Rosary2007's Weblog

Words from GOD – Words to GOD

Neuer Himmel- ebook von Arch Bishop Uwe Rosenkranz

Napoleon Crossing the Alps

Napoleon Crossing the Alps

fünfter Teil:

MISSION:

15. Von der Notwendigkeit der Heidenmission

Nachfolgend sollen die Beiträge,

die William Carey,  der Autor des Klassikers :

„Von der Notwendigkeit der Heidenmission“ zur                        

Entwicklung der Kirche leistete, dargestellt werden:

1. Um die Bedeutung des Lebenswerkes William Carey´ s (1761 – 1834) zu erfassen, werden die Bedingungen zu der Zeit untersucht, als Carey seine missionarische Tätigkeit begann.

a) Die politische Situation in Europa

gegen Ende des 18.Jahrhunderts war geprägt von Schreckensherrschaft und Kriegen, mit denen Napoleon Bonaparte das ganze Festland überzog.

Technischer Fortschritt und das Aufkommen einer kalten Vernunft des Liberalismus schafften ein Klima, in dem der Ausbau der Handelsbeziehungen in Form des Kolonialismus gedeihen konnte.

Geographische Erkundungen und die Erschließung neuer Handelsmöglichkeiten förderte die Mission.

Während sich das katholische Europa in den Wirrungen der Revolutionskriege wand, setzte sich England an die Spitze westlicher Industrialisierung.

Der Staat unterstützte diese durch die industrielle Revolution ausgelöste Entwicklung mit florierendem wirtschaftlichem Wachstum durch Ausbau der

Handelsflotten und der begleitenden Kriegsmarine.

Der Expansionismus nach Übersee in Verbindung mit den Revolutionen im Europa des 19. Jh. gingen mit sozialen Veränderungen vor allem in England einher.

Anstatt, wie von Marx prophezeit, einen Klassenkampf auszulösen, blieb im großbritannischen Empire die Monarchie bestehen.

Der Verelendung, vor allem der armen Stadtbevölkerung, wurden im Parlament wichtige Sozialreformen entgegengesetzt.

Der Sklavenhandel wurde abgeschafft, Armenhäuser mit kostenlosem Schulunterricht wurden gegründet, der Strafvollzug wurde reformiert, Sonntagsschulen und Missionsagenturen entstanden.

b) Vorteile einer engeren Zusammenarbeit

Unter den nonkonformistischen Gemeinden erkannten besonders die Baptisten die Vorteile einer engeren Zusammenarbeit. Sie setzten dem darwinistisch-humanistischen Zeitgeist eine calvinistische Rückbesinnung auf die Tugenden der Bibel entgegen.

Inspiriert auch von der 2. amerikanischen Erweckung setzten evangelikale Christen theologische Akzente in Großbritannien und Deutschland.

Die zu der anglikanischen Staatskirche nonkonformen Baptisten hatten eine dezentrale Gemeindestruktur.

Die „Baptistische Union“ bildete ein Forum der Gemeinschaft und Einheit, auf dem regelmäßig für die Mission gebetete wurde.

Die calvinistische Ausrichtung ihrer Theologie auf Grundlage der Autorität der Bibel setzte praktische Dienste frei. Dynamische Predigten führten zum Kampf gegen Sklaverei und Alkoholmissbrauch und mündeten in einen missionarischen Schwerpunkt.

Die wichtigste Aufgabe der Baptisten war, die Ungläubigen mit dem Evangelium zu erreichen. Zur Innenmission kam die Außenmission.

 

c) Das geistliche Leben in den Kirchen

war von schmerzhaften Revolutionen im katholischen Europa geprägt, im deutschsprachigen Raum erhob sich die dialektische Bibelkritik, während im aufstrebenden England des 18. und 19. Jahrhunderts der Anglikanismus sich in drei Hauptrichtungen gliederte: die Oxford-Bewegung, die Broad Church Party und die evangelikale Bewegung. Aus dem evangelikalen Aufbruch ging die mächtigste Erweckung innerhalb der anglikanischen Kirche hervor.

Eine echte Bekehrungserfahrung, ein geistlicher Lebensstil mit Reinheit, Gebet und Bibelstudium wurde gefordert. Das Königreich Christi sollte auch in der Gesellschaft zum Ausdruck gebracht werden durch einen überzeugenden, einfachen Lebensstil und geistlichen Eifer. Die Heilsarmee, die Plymouth Brüder und die Baptisten waren die bedeutendsten Nicht-Anglikanischen, unabhängigen Gemeinden.

2. Zwei Reaktionen Carey´ s auf den Widerstand der Kirchenführer

William Carey wurde als armer Schuster geboren. Als Autodidakt hatte er sich bereits in jungen Jahren die wichtigsten biblischen und modernen Sprachen angeeignet.

Er las die Berichte von Jonathan Edwards über die „große Erweckung“ in Amerika und die Tagebücher des Indianermissionars David Brainerd mit Begeisterung. Auch Reiseberichte von Entdeckern nicht-christlicher Länder faszinierten ihn.

Als Carey als junger Pastor und Prediger  versuchte, die anderen Pastoren für seine Überzeugungen zu gewinnen, wurde er  von einem älteren Kirchenvertreter einmal schroff als „Schwärmer“ getadelt. Der Einwand: “Setzen sie sich, junger Mann. Wenn es Gott gefällt, die Heiden zu bekehren, dann wird er es ohne Ihre oder meine Hilfe tun.“

Carey ließ  sich davon jedoch nicht irritieren. Er verfasste eine 87 Seiten starke Streitschrift zur Verteidigung der Auslandsmission mit dem Titel:
“An Enquiery into the Obligations of Christians to Use Means for the Conversion of the Heathens.“

a) Gründung der ersten Glaubensmission

Während sein Zeitgenosse Irvin aus der Prebyterian Church ausgestoßen wurde und die 12-Apostelkirche gründete, einen Vorläufer der Pfingstbewegung, sammelte William Carey um sich elf seiner Freunde und gründete die erste Glaubensmission der evangelikalen Bewegung, die „Baptist Missionary Society“.

Sein Motto war: „ Erwarte Großes für Gott und versuche Großes für Gott“.

Damit beantwortete er den Widerstand der Kirchenführer durch den Gehorsam gegenüber dem Missionsbefehl Jesu Christi.

b) Reise nach Indien

Mit 32 Jahren reiste er als einer der ersten Missionare dieser Gesellschaft freiwillig nach INDIEN, um seine brennende Sehnsucht nach der Errettung der Heiden in der Außenmission zu erfüllen. Er handelte damit nach seiner Überzeugung, dass Christen versuchen müssten, der Welt das Evangelium zu bringen, da sich die Heiden nicht von alleine durch ein Wunder bekehren würden.

Damit entsprach er dem ersten Teil des Missionsbefehls: „Gehet hin…“

So überwand er den Widerstand der Kirchenältesten durch Überschreitung der geographischen und kulturellen Distanz zwischen sich und den Heiden.

Im November 1793 kam er in Kalkutta an.

3. Vier Hindernisse bei der Ausübung seines Missionsbefehls

Zwar geistig gerüstet, jedoch unerfahren mit den tropischen bis subtropischen Bedingungen des asiatischen Kontinents, sah sich Carey in der nordindischen Großstadt Kalkutta mit den Widrigkeiten seines enthusiastischen Pionierdienstes konfrontiert.

a) Krankheit

Die Ernährungsumstellung und viele Krankheiten, sowie eine psychische Erkrankung seiner Frau machten seiner gesamten Familie zu schaffen.

b) Politische Opposition

Der Widerstand der British East India Company, die finanzielle Einbussen befürchteten bei der Ausbeutung der Plantagen in den Kolonien, wurde so groß, dass Carey von Kalkutta abreisen musste. Die merkantilen und politischen Egoismen des Commonwealth begrenzten somit die baptistischen Missionsbemühungen.

c) Kleinkrämerische Handelmächte

Das Kastensystem der hinduistischen Inder, die die Christianisierung seit der Zeit des Apostels Thomas behindert hatte und danach die Eroberung durch die Portugiesen und nachfolgende Evangelisation seitens der katholischen Kirche nachhaltig überstanden hatte, weil die Papstkirche das Klassensystem für ihre zentralistische Pfründewirtschaft zu nutzen wusste , hielt die in Aberglauben gefangene Bevölkerung vom Christentum ab.

Seine Predigten in der Großstadt, mit denen er gegen Hinduismus und Islam zu Felde führte, brachten keine Bekehrungen.

Im dänischen Herrschaftsgebiet in der Gegend von Serampore ließ sich Carey dann schließlich 1800 nieder und machte diese Region zur Ausgangsbasis seiner weiteren Pionierarbeit.

c) Religiöse Antipathien

Er predigte nicht mehr gegen andere Religionen, wie Hinduismus oder Islam, sondern hielt sich möglichst eng an das reine Evangelium Jesu Christi.

Es kam nach diesen guten Veränderungen zu den ersten Bekehrungen und Taufen.

Damit hatte er die 4 Hauptwiderstände (Krankheit, Politische Opposition, kleinkrämerische Handelsmächte, und religiöse Antipathien) überwunden und konnte so den 2. Teil des Missionsbefehls Jesu Christi:  „..und machet zu Jüngern…“, endlich in die Tat umsetzen.

4.  Vier Merkmale seiner missionarischen Tätigkeit

Er arbeitete also als Evangelist, als begeisterter Lehrer, erfolgreicher Gemeindegründer und geschickter Verwalter.

a) Evangelist und begeisterter Lehrer

Carey hielt sich seit 1800 in der dänischen Kronkolonie bei Serampore „möglichst eng an das reine Evangelium Jesu Christi“, damit erfüllte er den 3. und 4. Teil des Missionsbefehls: „…und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie tun alles, was ich Euch befohlen habe!“

b) Erfolgreicher Gemeindegründer

Innerhalb von 3 Jahren taufte er 25 bekehrte Heiden.

c) Geschickter Verwalter

So wurde er zum Prototyp der Neuzeitlichen Apostel.

d) Linguist

Als Linguist wurde er besonders berühmt, weil er bis zu seinem Tod 1834 etwa 40 indische Sprachen und Dialekte lernte und Grammatiken und Übersetzungshilfen erstellte.

Damit überwand er die sprachliche und kulturelle Kluft, die die Heiden vom Evangelium trennte.

Diese ersten Übersetzungen wurden später überarbeitet und die Inder waren bald in der Lage, seine Pionierarbeit weiterzuführen.

Diese Veränderung durch die Apostolische Botschaft erreichte zunächst einige wenige, durchdrang jedoch allmählich differenzierte Bereiche der indischen Gesellschaft.

Das Vorbild von William Carey motivierte Generationen von Europäern, auch Missionare zu werden.

 

5. Vier Methoden in Carey´ s Mission und ihre Bedeutung für heute

Carey arbeitete überzeugungsgemäß auch in Bereichen der Bildung, Erziehung, Medizin, Agrarwirtschaft und Politik.

a) Bildung

Er bekämpfte die Praxis des Götzenkultes, denen traditionsgemäß viele indische Kinder durch Hineinwerfen in den Ganges zum Opfer fielen.

Er setzte sich gegen den Brauch der Witwenverbrennung ein.

b) Erziehung

Die Kastenregeln und ihre Kleiderordnung durchbrach er, was zu Christenverfolgung führte.

Die Schlägereien und Kirchenverbrennungen hörten erst 1859 auf, als die indische Regierung durch einen Erlass in Madras den Frauen eine einfache Bekleidung des Oberkörpers erlaubte.

Auf diesem Fundament konnten die indischen Christen aufbauen und auch bis heute erkennen viele europäische Missionare die Notwendigkeit der Auslandsmission.

c) Medizin

Carey´s  Apologetik mit dem Titel: „An Enquiery into the Obligations to Use Means for the Conversion of the Heathens” ist zu einem Klassiker der Missionsliteratur geworden und ist in ihrer Bedeutung des Einsatzes der Dienstgaben Lehre, apostolische Gemeindegründung, Heilungsdienst, Leiterschaft auch heute noch praktikabel und geeignet.

Obwohl sich nach Carey´s Tod unter baptistischem Einfluss mehrere Massenbekehrungen ereigneten, stellen Christen mit 3% der indischen Bevölkerung immer noch eine Minderheit dar.

Auch wenn inzwischen die interkulturellen Grenzen besser durch indigene, also in Indien geborene Missionare überwunden werden können, sind die Methoden, wie dies geschieht immer noch geeignet. Im Bereich der medizinischen Versorgung und der Verbesserung des landwirtschaftlichen Anbaus können heute sicherlich geeignetere Wege gefunden werden, wie erfolgreiche Beispiele persönlich verbundener Missionswerke wie LOGOS CHARITY MISSION INDIA zeigen. Die Aufgabe europäischer Evangelisten hat sich mehr zum Helfer entwickelt.

d) Agrarwirtschaft und Politik

Auch die Bildungs- und Erziehungsmöglichkeiten sind – speziell für Südindien – durch die Bodenreformen und den hohen Alphabetisierungsgrad von 95%, den verbesserten Hygienebedingungen und die zunehmende Autarkie regionaler Wirtschaftszweige heute wesentlich besser als zu Carey´ s Zeiten, so dass seine Methoden spezifiziert und feiner angewendet werden können.

Der Autodidakt ohne Schulbildung und armer Schuster Carey hat gegenüber z.B. dem größten europäischen Schuhhändler und Baptisten Deichmann heute immer noch  den Nimbus des Pioniers.

Carey´s Vorteil war jedoch gerade seine Gabe der Armut, die ihn zur Identifikationsfigur für viele Europäer und Inder machte.

16. Der Begriff der Mission

Der Begriff der Mission hat sich in diesem Jahrtausend gewaltig geändert:

1. Analyse der drei Selbst-Begriffe einschließlich einer Definition, einer Beschreibung und einer Erklärung dafür, wie und wann der Begriff in der christlichen Gemeinschaft aufkam.

Die Drei-Selbst-Formel steht als Begriff für die Vorstellung einer selbstverwaltenden, selbstunterhaltenden und selbstausbreitenden indigenen Gemeinde.

Diese Sicht entstand in der Zeit des Paternalismus und Kolonialismus, als finanzielle Krisen in der Auslandsmission den Selbstunterhalt notwendig machten.

a) Selbstverwaltung

Autonomie von den Kolonialmächten und ethnozentristischen Missionsgesellschaften erforderten Selbständigkeit und Verwaltung der Gemeinde durch einheimische Leiter. Die theologischen Grundlagen umfassten die Selbstausbreitung sowohl als Mittel als auch als Ziel der Mission.

Die Inkarnation Jesu Christi (Phil. 2,5-8) als Immanuel, „Gott mit uns“ (Matth. 1,23) in der jüdischen Kultur, ist dabei ebenso wichtig, wie die Einheit der Gemeinde als Leib Jesu Christi (1, Kor.12,4-6 und 12-31), sowie (Epheser 4,1-11).

Die Dreieinigkeit als Vater, Sohn und Heiliger Geist veranschaulichen dieses Bild der kulturellen Vielfalt in der geistlichen Einheit. Dies wird in Joh.17, 22 betont als Quelle der Autorität.

Venn und Anderson (1856) erkannten und beschrieben diesen Drei-Selbst-Begriff,

Graul und Warneck (1834 – 1910), zit. in P. Beyerhaus (1964) erweiterten die menschlichen Aspekte des Begriffes um die Dimensionen Autonomie (Selbständigkeit der indigenen Gemeinde: von Gott regiert, von Gott getragen, von Gott zur Ausbreitung gebracht), indigene Herkunft der Kultur und Reife (Spiritualität).

Hierbei ist die Vielfalt in Einheit und die Einheit in Vielfalt durch das göttliche Wesen der Gemeinde und ihrem geistliche Charakter, sowie die menschlich-kulturellen Eigenheiten des ethnischen Umfeldes gegeben.

Zur Dimension der Kultur als menschlicher Komponente, wie Muttersprache, soziale Bindungen, natürliche Umgebung, gesunder Kern der Mittelklasse und Volksgebräuche kommt die Dimension der Reife mit dem Heiligen Geist als Befähiger der neuen Gemeinde, die als Werkzeug Gottes für die Weltevangelisation dient. (Nevius 1890 und Allen 1910).

Dies kann auch Dienste von außerhalb umfassen, um die örtliche Gemeinde zu erbauen, was (im Gegenteil zu Venn) kein notwendig langer Prozess sein muss.

Der Drei-Selbst-Begriff wurde 1952 auf einem Kongress für Weltmission in Bezug auf die tiefergehenden Testpunkte für die indigene Gemeinde fortgeführt.

b) Selbstversorgung

Den Dimensionen Reife, Kultur und Autonomie wurden vier  Aspekte hinzugefügt: Heimatboden und die Fähigkeit, Elemente der einheimischen Kultur unter den Gehorsam Christi zu bringen.

Geschulter Dienst, der an die regionalen Anforderungen angepasst ist.

c) Selbstausbreitung

Inneres, geistliches Leben, das die Gemeinschaft der Christen nährt und ein Zeugnis ist für die noch unerreichten Menschen.

Mitgliedschaft in der Gemeinschaft der Kirchen, Anerkennung von Partnerschaften mit anderen Gemeinden anderer Länder und gegenseitige Hilfe unter diesen Gemeinden.

 

2.1. Dimension der Autonomie

Erörterung darüber, wie die Dimension der Autonomie mit den drei Selbst-Begriffen in Beziehung steht. Nennen Sie ein praktisches Beispiel für dieses Prinzip aus Ihrer Erfahrung in der eigenen Kirche.

 

a) Selbstverwaltung

Die Dimension der Autonomie steht mit dem Begriff der Selbständigkeit der Drei-Selbst-Formel in direkter Beziehung. Unter dem Aspekt der Selbstverwaltung ist die Leitung der indigenen Gemeinde durch Einheimische wichtig.

b) Selbstunterhalt

Die Aufrechterhaltung der Gemeinde als Aspekt der Selbstunterhaltung beschreibt damit die Beziehung der Dimension der Autonomie zur finanziellen und wirtschaftlichen Tragfähigkeit.

c) Selbstausbreitung

Die Selbstausbreitung bedeutet die Reproduktion der Gemeinde durch Einheimische in ihrem Bezug zur Autonomie.

Ein praktisches Beispiel für dieses Prinzip aus meiner eigenen Erfahrung in der LOGOS CHARITY MISSION zeigt, dass der Aspekt der Leitung durch Einheimische um die internationale Koordination und Hilfe als Advisor (Ratgeber) für den deutschen Zweig des Missionswerkes von LOGOS Missions ergänzt wird.

Dies umfasst neben Gebet und Versandt von Rundbriefen und e-mails (LOGOS NEWS, LOGOS REPORTER) regelmäßigen telefonischen Austausch, gegenseitige Einladung zu Evangelisations- und Missionsreisen, Spendensammlung (fund raising) und money-transfer. Hierbei wird in die einheimische Leitungsstruktur jedoch nicht eingegriffen, um keine Abhängigkeiten zu verfestigen.

Das kommt insbesondere dem Aspekt der Selbstunterhaltung durch Aufrechterhaltung durch Einheimische zugute.

Der von außen kommende Spendenfluss wird finanziert durch einen in der evangelischen Landeskirche verankerten Bibelkreis, bei dem freiwillig jede Woche von den Teilnehmern etwa 5 € für die LOGOS MISSION gegeben werden, als auch von regelmäßigen Beiträgen zum Kauf und Unterhalt von Fahrzeugen für Bibelschule und Evangelisation, des weiteren durch international tätige Gemeindebauer.

Damit wird die Hilfe zur Selbsthilfe angeregt, zur Selbstversorgung der in Südindien, Trivandrum ansässigen nativen Gemeinde ist es so möglich, Buchveröffentlichungen (bisher 10 Bücher und Traktate, mit Auflagen von etwa 100.000 Exemplaren) sowie Bibelverteilungen auf öffentlichen Veranstaltungen und Straßenevangelisationen längs der Bundesstrassen und Bushaltestellen aufzubauen.

Zur Eigenversorgung mit Lebensmitteln aus Gartenbau und Landwirtschaft ist ein besonderes Entwicklungshilfeprojekt geplant, die diese einheimischen Ressourcen erweitern kann.

Die Reproduktion durch Einheimische durch regelmäßige „Outreaches“, auf denen etwa einmal im Monat am Tage bis zu 5.000 Ungläubige mit dem Evangelium in Kontakt gebracht werden, sowie die Aussendung mehrere Evangelisten, hat die Gemeinde auf 4 „local Christian Churches“ anwachsen lassen.

Eigene Bibelschule, die von dem angegliederten Kinderheim bis zum staatlich anerkannten Abschluss als Theologe das geistliche Spektrum umfassen, gibt den Nährboden für die Reproduktion. Die Buchveröffentlichungen erweitern die Effektivität auf nachhaltige Art und Weise.

2.2. Dimension der Kultur

Erörterung darüber, wie die Dimension der Kultur mit den drei Selbst-Begriffen in Beziehung steht. Nennen Sie ein praktisches Beispiel für dieses Prinzip aus Ihrer Erfahrung in der eigenen Kirche.

Die Dimension der Kultur umfasst die indigene Herkunft der Gemeinde.

a) Selbstverwaltung

Für die Selbstverwaltung bedeutet das die Leitung, die auf einheimische, kulturelle Muster und Formen gegründet ist.

b) Selbstunterhalt

Der Aspekt der Selbstunterhaltung beinhaltet die Aufrechterhaltung der indigenen Gemeinde, die auf einheimische Methoden in Übereinstimmung mit einheimischen Standards gegründet ist.

c) Selbstausbreitung

Die Selbstausbreitung ist gewährleistet durch die Reproduktion, die auf den einheimischen soziokulturellen Kontext gegründet ist.

Das bereits erwähnte praktische Beispiel der LOGOS CHARITY MISSION aus der eigenen Kirche greift die Dimension der Kultur folgendermaßen auf:

Die in Kerala, Südindien gebürtigen Christen leben in ihrem angestammten Dorfverband, sprechen Malayalam. Der Leiter, Pastor John Chacko „Parakkadavil“ beherrscht Englisch.

Von der  Dorfkultur mit kleiner Landwirtschaft hat sich die Gemeinde auf eigenem Land in Trivandrum weiterentwickelt. Der Bau von typischen Langhäusern für Bibelschule  und Waisenheim entspricht dem kulturellen Bedürfnis der Großfamilie und der geistlichen Gemeinschaft.

Der Selbstunterhalt wurde früher, gegründet durch Verwaltertätigkeit des Vaters des jetzigen Leiters auf einer Plantage mit  Teakholzaufzucht, ergänzt um Seidenspinnerei und handwerkliche Produktion, aufgebracht.

Die Nahrungsergänzung erfolgte durch Gartenbau auf eigenem Gartenland. Den Kindern des Waisenheimes wurde jedem ein kleines Stück Land zur Bewirtschaftung überlassen, um ihnen die Freude am Wirtschaften nach traditionellen Standards zu vermitteln.

Heute wird durch Spendenaufkommen aus der wachsenden Gemeinde mit internationaler Hilfe das Budget von den einheimischen Leitern für die vielfältig sich entwickelnden Dienste gedeckt.

Hinzu kommen Erlöse aus dem Verkauf selber verfasster und veröffentlichter Literatur. Diese aus der Kultur stammenden Traktate und Bücher greifen das ethnische Milieu auf und nutzen den hohen Alphabetisierungs-Grad der Bevölkerung von 95 %. Durch die niedrigen Herstellungskosten von durchschnittlich 0,70 € pro Buch sind für dieses Jahr 10 Bücher mit Gesamtauflage von 100.000 Exemplaren geplant. Letztes Jahr sind bereits 5 Bücher herausgebracht worden. Der Verkauf findet auf regelmäßigen Straßenevangelisationen und Veranstaltungen („Conventions“) sowie Gemeindegottesdiensten statt.

Die Reproduktion der LOGOS CHARITY MISSION erfolgt einesteils durch Aufnahme von jeweils etwa 20 Waisenkindern, die dann auf der Bibelschule ausgebildet werden.

5 Missionare sind in den nördlichen Staaten Indiens eingesetzt, wo 97 % Hindus leben.

Auf monatlichen „Outreaches“ mit dem eigenen Van werden an Bushaltestellen und „Junktions“ evangelistische Veranstaltungen abgehalten.

Durch Stadtevangelisationen bekehren sich Heiden zum Evangelium.

Diese „Gospelworker“ sind zumeist Einheimische und werden durch internationale Evangelisten unterstützt.

2.3. Dimension der Reife

Erörterung darüber, wie die Dimension der Reife mit den drei Selbst-Begriffen in Beziehung steht. Nennen Sie ein praktisches Beispiel für dieses Prinzip aus Ihrer Erfahrung in der eigenen Kirche.

Das Prinzip der Reife als Ausdruck der Spiritualität als Mittel und Ziel der Mission wird durch das innerliche geistliche Leben der Gemeinschaft der Christen und das damit verbundene Zeugnis für die noch unerreichten Menschen, sowie die Mitgliedschaft in der Gemeinschaft der Kirchen als Anerkennung der Partnerschaft mit internationalen Werken und Gemeinden und die gegenseitige Hilfe ausgedrückt.

a) Selbstverwaltung

In Bezug auf die Leiterschaft der selbstverwaltenden indigenen Gemeinde bedeutet das ein geistliches Zeugnis von gottgeführten  einheimischen Dienern Gottes.

b) Selbstunterhalt

Die Aufrechterhaltung dieses geistlichen Zeugnisses durch eine positive Reaktion der gottgeführten Gemeinschaft bringt den Aspekt des Selbstunterhalts als Dimension der Reife zur Geltung.

c) Selbstausbreitung

Die Reproduktion des geistlichen Zeugnisses durch die Reaktionen der gottgeführten einheimischen Gemeinschaft wird erkannt in ihrer Selbstausbreitung hinsichtlich ihrer Dimension der Reife.

Bei LOGOS CHARITY MISSION INDIA stellen die Reife der geistlichen Entwicklung durch die fortdauernde Schulung der Kinder und Jugendlichen, der Missionare, sowie die Mediendienste und Evangelisationen, dazu die regelmäßigen Gottesdienste, die Missionsreisen ins In- und Ausland, wesentliche Charakteristika des auf Selbstausbreitung zielenden geistlichen Zeugnisses der einheimischen, gottgeführten Gemeinschaft dar.

Regelmäßige Newsletter, Telefonate und Rundbriefe halten den Kontakt mit  verbundenen Gemeinden und Werken aufrecht und bauen diesen Freundeskreis weiter aus.

In unserer Landeskirche haben wir mit einem Bibelkreis und einem missionarischen Hauskreis Grundlagen geschaffen, das Missionswerk zu unterstützen um die Ausbreitung voranzubringen:

Ein in Deutschland zum Patent angemeldetes Anbausystem aus dem traditionell asiatischen Kulturkreis, ein rundes, Rosen-Bestandenes  Hügelbeet um einen Teich herum, ist geeignet, diese Selbstausbreitung der Gemeinde in Indien auch in problematische Gebiete Nordindiens zu tragen.

Dieses ROSARY (Rosenkranz) genannte nachhaltige

Anbausystem greift eine heidnische Kultur auf, bei der (wie jetzt im Monat März auf dem Fest „Kumbhamela“) Gurus in einem Kreis von Kuhdung sitzend meditieren und diese (von den als „heilig“ verehrten Kühen gewonnenen) Fladen verbrennen. Damit öffnen sie sich als Medium für üble Geister.

Die Hügelbeetkultur setzt diesen Mist nun als wertvolles Düngersubstrat um und erzielt erstaunliche Erträge der darauf angepflanzten Nutz- und Zierpflanzen.

Durch die zu den traditionellen heidnischen Riten eine christliche.Entsprechung in Form der im Teich durchführbaren Taufe bietende Symbolik und die durch das „Rosenkranzgebet“ (=Vaterunser, Ave Maria, Gloria Deo), sowie die von katholischen Missionaren her als Rosenkranz bekannte Gebetskette

soll der Ausbreitung des Evangeliums eine der einheimischen Kultur verständliche Brücke zum Evangelium geschlagen werden.

Auf diese Art kann eine kurzfristige in Indien auch von Trägern des RIGHT LIVELIHOOD AWARD anerkannte internationale Unterstützung die Selbstausbreitung fördern.

17. Bibel und Orientalistik

Zur Abschätzung der Effizienz von inter-kulturellen Maßnahmen in der Mission kommt der Orientalistik zunehmende Bedeutung zu.

Hatte William Carey noch die linguistischen Grundlagen gelegt, die Sprachbarrieren gerade auf dem indischen Subkontinent zu überwinden, so ist die moderne Orientalistik bemüht, die ethnischen und religiösen Schranken durchlässig zu machen.

Advertisements

No comments yet»

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: