engagements with the New Testament writings, done in the context of faith, in service of the church, and for the glorification of God.